Bonita

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  • #1

Zweifel und Mißtrauen

Hallo!
Ich habe wohl ein Händchen für die "falschen Männer", daher stellt sich für mich grade eine Frage, bei der mir vielleicht andere Ansichten weiter helfen könnten, um sie für mich zu beantworten.
Gleich vorweg - nein, ich denke nach den Enttäuschungen, die ich erlebt habe, keineswegs, dass alle Männer gleich sind aber ich merke einfach, dass ich wesentlich misstrauischer geworden bin und schnell an der Ernsthaftigkeit oder den Absichten meines Gegenübers zu zweifeln beginne.
Ist natürlich nicht grade gut, wenn ich ja eigentlich hoffe, irgendwann mal wieder eine glückliche Beziehung führen zu können..

Klar, es gibt kein Patentrezept als Antwort auf meine Frage, aber -

was tut ihr, wenn ihr jemanden näher kennen lernt, sich Gefühle entwickeln, sich das ganze zu entwickeln beginnt und ihr dann aufgrund schlechter Erfahrungen in der Vergangenheit zu zweifeln anfängt oder Zweifel habt??

Manchmal denk ich, ich steh mir und meinem Glück dadurch selbst im Weg, aber ganz ohne "Vorsicht" kann und will ich nicht sein.
 
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  • #2
Liebe Bonita,

ich kann dich sehr gut verstehen, mir geht es genauso! Je mehr Kennenlernversuche fehlschlagen, bei denen man auch des Öfteren getäuscht wurde, umso misstrauischer werde ich und stehe mir selbst im Weg!
Wenn ich daran denke, wie ich vor Jahren das erste Mal nach der Trennung vom Vater meiner Kinder hier gesucht habe und wie unkompliziert ich dabei noch vorgegangen bin! Dabei konnte ich auch zwei längere Beziehungen (also länger als nur ein paar Monate) über PS starten, die wirklich schön waren. Jetzt gelingt mir das irgendwie nicht mehr...
Vielleicht solltest du für eine Weile eine Pause machen und dich auf dein Leben ohne Mann konzentrieren, um wieder unbeschwerter zu werden.
Alles Liebe
 

ENIT

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  • #3
Hallo Bonita, Hallo balle,
in diesen Singlebörsen macht man gute und leider auch schlechte Erfahrungen. Dies geht vielen Leuten so, ob Männlein oder Weiblein. Die jenigen, die ihr Herzblut in die Partnersuche stecken, haben es schwer über Enttäuschungen hinwegzukommen. Die negativen Ereignisse "nagen" an einem mehr als die positiven Ereignisse. Es ist leider so.
Du musst versuchen, die Partnersuche nicht in den Vordergrund deines Lebens zu stellen, sondern es mehr als Freizeitbeschäftigung anzusehen.
Ein gesundes Maß an Misstrauen ist ganz normal, und muss auch sein. Setz dein Herz und deinen Verstand ein. Eigentlich "sagen" beide einem schon, was richtig ist. Wenn man sich aber unter Druck setzt, hört man beide nicht. Wenn du merkst, dass es dir zu Nahe geht, leg eine Pause ein. Die Männer laufen dir nicht weg. ;) Wenn du jemanden kennenlernst, und merkst, dass er wirklich Interesse an dir hat, dann erkläre ihm deine Zweifel. Ist er der Richtige, wird er dich verstehen. Sagst du nichts, kann er dich ja nicht verstehen, weil er ja nicht weiß, warum du Zweifel hast. Aber thematisiere die Sache nur kurz und einmal.
Wenn man mehrer negative Erfahrungen gemacht hat, kommt es einem schon so vor, als wenn einen die "falschen" Männer anziehen. Ich denke, manche merken durch ganz geschicktes Handeln schon, ob sie mit einem "spielen" können oder nicht. Kommen sie an Frauen, die resolut sind, haben sie es schwer aber kommen sie an Frauen, die eher ruhig sind, haben sie es leicht. Es muss so eine Art Ping-Pong-Spiel sein und es muss Spaß machen, dann lohnt es sich, sich den Gegenüber anzuschauen. Sobald man ins Grübeln kommt und nicht mehr weiß, was richtig oder falsch ist, sollte man es sein lassen. So zumindest meine Erfahrung. Viel Glück!
 

