Lucy

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  • #1

Zu "krasse" Vorstellungen an eine Beziehung?

Hallo Expertenteam & Forumsmitglieder,

Ich habe folgendes Problem, über das ich nun schon längere Zeit nachdenke:
Ich hatte eine sehr schöne Beziehung. Es ist alles gut gelaufen, wir haben zusammen gekocht, sind in den Kurzurlaub gefahren, haben einfach nur DVD geschaut, sind in der Stadt spazieren gegangen etc. etc. Bis es zu einer bestimmten Situation kam:

Wir konnten uns drei Wochen nicht sehen (1. Woche wegen meines Berufes, 2. Woche wegen einer Influenza, 3. Woche beruflicher Alltag beider). Das folgende Wochenende, wäre dann wieder unseres gewesen.
Mein Partner hat - kurz nachdem wir zusammen gekommen sind - begonnen, ziemlich intensiv ein Hobby auszuüben. Nennen wir das Hobby einfacher weise "Modellflugzeuge bauen".
Ich stellte mir vor, an diesem besagten Wochenende einen schönen Samstag mittag/nachmittag in der Stadt zu verbringen und den Abend auf der Couch ausklingen zu lassen. Mein Partner wollte lieber auf eine "Modellflugzeug-Börse" gehen. Und das fast den ganzen Tag (das Hobby war ein anderes, nur schreibe ich dies aus Gründen der Anonymität nicht. Mit diesem Hobby konnte ich nichts anfangen und wäre auch absolut nicht in der Lage gewesen daran teilzunehmen). So weit die Erklärung der Umstände.

Ich fühlte mich dadurch benachteiligt und wie das 5. Rad am Wagen. Das machte mich ziemlich traurig, ich wünschte mir jemanden, der in schweren Zeiten (oh ja, es war eine schwere und anstrengende Zeit) zu mir hält und mir vor allem physisch und psychisch beisteht. Ich sagte meinem Partner, dass es mir lieb wäre, wenn er mich früher besuchen käme, weil wir uns so lange nicht mehr gesehen habe und ich sehr gerne Zeit mit ihm verbringen würde. Da stieß ich auf Abneigung gegenüber meiner Bitte.

Generell wurde dies in einem Gespräch thematisiert. Er sagte, dass dies sein Leben sei und er persönlich - das ginge auch alles andere an - nicht zurück stecken würde. Da zerbrach eine metaphorische Glasscheibe. Zu Beginn hatte ich einen ganz anderen Eindruck, wie ER dem gegenüber steht....Die Illusion war zerstört.

Ich beendete die Beziehung sehr schnell, seinerseits kein Einlenken, weil ich mit dieser Einstellung in Bezug auf eine gute und vollkommene Beziehung nicht weiter fortfahren konnte.

Meine Fragen:

- Ist diese Anforderung an einen geliebten Partner so abwegig? Ich würde sofort Hobbys, Treffen mit Freunden, ja sogar eine Familienfeier früher verlassen oder gar absagen, wenn mein Partner mich braucht. Und da würde ich auch nicht auf einer Skala des aktuellen Befindens bewerten, ob es denn wirklich nötig sei, vorbei zukommen.

- Wie ist dies bei anderen Männern, wie denkt Ihr darüber?

- Möchte man nicht so viel Zeit wie möglich mit seinem Partner verbringen? Man sagt es doch bei Verliebten so...

Entschuldigt bitte die lange Nachricht. Das beschäftigt mich aber schon sehr lange. Eigentlich unterschreibe ich dahingehend meine Einstellung und finde sie nicht überzogen. Aber trotzdem frage ich mich, ob ich Ihn hätte deswegen gehen lassen sollen. Auf der anderen Seite, wäre es auf Dauer auch nichts geworden, es würde Ärger & Wut aufgestaut etc. etc.

Ich freue mich über sämtliche Antworten!

Viele Grüße,

Lucy
 

t.b.d.

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  • #2
AW: Zu "krasse" Vorstellungen an eine Beziehung?

Du würdest deine Freunde, deine Interessen und sogar dich selbst verraten nur weil dein Kerl mit den Fingern schnippst?
Du willst einen Partner der alles zurück stellt und getroffene Vereinbarungen nicht einhält etc., weil du grad einmal Zeit für ihn hast? Das finde ich krass.
 

iceage

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  • #3
AW: Zu "krasse" Vorstellungen an eine Beziehung?

Es ist aufgrund deiner Schilderung nicht leicht abzuschätzen, wie extrem die Situation wirklich war. Grundsätzlich ist es für eine dauerhafte Beziehung wichtig, dass die Frau und der Mann sich einen selbstbestimmten Bereich erhält und ganz wichtig auch diesen für den Partner bekannt macht.

Natürlich neigen Männer da schon ein wenig (oder auch viel ;)) zu übertreiben. Wir Männer haben schon das Talent Hobbies ausarten zu lassen. Frauen neigen hingegen dazu, die Beziehung oder sogar den Mann als lebenserfüllendes "Hobby" anzusehen.

Der vernünftige Mann lässt sich seinen Wahnsinn von der Frau (regelmäßig) auf ein erträglichens Maß herunterholen. Die moderne Frau pflegt auch in einer Beziehung ihre Interessen weiter - so sollte eigentlich genug Raum für persönliches in einer Beziehung bleiben und nur mehr der Randbereich Diskussionen auslösen, was letztendlich leichter aufzulösen ist.

