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authentisch_gelöscht

  • #62
@Dreamerin: Das ist sehr traurig und da kann ich natürlich die Angst verstehen, dass sich so etwas wiederholen könnte.
 
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  • #63
Zitat von Bauhaus:
Wenn man fast jeden kriminalisieren oder pathologisieren will, müsste man fast die komplette Bevölkerung wegsperren :)

Solche unsachlichen Beiträge bringen nichts.

Irgendwo las ich mal ein interessanten Bericht im Spiegel, dass die Menschen schon irgendwie krank sind, gerade wenn man sich die derzeitige Weltlage mit Krieg, Mord, Vergewaltigung usw. anschaut.
 
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  • #64
Zitat von Dreamerin:
Ich war mit einem psychisch kranken Mann verheiratet. Ich war davon überzeugt, ihn 'retten" zu können, wenn nur genug Liebe da ist. Ich habe den Kampf verloren, er hat sich das Leben genommen und mich mit unserem gemeinsamen, damals zweijährigem Kind allein zurückgelassen.

Oh.., tut mir leid.

Ich habe beruflich ansatzweise mit psychisch erkrankten Menschen zu tun, und es gibt mehr davon, als wir zu glauben meinen.
 
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  • #65
Zitat von authentisch:
Statt so erschrocken zu tun über solche Diagnosen, möchte ich Euch dazu einladen, darüber nachzudenken, was das auch bedeuten könnte...
Ich habe folgende Erfahrungen gemacht: Viele Menschen, die psychische Erschütterungen erlebt haben, haben gelernt, besonders achtsam mit sich selbst und mit ihrem Umfeld umzugehen. Nicht selten haben sie sehr viel Verständnis und Einfühlungsvermögen für andere entwickelt. Sie haben oft auch gelernt, selbstfürsorglich zu handeln, rechtzeitig ihre Grenzen wahrzunehmen und sich abzugrenzen. Oft können sie deshalb solches Handeln auch bei anderen Menschen als wertvoll erleben und fördern. Nicht selten lernen Menschen durch psychische Erschütterungen auch, andere Prioritäten zu setzen. Sie wissen die kleinen schönen Dinge im Leben zu schätzen und sind nicht mehr so abhängig von Prestige- und Statusdenken.
Ich empfinde solche Qualitäten als wichtig und hilfreich, besonders auch in Beziehungen.

Wofür habt Ihr denn Angst, wenn Ihr so kategorisch dagegen seid, eine Beziehung mit einem psychoseerfahrenen Menschen einzugehen?

Warum schreibst du von Angst und willst sie mir/uns in den Mund legen?

Das Thema ist viel zu komplex und es geht hier ja nicht nur um psychoseerfahrenen Menschen.

Ich erlebe solche Menschen gerne so, wie du es beschrieben hast, aber eine Medaille hat zwei Seiten. Auf der einen Seite viel Sonne, auf der anderen Seite viel Egozentrik und viel Theorie. Es ist ein Wechselspiel zwischen Sonne und Finsternis und nicht jeder Mensch kann und mag das in seinem Leben haben.
 
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authentisch_gelöscht

  • #67
Zitat von Mentalista:
Warum schreibst du von Angst und willst sie mir/uns in den Mund legen?

Ich hatte (und habe) den Eindruck, dass es um Angst geht. Es wäre ja auch verständlich und ist mir im Übrigen nicht völlig fremd. Ich habe die Frage gestellt, damit wir uns mit diesen Ängsten und den Gründen dafür auseinandersetzen könnten. (Entschuldigt ausserdem bitte meinen (freudschen) Verschreiber...)

Ich erzähle mal, wovor ich Angst hätte, wenn ich einen Mann mit Erfahrungen von psychischer Erschütterung zum Partner hätte:
Ich hätte Angst, dass ich mich zu stark in seine Probleme hineinbegeben würde und dass ich zu viel Verantwortung übernehmen würde, dass ich Schwierigkeiten hätte, mich abzugrenzen und vielleicht meine eigenen Bedürfnisse vernachlässigen würde. Ich hätte auch Angst, dass Problem-Themen nicht mit ausreichend heiteren Gesprächen ausgeglichen werden könnten.
Wenn ich das jetzt nochmals so lese, dann merke ich aber, dass es sich dabei ausschliesslich um Dinge handelt, die bei mir sowieso ein Thema sind. Ich habe also eigentlich Angst, vor meinem eigenen Unvermögen.


Zitat von Mentalista:
Das Thema ist viel zu komplex und es geht hier ja nicht nur um psychoseerfahrenen Menschen.

Ja, das Thema ist komplex, darum möchte ich ja darüber ins Gespräch kommen und die Sichtweise, die in den Beiträgen vor meinem etwas einseitig schien, ergänzen. Ausserdem hatte ich nicht nur über psychoseerfahrene Menschen gesprochen, sondern dies nur in meiner Frage mit der Angst angesprochen, um mich auf die Beiträge direkt vorher zu beziehen. Die Frage kann aber auch auf andere psychische Erschütterungen ausgeweitet werden.

