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  • #16
AW: Wo bleiben die netten Männer?

Zitat von Mira:
Ich glaube nicht, dass es Dir hilft, wenn Du ins Profil schreibst, Du suchtest einen sympathischen, warmherzigen Mann. Die Ekelpakete werden sich sicher nicht für unsympathisch und kaltherzig halten.
Da ist was dran. Für ganz wirkungslos halte ich es allerdings auch nicht, denn wenn es die "Ekelpakete" vielleicht nicht abhält, so mag es vielleicht den einen oder anderen aus der gewünschten Klientel anziehen, sodass sich wenigstens das "Mischungsverhältnis" bessert.

Allerdings würde ich "sympathisch" weglassen, weil das zumindest in meinem Sprachgebrauch keine Charaktereigenschaft ist und zudem auf Einschätzungen anderer beruht. Sich selbst als sympathisch zu bezeichnen, klingt etwas nach Selbstlob, und da würde sich wieder die falsche Klientel vordängeln, die mit Selbstlob kein Problem hat.

"Warmherzig" ist mir auch etwas zu klischeehaft und allgemein.

Aber sei's drum, worauf ich eigentlich hinauswill: ich finde es grundsätzlich besser, keine Wunschliste aufzustellen, wie der andere sein sollte, sondern etwas über sich zu erzählen. Dann kann der Leser sich selbst dazu ins Verhältnis setzen, ohne sich damit herumzuplagen, ob ein gewünschtes Attribut auf ihn ganz, teilweise oder überhaupt zutrifft. Werden es zuviele Attribute, -- insbesondere schwer einschätzbare/geschmacksabhängige --, kommen auch nur wieder die angeschlappt, die sich sowieso und überhaupt für ganz toll halten.

Bei der Selbstbeschreibung enthalte man sich solcher klischeehaften oder allgemeinen Attribute allerdings ebenfalls. (Dass du eine klare politische Vorgabe gemacht hast, das hingegen wäre was, wo man(n) was mit anfangen kann.) Oft sind es die kleinen Skurrilitäten, aus denen sich einiges über das Wesen des Profilinhabers ablesen lässt, die einem Interessenten einen entspannten Gesprächseinstieg ermöglichen und wo man an den Reaktionen (und Nicht-Reaktionen) darauf wiederum etwas über den Interessenten erfährt.
 
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  • #17
AW: Wo bleiben die netten Männer?

Zitat von Abby:
Jemand mit unangenehmem Dialekt oder seltsamer Stimme würde bei mir nicht zu Unrecht raus fallen - ich finde das total wichtig...einfach die Vorstellung einer sagt in seinem Dialekt im Bett was total Nettes und ich muss Hä?Wie bitte? sagen, weil ich ihn nicht verstanden habe.........sorry - geht gar nicht : ))))
Ach nu! ;-) Ich finde auch nicht alle Dialekte schön, aber wenn mir jemand durch Art und Inhalt des Gesagten sympathisch (*kchkch*) ist, dann hör' ich das irgendwann gar nicht mehr. Und wenn man jemanden liebt, dann ist das sogar Musik in den Ohren :)
 
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  • #18
AW: Wo bleiben die netten Männer?

Zitat von Andre:
Ach nu! ;-) Ich finde auch nicht alle Dialekte schön, aber wenn mir jemand durch Art und Inhalt des Gesagten sympathisch (*kchkch*) ist, dann hör' ich das irgendwann gar nicht mehr. Und wenn man jemanden liebt, dann ist das sogar Musik in den Ohren :)
Ok, eins noch zur "privaten Stellungnahme" aber dann wieder husch zum Thema ; ))
Neeee, is net! Oder meintest du jetzt mit "dann hör ich das irgendwann gar nicht mehr" dass du dann nicht mehr zuhörst??? Ist bei mir wirklich eine persönliche Nummer - ich verstehe tatsächlich einige Dialekte nicht und das kann ich mir einfach auch nicht schön denken! Und was nützt mir das schönste Liebesgeflüster mit Piepsstimme, wenn ich mich in Lachkrämpfen winden muss?
 
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  • #19
AW: Wo bleiben die netten Männer?

