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  • #1

Wird der Froschkönig noch zum Prinzen?

Liebes Forum,

ich brauche euren Rat! Um in der Märchensprache zu bleiben: Ich habe meinen Ex-Parnter schon zweimal gegen die Wand geworfen. Nach dem ersten Mal war er kurz ein Prinz, verwandelte sich dann in ein Monster und tauchte als Froschkönig wieder aus dem Brunnen auf. Dumm gelaufen!

Dann kam vor einem Monat der zweite Wurf. Dieser war weniger emotionsgeladen als der erste. Eher eisgekühlt. Ab an die Wand! Nun stand heute wieder ein Prinz vor meiner Tür.

Ob es wieder nur ein Trugbild ist? Eine Illusion, genährt von meinen Wünschen, Sehnsüchten, was auch immer?

Die Leute bei Hofe schütteln nur noch den Kopf. Na, bitte! Wenn du ihn immer und immer wieder an die Wand knallen willst, dann mach schön weiter so! Irgendwann bist du es leid.

Tja, das dachte ich beim zweiten Mal schon! Doch der Prinz heute war so bezaubernd, so vertraut, so gewachsen.

Was mache ich nun mit ihm?

Es freut sich über eure Gedankensplitter,
Chillwoman
 
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  • #2
AW: Wird der Froschkönig noch zum Prinzen?

Die Prinzessin kann noch so viele Frösche gegen die Wand werden, es wird kein Prinz daraus. Das einzige was übrig bleibt, sind traumatisierte Frösche.....
 
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  • #3
AW: Wird der Froschkönig noch zum Prinzen?

Zitat von BellaDonna:
Die Prinzessin kann noch so viele Frösche gegen die Wand werden, es wird kein Prinz daraus. Das einzige was übrig bleibt, sind traumatisierte Frösche.....
Lustig! So habe ich das noch gar nicht gesehen.

Na ja, um beim Märchen zu bleiben: Die Prinzessin hatte durchaus ihre Gründe, das Vieh an die Wand zu werfen.
 
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  • #4
AW: Wird der Froschkönig noch zum Prinzen?

Ich verstehe Dein Märchen zu wenig konkret, aber jeder Mensch hat mehrere Seiten. Und manche von denen Deines Froschkönigs sind vermutlich für Dich liebenswert, auch wenn anderen Seiten zum Monster gehören.
Die Frage ist, welche Seiten überwiegen für Dich? Können die Prinzenseiten die Monsterseiten aufwiegen oder nicht?
 
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  • #5
AW: Wird der Froschkönig noch zum Prinzen?

Zitat von Chillwoman:
Liebes Forum,

ich brauche euren Rat! Um in der Märchensprache zu bleiben: Ich habe meinen Ex-Parnter schon zweimal gegen die Wand geworfen. Nach dem ersten Mal war er kurz ein Prinz, verwandelte sich dann in ein Monster und tauchte als Froschkönig wieder aus dem Brunnen auf. Dumm gelaufen!

Dann kam vor einem Monat der zweite Wurf. Dieser war weniger emotionsgeladen als der erste. Eher eisgekühlt. Ab an die Wand! Nun stand heute wieder ein Prinz vor meiner Tür.

Ob es wieder nur ein Trugbild ist? Eine Illusion, genährt von meinen Wünschen, Sehnsüchten, was auch immer?

Die Leute bei Hofe schütteln nur noch den Kopf. Na, bitte! Wenn du ihn immer und immer wieder an die Wand knallen willst, dann mach schön weiter so! Irgendwann bist du es leid.

Tja, das dachte ich beim zweiten Mal schon! Doch der Prinz heute war so bezaubernd, so vertraut, so gewachsen.

Was mache ich nun mit ihm?

Es freut sich über eure Gedankensplitter,
Chillwoman

Liebe Chillwoman,

ich kann gut nachempfinden, wie es dir geht, da ich selber Jahre in dieser Situation war. Und eben war es auf meiner Seite vor wenigen Tagen, dass er wieder in mein Herz einzog (nein kein weiteres Revival) - als spiritueller Freund

Die Dissonanz war zwischen Herz, Bauch und Verstand. Diese hat mich in meiner persönlichen Entwicklung begleitet und ich bin dankbar, weil ich heute fuhle, dass es mich tatsächlich weiter gebracht hat, ich staune darüber (fast mit offenem Mund)!

Du fragst nach Gedankensplittern - es sind Fragesplitter vorwiegend....
- den Menschen zu Höfe zuhören - jedoch deinem Gefühl vertrauen und für dich entscheiden - es ist dein Leben und niemand
außer dir ist in der Lage nachzuempfinden was das zwischen euch war/ist - nicht mal jene, denen du viel von deiner
Geschichte erzählt hast (es sind immer nur Abrisse)
- was macht ihn heute wieder so bezaubernd und gewachsen? Vertraut ist nachvollziehbar :)
- warum hast du ihn an die Wand geworfen und wie war das Gefühl dabei, wie geht ihr miteinander um, was ist es, was dir gut
tut im Zusammensein mit ihm?
- was vermisst du ohne ihn? Was ist heute anders als beim letzten Mal?
- später wenn du magst mehr...

Herzlich
Lebensliebe
 
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  • #6
AW: Wird der Froschkönig noch zum Prinzen?

Zitat von LunaLuna:
Ich verstehe Dein Märchen zu wenig konkret, aber jeder Mensch hat mehrere Seiten. Und manche von denen Deines Froschkönigs sind vermutlich für Dich liebenswert, auch wenn anderen Seiten zum Monster gehören.
Die Frage ist, welche Seiten überwiegen für Dich? Können die Prinzenseiten die Monsterseiten aufwiegen oder nicht?
Zu wenig konkret ist richtig. Irgendwie fällt es mir schwer, ganz ins Konkrete zu gehen. Ist neu für mich ...

