Mentalista

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  • #32
AW: Zu wählerisch?

Zitat von koelner:
@Nettmann... stimme Deinen Gedankengängen uneingeschränkt zu... aber sind wir Männer nicht mal wieder viel zu nüchtern-analytisch in dieser Angelegenheit?

lieben Gruß
koelner

Ich scheine viel männliche Anteile zu haben, obwohl ich äußerlich gar nicht so aussehe.

Meine analytische Nüchternheit hat mich in meinem Liebesleben vor großen Pleiten und Pannen bewahrt.
 

anka

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  • #33
AW: Zu wählerisch?

Zitat von Nettmann:
Nein, das denke ich nicht! Ich denke schon, dass sie es fühlt. Ich habe zu meiner Motivation für die Aussage inzwischen noch einmal Stellung genommen.


Touche, auch ich habe hier mehr hineingelesen, was sie so nicht geschrieben hat.

Schön, dass wir das geklärt hätten;-)

Fand ansonsten aber deinen letzten längeren an Salome gerichteten Beitrag sehr gut.
Damit auch das nicht unter den Tisch fällt!
 
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  • #35
AW: Zu wählerisch?

@kiss_slowly

Freut mich, dass Du dich verliebt hast. Ich erinnere mich an einen langen Post von Dir, da warst Du noch in dem eine-nach-der-anderen-Stadium. Das klang gar nicht gut. Alles Gute weiter.
 
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  • #37
AW: Zu wählerisch?

Zitat von Kiss_slowly:
.......... Ich habe mich eben immer arrangiert und es ohne Liebe laufen lassen. Warum auch nicht, wenn alles gut ist ansonsten?

Als ich letztes Jahr meine jetzige Partnerin kennenlernte, war es erstmal schwierig. Ich war so in meinem Affairen-Fahrwasser, dass ich da eigentlich auch nicht mehr rauswollte. Sie war zu dem Zeitpunkt aus ähnlichem Holz geschnitzt, hatte sie es doch 10 Jahre lang so getrieben ...

Es passte im Sommer immer noch gut und ich wartete mittlerweile verzweifelt darauf, dass sich Gefühle einstellen. Es kam nicht. Auch bei ihr nicht.
Doch plötzlich kam es bei uns beiden. Völlig überraschend und es wird immer stärker ...

Was ich eigentlich sagen wollte: ich denke, dass es irgendwann kommt, wenn man auf den/die richtige trifft. Bis dahin darf man sich auch einfach arrangieren, wenn alles weitere passt. Wir sind schliesslich alle keine 20 mehr ;-)

Das ist interessant. Bei mir "fluppt" es auch nicht mehr so wie früher über die sofort-Verknallt-Schiene. Rational betrachtet bin ich da auch gar nicht so traurig drüber, da die Phasen der totalen Euphorie und Verblendung in den meisten Fällen sich meist Knall auf Fall in Luft aufgelöst haben.

Dieses "erstmal laufenlassen" und gucken, ob sich tiefe Liebe daraus entwickelt, finde ich aber auch immer wieder stressig. Wo sind da die Kriterien, die mir die Richtung weisen ? Wann weiß ich, welche wertschätzende Zuneigung das Potential hat, eine eindeutige Liebesbeziehung zu werden ? Muss ich nicht ein schlechtes Gewissen haben, wenn ich dann nach einiger Zeit feststelle - nö, das war es doch nicht ? Sofortiges Kommunizieren kommt mir auch komisch vor, vor allem, wenn der andere in einem anderen Stadium ist. Da kann sicher nicht jeder mit umgehen.
 
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  • #38
AW: Zu wählerisch?

@Schreiberin

Das braucht wohl schon zwei Menschen auf etwa gleichem Gefühlslevel zueinander zur selben Zeit, um die Chance auf Entwicklung Richtung Liebesbeziehung zu haben. Hätte kiss_slowlys Freundin früher geliebt als er, wäre sie vielleicht Affäre No. 15 geworden.
 

_Salome_

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  • #40
AW: Zu wählerisch?

Huiuiui,

da ist man mal einen Tag außer Haus und dann so eine Flut an Beiträgen - ich danke euch.

