_Salome_

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  • #1

Zu wählerisch?

Liebe Foristen,

ich frage mich nach gewissen sich wiederholenden Erfahrungen mit netten, gut aussehenden, charakterlich einwandfreien Herren mit Herz und Verstand, ob ich nicht etwas falsch mache.

Ich habe in den letzten Jahren immer mal wieder Männer kennen gelernt, die vollkommen in Ordnung waren. Wirklich ok, mehr als ok.
Das waren Männer, die sich für mich ernsthaft interessiert haben, sich in mich verliebt haben, mit mir eine Zukunft haben wollten. Nicht aus Mangel an anderen Optionen, sondern weil sie tatsächlich MICH wollten.
Ich wiederum hatte alle diese Männer aufrichtig gern, war an ihnen und ihrem Leben interessiert, habe mich sehr gut mit ihnen verstanden, hatte mit allen immer eine schöne Zeit, habe mich auch irgendwie zu ihnen hingezogen gefühlt und war auch in zwei Fällen geneigt, es einfach mal zu probieren - obwohl sich gewisse Gefühle einfach nicht einstellten oder nur kurzfristig.
Hat natürlich nur ein paar Wochen gedauert, bis bei mir der Punkt erreicht war, an dem ich nicht mehr konnte, weil ich mich einfach nicht in sie verliebt habe und nicht gefühlt habe, daß es tatsächlich passen könnte.
Es ist nicht so, daß ich die "große Liebe" suche und schon gar nicht jemanden, der "perfekt" ist - ganz im Gegenteil.
Ich brauche allerdings schon wenigstens dieses "das ist es!"-Gefühl, damit ich bei jemandem bleiben will und kann - vorausgesetzt, alles andere passt auch, wie es mit den erwähnten Herren auch der Fall war.

Ich frage mich allmählich, ob ich meine Haltung und Einstellung korrigieren muss. Ob ich mich nicht einfach mal dazu "entscheiden" kann, mit einem Mann zusammen zu sein, obwohl mein Bauchgefühl mir davon abrät.
Klingt schräg, aber ich habe allmählich Angst, irgendwann allein, partner- und kinderlos dazustehen, weil mir anscheinend niemand "gut genug" war und ich vergeblich jemanden gesucht habe, der neben einem hervorragenden Gesamtpaket an "Menschsein" auch noch Gefühle in mir auslöst.
Vielleicht ist das einfach zu viel verlangt? Muss ich einfach lernen, mich mit jemandem zu "arrangieren", auch wenn ich die emotionale Seite vernachlässigen muss? Hoffen, daß sich Gefühle doch noch nach einiger Zeit einstellen?

Habt ihr da Erfahrungen, ähnliche Probleme?

Viele Grüße,
Salome
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:

aria

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  • #2
AW: Zu wählerisch?

du sprichst mir aus der seele, mir gehts ganz genau so! im letzten halben jahr hab ich mehrere ganz liebe männer kennengelernt, die mich offensichtlich wirklich gern hatte und sich auch in mich verliebt hatten. aber dieses "den will ich!"-Gefühl wollte sich einfach nicht einstellen. ich hab die kontakte dann auch abgebrochen, weil ich immer ein schlechtes gewissen hatte, nicht das zu fühlen was ich eigentlich "sollte".
für mich ist klar, dass ich aber genau das empfinden will! deswegen sitz ich das jetzt aus und harre der dinge, die da wohl noch kommen müssen ;-)

lg
aria
 

Santasi

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  • #3
AW: Zu wählerisch?

Hallo Salome,

die Frage kannst letztendlich nur du selbst beantworten. Man kann sich sicherlich nicht zur Liebe zwingen, man kann nur die Tür aufmachen und sie hereinbitten.

Wie alt bist du? Wie sind deine Beziehungserfahrungen und -Erwartungen?

Ich persönlich glaube nicht an den großen Knall und dass es dann Rosen für den Rest des Lebens regnet. Und ich glaube, dass wir immer wieder im Leben an einen Punkt kommen, an dem wir uns entscheiden müssen zu springen. Wenn du Kinder haben möchtest, ist die Zeit ja begrenzt...
Ich habe meine Ehe- und Familienerfahrung gesammelt und wünsche mir jetzt einen Partner für die "zweite Hälfte" - ich stelle fest, dass die Auswahl und die Angebote mit zunehmendem Alter weniger werden. Dessen solltest du dir bewusst sein.
Für mich ist Liebe etwas, das wachsen muss. Es gilt, sich auf einen Menschen einzulassen und ihn so kennenzulernen, wie er ist. Natürlich muss da etwas sein, das das Interesse weckt und Gemeinsamkeiten bildet. Aber im Laufe dieser Entwicklung kann sich doch ein tiefes Gefühl bilden, das lässt sich meiner Meinung nach am Anfang nicht überblicken.