Bonita

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  • #4
Danke euch für die Antworten.

@ balle - tja, mich macht grade einfach ein bisserl die Tatsache fertig, dass in meinen zwei Jahren als Single (nachdem mein Exmann mich nach 16 Jahren ersetzt und rausgeworfen hat wegen einer anderen) drei Männer waren, mit denen sich etwas entwickelt hatte und die mich allesamt dann auch wegen einer anderen - entweder die Ex, die plötzlich wieder da stand oder eine neue - ziemlich ungut fallen gelassen haben. Daher ja glaub ich auch meine Unsicherheit.
Und auch wenn ich nicht bei jedem gleich davon ausgehe, dass es wieder passieren wird, ich weder klammere oder zu sehr auf "unnahbar" mache (weil ich diese Spielchen eigentlich nicht mag), traue ich mich schön langsam einfach nicht mehr, meine "Mauer", die sich inzwischen selbst aufgebaut hat, mal bröckeln zu lassen. Da ich eben jedesmal doch Pech hab am Ende...

@ enit - meine Partnersuche ist schon allein aufgrund der Tatsache, dass ich viel arbeite, viel Sport und Training betreibe und oft reise nicht im Vordergrund meines Lebens.
Ich bin auch eine recht offene, selbstsichere Person und - wenn ich meinen Freunden glaube - nicht unattraktiv. Ich hoff, das klingt jetzt nicht überheblich, aber vorallem mein Aussehen lässt viele Männer wohl ihr Herz ausschalten und nur noch den "Trieb" arbeiten, wodurch sich schon schnell herausstellt, dass sie nur auf das Eine aus sind - womit ich abbreche. Ich bin kein Spielzeug, kein Püppchen zum Herzeigen oder ähnliches.. mit ein Grund, warum ich erst übers Internet schreibe, ganz ohne Fotos..
Lerne ich jemanden kennen, merkt der schnell, dass ich sehr wohl weiß und sage, was ich will. Wobei ich eben seit einem Jahr in Punkto Männer schon vorsichtiger geworden bin.

Ich würds ja verstehen, wenn Mann mit mir dann doch nicht will, weil ich vielleicht zu aktiv, zu selbstsicher oder zu beschäftigt bin, aber wie gesagt - alle, inkl. meinem Exmann hatten mich betrogen und fallen gelassen....
 
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  • #5
Liebe Bonita,
dir geht es wirklich ganz ähnlich wie mir!! Auch ich halte mich für eher selbstsicher und stark, auch ich definiere mich nicht über meine Partner. Ich versuche schon relativ früh (ja, ich weiß, man sollte das eigentlich nicht bei den ersten Treffen) das frühere Beziehungsleben der Männer zu erfragen, um mir einen Eindruck darüber zu verschaffen, ob sie wirklich abgeschlossen haben und frei sind. Auch beim ersten Mailwechsel oder Telefonat thematisiere ich manchmal (wenns passt) das Thema Trennungsarbeit usw schon. Bevor sich bei mir etwas Festeres entwickeln kann, muss ich das Gefühl haben, dass der andere wirklich frei ist.
Mir ist nicht ganz klar, wie denn deine Mauer konkret aussieht? Ich finde, du hast nach diesen Erfahrungen durchaus das Recht, dieses Thema mit neuen Bekanntschaften anzusprechen. Wenn du ihnen was bedeutest, werden sie versuchen, dir dahingehend Sicherheit zu bieten. Wenn nicht, kannst du den Versuch beenden.
Drei Männer in zwei Jahren, mit denen sich etwas entwickelt hat, wie du sagst, finde ich übrigens erstaunlich. Wie weit ging denn diese Entwicklung? Von einem Versuch einer Beziehung spreche ich eigentlich erst nach einigen Monaten. Und dann ist es durchaus häufig, dass man erkennt, dass es nicht passt. Deine Männer haben sich allerdings dann auf eher unschöne Weise verabschiedet, vielleicht, weil sie es nicht besser konnten.
LG
 
