Heike

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  • #31
AW: Wird der Froschkönig noch zum Prinzen?

Zitat von Chillwoman:
Und hier sind wir wieder beim Thema Verantwortung: Ist es meine Aufgabe, ihm eine Mutter zu sein, die ihm das 1x1 einer zwischenmenschlichen Beziehung beibringt?

Ja, du drehst es immer so rum. Er das Kind. Dabei ist Geschichte vom Froschkönig ja tatsächlich gut als die einer Initiation zu lesen. ABer eben als die derjenigen der Prinzessin! Die wird von der Tochter zur Frau.
Ich glaube nicht, daß es einfach nur Zufall ist, daß du diese Geschichte gewählt hast. Wie gesagt, es spiegelt sich ja in der Form der Kommentare.
 

Chillwoman

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  • #32
AW: Wird der Froschkönig noch zum Prinzen?

Zitat von carlo:
Liebe Chillwoman, mir drängt sich ja die ganze Zeit mehr die Geschichte vom fliegenden Holländer auf, diesem unheimlichen Gesellen, der die einzige Frau, die ihn rettet mit in den Tod nimmt.

Die Geschichte kenne ich nicht bzw. ich habe keine Erinnerung mehr daran. Das zu lesen, hat mich doch etwas mitgenommen im ersten Moment. Wer will schon mit in den Tod genommen werden?

Zitat von carlo:
Unser Leben ist aber kein Märchen, auch wenn es manche interessante Erkenntnis daraus geben mag, die märchenhafte Wendung am Schluß bleibt ja im richtigen Leben aus.

Na ja, kann man so nicht sehen. Märchen stecken voller Symbole, und natürlich ist die Handlung gestrafft. Dennoch kann im übertragenen Sinne die Realität so ein wie im Märchen: Jemand wird wachgerüttelt durch einen Wurf an die Wand - das könnte im RL ein Unfall, eine Trennung, was auch immer sein. Dadurch kann eine Wandlung stattfinden. Jellouschek beschreibt es sehr schön, dass der Prinz eben mehrmals an der Wand landen müsse, wenn nach dem ersten Mal nicht gleich die Wandlung stattfindet.

Zitat von carlo:
Wenn wir uns also diesen an die Wand geworfenen Frosch so im richtigen Leben anschauen, dann werden den natürlich nach dem Wandwurf erst mal alle möglichen Blessuren plagen und entsprechend wird er vorsichtig sein. Sobald aber die blauen Flecke verblasst sind, scheint er doch die Lektion vergessen zu haben. Wie soll er auch aus dem Schock lernen.

Er hat daraus gelernt, dessen bin ich mir sicher. Aber die Aussage mit den blauen Flecken ist interessant, ich erkenne mich darin wieder. Kaum sind meine blauen Flecken (die ich ja auch habe, Wandklatscher sind anstrengend ;-) verblasst, bin ich wieder bereit, ihn in mein Leben zu lassen. Und genau an diesem Punkt weiß ich nicht, inwieweit ich mir selbst vertrauen kann!? Passe ich nämlich nicht auf, fange ich mir den nächsten blauen Fleck ein, weil ich gar nicht anders kann, als mich genau vor die geschlossene Faust zu stellen.

Zitat von carlo:
Was er aber irgendwann in seinem Leben gelernt zu haben scheint, ist ja dir Verantwortung für sein Leben zu übertragen, sodass du dich auch noch als Prinzessin fühlst.

Das ist nicht ganz korrekt. Er überträgt mir nicht die Verantwortung für sein ganzes Leben. Aber er sagt so Sachen, wie "Mit dir an meiner Seite kann ich es schaffen". Ich sagte stets: "Ich kann dich auf dem Weg begleiten, ja. Doch ich kann für dich keine Entscheidungen treffen oder dir einen Weg abnehmen." Ich hatte immer das Gefühl, dass er das anders meinte als ich.

Zitat von carlo:
Diese "du bist die einzige Frau-Kiste" ist eine ganz heikle Sache.

Ja, empfinde ich genauso. Ich wettere auch immer dagegen und sage: "Ich bin nicht die einzige, mit der man solche Gespräche führen kann!" Dann er: "Ist gut, dann such ich mir halt eine andere". Schwups, klammere ich mich wieder an sein Hosenbein. Typisches Spielchen. Ich möchte ja für jemanden etwas Besonderes sein. Wenn er mir das sagt, spiele ich es runter, weil ich auf "super-realitätsnah-und-objektiv" machen muss - und prompt will er mich eintauschen. Ist auch irgendwie klar.

Zitat von carlo:
Ich meine auch, du solltest auf deinen Bauch hören, was du tun sollst.