Zitat von Mentalista:
Ich erlebe solche Menschen gerne so, wie du es beschrieben hast, aber eine Medaille hat zwei Seiten. Auf der einen Seite viel Sonne, auf der anderen Seite viel Egozentrik und viel Theorie. Es ist ein Wechselspiel zwischen Sonne und Finsternis und nicht jeder Mensch kann und mag das in seinem Leben haben.

Ich habe nicht den Eindruck eines so grundsätzlichen Unterschiedes zwischen Menschen, die Erfahrung mit einer psychischen Erschütterung haben und Menschen, die keine Erfahrung damit haben. Es gibt nicht ein schwarz-weiss-Raster von gesund und krank. Wir alle haben gesunde und kranke Anteile, und manchmal frage ich mich, ob nicht bestimmte Leute, die sich selbst klar auf der gesunden Seite wähnen, eigentlich kränker sind, oder jedenfalls mehr Kranksein um sich herum verbreiten, indem sie rücksichtslos für ihre eigenen Interessen sorgen und die anderen um sich herum gar nicht erst wahrnehmen...

Gehören helle und dunkle Seiten nicht zu jedem Leben?
 
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  • #68
Zitat von authentisch:
Gehören helle und dunkle Seiten nicht zu jedem Leben?

Eben, die Frage ist allerdings, worüber wird hier eigentlich gesprochen:

wiki
" Psychische Störungen sind weit verbreitet. Nach einer Studie der WHO leidet weltweit jeder vierte Arztbesucher daran. Deutsche Studien sprechen von ca. 8 Millionen Deutschen mit behandlungsbedürftigen psychischen Störungen. Die meisten würden jedoch nach einiger Zeit abklingen. Psychische Störungen gehören zu den häufigsten Beratungsanlässen in allgemeinmedizinischen Praxen.

Psychische Störungen sind derzeit die vierthäufigste Ursache für Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen im Rahmen der GKV. (...)

Allerdings zeigt eine Studie der Universität Münster, dass es gegenwärtig kaum mehr Betroffene als vor 50 Jahren gibt (...) lediglich Demenzen nähmen als Folge der steigenden Lebenserwartung in westlichen Gesellschaften zu. Rückläufig ist im Vergleich von 30 Jahren die Anzahl von Suiziden sowie der Alkohol- und Drogenkonsum. Vielmehr würden Diagnosen und Behandlungen verbessert sowie durch verstärkte Aufmerksamkeit Entstigmatisierungen gefördert, was zu einer höheren Akzeptanz von Psychotherapien führt. "
 
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  • #69
Zitat von authentisch:
Ich hatte (und habe) den Eindruck, dass es um Angst geht. Es wäre ja auch verständlich und ist mir im Übrigen nicht völlig fremd. Ich habe die Frage gestellt, damit wir uns mit diesen Ängsten und den Gründen dafür auseinandersetzen könnten. (Entschuldigt ausserdem bitte meinen (freudschen) Verschreiber...)

Naja, nur weil du den Eindruck hast, dass es um Angst geht, muss dem bei anderen Menschen nicht so sein. Nur weil du dich mit deinen Ängsten auseinandersetzen möchtest, muss ich das nicht, würde, wenn ich wollte, es auch nicht hier im Forum machen ,-).

Ich erzähle mal, wovor ich Angst hätte, wenn ich einen Mann mit Erfahrungen von psychischer Erschütterung zum Partner hätte:
Ich hätte Angst, dass ich mich zu stark in seine Probleme hineinbegeben würde und dass ich zu viel Verantwortung übernehmen würde, dass ich Schwierigkeiten hätte, mich abzugrenzen und vielleicht meine eigenen Bedürfnisse vernachlässigen würde. Ich hätte auch Angst, dass Problem-Themen nicht mit ausreichend heiteren Gesprächen ausgeglichen werden könnten.
Wenn ich das jetzt nochmals so lese, dann merke ich aber, dass es sich dabei ausschliesslich um Dinge handelt, die bei mir sowieso ein Thema sind. Ich habe also eigentlich Angst, vor meinem eigenen Unvermögen.

Ich ersetze mal das Wort Angst durch Bedenken und das negative Wort Unvermögen durch realistische Sichtweise und Akzeptieren von eigenen Grenzen, was man kann und was man nicht möchte.

Ja, das Thema ist komplex, darum möchte ich ja darüber ins Gespräch kommen und die Sichtweise, die in den Beiträgen vor meinem etwas einseitig schien, ergänzen. Ausserdem hatte ich nicht nur über psychoseerfahrene Menschen gesprochen, sondern dies nur in meiner Frage mit der Angst angesprochen, um mich auf die Beiträge direkt vorher zu beziehen. Die Frage kann aber auch auf andere psychische Erschütterungen ausgeweitet werden.