Zitat von Fenster_zum_Hof:
Sondern mich einfach darüber wundern, dass die Spezies "sympathischer Mann über vierzig" irgendwie ausgestorben scheint - zumindest in Berlin offenbar...

...
das habe ich allerdings schon öfter gehört, dass die Männer Ü 40 irgendwie nicht so präsent sind oder eben "seltsam". Könnte das an den Midlifecrises liegen? Dass es gerade die frisch geschiedene Generation ist, die jetzt erst mal die Sau raus lässt, bevor sie sich dann ab 50 wieder besinnen???
 
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  • #21
AW: Wo bleiben die netten Männer?

Zitat von Mira:
@Fenster_zum_Hof
Mich interessiert, wie alt die Männer waren. Meine Datepartner sind 50+ und 60+, da machte ich nicht so negative Erfahrungen. Ich habe aber auch eine klare politische Vorgabe in meinem Profil und meine Datepartner tendierten alle zu Rotgrün. Da sind einige Vorkommnisse, wie Du sie schildertest, auch aus dem Grund unwahrscheinlich.

Ich glaube nicht, dass es Dir hilft, wenn Du ins Profil schreibst, Du suchtest einen sympathischen, warmherzigen Mann. Die Ekelpakete werden sich sicher nicht für unsympathisch und kaltherzig halten.
Die Herren waren Mitte/Ende Vierzig bzw. Anfang fünfzig.

Die Frage, wie sich unsympathische / kalte Menschen selbst einschätzen, finde ich auch interessant. Ich vermute aber, dass sie Eigenschaften wie "Warmherzigkeit"/Empathie usw. für überschätzt (oder womöglich sogar schleimig oder unehrlich) halten und glauben, mit anderen Vorzügen "punkten" zu können.

Alle meine Kaffee-Bekanntschaften waren sehr langjährig (10 bzw. 20 Jahre) mit ihren Expartnerinnen zusammen gewesen und wurden wahrscheinlich von ihnen in ihrem so Sein bestätigt, ohne dass sie die Frau mit sympathischen Charaktereigenschaften für sich einnehmen mussten. Jetzt sind sie erstmalig wieder "auf dem Markt" und werden mit Frauen konfrontiert, die Nettsein erwarten. Das mag anfangs neu sein....
 
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  • #22
AW: Wo bleiben die netten Männer?

Zitat von Abby:
Jemand mit unangenehmem Dialekt oder seltsamer Stimme würde bei mir nicht zu Unrecht raus fallen - ich finde das total wichtig...einfach die Vorstellung einer sagt in seinem Dialekt im Bett was total Nettes und ich muss Hä?Wie bitte? sagen, weil ich ihn nicht verstanden habe.........sorry - geht gar nicht : ))))
Wir wollen doch die Eingeborenen aus den Bergen nicht diskreminieren?

Hollarehidi :D
 
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  • #24
AW: Wo bleiben die netten Männer?

Zitat von Fenster_zum_Hof:
Die Frage, wie sich unsympathische / kalte Menschen selbst einschätzen, finde ich auch interessant. Ich vermute aber, dass sie Eigenschaften wie "Warmherzigkeit"/Empathie usw. für überschätzt (oder womöglich sogar schleimig oder unehrlich) halten und glauben, mit anderen Vorzügen "punkten" zu können. ...
Hm, daß gerade sympathisch zu sein mal ausnahmsweise nicht im Auge des Betrachters liegen, sondern objektiv meßbares Charaktermerkmal sein soll - da gehts mir wie Andre, das fänd ich etwas seltsam. Abgesehen davon ist es mit der Nettigkeit ja so eine Sache; da gabs doch letzt einen ganzen Thread dazu.
"Empathie" bedeutet, das hat sich mir auch hier in den letzten Tagen wieder mal gezeigt, für verschiedene Menschen ziemlich verschiedenes. Für viele heißt es: ich verstehe und fühle mit einem Menschen, der genau dasselbe erlebt hat wie ich und dieselben Muster hat wie ich und genauso reagiert wie ich. Wenn du das möchtest, solltest du in Erfahrung bringen, ob der Mann dasselbe erlebt hat wie du, dieselben Muster hat wie du und genauso reagierst wie du. Auch das wäre also was verhältnismäßiges.
 