Genau darüber bin ich mir unsicher. Vielleicht ist hier eher etwas mehr Abstand und wohlmeinende Ratio gefragt!?
 

Chillwoman

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  • #33
AW: Wird der Froschkönig noch zum Prinzen?

Zitat von Heike:
Ja, du drehst es immer so rum. Er das Kind. Dabei ist Geschichte vom Froschkönig ja tatsächlich gut als die einer Initiation zu lesen. ABer eben als die derjenigen der Prinzessin! Die wird von der Tochter zur Frau.

Natürlich bin ich genauso das Kind! In dieser Beziehung sind beide zu einem großen Prozentsatz Kind. Das betrifft ihn und das betrifft genauso mich. Das macht es ja so schwer. Hätten wir bei die die Initiation durch, wäre das eine super Beziehung! Konjunktiv ...
 

Heike

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  • #34
AW: Wird der Froschkönig noch zum Prinzen?

Zitat von Chillwoman:
Natürlich bin ich genauso das Kind! In dieser Beziehung sind beide zu einem großen Prozentsatz Kind. Das betrifft ihn und das betrifft genauso mich. Das macht es ja so schwer. Hätten wir bei die die Initiation durch, wäre das eine super Beziehung! Konjunktiv ...

Wie erklärst du es dir, daß du und fast alle deiner Kommentatoren sich dann über ihn als Kind auslassen und nicht über dich?
Welche Rolle spielt diese Inszenierung in eurem Miteinander?
Weshalb muß sich immer erst der andere verwandeln?
Seht halt, daß ihr beide Kinder seid, oder beide ERwachsene, die in vielem auch noch kindlich sind, oder beide Frösche oder wie auch immer. Und überlegt mal, ob statt des einseitigen Andiewandklatschens nicht ein bißchen Raufen die bessere Lösung wäre.
 

Chillwoman

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  • #35
AW: Wird der Froschkönig noch zum Prinzen?

Zitat von Heike:
Und überlegt mal, ob statt des einseitigen Andiewandklatschens nicht ein bißchen Raufen die bessere Lösung wäre.

Wäre sicher eine gute Sache, haben wir ja auch schon getan. Raubt nur sehr viel Energie, die dann für die anderen Bereiche des Lebens nicht mehr ausreichend da ist. Wenn man es übertreibt. Was ja bei zwei Kindern, schnell mal passiert ist. Die kennen halt noch keine Grenzen oder wollen nicht auf sie hören ...
 

Heike

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  • #36
AW: Wird der Froschkönig noch zum Prinzen?

Zitat von Chillwoman:
Wäre sicher eine gute Sache, haben wir ja auch schon getan. Raubt nur sehr viel Energie, die dann für die anderen Bereiche des Lebens nicht mehr ausreichend da ist. Wenn man es übertreibt. Was ja bei zwei Kindern, schnell mal passiert ist. Die kennen halt noch keine Grenzen oder wollen nicht auf sie hören ...

Ja, das versteh ich, da muß man einen Ausgleich finden. Das ist dann ein innerer Konflikt zwischen dem Raufenwollen und dem ERwachsenmüssen. Aber es ist doch gut zu merken, daß man diesen Konflikt in sich selbst trägt, jeder schon für sich, und er sich nicht primär zwischen den beiden Beziehungsbeteiligten abspielt und man dann am anderen herumdoktert, was man eigentlich an sich selbst anschauen müßte. Und herumgedoktert wird oder wurde hier ja viel am anderen, also an dem abwesenden Mann, von dir und vielen Kommentatoren. Und das "Lustige" ist eben, daß du inhaltlich ja mehrmals versichert hast, genau das wolltest du nicht und das würde er vor dir verlangen. Und andere stimmen zu. Und ihr alle macht aber zugleich hier genau dieses: an ihm herumdoktern. :)
 

Chillwoman

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  • #37
AW: Wird der Froschkönig noch zum Prinzen?

Zitat von Heike:
... und man dann am anderen herumdoktert, was man eigentlich an sich selbst anschauen müßte.

Tja, wenn man halt eine verspiegelte, ultradunkle Sonnenbrille aufhat, kann man nicht so tief in sich hineinblicken. Beim Blick in den Spiegel sieht man wieder nur sein Spiegelbild von außen ...
 

Heike

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  • #38
AW: Wird der Froschkönig noch zum Prinzen?

Zitat von Chillwoman:
Tja, wenn man halt eine verspiegelte, ultradunkle Sonnenbrille aufhat, kann man nicht so tief in sich hineinblicken. Beim Blick in den Spiegel sieht man wieder nur sein Spiegelbild von außen ...