Ich differenzier zwischen psychischen Erschütterung, die ich sehr wohl hatte und wirklichen psychischen Erkrankungen, teilweise nicht heilbar, die massive langfristige Auswirkungen auf die Lebensqualität in vielerlei Hinsicht hat.

Ich habe nicht den Eindruck eines so grundsätzlichen Unterschiedes zwischen Menschen, die Erfahrung mit einer psychischen Erschütterung haben und Menschen, die keine Erfahrung damit haben. Es gibt nicht ein schwarz-weiss-Raster von gesund und krank. Wir alle haben gesunde und kranke Anteile, und manchmal frage ich mich, ob nicht bestimmte Leute, die sich selbst klar auf der gesunden Seite wähnen, eigentlich kränker sind, oder jedenfalls mehr Kranksein um sich herum verbreiten, indem sie rücksichtslos für ihre eigenen Interessen sorgen und die anderen um sich herum gar nicht erst wahrnehmen...

Das kannst du gerne so sehen, ich denke, es gibt schon klar definierte Grenzen zwischen halbwegs gesund und wirklich psychisch krank. Deine Frage zu den bestimmten Leuten ist nachvollziehbar, aber passt m.E. nicht zum Kontex deiner Auseinandersetzung mit deiner Angst, sondern liest sich eher nach einem Seitenhieb .-).

Gehören helle und dunkle Seiten nicht zu jedem Leben?

Ja, solange sie die Lebensqualität nicht so massiv beeinflussen, dass ein "normales" Leben mit Berufstätigkeit, Familie usw. nicht massiv beeinträchtigt wird und anderen Menschen kaum damit geschadet wird.
 
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  • #70
Zitat von Mentalista:
Naja, nur weil du den Eindruck hast, dass es um Angst geht, muss dem bei anderen Menschen nicht so sein. Nur weil du dich mit deinen Ängsten auseinandersetzen möchtest, muss ich das nicht, würde, wenn ich wollte, es auch nicht hier im Forum machen ,-).



Ich ersetze mal das Wort Angst durch Bedenken und das negative Wort Unvermögen durch realistische Sichtweise und Akzeptieren von eigenen Grenzen, was man kann und was man nicht möchte.



Ich differenzier zwischen psychischen Erschütterung, die ich sehr wohl hatte und wirklichen psychischen Erkrankungen, teilweise nicht heilbar, die massive langfristige Auswirkungen auf die Lebensqualität in vielerlei Hinsicht hat.



Das kannst du gerne so sehen, ich denke, es gibt schon klar definierte Grenzen zwischen halbwegs gesund und wirklich psychisch krank. Deine Frage zu den bestimmten Leuten ist nachvollziehbar, aber passt m.E. nicht zum Kontex deiner Auseinandersetzung mit deiner Angst, sondern liest sich eher nach einem Seitenhieb .-).



Ja, solange sie die Lebensqualität nicht so massiv beeinflussen, dass ein "normales" Leben mit Berufstätigkeit, Familie usw. nicht massiv beeinträchtigt wird und anderen Menschen kaum damit geschadet wird.


Find ich gut!
 
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  • #71
Zitat von authentisch:
Ich hatte (und habe) den Eindruck, dass es um Angst geht. Es wäre ja auch verständlich und ist mir im Übrigen nicht völlig fremd. Ich habe die Frage gestellt, damit wir uns mit diesen Ängsten und den Gründen dafür auseinandersetzen könnten.

Hat`s dir die Sprache ehm... die Schrift verschlagen?

Ich wollte dich mit meinen Gedanken nicht davon abhalten, dich hier im Forum mit deinen Ängsten auseinander zu setzen.
 
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  • #72
Dieser Thread lässt echt tief blicken (und zwar nicht ins Gute) .

Die Art und Weise wie hier über Menschen mit einer psychischen Erkankung geredet wird, ist teilweise bodenlos. Es wird den psychisch kranken vorgeworfen, dass sie sich selber als Opfer darstellen, und ihr macht genau das gleiche, wenn ihr Euch als Opfer des psychisch kranken Mannes seht.

Dann noch der Kommentar (von wem weiß ich jetzt nicht mehr) dass sie unter keinen Umständen etwas mit einem Schizophrenen zu tun haben wollte, und dann im Anschluss, keinerlei Erklärung warum. Vermutlich wissen die Leute die davor so viel Angst haben, nicht mal was eine Schizoprenie überhaupt ist.

Ich weiß das letztere nämlich, weil ich Medizin studiere und selber 8 Jahre lang schizophren war. Ich habe mich jedoch mit viel Hilfe und Therapie daraus befreien können, und Gott sei Dank sind nicht alle Frauen auf der Welt so beschränkt wie ihr, sondern es gibt auch noch die guten Frauen, die einem psychisch Kranken ebenfalls Liebe zukommen lassen, und die akzeptieren, dass er krank ist.

