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  • #1.711
Genau

Es ist auch immer sehr informativ, was jemand ungerichtet anderen vorwirft. Den Gedanken muss man ja selbst zumindest schon einmal für sich im Kopf gehabt haben. Soweit mir bisher von Betroffenen immer gesagt wurde, sind "Ungläubige" eben minderwertig (die feineren Abstufungen und die unfassbare Abwertung der christlichen Frauen bitte von Islamexperten genauer beschreiben lassen, wie sie dann auch mir mal entsprechend auseinandergelegt und argumentiert wurden). Für viele muslimische Frauen sind christliche Männer nicht ernstzunehmen (kein adäquater Partner) und für viele muslmische Männer christliche Frauen Flittchen und unwürdiges Freiwild. Das habe ich aus verlässlichen Mündern selbst hören müssen. Ich konnte es, als ich diese Dinge die ersten Male von muslimischen Freundinnen gehört hatte, einfach nicht glauben...habe sie danach aber einfach zu oft von zu vielen anderen wieder hören müssen.
Da fragt man sich dann, ob so eine Umkehr der Verhältnisse (wie oben in der Diskussion) nicht nur dazu dient, eigenes Gedankengut zu vertuschen.
Mit Verlaub : Deines wird dadurch auch nicht besser !
 
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  • #1.712
Jo, jeder ist auf seine eigene Weise beschränkt...die tollsten Diffenenzierungen und das größte Geschwafel nutzen nichts...wir sind alle gleich und niemand ist wie der andere...
 
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  • #1.714
Aber auch bei relativ harmlosen Witzeleien darf nicht undifferenziert die Moralkeule geschwungen werden.
Wer bestimmt ab wann die pauschale Abwertung einer Menschengruppe eine harmlose Witzelei ist? Das Wort Moralkeule war übrigens auch Anwärter zum Unwort des Jahres, weil es moralisierend zum Totschlagargument wird und schlimmstenfalls rassistische Aussagen rebellisch erscheinen lässt.

Frage: Wie viele Atheisten braucht man um eine Glühbirne auszuwechseln?
Antwort: Keinen. Weil Atheisten die Glühbirne im Dunkeln nicht sehen können, glauben sie nicht an ihre Existenz.
 
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*Andrea*

  • #1.717
Das ist der Punkt. Sie gehen nicht dahin wo´s Not tut etwas zu tun, oder legen sich mit Leuten an bei denen es wirklich gefährlich werden könnte. Sie sitzen im stillen Kämmerlein und gehen Menschen auf den Senkel die so harmlos sind dass sie nichts zu befürchten haben. Diese aber werden unterschiedslos mit jenen in einen Topf geworfen denen die Aufmerksamkeit und das Engagement der "Gutmenschen" gelten sollte.
Woher weisst du, ob ich im stillen Kämmerlein sitze?

Mein Eindruck ist, dass bei den Themen Fremdenfeindlichkeit und Islamophobie keine eindeutig klare Grenze ziehbar ist, wo genau die Probleme anfangen. Wenn doch - so wie es ja alle behaupten - niemand wirklich etwas gegen Fremde hat, dann kann ich mir die politische Situation nicht erklären, z.B. wird und wurde hier in der Schweiz die Politik mit Mehrheitsentscheiden an der Urne und im Parlament laufend derart verschärft, dass sogar Kinder in Haft genommen werden, weil man ihre Eltern ausschaffen wird. Die neuste Initiative der SVP will die Mitgliedschaft der Schweiz in der Europäischen Menschenrechtskonvention kündigen. Das bekämpfen zwar linke Parteien, aber ja irgendwie auch nur so halbherzig, jedenfalls haben sie sich argumentativ schon der SVP angenähert, indem das einzige fettgedruckte Argument in einem kürzlich breit gestreuten Bettelbrief um Spenden für die Kampagne gegen die Initiative ist, dass man verhindern müsse, den guten Ruf der Schweiz aufs Spiel zu setzen. Dass - gerade im Asyl- und Migrationsbereich, aber auch sonst im Umgang mit Schwächeren (z.B. sollen Rentenbezüger auf eine Weise von den Versicherern ausspioniert werden dürfen, wie es die Polizei gegenüber Kriminellen nicht tun darf) die Menschenrechte ausgehebelt werden sollen, riskiert eine Mehrheit der Stimmen bei diesen Abstimmungen. Wo ich mich da am Besten zu wehren anfangen soll, scheint mir tatsächlich unklar. Ich versuche es mehr oder weniger überall, wo ich dem persönlich begegne, jedenfalls wenn ich es gerade verkraften kann. Ich bin aber im Gegensatz zu dir nicht unbedingt der Meinung, dass es wichtiger ist, nur dort einzugreifen, wo es gewalttätig wird.