Wenn man dann aber wenigstens mal in den anderen tief hineinblicke, dann wärs ja ok. Aber meist schaut man dem dann nicht in die Augen, sondern behilft sich mit oberflächlichen Projektionen. :)
 

Chillwoman

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  • #39
AW: Wird der Froschkönig noch zum Prinzen?

Ist das Leben wirklich so kompliziert? Wie leben denn Menschen, die sich keine Gedanken um Kinderraufereien, Wandklatscher, Sonnenbrillen, Spiegel und Projektionen machen? Die kriegen das doch auch irgendwie hin!?
 

Marvin

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  • #40
AW: Wird der Froschkönig noch zum Prinzen?

Zitat von *towanda*:
Menschen ändern sich nicht. Weder, wenn Sie es selbst wollen (dann maximal in Nuancen), noch, und erst recht nicht, wenn Sie unter Druck dazu aufgefordert werden.
Das ist meine Erfahrung.
W/45

Dann ist deine Erfahrung begrenzt. Menschen ändern sich schon - wachsen auch über sich hinaus - nur passiert das eher selten. Das mit dem Druck stimmt - das funktioniert nicht - ist sinnlos. Manche Menschen sind lernfähig /willig - andere eben nicht.
 

Susi3000

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  • #41
AW: Wird der Froschkönig noch zum Prinzen?

Zitat von *towanda*:
Menschen ändern sich nicht. Weder, wenn Sie es selbst wollen (dann maximal in Nuancen), noch, und erst recht nicht, wenn Sie unter Druck dazu aufgefordert werden.
Das ist meine Erfahrung.
W/45
Wenn das stimmen würde, gäbe es schon lang keine Menschen mehr. Das er es doch kann, belegt ja seine puure Existenz...
 
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carlo

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  • #43
AW: Wird der Froschkönig noch zum Prinzen?

Zitat von Chillwoman:
.... Das zu lesen, hat mich doch etwas mitgenommen im ersten Moment. Wer will schon mit in den Tod genommen werden? ...

Das tut mir leid. Aber so ist es doch im Märchen und in der Sage – oder??

Zitat von Chillwoman:

Da hilft wikipedia:
„Die Sage vom Fliegenden Holländer handelt von einem Kapitän, der durch einen Fluch dazu verdammt worden ist, bis zum jüngsten Tag mit seinem Gespensterschiff auf dem Meer umherzuirren, ohne in einen Hafen einlaufen oder Erlösung im Tod finden zu können.
...
Erweitert wird die Geschichte durch die Möglichkeit der Erlösung: Alle sieben, zehn oder hundert Jahre darf der verfluchte Kapitän an Land. Wenn er dort eine Frau findet, die ihn aufrichtig und treu liebt, so würde er Erlösung finden. Das hat zunächst den Charakter einer unmöglichen Bedingung, die den Kapitän zu ewiger Irrfahrt verdammen soll. Erst in späteren Gestaltungen wird das Motiv (vor allem bei Wagner) zentral und die Erlösung durch Liebe verwirklicht: der Fliegende Holländer findet eine treue Seele von Frau, die sich für ihn opfert, und darf mit ihr in den Himmel aufsteigen.“

Worum es mir in dem Vergleich ging, war dieses alte Motiv, dass die Frau den Mann retten „darf“. Das ist für mich das perfide an der „du bis die einzige Frau, die...“ Botschaft; es legt die Frau auf diese Helferrolle fest. (Gibt´s natürlich auch umgekehrt...)

Zitat von Chillwoman:
...Jemand wird wachgerüttelt durch einen Wurf an die Wand - das könnte im RL ein Unfall, eine Trennung, was auch immer sein. Dadurch kann eine Wandlung stattfinden. Jellouschek beschreibt es sehr schön, dass der Prinz eben mehrmals an der Wand landen müsse, wenn nach dem ersten Mal nicht gleich die Wandlung stattfindet. ...

Hast du das in deinem Leben schon erlebt und wenn ja, wie oft?

Zitat von Chillwoman:
... Er überträgt mir nicht die Verantwortung für sein ganzes Leben. . ...

Das habe ich auch nicht gemeint.

Zitat von Chillwoman:
... Schwups, klammere ich mich wieder an sein Hosenbein. Typisches Spielchen. Ich möchte ja für jemanden etwas Besonderes sein. . ...

Genau! Damit hat er dich am Haken IMHO. S.o.

Zitat von Chillwoman:
Ist das Leben wirklich so kompliziert? Wie leben denn Menschen, die sich keine Gedanken um Kinderraufereien, Wandklatscher, Sonnenbrillen, Spiegel und Projektionen machen? Die kriegen das doch auch irgendwie hin!?