Also, das Monster, das mag er selbst nicht. Ich glaube auch, dass das nur ein verhältnismäßig kurzer Aggregatzustand war. Er hat dem Monster ins Gesicht geschaut und sich dann lieber wieder für den Frosch entschieden. Eigentlich für das Prinzendasein. Wenn da nur nicht dieser Fluch wäre, der ihn immer wieder in einen Frosch verwandelt!

Das ist eine gute Frage: Welche Seiten überwiegen für dich?

Der Prinz existiert ja nur in meiner Vorstellung. Ich sehe ihn schon, er kann sich selbst dagegen nur schemenhaft erkennen. Die Frage ist eher: Was mag ich am Frosch? Und womit komme ich nicht klar?

Fakt ist: Als Monster hat er mir sehr weh getan. Und das ist leider ausschlaggebend für den zweiten Wandklatscher gewesen. Der Frosch sagte, er hole mir jedes Mal die goldene Kugel aus dem Brunnen. Doch ich konnte es nicht mehr glauben. Ich hatte nicht genug Vertrauen, dass er sich jemals verwandeln könne. Obwohl er ja nach jedem Wandklatscher eine Wandlung vollzogen hat. Diese waren also durchaus wirkungsvoll.

Fakt ist auch: Einfach war es mit dem Frosch noch nie. Er wusste genau, diese eine Prinzessin kann ihn erlösen. Er wusste nur noch nicht, was diese Erlösung sein sollte. Deswegen ist er jedesmal wieder in den Brunnen gehüpft, wenn er gemerkt hat, wie stark er sich mit ihr verbunden fühlte.

Und was mag ich am Frosch? Er wäre ein bescheidener Prinz. Ganz so, wie ich eine bescheidene Prinzessin bin. Ich liebe es, ihn zu küssen - ganz im Gegensatz zum Märchen. Ich habe ihn gerne an meinem Tisch sitzen und lasse ihn auch gerne in meinem Bettchen schlafen ;-))) Er ist kein Frosch wie jeder andere. Er kann reden! Und das stundenlang!
 
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  • #7
AW: Wird der Froschkönig noch zum Prinzen?

Zitat von Lebensliebe:
Liebe Chillwoman,

ich kann gut nachempfinden, wie es dir geht, da ich selber Jahre in dieser Situation war. Und eben war es auf meiner Seite vor wenigen Tagen, dass er wieder in mein Herz einzog (nein kein weiteres Revival) - als spiritueller Freund
Danke Lebensliebe! Ich sollte deinen Thread dazu mal ganz lesen! Werde es nachholen!

Zitat von Lebensliebe:
- den Menschen zu Höfe zuhören - jedoch deinem Gefühl vertrauen und für dich entscheiden - es ist dein Leben und niemand
außer dir ist in der Lage nachzuempfinden was das zwischen euch war/ist - nicht mal jene, denen du viel von deiner
Geschichte erzählt hast (es sind immer nur Abrisse)
Das ist vollkommen richtig! Schon oft habe ich mir von den Menschen bei Hofe reinreden lassen. Oft, weil ich es brauchte. Machmal, weil sie Recht hatten. Und auch, weil es wichtig für mich war. Weil auch ich daran wachsen konnte. Es ist nur so: Niemand kennt unsere Beziehung, einige kennen noch nicht einmal den Frosch. Er ist ein schräger Typ, fern jeglicher Norm. Viele, die ihn kennen, mögen ihn nicht. Weil er nach außen hin so warzig, glitschig und hässlich wirkt.

Zitat von Lebensliebe:
- was macht ihn heute wieder so bezaubernd und gewachsen?
Ganz ehrlich? Als er nach dem letzten Wandklatscher wieder im Brunnen landete, stieß er tief unten am Grund auf eine alte weise Unke. Die stellt ihm viele Fragen, er gibt sich selbst die überraschendsten Antworten. Und weiß immer mehr, warum er ein Frosch ist. Außerdem: Weil er irgendwie mein Prinz ist und sich seine Prinzessin bin.

Zitat von Lebensliebe:
- warum hast du ihn an die Wand geworfen und wie war das Gefühl dabei, wie geht ihr miteinander um, was ist es, was dir gut tut im Zusammensein mit ihm?
Er hat, wie oben schon geschrieben, in meinen Privatgemächern gewütet und Wertvolles zerstört. Der erste Wurf an die Wand, war eine Befreiung! Weil ich für mich entschieden hatte. Gar nicht mal so sehr gegen ihn, sondern für mich.
Wir reden viel miteinander, sagen wie es uns geht, warum wir so und so gehandelt oder gesprochen haben. Wir reflektieren gemeinsam, wir sind eine Wachstumsgemeinschaft und gleichzeitig ein leidenschaftliches Liebespaar (egal, wie in uns oder um uns herum die Stürme getobt haben).

Zitat von Lebensliebe:
Das fällt mir schwer zu beantworten. Sicherlich die Gespräche. Sein Lächeln, seine Arme, seine Anwesenheit, seine Unterstützung bei den Widrigkeiten meines Lebensalltags. Es ist nicht so, dass ich einbreche ohne ihn. Ich bin gut alleine lebensfähig.

Zitat von Lebensliebe:
Nichts. Dieselbe Verunsicherung, ob ich ihn wieder reinlassen soll. Beim letzten Mal konnte ich nicht anders, als ihn an die Wand klatschen. Diesmal war es etwas überlegter, aber vielleicht doch eine Kurzschlusshandlung. Und genau darüber bin ich traurig. Dass ich uns nicht die Zeit und Chance gegeben habe, sondern vorschnell ausgestiegen bin.
 
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  • #8
AW: Wird der Froschkönig noch zum Prinzen?

Zitat von Chillwoman:
Danke Lebensliebe! Ich sollte deinen Thread dazu mal ganz lesen! Werde es nachholen!



