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  • #1

Wieso denkt man immer gleich schlecht über den anderen?

Mir fällt das immer wieder auf, vor allem, wenn ich hier im Forum lese, dass man direkt von herzlosen Männern und berechnenden Frauen schreibt.
Es gibt alle möglichen Bezeichnungen... "Typische Fälle von..." oder "...so sind etwa 95% der Männer/Frauen."

Ich kann gar nicht glauben, dass es so viele schlechte Menschen gibt.
Gibt es auch nicht.
Ich gehe einfach mal davon aus, dass alle Menschen sich gerne verlieben möchten, gerne in einer schönen Partnerschaft leben wollen.

Vielmehr gibt es so viel Angst und Panik, wenn es um Liebe geht.
Angst vor Verletzung, Angst vor Veränderung, Angt vor Ablehnung, Angst davor sich zu binden.
Bei Männern, wie bei Frauen.
Das macht uns unnahbar, wir rennen davon, wenn es eng wird usw.
Es braucht schon eine Menge Mut, sich zu öffnen, sich verletzlich zu machen.
Aber das muss man einfach sein, wenn man einen (neuen) Partner finden und lieben will.

Leider gibt es immer wieder zu Ent-täuschungen. Manchmal passt es einfach auch nicht.
Für mich liest es sich einfach so unpassend, wenn man anderen unterstellt, es nicht ernst zu meinen.

Was denkt ihr darüber?
 
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  • #2
AW: Wieso denkt man immer gleich schlecht über den anderen?

Zitat von lilo:
Ich kann gar nicht glauben, dass es so viele schlechte Menschen gibt.
Gibt es auch nicht.
Ich gehe einfach mal davon aus, dass alle Menschen sich gerne verlieben möchten, gerne in einer schönen Partnerschaft leben wollen.

Vielmehr gibt es so viel Angst und Panik, wenn es um Liebe geht.
Angst vor Verletzung, Angst vor Veränderung, Angt vor Ablehnung, Angst davor sich zu binden.
Bei Männern, wie bei Frauen.
Das macht uns unnahbar, wir rennen davon, wenn es eng wird usw.
Es braucht schon eine Menge Mut, sich zu öffnen, sich verletzlich zu machen.
Aber das muss man einfach sein, wenn man einen (neuen) Partner finden und lieben will.

Leider gibt es immer wieder zu Ent-täuschungen. Manchmal passt es einfach auch nicht.
Ja ich denke, genauso ist es. Es ist einfacher, die "Schuld" beim Anderen zu suchen.
Wichtig ist es, diese Enttäuschungen zu verstehen. Eben zu merken, warum es nicht gepasst hat.
Schlecht über den anderen denken oder wütend auf den Anderen zu sein, ist vielleicht eine normale Stufe in der Trennungsphase - die jedoch irgendwann weichen sollte.
Und mit Dankbarkeit (und Traurigkeit) gefüllt werden könnte...
Wenn man verletzt wird, baut man sich einen Selbstschutz auf. Der einen daran hindert, wieder zu vertrauen.
Aber eben auch vor weiteren Verletzungen schützt.
Und ja - wenn man wieder lieben will, muss man sich trauen, diese Schutzmauer abzulegen.
Das ist nicht leicht.
Aber machbar ;-)
Danke dir für deine Gedanken!

LG
Blanche
 
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  • #3
AW: Wieso denkt man immer gleich schlecht über den anderen?