Ich glaube: nein – also nicht so kompliziert. Denn wenn ihm am Herzen liegt, dass es dir gut geht und umgekehrt – dann findet sich alles.

Liebe Grüße
Carlo

P.S. Soweit ich weiß wird der Frosch zum Prinz, erst als die Prinzessin sich überwindet und ihn küsst....
 

Chillwoman

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  • #44
AW: Wird der Froschkönig noch zum Prinzen?

Liebes Forum,

es gibt Neuigkeiten: Die Prinzessin hat den Frosch geküsst! War irgendwie abzusehen, was?

Er sagt, es habe ihm geholfen, dass ich Schluss gemacht habe. Dadurch seien die Dinge so gekommen, wie sie gekommen sind - mit der Chance für ihn, sich mit seinen alten Wunden zu beschäftigen.

Weil es hier schon diskutiert wurde: Aus meiner Erfahrung privat und beruflich ist es möglich, dass Menschen sich verändern. Wenn sie bereit dazu sind. Es ist sogar mehr Veränderung möglich als man erwarten würde ... Im Kern bleibt man natürlich derselbe oder dieselbe. Nur oft ist der Kern so verschüttet und von Ängsten, allerlei üblem Zeug sowie von Strategien überlagert, die man sich erarbeitet hat, um sich das Leben erträglich zu machen. Diese Schutzwälle muss man loswerden müssen, sonst klappt es auch mit der Veränderung nicht.

Weil es auch gefragt wurde: Nein, ich hatte noch keinen Unfall o.ä., der mich wachgerüttelt hat. Jedenfalls nicht in der Zeit, in der ich hätte damit umgehen können. Aber ich war schon an einem Punkt, an dem ich total resigniert habe. Diesen zu erreichen, war emotional gesehen schlimm. Doch alle Viere von mir zu strecken hat es mir schließlich erlaubt, nach Wegen zu suchen, um mich tatsächlich zu verändern.

Weil es ein Thema war: Mein Kind hat sich total gefreut, ihn wiederzusehen und war glückseelig, als er ihr auf ihre Frage hin antwortete, er wolle über Nacht bleiben.

Die Sache mit dem Helfen ist wirklich schwierig für mich und beschäftigt mich auch noch. Inwieweit sehe ich mich und sieht er mich als seine einzig mögliche Helferin an? Ich denke und hoffe, das wird sich mit der Zeit auflösen.

Ich erlebe es zwischen uns seit meiner Jugendliebe zum ersten Mal, dass beide ähnlich stark füreinander empfinden. In meinen Beziehungen dazwischen gab es immer ein extremes Ungleichgewicht: Entweder ich war total verliebt und der Mann eher zurückhaltend. Oder er war total in mich verliebt und ich hielt den Ball flach. Hier bei uns ist das anders: Wir schauen uns an und lesen beide im Gesicht des anderen, wie schön es ist, zusammen zu sein. Daran konnten auch noch so starke Verwirbelungen nichts ändern. Wir kommen immer wieder in eine tragende Verbindung zueinander.

Ganz herzlichen Dank an euch, dass ihr mich "begleitet" habt!

Chillwoman
 

vhe

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  • #45
AW: Wird der Froschkönig noch zum Prinzen?

Zitat von Chillwoman:
Dann kam vor einem Monat der zweite Wurf. Dieser war weniger emotionsgeladen als der erste. Eher eisgekühlt. Ab an die Wand! Nun stand heute wieder ein Prinz vor meiner Tür.
[...]
Doch der Prinz heute war so bezaubernd, so vertraut, so gewachsen.
[...]
Was mache ich nun mit ihm?
Hängt zumindest für mich davon ab, was er mit DIR gemacht hat. Und da hast Du Dich bisher beharrlich ausgeschwiegen.

Aber so wie Du hier schreibst, ist das auch nicht wirklich wichtig für Dich.
Für mich klingt das alles wie ein klassischer Fall von Bauch-schaltet-Kopf-aus.
Insofern wirst Du exakt das tun, was Du willst.

Keine Ahnung, wann Du es lernen wirst. Beim ersten blauen Auge? Knochenbruch? Oder wirst Du Dich auch daran gewöhnen?
 
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Marvin

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  • #46
AW: Wird der Froschkönig noch zum Prinzen?

Zitat von carlo:
....
Worum es mir in dem Vergleich ging, war dieses alte Motiv, dass die Frau den Mann retten „darf“. Das ist für mich das perfide an der „du bis die einzige Frau, die...“ Botschaft; es legt die Frau auf diese Helferrolle fest. (Gibt´s natürlich auch umgekehrt...)