Liebe Grüße
Santasi
 
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  • #4
AW: Zu wählerisch?

Liebe Salome

Bei mir ist es nicht unähnlich. Aber ich denke, das liegt am Alter. Ich bin jetzt 45 und hab in meinem Leben schon einige Erfahrungen sammeln können.
Ich habe Männer kennenglernt, auch bei PS, und jeder von ihnen hatte Eigenschaften die ich geliebt habe, Fähigkeiten von denen ich profitiert habe. Ich hab aus jeder Beziehung etwas Positives mitnehmen dürfen.

Wenn man dann den nächsten Mann kennenlernt, hat der wieder positive Eigenschaften, aber so wie die anderen auch, eben auch Defizite. Und darum passt vielleicht keiner perfekt.

Wir wissen schon zu genau, was wir wollen und was nicht. Wir bringen gewisse Verhaltensweisen mit Erinnerungen aus unserem Leben in Verbindung und ziehen die Notbremse.
Ein junges Mädchen, verliebt sich einfach frisch drauflos. Denkt nicht groß nach, sondern spürt nur. Macht erst die ganzen Erfahrungen und kann noch nicht so viele Vergleiche anstellen. Es will nur Liebe und Spass und geht nicht im Kopf die ganze +/- Liste durch.

Die Männer um uns herum haben ebenso wie wir Altlasten und sind ebenso wie wir nicht perfekt. Aber den perfekten Menschen gibt es nicht.
Vielleicht sollten wir weniger im Kopf und mehr im Herzen sein, dann ginge vieles leichter.

Wir suchen doch alle nur Liebe, oder?

Schöne Weihnachtstage wünscht dir Sternthaler
 

Gulliver

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  • #5
AW: Zu wählerisch?

Hallo Salome!
Meine Partnerin ist perfekt, in jeder Hinsicht. Zumindest sehe ich das so. Sie selbst sieht das eh nicht so wie ich. Vielleicht denkt sie sich, dass ich mich ihr an den Hals werfe, wenn ich sie zu sehr idealisiere, vielleicht vermeint sie, mir das auch zurückgeben zu müssen, was sie aber vielleicht nicht will oder nicht kann. Wer weiß? Vielleicht habe ich ja viele Schwächen und sie sieht gnädig darüber hinweg?

Ich werde ihr irgendwann die Freude machen und sie etwas kritischer betrachten. Noch habe ich aber nicht das Bedürfnis dazu.
 

LunaLuna

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  • #6
AW: Zu wählerisch?

Zitat von _Salome_:
Klingt schräg, aber ich habe allmählich Angst, irgendwann allein, partner- und kinderlos dazustehen, weil mir anscheinend niemand "gut genug" war und ich vergeblich jemanden gesucht habe, der neben einem hervorragenden Gesamtpaket an "Menschsein" auch noch Gefühle in mir auslöst.
Vielleicht ist das einfach zu viel verlangt? Muss ich einfach lernen, mich mit jemandem zu "arrangieren", auch wenn ich die emotionale Seite vernachlässigen muss? Hoffen, daß sich Gefühle doch noch nach einiger Zeit einstellen?

Ich würde die emotionale Seite nicht vernachlässigen. Wenn sich etwas in Dir gegen eine Beziehung wehrt, kann das meiner Meinung nach nicht gut sein.
Was mich hellhörig macht, ist das "hervorragende Gesamtpaket an Menschsein". Gab es denn Männer, bei denen der emotionale Teil für Dich gestimmt hat, das Gesamtpaket aber nicht hervorragend war? Könntest Du dort Kompromisse machen?

Ich kenne einen Menschen, der ein ähniches Problem hat wie Du, inzwschen die Mitte des Lebens überschritten hat und fast schon verzweifelt an seinem Dilemma.
 

PEA209

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  • #7
AW: Zu wählerisch?

Das ist an und für sich nicht Deine Schuld und Du bist auch nicht zu wählerisch. Dass sich keine Gefühle entwickeln, liegt daran, dass die Herren Dich quasi vergöttern, sich regelmäßig melden und alles für Dich tun würden, weil sie verliebt sind. Und fast jeder Mann hat in seinem Leben die schmerzhafte Erfahrung gemacht, dass das für Frauen nicht super sexy ist.

