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  • #61
Die Frage wäre dann, wann etwas ein eigener Gedanke, eine eigene Meinung ist. Das finde ich gar nicht so leicht zu definieren. ...
Es ist doch wie mit der Kleidung. Für so etwas wie einen eigenen Stil ist es auch nicht nötig, die Sachen selber zu nähen. Daß man Meinungen generell einkauft, ist entsprechend was anderes, als sie sich konkret von einer Person rauslegen zu lassen. Und aufs Threadthema gemünzt ist eben die Frage: wie weit würdet ihr euch nicht nur Kleidung von eurem Partner kaufen oder rauslegen lassen, sondern auch Meinungen?
 
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Dr. Bean

  • #62
Es ist doch wie mit der Kleidung. Für so etwas wie einen eigenen Stil ist es auch nicht nötig, die Sachen selber zu nähen. Daß man Meinungen generell einkauft, ist entsprechend was anderes, als sie sich konkret von einer Person rauslegen zu lassen. Und aufs Threadthema gemünzt ist eben die Frage: wie weit würdet ihr euch nicht nur Kleidung von eurem Partner kaufen oder rauslegen lassen, sondern auch Meinungen?
Ja das ist wie mit Müllwagen, die die Tonnen lernen. Die Frage ist: warum kann Frau nicht auch mal den Müll rausbringen, wenn sie doch jetzt auch überall in die Vorstandsetagen einziehen wollen !

Oder Holstein Kiel, nur weil sie jetzt vielleicht nicht die Lizenz für die erste Liga kriegen kann der Vfl noch aufsteigen. Und wenn dann erste Liga im Ruhrstadion gespielt wird, dann müssen die Tauben aus dem Stadion verschwinden, u.U. verlieren die dann ihre Nistplätze, ja und dann? Dann ist die kacke richtig am dampfen !!!!
 
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*Andrea*

  • #63
Es ist doch wie mit der Kleidung. Für so etwas wie einen eigenen Stil ist es auch nicht nötig, die Sachen selber zu nähen. Daß man Meinungen generell einkauft, ist entsprechend was anderes, als sie sich konkret von einer Person rauslegen zu lassen. Und aufs Threadthema gemünzt ist eben die Frage: wie weit würdet ihr euch nicht nur Kleidung von eurem Partner kaufen oder rauslegen lassen, sondern auch Meinungen?
Wenn ich es richtig verstanden hatte, dann gab's ja niemanden im Forum (jedenfalls nicht in diesem Thread), der oder die sich die Kleider kaufen oder rauslegen lassen würde. Hingegen gab es einzelne, die schon für andere die Kleider rausgelegt haben. Und das tust/tätest du doch auch gar nicht so ungern mit den Meinungen, oder irre ich da?
 
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  • #64
Wenn ich es richtig verstanden hatte, dann gab's ja niemanden im Forum (jedenfalls nicht in diesem Thread), der oder die sich die Kleider kaufen oder rauslegen lassen würde. Hingegen gab es einzelne, die schon für andere die Kleider rausgelegt haben. Und das tust/tätest du doch auch gar nicht so ungern mit den Meinungen, oder irre ich da?
Ach, das ist so anstrengend. Ich lass mir lieber die Meinungen rauslegen.
 
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  • #65
Ach, das ist so anstrengend. Ich lass mir lieber die Meinungen rauslegen.
Tatsächlich habe ich eine für mein Empfinden selbstbewusste kluge Frau kennengelernt, die immer ihren Mann gefragt hat, wen sie wählen soll...
Nun stellt sich die Frage, warum? Hat sie ihm mehr Kompetenz in politischen Fragen zugetraut oder wollte sie später ihre Hände in Unschuld waschen, wenn die Wahl nicht die gewünschten Ergebnisse gebracht hat? Das habe ich nicht herausgefunden :)
 
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  • #66
Aber eine Fernbeziehung über mehr als 400km kostet auch eine Menge Kraft.
Kommt drauf an wieviel Zeit man miteinander mit dieser Machart effektiv verbringen kann, so ganz pragmatisch aufs Total gesehen. Wenn man mindestens die halbe Zeit zusammen ist mag es gut aussehen, ansonsten eher nicht. Für mich ist ununterbrochene Nähe, alles an einem Ort konzentriert, mit der Zeit sogar beengend, da ich zwischendurch etwas raus muss... in der Welt umherwandern. Zuviel Distanz oder Absenz ist ab einem Mass Gift für die Liebe, aber ebenso wird chronische übertriebene Nähe als beengend und zu intim angesehen für die Freiheit.

