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  • #91
Zitat von Mentalista:
Das ist aber ein "Phänomen" was in Deutschland oft vorkommt. Gerade die Kriegsgeneration leidet unter vielen Traumen, die in psychische Erkrankungen sich umgewandelt haben und an die nächste Generation unbewusst weiter gegen wurde/wird.
Das hast Du richtig erkannt. Da liegen die Wurzeln. Die verdrängende Kriegskindergeneration hat ihre Traumen ungefiltert (und unbewusst) an ihre Kinder 'entsorgt'. Thanks for that! Kostet mich leider sehr viel Energie und Lebenszeit.
 
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  • #92
Zitat von Mercedes:
Das hast Du richtig erkannt. Da liegen die Wurzeln. Die verdrängende Kriegskindergeneration hat ihre Traumen ungefiltert (und unbewusst) an ihre Kinder 'entsorgt'. Thanks for that! Kostet mich leider sehr viel Energie und Lebenszeit.

Vorab, entschuldigt bitte meine Rechtschreib-Ausdrucksfehler.

Kann ich sehr gut nachvollziehen, was die Kosten an Energie und Lebenszeit betrifft. Daher halte ich das, was ich mir mit eigenen Händen an Gutem erarbeitet habe, sehr fest und werde mich hüten, Energie und Lebenszeit in ungesunde Dinge, was auch immer, zu investieren.
 
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  • #93
Zitat von Mercedes:
Also, das wundert mich jetzt schon sehr! In welchem Umfeld arbeitest Du? Ich tippe mal, was Soziales, oder?

Das es sonst keine Diskriminierung und Stigmatisierung gibt halte ich echt für sehr blauäugig! Die meisten Menschen befinden sich nun mal nicht in einem 'sozialen' (Arbeits-)Umfeld, sondern sind der knallharten Wirtschaft ausgesetzt. Und da sind halt Menschen mit psychischen Problemen schnell mal die Verlierer, werden gemobbt, misstrauisch beobachtet, ausgeschlossen, etc.

Ja, und ich schrieb nicht, dass es keine Diskriminerung usw. gibt, aber ich habe selbst in der freien Wirtschaft andere Erfahrungen gemacht. Ich kann ja nur von meinen persönlich gemachten und durch Freundeskreis usw. gemachten Erfahrungen schreiben.

Vielleicht muss man bei den psychischen Problemen sehr differenzieren, denn die, die mobben, die Führer in den Etagen sind m.E. oft die Schwerkranken, eigentlich unvorstellbar, wie sich gegenseitig Kranke nach "oben" befördern und die halbwegs Gesunden versuchen kaputt zu machen.

Ich war selbst mal eine Betroffene, zu dem damaligen Zeitpunkt wusste ich wenig von solchen boshaft kranken Menschen und welche Macht sie manchmal haben. Später ist mir das nie wieder passiert, weil ich draus gelernt habe, wie schnell man solche Leute erkennt und mit ihnen geschickt umzugehen weiss, damit man halt nicht in deren Schusslinie gerät.

Frustrierte unglückliche Frauen mit viel Neid sind z.B. sehr gefährlich, wenn man genau das hat, was diese Frauen sich wünschen, aber niemals bekommen werden.
 
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  • #94
Zitat von Mercedes:
Das es sonst keine Diskriminierung und Stigmatisierung gibt halte ich echt für sehr blauäugig! Die meisten Menschen befinden sich nun mal nicht in einem 'sozialen' (Arbeits-)Umfeld, sondern sind der knallharten Wirtschaft ausgesetzt. Und da sind halt Menschen mit psychischen Problemen schnell mal die Verlierer, werden gemobbt, misstrauisch beobachtet, ausgeschlossen, etc.
Ich halte es für sehr blauäugig zu meinen, es gebe in den sogenannten "sozialen" Berufen keine Diskriminierung und Stigmatisierung. Das sind Räume, wo man sie auch ganz bequem ausleben kann. Natürlich immer unter einem Deckmäntelchen.

Diskriminierung und Stigmatisierung findet auch nicht nur dort statt, wo jemand explizit zugesteht, er diskriminiere und stigmatisiere.
Davon kann man sich auch hier gut ein Bild machen.

Zitat von Mercedes:
Das gibt am Ende Ärzte und Psychologen, die das, mit dem sie konfrontiert wurden, tatsächlich selber erlebt haben. Gut für ihre Patienten!
Auch das kann sein, muß es aber nicht. Auch das wird hier doch ersichtlich.

Der Bock ist nicht immer der beste Gärtner.

Zitat von Seraiel:
Aus diesem Grund bin ich auch deutlich reflektierter als alle Gleichaltrigen und verfüge über eine ganz andere Achtung, sowohl von mir als auch von allen anderen.
 
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  • #95
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  • #96
Zitat von Mercedes:
Die verdrängende Kriegskindergeneration hat ihre Traumen ungefiltert (und unbewusst) an ihre Kinder 'entsorgt'. Thanks for that!

Leicht OT: Es gibt hier sehr wahrscheinlich auch eine genetische Komponente. Ich weiß nicht, ob es das für dich besser oder schlimmer macht. (Falls schon bekannt, bitte ignorieren.)

(Bei Interesse:
http://www.newrepublic.com/article/...-scientists-say-parents-are-passing-ptsd-kids und http://www.br.de/radio/bayern2/wissen/radiowissen/gespraech-holsboer-vererbung-100.html lesen bzw. anhören, bei weiterem Interesse "Epigenetik" googlen.)
 
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  • #97
@Laou
Danke für die Links. Ich wusste das bisher nur so ungefähr. Schon sehr deprimierend, dass die Traumaweitergabe jetzt auch noch biologisch nachweisbar ist. Und anscheinend nicht reversibel. :.(

@t.b.d.
Na ja, von dem Lütz halte ich jetzt nicht so viel. Ich hab den letztens in seiner Show im TV gesehen, da konnte ich echt nichts damit anfangen. Der ist mir auch viel zu reißerisch. Ich glaub, der hat den Beruf verfehlt, Entertainer statt Psychiater.
 
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authentisch_gelöscht

  • #98
Zitat von IPv6:
Nana, das ist nicht krank, eher ein Symptom.

Das Hineinfallen in die Opferrolle ist doch nichts neues und durchaus legitim. Quasi Erste Hilfe. Ist doch sogar hier in vielen Beiträgen zu beobachten. Die Kunst besteht doch darin, dass der Betroffene sich aus dieser Passivität löst und in die Aktivität kommt, wieder anfangen zu handeln und entscheiden.

@authentisch
Stigmatisierung: Auch hier kannst du dich ihr unterwerfen (Selbststigmatisirung) oder sie als das belassen was sie ist: ein Vorurteil.

Opferrollen übernehmen nicht nur manche Betroffene, sondern auch manche Angehörige, und in beiden Fällen ist es verständlich, wenn auch wenig hilfreich, jedenfalls nicht langfristig, da stimme ich dir zu.

Zur Stigmatisierung: Was nützt mir beispielsweise zu wissen, dass es ein Vorurteil ist, wenn meine Hausärztin mein kaputtes Knie nicht ernst nimmt, weil sie weiss, dass ich Neuroleptika schlucke? Ich muss mich nicht unbedingt selbst stigmatisieren, um unter der Stigmatisierung von aussen zu leiden. Es sind übrigens im Gegensatz zur Meinung von Mentalista oft Fachleute, die noch mehr stigmatisieren als gewöhnliche Leute. Das sagt die Forschung zu diesem Thema, und meine eigene Erfahrung bestätigt es.
 
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authentisch_gelöscht

  • #99
Zitat von Seraiel:

Danke für den Link. Was in dem Artikel steht, davon bin ich überzeugt. Aber: es ist weit entfernt davon, ein klares Rezept zu sein. Das wird es auch nie geben, denn so wie jede Psychose individuell ist, so ist der Recovery-Weg ebenfalls individuell und kann nur von der betroffenen Person selbst gefunden werden.
Das mit den Medikamenten ist leider bei uns mangels Alternativen (wie z.B. Open Dialogue) eine schwierige Sache. Ich denke, es ist eine Gratwanderung, wann man wie viel davon braucht, und wann man es besser wieder reduziert oder absetzt.
 
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  • #100
Zitat von authentisch:
Das mit den Medikamenten ist leider bei uns mangels Alternativen (wie z.B. Open Dialogue) eine schwierige Sache. Ich denke, es ist eine Gratwanderung, wann man wie viel davon braucht, und wann man es besser wieder reduziert oder absetzt.
Die einzige alternative Methode hier in Deutschland, die mir gerade einfällt, ist die Soteria. Hat ja auch gewisse Ähnlichkeiten mildem Open Dialogue.
 
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  • #101
Zitat von fafner:
Dem kann ich nach meiner Beobachtung absolut nicht zustimmen.


Ist Dein gutes Recht, könntest Dich allerdings auch fragen, bei wievielen Menschen Du ihre Erkrankung nicht siehst, weil Du nicht Psychologie / Medizin studiert hast. Da ich selber vom Fach bin, ist und bleibt es meine Meinung, dass der größte Teil der Gesellschaft psychisch krank ist, viele kennen nur ihre Diagnose nicht selbst, da sie noch nicht zum Psychiater gegangen sind. Probleme hat meiner Erfahrung nach jeder, und für jedes Problem könnte man eine Diagnose stellen, kennst Du wirklich Leute die komplett ohne Probleme leben?

In Amerika ist man bereits so weit, dass so gut wie jeder seinen eigenen Therapeuten hat, bis dies in Deutschland der Fall ist, ist meiner Ansicht nach nur eine Frage der Zeit, gerade zumal jährlich so viele neue Krankheitsbilder entdeckt werden, dass es bald nahezu unmöglich sein wird ohne eine "Krankheit" rumzulaufen, da eigentlich jede Form von Individualität bereits als Krankheitssymptom gelten werden wird. Man betrachte den Fall ADHS, vor 50 Jahren galten selbige Kinder noch als "besonders lebsam" , heute werden Millionen mit ADHS diagnostiziert und bekommen Psychostimulanzien als Behandlung gegen das, was vor nicht allzu langer Zeit noch als "normal" galt.
 
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  • #102
Zitat von Seraiel:
Ist Dein gutes Recht, könntest Dich allerdings auch fragen, bei wievielen Menschen Du ihre Erkrankung nicht siehst, weil Du nicht Psychologie / Medizin studiert hast. Da ich selber vom Fach bin, ist und bleibt es meine Meinung, dass der größte Teil der Gesellschaft psychisch krank ist, viele kennen nur ihre Diagnose nicht selbst, da sie noch nicht zum Psychiater gegangen sind. Probleme hat meiner Erfahrung nach jeder, und für jedes Problem könnte man eine Diagnose stellen, kennst Du wirklich Leute die komplett ohne Probleme leben?

In Amerika ist man bereits so weit, dass so gut wie jeder seinen eigenen Therapeuten hat, bis dies in Deutschland der Fall ist, ist meiner Ansicht nach nur eine Frage der Zeit, gerade zumal jährlich so viele neue Krankheitsbilder entdeckt werden, dass es bald nahezu unmöglich sein wird ohne eine "Krankheit" rumzulaufen, da eigentlich jede Form von Individualität bereits als Krankheitssymptom gelten werden wird. Man betrachte den Fall ADHS, vor 50 Jahren galten selbige Kinder noch als "besonders lebsam" , heute werden Millionen mit ADHS diagnostiziert und bekommen Psychostimulanzien als Behandlung gegen das, was vor nicht allzu langer Zeit noch als "normal" galt.

Hallo Seraiel,
auch wenn es abgedroschen klingt, so habe ich doch bei manchen Psychologen/Psychiatern das Gefühl, dass sie diese Fachgebiete studiert haben, weil sie bei sich Defizite erkannt haben bzw. erkannt zu haben glauben.
Aus dem Probleme haben wird recht schnell eine Krankheit gemacht, wie dies auch bei "normalen" Veränderungen oder "unnormalen" Zuständen, wie z.B. Schwangerschaft, Trauer, etc. der Fall ist.
Wenn in Amerika, eigentlich ja den USA so gut wie jeder seinen eigenen Therapeuten hat - Hunde und Katzen eingeschlossen! - , dann sehe ich das eher als Zeichen dafür an, wie krank die Gesellschaft dort ist. Schönheitswahn mit "Therapie" Schönheits-OP ist da ja leider auch ein Ausdruck dafür, ein Trend, der leider auch zu uns übergeschwappt ist. Sendungen wie "Der größte Looser" (oder so ähnlich) bringen ein Bild vom Menschen rüber, das einfach nur krank ist. Insofern mag man dir fast(!) zustimmen. Was willst du mit dem Beispiel ADHS sagen? Ich halte es nur für schlimm, wenn ich beobachtet habe, wie in einer mir bekannten Familie beide Söhne unter Dauerbedrogung gehalten wurden, heute vor jeder Prüfung, bei jedem Problemchen zu Pillen und Pülverchen greifen.
 
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  • #103
Außerdem: wenn jeder verrückt ist, dann sind ja alle wieder normal... :)
 
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  • #104
Zitat von Nettmann:
Hallo Seraiel,
auch wenn es abgedroschen klingt, so habe ich doch bei manchen Psychologen/Psychiatern das Gefühl, dass sie diese Fachgebiete studiert haben, weil sie bei sich Defizite erkannt haben bzw. erkannt zu haben glauben.
Aus dem Probleme haben wird recht schnell eine Krankheit gemacht, wie dies auch bei "normalen" Veränderungen oder "unnormalen" Zuständen, wie z.B. Schwangerschaft, Trauer, etc. der Fall ist.
Wenn in Amerika, eigentlich ja den USA so gut wie jeder seinen eigenen Therapeuten hat - Hunde und Katzen eingeschlossen! - , dann sehe ich das eher als Zeichen dafür an, wie krank die Gesellschaft dort ist. Schönheitswahn mit "Therapie" Schönheits-OP ist da ja leider auch ein Ausdruck dafür, ein Trend, der leider auch zu uns übergeschwappt ist. Sendungen wie "Der größte Looser" (oder so ähnlich) bringen ein Bild vom Menschen rüber, das einfach nur krank ist. Insofern mag man dir fast(!) zustimmen. Was willst du mit dem Beispiel ADHS sagen? Ich halte es nur für schlimm, wenn ich beobachtet habe, wie in einer mir bekannten Familie beide Söhne unter Dauerbedrogung gehalten wurden, heute vor jeder Prüfung, bei jedem Problemchen zu Pillen und Pülverchen greifen.


Sicherlich werden viele Psychiater, weil sie selber Schwächen bei sich erkannt haben, bei vielen Medizinstudenten ist es ja auch so, dass sie entweder selbst krank sind, oder aus kranken Familien kommen.

Mit dem Beispiel ADHS wollte ich sagen, dass Krankheiten auch ganz bewusst neu entdeckt bzw. erfunden werden, denn vor nicht allzu langer Zeit gab es ADHS noch gar nicht, zumindest nicht als Diagnose. Kinder mit Aufmerksamkeitsdefizit wurden als gesund, aber z. B. zu impulsiv, oder mit fehlender Ausdauer, oder als sehr ablenkbar beschrieben, aber ADHS selber wurde erst später erfunden, genau wie die entsprechende Therapie dafür, aus "Gesunden" wurden Kranke. Dies ist meiner Ansicht nach ein Trend, so dass ich davon ausgehe, dass es nicht mehr lange dauern wird, bis alle in der Gesellschaft als irgendwie psychisch krank gelten, Amerika ist da als Vorreiter zu nennen.

In dem Fall von "the biggest loser" , d. h. soweit ich weiß auf englisch so viel wie "der größte Abspecker" , hat also nichts mit Verlierern zu tun, falls Du das meintest.
 