Wenn ich so ein Verhalten mitbekomme, fühle ich mich öfter an Kleinkinder erinnert, die sich den Kopf an der Tischkante anschlagen und dafür dann mit grimmig-weinerlichem Gesichtsausdruck dem Tisch ein paar Klapse geben: böser, böser Tisch! Das ist ja, bei allem Mitgefühl, zugleich auch süß. Und vielleicht glaubt ein Erwachsener später in Liebesdingen, das Verfahren in diesem Schema sei bei ihm ebenso süß.
DAs mag sich etwas absurd anhören, es so ins Ästhetische zu wenden, anstatt davon zu sprechen, daß es einfach Unreife und niedriger EQ ist. Aber die Frage ist ja, was einen zu dieser Unreife motiviert, also weswegen jemand, der in anderen Bereichen vielleicht schon die ein oder andere Reflexion erfordernde Aufgabe lösen kann, im Umgang mit einer Liebesenttäuschung derart regrediert.
Angst spielt sicherlich eine große Rolle, aber mir erscheint nicht so plausibel, wenn alles in etwas Negativem wie Angst wurzelte, wenn alles primär Vermeidung wäre.
Er täte, so denke ich, das wohl nicht, wenn er nicht zugleich auch belohnt würde für dieses Verhalten. Also für die Süßheit mit Liebe belohnt würde. Und die Rolle der Mama spielt dann er selbst, Doppelgänger-Freunde und eine unpersönliche allgemeine imaginäre Zuhörer- und Zuschauerschaft. Für die möchte er ein Schauspiel bieten, süßes Kind sein, und sich dadurch angenommen fühlen. Niemand macht ja irgendwas wirklich nur für sich selbst. Wenn das immer behauptet wird, ist das ja flächendeckende Selbsttäuschungsanstiftung, Volksverdummung. Die beispielsweise die Esoterik gut zu nutzen weiß.

Und tatsächlich liegt ja, immer zu denken, die anderen seien böse, gerade nicht im eigenen Interesse. Man sägt sich den Ast ab, auf dem man sitzt, wird immer frustrierter. Man schadet sich also mit diesem Manöver. Und wenn es einem primär um einen selbst ginge, würde man das nicht tun. Ich glaube auch nicht, daß man das allein mit einem kognitiven Mangel erklären kann, also daß man das zwar für sich selbst tut, aber eben wegen eines Denkdefektes nicht mitkriegt, daß man sich damit ins eigene Fleisch schneidet.
Ich find plausibler, daß man das eben für andere macht, süßes Kind sein will, geliebt, ohne ernst genommen werden zu müssen. Wenn ich mir jemanden vorstelle, der immer gleich schlecht über den anderen denkt, dann habe ich auch immer das Bild eines Bedürftigen, jemand, der das auf jeden Fall anderen mitteilen muß, Gesinnungsgenossen braucht, die genauso empfinden und ihm das vermitteln. Aber im Kern davon bettelt da einfach jemand darum, für süß befunden zu werden.
 
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  • #4
AW: Wieso denkt man immer gleich schlecht über den anderen?

Zitat von Heike:
Aber im Kern davon bettelt da einfach jemand darum, für süß befunden zu werden.
Und das ist richtig traurig.

(danke für deine schönen anschauenden Beispiele (böser Tisch), sie sind amüsant und doch so treffend.)
 
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  • #6
AW: Wieso denkt man immer gleich schlecht über den anderen?

Zitat von Truppenursel:
Es gibt jede Menge schlechter Menschen. Das Böse lauert überall!
Ausgezeichneter, möglicherweise hilfreicher und zielorientierter Einwand! Hm, kannst du das belegen/erläutern?

Sich öffnen = Vertrauen, sich selbst und anderen? Es bewegt sich in dem Spagat einer absichtsweise "sicheren" Beziehung durch (Selbst-)Kontrolle bzw. dem Risiko den anderen und auch sich selbst machen zu lassen. Zu letzterem gehört persönliche Ent-wicklung und auch Passung. Ich befürchte schon, Kontrolle und Misstrauen spielen oft eine Rolle. Im Grunde fängt es damit an sich eben nicht an anderen zu orientieren, sondern das eigene Wesen zu erkennen, zu akzetieren, zu entwickeln und zu zeigen. Das muss dann nicht jeder/m gefallen, eröffnet aber eine größere Chance auf eine funktionierende Partnerschaft.
 
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  • #7
AW: Wieso denkt man immer gleich schlecht über den anderen?

DAs mag sich etwas absurd anhören, es so ins Ästhetische zu wenden, anstatt davon zu sprechen, daß es einfach Unreife und niedriger EQ ist. Aber die Frage ist ja, was einen zu dieser Unreife motiviert...
 