Das ist allerdings aus der Sicht von jemandem der 36 J single war und weder in einem künstlich aufgeblähten Freundeskreis "umherwühlt" noch gerne Leute umarmt... selbst Hand geben bereits ziemlich intim. Ich bin kein sozialer "Partnermensch", meine Freundin übrigens auch nicht denn sie tratscht weder gerne rum (ausser mit mir) noch besucht sie gerne Kaffees.

Es war für mich nie das oberste Begehren um mit jemandem das Bettchen zu teilen und nach dem Aufstehen täglich zu tratschen. Ansonsten hätte ich sicher schon ab 18 oder gar früher ein Partner krankhaft gesucht, selbst wenn diese Beziehung bald zerbrechen könnte. Allerdings bin selbst ich als Mensch bis zu einem bestimmten Mass sozial, jeden Tag muss dieser Ablauf und Nähe bei aller Liebe jedoch nicht sein, sondern der richtige Mix aus Nähe und Distanz. Früher war Partnerschaft für mich unmöglich, da zu intim, zu aufwendig und es raubte mir auch erforderte Freiheiten. Heutzutage fühle ich mich mit etwa 50% dieses Kuchens wohl, fühle mich mit diesem Format sogar wohler als ohne. Momentan ist es für mich das schönste Lebensgefühl wo meine sonstigen Freiheiten dennoch gewahrt bleiben. Beim Zusammenkommen wird die Zeit allerdings fast 100% uns gewidmet, da hat es nichts mehr was azwischensteht, deswegen maximal intensiv. Wir gehen dann auch zusammen
raus in die Wildnis und fühlen miteinander intensiver denn je. Das ist einfach ein anderes Beziehungsformat, Abseits vom Mainstream aber es kann funktionieren mit eigenen Vorzügen.

Klar, wir sprechen von Partnerschaft, nicht Sex, weil Partnerschaft ist ein umfassendes Gesamtpacket mit Tiefe. Sex ist hingegen... nur Sex, das sind ganz andere Beziehungskategorien und auch Liebesformen.
 
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  • #67
Es ist sogar tendenziell so das die Meisten mit zu viel Nähe gar überfordert sind, das kann man an der Masse alleinerziehender (nicht alleinstehend) Mütter gut erkennen; ein echtes Phänomen, jedoch statistisch schwer runterzutracken weil immer mehr Konkubinat-Partnerschaften betroffen.

Ich sehe also bei konventionellen Partnerschaftsmodellen markante Schwachpunkte. Oft wird Liebe förmlich erstickt oder erdrückt und immer mehr zu einer sachlichen Beziehung wo nur noch beide für Beruf und Kind "funktionieren" müssen. Dass so langsam das Herz flöten geht ist alles andere als verwunderlich. Dazu kommt eine sowieso bereits schwache Spiritualität, ein essentielles Fundament geht hierbei von Anfang an drauf oder war noch nie vorhanden. Wenn man dann bereits pragmatisch mit mässig Liebe in diese Beziehung reingeht und es hierbei sogar immer sachlicher wird, dann zerscherbelt selbst eine ansonsten gut vorhandene Liebe.

Das alles wird nie mein Weg sein. Auch wenn Realismus notwendig ist so trage ich meine Liebe stets auf den Flügeln einer phantastischen Romantik und lasse diesen Feuersturm auch nie untergehen solange ich es nähren kann. Nie würde ich es der Sachlichkeit opfern, da es nunmal nicht sachlich ist. Klar kommen später sachliche Bereiche dazu, besonders im Zusammenhang mit Kindern welche quasi in feste Daseinsformate reingezwängt werden wo dann die Eltern fast blind gehorchen müssen. Denn man macht das Kind eigentlich nicht für die Liebe, es dient vielmehr der Gesellschaft in verstaatlichter Form die dessen Zukunft kontrollieren möchte, damit es genau so wird wie gesellschaftlich vorgesehen. Das muss mir keiner glauben, das ist einfach meine Wahrnehmung... deswegen wird genau dieser Bereich das grösste Hindernis. Ausweichen kann man hier nur wenn beide Elternteile mit maximaler Wucht an einem Strang ziehen mit viel Homeschooling und indem viel rumgereist wird (da es das begrenzte Weltbild aufbricht). Das sind jedoch raffinierte Angehensweisen welche nur wenigen offen stehen um dem Kind mehr Entwicklungsspielraum zu geben.