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  • #105
Hallo in die Runde :)
Ich bin hier neu, habe zwar noch nicht alle Beiträge zu diesem Forum gelesen, interessiere mich aber sehr für das Thema und danke Euch, dass Ihr es angefangen habt!
Ich habe auch ein Päckchen von ein paar Krankheiten, die ich mit mir herumtrage, und es sind welche, die nicht psychisch, sondern physisch bedingt sind. Die sieht man mir nicht an, aber die sind da und erleichtern sicherlich nicht das Finden des Partners. Sie könnten auch bestimmten Zukunftsträumen (Kinder u.Ä.) im Wege stehen. Ich leide sehr darunter und frage mich manchmal: Welchen Mann um die 40 herum, der sich noch Familie wünscht, wird sich für mich entscheiden, wenn er davon erfährt? :-( Sorry, ich wollte nur mit Euch meine Gedanken teilen, danke fürs Zuhören. Ich bemühe mich auf jeden Fall, positiv zu denken :)
 
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  • #106
Momentan bin echt hilflos und verzweifelt.

Ich lese seit 15 Monaten hier mit und schätze das Forum sehr, habe jedoch kaum was geschrieben. Bin höchstens eine Quartalschreiberin;-)

Noch vor ein paar Monaten habe ich hier groß angekündigt meine/unsere Erfolgsstory zu verkünden. Und jetzt...???

Liebe Aitutaki
deine Erfahrung in der Beziehung mit deinem chronisch depressiven, evtl. bipolar erkrankten Partner, den du so kompetent unterstützt hast, hat mich sehr bewegt. Magst du berichten wie es weiter ging? Mich würde das sehr interessieren.
 
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  • #107
Zuerst Facts: Die Hälfte aller Menschen in der Schweiz (und ich nehme an, auch in Deutschland und Österreich) erkranken mindestens ein Mal im Leben an einer psychischen Störung, die behandelt werden muss. Und ein Prozent aller Menschen in allen Ländern dieser Erde müssen lernen mit dem, was die Psychiater Schizophrenie nennen, umzugehen.
Was bedeuten diese Zahlen? Dass wir alle (einige) betroffene Menschen kennen und dass keiner von uns davor gefeit ist, irgendwann mal ein psychisches Problem zu entwickeln. Es bedeutet aber auch, dass es offensichtlich nach wie vor eine grosse Tabuisierung gibt, und ausserdem - um auch noch etwas Positives darin zu finden, dass viele Leute denken, es beträfe sie nicht - dass viele Betroffene trotz solcher Diagnosen ein gutes Leben führen können und offensichtlich die Umwelt kaum etwas davon mitbekommt.

Statt so erschrocken zu tun über solche Diagnosen, möchte ich Euch dazu einladen, darüber nachzudenken, was das auch bedeuten könnte...
Ich habe folgende Erfahrungen gemacht: Viele Menschen, die psychische Erschütterungen erlebt haben, haben gelernt, besonders achtsam mit sich selbst und mit ihrem Umfeld umzugehen. Nicht selten haben sie sehr viel Verständnis und Einfühlungsvermögen für andere entwickelt. Sie haben oft auch gelernt, selbstfürsorglich zu handeln, rechtzeitig ihre Grenzen wahrzunehmen und sich abzugrenzen. Oft können sie deshalb solches Handeln auch bei anderen Menschen als wertvoll erleben und fördern. Nicht selten lernen Menschen durch psychische Erschütterungen auch, andere Prioritäten zu setzen. Sie wissen die kleinen schönen Dinge im Leben zu schätzen und sind nicht mehr so abhängig von Prestige- und Statusdenken.
Ich empfinde solche Qualitäten als wichtig und hilfreich, besonders auch in Beziehungen.

Wofür habt Ihr denn Angst, wenn Ihr so kategorisch dagegen seid, eine Beziehung mit einem psychoseerfahrenen Menschen einzugehen?

wohltuend differenzierter Beitrag.danke
 
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fleurdelis*

  • #110
Wie willst du beurteilen können, dass Frauen, die ähnliche gesundheitliche Probleme haben, keine Partnerin sein können:eek:?