Willst du wirklich eine Beziehung, wo wirklich nur die Beziehung, nur die gemeinsamen Interessen, Hausbauen, Kinderkriegen, Urlaubfahren, Kinogehen, ... vorhanden sind? Wird das nicht ziemlich schnell langweilig, wenn der Andere nichts mehr zum Einbringen hat?

Ich persönlich habe mich immer sehr gefreut, wenn eine Partnerin sich für meine Welt interessiert hat - musste jetzt gar nicht aktiv daran teilgenommen haben, aber war schon schön, wenn ich am Abend nach Hause gekommen bin, und meine geliebte Partnerin hat interessiert gelauscht und Fragen gestellt ...
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:

Lucy

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  • #4
AW: Zu "krasse" Vorstellungen an eine Beziehung?

Zitat von t.b.d.:
Du würdest deine Freunde, deine Interessen und sogar dich selbst verraten nur weil dein Kerl mit den Fingern schnippst?
Du willst einen Partner der alles zurück stellt und getroffene Vereinbarungen nicht einhält etc., weil du grad einmal Zeit für ihn hast? Das finde ich krass.

Danke für deine Antwort. Leider bringst du damit kaum Input zu meinen Fragen. Schade! Aber kurz zur Erklärung: Nein, ich verlange nicht, dass mein Partner ALLES zurück stellt. Ich wünsche mir einen Zusammenhalt, auch in schwierigen Zeiten (wobei es ja auch in diesem Thread ging). Und nochmal: Hier möchte ich, dass mich mein Partner physisch und psychisch unterstützt. Telefonate zwischen Tür und Angel kann ich hier nicht gebrauchen. Und zu der Sache mit der Finger-Schnipserei: Wenn mein Liebster sagt: Komm doch bitte, ich brauch dich. Dann bin ich da. Wenn er dahingegend sagt: Kommst du bitte jetzt, aber fahr in zwei Stunden wieder, weil ich da was anderes vor habe (was das Schnipsen jetzt krass verdeutlicht), mache ich mir auch meine Gedanken.

Ich habe schon viel in diesem Forum gelesen und ich finde manche Ratschläge sehr gut, andere hingegen sind ziemlich überzogen...Danke aber!
 

Lucy

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  • #5
AW: Zu "krasse" Vorstellungen an eine Beziehung?

Zitat von iceage:
Es ist aufgrund deiner Schilderung nicht leicht abzuschätzen, wie extrem die Situation wirklich war. Grundsätzlich ist es für eine dauerhafte Beziehung wichtig, dass die Frau und der Mann sich einen selbstbestimmten Bereich erhält und ganz wichtig auch diesen für den Partner bekannt macht.

Natürlich neigen Männer da schon ein wenig (oder auch viel ;)) zu übertreiben. Wir Männer haben schon das Talent Hobbies ausarten zu lassen. Frauen neigen hingegen dazu, die Beziehung oder sogar den Mann als lebenserfüllendes "Hobby" anzusehen.

Der vernünftige Mann lässt sich seinen Wahnsinn von der Frau (regelmäßig) auf ein erträglichens Maß herunterholen. Die moderne Frau pflegt auch in einer Beziehung ihre Interessen weiter - so sollte eigentlich genug Raum für persönliches in einer Beziehung bleiben und nur mehr der Randbereich Diskussionen auslösen, was letztendlich leichter aufzulösen ist.

Willst du wirklich eine Beziehung, wo wirklich nur die Beziehung, nur die gemeinsamen Interessen, Hausbauen, Kinderkriegen, Urlaubfahren, Kinogehen, ... vorhanden sind? Wir das nicht ziemlich schnell langweilig, wenn der Andere nichts mehr zum Einbringen hat?

Ich persönlich habe mich immer sehr gefreut, wenn eine Partnerin sich für meine Welt interessiert hat - musste jetzt gar nicht aktiv daran teilgenommen haben, aber war schon schön, wenn ich am Abend nach Hause gekommen bin, und meine geliebte Partnerin hat interessiert gelauscht und Fragen gestellt ...

Hallo und auch vielen lieben Dank für deine AW, die ich übrigens sehr schätze! Es war teilweise schon ein "Wahnsinn". Bis dahin habe ich das auch so nie erlebt. Seine Mutter sagte mal zu mir "es muss alles immer sehr akribisch gemacht werden".....Ich konnte ihr irgendwann zustimmen. Habe versucht mich damit anzufreunden und ihn auch danach gefragt, wie es gelaufen ist etc. Anfangs. Irgendwann wurde es ziemlich extrem: Ich war ne halbe Stunde im Bad, schon wieder hing er an seinem Hobby - das musste ja dann auch schon fertig gemacht werden. Mir schmerzt es einfach, wenn man sich so selten sehen kann (beiderseitig!) und nicht dann wenigstens versucht, die wenige Zeit die einem bleibt gut und gerne miteinander verbringt.....Naja, wie gesagt, es ging in meinem Thread ja um diese Extremsituation, die mir eindeutig gezeigt hat, wie da die Meinungen auseinander gehen können. Habe auch meine Hobbies, aber wenn mein Liebling da ist, ist er da und dann kümmere ich mich auch um ihn und lass ihn nicht allein da sitzen und auf schönes Wetter warten...Ich hoffe, das beantwortet auch die Frage zu der Eintönigkeit ("Interessen, Hausbauen, Kinderkriegen, Urlaubfahren, Kinogehen"). Das war so gar nicht. Es blieb immer Freiraum für seine Hobbies, ihr dürft das nicht so sehen, als hätte ich es ihn nicht gerne machen lassen....Wie gesagt, Extremsituation --> Einstellung etc.