Ist das jetzt wirklich so schlimm - diese 'du bist die einzige Botschaft'? Oder sieht jeder das mit der 'Austauschbarkeit' ein wenig anders. Kann man jemanden ersetzen - einfach so austauschen? Irgendwo ja und irgendwo ganz bestimmt nicht. Jeder ist einzigartig. Man findet immer einen 'Ersatz' - aber doch Niemanden, der genauso ist ( ... dieses niemand ist wie du Ding ... ). Und wenn das auf Gegenseitigkeit beruht - wer rettet dann wen?!!
 

Chillwoman

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  • #47
AW: Wird der Froschkönig noch zum Prinzen?

Zitat von vhe:
Hängt zumindest für mich davon ab, was er mit DIR gemacht hat. Und da hast Du Dich bisher beharrlich ausgeschwiegen.

Ja, ist richtig, das möchte ich hier nicht darlegen. Ist sehr komplex das Ganze. Einfach zu sagen "Das hat er gemacht" wäre mir zu eindimensional. Wichtig ist mir das natürlich schon, was geschehen ist. Es hat die komplette Basis der Beziehung verändert.

Zitat von vhe:
Für mich klingt das alles wie ein klassischer Fall von Bauch-schaltet-Kopf-aus.

Ja, gut möglich. Ich habe in den vergangenen Wochen oft versucht, beides fein säuberlich voneinander zu trennen. Und weißt du was? Manchmal reicht's mir! Es gehört doch beides zu mir, der Kopf und der Bauch (und noch ein bisschen mehr ...).

Zitat von vhe:
Keine Ahnung, wann Du es lernen wirst. Beim ersten blauen Auge? Knochenbruch? Oder wirst Du Dich auch daran gewöhnen?

Wann ich was lernen werde? Dass der Kopf nicht den Verstand schlagen darf? Dass mir dieser Mann nicht gut tut?
Warum eigentlich diese "Gewaltausdrücke"? Blaues Auge, Knochenbruch ... Mein Freund hat mir nichts dergleichen angetan.
 

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  • #48
AW: Wird der Froschkönig noch zum Prinzen?

Zitat von Marvin:
Ist das jetzt wirklich so schlimm - diese 'du bist die einzige Botschaft'? Oder sieht jeder das mit der 'Austauschbarkeit' ein wenig anders. Kann man jemanden ersetzen - einfach so austauschen? Irgendwo ja und irgendwo ganz bestimmt nicht. Jeder ist einzigartig. Man findet immer einen 'Ersatz' - aber doch Niemanden, der genauso ist ( ... dieses niemand ist wie du Ding ... ). Und wenn das auf Gegenseitigkeit beruht - wer rettet dann wen?!!

Danke für deine Einstiegsfrage! Ich stelle sie mir selbst andauernd, finde aber keine befriedigende Antwort darauf. Es heißt immer, Abhängigkeit sei schädlich für eine Partnerschaft. Das ist sie sicher in ausgeprägtem Maße auch. Gleichzeitig finde ich, dass in jeder funktionierenden Partnerschaft ein gewisses Maß an Abhängigkeit stecken muss. Und klar ist irgendwie auch, dass die Beziehung eine Chance sein kann, daran zu wachsen und sich ein stückweit zu "heilen". Wenn das Verhältnis dazu ausgewogen ist - why not?

Sicher: Wenn man eine Beziehung eingeht unter der Prämisse: "Den hole ich mal aus seinem Tief raus. Schließlich gibt es noch andere Frauen außer seiner Ex-Freundin", dann ist das sehr wahrscheinlich zum Scheitern verurteilt. Genauso umgekehrt, wenn ich mir eine Freundin suche, weil ich nicht alleine sein kann. Das war aber hier alles nicht der Fall. Dieses "nur mit dir kann ich solche Gespräche führen" kam erst im Laufe der Beziehung zu Tage.
 
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  • #49
AW: Wird der Froschkönig noch zum Prinzen?

Dein anfänglich gezeichnetes Bild fand ich gar nicht schlecht. Okay, die Prinzessin hat den Frosch geküsst und er wurde zum Prinzen. Wenn der Froschkönig aber immer wieder kommt und er einen Schubs, äh Wurf an die Wand braucht, dann gewähre ihm das konsequent, bis er sich entschieden hat ob er Froschkönig oder Prinz ist.
 

Chillwoman

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  • #50
AW: Wird der Froschkönig noch zum Prinzen?