@LunaLuna: Naja, mit Widerständen emotionaler Art meine ich so Gefühle und Gedanken wie "eigentlich möchte ich nicht mehr neben ihm aufwachen, mir ist seine Zuneiung zu viel, eigentlich kann ich mir nicht vorstellen, seine Eltern kennen zu lernen...". Frage mich halt, ob ich mir nicht da einen Ruck geben und mich mehr bemühen müsste. Versuchen, ihn mehr mit dem Herzen zu sehen und doch einen Weg zu finden, ihn zu lieben...

@Satjamira: Interessanter und wichtiger Aspekt, das mit dem Suchen, was man erst in sich selbst finden muss. Möglich, daß ich da noch mitten drin bin.
Andererseits habe ich ja schon die Erfahrung gemacht, voll und ganz "Ja!" zu einem Mann sagen zu können, somit auch "Ja!" zu meinem und seinem Leben.
Die Sache mit der Selbstsuche klang ja in anderen Beiträgen auch schon durch, was mich zu

Herrn Nettmann führt:

Nein, keine Angst, ich habe niemandem den Kopf abgeschlagen und mich daran ergötzt. ;- ) Finde nur die Salome-Figur in der Kunst/Literatur-Rezeption irgendwie spannend.

Ich würde nicht sagen, daß ich eine Katalogsmentalität habe. Habe mich da ungeschickt ausgedrückt. Wenn es passt, passt es und das ist unabhängig von irgendwelchen Kategorien, die ich nicht habe.
Meine "Basics" kenne ich trotzdem, und, wie schon geschrieben, ich bin nicht der Meinung, daß ich Überzogenes und zu viel verlange und erwarte - maximal so viel, wie ich von meinem Gemischtwarenladen selbst anbieten kann. (Besuche in Richard Strauss' Salome inklusive ;-) )

Finde die Begriffe Verantwortung und Opfer hier irgendwie unangebracht. Wer sich verliebt und an einer Person hängt, geht ein Risiko ein und zwar das Risiko, verletzt und abgewiesen zu werden. Das ist unschön, passiert aber nunmal - stupid, these are emotions.
Es ist nicht meine Aufgabe, andere vor Verletzungen zu bewahren und mir selbst ist irgendwann aufgegangen, daß ich selbst entscheiden kann, von wem ich mich verletzen lasse. Dann lässt sich manches leichter angehen.
Ich habe den betreffenden Männern nie etwas versprochen, was ich nicht halten konnte. Habe nie die Möglichkeit einer Wiederholung von Treffen, Übernachtungen usw in Aussicht gestellt, wenn ich mir nicht sicher war, daß es eine geben kann. Ich habe klar gestellt, daß der jeweilige Mann und ich nicht "zusammen" sind im handelsüblichen Sinne und ich mich auch mit der Aussicht auf eine feste Beziehung erstmal anfreunden muss. Ich habe nie über Gefühle geredet - eben weil ich erstmal abwarten und die Dinge sich entwickeln lassen wollte. Offen, aufrichtig, freigiebig.
Klare Fronten also - und die Herren, um die es hier geht, haben sich darauf eingelassen und hatten natürlich die Hoffnung, daß ich mich ihnen gegenüber festigen würde.
Natürlich war es dann für sie mies, als ich irgendwann einsehen musste, daß es keine dauerhafte Perspektive gibt - mir tat das übrigens auch leid.
 

_Salome_

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  • #41
AW: Zu wählerisch?

Achja, nochmal @ Herr Nettmann,
natürlich kann es sein, daß ich nicht mit mir im Reinen bin - aber mal ehrlich, wann ist man das denn zu 100%? Kommt irgendwann der Punkt, an dem man sich ganz, ganz sicher ist und sich sagt, jawoll, das bin ich und so kann ich bleiben! ? Ich sehe das eher als stetigen Entwicklungsprozess, wobei man natürlich seine Haltung sich selbst und der Welt gegenüber irgendwie grundsätzlich gefunden hat und darauf weiter aufbaut und wächst.
Ich bin zumindest der Meinung, mich ausreichend mit mir auseinandergesetzt und von der Fähigkeit zur (Selbst)reflektion ausgiebig Gebrauch gemacht zu haben - ich bleibe weiterhin am Ball.
Würde trotzdem nicht sagen, daß ich mich übermäßig mit mir und meiner Innenwelt beschäftige und hadere. Wer mich kennt, weiß, daß ich ein kontaktfreudiger, offener, lebenslustiger Mensch bin und vom Leben mitnehme, was geht. Ich warte auch nicht auf ein noch besseres "Exemplar" an Mann, eben weil ich immerhin das Gefühl kenne, daß man nur diesen einen Mann will und sich für andere nicht interessiert, nur leider stelllt sich dieses Gefühl bei mir nicht mehr ein.