Wundert mich, dass es in der mittleren Altersklasse noch offensichtlich viele gibt, die das nicht wissen.
 

_Salome_

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  • #8
AW: Zu wählerisch?

Vielen Dank für eure Antworten.

Es geht nicht darum, "großzügig über etwas hinwegzusehen", was mich eventuell stört oder ich vermisse. Das ist selbstverständlich. Ich will auch niemanden, der in jeder Hinsicht "perfekt" für mich ist - ich wüßte auch nicht, was das sein sollte. Ganz im Gegenteil suche ich auch eher Menschen mit Ecken und Kanten, bei denen nicht alles glatt und harmonisch ist usw.
Ich will einfach nur einen Mann, bei dem ich bleiben möchte und der auch will, daß ich bleibe. Ich verstehe halt nicht, warum ich seit Jahren keine Gefühle für die in Frage kommenden Herren entwickeln kann; vorher war das weniger problematisch. Ok, vielleicht war man da echt noch jünger.

Vielleicht ist dieser Punkt, daß man inzwischen ziemlich genau weiß, was man will und nicht will, wer oder was einem gut tut und was nicht, vielleicht tatsächlich der Knackpunkt.
Nur... ich habe immer versucht, offen, ohne alte Beziehungsangstphantasmen und ohne so eine Art "Schablone" von Vorerfahrungen, Prägungen, Abneigungen, ... im Kopf an diese Männer heranzutreten. Hat nicht funktioniert.

Dieses "hervorragende Gesamtpaket an Menschsein" kann sich ja vielfältig zusammensetzen und was das betrifft, stelle ich noch nicht mal exorbitant hohe Forderungen. Die Männer, mit denen es emotional gepasst hat, hatten dieses "Gesamtpaket" natürlich auch alle auf unterschiedlichste Weise und nein, das war für mich nicht ausschlaggebend. Wenn ich etwas an ihnen gefunden hatte, was mich "angefixt" hat, war mir der "Gesamtkatalog" (oh man, wie das klingt) nicht so wichtig.
Nur... die Männer, die etwas in mir auslösen, interessieren sich offenbar wiederum nicht für mich und diejenigen, mit denen ich sozusagen "seelenverwandt" bin und mit denen sonst auch alles passt, kann ich offenbar nicht lieben.

Klar, wir wollen alle geliebt werden und lieben, verstehen und verstanden werden.
Lässt sich irgendwie lernen, einen Menschen mehr mit dem Herzen zu sehen, auch wenn sich Widerstände emotionaler Art auftun?
 

_Salome_

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  • #9
AW: Zu wählerisch?

An PEA:

Mag sein. Kann aber nicht sein. Ich fand es nie "unsexy", wenn ein Mann mir deutlich zu verstehen gegeben hat, daß er auf mich steht und an mir interessiert ist. Ich sehe nichts Schlechtes dadran, freigiebig und offen mit seinen Gefühlen und Wünschen umzugehen. Es ist auch nicht so, daß diese Männer mich "vergöttert" hätten und vor lauter rosaroter Schlieren vor den Augen die Realität nicht mehr erkennen.
Daran liegt es meiner Meinung nach nicht.
 
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  • #10
AW: Zu wählerisch?

@Salome

Erst einmal finde ich es bewundernswert, dass Du nicht zu irgendeinem "Ja" sagst, nur, um einen Partner zu haben und damit Deine Wünsche erfüllt zu sehen. Vielleicht braucht es einen, an dem Du dir die "Zähne ausbeißen" musst? Nur weil es viele nette Männer gibt, muss keiner zum Verlieben dabei sein.

Wie luna luna kenne ich auch einen Mann Ende 40, der, seit sich seine Frau von ihm getrennt hat, das Verlieben nicht mehr hinbekommt. Obwohl er jede Menge Chancen hat.
Hast Du eine Enttäuschung hinter Dir?
 

Elsbeth

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  • #11
AW: Zu wählerisch?

Eindeutig: Ja, genau das kenne ich auch. Und ich glaube auch nicht, dass es anders wäre, wenn die Männer sich nicht so schnell "offenbaren" würden - das weckt vielleicht anfangs erstmal Interesse, aber wenn man eine Ebene weiter ist, spielt das m.E. keine Rolle mehr. Wohl aber, ob sich das Gefühl einstellt oder nicht. Ich dachte auch schon darüber nach, mich einfach irgendwann auf einen der "Netten" einzulassen, bis bei einem auf einmal doch das Gefühl dazukam (Ja, esgeht also doch noch!). Leider ist es (von ihm aus) dann doch nichts geworden, aber ich habe gemerkt, dass es das Gefühl noch gibt und ich für weniger auch nicht bereit bin. Also fühl Dich in guter Gesellschaft :).
 