... das hat sie doch gar nicht .... ich finde es eher befremdlich, Menschen mit Erkrankungen sich doch bitte an Selbsthilfegruppen zur Partnersuche zu empfehlen ... Selbsthilfegruppen dienen dazu sich dort über Erfahrungen auszutauschen, bei Bedarf gute Adressen für behandelnde Ärzte und Kliniken mit Empfehlung zu finden .... das ist keine Partnerbörse .... und ist als solches auch nicht vorgesehen. Ich werde des öfteren von Selbsthilfegruppen eingeladen, Vorträge zu halten ... diese Empfehlung dort auf Partnersuche zu gehen, ist mir ... wie gesagt sehr befremdlich ...
 
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  • #111
... das hat sie doch gar nicht .... ich finde es eher befremdlich, Menschen mit Erkrankungen sich doch bitte an Selbsthilfegruppen zur Partnersuche zu empfehlen ... Selbsthilfegruppen dienen dazu sich dort über Erfahrungen auszutauschen, bei Bedarf gute Adressen für behandelnde Ärzte und Kliniken mit Empfehlung zu finden .... das ist keine Partnerbörse .... und ist als solches auch nicht vorgesehen. Ich werde des öfteren von Selbsthilfegruppen eingeladen, Vorträge zu halten ... diese Empfehlung dort auf Partnersuche zu gehen, ist mir ... wie gesagt sehr befremdlich ...

Du magst das aus deiner Sicht, weil du dort Vorträge halten kannst, als befremdlich ansehen, aber ein Betroffener bzw. eine Betroffene kann so nebenbei dennoch dort jemanden kennenlernen, der einem ein Partner werden kann.

Ich gehe ja auch zum Einkaufen nur um Einzukaufen, dennoch kann ich beim Einkaufen einen Mann kennenlernen, der mein Partner werden könnte. Z.B. in einem Bio-Supermarkt, weil wir da beide gerne einkaufenn und Bio-Lebensmittel uns wichtig sind, also in der Hinsicht ähnlich denken, also eine Gemeinsamkeit haben, die verbinden kann.
 
F

fleurdelis*

  • #113
Ich gehe ja auch zum Einkaufen nur um Einzukaufen, dennoch kann ich beim Einkaufen einen Mann kennenlernen, der mein Partner werden könnte. Z.B. in einem Bio-Supermarkt, weil wir da beide gerne einkaufenn und Bio-Lebensmittel uns wichtig sind, also in der Hinsicht ähnlich denken, also eine Gemeinsamkeit haben, die verbinden kann.


... mir persönlich fällt schwer, in deinem Vergleich keinen Unterschied zu finden .... also Mitgliedern einer Selbsthilfegruppe für Krankheiten den gleichen Interessenanspruch zu unterstellen wie solchen, die im Bio-Supermarkt den gleichen Käse toll finden ... aber es kann auch sein, dass ich da falsch liege ...
 
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  • #114
Ich gehe ja auch zum Einkaufen nur um Einzukaufen, dennoch kann ich beim Einkaufen einen Mann kennenlernen, der mein Partner werden könnte. Z.B. in einem Bio-Supermarkt, weil wir da beide gerne einkaufenn und Bio-Lebensmittel uns wichtig sind, also in der Hinsicht ähnlich denken, also eine Gemeinsamkeit haben, die verbinden kann.
Dort laufen doch fast nur zottelige Weltverbesserer mit krummen Zähnen rum.
 
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  • #115
... das hat sie doch gar nicht .... ich finde es eher befremdlich, Menschen mit Erkrankungen sich doch bitte an Selbsthilfegruppen zur Partnersuche zu empfehlen ... Selbsthilfegruppen dienen dazu sich dort über Erfahrungen auszutauschen, bei Bedarf gute Adressen für behandelnde Ärzte und Kliniken mit Empfehlung zu finden .... das ist keine Partnerbörse .... und ist als solches auch nicht vorgesehen. Ich werde des öfteren von Selbsthilfegruppen eingeladen, Vorträge zu halten ... diese Empfehlung dort auf Partnersuche zu gehen, ist mir ... wie gesagt sehr befremdlich ...
Die Selbsthilfegruppe als Heiratsmarkt. Eine herrliche Vorstellung! Als nächstes dann noch schickmachen für die Chemotherapie, dort könnte ja auch der neue Partner zu finden sein und man hat dann auch schon genug Gesprächsthemen.
 
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