Das ist vollkommen richtig! Schon oft habe ich mir von den Menschen bei Hofe reinreden lassen. Oft, weil ich es brauchte. Machmal, weil sie Recht hatten. Und auch, weil es wichtig für mich war. Weil auch ich daran wachsen konnte. Es ist nur so: Niemand kennt unsere Beziehung, einige kennen noch nicht einmal den Frosch. Er ist ein schräger Typ, fern jeglicher Norm. Viele, die ihn kennen, mögen ihn nicht. Weil er nach außen hin so warzig, glitschig und hässlich wirkt.


-------------------------
Womit wir uns im Außen befinden, und in unserer Gesellschaft dieses häufig wichtiger/ wertvoller erscheint. Mehr Schein als Sein!



Ganz ehrlich? Als er nach dem letzten Wandklatscher wieder im Brunnen landete, stieß er tief unten am Grund auf eine alte weise Unke. Die stellt ihm viele Fragen, er gibt sich selbst die überraschendsten Antworten. Und weiß immer mehr, warum er ein Frosch ist. Außerdem: Weil er irgendwie mein Prinz ist und sich seine Prinzessin bin.

----------------------------
Das ist doch ein guter Ansatz "irgendwie" kann dann mal weggeliebt werden...



Er hat, wie oben schon geschrieben, in meinen Privatgemächern gewütet und Wertvolles zerstört. Der erste Wurf an die Wand, war eine Befreiung! Weil ich für mich entschieden hatte. Gar nicht mal so sehr gegen ihn, sondern für mich.
Wir reden viel miteinander, sagen wie es uns geht, warum wir so und so gehandelt oder gesprochen haben. Wir reflektieren gemeinsam, wir sind eine Wachstumsgemeinschaft und gleichzeitig ein leidenschaftliches Liebespaar (egal, wie in uns oder um uns herum die Stürme getobt haben).

----------------------------------
Vielleicht kann eine gemeinsame Entscheidung (für die nächsten xx Monate/Jahre vereinbaren wir ein Paar zu bleiben) dazu führen, dass in eurer Wachstumsgemeinschaft während der Phasen der Tiefen oder der Schatten, die ans Tageslicht gelangen kein Wurf an die Wand stattfindet?



Das fällt mir schwer zu beantworten. Sicherlich die Gespräche. Sein Lächeln, seine Arme, seine Anwesenheit, seine Unterstützung bei den Widrigkeiten meines Lebensalltags. Es ist nicht so, dass ich einbreche ohne ihn. Ich bin gut alleine lebensfähig.

--------------------------------
Beziehungsarbeit - zB. Moellersche Zwiegespräche konsequent in einem gewissen Zeitraum können unglaublich viel in einer Wachstumsgemeinschaft :) bewegen!




Nichts. Dieselbe Verunsicherung, ob ich ihn wieder reinlassen soll. Beim letzten Mal konnte ich nicht anders, als ihn an die Wand klatschen. Diesmal war es etwas überlegter, aber vielleicht doch eine Kurzschlusshandlung. Und genau darüber bin ich traurig. Dass ich uns nicht die Zeit und Chance gegeben habe, sondern vorschnell ausgestiegen bin.
-------------------------
Na dann ist alles klar oder?

Herzlich
Lebensliebe
 
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  • #9
AW: Wird der Froschkönig noch zum Prinzen?

Zitat von Lebensliebe:
Vielleicht kann eine gemeinsame Entscheidung (für die nächsten xx Monate/Jahre vereinbaren wir ein Paar zu bleiben) dazu führen, dass in eurer Wachstumsgemeinschaft während der Phasen der Tiefen oder der Schatten, die ans Tageslicht gelangen kein Wurf an die Wand stattfindet?
Haha! Das genau haben wir nach dem ersten Wandklatscher und einer mehrwöchigen Auszeit getan! Vereinbart, dass wir die nächsten 6 Monate ein Paar bleiben. Das wäre bis Oktober gewesen ... Und ich bin ausgestiegen. Das ist ja das!

Zitat von Lebensliebe:
-------------------------
Na dann ist alles klar oder?
Echt? Mir brummt der Schädel ...
 
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  • #10
AW: Wird der Froschkönig noch zum Prinzen?

Wieso ist ständig vom Monster die Rede? In dem Märchen gibt es kein Monster. Allenfalls die Prinzessin.
Empfehlung wäre also: laß dich doch mal umgekehrt von ihm an die Wand klatschen. Vielleicht verwandelst du dich dann ja zumindest in eine Fröschin und ihr könnt glücklich werden. :)
 
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  • #11
AW: Wird der Froschkönig noch zum Prinzen?

Zitat von Heike:
Wieso ist ständig vom Monster die Rede? In dem Märchen gibt es kein Monster. Allenfalls die Prinzessin.
Empfehlung wäre also: laß dich doch mal umgekehrt von ihm an die Wand klatschen. Vielleicht verwandelst du dich dann ja zumindest in eine Fröschin und ihr könnt glücklich werden. :)
Gute Idee :))

Gut, dann nennen wir es nicht Monster, sondern sagen wir: Er hat mich auch schon an die Wand geklatscht. Und das hat verdammt wehgetan. Mit der Verwandlung ist das so eine Sache: Die funktioniert im Märchen gleich nach dem ersten Mal. Im echten Leben scheint es, als wären mehrere Anläufe vonnöten.
 
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  • #12
AW: Wird der Froschkönig noch zum Prinzen?

Menschen ändern sich nicht. Weder, wenn Sie es selbst wollen (dann maximal in Nuancen), noch, und erst recht nicht, wenn Sie unter Druck dazu aufgefordert werden.
Das ist meine Erfahrung.
W/45
 
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  • #13
AW: Wird der Froschkönig noch zum Prinzen?

wo liegt da eigentlich ein problem? wenn sich beziehung so emotionsgeladen und spannungsvoll, mit allen höhen und tiefen gestaltet - und beide halten das aus und können hoffentlich nicht nur darüber kommunizieren, sondern auch über sich lachen. könnte es denn besser sein?

oder fürchtest du, die hofstaatliche anerkennung zu verlieren, weil die dort normativ idealisierte ausgeglichenheit nicht erfüllt wird? selbst wenn sie den persönlichkeiten der protagonisten offenbar keinesfalls gerecht wird?
 
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  • #14
AW: Wird der Froschkönig noch zum Prinzen?

Zitat von Chillwoman:
Gute Idee :))

Gut, dann nennen wir es nicht Monster, sondern sagen wir: Er hat mich auch schon an die Wand geklatscht. Und das hat verdammt wehgetan. Mit der Verwandlung ist das so eine Sache: Die funktioniert im Märchen gleich nach dem ersten Mal. Im echten Leben scheint es, als wären mehrere Anläufe vonnöten.
Dann mußt du ihn bitten, dich eben noch ein paar weitere male an die Wand zu klatschen.
Oder verstehe ich was miß?
 
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  • #15
AW: Wird der Froschkönig noch zum Prinzen?

Was hat denn der Froschkönig davon, ein Prinz zu werden? Muss er sich dann ganz wie ein Prinz verhalten und die Prinzessin auf Händen tragen?
 
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  • #16
AW: Wird der Froschkönig noch zum Prinzen?

Zitat von equinox:
wo liegt da eigentlich ein problem? wenn sich beziehung so emotionsgeladen und spannungsvoll, mit allen höhen und tiefen gestaltet - und beide halten das aus und können hoffentlich nicht nur darüber kommunizieren, sondern auch über sich lachen. könnte es denn besser sein?

oder fürchtest du, die hofstaatliche anerkennung zu verlieren, weil die dort normativ idealisierte ausgeglichenheit nicht erfüllt wird? selbst wenn sie den persönlichkeiten der protagonisten offenbar keinesfalls gerecht wird?
Was den Hofstaat betrifft: Der steht fast uneingeschränkt hinter mir, auch wenn er mit dem Kopf schüttelt. Es ist weniger ein "ich mache ihm alles recht" als mehr ein "ich lass mir vielleicht zu viel reinreden".

Heute Morgen habe ich aus einem Chill-Kartenset (daher auch mein Name) eine Karte gezogen, auf der steht: "Respektiere deinen ureigensten Weg". Das sagt eigentlich schon alles.

Zur Frage, ob es denn besser sein könnte: In meinem Leben bin ich nicht alleine, sondern ich habe ein Kind. Das verändert einiges. Wie viele Höhen und Tiefen hält mein Kind aus? Kinder sind sensibel und feinfühlig. Sie spüren, wenn etwas nicht in Ordnung ist. Deshalb haben wir uns zu räumlicher Trennung und mehr Abstand entschieden. Aber sobald wir einen Höhenflug haben, ist von räumlicher Trennung kaum mehr was zu spüren. Vor einem Monat habe ich meinem Kind die komplette Trennung beigebracht. Nun soll er plötzlich wieder da sein!? Na ja, ganz unglücklich war es nicht, ihn gestern wiederzusehen ...
 
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  • #18
AW: Wird der Froschkönig noch zum Prinzen?

Zitat von Lilly29:
Was hat denn der Froschkönig davon, ein Prinz zu werden? Muss er sich dann ganz wie ein Prinz verhalten und die Prinzessin auf Händen tragen?
Er wollte von sich aus ein Prinz werden, nur der Fluch hat ihn nicht losgelassen. Das hat ihn verärgert.

Es geht hier gar nicht darum, die Prinzessin auf Händen zu tragen. Der Frosch im Märchen hat ja Bedürfnisse, die er erfüllt haben will. Er trägt diese stets ziemlich penetrant vor, solange, bis ihn die Prinzessin an die Wand knallt. Dieser Schritt ist ein wesentlicher für sie gewesen, genauso wie für ihn.

Ich habe dieses Märchen nicht gewählt, weil ich ein verträumtes Liebchen bin, das meint, man bräuchte nur den Frosch zu küssen und dann sei die Welt in Ordnung ...
 
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  • #19
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  • #20
AW: Wird der Froschkönig noch zum Prinzen?

Zitat von Chillwoman:
Der Frosch im Märchen hat ja Bedürfnisse, die er erfüllt haben will. Er trägt diese stets ziemlich penetrant vor, solange, bis ihn die Prinzessin an die Wand knallt. Dieser Schritt ist ein wesentlicher für sie gewesen, genauso wie für ihn.

Ich habe dieses Märchen nicht gewählt, weil ich ein verträumtes Liebchen bin, das meint, man bräuchte nur den Frosch zu küssen und dann sei die Welt in Ordnung ...
Ah, jetzt wirds interessant. Märchen eignen sich ja wirklich gut für narrative Küchenpsychologie.
Also er trägt seine Bedürfnisse vor, bis du ihn an die Wand knallst. Was passiert danach mit seinen Bedürfnissen: werden sie ihm dann erfüllt oder sind sie dann weg? Wenn sie weg sind, wäre das Andiewandknallen das Abknallen seiner Bedürfnisse. Wenn sie ihm hingegen erfüllt werden, wäre doch interessant, weshalb du ihm seine Bedürfnisse nur erfüllen kannst, nachdem du ihn an die Wand geknallt hast.
 
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  • #21
AW: Wird der Froschkönig noch zum Prinzen?

Zitat von Chillwoman:
Er wollte von sich aus ein Prinz werden, nur der Fluch hat ihn nicht losgelassen. Das hat ihn verärgert.

Es geht hier gar nicht darum, die Prinzessin auf Händen zu tragen. Der Frosch im Märchen hat ja Bedürfnisse, die er erfüllt haben will. Er trägt diese stets ziemlich penetrant vor, solange, bis ihn die Prinzessin an die Wand knallt. Dieser Schritt ist ein wesentlicher für sie gewesen, genauso wie für ihn.

Ich habe dieses Märchen nicht gewählt, weil ich ein verträumtes Liebchen bin, das meint, man bräuchte nur den Frosch zu küssen und dann sei die Welt in Ordnung ...
Naja, die Prinzessin hat ihm aber vorher etwas versprochen, was sie nicht eingehalten hat.
Sie will etwas haben und verspricht dem Frosch alles, ohne darüber nachzudenken, ob sie es auch halten will. Die Quittung bekommt sie dann später.
 
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  • #22
AW: Wird der Froschkönig noch zum Prinzen?

Zitat von Chillwoman:
Fakt ist auch: Einfach war es mit dem Frosch noch nie. Er wusste genau, diese eine Prinzessin kann ihn erlösen. Er wusste nur noch nicht, was diese Erlösung sein sollte. Deswegen ist er jedesmal wieder in den Brunnen gehüpft, wenn er gemerkt hat, wie stark er sich mit ihr verbunden fühlte.

Und was mag ich am Frosch? Er wäre ein bescheidener Prinz. Ganz so, wie ich eine bescheidene Prinzessin bin. Ich liebe es, ihn zu küssen - ganz im Gegensatz zum Märchen. Ich habe ihn gerne an meinem Tisch sitzen und lasse ihn auch gerne in meinem Bettchen schlafen ;-))) Er ist kein Frosch wie jeder andere. Er kann reden! Und das stundenlang!
Eine zweite Beziehungsphase mit einem Partner, obwohl es viele gute Gründe gab, sich zu trennen, das kenne ich auch. Und auch das zweite Mal ging schief, weil wir beide uns eben nicht geändert hatten, sondern nur wünschten wir hätten es getan.
Eine Frage habe ich an Dich: Willst Du den Prinzen oder bist Du auch mit dem Frosch glücklich? Magst/liebst Du nur die Vorstellung wie es sein könnte, wenn er doch endlich anders wäre?
Sein Wunsch, Du mögest ihn erlösen, bzw. seine Vorstellung, Du könntest es, halte ich für völlig fehlgeleitet. Kein Partner ist dafür da, den anderen zu erlösen. Er kann ihn bestenfalls bei seinem Weg der Veränderung begleiten. Abgesehen davon, dass Erlösung ein großes Wort ist, ist es meiner Meinung nach eine Überforderung und Zumutung für den Partner, der das Wunder vollbringen soll. Und für den, der erlöst werden will (tatsächlich?) so schön einfach: Denn er gibt die Verantwortung für sein So-Sein an den Partner ab. Wenn es nicht klappt, oder er am Froch leidet, dann ist er am Ende schuld, denn er könnte ihn ja erlösen, warum macht er es also nicht?
 
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  • #23
AW: Wird der Froschkönig noch zum Prinzen?

Zitat von Chillwoman:
. Wie viele Höhen und Tiefen hält mein Kind aus? Kinder sind sensibel und feinfühlig ...
nun, ich weiß ja nicht wie alt der nachwuchs ist, aber ich kenne fälle, in denen die kids sehr viel mehr verständnis für gelebte emotionalität im familiären kontext (einschl. heftigster trennungen, neuer partnerschaften und allen weiterungen) hatten als das erwachsene umfeld. die kids (mittlerweile fast 30) haben das störungsfrei verkraftet - und sind aus meiner sicht lebenstauglicher als die behüteten schätze. zweifellos, offenheit gegenüber den kindern - auch in den (selbst)zweifeln - war dabei immer priorität gewesen, aber da spielt natürlich auch das alter der kids eine rolle.
 
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  • #24
AW: Wird der Froschkönig noch zum Prinzen?

Liebes Forum,

erst einmal herzlichen Dank an dieser Stelle für euer Mitdenken! Auch wenn es die Märchen-Terminologie nicht ganz einfach macht ... Ihr gebt mir damit sehr wichtige Hinweise und Impulse, auf die ich selbst nicht gekommen wäre.

@Lilly29: Ja, die Prinzessin hat dem Frosch etwas versprochen. Damit kann ich mich jetzt nicht so sehr identifizieren, muss ich gestehen. Vielleicht habe ich das unbewusst, ja. Ich habe den Frosch als sehr stark und wenig bedürftig wahrgenommen.

Damit komme ich auch gleich zu deinem Post, Heike.

Zitat von Heike:
Also er trägt seine Bedürfnisse vor, bis du ihn an die Wand knallst. Was passiert danach mit seinen Bedürfnissen: werden sie ihm dann erfüllt oder sind sie dann weg? Wenn sie weg sind, wäre das Andiewandknallen das Abknallen seiner Bedürfnisse. Wenn sie ihm hingegen erfüllt werden, wäre doch interessant, weshalb du ihm seine Bedürfnisse nur erfüllen kannst, nachdem du ihn an die Wand geknallt hast.
So offensichtlich hat er seine Bedürfnisse nicht vorgetragen. Er hat sie mir als meine verkauft. Die einzige Bedürftigkeit, die ich ihm vielleicht andichten kann, ist die, mich für die einzige Frau zu halten mit der Gespräche in der unsrigen Art führen kann und mich für die einzige zu halten, mit der er sich vorstellen kann, eine harmonische Beziehung zu führen. Na ja, und wenn ich ihn an die Wand knalle, sind diese Bedürfnisse natürlich nicht erfüllt. Sie sind nach wie vor da und werden eben als Mangel erlebt.

Ich muss ihn übrigens nicht an die Wand knallen, um ihn attraktiv zu finden. Ich mag ihn auch so, als Frosch. Das an die Wand knallen ist ein Stellung beziehen, weil er sich die Grenzen nicht selber setzt und gehofft hat, ich setze sie ihm. Ist aber nicht mein Job in meinen Augen. Und wenn ich mir treu bleiben will, muss ich eben Stellung beziehen - das ist, weil es anders nicht möglich war, eben nur mit einem Wurf an die Wand zu realisieren gewesen.

Zitat von Heike:
Ah, jetzt wirds interessant. Märchen eignen sich ja wirklich gut für narrative Küchenpsychologie.
Diesen Begriff habe ich jetzt schon häufiger gelesen! Durch Zufall bin ich auf eine psychologische Märchendeutung zum Froschkönig gestoßen (von Hans Jellouschek, einem namhaften Psychologen) und fand das Bild mit dem an die Wand knallen ganz passend. So jedenfalls nach dem ersten Wurf. Denn da gab es wirklich spürbar eine Veränderung, von der er sagte, sie würde ihm ganz leicht fallen.

@ Else: Ja, der Wunsch nach Veränderung kann natürlich bei beiden so stark sein, aber die Bereitschaft oder die Fähigkeit dazu weitaus geringer. Ich erwarte nichts von heute auf morgen. Ich glaube, das wäre auch alles nicht so schwierig für mich, wenn er sich nicht zeitweise sehr destruktiv verhalten hätte. Danach sank mein Vertrauen auf Kieselsteingröße. Auf dieser Basis ist es schwierig zu sagen: Wir lassen uns Zeit und die Dinge sich entwickeln.

Ich glaube, es war sein Wunsch, ich möge ihn erlösen, ja. Durch meine Würfe an die Wand, insbesondere den letzten, findet langsam ein Umdenken statt: Er kann sich nur selbst erlösen. Dazu hat er inzwischen - ziemlich ungewollt, aber schicksalshaft - auch Hilfe von außen bekommen. Ich möchte keinen Partner mehr erlösen. Ich habe viele Jahre dazu geneigt und sicher ist eine Nuance dazu noch da. Doch das war, zumindest bewusst, in dieser Beziehung nie meine Intention!

@equinox: Schwer zu sagen. Natürlich will ich mein Kind nicht in Watte packen. Aber durch eine Trennung, auch wenn es damals noch sehr klein war, ist es schon "vorbelastet". Ich habe ein super Verhältnis zum Vater, und für unser Kind ist es schwer zu verstehen, warum wir dann nicht zusammensein können. Er hat eine feste Partnerin. Und ich wünsche mir Kontinuität. Ich will ihm nicht jedes Jahr einen neuen Partner vor die Nase setzen. Mein Frosch und mein Kind kamen gut miteinander aus. Trotzdem gab es in den vergangenen Monaten viele Auseinandersetzungen zwischen mir und dem Nachwuchs, was sicherlich auch der emotional angespannten Situation meiner selbst geschuldet war. Der "alte Freund" wäre mir jedenfalls lieber als in 12 Monaten wieder einen ganz neuen, was mein Kind betrifft.
 
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  • #25
AW: Wird der Froschkönig noch zum Prinzen?

Du hast Dich irgendwann in einen Frosch verliebt. Anders als im Märchen, war er schon immer ein Frosch.
Er war noch nie ein Prinz.
Das ist auch nicht schlimm, wenn Du ihn ein Frosch sein lassen könntest.
Mittlerweile kennt er das Problem und weiß wie er sein muß, damit er Dich bekommt und darum kann er für eine kurze Zeit perfekt einen Prinzen imitieren. Aber er ist ein Frosch.
Es ist nicht nur für Dich anstrengend, sondern auch sehr schmerzlich für den Frosch. Lass ihm doch die Möglichkeit eine nette Froschdame zu finden, die ihn so will wie er ist oder gerade darum will weil sie einen Frosch will.
Bei Dir wird er nicht nur die Idee entwickeln, dass er ein Frosch ist, sondern auch dass Frösche eklig und nicht liebenswert sind und so lange an die Wand geklatscht werden müssen bis sie endlich etwas anderes geworden sind. Das muß man niemanden antun.
 
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  • #26
AW: Wird der Froschkönig noch zum Prinzen?

Liebe Chillwoman,

mir drängt sich ja die ganze Zeit mehr die Geschichte vom fliegenden Holländer auf, diesem unheimlichen Gesellen, der die einzige Frau, die ihn rettet mit in den Tod nimmt.

Deine Märchenparallele fasziniert mich vor allem dadurch, dass die so klare und frische Chillwoman, die im Verantwortungsthread so klar auf den Punkt bringen kann, wie Männer sich auf ihre "lerned helplessness" zurück ziehen, hier als typische Prinzessin auftritt, die es dem Hofstaat, dem Prinzen, und der Gefolgschaft (Kind) recht zu machen hat. Und der Prinz ist ja nach der Werbungsphase die deutlich mächtigere Figur.

Unser Leben ist aber kein Märchen, auch wenn es manche interessante Erkenntnis daraus geben mag, die märchenhafte Wendung am Schluß bleibt ja im richtigen Leben aus.

Wenn wir uns also diesen an die Wand geworfenen Frosch so im richtigen Leben anschauen, dann werden den natürlich nach dem Wandwurf erst mal alle möglichen Blessuren plagen und entsprechend wird er vorsichtig sein. Sobald aber die blauen Flecke verblasst sind, scheint er doch die Lektion vergessen zu haben. Wie soll er auch aus dem Schock lernen.

Was er aber irgendwann in seinem Leben gelernt zu haben scheint, ist ja dir Verantwortung für sein Leben zu übertragen, sodass du dich auch noch als Prinzessin fühlst. Diese "du bist die einzige Frau-Kiste" ist eine ganz heikle Sache. Mir ist nicht ganz klar, bei wem von euch beiden das Gefühl, ohne den anderen nicht leben zu können eigentlich stärker ist.

Ich meine auch, du solltest auf deinen Bauch hören, was du tun sollst. Es scheint ja, dass dieser Mann dir etwas zu sagen hat.