Den Kommentar, dass "die Guten alle weg oder verheiratet sind" widerleg ich einfach in dem ich mich selbst als Beispiel nehme. Ich bin seit 3 Monaten wieder single, nachdem meine 6-jährige Beziehung sich überlegt hatte, dass ihr die Entfernung zwischen Ihr und mir (500 km) dann doch zu groß sei. Ich habe mein ganzes Leben lang nur gute Beziehungen von einer Mindestdauer von 2 Jahren geführt, und ich kann kommunizieren, die Behauptung muss also schlichtweg falsch sein, denn ich bin 35.

Was ich weiß, ist, dass auf jeden Fall eine ganze Ecke mehr an Aufklärung gemacht werden müsste. Über Schizophrenie mache ich diese gerne, was Eure Beispiele mit manisch-depressiven jedoch angeht, so sag ich nur dazu, dass ihr entweder den Fehler beim Mann suchen könnt, oder, dass ihr euch eine Art zulegt, die auch den Umgang mit solchen Menschen möglich macht. Als mediziner besitze ich selber so eine Art, da ich ansonsten ständig alle Leute verurteilen müsste, die mir während der Arbeit begegnen. Ich kann dies nur empfehlen, da ihr sonst Eure Auswahl an Männern nämlich um mehr als 50% verringert, psychisch irgendwie krank ist nämlich quasi jeder heutzutage, wo auch immer neue Krankheitsbilder für alles, was vor 50 Jahren noch als "normal" galt, erfunden werden. Der einzige Unterschied den ich ebenfalls sehe und unterstütze, ist, dass diejenigen, die sich in Therapie befinden und mit ihrer Krankheit umgehen können, klar gegenüber denen, die gar keine Krankheitseinsicht zeigen, zu bevorzugen sind, denn ohne Selbsteinsicht bringt leider alles nichts.

Jemanden in Therapie zu drängen, der keine Selbsteinsicht hat, ist übrigens der falsche Weg. Therapie bringt nur dann etwas, wenn sie vom Kranken selbst gesucht wird, bestätigt Euch gerne jeder Psychiater dieser Welt.

/hass off
 
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  • #73
Lieber Seraiel, nur für den Fall, dass Du mich meintest, in Deinem oberen Absatz, hier noch mal meine persönliche Erklärung dazu:
Zitat von Mercedes:
Wovor ich Angst habe ist in meinem Fall schon sehr biographisch begründet. Das ist nicht schön, wenn man plötzlich selbst zum zentralen Inhalt der Paranoia wird. Will ich einfach nicht mehr erleben, 2 x reicht, das war schon traumatisch.

Damit will ich aber natürlich nicht für andere sprechen, sondern nur für mich.
Abgesehen davon bin ich auch s e h r für eine Entstigmatisierung psychisch erkrankter Menschen!

Des weiteren macht es natürlich, wie Du schon schriebst einen großen Unterschied, ob sich jemand in Therapie befindet oder nicht. Das gilt allerdings auch für alle anderen psychischen Erkrankungen, Depressionen, Persönlichkeitsstörungen, etc. .

Die zwei Personen, (eigentlich drei, aber beim 3. Mal war es nicht ganz so schlimm) mit denen ich das Vergnügen hatte, hatten alle zu dem Zeitpunkt keine Krankheitseinsicht, was ja leider gerade auch bei Schizophrenie (oft) ein Aspekt der Erkrankung ist.
Keine der Personen war mein Partner, alles Menschen in meinem engeren Umfeld, die anfingen auf mich zu projizieren.

Für mich hiess das allerdings schon, dass ich mich fragen musste, wieso ziehe ich solche Menschen geradezu an?
Für mich mit ein Grund mich in Therapie zu begeben.
Trotzdem brauch ich die Erfahrung vorerst nicht wieder.
 
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  • #74
Zitat von Mercedes:
?......


Die zwei Personen, (eigentlich drei, aber beim 3. Mal war es nicht ganz so schlimm) mit denen ich das Vergnügen hatte, hatten alle zu dem Zeitpunkt keine Krankheitseinsicht, was ja leider gerade auch bei Schizophrenie (oft) ein Aspekt der Erkrankung ist.
Keine der Personen war mein Partner, alles Menschen in meinem engeren Umfeld, die anfingen auf mich zu projizieren.

Woher wusstest du dann, dass sie erkrankt waren? Ihre Diagnose sahen sie ja laut deiner Aussage an sich selber nicht - wie konnten sie dir diese kommunizieren?
 
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authentisch_gelöscht

  • #75
Zitat von Mentalista:
Ich differenzier zwischen psychischen Erschütterung, die ich sehr wohl hatte und wirklichen psychischen Erkrankungen, teilweise nicht heilbar, die massive langfristige Auswirkungen auf die Lebensqualität in vielerlei Hinsicht hat.

Das kannst du gerne so sehen, ich denke, es gibt schon klar definierte Grenzen zwischen halbwegs gesund und wirklich psychisch krank.