LunaLuna

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  • #12
AW: Zu wählerisch?

Zitat von PEA209:
Das ist an und für sich nicht Deine Schuld und Du bist auch nicht zu wählerisch. Dass sich keine Gefühle entwickeln, liegt daran, dass die Herren Dich quasi vergöttern, sich regelmäßig melden und alles für Dich tun würden, weil sie verliebt sind. Und fast jeder Mann hat in seinem Leben die schmerzhafte Erfahrung gemacht, dass das für Frauen nicht super sexy ist.

Wundert mich, dass es in der mittleren Altersklasse noch offensichtlich viele gibt, die das nicht wissen.

Das kann daran liegen, dass diese Regel nicht für alle Frauen gilt. Was soll daran nicht sexy sein, wenn man Verliebtheit / Liebe / Begehren zum Ausdruck bringt?

Welches Verhalten wäre Deiner Meinung nach "super sexy"?
 

LunaLuna

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  • #13
AW: Zu wählerisch?

Zitat von _Salome_:
Klar, wir wollen alle geliebt werden und lieben, verstehen und verstanden werden.
Lässt sich irgendwie lernen, einen Menschen mehr mit dem Herzen zu sehen, auch wenn sich Widerstände emotionaler Art auftun?

Was verstehst Du unter "Widerstände emotionaler Art"? Ich würde "mit dem Herzen sehen" und "emotional" als verwandte Wahrnehmungsbereiche ehen - aber Du meinst vermutlich etwas anderes.
 

Satjamira

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  • #14
AW: Zu wählerisch?

Liebe Salome,

das du dir die Frage so stellt, nicht ob du wohl wählerisch, sondern ob du "zu" wählerisch bist, mag da etwas dran sein.

Mir scheint du sucht etwas was in dir zu finden ist.
Dafür braucht es tatsächlich nicht den perfekten Mann sondern die Bereitschaft sich
einzulassen und dafür muss etwas in uns bereit dafür sein. Wenn man ihm begegnet, egal ob total verliebt, ob Schmetterlinge im Bauch oder ob man ein plötzliches Gefühl der Geborgenheit empfindet man weiss, dass man einander gefunden habt. Deine Aussage ob man lernen muss/kann mit dem Herzen zu sehen, kann ich für mich mit Ja beantworten, wenn die Beziehung nicht rein praktischer Art sein soll.

Für mich sind die Augen der Ausdruck der Seele. Ich mag auch Männer mit Ecken und Kanten, ich möchte das Gefühl haben dass mein Herz aufgeht wenn ich in seine Augen schaue, ich will mich darin zu Hause fühlen.
So habe ich meinen Mann "gefunden" 20 Jahre waren wir zusammen, habe ich ihn geliebt (egal was war) , bis er mir nicht mehr in die Augen schauen konnte. Klingt vielleicht seltsam aber so war es.
Ich würde nach wie vor sagen, er war meine grosse Liebe, mit der Betonung auf war. Jede nächste Liebe war anderes, neu, doch hat den Stürmen nicht lange standgehalten.

Mein Vater hatte ein Kriterium bevor er sich entschieden hat. Er sagte. Ich muss mir vorstellen können, dass ich auch noch in 20 Jahren glücklich wäre neben dieser Frau aufzuwachen. Sie waren 45 Jahre verheiratet und er war über 30 als er sie traf.

In dir muss schon ein Ja sein, das du hörst oder fühlst. Letztendlich ist es ein Ja zu dir selbst, unabhängig ob ein Partner da ist oder nicht.
 

Nettmann

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  • #15
AW: Zu wählerisch?