G

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  • #6
Ich bin auch dankbar für Tipps, wie man mit Vergangenem abschließen kann. Nach langjähriger Beziehung und nochmal so langem Trennungsschmerz, bin ich jetzt zwar frei und für mich alleine wieder ganz der Alte. Allerdings hat dieses Ereignis so geprägt, dass sich in mir alles sträubt, das nochmal erleben zu müssen. Meine Konsequenz ist, dass ich nun Beziehungen generell meide. Sobald doch mal etwas ernster wird - ohne großartiges eigenes Bemühen - dann zieht sich bei mir schnell eine Schlinge zu und man erinnert sich an die Zeiten, in denen man mit Selbstmordgedanken mitten in der Trennungsphase steckte.

Sind Menschen vielleicht einfach nicht für viele Beziehungen gemacht ? Eine reicht doch auch im Leben...
 

lone rider

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  • #7
Zitat von entropie:
Ich bin auch dankbar für Tipps, wie man mit Vergangenem abschließen kann. Nach langjähriger Beziehung und nochmal so langem Trennungsschmerz, bin ich jetzt zwar frei und für mich alleine wieder ganz der Alte. Allerdings hat dieses Ereignis so geprägt, dass sich in mir alles sträubt, das nochmal erleben zu müssen. Meine Konsequenz ist, dass ich nun Beziehungen generell meide. Sobald doch mal etwas ernster wird - ohne großartiges eigenes Bemühen - dann zieht sich bei mir schnell eine Schlinge zu und man erinnert sich an die Zeiten, in denen man mit Selbstmordgedanken mitten in der Trennungsphase steckte.



Sind Menschen vielleicht einfach nicht für viele Beziehungen gemacht ? Eine reicht doch auch im Leben...

Ähnlich war auch mal mein Thema. Ich habe vier Jahre gebraucht. Wie ich es gemacht habe, mich wieder auf eine Frau einzulassen, weiß ich nicht mehr. Der Schmerz war irgendwann vorbei, das war die Voraussetzung. Währenddessen empfand ich es unzumutbar. Auch wollte ich keine Frau benützen, um von "ihr" loszukommen. Ich habe meine Wunden geleckt. Lange. Ob das ein Tipp ist, ist mir unklar. Sie wird immer in meinem Herzen bleiben und es hat mich sehr geprägt, aber ich war bereit für etwas Neues und verglich andere nicht mehr. Das war harte Arbeit an mir selbst. Diese große Liebe und ihr Verlust hätte mich fast zerstört. Heute empfinde ich die Erfahrung als Bereicherung.
 
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  • #8
Sag einem kleinen Kind, die Herdplatte ist heiß, damit es nicht drauf langt. Wenn es dir nicht glaubt, langte es auf die Herdplatte und verbrennt sich. Danach wird es nie wieder eine Herdplatte anfassen. Wenn wir in unserem Herzen verletzt werden, ist es doch klar, dass wenn wir in eine ähnliche Situation kommen und unser Herz sagt: Hey, die Situation kenn' ich - ging letztes Mal nicht gut aus - dass wir nicht nur Zweifel und Misstrauen sondern richtig Angst bekommen.

Das einzige was da hilft: der Angst ins Auge zu sehen und zu sagen: ich wage, wenn es gut geht gewinne ich, wenn ich verliere: neue Erfahrung. So lange bis genau der Mensch kommt, der trotz unserer Angst eine Chance bekommt und bleibt.
Ob das leicht ist? Niemals!
 
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  • #9
Also das mit der Herdplatte hinkt ja heftig. Ich würde ja NIEMALS einer angeschalteten Herdplatte vertrauen und auch dringend davon abraten, es mit ihr noch mal zu versuchen.