Aber - wie bereits mehrfach erwähnt - ja, ich reagiere besonders empfindlich auf Dinge, die ich in Verbindung mit Ausgrenzung und ihren Folgen erlebe. Da ticken alle anders, es hat wohl mit dem Mass an Sensibilität und gemachten schwierigen Erfahrungen zu tun. Ich finde es aber schon komisch, wenn ich dermassen angefeindet werde, nur weil ich etwas zur Diskussion stelle. Komisch, dass ich nicht empfindlich sein darf, während das auf Seiten von @IMHO, @Traumichnich und jetzt auch dir als normal angesehen wird, empfindlich zu reagieren. Habt ihr Angst vor Muslimen? Ich habe Angst vor Fremdenfeinden und Islamophoben, und zwar eher weniger wenn ich ihnen einzeln begegne, als als Gesamtheit und an der Urne. Warum sprechen wir nicht einfach darüber, wie wir besser damit umgehen könnten? Das möchte ich gerne. Stattdessen werde ich hier beschimpft.

Ich versuche mich einzufühlen, in Muslime, die sich an allen Ecken und Enden als angefeindet erleben, die im Alltag (z.B. bei Stellen- oder Wohnungssuche) diskriminiert werden, denen die Leute grundlos mit Misstrauen begegnen, die in den Medien in Verknüpfung mit der Nennung ihrer Religion grossmehrheitlich Schlechtes lesen müssen, wo das doch mit ihrer Religion (in den Augen der weitaus meisten Muslime) alles gar nichts zu tun hat. Und wenn ich mich dann eingefühlt habe, in diese Situation, "mich" ständig angegriffen fühlen muss und "mich" an jeder Ecke rechtfertigen muss für idiotische Terroristen mit denen "ich" nichts am Hut habe und die "ich" nicht als gläubig sehen kann, dann glaube ich nicht, dass es zur Entspannung der Situation beiträgt, wenn jetzt auch noch über "mich" und "meine" Religion (die vielleicht eines der wesentlichen Dinge ist, die "mir" in dieser Lage helfen und Halt geben - weswegen sie für "mich" ein ernsthaftes Thema ist - ) gelacht wird, von Angehörigen der Mehrheitsgesellschaft, von der "ich" "mich" an den Rand gedrängt fühle.

Und nein, ich bin nicht Muslima. (Die "ich", "mich" und "mein" in Anführungszeichen bedeuten meinen Einfühlungsversuch.)
 
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  • #1.720
Habt ihr Angst vor Muslimen? Ich habe Angst vor Fremdenfeinden und Islamophoben, und zwar eher weniger wenn ich ihnen einzeln begegne, als als Gesamtheit und an der Urne. Warum sprechen wir nicht einfach darüber, wie wir besser damit umgehen könnten? Das möchte ich gerne. Stattdessen werde ich hier beschimpft.
Ob du ein Gutmensch bist der vom stillen Kämmerlein aus gewohnheitsmäßig Mitmenschen nervt oder dich wirklich engagierst weiß ich nicht. Darum habe ich mich auch nur auf die verlinkte Beschreibung bezogen. Aber wenn dir die Jacke passt...

Mein Anliegen war, darauf hinzuweisen, dass übermäßige Nerverei bei Kleinigkeiten eher zu Ignoranz als zu Verbesserung führt.

Nimm als Beispiel die ehemalige DDR. Dort bin ich aufgewachsen. Ich erinnere mich, dass Antifaschismus ein allgegenwärtiges Thema in Politik und Bildung war. (Btw., die Berliner Mauer wurde als antifaschistischer Schutzwall propagiert.)
Inzwischen feiert braunes Gedankengut gerade dort seit vielen Jahren wieder fröhliche Urständ.
Für mich besteht da ein Zusammenhang.
Die betreffenden Menschen sind nicht nur mental imprägniert, sie haben eine regelrechte Allergie entwickelt.

Ganz Europa nähert sich allmählich dem politisch rechten Fahrbahnrand.

Moralische Entrüstung wird das nicht aufhalten oder umkehren. Hat es früher schon nicht.
 
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  • #1.723
Den hier hat mir mal mein tunesischer Zimmernachbar erzählt:

Jesus kommt in den Himmel.
Der Erzengel fragt ihn "Was ist dein größter Wunsch?".
"Ich würde gerne meinen Vater kennenlernen."
"Was weißt du denn über ihn?"
"Ich glaube, er ist Zimmermann."
"Dann geh mal zu dem alten Mann da drüben. Der sucht seinen Sohn und der ist Zimmermann."
Jesus geht zu dem Mann und fragt vorsichtig "Vater?".
Der blickt auf und ruf erfreut "Pinocchio!"
 