Weil nach den Gefühlen gefragt wurde, die ich suche.
Ich will keinen Rosamunde Pilcher-Kitsch und auch nicht unbedingt Schmetterlinge; ich will "einfach nur" einen Mann, dessen Nähe ich genießen kann, mit dem ich mich gut aufgehoben fühle, in dessen Armen ich gerne liege, weil ich mich verstanden, geliebt und geborgen fühle.
Ich finde halt das "Zugangstool" dazu anscheinend nicht.
 

_Salome_

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  • #42
AW: Zu wählerisch?

...und weil die Frage nach dem Alter im Raum stand. Bin in einem Alter, in dem man einerseits sagen kann, hey, mach dir keinen Stress; das wird schon noch, ich mir aber andererseits schon ab und an Gedanken über den Komplex Partner-Kind-Familie mache. Bin Ende 20.
 

Nettmann

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  • #44
AW: Zu wählerisch?

Zitat von _Salome_:
...und weil die Frage nach dem Alter im Raum stand. Bin in einem Alter, in dem man einerseits sagen kann, hey, mach dir keinen Stress; das wird schon noch, ich mir aber andererseits schon ab und an Gedanken über den Komplex Partner-Kind-Familie mache. Bin Ende 20.

Hallo Salome,
passt schon. Manchmal muss man hier halt etwas raten. In deinem Alter geht da ja durchaus noch was. Bin auch, wie meine Frau erst mit 32 Vater bzw. sie Mutter geworden.

Nettmann
 
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  • #45
AW: Zu wählerisch?

Zitat von anka:
Mich würde es interessieren, was euch beide - trotz der fehlenden Gefühle - motiviert hat, am Ball zu bleiben?
Denkst du es klappte auch deshalb, weil ihr in dieser Hinsicht eine ähnliche Einstellung hattet?

Viele Grüße
Anka

Hallo anka,

An der gleichen Einstellung lag es sicher nicht. Wir sind extrem verschieden. Sie hatte sich darauf eingerichtet, dass es bis zu ihrem Lebensende so weitergehen würde: keine Liebe, keine Verpflichtungen.
Für mich war es eher, einmal mehr, der Reiz einen solch schwierigen Menschen zu betören, zu erobern. Ich merkte aber schnell, dass sie sehr schwierig ist. Sie lehnte Nähe und Liebe absolut ab und knallte mir ein paar Mal Dinge an den Kopf, mit denen sie andere stets rechtzeitig in die Flucht getrieben hatte. Ich liess ihr ihre Freiheit.
Trotzdem wollte ich nochmal lieben. Ich bin so überzeugt davon, dass ich es kann und auch brauche, jemanden zu lieben. Und daraus entstand irgendwann Zuneigung, die ich ihr unermüdlich zeigte. Irgendwann konnte sie es annehmen geliebt zu werden. Das war der Knackpunkt.
Wie bereits auch schreiberin schrieb: dieses völlig sinnlos abgedrehte rosarote Brille Verliebtsein gelingt mir auch nicht mehr. Es hat etwas anderem Platz gemacht, das viel mehr Zeit braucht, aber auch länger hält und viel intensiver ist ...
 
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  • #46
AW: Zu wählerisch?

Zitat von Kiss_slowly:
Trotzdem wollte ich nochmal lieben. Ich bin so überzeugt davon, dass ich es kann und auch brauche, jemanden zu lieben. Und daraus entstand irgendwann Zuneigung, die ich ihr unermüdlich zeigte. Irgendwann konnte sie es annehmen geliebt zu werden. Das war der Knackpunkt.
Wie bereits auch schreiberin schrieb: dieses völlig sinnlos abgedrehte rosarote Brille Verliebtsein gelingt mir auch nicht mehr. Es hat etwas anderem Platz gemacht, das viel mehr Zeit braucht, aber auch länger hält und viel intensiver ist ...

Finde ich auch für mich einen (den?) Knackpunkt: dass es Zeit und 'Raum' gibt, dass sich was zwischen zwei Menschen entwickeln kann.
Die Erwartungen im Zusammenhang mit der Online-Daterei (oder genauer: die Erwartungen, von denen ich denke, dass viele sie haben) finde ich extrem stressig. Ein- oder zweimal Treffen - und danach schon so viel über die andere Person bzw. über sich und das eigene Interesse an der anderen Person 'wissen' sollen, dass man entscheiden kann, ob der/die andere 'partnerschaftskompatibel' ist.
Auch der bei der Profilberatung häufiger gegebene Ratschlag, man möge doch genau(er) schreiben, was für eine Beziehung man sich vorstelle und wie ein potenzieller Partner idealerweise zu sein habe widerspricht meiner Meinung nach dieser Entwicklungs-Idee.

Hast Du Deine Partnerin online 'gefunden'?
 
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  • #47
AW: Zu wählerisch?

Zitat von delfin 1988:
@kiss_slowly

Freut mich, dass Du dich verliebt hast. Ich erinnere mich an einen langen Post von Dir, da warst Du noch in dem eine-nach-der-anderen-Stadium. Das klang gar nicht gut. Alles Gute weiter.

Hallo delfin,

Ja, das müsste vor ungefähr einem Jahr gewesen sein. Der Thread war zur Bestandsaufnahme und Reflexion gedacht. Der Sinn dahinter war, alles ein wenig zu durchleuchten und allenfalls etwas zu ändern, was mir dann ja auch gelang.
Ich jammere ungern ohne etwas zu ändern ...
 

iceage

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  • #48
AW: Zu wählerisch?

Willkommen im Club ;)

wie hier schon mehrfach geäußert, tritt bei mir eine Art 9-Monats-Sympton schon seit Jahren zu Tage. Tolle Frauen, tolle Zeit, aber nach ein paar Monaten wird's mühsam. Will wirklich die Vernunft siegen lassen, sage mir, dass ich nicht überheblich sein soll, dankbar welch tolle Frau mir (alten Hund ;)) Zuneigung entgegenbirngt - auch sind bei mir die Ängste da, dass ich wohl allein enden werde und Überheblichkeit vor dem Fall kommt - aber es kommt der Punkt, da sprudelts einfach aus mir raus und ich höre mich sagen - tut mir Leid, aber ....

Wenn ihr das Mittel findet, dass demütig macht, dann bitte eine Ampulle für mich reservieren ...
 
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  • #49
AW: Zu wählerisch?

Zitat von Verärgert:
Finde ich auch für mich einen (den?) Knackpunkt: dass es Zeit und 'Raum' gibt, dass sich was zwischen zwei Menschen entwickeln kann.
Die Erwartungen im Zusammenhang mit der Online-Daterei (oder genauer: die Erwartungen, von denen ich denke, dass viele sie haben) finde ich extrem stressig. Ein- oder zweimal Treffen - und danach schon so viel über die andere Person bzw. über sich und das eigene Interesse an der anderen Person 'wissen' sollen, dass man entscheiden kann, ob der/die andere 'partnerschaftskompatibel' ist.
Auch der bei der Profilberatung häufiger gegebene Ratschlag, man möge doch genau(er) schreiben, was für eine Beziehung man sich vorstelle und wie ein potenzieller Partner idealerweise zu sein habe widerspricht meiner Meinung nach dieser Entwicklungs-Idee.

Hast Du Deine Partnerin online 'gefunden'?

Die Zeit, welche man miteinander verbringt ist eigentlich das schwierige beim Onlinedating. Sie fehlt an allen Ecken und Enden. Doch wie soll man jemanden kennenlernen innerhalb weniger stunden? Nicht umsonst einstehen viele Partnerschaften unter Arbeitskollegen. Wer kennt das nicht: der Kollege oder die Kollegin ist erst einmal nicht das, was man sich als potentiellen Partner vorstellen könnte. Doch man verbringt jeden Tag miteinander, lernt sich und seine Angewohnheiten kennen und plötzlich sieht es ganz anders aus ...

Für mich war klar, dass ich dranbleiben muss. Dass ich sehr lange durchhalten muss und es gab auch einige deftige Rückschläge. Doch aus den letzten Jahren war ich recht abgehärtet und bin auch sonst nicht sehr empfindlich. Zeit war letztendlich die Lösung ...

Ich habe sie mehr oder weniger online kennengelernt. Ihre Schwester war auf der Suche und sie sassen zusammen vor PS, als mein Profil auftauchte. Ihre Schwester fand es schrecklich, aber meine neue Partnerin fand es spannend und so kam eins zum anderen. Ihre Schwester mag mich inzwischen auch. Es braucht eben alles seine Zeit ;-)
 

equinox

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  • #50
AW: Zu wählerisch?

Zitat von Verärgert:
.... Ein- oder zweimal Treffen - und danach schon so viel über die andere Person bzw. über sich und das eigene Interesse an der anderen Person 'wissen' sollen, dass man entscheiden kann, ob der/die andere 'partnerschaftskompatibel' ist.
Nein, vergiss es, das ist Aberglaube. Aber du hast vielleicht das Gefühl, nach einem oder zwei Treffen einfach noch mehr wissen zu wollen, die andere Person intensiver, näher kennen lernen zu wollen. Weil du den anderen auf- und anregend findest und er dich auch. Und je nach Offenheit und Interessen der Beteiligten finden sie sich dann erstmal zusammen auf Kulturevents oder beim Italiener an der Ecke oder in einem Edel-Resto oder bei einem Waldspaziergang oder im Bett oder ... wieder. Reihenfolge offen. Und wenn das nach einigen Wochen immer noch aufregend und spannend ist, dann und erst dann macht es Sinn, die Frage der längerfristigen Partnerschaftskompatibilität etwas näher zu beleuchten.

Zitat von Verärgert:
Auch der bei der Profilberatung häufiger gegebene Ratschlag, man möge doch genau(er) schreiben, was für eine Beziehung man sich vorstelle und wie ein potenzieller Partner idealerweise zu sein habe widerspricht meiner Meinung nach dieser Entwicklungs-Idee.
Das in einem Profil zu erläutern, halte ich auch für ausgemachten Blödsinn. Aber es gibt bestimmt ängstliche Menschen, die vorab eine Art "Ernsthaftigkeitszertifikat" von anderen haben möchten. Die dürften allerdings mit ihrem Vertrauen auf solcherlei Garantieerklärungen häufiger eine Bauchlandung hinlegen oder Schlimmeres. Zweifellos sollten beide wissen, was und wen sie wollen, was sie sich vorstellen (können). Aber was daraus wird - das Ganze ist immer mehr als die bloße Summe seiner Teile - und bei einer Beziehung sollte man schon auf's Ganze gehen.
 
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  • #51
AW: Zu wählerisch?

Zitat von iceage:
wie hier schon mehrfach geäußert, tritt bei mir eine Art 9-Monats-Sympton schon seit Jahren zu Tage. Tolle Frauen, tolle Zeit, aber nach ein paar Monaten wird's mühsam. ....

Wenn ihr das Mittel findet, dass demütig macht, dann bitte eine Ampulle für mich reservieren ...

Ja, ich erinnere mich...
Wenn ich mich richtig erinnere, hast du erzählt, du würdest am Anfang sehr sehr viel investieren an Zuneigung um dann irgendwann festzustellen, es kommt zu wenig zurück..
Heute schreibst du aber von "demütig" sein - als würdest du plötzlich einen anderen Blick auf deine Partnerin werfen, anspruchsvoller und kritischer und dass es dann nicht reicht.

Ist das neu oder nur zwei Seiten einer Medaille ? Für mich klingt es nicht so, als wärst du grundsätzlich zu wählerisch. Dann würdest du dich ja vielleicht gar nicht erst einlassen.
Für mich klingt es so, als würde dir das Umswitchen von der Verliebtheit in den Alltag nicht gelingen. Kann das sein ?
 

anka

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  • #52
AW: Zu wählerisch?

Danke dir erst einmal, für die ausführliche und interessante Antwort!