Solange man einem Mann grundsätzlich Herdplattengebahren unterstellt, ist es sicher auch schwierig, sich mit der notwendigen Gelassenheit anzuvertrauen.
Erst wenn man kapiert : och, der da ist ja keine Herdplatte, das ist ja ein CD-Spieler und dieser da ein Ausziehtischchen (huhuuuuu) - dann schafft man es vielleicht auch wieder sich einzulassen....
 

Bonita

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  • #10
@ balle -
meine Mauer? Eigentlich ganz simpel.. ich bin zwar ein sehr lebensfroher, offener Mensch, aber sobald ich merke, dass ich Gefühle entwickle und mich somit der Gefahr einer weiteren Enttäuschung/Verletzung aussetze, verrenne ich mich in diversen "worst-case-Szenarien", zweifle an der Ehrlichkeit des Mannes mir gegenüber, denke, mir wird nur was vorgespielt und versuche auf diese Art, sämtliche Gefühle wieder "wegzuschieben".
Grade mit dem letzten hab ich viel drüber geredet. In dem Fall hatte er mich "gefunden", hatte sich sehr darüber interessiert, was mir angetan wurde (meine Scheidung war ziemlich heftig, inkl. plötzlichem Versuch von Gewalt und existentieller Vernichtungsversuche bzgl. Job und Geld) und machte sich zum Vorsatz, mir zu beweisen, dass es auch noch Männer - ihn - gibt, der sich respektvoll verhält, Gefühl hat und das auch zeigt. Er wollte meine Mauer zum bröckeln bringen, Vertrauen aufbauen - schaffte er auch.. tja, bis er dann plötzlich doch ganz anders war..
Naja, wie es mit diesen drei Männern lief?
Der erste war auch grad getrennt, wir erkannten schnell, dass wir sowohl mit unseren Interessen, als auch der gesamten Einstellung auf einer Welle waren. Auch der Sex (der ist für mich dann schon auch ein Thema) war toll. Dann nach ca. 6 Monaten kam allerdings seine Affäre aus früheren Zeiten wieder und er hat mich ziemlich übel abgefertigt. Tja, nachdem das ja kurz nach meiner Scheidung los ging, war ich zum Glück noch ziemlich distanziert bzgl. Gefühle - klar, ich empfand viel für ihn, aber er wusste, dass ich einfach noch nicht wirklich verliebt sein könnte - hat ihm auch gefallen, da er auch eher ein freiheitsliebender rationeller Mensch ist.
Daher kam es auch, dass er zwei Monate nach unserer Trennung bei mir stand und wir alles ausdiskutiert haben, heraus kam, dass ich da auch schon wusste, er war es wohl eh nicht - als Partner. Somit sind wir nun beste Freunde - tatsächlich.
Der zweite hat mich entdeckt, als ich mit eben beschriebenem besten Freund bei einem Event war - wir hielten per Handy Kontakt, da sowohl ich als auch er in Urlaub fuhren. Danach gabs viele Treffen, gemeinsame Unternehmungen und auch mehrtägige Aufenthalte in einer abgeschiedenen Almhütte. Dann kam ich drauf, dass er eine Tochter hat, mit der Mutter zwar noch zusammen lebt, das ganze aber nur wegen der kleinen tut. Tja, ab da sagte ich "du bist erwachsen, du musst wissen, was du tust, aber ehrlich gesagt, kann ich mir ab diesem Zeitpunkt keine Beziehung mit dir vorstellen". Wenn er schon das eine nicht zu Ende bringen kann, wie wär das dann mit mir irgendwann mal? Tja, über Monate sahen wir uns dann trotzdem noch einige Male, aber da ich für ihn nur das "Spielzeug" war und er das weiter so betreiben wollte, hab ich das schnell beendet, woraufhin er sauer war und ziemlich verletzend wurde. Wie kann ich auch nur so einen Wahnsinnstyp verschmähen?
Dann kam der, der mir jetzt so weh getan hat. Hier auf Parship hat er mich angeschrieben, dann kam Whatsapp, er verfolgte mit Spannung meine Reise an den Polarkreis, nach meiner Ankunft trafen wir uns - da wurde vorher bereits per Handy sehr viel über Gefühle, über das Mysterium "Liebe auf den ersten Blick" geschrieben usw. Aus einem Abend wurden drei Tage, als ich heim musste, kam er mir dann nach. Wir lernten sogar gegenseitig unsere Familienmitglieder (Geschwister) kennen, unternahmen viel.
Bis seine Ex mit bekam, dass da scheinbar was ernstes bei ihm ist, ihn mit den Kindern, die er nicht nur sehr liebt, sondern auch sehr fürsorglich erzieht, "köderte" und ob sie es nicht doch noch mal versuchen. Zur Info - er wurde damals von ihr betrogen und raus geworfen.
War wohl doch noch nicht fertig damit. Wir redeten drüber, er wusste nicht, was er tun sollte und wir einigten uns drauf, er wird sich entscheiden, wenn er schlauer ist. Dann aber mit Respekt und Würde - egal in welche Richtung.
Naja, raus kam, dass er mich, während ich auf Tour war, damit überraschte, er hätte sich entschieden, es wird doch die Ex und ich solle doch gefälligst Verständnis haben. Dass ich es halt nicht ok fand, dass er mir das sagt, als ich 800 km weit weg bin (wir waren bis dahin ja trotzdem zusammen, weil er mich weiter kennenlernen wollte, weil er wegen mir ja überhaupt erst überlegte und nicht gleich zur Ex zurückrannte), und während sie bereits neben ihm saß, ließ ihn ziemlich ruppig werden.

Soviel zu meinen - wie sag ich es - missglückten Beziehungsversuchen... ich sag ja, ich hab wohl ein Händchen dafür..

Das seltsame ist ja - ich bin da ziemlich rational. Mein Exmann machte es mir durch sein Verhalten und seine Taten leicht, schnell abzuschließen. Auch die anderen beiden hab ich gut verkraftet.
Nur der letzte jetzt, da ließ ich zum ersten mal wieder zu, mich zu verlieben, zu vertrauen und daran zu glauben, was da alles passiert. Und nun - die Erkenntnis, dass es kein einziger schafft, wenn er schon nicht will, es wenigstens friedlich zu tun oder nicht plötzlich komplett anders bzw. gefühlskalt zu werden. Denn dann frag ich mich automatisch - hab ich mich so getäuscht? Hab ich irgendwas so falsch gemacht, dass derjenige mich plötzlich mit Füßen tritt, obwohl ich eh schon gekrümmt am Boden liege?
 
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  • #11
Ich glaube du hast mich nicht verstanden, denn das was du schreibst, habe ich nicht gemeint.
 

Pit Brett

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  • #12
Doch, hat sie. Denke ich wenigstens. Bei der Herdplatte kannst Du Dich darauf verlassen, dass sie heiß ist. Das ist objektiv so.

Die Erlebnisqualität, da gebe ich Dir recht, ich bei Herd und Gefühl ziemlich ähnlich. Aber Unterschied ist, dass man in aller Regel an Gefühl und Anstand auch zurückbekommt, was man selber vorleistet. Da gibt es keinen Verlass darauf, dass auch der nächste Versuch mit Brandwunden endet. Wer aber misstrauisch ist, der wird sich auch wieder ankokeln. Das ist ein merkwürdiger Mechanismus.

Heike hat dazu heute hart geschrieben, aber mir hat es eingeleuchtet.
 
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  • #13
Lieber Pit Brett,
ich hoffe doch sehr, dass du belogenen und betrogenen oder verletzten Frauen wie Bonita mit deinem Satz "dass man in aller Regel an Gefühl und Anstand zurückbekommt, was man selber vorleistet" damit nicht im Umkehrschluss unterstellst, eben nicht mit Gefühl und Anstand vorgeleistet zu haben. Wie kommst du auf so eine Theorie? Wieso gilt das "in aller Regel"? Deinen zweiten Satz dagegen ("wer misstrauisch ist, der wird sich ankokeln") kann ich teilen, da Misstrauen ein entspanntes Aufeinanderzugehen behindern kann, vorschnelle unbewusste Ängste keine Nähe zulassen können.
 
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  • #14
Und welches Zitat von Heike meinst du?
 

ENIT

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  • #15
Zitat von entropie:
Ich bin auch dankbar für Tipps, wie man mit Vergangenem abschließen kann. Nach langjähriger Beziehung und nochmal so langem Trennungsschmerz, bin ich jetzt zwar frei und für mich alleine wieder ganz der Alte. Allerdings hat dieses Ereignis so geprägt, dass sich in mir alles sträubt, das nochmal erleben zu müssen. Meine Konsequenz ist, dass ich nun Beziehungen generell meide. Sobald doch mal etwas ernster wird - ohne großartiges eigenes Bemühen - dann zieht sich bei mir schnell eine Schlinge zu und man erinnert sich an die Zeiten, in denen man mit Selbstmordgedanken mitten in der Trennungsphase steckte.
Sind Menschen vielleicht einfach nicht für viele Beziehungen gemacht ? Eine reicht doch auch im Leben...

Manche Menschen verkraften eine Trennung sehr schwer, andere wiederum stecken diese leichter weg. Das ist, wie mit einer Enttäuschung bei einer Partnersuche. Es ist einfach eine Sache der Charaktere. Wenn ich noch über einen Mann grübeln würde, würde z. B. meine Kumpeline diese Sache schon über die Schulter geworfen haben. So unterschiedlich ist das. Wenn du für dich schon wieder der Alte bist, ist das doch schon mal der Weg in die richtige Richtung. Angst vor Enttäuschungen kann dir niemand nehmen. Du musst lernen mit ihnen umzugehen, und auch selbst sehen, was du vielleicht hättest anders machen können. Du hattest doch im anderen Thread geschrieben, dass du jobmäßig und durch deinen Sport viele andere Personen kennenlernst. Das sind doch m. E. n. die besten Voraussetzungen dafür, mit der Vergangenheit abzuschließen.
Spätestens, wenn die Richtige vor dir steht, wirst du dir wieder eine Beziehung wünschen. Hab einfach den Mut dazu. Du wirst es schaffen, und dann auch wieder richtig glücklich sein. ;)
 

Pit Brett

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  • #16
Zitat von balle:
Das:

Zitat von Heike:
Wir können da vielleicht neben anderen zwei verschiedene Weisen des Oberflächlichkeitsvorwurfs unterscheiden.

Oberflächlich nach dem ersten Vorwurf ist, wer etwas Oberflächliches zum Kriterium macht, wie etwa die Haarfarbe oder eine bestimmte Nasenform oder die Körperlänge oder so. Und zwar nicht, weil darauf irgendwas geschlossen wird, sondern weil er einfach INteresse an diesen Punkten selbst hat, eben an oberflächlichen.

Oberflächlich nach dem zweiten Vorwurf ist (wie von Schreiberin herausgestellt), wer oberflächliche Schlüsse zieht. Etwa aus der Haarfarbe Schlüsse über die Intelligenz zieht, oder aus der Nasenkrümmung Schlüsse auf seine Moralität oder aus dem Körpergewicht Schlüsse darauf, ob der Mensch auch lieb mit einem umgehen würde. In diesen Fällen wird aus Oberflächenmerkmalen auf etwas Nichtoberflächliches geschlossen, und eben oberflächlich. Es müssen aber gar keine Körpermerkmale sein. Man kann allgemein oberflächliche Schlüsse darunter verstehen, auch solchen, die etwa daraus, dass jemand schreibt “Ich bin ein Lieber.” schließen, dass er einen guten Charakter hat.

Zur üblichen Ironie der Geschichte gehört nun, dass Foristen, die gerne Oberflächlichkeitsvorwürfe des ersten Typs anbringen, gerade ausgeprägte Oberflächlichkeit im Sinne von Typ 2 aufweisen.
Krass, was ich hier von den Oberflächenverachtern schon an oberflächlichen Fehlschlüssen gelesen habe. An, wie man meinen sollte, völlig offensichtlichen Fehleinschätzungen von Posts beispielsweise.

Vielleicht kein Wunder, dass von diesen Typ1-Oberflächlichkeitsverächtern öfter zu lesen ist, dass sie Opfer von Betrug werden. Ganz gleich, ob sie es tatsächlich werden oder da nur oberflächlich auf Betrug schließen: es hängt vielleicht damit zusammen, dass sie eben nur oberflächlich hinsehen.
Statt ein bißchen eingehender hinzuschauen und etwas mehr als nur oberflächlcihes Interesse für jemanden aufzubringen, fragen sie dann aber in der Regel nach einfachen Regeln, wie man einen Betrüger erkennen könne. Sie wollen also in der Oberflächlichkeit-Typ2 gerade bestärkt werden. Und dabei werden sie immer pessimistischer und frustrierter. Und glauben aber selbst, dass sie umso sensibler und tiefgründiger werden.
 
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  • #17
Ehrlich gesagt lassen sich Heikes Ausführungen auf den Satz bringen: wer betrogen wird, hat nur oberflächliches Interesse für jemanden aufgebracht.
Ich halte diese Formel für bedenklich.
 
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  • #18
Und: Danke an Enit, sie hat eine erfrischende und tröstliche Art Schreibern hier einfach nur Mut zu machen!
 
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  • #20
Mein Gott, sind wir alle oberflächlich...! ;-)))
 
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  • #21
Zitat von balle:
Ehrlich gesagt lassen sich Heikes Ausführungen auf den Satz bringen: wer betrogen wird, hat nur oberflächliches Interesse für jemanden aufgebracht.
Ich halte diese Formel für bedenklich.

Sehe ich auch so.

Irgendwann, wenn man die Ausführungen liest, bekommt so das Gefühl: "Hier tritt Paragraph 2 in Kraft, wenn Paragraph 2 nicht zur Anwendung kommt, dann ist Paragraph 1 zu beachten." Amüsant und endlos.
 

Mentalista

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  • #22
Zitat von balle:
Ehrlich gesagt lassen sich Heikes Ausführungen auf den Satz bringen: wer betrogen wird, hat nur oberflächliches Interesse für jemanden aufgebracht.
Ich halte diese Formel für bedenklich.

Ich halte diese Formel für abwertend und von oben herab bringend. Nachdem Motto: Selber schuld, wenn du betrogen wirst.

Danke an die Foristen hier für ihre Offenheit, ich kann vieles (leider) so gut nachvollziehen.

Eine "Lösung" habe ich nicht gefunden. Ich lebe mein Leben, konzentriere mich auf mich, mein Umfeld, meine beruflichen Tätigkeiten, lass es mir gut gehen, nehme an, was ist.

Ich find´s traurig immer wieder von solchen "Geschichten" lesen und hören zu müssen.
 
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Blanche

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  • #23
Zitat von ENIT:
Manche Menschen verkraften eine Trennung sehr schwer, andere wiederum stecken diese leichter weg. Das ist, wie mit einer Enttäuschung bei einer Partnersuche. Es ist einfach eine Sache der Charaktere. Wenn ich noch über einen Mann grübeln würde, würde z. B. meine Kumpeline diese Sache schon über die Schulter geworfen haben. So unterschiedlich ist das.

Jein.
Würde das nicht unbedingt so ein/ unterteilen.

Ich habe meine letzte Beziehung sehr schnell verdaut - weil es einfach nicht mehr viel zu kauen gab.
Die Gefühle sind rasch in freundschaftliche Gefühle übergegangen.

Jede Trennung war für mich anders - unterschiedlich stark (und lange) gelitten.
Würde das jetzt nicht am Charakter festmachen.
Hat eher damit zu tun, wie etwas zu Ende geht.
Wie sehr bis dahin die Liebe gewachsen ist.