Liebe Grüße und danke, dass du deine Geschichte so offen mit uns teilst.
Carlo
 
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  • #27
AW: Wird der Froschkönig noch zum Prinzen?

Hm, Chillwoman, beim Lesen hab ich mir gedacht: macht die es sich nicht etwas schwer, ihre Geschichte entlang des Froschkönigmärchens zu erzählen, wenn sie denn an so vielen Stellen zugeben muß, daß sie dies gar nicht so meint und jenes doch ganz anders sei als in dem Märchen. Schleppt sie das Märchen so mit, ohne so recht zu wissen, weshalb? Aber es hat ja sicherlich seine Gründe, daß du es so inszenierst und dem treu bleibst, und das ist ja auch interessant. Mein Blick wird dann auf die Frage gelenkt, weshalb du die Geschichte so erzählen möchtest, und meinem Eindruck nach bleibt das sehr unterbelichtet in deinen eigenen Stellungnahmen zu der Geschichte. Und auch gewissermaßen innerhalb der Geschichte hängst du die Dinge stark an dem Mann auf. Er soll aus irgendwelchen Gründen der Froschkönig sein. Inwiefern du die Prinzessin bist, und weshalb, das scheint dich weniger zu interessieren.
Ich bemerke da so ein Überkreuz von behauptendem Inhalt und offenbarender Form. Im INhalt möchtest du mitteilen, daß der Mann dir die Verantwortung zuschiebt. In der Form geschieht es genau umgekehrt: du schiebst sie andauernd ihm zu. So etwas wie das Andiewandklatschen, das ja offenbar die zentrale Begebenheit ist, um die herum die ganze Geschichte aufgezäumt ist: Das ist ja erstmal Handlung der Prinzessin, deiner. Wenn man das Märchen liest, insbesondere wenn man sich selbst ja an diese Stelle dieser Prinzessin setzt, böte es sich an, diese Handlung aus ihr heraus zu verstehen, aus ihren Wünschen, Unklarheiten, ihrer Entwicklung. Genau das tust du aber offenbar gar nicht, zumindest kommt davon nichts zum Ausdruck. Stattdessen kreist du wieder um ihn, indem du es so darstellst, daß er das braucht und sich gewissermaßen wünscht, daß du ihn an die Wand klatschst. Und daß du selbst das ja eigentlich gar nicht so möchtest.

Und nein, ich glaube nicht, daß die Situation so ist, daß du ihm eben einfach auch mal ein bißchen Verantwort lassen willst, weil er ja so wenig übernimmt. :)
 
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  • #28
AW: Wird der Froschkönig noch zum Prinzen?

Zitat von susann:
Mittlerweile kennt er das Problem und weiß wie er sein muß, damit er Dich bekommt und darum kann er für eine kurze Zeit perfekt einen Prinzen imitieren. Aber er ist ein Frosch.
Bei Dir wird er nicht nur die Idee entwickeln, dass er ein Frosch ist, sondern auch dass Frösche eklig und nicht liebenswert sind und so lange an die Wand geklatscht werden müssen bis sie endlich etwas anderes geworden sind. Das muß man niemanden antun.
Ich sehe und erlebe das anders. Ich suche keinen perfekten Prinzen. Ich suche einen Mann, an und mit dem ich wachsen kann. Das haben die Prinzessin im Märchen und ich vielleicht gemeinsam, nur, dass sie sich dessen nicht bewusst war, als ihr die Kugel in den Brunnen sank.

Ein Teil von mir liebt diesen Frosch - und zwar deshalb, weil er ein Frosch ist.
Ein anderer Teil von mir leidet unter seinem Verhalten, das gegen sich selbst und gegen mich gerichtet sehr destruktiv sein kann. Er leidet übrigens selbst darunter. Und es war von Anfang an sein Wunsch, sich zu verändern, ein neues Leben zu beginnen. Die Weichen dafür hatte er schon gestellt, bevor wir uns kennengelernt haben.

Selbst wenn er eine nette Froschdame findet eines Tages, werden ihn die Gründe für sein Verhalten wieder einholen. Es wäre nur eine Verschiebung.
 
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  • #29
AW: Wird der Froschkönig noch zum Prinzen?

Zitat von susann:
Du hast Dich irgendwann in einen Frosch verliebt. Anders als im Märchen, war er schon immer ein Frosch.
Er war noch nie ein Prinz.
Das ist auch nicht schlimm, wenn Du ihn ein Frosch sein lassen könntest.
Mittlerweile kennt er das Problem und weiß wie er sein muß, damit er Dich bekommt und darum kann er für eine kurze Zeit perfekt einen Prinzen imitieren. Aber er ist ein Frosch.
Es ist nicht nur für Dich anstrengend, sondern auch sehr schmerzlich für den Frosch. Lass ihm doch die Möglichkeit eine nette Froschdame zu finden, die ihn so will wie er ist oder gerade darum will weil sie einen Frosch will.
Bei Dir wird er nicht nur die Idee entwickeln, dass er ein Frosch ist, sondern auch dass Frösche eklig und nicht liebenswert sind und so lange an die Wand geklatscht werden müssen bis sie endlich etwas anderes geworden sind. Das muß man niemanden antun.
Na, dann tu es ihm doch nicht an. Gerne auch im Plural: tut es ihm nicht an. Ich finde wirklich bemerkenswert, wie so ziemlich alle einfach die Strategien der Erzählerin so fortsetzen, als würden sie glauben, aus dem Fenster zuzuschauen. Nein, tut ihr nicht. Tatsächlich erfahren wir über diesen Mann relativ wenig. Wir erfahren eine Menge über die Erzählerin und ihre Strategien. Der Mann ist auch hier nicht dabei. Mit ihm können wir uns nicht austauschen. Mit der Erzählerin schon.