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  • #8
AW: Wieso denkt man immer gleich schlecht über den anderen?

Zitat von BlueNote:
DAs mag sich etwas absurd anhören, es so ins Ästhetische zu wenden, anstatt davon zu sprechen, daß es einfach Unreife und niedriger EQ ist. Aber die Frage ist ja, was einen zu dieser Unreife motiviert...
Ich hätte auch gern mal einen EQ. Im übrigen würde ich nie eine Frau anbaggern, die mich ästhetisch abturnt. Weder in der Single-Börse noch im RL. Ich hoffe die Mehrzahl der Frauen sieht das genauso, dann bleibt beiden einiges erspart.
 
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  • #9
AW: Wieso denkt man immer gleich schlecht über den anderen?

Zitat von Fischemann:
Ich hätte auch gern mal einen EQ. Im übrigen würde ich nie eine Frau anbaggern, die mich ästhetisch abturnt. Weder in der Single-Börse noch im RL. Ich hoffe die Mehrzahl der Frauen sieht das genauso, dann bleibt beiden einiges erspart.
Ja, die Sache mit der emotionalen Intelligenz....

Die Schwierigkeit erwächst ja daraus, dass der/die gerade eben nicht weiß, was ästhetisch den/die an- oder abturnt. Also bleibt beiden weiterhin nichts erspart.
 
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  • #10
AW: Wieso denkt man immer gleich schlecht über den anderen?

Zitat von Death by Chocolate:
Ausgezeichneter, möglicherweise hilfreicher und zielorientierter Einwand! Hm, kannst du das belegen/erläutern?
Lies Zeitung! Da steht jeden Tag etwas über böse Menschen, die Kriege anzetteln, Frauen beschneiden und steinigen, Mord, Totschlag, Vergewaltigung, Putin, der verrückte Koreaner, und das ganze andere Gesindel.
 
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  • #12
AW: Wieso denkt man immer gleich schlecht über den anderen?

Hallo,

ich bin neu hier im Forum und finde die Frage sehr Interessant, da ich nach meiner ersten Beziehung auch einen gewissen Hass empfunden habe. Es mag zwar am Anfang richtig sein (eigenes Empfinden) den anderen zu hassen aber im Laufe der Zeit erkennt man, dass es so nicht richtig ist. Es ist auch nicht richtig, sich selber zu hassen oder die Fehler bei sich oder anderen zu suchen. Es hat halt einfach nicht seien sollen und dementsprechend sollte man es positiv sehen. Man hat die Möglichkeit bekommen, jemanden kennen zu lernen, der zu einen Passt. Manchmal dauert es sehr lange, manchmal geht es schnell.

Es gibt aber bei Parship etwas, was mich nervt. Ich bekomme eine Mail mit einer möglichen Person. Guck ich nach, wann diese zuletzt online war, frage ich mich wieso ich einen derartigen Vorschlag bekomme. Zwei\Mehr Monate nicht mehr online...
 
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  • #13
AW: Wieso denkt man immer gleich schlecht über den anderen?

Zitat von Truppenursel:
Lies Zeitung! Da steht jeden Tag etwas über böse Menschen, die Kriege anzetteln, Frauen beschneiden und steinigen, Mord, Totschlag, Vergewaltigung, Putin, der verrückte Koreaner, und das ganze andere Gesindel.
Na ja, Tageszeitung und Spiegel lese ich seit dem 14. Lebensjahr, inzwischen unglaubliche >40 Jahre. Ich werde darum bitten mir einen Spiegel mit in die Kiste zu legen. Ein Informationsdefizit ist nicht der Grund meiner Frage. Frauenbeschneider, die sind übrigens meist weiblich, sind genauso wenig wie deine restlichen Beispiele die anzunehmende Parship-Klientel, der man latent mit Angst und Misstrauen zu begegnen müssen glaubt.
Der TE lilo geht es speziell um den Bereich der Liebe, der Emotionen und den scheint's so präsenten Ängsten, der "Angst vor Verletzung, Angst vor Veränderung, Angt vor Ablehnung, Angst davor sich zu binden".
Ich finde es auch eine interessante Frage, warum - auch in meiner subjektiven Wahrnehmung - so viele ein höheres Maß an Misstrauen als erfolgversprechender erachten.