Ja, solange sie die Lebensqualität nicht so massiv beeinflussen, dass ein "normales" Leben mit Berufstätigkeit, Familie usw. nicht massiv beeinträchtigt wird und anderen Menschen kaum damit geschadet wird.

Die klaren Grenzen lässt du durch Psychiater ziehen, die bis heute nichts weiter als ein Modell mit vielen unklaren Faktoren haben, um beispielsweise die Entstehung einer "Schizophrenie" zu erklären und die Medikamente einsetzen (müssen), von denen man nur hypothesenweise vermutet, wie sie wirken, von denen man aber ganz ganz viele Nebenwirkungen kennt? Durch Psychiater, die meines Erachtens ganz unterschiedliche Dinge unbesehen in einen Topf werfen und die bei vielen Betroffenen regelmässig zu anderen oder zusätzlichen Diagnosen greifen? Das Ganze ist ziemlich unverstanden von der Medizin und helfen tut sie oft auch nicht so wirklich.
Viele Betroffene hingegen finden mit der Zeit ihre eigenen Erklärungen, den Sinn für ihre Erschütterung. Und sie finden ihren eigenen Weg, damit umzugehen oder gar daraus heraus.
Ich kenne schätzungsweise 20 Menschen mit einer solchen Diagnose persönlich (mich inklusive) und kann keine klaren Grenzen zu Menschen ohne solche Diagnose erkennen, sondern sehe ein grosses Spektrum sowohl an Problemen wie auch an Lebensfreude und aktiver Lebensgestaltung. Obwohl die Ärzte die Tendenz haben, von "unheilbar" zu sprechen, gibt es genügend Beispiele von Menschen, die nach mehreren Episoden eines Tages geheilt waren, also jahrzehntelang keine "Rückfälle" mehr hatten. In meinem Bekanntenkreis gibt es auch drei davon. Das Problem ist doch die Stigmatisierung. Sobald es jemandem besser geht, wird er oder sie versuchen, nicht mehr darüber zu sprechen, um dem Stigma zu entgehen. Deshalb hat die Öffentlichkeit und haben auch die Ärzte immer nur diejenigen auf dem Radar, die gerade in einer akuten Krise stecken.
Mein Ex-Mann, mit dem ich 8 Jahre zusammen war, hat immer gesagt, wenn ich niemandem davon erzählen würde, dann hätte nie jemand davon gemerkt, und er meinte sich selbst dabei mit. Ich habe nach meiner Erkrankung studiert und mir das Studium auch selbst finanziert.
Und ganz ehrlich gesagt, bin ich dankbar für meine Erfahrungen, denn ohne meine psychische Erschütterung würde es mir heute nicht so gut gehen, wie es das tut. Ich hatte die Chance für einen echten Neustart und habe in meinen zwei Psychosen so vieles über mich selbst und die Welt gelernt...

Aber stellt Euch mal für einen Moment vor, Ihr selbst seid gerade in einem zerbrechlichen Zustand zum ersten Mal in eine Klinik eingewiesen worden, und der Arzt erklärt Euch, dass Ihr vermutlich an einer paranoiden Schizophrenie erkrankt seid. Den Stempel, den Ihr von nun an tragt, mit all der Last der daran geknüpften, meist unausgesprochenen Vorurteile und Diskriminierungen und einer vielleicht daraus entstehenden Isolation, der ist es in erster Linie, der Euch in Zukunft nicht gesund werden lässt....
 
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  • #76
@ Mercedes: Die eigene Krankheit leugnen ist die natürliche, zweite Reaktionsform mit der Menschen auf für sie zu schwere Nachrichten antworten. Wenn Du schlechte Erfahrungen hast und nicht erneut traumatisiert werden möchtest, verstehe ich das, es kam aber (von anderen) in diesem thread so vor, dass da mit Worten um sich geschmissen wird, ohne überhaupt etwas darüber zu verstehen. Wie gesagt, war wirklich schizophren für 8 Jahre, habe aber während dieser Zeit meine Freundin immer gut behandelt und sie versucht glücklich zu machen, es ist also wohl kaum das Produkt der Schizophrenie, wenn Leute Dich schlecht behandelt haben, das tun nämlich auch Leute die bisher keine Diagnose bekommen haben, also sich für gesund halten.

Lustigerweise gibt's ja in vielen Ländern dieser Welt nichtmal die Schizophrenie, weil selbige Leute dort als "normal, aber auf einem anderen level" betrachtet werden. Das sind eigentlich nur die höher entwickelten Länder, die jeden der anders ist in das System reinpressen, mit welchem die meisten Leute in selbigen Ländern unterwegs sind.

Die schizophrenen die ich während meiner eigenen Krankheitsphase kennengelernt habe, waren allesamt nett und komplett harmlos.

Projezieren tun übrigens tonnenweise Menschen, das ist ebenfalls ein natürlicher Vorgang von Menschen zur Abwehr dessen was ihnen gesagt wird, es ist also kein Merkmal der Schizophrenie, sondern ganz normal.
 