Natürlich hat jeder Mensch seinen eigenen Weg eine Trennung zu verkraften.
 

Heike

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  • #24
Ich persönlich empfehle allen Interessierten die unoberflächliche Lektüre der unoberflächlichen Version. Wer natürlich an der oberflächlichen Lektüre der oberflächlichen VErsion interessiert ist, darf sich auch an dieser berauschen. Interessant wird es erst wieder, wenn jemand an einem Mißverständnis der mißverständlichen Version interessiert ist. Wer mag?
 
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  • #25
Liebe Heike, ich find dich klasse (keine Ironie jetzt)!:)))
 
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  • #26
Ja findeste ? Ich find die spielt sich ganz schön auf.
(Themenanstoß als Nachfolge zur Oberflächlichkeitsdebatte, die "Sich-Aufspielen-Debatte") :)

Danke @lone_rider und @ENIT für Eure Worte
 
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  • #27
Zitat von entropie:
Ich bin auch dankbar für Tipps, wie man mit Vergangenem abschließen kann.

Auch, wenn es nur wie eine Floskel klingt - das mit dem Wunden lecken von Lonerider finde ich auch einen guten Hinweis.
Das Bild der Wunde passt gut : in dem Moment, wo die Verletzung frisch ist, steht man unter Schock, denkt nur an den Schmerz und sieht kein Licht am Horizont. Aber zum Glück heilen die meisten Wunden und beeinträchtigen einen irgendwann nicht mehr so sehr, dass man nicht mehr handlungsfähig ist. Bei Wunden hilft auch nicht, sie zu verleugnen, in ihnen herumzupuhlen oder zu meinen, man wäre der einzige Mensch auf der Welt, der eine Wunde hätte.
Also am besten die Wunde hinnehmen, sie versorgen, aber nicht zu übertrieben und mit gesundem Menschenverstand darauf hoffen, dass es "nur" eine Wunde ist und keine chronische Krankheit....
 
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  • #28
Zitat von Schreiberin:
Auch, wenn es nur wie eine Floskel klingt - das mit dem Wunden lecken von Lonerider finde ich auch einen guten Hinweis.
Das Bild der Wunde passt gut : in dem Moment, wo die Verletzung frisch ist, steht man unter Schock, denkt nur an den Schmerz und sieht kein Licht am Horizont. Aber zum Glück heilen die meisten Wunden und beeinträchtigen einen irgendwann nicht mehr so sehr, dass man nicht mehr handlungsfähig ist. Bei Wunden hilft auch nicht, sie zu verleugnen, in ihnen herumzupuhlen oder zu meinen, man wäre der einzige Mensch auf der Welt, der eine Wunde hätte.
Also am besten die Wunde hinnehmen, sie versorgen, aber nicht zu übertrieben und mit gesundem Menschenverstand darauf hoffen, dass es "nur" eine Wunde ist und keine chronische Krankheit....

Das stimmt schon, nur hinterlassen Wunden auch Narben. Diese waren für mich manchmal schwerer zu ertragen, als die Wunde an sich. Sie verbleichen zwar mit der Zeit, aber sie sind vorhanden.
 
Zuletzt bearbeitet:

Pit Brett

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  • #29
Zitat von Schreiberin:
Also am besten die Wunde hinnehmen, sie versorgen, aber nicht zu übertrieben und mit gesundem Menschenverstand darauf hoffen, dass es "nur" eine Wunde ist und keine chronische Krankheit....
The sweet especial scene,
Rural scene, a rural scene,
Sweet especial rural scene.

Aber die Bilder find ich saugut, bei allem Spott. Eine Wunde eben. Eine Wunde, für die die Selbstheilungskräfte der Natur reichen sollten. Und keine chronische Geschichte.
 

zrs13

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  • #30
Wunden gibt's in vielen Formen, und manchmal muss man unerfreuliche Entscheidungen treffen (im Bild geblieben wäre das vielleicht: etwas wegschneiden), die es kurzfristig wieder schlimmer machen, aber zur "Heilung" unerlässlich sind.