Zitat von Kiss_slowly:
Hallo anka,

An der gleichen Einstellung lag es sicher nicht. Wir sind extrem verschieden. Sie hatte sich darauf eingerichtet, dass es bis zu ihrem Lebensende so weitergehen würde: keine Liebe, keine Verpflichtungen.
Für mich war es eher, einmal mehr, der Reiz einen solch schwierigen Menschen zu betören, zu erobern. Ich merkte aber schnell, dass sie sehr schwierig ist. Sie lehnte Nähe und Liebe absolut ab und knallte mir ein paar Mal Dinge an den Kopf, mit denen sie andere stets rechtzeitig in die Flucht getrieben hatte. Ich liess ihr ihre Freiheit.
Trotzdem wollte ich nochmal lieben. Ich bin so überzeugt davon, dass ich es kann und auch brauche, jemanden zu lieben. Und daraus entstand irgendwann Zuneigung, die ich ihr unermüdlich zeigte. Irgendwann konnte sie es annehmen geliebt zu werden. Das war der Knackpunkt.

Ich würde gern noch etwas nachfragen:
Woher wusstest du/ was gab dir Anlass anzunehmen, dass es wirklich nicht an mangelndem Interesse ihrerseits lag?

Ich frage, weil mich das Thema gerade persönlich anspricht.

Ein früherer guter Freund hatte lange Zeit ähnliche (?) Ambitionen und war der Überzeugung, wenn er lange genug wartet, würde sich schlussendlich eine Beziehung zwischen uns entwickeln (ich muss anmerken, dass ich auch eher der "schwierige", freiheitsliebende Mensch bin). Er blieb aber für mich der gute Freund, weil mein Bauchgefühl von Beginn an ein Veto eingelegt hatte. (Wie es sich später allerdings herausstellte, sehr berechtigt. Da zeigten sich dann Charakterzüge, die er lange Zeit vor mir verborgen hatte, um ein "gutes Bild" abzugeben.)

Momentan bin ich in dieser Position, weil mich ein Mann nachhaltig interessiert, der (derzeit) noch "bindungsunwilliger" ist als ich. Da ich ihn sehr mag, bin ich eigentlich ambitioniert, noch ein bisschen "dran zu bleiben". Aber manchmal kommen durchaus auch Zweifel auf.

Daher interessiert mich deine Antwort sehr.

Zitat von Kiss_slowly:
Wie bereits auch schreiberin schrieb: dieses völlig sinnlos abgedrehte rosarote Brille Verliebtsein gelingt mir auch nicht mehr. Es hat etwas anderem Platz gemacht, das viel mehr Zeit braucht, aber auch länger hält und viel intensiver ist ...

Das klingt wirklich gut. Freut mich für dich, dass es sich so positiv entwickelt hat und entwickelt!
 

iceage

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  • #53
AW: Zu wählerisch?

Zitat von Schreiberin:
Ja, ich erinnere mich...
Wenn ich mich richtig erinnere, hast du erzählt, du würdest am Anfang sehr sehr viel investieren an Zuneigung um dann irgendwann festzustellen, es kommt zu wenig zurück..
Heute schreibst du aber von "demütig" sein - als würdest du plötzlich einen anderen Blick auf deine Partnerin werfen, anspruchsvoller und kritischer und dass es dann nicht reicht.

Ist das neu oder nur zwei Seiten einer Medaille ? Für mich klingt es nicht so, als wärst du grundsätzlich zu wählerisch. Dann würdest du dich ja vielleicht gar nicht erst einlassen.
Für mich klingt es so, als würde dir das Umswitchen von der Verliebtheit in den Alltag nicht gelingen. Kann das sein ?

Grundsätzlich hast du recht, zweit Seiten ein und der selben Medaille. "demütig" war eher spitz gegen mich selbst gemeint, also nicht zu anspruchsvoll zu sein. Einerseits, vielleicht im Vorfeld bei der Auswahl, andererseits in der Beziehung, dem "es passt doch nicht" mehr Zeit und Raum zu geben. Dein"Umswitchen" trifft es wahrscheinlich genau. Einserseits, dem ausgehungert sein nach Liebe nicht ungebremst nachzugeben und andererseits, dann in eine geregelte Zweisamkeit hinüber zu geleiten. Eine Beziehung zu finden, wie die Gemeinsamkeiten verbinden und die Unterschiede nicht trennend empfunden werden ... können.
 