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  • #1.724
Wenn doch - so wie es ja alle behaupten - niemand wirklich etwas gegen Fremde hat, dann kann ich mir die politische Situation nicht erklären, z.B. wird und wurde hier in der Schweiz die Politik mit Mehrheitsentscheiden an der Urne und im Parlament laufend derart verschärft, dass sogar Kinder in Haft genommen werden, weil man ihre Eltern ausschaffen wird.
Möglicherweise haben einige Menschen Erfahrungen gemacht, die dazu geführt haben, ihr Meinungsbild zu ändern? Vielleicht haben auch die Berichte in den Medien über bestimmte Vorfälle überhand genommen und die Menschen sind von der Häufigkeit und Dimension der extremen Gewalt schockiert?
Ich finde es aber schon komisch, wenn ich dermassen angefeindet werde, nur weil ich etwas zur Diskussion stelle.
"Angefeindet"? Ich empfand deine Reaktion auf einen simplen Witz einfach als übertrieben - mehr nicht.
Komisch, dass ich nicht empfindlich sein darf, während das auf Seiten von @IMHO, @Traumichnich und jetzt auch dir als normal angesehen wird, empfindlich zu reagieren. Habt ihr Angst vor Muslimen?
Nicht generell vor Muslimen. Mich beschleicht nur ein ungutes Gefühl, wenn ich mich abends in Bahnhofsnähe einer Gruppe junger Männer nähere, die in einer mir fremden Sprache sprechen, in einer Lautstärke, Mimik und Gestik, die mir Aggressivität suggeriert.
Warum sprechen wir nicht einfach darüber, wie wir besser damit umgehen könnten? Das möchte ich gerne.
Tun wir nicht genau das hier?
Das kann ich nicht feststellen.
Ich versuche mich einzufühlen, in Muslime, die sich an allen Ecken und Enden als angefeindet erleben, die im Alltag (z.B. bei Stellen- oder Wohnungssuche) diskriminiert werden, denen die Leute grundlos mit Misstrauen begegnen, die in den Medien in Verknüpfung mit der Nennung ihrer Religion grossmehrheitlich Schlechtes lesen müssen, wo das doch mit ihrer Religion (in den Augen der weitaus meisten Muslime) alles gar nichts zu tun hat.
Die Wohnungssuche ist z.B. ein schönes Beispiel. Wenn ein Vermieter mit muslimisch geprägten Mietern schlechte Erfahrungen gemacht hat und eine derartige Klientel bei der nächsten Vermietung zu vermeiden versucht, ist das Wort "Ausgrenzung" oder "Fremdenhass" nicht weit. Dass genau dieser Vermieter genauso verfahren würde, wenn er schlechte Erfahrungen mit einer deutschen Studenten-WG gemacht hätte, wird schlichtweg ignoriert und verschwiegen. Mich interessiert nicht, welcher Herkunft ein Mensch ist, der z.B. in der Innenstadt Abfall statt in die Mülltonne einfach achtlos auf die Straße wirft und den ich darauf hinweise. Nur erfahre ich bei bestimmten Bevölkerungsgruppen erheblich öfter Anfeindungen, Beleidigungen und Drohungen.
Und wenn ich mich dann eingefühlt habe, in diese Situation, "mich" ständig angegriffen fühlen muss und "mich" an jeder Ecke rechtfertigen muss für idiotische Terroristen mit denen "ich" nichts am Hut habe und die "ich" nicht als gläubig sehen kann, dann glaube ich nicht, dass es zur Entspannung der Situation beiträgt, wenn jetzt auch noch über "mich" und "meine" Religion (die vielleicht eines der wesentlichen Dinge ist, die "mir" in dieser Lage helfen und Halt geben - weswegen sie für "mich" ein ernsthaftes Thema ist - ) gelacht wird, von Angehörigen der Mehrheitsgesellschaft, von der "ich" "mich" an den Rand gedrängt fühle.
Fühlst du dich bei Witzen über Briefmarkensammler auch in diese "Minderheit" ein und votierst in dieser heftigen Form dagegen?
Zur Erinnerung:
Ich hatte einen Witz geschrieben - keine Verhöhnung einer gesamten Glaubensrichtung.
Und du kannst dir sicher sein:
WENN der Witz exakt andersherum gelautet hätte - ich hätte diesen genauso hier eingestellt.
 
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  • #1.725
"Ach wie süß, der Kleine!"
Sätze, die Männer lieber im Kindergarten hören, als in der Sauna.
*Hoffentlich habe ich jetzt nicht die Minderheit der Männer mit kleinem Penis diskriminiert :eek: