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  • #92
Naja, wenn man sich bewusst macht, dass die Antifa z.B. komplett antisemitisch eingestellt ist, dann würde so mancher sein schwarz/ weiß Denken nochmal gründlich in Frage stellen müssen. Aber objektivierbare Fakten sind in der heutigen Zeit völlig out. Es zählen nur einfache Lagerzuordnungen. Spart das Denken. Und Empathie mit den Opfern. Auf allen Seiten. Wenn man das im Kopf für sich faktenfrei gut sortieren kann, muss man ja auch nicht mitfühlen, weil sie ja dann alle irgendwie ein bisschen selbst schuld sind an ihrem Schicksal. Wir leben in sehr kranken Zeiten ohne es zu realisieren.
Aktuell findet der grösste Exodus von Juden nach Israel aus Europa seit dem zweiten Weltkrieg statt, aber bitte nicht fragen warum.
Ich bin jetzt schon gespannt auf die Geschichtsschreibung in 20 Jahren.....
 
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  • #103
Für die, die sich wohlstandssatt zurück lehnen und nicht realisieren, dass Freiheit im realen Leben und im Denken immer wieder im Laufe der Geschichte hart erkämpft werden mussten, weil sie selber diesen Kampf nie kämpfen mussten: ja!

Hmm, man kann durchaus konstatieren, dass es der Menschheit insgesamt nie besser ging als heute ohne wohlstandssatt auf dem Sofa zu hocken und die nach wie vor bestehenden Probleme und Herausforderungen zu ignorieren.
Genau genommen ist für mich diese Erkenntnis wesentliche Grundlage dafür, dass man sich im Zweifel mit den richtigen Problemen beschäftigt und nicht mit irgendwelchen Nebelkerzen oder Dingen die man längst irgendwo zwischen "auf einem guten Weg" und "weitgehend gelöst" hätte verbuchen sollte.
Zu den Fakten unserer Tage gehört eben auch, dass die Menscheit trotz all der Not, dem Elend und der Unfreiheit welche weiterhin exisiteren in den vergangenen hundert Jahren gewaltige Fortschritte gemacht hat, und zwar in nahezu allen Bereichen und nahezu überall auf der Welt.
 
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  • #104
Zu den Fakten unserer Tage gehört eben auch, dass die Menscheit trotz all der Not, dem Elend und der Unfreiheit welche weiterhin exisiteren in den vergangenen hundert Jahren gewaltige Fortschritte gemacht hat, und zwar in nahezu allen Bereichen und nahezu überall auf der Welt.

Hatte das römische Reich auch. Und schwupps, waren sie weg. Was viele nicht verstehen, meiner Meinung nach, ist, dass wir diese Freiheiten nicht einfach behalten, nur weil wir sie uns einmal erkämpft haben. Wir können sie jederzeit wieder verlieren, wenn wir uns diesen Wert der Freiheit nicht täglich bewusst machen und bereit sind, auch im Alltag um ihren Erhalt zu kämpfen.

Just my 2 cents
 
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  • #106
Wir können sie jederzeit wieder verlieren, wenn wir uns diesen Wert der Freiheit nicht täglich bewusst machen und bereit sind, auch um ihren Erhalt zu kämpfen.

D´accord. Ich würde es sogar noch eine Spur schärfer formulieren: Wir sind gerade an manchen Stellen schon längst dabei, einen Teil unserer Freiheit wieder zu verlieren bzw. haben sie schon verloren. Unter dem Vorwand "Kampf gegen den Terror" werden Bürgerrechte eingeschränkt und der Rechtsstaat ausgehöhlt, durch die schöne neue Online-Welt sind wir längst gläserner als in jeder Orwell-Fiktion, etc. pp.
 
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  • #108
Aber gegen was oder was willst den aktuell kämpfen?

Och, da gibt's ne Menge. Gegen fake news und die nicht nur faktenfrei sondern bewusst mit der Unwahrheit argumentieren. Gegen die, die den Terroristen unserer Tage erst den richtigen Hebel verschaffen, indem sie ein im Grunde kaum existentes Problem großreden um dann im Windschatten Freiheitsrechte und unseren Rechtsstaat abzubauen. Dagegen noch gläserner zu werden als wir ohnehin schon sind. Usw. usf., die Liste ist schier endlos.
Der Witz ist aber, dass die Liste unter anderem deshalb so lang ist, weil unsere Freiheit inzwischen so groß ist, das "Volumen" an Freiheiten welches wir haben ist so groß, dass an jeder Ecke irgendwer versucht sich einen Teil davon einzuverleiben.
 
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  • #109
Ich habe es schon mal erlebt, dass in einem Profil einer weiblichen Partnersuchenden Person folgendes drin stand: "No AFD!!!"

Hat mich nicht tangiert, da ich diese Partei nicht wähle.

Sonst hat bei mir bisher bei der Partnersuche Politik keine Rolle gespielt.
 
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  • #111
D´accord. Ich würde es sogar noch eine Spur schärfer formulieren: Wir sind gerade an manchen Stellen schon längst dabei, einen Teil unserer Freiheit wieder zu verlieren bzw. haben sie schon verloren. Unter dem Vorwand "Kampf gegen den Terror" werden Bürgerrechte eingeschränkt und der Rechtsstaat ausgehöhlt, durch die schöne neue Online-Welt sind wir längst gläserner als in jeder Orwell-Fiktion, etc. pp.

Ja, da gebe ich dir völlig recht. Instrumentalisieren ist das Stichwort.

Aber gegen wen oder was willst den aktuell kämpfen?

Ich Kämpfe zum Beispiel dagegen, dass ich von einem Taxifahrer als Hure beschimpft werde, nur weil ich als Frau alleine spät Abends unterwegs bin. Er rechtfertigte dies mit seiner Einstellung als gläubiger Muslim. Warum muss ich das als Frau heutzutage klaglos ertragen? Weil es politisch nicht korrekt ist, das zu beklagen? Ich bin an einer Ampel aus dem Taxi gesprungen, weil er dann auch noch uebergriffig wurde und er lachte nur und sagte: was willst du dagegen machen?
Und wenn ich das einem mir nahe stehenden Menschen erzähle und dieser Mann findet das nur witzig, ja, dann weiß ich, welche Kämpfe ich als freie Frau heute wieder kämpfen muss.
Und das verstörende daran war, dass ich, naiv wie bin, immer dachte, das Taxi sei ein sicherer Ort für mich als Frau.
Und es war nicht der erste Zwischenfall mit einem muslimischen Taxifahrer. Die sozialen, gesellschaftlich anerkannten Grenzen lösen sich langsam auf und ich als Frau fühle mich erstmals in meinem Leben als Freiwild.
Sorry, ist nicht politisch korrekt, das öffentlich anzusprechen, aber ist halt nunmal meine Lebenswirklichkeit.
Von dem, was ich da als Notaerztin erlebe, will ich gar nicht erst anfangen, es wäre für viele hier zu verstörend.
Übrigens war der einzige Mensch, der mich bei dem Thema mit dem Taxifahrer unterstützt hat, eine iranische Freundin, die sich kolossal aufgeregt hat und über die Taxizentrale versucht hat, den Fahrer zu ermitteln. Alle deutschen Freunde: " tja, da kann man halt nix machen. Du solltest das nicht so ueberwerten. "
Danke auch.
 
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  • #113
Machen doch alle, auch unsere seriösen Medien, Politik, Unternehmen, Wissenschaft.

Aha. Alle sind böse?


Beispielsweise, um in meinem Spielfeld zu bleiben, seriöse, ehrliche Wissenschaft betreiben, so wie das die allermeisten Wissenschaftlerinnen und Wissenchaftler schon immer gemacht haben.
 
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  • #114
Übrigens war der einzige Mensch, der mich bei dem Thema mit dem Taxifahrer unterstützt hat, eine iranische Freundin, die sich kolossal aufgeregt hat und über die Taxizentrale versucht hat, den Fahrer zu ermitteln. Alle deutschen Freunde: " tja, da kann man halt nix machen. Du solltest das nicht so ueberwerten. " Danke auch.Ich

Ich hab dir damals gesagt, melde es. Ich geh auch davon aus, dass sich unsere Gesellschaft verändern wird. Wüsste aber nicht, was wir dagegen machen können.
 
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  • #115
Ja, da gebe ich dir völlig recht. Instrumentalisieren ist das Stichwort.

Ich Kämpfe zum Beispiel dagegen, dass ich von einem Taxifahrer als Hure beschimpft werde, nur weil ich als Frau alleine spät Abends unterwegs bin. Er rechtfertigte dies mit seiner Einstellung als gläubiger Muslim. Warum muss ich das als Frau heutzutage klaglos ertragen? Weil es politisch nicht korrekt ist, das zu beklagen? Ich bin an einer Ampel aus dem Taxi gesprungen, weil er dann auch noch uebergriffig wurde und er lachte nur und sagte: was willst du dagegen machen?
Und wenn ich das einem mir nahe stehenden Menschen erzähle und dieser Mann findet das nur witzig, ja, dann weiß ich, welche Kämpfe ich als freie Frau heute wieder kämpfen muss.
Und das verstörende daran war, dass ich, naiv wie bin, immer dachte, das Taxi sei ein sicherer Ort für mich als Frau.
Und es war nicht der erste Zwischenfall mit einem muslimischen Taxifahrer. Die sozialen, gesellschaftlich anerkannten Grenzen lösen sich langsam auf und ich als Frau fühle mich erstmals in meinem Leben als Freiwild.
Sorry, ist nicht politisch korrekt, das öffentlich anzusprechen, aber ist halt nunmal meine Lebenswirklichkeit.
Von dem, was ich da als Notaerztin erlebe, will ich gar nicht erst anfangen, es wäre für viele hier zu verstörend.
Übrigens war der einzige Mensch, der mich bei dem Thema mit dem Taxifahrer unterstützt hat, eine iranische Freundin, die sich kolossal aufgeregt hat und über die Taxizentrale versucht hat, den Fahrer zu ermitteln. Alle deutschen Freunde: " tja, da kann man halt nix machen. Du solltest das nicht so ueberwerten. "
Danke auch.
Alice Schwarzer, die bestimmt nicht im Verdacht steht, rechtsextrem zu denken, findet dazu mittlerweile auch sehr kritische Worte, geehrte @Lou Salome!o_O
 
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  • #116
Aha. Alle sind böse?

Beispielsweise, um in meinem Spielfeld zu bleiben, seriöse, ehrliche Wissenschaft betreiben, so wie das die allermeisten Wissenschaftlerinnen und Wissenchaftler schon immer gemacht haben.

Die Wissenschaft braucht Geld und Veröffentlichungen. Es gibt zu fast jeden Thema ständig neue Erkenntnisse und Studien. Keiner hat Zeit und Geld was wirklich zu erforschen oder nachzuprüfen, dazu sind viele Themen auch zu komplex.
Heidelberg, Blutkrebs Bluttest, mal als Beispiel.
 
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  • #117
Ich hab dir damals gesagt, melde es. Ich geh auch davon aus, dass sich unsere Gesellschaft verändern wird. Wüsste aber nicht, was wir dagegen machen können.
Erstmal miteinander offen darüber sprechen, wie die Realität wirklich aussieht, geehrter @creolo, besonders, wenn sie persönlich und konkret erlebt wird!
Ein "Was nicht sein darf, ist nicht!" darf es in einem demokratischen Gesellschaftssystem nicht geben.
 
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  • #118
Wie wichtig ist der letzte Punkt für die Beziehung, dass dieser harmonisch ist - im Vergleich zu allem anderen?
Die politische Einstellung hängt für mich auch sehr eng mit der allgemeinen Lebenseinstellung und mit der Einstellung zum Kollektiv und den Mitmenschen zusammen. So gesehen ist sie für mich bei Menschen auch ein Indikator. Wer konservativ wählt ist eben meist auch konservativ.
 
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  • #119
Ich Kämpfe zum Beispiel dagegen, dass ich von einem Taxifahrer als Hure beschimpft werde, nur weil ich als Frau alleine spät Abends unterwegs bin. Er rechtfertigte dies mit seiner Einstellung als gläubiger Muslim.

Das sind wir dann wieder beim Instrumentalisieren. Wäre er Christ, Hindu oder was sonst auch immer gewesen hätte er sich die Rechtfertigung für sein Verhalten Dir gegenüber halt eben aus dieser Religion gezogen. Die Religion ist nur Vorwand, die tatsächliche Gründe für solche Verhaltensmuster liegen ganz woanders.

Und wenn jemand glaubt gerade als Taxifahrer mit soetwas durchkommen zu können, dann sollte ihn eigentlich ein Beschwerde bei der die Konzession erteilenden Stelle eines besseren belehren.
 
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  • #120
Ich hab dir damals gesagt, melde es. Ich geh auch davon aus, dass sich unsere Gesellschaft verändern wird. Wüsste aber nicht, was wir dagegen machen können.

Sich dagegen stellen! Als vor drei Monaten ein Freund von mir an einer Haltestelle angegriffen wurde, waren alle ganz still, weil nicht ist, was nicht sein darf. Wir waren eine harmlose Gruppe von drei Frauen und einem Mann und hörten ihn schon von weitem herankommen, weil er gegen Autos und Laternen trat und dabei schrie. Ich wollte die Flucht ergreifen (bin da als Notaerztin in speziellem Training drauf geeicht worden) aber meine Freunde: " der kommt nicht hierher, der macht nix". Tja, dann war er da und hat was gemacht. Witzigerweise hat er (Mohammed aus Marokko, so stellte er sich vor) sich zunächst darüber aufgeregt, was für ein Scheissland das hier wäre, wo er so viele Steuern zahlen müsste. Gut, da konnte ich nur zustimmen. Dann war da das Messer und alle waren stumm. Ich nicht. Weil ich es satt habe, ein schwaches Opfer zu sein. Hab ihn dann erstaunlichweise wohl eingeschüchtert, weil er dann zum nächsten potentiellen Opfer weiterging an der Haltestelle: ein junger Kerl unter 20, der vor Angst ganz stumm war. Wir haben ihm dann gesagt: egal was passiert, wir sind gemeinsam da, auch für dich. Das fand Mohammed dann irgendwie blöd und ist in die Sishabar an der Ecke abgetaucht.
Genauso war es und nicht anders. Und ja, das kann man und Frau machen. Nicht schweigen, sondern anderen beistehen.
Wir habe viel zu verlieren!
Und am meisten meine arabischen Freunde, die nicht fassen, können, das jetzt die Menschen, vor denen sie geflohen sind, sich hier so frei ausleben können. Und die finden sehr viel deutlichere Worte als wir.
 
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