Dauert jetzt bestimmt, bis meine Nachricht veröffentlicht wird, bin noch neu!

Danke!
 

dialogues

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  • #6
AW: Zu "krasse" Vorstellungen an eine Beziehung?

Zitat von Lucy:
Wir konnten uns drei Wochen nicht sehen (1. Woche wegen meines Berufes, 2. Woche wegen einer Influenza, 3. Woche beruflicher Alltag beider). Das folgende Wochenende, wäre dann wieder unseres gewesen.
Hallo Lucy,

vorweg, ich kann auch beide verstehen, bzw. versuche beide Seiten zu verstehen.
Einige Fragen tauchten bei mir auf, euer ungefähres Alter, wer war krank und die Dauer eurer Beziehung.

Traurig finde ich, dass eine -wie es sich liest- innige Beziehung so rasch beendet wird ohne wirklich zu versuchen den anderen zu verstehen. Vielleicht hatte auch er sich ein wenig zurückgesetzt gefühlt (ich vermute die ersten beiden Wochen kam deinetwegen kein Treffen zustande).

Möglicherweise ging es auch gar nicht nur um dieses besagte Wochenende, sondern du spürst da bereits ein wenig mehr. Habt ihr seit der Trennung nochmals das Gespräch gesucht?
 

Lucy

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  • #7
AW: Zu "krasse" Vorstellungen an eine Beziehung?

Zitat von dialogues:
Hallo Lucy,

vorweg, ich kann auch beide verstehen, bzw. versuche beide Seiten zu verstehen.
Einige Fragen tauchten bei mir auf, euer ungefähres Alter, wer war krank und die Dauer eurer Beziehung.

Traurig finde ich, dass eine -wie es sich liest- innige Beziehung so rasch beendet wird ohne wirklich zu versuchen den anderen zu verstehen. Vielleicht hatte auch er sich ein wenig zurückgesetzt gefühlt (ich vermute die ersten beiden Wochen kam deinetwegen kein Treffen zustande).

Möglicherweise ging es auch gar nicht nur um dieses besagte Wochenende, sondern du spürst da bereits ein wenig mehr. Habt ihr seit der Trennung nochmals das Gespräch gesucht?

Hallo! Danke vorab für die lieben Worte. Das tut mir ganz gut! Ich bin 23J., er ist knappe 30J. Wir haben leider kein Gespräch mehr geführt. Habe schon etwas länger das Gefühl gehabt, dass da ein bisschen was falsch läuft. Oft versucht das Thema anzuschneiden, leider hab ich gemerkt, dass er darauf ziemlich allergisch reagiert und es dann wieder gelassen. Es gab überhaupt ein paar Situationen - aus meiner Sicht lapidare Dinge - in denen er dann wieder fahren wollte...D.h. weglaufen vor unangenehmen Situationen. Für mich war dieses Hobby eine Art Flucht vor dem Alltag....Was mir auch sehr leid tut.

Naja, er hat mich ziemlich schnell aus seinem Leben gelöscht, betreffend die gesamte Bandbreite an Informations Technologie und RL (wie sich das hier so nennt :) ). Eigentlich bin ich auch kein Fan von schnellen Trennungen, ich für meinen Teil sagte ihm, dass ich dann schließlich versuchen müsse, selbst damit zu Recht zu kommen. Aber ich sagte auch, dass ich nicht weiß, ob ich in der Lage dazu bin. Nun ja, habe es versucht, aber es hat von meiner Seite aus nicht funktioniert. Wie gesagt, es zerbrach die metaphorische Glasscheibe....Leider, denn es war eine sehr schöne Beziehung. Aber für mich unmöglich, da noch weiter ein Zukunftsdenken zu empfingen. Hmm...
 

Lucy

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  • #8
AW: Zu "krasse" Vorstellungen an eine Beziehung?

Achso, entschuldige - etwas vergessen. Erst fing er an zu kränkeln, zwei Tage später war ich dann furchtbar krank geworden...Sorry!
 

dialogues

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  • #9
AW: Zu "krasse" Vorstellungen an eine Beziehung?

Zitat von Lucy:
Hallo! Danke vorab für die lieben Worte. Das tut mir ganz gut! Ich bin 23J., er ist knappe 30J. Wir haben leider kein Gespräch mehr geführt. Habe schon etwas länger das Gefühl gehabt, dass da ein bisschen was falsch läuft. Oft versucht das Thema anzuschneiden, leider hab ich gemerkt, dass er darauf ziemlich allergisch reagiert und es dann wieder gelassen. Es gab überhaupt ein paar Situationen - aus meiner Sicht lapidare Dinge - in denen er dann wieder fahren wollte...D.h. weglaufen vor unangenehmen Situationen. Für mich war dieses Hobby eine Art Flucht vor dem Alltag....Was mir auch sehr leid tut.

Naja, er hat mich ziemlich schnell aus seinem Leben gelöscht, betreffend die gesamte Bandbreite an Informations Technologie und RL (wie sich das hier so nennt :) ). Eigentlich bin ich auch kein Fan von schnellen Trennungen, ich für meinen Teil sagte ihm, dass ich dann schließlich versuchen müsse, selbst damit zu Recht zu kommen. Aber ich sagte auch, dass ich nicht weiß, ob ich in der Lage dazu bin. Nun ja, habe es versucht, aber es hat von meiner Seite aus nicht funktioniert. Wie gesagt, es zerbrach die metaphorische Glasscheibe....Leider, denn es war eine sehr schöne Beziehung. Aber für mich unmöglich, da noch weiter ein Zukunftsdenken zu empfingen. Hmm...
Hallo Lucy,

danke für deine offene Antwort.
Ich glaube du hast dir damit deine Fragen (du kennst euch beide am allerbesten, vor allem dich) selbst beantwortet. Das Wochenende war der Auslöser, der Grund ist wo anders zu suchen. Intensive Hobbies können auch Flucht sein.