Zitat von Death by Chocolate:
Dein anfänglich gezeichnetes Bild fand ich gar nicht schlecht. Okay, die Prinzessin hat den Frosch geküsst und er wurde zum Prinzen. Wenn der Froschkönig aber immer wieder kommt und er einen Schubs, äh Wurf an die Wand braucht, dann gewähre ihm das konsequent, bis er sich entschieden hat ob er Froschkönig oder Prinz ist.

Klingt nach dem richtigen Weg, wenn es mir gelänge, die Wandwürfe etwas - na ja - sozialverträglicher zu gestalten ;-)

Das Schlimme ist an sich nicht, dass ich merke "Hier läuft gerade was schief" und dann konsequent Stellung beziehe. Schlimm für mich ist, dass ich emotional in einen Strudel gerate, was mir definitiv nicht gut tut. Davon wegzukommen und eine etwas erwachsenere Haltung gegenüber allem, was da kommt, einzunehmen, wäre sicher hilfreich ...
 
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  • #51
AW: Wird der Froschkönig noch zum Prinzen?

Zitat von Chillwoman:
Das Schlimme ist an sich nicht, dass ich merke "Hier läuft gerade was schief" und dann konsequent Stellung beziehe.
Ja, das finde ich super!

Schlimm für mich ist, dass ich emotional in einen Strudel gerate, was mir definitiv nicht gut tut. Davon wegzukommen und eine etwas erwachsenere Haltung gegenüber allem, was da kommt, einzunehmen, wäre sicher hilfreich ...
Das kann ich natürlich nicht mehr beurteilen. Es ist für dich abzuwägen, ob es den Aufwand der (angemessenen) Wandwürfe wert ist, wenn er dir mit seinen Schwachheiten - ich vermute einfach mal um die geht es dir - kommt.
Das können schon noch einige Wandwürfe werden, bis es sich entscheidet.
 

Marvin

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  • #52
AW: Wird der Froschkönig noch zum Prinzen?

Zitat von Chillwoman:
Danke für deine Einstiegsfrage! Ich stelle sie mir selbst andauernd, finde aber keine befriedigende Antwort darauf. Es heißt immer, Abhängigkeit sei schädlich für eine Partnerschaft. Das ist sie sicher in ausgeprägtem Maße auch. Gleichzeitig finde ich, dass in jeder funktionierenden Partnerschaft ein gewisses Maß an Abhängigkeit stecken muss. Und klar ist irgendwie auch, dass die Beziehung eine Chance sein kann, daran zu wachsen und sich ein stückweit zu "heilen". Wenn das Verhältnis dazu ausgewogen ist - why not?

Sicher: Wenn man eine Beziehung eingeht unter der Prämisse: "Den hole ich mal aus seinem Tief raus. Schließlich gibt es noch andere Frauen außer seiner Ex-Freundin", dann ist das sehr wahrscheinlich zum Scheitern verurteilt. Genauso umgekehrt, wenn ich mir eine Freundin suche, weil ich nicht alleine sein kann. Das war aber hier alles nicht der Fall. Dieses "nur mit dir kann ich solche Gespräche führen" kam erst im Laufe der Beziehung zu Tage.

Mir hat die indirekte, fantasievolle Art wie du über deine Erfahrung schreibst super gefallen. Ich finde das sehr spannend was du schreibst - befinde mich in einer ähnlichen Situation (2x an der Wand hatte ich, und die Gespräche). Abhängigkeit und Retten klingt für mich nur viel zu verkrampft - fast nach Manipulation. Nur wenn jeder dem Anderen einfach alle Freiheit lässt - versucht so gut es geht authentisch zu sein - im Grunde nur darauf setzt der Andere trifft schon die 'richtige' Entscheidung - geht das ganz entspannt ab. Dann muss man allerdings ohne generve jeden Ausgang der Geschichte akzeptieren können. Das ist so meine 'Erkenntnis' nach dem zweiten Flug an die Wand.
 
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Chillwoman

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  • #53
AW: Wird der Froschkönig noch zum Prinzen?

Zitat von Marvin:
Dann muss man allerdings ohne generve jeden Ausgang der Geschichte akzeptieren können. Das ist so meine 'Erkenntnis' nach dem zweiten Flug an die Wand.

Danke Marvin, für dein schönes Feedback!

Eigentlich war es bisher immer so, dass sowohl er als auch ich ohne Generve alles akzeptiert haben, wie es kam. Betroffenheit gab es natürlich, aber kein Gezerre. Das hat ein erneutes Verbinden leichter gemacht, weil es eben nicht den Beigeschmack von Manipulation hatte.