Wegen dieser Ängste schrieb ich vom sich Öffnen bzw. nicht und dem Vertrauen in andere und sich selbst. Sich selbst vertrauen auch insofern, alsdass man es aushalten können sollte, wenn denn das Vertrauen, die Offenheit missbraucht wird. Und in den schon wenigen Fällen scheinbaren Missbrauchs sind es dann häufiger Missverständnisse, Ungeschicklichkeiten, denn böser Wille. Damit kann man umgehen lernen. Das lohnt sich, denn Offenheit ist im besten Sinne entwaffnend. Schwierig wird es mit denen, die glauben, ohne Panzerung geht es nicht. Da sind nicht wenige auch hier im Forum unterwegs.

Über "böse" lässt sich facettenreich diskutieren. Ist böse wer böses tut? Ist nicht jeder irgendwie auch "böse"? Es stimmte dann, das Böse lauert überall! Und ist es dann nicht vielleicht die schlichte Frage, wie ich einen Menschen angehe, welche Saite ich bei ihm zum Klingen bringe?

DbC
 
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  • #14
AW: Wieso denkt man immer gleich schlecht über den anderen?

Zitat von Death by Chocolate:
Und in den schon wenigen Fällen scheinbaren Missbrauchs sind es dann häufiger Missverständnisse, Ungeschicklichkeiten, denn böser Wille. Damit kann man umgehen lernen.
DbC
Ich finde das mit den Missverständnissen, Ungeschicklichkeiten sehr erwähnenswert, aber es nutzt die Erkenntnis letztendlich nichts, wenn der Andere das Missverständnis, Ungeschicklichkeit nicht erkennen oder klären, oder auf den Tisch legen will bzw. daran arbeiten kann oder will, dass es in Zukunft weniger Missverständnisse gibt. Fängt ja oft mit einer guten und klaren Kommunikation an.

Meiner Erfahrung nach, wird dieses "war nur ein Missverständnis" oft dafür missbraucht, um bewusstes negatives Verhalten zu "verniedlichen". Denn wenn ich dann genau nachfragte, was denn das Missverständnis genau wäre, kam keine erklärende Antwort.
 
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  • #15
AW: Wieso denkt man immer gleich schlecht über den anderen?

Hallo Mentalista,

sorry für das hart erscheinende Nein! Mich interessiert primär die Absicht. Eine erfolgte "Ungeschicklichkeit" ist manchmal der Klärung bedürftig, oft kann man sie aber auch einfach nur übergehen. Mich hat interessiert, warum ich hier im Forum so polarisiere. Ist mir mit dem Schreiben meines letzten Posts klar geworden. Wenn man sich gegenseitig als offenen Menschen erkennt, ergibt das eine erstaunliche stillschweigende Übereinkunft des Verständnisses. Auf der anderen Seite gibt es hier nur Anonymousse, von denen manche trotzdem nicht in der Lage sind persönlich zu werden, sich zu öffnen. Dieses Polarisieren ist mir hier im Forum extrem aufgefallen, in Parship gar nicht. Es gab da einige wenige skurile Kontakte, nie etwas negatives! Und ein paar, die habe ich noch nachträglich, habe Meine ja über PS gefunden, in sehr angenehmer Erinnerung.

DbC
 
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  • #16
AW: Wieso denkt man immer gleich schlecht über den anderen?

Zitat von Harima20:
Es ist auch nicht richtig, sich selber zu hassen oder die Fehler bei sich oder anderen zu suchen. Es hat halt einfach nicht seien sollen und dementsprechend sollte man es positiv sehen.
Sich selber zu hassen bringt nichts. Jedoch bringt es sehr wohl etwas, auch mal den Fehler bei sich zu suchen bzw. sein eingenes Verhalten nach einer gescheiterten Beziehung zu reflektieren.
Ansonsten ist die Gefahr sehr groß, das gleiche Muster in die nächste Beziehung zu übernehmen.
Und die Wahrscheinlichkeit, dass diese dann scheitert, ist größer...
 