Ein wenig lustig ist das natürlich schon, Susann, wenn du mehrmals mit aller Inbrunst betonst, dieser Mann sei ein Frosch, darauf basierend den Ratschlag erteilst, die Erzählerin solle sich von ihm trennen, weil er im Kontakt zu ihm noch darauf kommen könnte, ein Frosch zu sein. DAs klingt so gut und verständnisvoll. Aber ich sags mal ganz simpel: wenn er ein Frosch ist, darf er merken, daß er einer ist. Wenn er keiner ist, solltest du der Erzählerin nicht mehrmals versichern, er sei ein Frosch.

Es ist wirklich ein Phänomen, wie oft hier so abstrakt und abgehoben von Selbsterfahrung usw. gefaselt wird, und wie wenig sie konkret vollzogen wird. Als wäre es kollektives Ziel, einander gemeinsam vor Selbstreflexion zu bewahren. DAs kann ein wohlgemeintes Ziel sein. Ob es ein gutes ist, ist ne andere Frage.
 
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  • #30
AW: Wird der Froschkönig noch zum Prinzen?

Zitat von Heike:
Hm, Chillwoman, beim Lesen hab ich mir gedacht: macht die es sich nicht etwas schwer, ihre Geschichte entlang des Froschkönigmärchens zu erzählen, wenn sie denn an so vielen Stellen zugeben muß, daß sie dies gar nicht so meint und jenes doch ganz anders sei als in dem Märchen. Schleppt sie das Märchen so mit, ohne so recht zu wissen, weshalb? Aber es hat ja sicherlich seine Gründe, daß du es so inszenierst und dem treu bleibst, und das ist ja auch interessant.
Bevor ich das Märchen postete, hatte ich meine Geschichte aus den vergangenen Monaten naturgetreu aufgeschrieben. Ich habe mich damit mehr als nackt gefühlt. Ich möchte nicht alles breittreten, was zwischen uns vorgefallen ist. Gleichzeitig merkte ich, dass ich gerne Feedback zur aktuellen Situation haben wollte - und zwar von Menschen, mit denen ich nicht schon ohnehin die ganze Zeit im Austausch stehe wegen meiner Partnerschaft. Das war mir wichtig. Deshalb fiel mir spontan die Märchenform ein. Und ja: Als ich die Interpretation von Jellouschek überflogen habe, blieb ich tatsächlich am Wandklatscher hängen. Weil er symbolhaft für das steht, was zwischen uns vorgefallen ist: Ich schmeiße ihn raus, und erkennt dadurch etwas, was vorher trotz vieler Worte und Gesten nicht möglich war. Der Wandklatscher hat es mir angetan. Deswegen habe ich den Rest einfach "adoptiert", ohne mir Gedanken zu machen, welche Parallelen ich zur Prinzessin habe oder nicht. Es gibt ein anderes Märchen, das viel treffender passen würde. Mir fiel in meiner Not gestern eben der Froschkönig ein.

Zitat von Heike:
Und auch gewissermaßen innerhalb der Geschichte hängst du die Dinge stark an dem Mann auf. Er soll aus irgendwelchen Gründen der Froschkönig sein. Inwiefern du die Prinzessin bist, und weshalb, das scheint dich weniger zu interessieren.
Sehr treffend bemerkt: Ich bin immer sehr bei ihm, hänge die Dinge stark an ihm auf. Passiert mir ständig. Ist doch klar: Das ist die beste Ablenkung, um nicht auf mich schauen zu müssen. Da guck ich zwar auch hin, in den letzten Wochen verstärkt, doch ich bin noch nicht bereit, den nächsten Schritt zu gehen. Weil ich Angst habe vor dem Scheitern. So kommt es eben, dass ich den Frosch in all seinen Facetten zu studieren versuche. Danke, dass du mir das mit deiner Bemerkung noch einmal bewusst gemacht hast!

Zitat von Heike:
Das ist ja erstmal Handlung der Prinzessin, deiner. Wenn man das Märchen liest, insbesondere wenn man sich selbst ja an diese Stelle dieser Prinzessin setzt, böte es sich an, diese Handlung aus ihr heraus zu verstehen, aus ihren Wünschen, Unklarheiten, ihrer Entwicklung.
Ganz konkret ist es so, wie weiter oben schon mal beschrieben, meine Ähnlichkeit zur Prinzessin: Ich habe es versäumt, Stellung zu beziehen. Ich wollte so sehr die Kugel, drücken wir es mal als "Partnerschaft mit einem interessanten Mann" aus, dass ich ihm dafür vieles angeboten habe. Dinge, die gegen mich selbst gingen. Wovon ich aber nichts merkte, weil ich schon von klein auf gelernt habe, die Füße still zu halten. Für mich war alles gut. Bis mein ausgeprägtes Bauchgefühl sich eines Tages einschaltete und sagte: Hier stimmt was nicht, Chillwoman! Schau da mal genauer hin! Doch da war es schon zu spät, um Stellung zu beziehen, ohne ihn dafür an die Wand klatschen zu müssen. Das ist mein Anteil.

Zitat von Heike:
Stattdessen kreist du wieder um ihn, indem du es so darstellst, daß er das braucht und sich gewissermaßen wünscht, daß du ihn an die Wand klatschst. Und daß du selbst das ja eigentlich gar nicht so möchtest.
Ist wirklich so, er drückte es so aus: Wenn du mir alle Freiheiten lässt, dann nehme ich mir die auch! Und hier sind wir wieder beim Thema Verantwortung: Ist es meine Aufgabe, ihm eine Mutter zu sein, die ihm das 1x1 einer zwischenmenschlichen Beziehung beibringt? Im 5. Lebensjahrzehnt dürfte ein Mensch erwachsen genug sein, selbst reflektieren zu können. Geht aber nicht und das hat auch seine Geschichte. Deswegen war ich das Korrektiv. Aber ich war selbst so unsicher, weil ich es nie gelernt habe, jemandem Grenzen aufzuzeigen.

Damit dürfte ziemlich gut klar werden, warum gerade wir uns begegnet sind ...