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  • #54
AW: Zu wählerisch?

Zitat von anka:
Danke dir erst einmal, für die ausführliche und interessante Antwort!



Ich würde gern noch etwas nachfragen:
Woher wusstest du/ was gab dir Anlass anzunehmen, dass es wirklich nicht an mangelndem Interesse ihrerseits lag?

Ich frage, weil mich das Thema gerade persönlich anspricht.

Ein früherer guter Freund hatte lange Zeit ähnliche (?) Ambitionen und war der Überzeugung, wenn er lange genug wartet, würde sich schlussendlich eine Beziehung zwischen uns entwickeln (ich muss anmerken, dass ich auch eher der "schwierige", freiheitsliebende Mensch bin). Er blieb aber für mich der gute Freund, weil mein Bauchgefühl von Beginn an ein Veto eingelegt hatte. (Wie es sich später allerdings herausstellte, sehr berechtigt. Da zeigten sich dann Charakterzüge, die er lange Zeit vor mir verborgen hatte, um ein "gutes Bild" abzugeben.)

Momentan bin ich in dieser Position, weil mich ein Mann nachhaltig interessiert, der (derzeit) noch "bindungsunwilliger" ist als ich. Da ich ihn sehr mag, bin ich eigentlich ambitioniert, noch ein bisschen "dran zu bleiben". Aber manchmal kommen durchaus auch Zweifel auf.

Daher interessiert mich deine Antwort sehr.



Das klingt wirklich gut. Freut mich für dich, dass es sich so positiv entwickelt hat und entwickelt!

Was der Anlass war das zu glauben? Wir hatten durch Zufall ein erstes Date das schon wirklich aussergewöhnlich war. Davon abgesehen ging es sehr lange und wir lieben es beide sarkastisch zu sein. Für sie ist der Sarkasmus eine erste Prüfung, ob ihr jemand standhalten kann. Es war unheimlich lustig weil wir beide Vollgas gaben.

Danach war sie erst einmal ein paar Wochen weg und ich hatte die Sache schon abgeschrieben. Sie wollte sich nach Rückkunft wieder melden, womit ich gar nicht rechnete. War nicht schlimm, denn ich hatte noch andere Optionen ;-)
Sie meldete sich jedoch noch am Tag ihrer Ankunft. Und das war für mich bereits der Startschuss. Ich rätsle nicht Monate herum, wer was wie wo meint. Es gibt völlig eindeutige Zeichen, wie dieses. Es folgten noch ein paar Dates, kochen und backen bei mir zu Hause.

Sie kehrte aber immer wieder ihre Freiheitsliebe heraus und dass sie keine Beziehung will, weil ihr die sonst abhanden käme (ich denke bei dir geht es in eine ähnliche Richtung?). Diese Freiheitsding knallte sie mir immer wieder um die Ohren. Wir kamen uns jedoch immer näher und körperlich passte es auch extrem gut. Es war also durchaus Interesse da. Ich musste ihr nur den Zahn ziehen, dass sie ihre Freiheit nicht verliert, nur weil sie das erste mal in ihrem Leben eine Beziehung eingeht.

Das erforderte monatelange Geduld. Ich gab ihr ihre Freiheit. Traf sie ausschliesslich wenn sie das wollte. Doch irgendwann riss mir der Geduldsfaden und ich musste einen Schritt weitergehen. Hop oder Top war die Devise. Und es hat geklappt. Seitdem sind wir ein glückliches Paar und sie kann sich etwas anderes als in einer Beziehung zu sein gar nicht mehr vorstellen. Sie ist extrem ehrlich und authentisch und somit glaube ich ihr das auch.

Es gibt immer Zeichen, ob Mann/Frau interessiert ist und die sind nicht so schwer zu deuten. Man muss sie einfach akzeptieren und nicht heulen, wenn es nicht klappt sondern einfach weitermachen. Irgendwann kommt die richtige. Auch wenn es, wie bei mir, 6 Jahre dauert ...

Würde Dir noch gerne mehr schreiben, aber ich möchte den Thread nicht dafür missbrauchen ...
 

koelner

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  • #55
AW: Zu wählerisch?

Zitat von Kiss_slowly:
.... ich hatte die Sache schon abgeschrieben...