Und selbst wenn du total "überreagiert" hättest, ein Mann der eine -für sich- wirklich gute Beziehungszeit mit dir hinter sich hat, ein Mann der dich von Herzen mag, der hätte dich nicht einfach so ziehen lassen. Ich bin eine der ihre Hobbies sehr wichtig sind, wenn mich ein Partner oder Freund braucht und dies sogar in Worte kleidet dann bin ich da, vor allem wenn ich meinen Partner schon lange nicht gesehen habe.

Ausser .......

Tut mir leid Tina.
 

Lucy

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  • #10
AW: Zu "krasse" Vorstellungen an eine Beziehung?

Zitat von dialogues:
Hallo Lucy,

danke für deine offene Antwort.
Ich glaube du hast dir damit deine Fragen (du kennst euch beide am allerbesten, vor allem dich) selbst beantwortet. Das Wochenende war der Auslöser, der Grund ist wo anders zu suchen. Intensive Hobbies können auch Flucht sein.

Und selbst wenn du total "überreagiert" hättest, ein Mann der eine -für sich- wirklich gute Beziehungszeit mit dir hinter sich hat, ein Mann der dich von Herzen mag, der hätte dich nicht einfach so ziehen lassen. Ich bin eine der ihre Hobbies sehr wichtig sind, wenn mich ein Partner oder Freund braucht und dies sogar in Worte kleidet dann bin ich da, vor allem wenn ich meinen Partner schon lange nicht gesehen habe.

Ausser .......

Tut mir leid Tina.

Das, was du in den letztens Sätzen geschrieben hast, kann ich auch so unterzeichnen. Man soll seine Hobbies ja gar nicht komplett vernachlässigen, aber .....

Dein "Außer ........." hab ich grade nicht richtig verstanden, aber jetzt. Das könnte natürlich sein.

Jedenfalls würde ich sehr gerne hören, was andere darüber denken. Egal ob m/w, man nimmt ja gerne an und macht sich seine Gedanken darüber.

Ich stelle mir momentan die Frage, ob es Menschen gibt, die diese Denkweise auch vertreten. Falls es so ist, dass ich damit "alleine" da stehe, müsste man sich Gedanken machen, ob das der richtige Weg ist. Ansonsten kann ich die Nadel im Heuhaufen suchen. Bei meiner vorigen Beziehung war es übrigens ähnlich, das ging noch viel weiter...Da war es aber so, dass Außenstehende (Familie, Freunde) sagten, dass man sich unbedingt trennen müsse...Andererseits hatte ich schon Beziehungen, wo es i. d. S. stimmig war.

Vielleicht mag sich noch jmd. äußern?!
 

faraway

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  • #11
AW: Zu "krasse" Vorstellungen an eine Beziehung?

Wie lange wart ihr zusammen?
Du sagst, du bist 23 und sprichst von diversen Beziehungen.
 

Heike

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  • #12
AW: Zu "krasse" Vorstellungen an eine Beziehung?

Ok, dann noch eine Reaktion.
Ich hatte beim Lesen den Eindruck, die Situation sei wie wenn in einer Kennenlernphase deutlich wird, daß man doch nicht miteinander möchte und lieber woanders weiter sucht. Ich lese in deinen Worten über deinen Exfreund weder besondere Wärme oder Innigkeit und Verständnis noch sonderlichen Frust oder Verachtung. Es geht um Vorstellung von Beziehung. Dein Exfreund hat deine Vorstellungen zu wenig erfüllt. Deine Vorstellungen betreffen allgemein eine Partnerschaft, wie du sie dir wünscht. Sie scheinen wenig mit diesem konkreten Menschen zu tun gehabt zu haben. Sein HObby, für ihn offenbar sehr wichtig, kommt für dich nur in Betracht als etwas, was dich nicht interessiert und was du als Flucht beurteilst. Gesprochen habt ihr nicht viel über eure Wünsche und Erwartungen. Du schreibst, das liege an ihm. Das kann ich nicht beurteilen. Ich weiß nur, wie sich das für mich anhört, nämlich so, daß du schreibst: der ist einfach so, der will da halt nicht reden. Punkt. Da spüre ich viel Fremdheit und Unverständnis. Vielleicht will auch gar nicht so viel verstanden werden.
Insofern wundert es mich auch nicht, daß es so schnell auseinandergegangen ist. Von dir aus. Und er dann auch keinen großen Einspruch eingelegt hat.
Von diesem Eindruck her würde ich mich fragen: war das überhaupt eine Partnerschaft, von der da die Rede ist? Hört sich doch alles so an wie in den Threads, wo jemand jemanden neu kennenlernt und dann fragt: hm, soll ich mich näher drauf einlassen? MIt dem Unterschied aber, daß ihr ja schon eine Partnerschaft hattet. Das ist dann auffällig.
Ich denke mir: Hm, kann sein, daß da tatsächlich so wenig ist. Dann ists ok. War nicht viel, relativ leidenschaftslos alles, kein so großes INteresse am jeweiligen Gegenüber selbst, sondern eigentlich nur an einer Partnerschaft, ist halt auseinandergegangen, was solls, woanders gucken. Kann auch sein, daß es doch anders ist und ihr beide nur sehr stolz und/oder ängstlich seit und jeder bestrebt ist so zu tun als sei da nicht viel, obwohl eben doch mehr da ist.
 