Hallo Salome,
ich hoffe, dein Nickname lässt Befürchtungen nicht auftreten, dass es den Männern in deiner Historie geht, wie dem Menschen, der auf eine Namensträgerin desselben Namens traf...
Ich habe aber schon ein wenig die Befürchtung, dass da einige kopflos zurückgelassen wurden und mitunter nicht verstanden haben, was da passiert ist. Hast du da irgendwann die Tür zugeschlagen, den Sack (mit dem Kopf drin) zugemacht oder ihnen noch erklärt, dass es keine Anklage gegen sie gab sondern sie dummerweise hingerichtet wurden, weil dir zwar bekannt war, dass du nicht mit dir im Reinen bist, es aber mal wieder versuchen wolltest, ob ein weiterer den Prozess vielleicht übersteht?
Entschuldige die harten Worte. Ich möchte nicht über dich urteilen, möchte die Fixierung in deinen Gedanken, die mir etwas sehr auf dir und deiner Verletzlichkeit, zeigt, etwas lösen. Als Mensch auf eine Person zu treffen, die mit einem eine gute Zeit verbringt, die man liebt, die positiv auf einen reagiert, ist nicht alltäglich. Man wendet Energie auf, hat das Gefühl, dass die Energie auch wieder zurückfließt, beginnt sich mit dem Gedanken anzufreunden, jetzt jemand passendes gefunden zu haben und dann das.
Ich frage mich - die Frage stand eigentlich schon im Raum - wie alt du bist. Ich frage mich, ob du die Männer daran teilhaben lässt, dass du bereits mehrere "abgesägt hast", einen ehrlichen Umgang damit pflegst - dir und ihnen gegenüber. Ich frage mich, ob dein Verhalten ein wenig die hier schon oft angesprochene "Katalogmentalität" wiederspiegelt, es könne ja noch ein besseres Exemplar kommen. Ich denke, das ist aber auch eine der Fragen, die du dir selbst stellst. Hast du darüber schon mit Freunden gesprochen?

Ich hoffe für dich, dass dir ein Öffnen irgendwann wieder möglich ist.

Nettmann
 

Else

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  • #16
AW: Zu wählerisch?

Zitat von _Salome_:
Muss ich einfach lernen, mich mit jemandem zu "arrangieren", auch wenn ich die emotionale Seite vernachlässigen muss? Hoffen, daß sich Gefühle doch noch nach einiger Zeit einstellen?

Welche Gefühle sollen sich denn einstellen? Schmetterlinge, Bauchflattern? Oder ein Gefühl von geborgen sein, angenommen sein, Wärme und Sympathie für den Anderen?
 

anka

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  • #17
AW: Zu wählerisch?

Zitat von Nettmann:
Ich habe aber schon ein wenig die Befürchtung, dass da einige kopflos zurückgelassen wurden und mitunter nicht verstanden haben, was da passiert ist. Hast du da irgendwann die Tür zugeschlagen, den Sack (mit dem Kopf drin) zugemacht oder ihnen noch erklärt, dass es keine Anklage gegen sie gab sondern sie dummerweise hingerichtet wurden, weil dir zwar bekannt war, dass du nicht mit dir im Reinen bist, es aber mal wieder versuchen wolltest, ob ein weiterer den Prozess vielleicht übersteht?

Ziemlich klare Ansage für einen "Nettmann". Vllt. ist etwas Wahres daran, aber doch sehr einseitig. Was kann sie dafür, wenn sie sich nicht verliebt? Ist doch menschlich und nachvollziehbar, dass sie weiter "probiert". Dass sie an sich zweifelt, weil es mit den Gefühlen nicht klappt, schreibt sie ja selbst schon.

Zitat von Nettmann:
Als Mensch auf eine Person zu treffen, die mit einem eine gute Zeit verbringt, die man liebt, die positiv auf einen reagiert, ist nicht alltäglich. Man wendet Energie auf, hat das Gefühl, dass die Energie auch wieder zurückfließt, beginnt sich mit dem Gedanken anzufreunden, jetzt jemand passendes gefunden zu haben und dann das.

Ich nehme erstmal an, ihr ist durchaus bewusst, dass sie die interessierten Männer damit verletzt und enttäuscht.

Zitat von Nettmann:
Ich frage mich, ob du die Männer daran teilhaben lässt, dass du bereits mehrere "abgesägt hast", einen ehrlichen Umgang damit pflegst - dir und ihnen gegenüber.

Meinst du ernsthalt, das würde etwas daran ändern?
Ich kenne Männer (mehr als einen), die gerade das reizen würde. "Bisher hat sie halt den Richtigen nicht gefunden, aber die kennt mich ja auch noch nicht." Denen müsste das Risiko dann zumindest bewusst sein.
 

anka

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  • #18
AW: Zu wählerisch?