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  • #17
AW: Wieso denkt man immer gleich schlecht über den anderen?

Genau das habe ich geschrieben. Sich selber oder andere zu hassen, dass bringt nichts. Es ist aber eine Stufe, nach einer Trennung. Wie gesagt, dass lernt man alles mit der Zeit. Ich persönlich sehe das aktuelle so. Ich habe etwa 60 Frauen angeschrieben, 10 Waren auf mein Profil und keine meldet sich... Bin ich deswegen sauer oder empfinde Hass? Nein! Ich suche weiter und gebe halt anderen die Möglichkeit mich kennen zu lernen.

LG
 
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  • #18
AW: Wieso denkt man immer gleich schlecht über den anderen?

Zitat von Harima20:
Genau das habe ich geschrieben. Sich selber oder andere zu hassen, dass bringt nichts. Es ist aber eine Stufe, nach einer Trennung. Wie gesagt, dass lernt man alles mit der Zeit. Ich persönlich sehe das aktuelle so. Ich habe etwa 60 Frauen angeschrieben, 10 Waren auf mein Profil und keine meldet sich... Bin ich deswegen sauer oder empfinde Hass? Nein! Ich suche weiter und gebe halt anderen die Möglichkeit mich kennen zu lernen.

LG
Ja - das hatte ich verstanden...
Nur bei diesem Satz:
"Es ist auch nicht richtig, ... die Fehler bei sich oder anderen zu suchen."
bin ich nicht deiner Meinung - ich dachte, ich hätte es verständlich ausgedrückt.
Oder war das "nicht" ein Versehen?
 
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  • #19
AW: Wieso denkt man immer gleich schlecht über den anderen?

Ich verstehe jetzt nicht, wo das Problem liegt. Natürlich sollte man die Fehler nicht bei sich suchen. Genau so wenig wie bei anderen. Entweder es passt oder es passt nicht! So einfach ist das. Sucht man die Fehler bei sich selbst, fängt man an sich zu verändern und das spricht gegen "Jemanden so lieben wie er ist". Natürlich bedarf eine Beziehung Kompromisse und man sollte sich vorher überlegen, was man an sich ändern könnte/ bereit ist zu ändern und was nicht.
 
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  • #20
AW: Wieso denkt man immer gleich schlecht über den anderen?

Zitat von Heike:
Und tatsächlich liegt ja, immer zu denken, die anderen seien böse, gerade nicht im eigenen Interesse. Man sägt sich den Ast ab, auf dem man sitzt, wird immer frustrierter. Man schadet sich also mit diesem Manöver. Und wenn es einem primär um einen selbst ginge, würde man das nicht tun. Ich glaube auch nicht, daß man das allein mit einem kognitiven Mangel erklären kann, also daß man das zwar für sich selbst tut, aber eben wegen eines Denkdefektes nicht mitkriegt, daß man sich damit ins eigene Fleisch schneidet.
Ich find plausibler, daß man das eben für andere macht, süßes Kind sein will, geliebt, ohne ernst genommen werden zu müssen. Wenn ich mir jemanden vorstelle, der immer gleich schlecht über den anderen denkt, dann habe ich auch immer das Bild eines Bedürftigen, jemand, der das auf jeden Fall anderen mitteilen muß, Gesinnungsgenossen braucht, die genauso empfinden und ihm das vermitteln. Aber im Kern davon bettelt da einfach jemand darum, für süß befunden zu werden.
Das liegt auch daran, dass einige Menschen eher nach kurzfristiger positiver Konsequenz handeln als nach langfristiger. Der Gedanke, dass der andere "schlecht" ist oder "Schuld" hat, ist erstmal entlastend oder erleichternd, weil ich es ja dann nicht selbst war.
Langfristig schneide ich mir damit natürlich selbst ins eigene Fleisch, aber oftmals gelingst es dann demjenigen nicht, einen Zusammenhang herzustellen, also die Muster zu erkennen.
Ich denke, das ist ein weit verbreitetes Phänomen und wird meistens schon von den Eltern vorgelebt. Die "Schuldfrage" ist eine, die im Leben häufig gestellt wird, auch wenn sie eigentlich gar nicht nötig ist. Denn - mal abgesehen vom rechtlichen Aspekt - ist Schuld etwas, was man sich selbst gibt oder sich gegenseitig gibt, ohne zu überlegen, was die Folge ist.
 
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  • #21
AW: Wieso denkt man immer gleich schlecht über den anderen?

Zitat von Harima20:
Ich verstehe jetzt nicht, wo das Problem liegt. Natürlich sollte man die Fehler nicht bei sich suchen. Genau so wenig wie bei anderen. Entweder es passt oder es passt nicht! So einfach ist das. Sucht man die Fehler bei sich selbst, fängt man an sich zu verändern und das spricht gegen "Jemanden so lieben wie er ist". Natürlich bedarf eine Beziehung Kompromisse und man sollte sich vorher überlegen, was man an sich ändern könnte/ bereit ist zu ändern und was nicht.
Lieber Harima!

Es liegt kein Problem vor!
Ich äußere nur, dass ich eben anderer Meinung bin bzw. es anders sehe.
Natürlich passt es dann nicht - aber ein wenig Selbstreflexion - zu schauen, was wozu geführt hat.... Ob man doch das eine oder andere anders tun könnte - all das ist doch nicht verkehrt!
Wenn ich die Fehler nie bei mir gesucht hätte, hätte ich mich nicht so entwickeln können.
Veränderung ist ja nicht unbedingt etwas Schlechtes!
Ich kann dir nur ein Beispiel geben - nach meiner 1. Beziehung habe ich auch "die Fehler bei mir gesucht" - und stell dir vor, ich habe auch einige gefunden. Und ich habe sehr darauf geachtet, diese nicht in den nächsten Beziehungen zu wiederholen.
Heißt jetzt nicht, dass man deshalb seine Persönlichkeit komplett umschmeißt. (Oder die nächste Beziehung deshalb besser funktioniert. Wobei ich das Glück hatte, dass jede Beziehung an Qualität zugenommen hat mit der Zeit...).
Es kann sich einfach mal lohnen über den Tellerrand zu schauen.
Das nenne ich dann auch Erfahrung...
Das bereichert und bringt mich weiter.
Wenn es für dich anders ist, dann ist es halt so. Kein Problem.
 
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  • #22
AW: Wieso denkt man immer gleich schlecht über den anderen?

Ich find auch bedenklich, daß sowas wie Fehler oder Schuld derart tabuisiert wird. Oftmals wird es falsch zugeschrieben, ja. Mißbrauch betrieben. Aber deswegen sind die Konzepte doch nicht unnötig. Aus der Mißbrauchsmöglichkeit auf Überflüssigkeit zu schließen bedeutet das Kind mit dem BAde auszuschütten. Schade fürs Kind.
 
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  • #23
AW: Wieso denkt man immer gleich schlecht über den anderen?

Zitat von Heike:
Ich find auch bedenklich, daß sowas wie Fehler oder Schuld derart tabuisiert wird. Oftmals wird es falsch zugeschrieben, ja. Mißbrauch betrieben. Aber deswegen sind die Konzepte doch nicht unnötig. Aus der Mißbrauchsmöglichkeit auf Überflüssigkeit zu schließen bedeutet das Kind mit dem BAde auszuschütten. Schade fürs Kind.
Man lernt doch vorwiegend aus Fehlern. Denke ich.
Wenn man Glück hat, macht man den gleichen Fehler auch nur einmal.
(Und lernt daraus.)

Ist dann eher die Frage, ob man(n)/ Frau bereit ist, dazu lernen zu wollen.
 
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  • #24
AW: Wieso denkt man immer gleich schlecht über den anderen?

@Blanche: Jedem das seine. Ich gehe aber mehr davon aus, dass wir etwas aneinander vorbei geschrieben haben.
 
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  • #25
AW: Wieso denkt man immer gleich schlecht über den anderen?

Ich denke dass das halt ein "Internetphänomen" ist, bzw. die Zeichen der Zeit. Mehr nicht.