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authentisch_gelöscht

  • #77
@Seraiel: Darf ich dich etwas fragen? Weshalb studierst du Medizin?
 
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  • #78
@seraiel
Da du ja selbst betroffen bist ( oder warst) und angehender Mediziner bist, könntest du vielleicht in leicht verständlichen Worten das von dir angesprochene Krankheitsbild beschreiben? Sicher kann ich selber googeln, aber da gibt es so unendlich viele Seiten und aus Sicht eines Betroffenen, noch dazu mit medizinischem Hintergrund, ist das vielleicht zielführender, um deine Gedanken zu verstehen.
 
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  • #79
Zitat von BellaDonna:
Woher wusstest du dann, dass sie erkrankt waren? Ihre Diagnose sahen sie ja laut deiner Aussage an sich selber nicht - wie konnten sie dir diese kommunizieren?

Also, eigentlich will ich das hier jetzt nicht wirklich breit treten. Nur so viel: zwei der Personen hatten schon vorher Episoden, die auch professionell diagnostiziert und behandelt wurden. Das wurde mir auch so kommuniziert. Beide hatten dann irgendwann keinen 'Bock' mehr sich in ärztliche Hände zu begeben, bzw. dort zu bleiben, auch nicht, als ich meinerseits empfahl, das vielleicht doch zu tun, nach vier Tagen durchgehender Schlaflosigkeit.

Die dritte Person, aus meinem engsten familiären Umfeld, ist bis heute nicht bereit sich Hilfe zu suchen. Die unvermeidliche Nähe hat mir leider meine Jugend versaut, weil sie versuchte mich in ihren Wahn hinein zu ziehen. Und das auch fast geschafft hat.

Das ist leider (!!!) auch vermutlich der Grund für meinen 'Wiederholungszwang' mit diesem Thema. So sieht das zumindest die Psychoanalyse.
 
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  • #80
Trotzdem, meine Erfahrungen sind meine s u b j e k t i v e n, leider sehr schlechten, Erfahrungen! Und mit Sicherheit nicht zu verallgemeinern.
 
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  • #81
Schizophrenie ist eine Entwicklungsstörung des jungen bis mittleren Erwachsenenalters (häufig ab 26) , bei dem das Gehirn sich nicht gleichmäßig schnell genug mit den Anforderungen die an es gestellt wurden mithalten konnte.

Bei mir wars so, das ich z. B. viele Aussagen von anderen Menschen nicht verstanden haben, sprachen sie schnell wurde mir einfach nur extrem heiß, ohne das ich ein Wort das sie gesagt hätten hätte auffassen können. Sprachen sie zu langsam, bekam ich evtl. Schmerzen oder Muskelzuckungen. Wurde bildliche Sprache benutzt, wie z. B. in dem Satz "es ist zum Mäusemelken" , ging gar nichts mehr, dann überlegte ich tagelang, wie das denn nun gemeint sei, und ging auf die ursprünglichen Wortbedeutungen zurück, nur "was genau würde das melken von Mäusen bringen?"
Ich lag größtenteils im Bett während meine Wohnung in alle Bereichen unterging, hinterher war sie so dreckig, dass ich erst einen Entrümpelungsdienst bestellen musste, und sie dann noch renoviert habe. Ich hab so viel geraucht und so viel Café getrunken wie es kaum zu schaffen ist (10-20 Tassen / tag) , weil ich mich so schlecht fühlte, dass der einzige andere Ausweg der Selbstmord gewesen wäre, der kam für mich Gott sei Dank jedoch nie in Frage. Andere schizophrene entscheiden hier allerdings anders, Schizophrenie geht mit einer ehöhten Anzahl an Selbstmorden einher, weshalb es auch unbedingt behandlungsbedürftig ist.

Am schlimmsten war das Erlebnis erstens in Bewegungsstarre und Angst zu verharren, d. h. keine körperliche Regung während gleichzeitig Gedanken in meinem Kopf rumkreisten, die so krank waren, dass ich teilweise nicht mal mehr vernünftig atmen konnte. Keine Grenzen mehr zu haben, und völlig dem was andere Menschen sagten ausgeliefert zu sein, war die Hölle, stell Dir vor Du gehst zum Bäcker, bist auffällig aus irgendeinem Grund, dann fangen sie an zu reden, und plötzlich bewegt sich Dein Arm zu einem Brötchen und Du nimmst es Dir, aber nicht aus eigenem Willen, sondern wie fremdgesteuert.
Ich dachte übrigens für mindestens 3 Jahre jede Nacht vor dem Einschlafen, dass ich morgen nicht mehr aufwachen würde. Das hat mich so fertiggemacht, dass ich hinterher nur noch aus Erschöpfung schlafen gegangen bin, also nach 40h wach sein und mehr. Außerdem musste ich Medikamente nehmen, die zwar die Psychose bekämpfen, aber dafür so viele Nebenwirkungen haben, das ich weitere Medikamente gegen die Nebenwirkungen nehmen musste, insgesamt bestimmt 10 Tabletten / tag.

Niemand erklärte mir außerdem, dass die Schizophrenie heilbar ist, ich dachte permanent nun unheilbar krank zu sein, dabei heilen über 50% der Schizophrenien natürlich wieder ab. Interessanterweise sind es jedoch weniger als 50% in den höher entwickelten Ländern mit viel Zugang zu Medikamenten, dafür kommt Norwegen z. B. aber auf 70% Heilungsraten, da dort ein völlig anderes Heilschema mit weniger Medikamenten und mehr Therapie vollzogen wird. Dies erfuhr ich dann glücklicherweise, als ich das Internet nach 5 Jahren der Schizophrenie nach Heilmöglichkeiten durchforste, und erstaunlich, aber es ist nicht mal so unendlich schwer, davon geheilt zu werden. Es erfordert eine Umstellung des Lebens sowie das Finden eines Glaubens und noch wenige andere Schritte, die ich allesamt gegangen bin. Seit dem habe ich keine psychotischen Episoden mehr und bin lediglich noch ein etwas verunsicherter, "neuer" Mensch, der als neue Seite hat, dass ich eine Vielzahl an Emotionen verspüre, die ich vorher nicht hatte, zumindest nicht so stark. Aus diesem Grund bin ich auch deutlich reflektierter als alle Gleichaltrigen und verfüge über eine ganz andere Achtung, sowohl von mir als auch von allen anderen. Meine Freunde und Familie liebten mich Gott sei Dank, so wurde ich nur wenig stigmatisiert. Was mit anderen Erkankten von der Gesellschaft aus passiert, mag ich mir kaum ausdenken, denn ich weiß nicht, ob ich noch leben würde, wenn ich so viel Zurückweisung erfahren hätte, wie manche erfahren.

Zu den schlimmsten Gedanken die ich je hatte, gehörten übrigens "wenn ich jetzt etwas falsch mache, dann stirbt vielleicht meine Mutter" oder "wenn ich jetzt nicht aufpasse, dann hat mein Bruder einen Auto-unfall" . Das waren Qualen so etwas zu denken und zu glauben, die kein nicht-betroffener nachvollziehen kann. Gott sei Dank geht den schizophrenen ihre Gesunde Seite aber nicht abhanden, gesund existiert parallel zu krank, also gab es auch den Teil in mir, der gedacht hat dass das nicht stimmt. Manchmal meine letzte Zuflucht und einzige Rettung.
 
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authentisch_gelöscht

  • #82
Zitat von Seraiel:
...und erstaunlich, aber es ist nicht mal so unendlich schwer, davon geheilt zu werden. Es erfordert eine Umstellung des Lebens sowie das Finden eines Glaubens und noch wenige andere Schritte, die ich allesamt gegangen bin.

Das interessiert mich natürlich. Könntest du dies noch etwas ausführen? Was genau hat dich geheilt?
 
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  • #83
Zitat von Seraiel:
Lustigerweise gibt's ja in vielen Ländern dieser Welt nichtmal die Schizophrenie, weil selbige Leute dort als "normal, aber auf einem anderen level" betrachtet werden. Das sind eigentlich nur die höher entwickelten Länder, die jeden der anders ist in das System reinpressen, mit welchem die meisten Leute in selbigen Ländern unterwegs sind.
[...]
Projezieren tun übrigens tonnenweise Menschen, das ist ebenfalls ein natürlicher Vorgang von Menschen zur Abwehr dessen was ihnen gesagt wird, es ist also kein Merkmal der Schizophrenie, sondern ganz normal.

Zu dem ersten Punkt: Anscheinend ist Schizophrenie weltweit in jedem Land mit ziemlich genau 1% der Bevölkerung verbreitet. So scheint zumindest der aktuelle Stand der Wissenschaft zu sein.
(Ich studiere Psychologie, nicht zuletzt wegen der Erfahrungen, die ich in meinem bisherigen Leben machen durfte. Ich könnte mir vorstellen, das ist bei Dir ähnlich, Seraiel. Das finde ich auch sehr gut! Das gibt am Ende Ärzte und Psychologen, die das, mit dem sie konfrontiert wurden, tatsächlich selber erlebt haben. Gut für ihre Patienten!)

Zur Projektion: ja, klar, das tut jeder. Ist anscheinend auch (lebens-)notwenig. Verknalltheit ist wohl der bekannteste Zustand der Projektion. Nicht umsonst wird Verliebtheit aus psychiatrischer Sicht mit einer Art 'Psychose' gleichgesetzt. ;)
Aber in meinem persönlichen Fall war das unangenehme an der Projektionssache, dass ich als die Schuldige an der individuellen persönlichen Misere projiziert wurde. Bzw. als die Person, die 'retten müsste', es aber nicht tut. Da hört's dann auf mit dem Verständnis für solche Projektionen.
 