Das Schwierige für mich ist in der jetzigen Situation, mit den Äußerungen des Hofstaates umzugehen. "Ich wäre da vorsichtig, ob das einen guten Ausgang hat" und "dir ist auch nicht mehr zu helfen" habe ich bereits gehört. Viele wissen es noch gar nicht, und ich halte mich auch absichtlich zurück mit der Info, dass ich den Frosch wieder geküsst habe. Denn solche Äußerungen ängstigen mich, wie ich gestern feststellen musste. Ich sage nur mal wieder: "Respektiere deinen ureigensten Weg ..."
 

Dreamerin

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  • #54
AW: Wird der Froschkönig noch zum Prinzen?

Zitat von Chillwoman:
Das Schwierige für mich ist in der jetzigen Situation, mit den Äußerungen des Hofstaates umzugehen. "Ich wäre da vorsichtig, ob das einen guten Ausgang hat" und "dir ist auch nicht mehr zu helfen" habe ich bereits gehört....... Denn solche Äußerungen ängstigen mich, wie ich gestern feststellen musste. Ich sage nur mal wieder: "Respektiere deinen ureigensten Weg ..."
Ich habe in meiner ersten Ehe auch sehr mit der Skepsis des innersten Hofstates zu tun. Es war wie eine Spirale. Je mehr der Hofstaat gegen diese Beziehung war, je mehr wollte ich daran festhalten. Je mehr wollte ich beweisen, dass sie alle Unrecht haben. Ich wollte die vermeintlichen Argumente einfach nicht hören, wollte beweisen, dass sie alle keine Ahnung haben. Habe mich verschlossen und nur noch das erzählt, was toll war. Die dunklen Wolken habe ich verschwiegen. Was für den Hofstaat offensichtlich war, nämlich, dass ich in dieser Beziehung nicht glücklich war und sie mich immer weiter runtergezogen hat, habe ich geflissentlich verschwiegen. Und am Ende alles nur noch mit mir alleine ausgemacht. Und das war nicht gut.
Das Bitterste war: am Ende hatte der Hofstaat sowas von Recht, weil er eben nicht die rosarote Brille auf hatte.....
 

Marvin

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  • #55
AW: Wird der Froschkönig noch zum Prinzen?

Zitat von Chillwoman:
Danke Marvin, für dein schönes Feedback!

Eigentlich war es bisher immer so, dass sowohl er als auch ich ohne Generve alles akzeptiert haben, wie es kam. Betroffenheit gab es natürlich, aber kein Gezerre. Das hat ein erneutes Verbinden leichter gemacht, weil es eben nicht den Beigeschmack von Manipulation hatte.

Das Schwierige für mich ist in der jetzigen Situation, mit den Äußerungen des Hofstaates umzugehen. "Ich wäre da vorsichtig, ob das einen guten Ausgang hat" und "dir ist auch nicht mehr zu helfen" habe ich bereits gehört. Viele wissen es noch gar nicht, und ich halte mich auch absichtlich zurück mit der Info, dass ich den Frosch wieder geküsst habe. Denn solche Äußerungen ängstigen mich, wie ich gestern feststellen musste. Ich sage nur mal wieder: "Respektiere deinen ureigensten Weg ..."

Ja die lustigen Ratgeber - die ihren Rat gefragt oder auch ungefragt abgeben haben oft ganz unterschiedliche Motive - beobachten dazu Alles nur aus der Ferne. Die können leicht reden. Es ist nicht ihr Leben um das es geht. Ich höre in der Regel nur jenen aufmerksam zu - von denen ich weiss, das ihnen mein Glück am Herzen liegt. Und auch die können irren - wie jeder andere auch. Letztlich muss man ganz für sich allein eine Entscheidung treffen - das kann einem niemand abnehmen. Ist es nachher dumm gelaufen - zählt nur - das man aus dem Fehler lernt - weniger was andere zu sagen haben. 'Respektiere deinen ureigensten Weg ..' klingt gut finde ich :)-
 
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Chillwoman

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  • #56
AW: Wird der Froschkönig noch zum Prinzen?

Zitat von Dreamerin:
Ich habe in meiner ersten Ehe auch sehr mit der Skepsis des innersten Hofstates zu tun. Es war wie eine Spirale. Je mehr der Hofstaat gegen diese Beziehung war, je mehr wollte ich daran festhalten. Je mehr wollte ich beweisen, dass sie alle Unrecht haben. Ich wollte die vermeintlichen Argumente einfach nicht hören, wollte beweisen, dass sie alle keine Ahnung haben. Habe mich verschlossen und nur noch das erzählt, was toll war. Die dunklen Wolken habe ich verschwiegen. Was für den Hofstaat offensichtlich war, nämlich, dass ich in dieser Beziehung nicht glücklich war und sie mich immer weiter runtergezogen hat, habe ich geflissentlich verschwiegen. Und am Ende alles nur noch mit mir alleine ausgemacht. Und das war nicht gut.
Das Bitterste war: am Ende hatte der Hofstaat sowas von Recht, weil er eben nicht die rosarote Brille auf hatte.....