Allgemein ist die explodierende Anzahl Kinderkrippen eine bedenkliche Entwicklung. Trotz einer überbrausenden völlig dem Supermaterialismus überbordenden Wirtschaft wird "innige Liebe" immer mehr aufs Abstellgleis gestellt, ein echter Irrsinn der sich unlängst frontal gegen den Menschen richtet. Die Gier nach diesem Materialismus kann nie stillen weil es je mehr Masse involviert desto weniger erreicht es das Herz. Für uns ist deswegen klar dass Finanzen und Güter eine nur untergeordnete Rolle spielen; Zeit für innige Liebe kostbarer als alles was es sonst noch gibt.
 
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  • #68
Wer heutzutage noch auf die Idee käme dass man hierzulande verhungern könnte der hat eine noch phantastischere Sichtweise als ich. Im Supermarkt ist alles mit so viel Ware vollgestopft dass es nach nur einem Windhauch fast aus den Regalen fällt. Würde man diese rausgeflogene Ware jedoch ohne Bezahlung rauskarren dann winkt eine flotte Anklage von einer Instanz welche regelmässig Menschen ausbeutet sowie benutzt für Milliardengewinne. Wobei diese..., als einzige wirklich essentielle Kosten da man ansonsten verhungern könnte, hierzulande gerade mal noch etwa 10% des Gesamtbudgets ausmachen. So wertlos ist Nahrung geworden und dennoch machen Machtinstanzen damit exorbitante Gewinne, während der Bauer allgemein von dem lebt was er auf dem Feld "abgezwackt" hat.

Das was wirklich belastet sind staatlich verordnete Fixkosten und die unheimliche Gier jeglicher Machtinstanzen.

Ich mache mir eigentlich nur Sorgen um die Liebe, falls sie zu kurz käme... und um die spirituelle Entwicklung meiner Kinder.
 
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  • #70
Ich behaupte mal, dass da nichtmals eine Korrelation existiert, geschweige denn ein kausaler Zusammenhang.
 
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  • #71
Für mich ist Nähe sehr wichtig. Das bedeutet aber nicht, dass ich ein eifersüchtiger Kontrollfreak bin.
Wichtig ist doch, dass beide Partner mit Nähe oder Distanz gleichermaßen gut umgehen können.
Nähe bedeutet für mich, dass der Mann an meiner Seite bester Freund, Partner und Geliebter in Personalunion ist, dass ich mit ihm die Dinge besprechen kann, die mich bewegen und dass auch ich für ihn da bin, wenn er mich braucht. Ich liebe es, Dinge mit ihm gemeinsam zu planen und zu erleben. Ich möchte vertrauen und mich auf ihn verlassen können. Das biete ich im Gegenzug auch.
 
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  • #72
Ich denke, das Nähebedürfnis ist eine der wichtigsten Faktoren in einer Partnerschaft die übereinstimmen müssen - und eine der Punkte wo man vermutlich keine Kompromisse eingehen sollte... Denn Veränderung ist hier vermutlich nicht so einfach möglich.
 
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  • #73
Nähe bedeutet für mich, dass der Mann an meiner Seite bester Freund, Partner und Geliebter in Personalunion ist, dass ich mit ihm die Dinge besprechen kann, die mich bewegen und dass auch ich für ihn da bin, wenn er mich braucht. Ich liebe es, Dinge mit ihm gemeinsam zu planen und zu erleben. Ich möchte vertrauen und mich auf ihn verlassen können. Das biete ich im Gegenzug auch.
Kann ich kaum nachvollziehen, weil das hat kaum was mit Nähe zu tun.

Besprechen und planen kann ich auch per Mail falls gerade nicht vor Ort. Ich würde nie etwas besprechen dass uns nicht bewegt, weder von nah noch fern. "Vertrauen und verlassen können" ist unabhängig von Nähe. Zwar meinte mal eine Russin dass sie nur jemandem vertraut dem sie in Natura umarmen kann. Heisst aber nicht dass man nur noch während dem Klammern vertraut sondern wenn es einmal klammerte. Selbstverständlich erwarte ich dasselbe von meinem Partner, ob er jetzt in Timbuktu sitzt oder gerade an meinem Hals knabbert.

Mein Weltbild ist schon klar anders. Nähe hat man auf verschiedenen Ebenen, wenn man sich erstmal nahe ist dann ist man selbst in der Ferne noch nah, da der Mensch spirituell selbst auf Distanz sich noch verbinden kann. Allerdings ist die nächste Nähe natürlich in jeder Hinsicht das Nonplusultra, da hier alle Ebenen zusammenkommen auf dem kürzesten Weg. Wenn man allerdings sensibel ist und solche Nähe intensiv wahrnimmt kann es auch ab einem Punkt zuviel werden, dann braucht es wieder ein wenig Distanz um sich zu sammeln. Das nächste Treffen kann dafür umso intensiver sein, ein wenig Sehnsucht tut gut. :rolleyes:
Ich denke, das Nähebedürfnis ist eine der wichtigsten Faktoren in einer Partnerschaft die übereinstimmen müssen -
Sicher....