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  • #25
AW: Wo bleiben die netten Männer?

@Heike:

Ich möchte nicht mit einem Mann zusammen sein, der Kellner anpöbelt oder Leute am Nebentisch. Oder der seine Mitarbeiter vor den Kollegen öffentlich demütigt.

Das meinte ich mit "nicht nett" und "mangelnde Empathie". Das ist einfach schlechtes Benehmen, Arroganz und, in den Spitzen, sogar Brutalität.
 
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  • #26
AW: Wo bleiben die netten Männer?

Zitat von Fenster_zum_Hof:
@Heike:

Ich möchte nicht mit einem Mann zusammen sein, der Kellner anpöbelt oder Leute am Nebentisch. Oder der seine Mitarbeiter vor den Kollegen öffentlich demütigt.
worauf ich noch keine Antwort gefunden haben - warum ist jemand so? Liest so ein Mensch keine Bücher oder schaut Unterhaltungsfilme an, dass er erkennen könnte, welche Rolle er dort bekommen würde? Anders formuliert - bei "Django" würde er weder die Rollen von Django, nocht die Rolle von Dr. King Schultz spielen ;)
 
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winzling_geloescht

  • #27
AW: Wo bleiben die netten Männer?

Zitat von Andre:
"Warmherzig" ist mir auch etwas zu klischeehaft und allgemein
Stimmt, ist es. Ich könnte mir aber durchaus vorstellen, dass die von Fenster im Hof oben beschriebenen Typen solche oder ähnliche Begriffe wie "Warmherzigkeit", "Herzlichkeit", "Herzenswärme" mit "Schwäche" assoziieren. Das wär ja dann was, was sie sich gar nicht zugestehen und/oder erlauben können. Mein Gedanke war der, dass die dann vielleicht gar keinen Kontakt aufnehmen (möchten)?
 
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  • #29
AW: Wo bleiben die netten Männer?

Interessante Interpretation, dass die gar nicht wissen, was nett ist. Auch, weil sie es bisher nicht nötig hatten. Das finde ich keine schöne Vorstellung, aber plausibel.

Meine eher negativen Dates waren, bis auf einen Fall, nicht so krass wie die von Fenster_zum_Hof. Das eine oder andere Mal habe ich mehr gedacht, merken die denn gar nicht, wie wenig Charme sie versprühen? Was einige in langen Beziehungen verlernt zu haben scheinen, ist mal ein bisschen locker zu flirten. Dann texten sie einen fast über die gesamte Dauer des Dates zu und erst am Schluss, wenn sie dann irgendwie doch merken, es lief nicht gut, werden sie ganz plötzlich wieder aufmerksam. Vielleicht auch nur, um sich doch noch die Bestätigung zu holen, dass sie "gut waren". Aber dann ist so ein Date doch schon gelaufen und zweite Chancen gibt es selten.
Also, warum nicht einfach nett und sympathisch sein, d.h. für mich freundlich, offen, zugewandt und interessiert. So verhalte ich mich doch auch und zwar auch, wenn ich schnell merke, dass wird nix. Zumindest geb ich mir Mühe..:)
 
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  • #30
AW: Wo bleiben die netten Männer?

Zitat von winzling:
Ich könnte mir aber durchaus vorstellen, dass die von Fenster im Hof oben beschriebenen Typen solche oder ähnliche Begriffe wie "Warmherzigkeit", "Herzlichkeit", "Herzenswärme" mit "Schwäche" assoziieren. Das wär ja dann was, was sie sich gar nicht zugestehen und/oder erlauben können. Mein Gedanke war der, dass die dann vielleicht gar keinen Kontakt aufnehmen (möchten)?
Könnte sein. Andererseits gibt es aber auch Leute, denen fast Tränen der Selbstrührung in den Augen stehen, wenn sie ausnahmsweise mal nett zu jemandem waren. Also diese Zuckerbrot-und-Peitsche-Typen. -- Also wie gehabt, ich halte von solchen Gummiband-Begriffen nichts.