Hallo Salome,

ich finde viele Beiträge, die hier bereits stehen sehr gut. Zwei Dinge fallen mir ergänzend noch ein:

1. Mir sagte mal eine sehr viel ältere Dame (> 80) zum Thema Partnersuche, dass dies die schwierigste Aufgabe im Leben sei. Es gäbe halt nur sehr wenige, auf die man "wirklich abfährt" - lustig, diese Worte aus dem Mund einer Ü80-Dame zu hören, aber sie sind hängengeblieben!
2. Habe mal mit einem guten Freund über die unterschiedlichen "Rangehensweisen" an die Partnersuche bei Männern und Frauen diskutiert. Er sagte, dass die Männer tendentiell erstmal denken: "Warum die nicht?", während die Frauen erstmal denken: "Warum gerade der?" Gibt auch Befunden dazu, es scheint was daran zu sein (was da alles mit reinspielt, ist natürlch wesentlich komplexer; das lasse ich mal außen vor). Das macht zumindest verständlich, warum der Pool pot. Partnerinnen für die Männer größer ist.

Darüber hinaus kann es sicherlich nicht schaden, mal mit Abstand auf die eigenen Muster und Befürchtungen zu blicken!

Liebe Grüße und alles Gute.
 
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  • #19
AW: Zu wählerisch?

Zitat von _Salome_:
Ich frage mich allmählich, ob ich meine Haltung und Einstellung korrigieren muss. Ob ich mich nicht einfach mal dazu "entscheiden" kann, mit einem Mann zusammen zu sein, obwohl mein Bauchgefühl mir davon abrät.
Klingt schräg, aber ich habe allmählich Angst, irgendwann allein, partner- und kinderlos dazustehen, weil mir anscheinend niemand "gut genug" war und ich vergeblich jemanden gesucht habe, der neben einem hervorragenden Gesamtpaket an "Menschsein" auch noch Gefühle in mir auslöst.
Vielleicht ist das einfach zu viel verlangt? Muss ich einfach lernen, mich mit jemandem zu "arrangieren", auch wenn ich die emotionale Seite vernachlässigen muss? Hoffen, daß sich Gefühle doch noch nach einiger Zeit einstellen?

Habt ihr da Erfahrungen, ähnliche Probleme?

Viele Grüße,
Salome

Tja Salome,

Ich habe einige Frauen kennengelernt, denen es so ging wie Dir. Erst letztes Jahr bin ich einer begegnet, die sehr schnell auf die Tube drückte. Es wurden 5 traumhafte Monate. Es war nicht die grosse Liebe für mich aber es hat vieles gepasst. Von jetzt auf gleich, nach einem weiteren traumhaften Tag, machte sie Schluss: es wären keine 100%.
Ich habe bis heute nicht verstanden, wer diese 100% festlegt oder wertet. Doch immer nur wir selbst oder nicht?
Ich nehme mich auch selbst nicht aus. Nachdem ich vor 6 Jahren das erste so richtig geliebt habe und es zu Ende war, landete ich hier. Nun - nach 14 Affairen und unzähligen One Night Stands hatte ich auch geglaubt mich nie mehr verlieben zu können. Ich habe mich eben immer arrangiert und es ohne Liebe laufen lassen. Warum auch nicht, wenn alles gut ist ansonsten?

Als ich letztes Jahr meine jetzige Partnerin kennenlernte, war es erstmal schwierig. Ich war so in meinem Affairen-Fahrwasser, dass ich da eigentlich auch nicht mehr rauswollte. Sie war zu dem Zeitpunkt aus ähnlichem Holz geschnitzt, hatte sie es doch 10 Jahre lang so getrieben ...

Es passte im Sommer immer noch gut und ich wartete mittlerweile verzweifelt darauf, dass sich Gefühle einstellen. Es kam nicht. Auch bei ihr nicht.
Doch plötzlich kam es bei uns beiden. Völlig überraschend und es wird immer stärker ...

Was ich eigentlich sagen wollte: ich denke, dass es irgendwann kommt, wenn man auf den/die richtige trifft. Bis dahin darf man sich auch einfach arrangieren, wenn alles weitere passt. Wir sind schliesslich alle keine 20 mehr ;-)
 

Nettmann

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  • #20
AW: Zu wählerisch?

Zitat von anka:
Ziemlich klare Ansage für einen "Nettmann". Vllt. ist etwas Wahres daran, aber doch sehr einseitig. Was kann sie dafür, wenn sie sich nicht verliebt? Ist doch menschlich und nachvollziehbar, dass sie weiter "probiert". Dass sie an sich zweifelt, weil es mit den Gefühlen nicht klappt, schreibt sie ja selbst schon.
@Anka:
Sorry, aber das, was Salome da schreibt ist erst mal einseitig von ihr geschrieben. Klar, ihre Frage zielte dahin, ob der "Fehler" bei ihr liegt. Sie geht auch nicht die Männer an, die sie kennen gelernt hat, sucht nicht den Fehler, das Problem bei ihnen. Dennoch finde ich wichtig, sich auch der "Verantwortung" gegenüber den "Opfern" bewusst zu sein.