Sie kehrte aber immer wieder ihre Freiheitsliebe heraus und dass sie keine Beziehung will, weil ihr die sonst abhanden käme ...

Das erforderte monatelange Geduld. Ich gab ihr ihre Freiheit. Traf sie ausschliesslich wenn sie das wollte. ...

@Kiss_slowly - Hut ab! Das erfordert eine Menge an Kraft und Toleranz, zumindest wenn man nicht gleichfalls locker "freiheitsliebend" durchs Liebesleben geht (was ich mal bei Dir nicht annehme, da Du sie ja dann irgendwann auch schlußendlich "gefordert" hast)...

Freut mich zu lesen, ich hätte ggf. einen ähnlichen Fall aufzuweisen, aber bin aufgrund meiner Gefühle wohl bei weitem nicht so "geduldig"...

Lieben Gruß
koelner
 

anka

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  • #57
AW: Zu wählerisch?

Zitat von Kiss_slowly:
Was der Anlass war das zu glauben? Wir hatten durch Zufall ein erstes Date das schon wirklich aussergewöhnlich war. Davon abgesehen ging es sehr lange und wir lieben es beide sarkastisch zu sein. Für sie ist der Sarkasmus eine erste Prüfung, ob ihr jemand standhalten kann. Es war unheimlich lustig weil wir beide Vollgas gaben.

Danach war sie erst einmal ein paar Wochen weg und ich hatte die Sache schon abgeschrieben. Sie wollte sich nach Rückkunft wieder melden, womit ich gar nicht rechnete. War nicht schlimm, denn ich hatte noch andere Optionen ;-)
Sie meldete sich jedoch noch am Tag ihrer Ankunft. Und das war für mich bereits der Startschuss. Ich rätsle nicht Monate herum, wer was wie wo meint. Es gibt völlig eindeutige Zeichen, wie dieses. Es folgten noch ein paar Dates, kochen und backen bei mir zu Hause.

Sie kehrte aber immer wieder ihre Freiheitsliebe heraus und dass sie keine Beziehung will, weil ihr die sonst abhanden käme (ich denke bei dir geht es in eine ähnliche Richtung?). Diese Freiheitsding knallte sie mir immer wieder um die Ohren. Wir kamen uns jedoch immer näher und körperlich passte es auch extrem gut. Es war also durchaus Interesse da. Ich musste ihr nur den Zahn ziehen, dass sie ihre Freiheit nicht verliert, nur weil sie das erste mal in ihrem Leben eine Beziehung eingeht.

Ja, es geht in eine ähnliche Richtung. Freiheitsliebe gepaart mit wenig (emotionaler) Kompromissbereitschaft. Gar nicht so leicht, da das passende Pendant zu finden!
Aber...

Zitat von Kiss_slowly:
Das erforderte monatelange Geduld. Ich gab ihr ihre Freiheit. Traf sie ausschliesslich wenn sie das wollte. Doch irgendwann riss mir der Geduldsfaden und ich musste einen Schritt weitergehen. Hop oder Top war die Devise. Und es hat geklappt. Seitdem sind wir ein glückliches Paar und sie kann sich etwas anderes als in einer Beziehung zu sein gar nicht mehr vorstellen. Sie ist extrem ehrlich und authentisch und somit glaube ich ihr das auch.

Es gibt immer Zeichen, ob Mann/Frau interessiert ist und die sind nicht so schwer zu deuten. Man muss sie einfach akzeptieren und nicht heulen, wenn es nicht klappt sondern einfach weitermachen. Irgendwann kommt die richtige. Auch wenn es, wie bei mir, 6 Jahre dauert ...

... wie an deinem Beispiel gut zu erkennen ist, lohnt es sich dran zu bleiben und den Glauben nicht zu verlieren. Schöne Entwicklung, zwischen euch beiden!

Zitat von Kiss_slowly:
Würde Dir noch gerne mehr schreiben, aber ich möchte den Thread nicht dafür missbrauchen ...

Ich hätte auch gerne noch mehr dazu von dir gelesen. Aber ich kann auch mit dem, was du mir hier bislang geschrieben hast, schon einiges anfangen. Danke dafür!

P.S.: Ich weiß nicht, weswegen du operiert wurdest und ob es passend ist, aber trotzdem: Gute Besserung!
 
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