Nur empfindet jeder Nähe anders: Würde ich nicht lieben dann könnte mich jemand gerade umarmen und es geht mir in etwa so nah wie ein geknickter Stinkstiefel im untersten Morastloch.

Wenn ich jemand innig liebe dann werde ich nur schon vom Händeschütteln elektrisiert und bei der Umarmung fegt es mich vom Platz. Allerdings kann dieser Zustand auf Dauer süchtig machen und wie mit jeder Sucht gibts oft Nebenwirkungen. Ein wenig Distanz dazwischen hilft um den Liebeskopf wieder etwas durchzupusten und um die Welt wieder etwas neutraler zu sehen, denn Hochmut kommt vor dem Fall.

Selbst ein kurzes Mail von einer Geliebten schafft bereits mehr Nähe als ein klebriger Händeschüttler inklusive 1h Geplappere von jemandem der mir lediglich amtlich zertifiziert "die Welt beibringen will".

Nähe und Verbundenheit ist zwar auch körperlich, jedoch beiweitem nicht nur körperlich.
Wie kommst Du zu dem Schluss, dass, nur weil jemand alleinerziehend ist, diese Person automatisch ein Problem mit Nähe hat?
Habe ich nie behauptet... das wurde offenbar aus den Fingern gesaugt.

Erstens kann es jeden der ehemaligen Partnern betreffen mit diesem "Näheproblem", zweitens braucht es meist viel bis man ein Kind hat, das entscheidet man meistens ziemlich überlegt. Oft erst wenn Partnerschaft auf sicher sein sollte, jedoch falsch gedacht: Es ist gerade bei zu viel Nähe alles andere als sicher da das Konfliktpotential ansteigt, man kann effektiv nicht mehr ausweichen.

So oder so, das falsche Mass von Nähe ist ein Risikofaktor, nicht jedoch die Ursache. Ich habe nie behauptet dass es die Ursache ist sondern es als Risikofaktor angedeuted, gerade wenn man meint dass es nie zuviel Nähe sein kann, das wäre ein Irrtum: Es kommt auf den Mensch an und wie innig überhaupt geliebt wird.
 
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  • #74
Ich behaupte mal, dass da nichtmals eine Korrelation existiert, geschweige denn ein kausaler Zusammenhang.
Oh doch... je mehr Trouble im Haus desto mehr machen sich Risikofaktoren bemerkbar da eine Stressituation entsteht, erst dann zeigt sich wie stark Liebe wirklich ist. Die einten werden mit diesem Test stärker gebunden (Survival of the Fittest) und andere scheitern daran.

Liebe muss Stress aushalten, erst dann zeigt sich ihr wahrer Kern und ob es grundsolide war.

Eine Trennung ist nichts anderes als eine erzwungene Distanz mit brachialem weil liebesraubendem Ausmass, oft mit permanenten Folgen.

Eine unerzwungene dynamische Distanz kann zwar Liebe reduzieren, beugt jedoch auch Risiken vor da es hilft mit Stress und Sucht besser zu haushalten.
 
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  • #75
Ich denke, das Nähebedürfnis ist eine der wichtigsten Faktoren in einer Partnerschaft die übereinstimmen müssen - und eine der Punkte wo man vermutlich keine Kompromisse eingehen sollte... Denn Veränderung ist hier vermutlich nicht so einfach möglich.
Das sehe ich auch so.
Ein einsamer Wolf, der viel Distanz braucht, kann sich nicht zur Nähe zwingen. Und jemand, der viel Nähe braucht, kann versuchen, darauf zu verzichten - hab ich mal, aber es ging schief. Erst hatte ich nur gelitten, manchmal Tage gewartet bis er sich gemeldet hat - und dann kamen Zweifel, Misstrauen und Eifersucht, der Gedanke, dass er ein PUA ist, CD oder Polyamorie treibt ( diese Worte kannte ich damals noch gar nicht ) . Er bezeichnete es als Kletten und Klammern, was ich wollte. Und hatte sogar gesagt: jeder lebt sein Leben. Aber mein Herz hatte erst mal über meinen Verstand gesiegt - probiert hab ich es dann halt, und es selber beendet, weil ich dran kaputt ging. Er hat es mal eine Nacht zusammen nebeneinander versucht, selbst das war ihm zu viel - und ich fand es toll (das Nebeneinander meine ich jetzt gerade . . . )
Ja, das Verhältnis Nähe-Distanz sollte schon ähnlich sein, finde ich.
 
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