Zitat von anka:
Ich nehme erstmal an, ihr ist durchaus bewusst, dass sie die interessierten Männer damit verletzt und enttäuscht.
@Anka:
Kein Wort hierzu gelesen...

Zitat von anka:
Meinst du ernsthalt, das würde etwas daran ändern?
Ich kenne Männer (mehr als einen), die gerade das reizen würde. "Bisher hat sie halt den Richtigen nicht gefunden, aber die kennt mich ja auch noch nicht." Denen müsste das Risiko dann zumindest bewusst sein.

Ich weiß es nicht, ob ich dann das "Risiko" eingehen würde. Ich weiß es aber auch nicht, ob damit nicht ein späteres Scheitern leichter zu verstehen wäre. Ich weiß auch nicht, ob es ein Ansporn wäre. Dennoch wäre ein Verhalten, den Mann quasi aus dem Off abzuservieren bei der umgekehrten Konstellation ein Grund für einen Empörungsaufschrei hier.
Ich will hier, wie ich auch geschrieben habe, Salome nicht verurteilen. Manchmal hilft aber auch ein Perspektivwechsel, um auf ganz andere Gedanken zu kommen.

@Salome:
Vielleicht ist es hilfreich einmal darüber nachzudenken, was deine "Basics" sind.
Was empfindest du als unabdingbar für eine Partnerschaft?
Was für Vorstellungen hast du von einem Partner.
Was soll er dir erfüllen?
Was möchtest du einem Partner geben?
Was sind NoGos? (Im Verhalten, Äußeren,...)

Vielleicht hilft dir dies herauszufinden, ob du (aus Angst) eventuell bei einer Beziehung immer weitere Kriterien "erfindest" oder höher priorisierst. Klar, das hilft dir nicht unbedingt bzgl. den Gefühlen. Eventuell kannst du aber ein Muster herauslesen (im Rückblick), was für Punkte letztlich den Ausschlag gegeben haben, "Stop!" zu sagen, die Beziehung zu beenden. War es bei besonders schönen Erlebnissen, die du für die Zukunft befürchtet hast, in einer Partnerschaft zu verlieren, nicht mehr zu erleben?
War es besondere Nähe, zu der du dich nicht in der Lage sahest, sie zu ertragen. Vielleicht gibt es Männer, die auch erst mal langsam "an die Sache herangehen" wollen oder auch nur weniger eng an dir sein wollen. Ich habe auch eine Beziehung abgebrochen, in der ich das Gefühl bekam, zu ersticken.
Wie hörte deine letzte "erfolgreiche" Beziehung auf, warum?

Nettmann
 

artistin

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  • #21
heine .. dem bricht das herz entzwei

ja, manchmal gibt es durststrecken.
aber bei den passenden merken wir es schon ..

weiterleben! (ohne groß zu suchen)
;-)
 

Nettmann

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  • #22
AW: Zu wählerisch?

Offen bleiben!

Nettmann
 

koelner

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  • #23
AW: Zu wählerisch?

@Nettmann... stimme Deinen Gedankengängen uneingeschränkt zu... aber sind wir Männer nicht mal wieder viel zu nüchtern-analytisch in dieser Angelegenheit?

lieben Gruß
koelner
 

suzanne

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  • #24
AW: Zu wählerisch?

@Nettmann:
Dein «offen bleiben!» finde ich nun sehr verstörend. Die TE war stets offen und genau das hast Du ihr vorgeworfen, weil dadurch einige Männerköpfe auf der Strecke blieben.

Wie ist Dein Sinneswandel nun zu begründen? Ich kann es jedenfalls nicht nachvollziehen.

@Salome:
Ich glaube, im Post von Satjamira steckt eine Menge Wahrheit: Vielleicht suchst Du tatsächlich etwas in den Herren, was Du in Dir selbst finden musst.
 

anka

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  • #25
AW: Zu wählerisch?

Zitat von Nettmann:
@Anka:
Sorry, aber das, was Salome da schreibt ist erst mal einseitig von ihr geschrieben. Klar, ihre Frage zielte dahin, ob der "Fehler" bei ihr liegt. Sie geht auch nicht die Männer an, die sie kennen gelernt hat, sucht nicht den Fehler, das Problem bei ihnen. Dennoch finde ich wichtig, sich auch der "Verantwortung" gegenüber den "Opfern" bewusst zu sein.

Was genau meinst du damit, sich der "Verantwortung" ggü. den Opfern bewusst zu sein?
Sie hat es beendet, als sie merkte, dass sie sich nicht verliebt, davor hatten beide eine schöne Zeit.
Was genau findest du daran verantwortungslos? Was hätte sie anders machen sollen?

Zitat von Nettmann:

Ja, du hast recht, da steh nichts Explizites dazu. Das habe ich in dem Kontext gesehen, dass sie ihr eigenes Verhalten versucht zu reflektieren und durch eigene Befürchtungen dazu motiviert ist. Finde ich soweit legitim.

Denkst du, sie ist deshalb kaltschnäuzig und es kommt gar nicht an sie heran, wie es dem Mann damit geht?
Hatte ich so erstmal nicht angenommen.

Zitat von Nettmann:
Ich weiß es nicht, ob ich dann das "Risiko" eingehen würde. Ich weiß es aber auch nicht, ob damit nicht ein späteres Scheitern leichter zu verstehen wäre. Ich weiß auch nicht, ob es ein Ansporn wäre. Dennoch wäre ein Verhalten, den Mann quasi aus dem Off abzuservieren bei der umgekehrten Konstellation ein Grund für einen Empörungsaufschrei hier.

Woher wissen wir, auf welche Art und Weise sie es beendet hat?

Zitat von Nettmann:
Ich will hier, wie ich auch geschrieben habe, Salome nicht verurteilen. Manchmal hilft aber auch ein Perspektivwechsel, um auf ganz andere Gedanken zu kommen.

Okay, das Motiv kann ich nachvollziehen.
 

anka

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  • #27
AW: Zu wählerisch?

Zitat von Kiss_slowly:
Als ich letztes Jahr meine jetzige Partnerin kennenlernte, war es erstmal schwierig. Ich war so in meinem Affairen-Fahrwasser, dass ich da eigentlich auch nicht mehr rauswollte. Sie war zu dem Zeitpunkt aus ähnlichem Holz geschnitzt, hatte sie es doch 10 Jahre lang so getrieben ...

Es passte im Sommer immer noch gut und ich wartete mittlerweile verzweifelt darauf, dass sich Gefühle einstellen. Es kam nicht. Auch bei ihr nicht.
Doch plötzlich kam es bei uns beiden. Völlig überraschend und es wird immer stärker ...

Mich würde es interessieren, was euch beide - trotz der fehlenden Gefühle - motiviert hat, am Ball zu bleiben?
Denkst du es klappte auch deshalb, weil ihr in dieser Hinsicht eine ähnliche Einstellung hattet?

Viele Grüße
Anka
 

Nettmann

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  • #28
AW: Zu wählerisch?

Zitat von suzanne:
@Nettmann:
Dein «offen bleiben!» finde ich nun sehr verstörend. Die TE war stets offen und genau das hast Du ihr vorgeworfen, weil dadurch einige Männerköpfe auf der Strecke blieben.
...
.

Hallo Suzanne,
mit offen bleiben meinte ich an der Stelle, einfach nur, dem zu folgen, was Artistin im Beitrag vorher geschrieben hatte. Das nicht verkrampft suchen. Eine Bestätigung der Aussage. War vermutlich etwas zu kurz gehalten.

Bzgl. des Vorwurfs habe ich das weniger als Vorwurf betrachtet (ich gehe nicht von böser Absicht aus, sondern davon, dass es möglicherweise - auch das habe ich geschrieben, da sie sich dazu nicht geäußert hat - passiert ist), sondern um ihr aufzuzeigen, wie ihr Verhalten angekommen sein könnte. Manchmal ist man sich dessen nicht so bewusst und man hat selbst schon ähnliches Verhalten erlebt und spielt nun das dadurch sozusagen angelernte Verhalten anderer(!) ab. Manchmal ist dies damit der Schlüssel zum eigenen Verhalten.

Nettmann
 

Nettmann

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  • #29
AW: Zu wählerisch?

Zitat von anka:
...
Denkst du, sie ist deshalb kaltschnäuzig und es kommt gar nicht an sie heran, wie es dem Mann damit geht?
Hatte ich so erstmal nicht angenommen.
-
Nein, das denke ich nicht! Ich denke schon, dass sie es fühlt. Ich habe zu meiner Motivation für die Aussage inzwischen noch einmal Stellung genommen.

Zitat von anka:
Woher wissen wir, auf welche Art und Weise sie es beendet hat?
Touche, auch ich habe hier mehr hineingelesen, was sie so nicht geschrieben hat.

Nettmann