Das kann ich gut lesen, und es ging mir auch schon so, dass ich alles verschwiegen habe, was in einer Beziehung lief. Als ich dann mal eine gute Freundin ins Vertrauen zog, öffnete sie mir die Augen und ich ging ...

Ich glaube, ein Mittelweg ist gut. Ich habe auch Menschen im Hofstaat, die sagen: "Ich bin bei dir, egal, was du machst und wofür du dich entscheidest. Du kannst auf mich zählen." Das ist sehr gut und ich sollte schauen, wem vom Hofstaat ich welche Informationen preisgebe.
 

Chillwoman

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  • #57
AW: Wird der Froschkönig noch zum Prinzen?

Zitat von Marvin:
Ja die lustigen Ratgeber - die ihren Rat gefragt oder auch ungefragt abgeben haben oft ganz unterschiedliche Motive - beobachten dazu Alles nur aus der Ferne. Die können leicht reden. Es ist nicht ihr Leben um das es geht. Ich höre in der Regel nur jenen aufmerksam zu - von denen ich weiss, das ihnen mein Glück am Herzen liegt. Und auch die können irren - wie jeder andere auch. Letztlich muss man ganz für sich allein eine Entscheidung treffen - das kann einem niemand abnehmen. Ist es nachher dumm gelaufen - zählt nur - das man aus dem Fehler lernt - weniger was andere zu sagen haben. 'Respektiere deinen ureigensten Weg ..' klingt gut finde ich :)-

Danke für deine Worte, die tun gut :)))
 

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  • #58
AW: Wird der Froschkönig noch zum Prinzen?

Zitat von Chillwoman:
Liebes Forum,

ich brauche euren Rat! Um in der Märchensprache zu bleiben: Ich habe meinen Ex-Parnter schon zweimal gegen die Wand geworfen. Nach dem ersten Mal war er kurz ein Prinz, verwandelte sich dann in ein Monster und tauchte als Froschkönig wieder aus dem Brunnen auf. Dumm gelaufen!

Dann kam vor einem Monat der zweite Wurf. Dieser war weniger emotionsgeladen als der erste. Eher eisgekühlt. Ab an die Wand! Nun stand heute wieder ein Prinz vor meiner Tür.

Ob es wieder nur ein Trugbild ist? Eine Illusion, genährt von meinen Wünschen, Sehnsüchten, was auch immer?

Die Leute bei Hofe schütteln nur noch den Kopf. Na, bitte! Wenn du ihn immer und immer wieder an die Wand knallen willst, dann mach schön weiter so! Irgendwann bist du es leid.

Tja, das dachte ich beim zweiten Mal schon! Doch der Prinz heute war so bezaubernd, so vertraut, so gewachsen.

Was mache ich nun mit ihm?

Es freut sich über eure Gedankensplitter,
Chillwoman


Wenn man einen Frosch mehrfach gegen die Wand werfen muss, damit der Prinz wiederkommt oder vielleicht irgendwann mal bleibt, dann wird eure Beziehung nicht so lange leben, bis ihr gestorben seid.

Schick ihn in den Wald, aber ohne Brotkrumen oder Wollfaden, denn sonst steht er irgendwann wieder vor deiner Kemenate.

Offensichtlich ist der Schuh, den du deinem männlichen Aschenputtel hinhältst, drei Nummern zu groß für ihn und er schafft den steilen Anstieg zu deinem Herzen trotz deiner als Hilfe heruntergelassener Haare nicht.

And they lived happily ever after.....
 

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  • #59
AW: Wird der Froschkönig noch zum Prinzen?

Danke für den Schmunzler, Benutzer!
 

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  • #60
AW: Wird der Froschkönig noch zum Prinzen?

In Traxlers Cartoons Seite 257 (Reclam) ist dargestellt, dass die Prinzessin und der Froschkönig zusammengeblieben sind, auch als dessen Verwandlung in einen Prinzen schiefgegangen war. Er war nämlich ein "begnadeter Liebhaber" und zum anderen mit seiner beweglichen Zunge ein wirklich guter Fliegenfänger!

Man muss die vorhandenen Talente ausgiebig zu nutzen verstehen.

Mit freundlichen Grüßen Ulixes