W

winzling_geloescht

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  • #13
AW: Zu "krasse" Vorstellungen an eine Beziehung?

Hallo Lucy,

du lernst also jemanden kennen und lieben, ihr geht eine Beziehung ein und erst dann legt eer sich ein Hobby zu, das deinen Interessen überhaupt und ganz und gar nicht entspricht, ist das richtig so? Er hatte vorher damit gar nichts am Hut?

In dieses Hobby, mit dem du dich also überhaupt nicht anfreunden kannst, investiert er zunehmend Zeit. Das natürlich auf Kosten eurer gemeinsamen Zeit, das heßt, während er seine Flugzeuge zusammenbaut um bei deinem Beispiel zu bleiben), beschäftigst du dich anderweitig. Womit? Was hast du in den Wochen zuvor gemacht, wenn er gebastelt hat?

Ihr hattet euch drei Wochen nicht gesehen und ganz offensichtlich völlig verschiedene Auffassungen davon, wie ihr das nun endlich heranrückende gemeinsame Wochenende miteinander verbringen würdet. War diese Messe, die er so gern besuchen wollte, so kurzfristig "anberaumt" worden oder hat er sich erst so kurzfristig entschieden? Ihr habt doch sicher während dieser drei Wochen, die ihr euch nicht sehen konntet, miteinander kommuniziert, oder? Habt ihr da keine gemeinsamen Pläne geschmiedet?

Ich erfrage das, weil ich mir kein so rechtes Bild von dieser Situation machen kann. Ich hatte auch noch keinen Partner, an dessen Hobby ich nicht in irgendeiner Form teilhatte und umgekehrt. Gerade technische Sachen interessieren mich unheimlich, wobei ich jetzt natürlich deinen "Modellbau" vor Augen hab. Auf solch eine Messe wär ich also ganz sicher mitgegangen, aber um Modellbau ging es ja nicht, von daher schwer vorstellbar für mich. Ging es dir an diesem Wochenende irgendwie extrem schlecht und du hättest seine Unterstützung in irgendeiner Frage benötigt, die er dir aber nicht geben wollte? Du merkst schon, für mich ist hier noch vieles offen, bevor ich verstehe oder auch nur erahne, was da gewesen sein könnte. Hilf mir da doch bitte mal ein bissl auf die Sprünge, wenn du kannst.
 

t.b.d.

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  • #14
AW: Zu "krasse" Vorstellungen an eine Beziehung?

Zitat von Lucy:
Danke für deine Antwort. Leider bringst du damit kaum Input zu meinen Fragen. Schade! Aber kurz zur Erklärung: Nein, ich verlange nicht, dass mein Partner ALLES zurück stellt. Ich wünsche mir einen Zusammenhalt, auch in schwierigen Zeiten (wobei es ja auch in diesem Thread ging). Und nochmal: Hier möchte ich, dass mich mein Partner physisch und psychisch unterstützt. Telefonate zwischen Tür und Angel kann ich hier nicht gebrauchen. Und zu der Sache mit der Finger-Schnipserei: Wenn mein Liebster sagt: Komm doch bitte, ich brauch dich. Dann bin ich da. Wenn er dahingegend sagt: Kommst du bitte jetzt, aber fahr in zwei Stunden wieder, weil ich da was anderes vor habe (was das Schnipsen jetzt krass verdeutlicht), mache ich mir auch meine Gedanken.

Ich habe schon viel in diesem Forum gelesen und ich finde manche Ratschläge sehr gut, andere hingegen sind ziemlich überzogen...Danke aber!

In Zeiten wo physischer und psychischer Beistand nötig ist sollten Partner selbstverständlich füreinander da sein. Da hattest aber geschrieben Samstag Mittag/Nachmittag in der Stadt verbringen und den Abend auf der Couch ausklingen lassen. Ich sehe da jetzt den Zusammenhang nicht. Oder meintest du etwas anderes?
 

Lucy

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  • #15
AW: Zu "krasse" Vorstellungen an eine Beziehung?

@ faraway: Ich hatte 4 Beziehungen, davon 2 in denen die Einstellung geteilt wurde, 2 in denen sie dahingegend anscheinend weit auseinander gingen.

@ Heike: Wir waren 1/2 Jahr zusammen. Man kann da schon von Partnerschaft reden. Dass du den Eindruck hast, es wäre alles sehr emotionslos abgelaufen stimmt nicht. Ich kann mich da schriftlich nicht gut ausdrücken bzw. dieses rüberbringen.

@ winzling: Es stimmt, dass er sich das Hobby erst zugelegt hat, als wir zusammen waren. Ich hatte mit Sicherheit in der Kennenlernphase gefragt, ob er etwas derartig intensiv betreibt. Hatte er nicht.

Als er nicht da war, weil er beschäftigt war, habe ich mir manchmal bewusst auf den Tag Arbeit gelegt. Ansonsten habe ich viel gewartet, währenddessen TV gesehen, gelesen, WWW, etc. Das was man eben so macht. Ich wusste auch nicht, wann er kam und war daher auch etwas eingeschränkt, da keinen Hausschlüssel etc und es eigentlich immer ziemlich spät wurde. Für mich war es klar, dass nach dieser ungewollten "Pause" das WE für uns bleibt. Deshalb habe ich nicht groß darüber gesprochen. Er auch nicht.
Die Unterstützung hatte ich sehr dringend nötig. Momentan mache ich schwere Zeiten durch und bin Depressiv.

Ich danke euch für die Antworten, aber irgendwie bekomme ich keine wirklichen Reaktionen auf meine eigentlichen Fragen im Eingangs-Threat (kenntlich gemacht mit 1), 2), 3)) Ich denke es reicht an dieser Stelle, ich hatte auch eigentlich im Expertenteil gefragt, warum meine Frage hier gelandet ist, kann ich nicht sagen. Ich werd mich dann doch an die nette Dame wenden, die mir eh schon mit Rat und Tat zur Seite steht. Ich dachte nur, dass ihr euch vielleicht mal ähnliche Gedanken gemacht habt etc. etc.

Wie gesagt: Herzlichen Dank!
 

Else

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  • #16
AW: Zu "krasse" Vorstellungen an eine Beziehung?

Zitat von Lucy:
Hallo Expertenteam & Forumsmitglieder,


Ich stellte mir vor, an diesem besagten Wochenende einen schönen Samstag mittag/nachmittag in der Stadt zu verbringen und den Abend auf der Couch ausklingen zu lassen. Mein Partner wollte lieber auf eine "Modellflugzeug-Börse" gehen. Und das fast den ganzen Tag (das Hobby war ein anderes, nur schreibe ich dies aus Gründen der Anonymität nicht. Mit diesem Hobby konnte ich nichts anfangen und wäre auch absolut nicht in der Lage gewesen daran teilzunehmen). So weit die Erklärung der Umstände.

Ich fühlte mich dadurch benachteiligt und wie das 5. Rad am Wagen. Das machte mich ziemlich traurig, ich wünschte mir jemanden, der in schweren Zeiten (oh ja, es war eine schwere und anstrengende Zeit) zu mir hält und mir vor allem physisch und psychisch beisteht. Ich sagte meinem Partner, dass es mir lieb wäre, wenn er mich früher besuchen käme, weil wir uns so lange nicht mehr gesehen habe und ich sehr gerne Zeit mit ihm verbringen würde. Da stieß ich auf Abneigung gegenüber meiner Bitte.

Generell wurde dies in einem Gespräch thematisiert. Er sagte, dass dies sein Leben sei und er persönlich - das ginge auch alles andere an - nicht zurück stecken würde. Da zerbrach eine metaphorische Glasscheibe. Zu Beginn hatte ich einen ganz anderen Eindruck, wie ER dem gegenüber steht....Die Illusion war zerstört.

- Möchte man nicht so viel Zeit wie möglich mit seinem Partner verbringen? Man sagt es doch bei Verliebten so...

Ihr habt Euch länger nicht gesehen. Du hattest Vorstellungen vom ersten freien WE. Dein Freund hatte auch Vorstellungen von seinem ersten freien WE seit längerer Zeit.
Wenn es so war, dass diese für Euch beide seit längerem die erste Möglichkeit war, mal wieder Freiräume auch nur für sich zu genießen, dann kann ich den Wunsch Deines Freundes, an diesem WE auch Zeit für sein Hobby zu haben, gut verstehen. Ihr hättet den Abend, die Nacht und auch den nächsten Tag gemeinsam verbringen können. Du hast Dich aber von seinem Wunsch zurückgesetzt gefühlt. Schön wäre es gewesen, ihr hättet gemeinsam einen für beide tragfähigen Kompromiss finden können. Das ist Euch leider nicht gelungen. Wahrscheinlich - so lese ich jedenfalls Deine Schilderung - weil keiner von Euch von seinen Vorstellungen abweichen wollte.
Nun zu Deiner Frage: Möchte man, wenn man verliebt ist, nicht so viel Zeit wie möglich miteinander verbringen? Ja, und nein. Ja, weil man die Nähe des anderen sucht. Nein, weil man sich nur öffnen und auf den anderen einlassen kann, wenn man auch mal Zeit hat, zu sich zu kommen (allein, beim Hobby oder mit seinen eigenen Freunden...). Dieses Bedürfnis nach Zeit für sich nimmt nach meiner Beobachtung mit zunehmenden Alter ebenfalls zu. Da Dein Exfreund 7 Jahre älter ist als Du (und das ist in Deinem Alter schon eine ganze Menge) kann es sein, dass Eure Bedürfnislagen einfach sehr unterschiedlich gewesen sind, und ihr darum nicht auf einen gemeinsamen Nenner gekommen seid.
 

dialogues

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  • #17
AW: Zu "krasse" Vorstellungen an eine Beziehung?

Zitat von Lucy:
Meine Fragen:

- Ist diese Anforderung an einen geliebten Partner so abwegig? Ich würde sofort Hobbys, Treffen mit Freunden, ja sogar eine Familienfeier früher verlassen oder gar absagen, wenn mein Partner mich braucht. Und da würde ich auch nicht auf einer Skala des aktuellen Befindens bewerten, ob es denn wirklich nötig sei, vorbei zukommen.

- Wie ist dies bei anderen Männern, wie denkt Ihr darüber?

- Möchte man nicht so viel Zeit wie möglich mit seinem Partner verbringen? Man sagt es doch bei Verliebten so...
Hallo Lucy, weil du Antworten möchtest:

1. Für mich ist oft der Wurm drinnen sobald man versucht etwas zu "fordern". Ich bin für Menschen die mich brauchen da (wenn ich das Brauchen als solches spüren kann), ich lasse mich allerdings ungern zum Spielball von Fremdbefindlichkeiten (für die ich nichts kann) machen. Die Frage ist im Grunde kaum objektiv zu beantworten.

2. Da muss ich passen.

3. Wenn ich verliebt bin verbringe ich gerne intensiv Zeit mit dem Partner, ständig zusammkleben kann ich mir -vor allem anfänglich- eher nicht mehr vorstellen, ich habe mein Leben in das ich nur langsam einen anderen Menschen lasse. Das hat nicht immer mit mangelnden Gefühlen zu tun. Bin aber doppelt so alt wie du, da wird man in vielem gelassener.
 

Abby

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  • #18
AW: Zu "krasse" Vorstellungen an eine Beziehung?

Zitat von Lucy:
Meine Fragen:

- Ist diese Anforderung an einen geliebten Partner so abwegig? Ich würde sofort Hobbys, Treffen mit Freunden, ja sogar eine Familienfeier früher verlassen oder gar absagen, wenn mein Partner mich braucht. Und da würde ich auch nicht auf einer Skala des aktuellen Befindens bewerten, ob es denn wirklich nötig sei, vorbei zukommen.

- Wie ist dies bei anderen Männern, wie denkt Ihr darüber?

- Möchte man nicht so viel Zeit wie möglich mit seinem Partner verbringen? Man sagt es doch bei Verliebten so...

Entschuldigt bitte die lange Nachricht. Das beschäftigt mich aber schon sehr lange. Eigentlich unterschreibe ich dahingehend meine Einstellung und finde sie nicht überzogen. Aber trotzdem frage ich mich, ob ich Ihn hätte deswegen gehen lassen sollen. Auf der anderen Seite, wäre es auf Dauer auch nichts geworden, es würde Ärger & Wut aufgestaut etc. etc.

Ich freue mich über sämtliche Antworten!

Viele Grüße,

Lucy

Liebe Lucy,

vielleicht erschien deinem Ex- Freund deine Forderung tatsächlich abwegig, bzw. hat er sie als solche überhaupt wahrgenommen?
Vielleicht hat er gar nicht mitgekriegt, dass es dir gerade psychisch schlecht ging. Oder er ist schlichtweg mit dieser Situation überfordert gewesen.
Wenn ihr erst ein halbes Jahr zusammen gewesen seid und euch fast nur am Wo-ende gesehen habt, habt ihr euch beide da schon soooo gut gekannt, dass jeder des anderen Bedürfnisse erkennen konnte?

Wenn du schreibst, du würdest sofort alles liegen und stehen lassen, wenn dein Partner dich braucht, ist das ein Wesenszug von dir.
Aber du solltest nicht grundsätzlich das von deinem Partner erwarten, was du von dir erwartest. Dafür sind nun mal die Menschen verschieden.
Ich persönlich habe z. B. ein super zeit-intensives Hobby, bin 5x pro Woche mindestens 2,5 h damit beschäftigt und mein Partner weiß das und toleriert das, es gab aber schon Partner, bei denen das nicht so war und dann ist meistens die Beziehung gescheitert.

Natürlich möchte man viel Zeit mit einer neuen Liebe verbringen, aber man hat eben auch noch ein Leben, das vorher ohne den neuen Partner auch funktioniert hat, und das kann und sollte man nicht völlig umschmeißen.
Langsames Annähern ist ein wichtiger Aspekt in einer Beziehung. Ich finde zwar eine "Kernschmelze der Seelen" auch toll und erstrebenswert, aber man sollte weiterhin ein eigenständiges Individuum bleiben...
Wenn es bei euch eigentlich so gut gepasst hat, sind solche "Unebenheiten", wie man des einen Hobby, oder die Lebenseinstellung des anderen findet, eigentlich ein Teil des Zusammenwachsens und des sich- lieben- Lernens........versuch mal gelassener darüber nach zu denken, ob es sich lohnt Ärger und Wut aufzustauen. : )
LG Abby
 

Freitag

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  • #19
AW: Zu "krasse" Vorstellungen an eine Beziehung?

Zitat von Lucy:
Als er nicht da war, weil er beschäftigt war, habe ich mir manchmal bewusst auf den Tag Arbeit gelegt. Ansonsten habe ich viel gewartet, währenddessen TV gesehen, gelesen, WWW, etc. Das was man eben so macht. Ich wusste auch nicht, wann er kam und war daher auch etwas eingeschränkt, da keinen Hausschlüssel etc und es eigentlich immer ziemlich spät wurde. Für mich war es klar, dass nach dieser ungewollten "Pause" das WE für uns bleibt. Deshalb habe ich nicht groß darüber gesprochen. Er auch nicht.
Die Unterstützung hatte ich sehr dringend nötig. Momentan mache ich schwere Zeiten durch und bin Depressiv.
!
es ist die übliche diskrepanz zwischen mann und frau.
du hast dich anderweitig beschäftig wenn er keine zeit hatte. du hast auf ihn gewartet. du brauchts unterstützung. du bist depressiv.
er will unbedingt zu dieser messe.
du bist traurig weil seine sehnsucht nach dir nicht zu gross zu sein scheint wie deine nach ihm.
wäre es nicht möglich gewesen, ihn tags zur messe gehen zu lassen und sich erst abends zu sehen?
ich kann den mann verstehen. man begeistert sich für was, eine solche messe findet nicht jede woche statt und man will das gerne mitnehmen. denn du bist morgen auch noch da.
ich hätte dich jedoch versucht zu integrieren. dich mitnehmen oder abends zusammen.
 
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  • #20
AW: Zu "krasse" Vorstellungen an eine Beziehung?

da du offenbar noch nicht die Antworten bekommen hast, die du dir erhofft hast, nehme ich ganz simpel zu deinen drei Fragen Stellung.
1. Nein, finde es nicht zu viel verlangt. Wenn eine nicht alltägliche Situation meine Präsenz erfordert, muss der Anlass schon unglaublich wichtig sein, dass ich dennoch daran teilnehme (zb Hochzeit der eigenen Schwester oder so).

2. Kann ich nicht beurteilen, da ich kein Mann bin. :)

3. Bin ganz deiner Meinung.

Ich äussere mich dennoch kurz zur Gesamtsituation. Ich schliesse mich bezüglich eurer Beziehung den vorherigen Beiträgen an.
Ich selbst verstehe dich jedoch sehr gut. Für mich ist mein Partner nach einer gewissen Zeit (so ab Zeitpunkt zusammen wohnen) der wichtigste Mensch im Leben. Wenn er mich braucht, bin ich für ihn da und erwarte das auch von ihm.
Wenn man in der "frisch-verliebt"-Phase steckt, will man sich doch dauernd sehen. Wenn ich meinen Partner da drei Wochen nicht sehe, ist es für mich auch selbstverständlich, dass dann das Wochenende "uns" gehört.
 

luisa

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  • #21
AW: Zu "krasse" Vorstellungen an eine Beziehung?

Hallo Lucy,

hier noch meine Sicht:
1) dass der andere für mich da sein soll, wenn es mir schlecht geht, wünsche ich mir auch.
Ich würde das aber nicht so absolut sehen.

De facto wäre ich auch für den von Freitag genannten Kompromiss: beidem Raum geben. Tagsüber kann er auf die Messe gehen, die ihm sehr wichtig ist. Abends sieht man sich.
Ich hätte Schwierigkeiten damit, vom Partner zu verlangen, er solle auf etwas verzichten, was ihm sehr wichtig ist. Wenn mein Bedürfnis aufschiebbar ist.

2) weiß ich auch nicht, da ich dies in meinen Beziehungen nicht ausgetestet habe.

Ich denke, dass klare Ansagen im Umgang Frau -> Mann hilfreich sind. "Drei-Wort-Sätze" ;-), möglichst kurz und knackig.
Besser als "ich vermisse, dass Du für mich da bist, wenn es mir schlecht geht und ich Dich brauche" dürfte "ich möchte Dich heute sehen" funktionieren ...

3) möglichst viel Zeit mit dem anderen verbringen ... eher nicht.
Viel ja, aber ein bißchen Zeit mit mir alleine ist mir auch wichtig. Nach einem halben Jahr Beziehung.

Ich kenne dieses "für den anderen da-Sein" auch als Diskussionspunkt aus Beziehungen.
Je nach Person kann sich Fürsorge ganz unterschiedlich äußern.
Schwierig ist halt, wenn es nicht zusammenpaßt.
Wenn Du Dir eine Art Fürsorge wünschst, die ihm schwer fällt. Und wenn ein Gespräch darüber nicht möglich ist.
Ich denke aber, es würde auf Dauer nur schwer funktionieren. Wenn er ein sehr strukturierter Mensch ist und nur schwer von seinen Planungen abweichen kann (dem Messebesuch), Du hingegen _genau DAS_ als Zuwendung oder Liebesbeweis erwartest ...

Es gibt unterschiedliche Erwartungen zum Thema "Kompromisse" in der Partnerschaft.
Bei einander entgegenstehenden Interessen kann der eine Partner erwarten, dass man wechselweise den Interessen des anderen entgegenkommt, auch wenn es einem gegen den Strich geht.
Oder man sieht als Kompromiss, dass jeder seine Interessen alleine verfolgt, und man trifft sich wieder bei dem, was beide möchten.
Und wenn die Erwartungen nicht übereinstimmen, wirds schwierig ...
 

blechfan

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  • #22
AW: Zu "krasse" Vorstellungen an eine Beziehung?

Also Lucy´s Sorgen und das Geld der Rothschilds hätte ich gerne, dann wäre ich glücklich. Das kann doch kein Problem sein, oder willst Du Deinen Partner von Anfangn zur Gänze inhalieren, keine Sekunde mehr getrennt von einander verbringen? Das ist doch so etwas Ähnliches wie, wenn DU ihn kastrieren willst.

o.k. wenn Du wegen großer Problem weinend da sitzt und er geht lieber Spielzeugflieger steigen lassen, oder Du kommst in toller Unterwäsche und Straps ins Zimmer, er geht aber trotzdem lieber Flugzeuge fliegen, dann solltest Du ihn in den Wind schiessen. Aber so ist das eigentlich, zumindest für mich, kein Problem
 

Weib

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  • #23
AW: Zu "krasse" Vorstellungen an eine Beziehung?

Zitat von Lucy:
Hier möchte ich, dass mich mein Partner physisch und psychisch unterstützt. Telefonate zwischen Tür und Angel kann ich hier nicht gebrauchen. Und zu der Sache mit der Finger-Schnipserei: Wenn mein Liebster sagt: Komm doch bitte, ich brauch dich. Dann bin ich da. Wenn er dahingegend sagt: Kommst du bitte jetzt, aber fahr in zwei Stunden wieder, weil ich da was anderes vor habe (was das Schnipsen jetzt krass verdeutlicht), mache ich mir auch meine Gedanken.

Man sollte nie etwas vom Partner erwarten, nur weil man es selbst so handhabt. Du bist Du und er ist er. Aufrechnen ist ein Beziehungskiller. Allerdings kann man schon artikulieren, dass man sich sehr freuen würde... aber Vorwürfe sollte man nicht anbringen, auch keine Verärgerung, höchstens Bedauern. Sonst beginnt die Spirale der unguten Gefühle.