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authentisch_gelöscht

  • #84
Zu "Schizophrenie" in verschiedenen Ländern:
Ihr schreibt aneinander vorbei. Wenn man mit den Diagnosekriterien unserer Psychiater die ganze Welt untersucht, dann gibt es überall gleich viel Menschen mit dieser Diagnose. Seraiel meinte wohl aber, dass in anderen Kulturen dies nicht als Krankheit angeschaut wird, sondern dass es andere Erklärungen dafür gibt und dass Menschen mit diesen besonderen "Fähigkeiten" manchmal auch aussergewöhnliche Rollen zugedacht werden (z.B. werden sie Schamanen).
 
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  • #85
Zitat von authentisch:
Seraiel meinte wohl aber, dass in anderen Kulturen dies nicht als Krankheit angeschaut wird, sondern dass es andere Erklärungen dafür gibt und dass Menschen mit diesen besonderen "Fähigkeiten" manchmal auch aussergewöhnliche Rollen zugedacht werden (z.B. werden sie Schamanen).
Ja, das mit dem Schamanismus ist mir dazu auch direkt eingefallen. Die Krankheit, samt Symptomen, ist aber das gleiche. Die Art der 'Therapie' ist halt anders. Ob besser oder nicht obliegt mir nicht wirklich zu beurteilen.

Es gibt leider trotzdem sehr viele Länder, in denen es vielleicht nicht die Diagnose 'Schizophrenie' oder ähnliches gibt, Erkrankte allerdings wie Aussätzige oder Besessene, ohne Behandlung, angekettet, ausserhalb der Gemeinschaft ihr Dasein fristen müssen. Schrecklich!
Da ist mir persönlich eine Diagnose + anschliessende kompetente Behandlung lieber.
 
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  • #86
Zitat von authentisch:
Das interessiert mich natürlich. Könntest du dies noch etwas ausführen? Was genau hat dich geheilt?

Das kannst Du genau hier nachlesen:

http://brainblogger.com/2012/05/29/full-recovery-from-schizophrenia/

Bei mir war es genau so. Erst musste ich an eine Heilung glauben, bevor überhaupt Besserung eintrat, gesagt hat mir niemand, dass Heilung möglich sei. Dann musste ich mein krankes lernen zu erkennen, damit ich es danach isolieren konnte, um es dann durch Gesundes zu ersetzen. Eine Bedeutung in meinem Leben zu finden bzw. mein Leben umzustellen erforderte für mich zum Glauben zu finden. Ab dem Zeitpunkt, wo ich mich von dem Gedanken, dass mein Leben sinnlos und zufällig ist verabschiedete, und stattdessen glaubte, einer Bestimmung zu folgen, seit dem Zeitpunkt, an dem ich zum ersten mal zu Jesus betete "er solle bitte auf meinen Kopf aufpassen" , waren alle Beschwerden die ich vorher hatte (Schmerzen, Muskelzuckungen, Atemstörungen, Herzrhythmusstörungen und und und) von jetzt auf gleich weg, ohne mein Zutun.

Ich weiß, wie ungaublich das klingt, ich empfinde es selber teilweise auch als unglaublich, da es jedoch meine Alternative zur Schizophrenie ist, muss ich daran glauben, denn Schizophrenie ist nie eine Alternative. Eine logische Erklärung für mein erlebtes, konnte mir bisher niemand liefern, ich glaube aber auch nicht, das Menschen das einfach logisch erklären können. In der Medizin heißt das "spontane Heilung" , kann sich auch niemand erklären, kommt aber häufiger einfach mal vor, und das nicht nur bei Schizophrenie.
 
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  • #87
Zitat von authentisch:
Aber stellt Euch mal für einen Moment vor, Ihr selbst seid gerade in einem zerbrechlichen Zustand zum ersten Mal in eine Klinik eingewiesen worden, und der Arzt erklärt Euch, dass Ihr vermutlich an einer paranoiden Schizophrenie erkrankt seid.

Den Stempel, den Ihr von nun an tragt, mit all der Last der daran geknüpften, meist unausgesprochenen Vorurteile und Diskriminierungen und einer vielleicht daraus entstehenden Isolation, der ist es in erster Linie, der Euch in Zukunft nicht gesund werden lässt....

Bei allem Respekt, ich erlebe wenig Vorurteile und Diskriminierung, ich arbeite seid nun mehr fast 25 Jahren am Rand mit "zerbrechlichen" Menschen und habe auch im privaten Umfeld solche Menschen. Kann es vielleicht sein, dass du da was siehst, was gar nicht so da ist?

Dieser leise "Vorwurf" das u.A auch ich letztendlich mit daran Schuld sein soll, dass diese kranken Menschen nicht gesund werden können, hola.., das geht wirklich nicht. Da stellst du diese Menschen als Opfer und hilflos dar und schiebst die Verantwortung, dazu sprechend für völlig fremde Menschen, auf die "gesunden" Menschen. Das empfinde ich als krankes Denken, sorry.
 
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  • #88
Zitat von Mercedes:
Die dritte Person, aus meinem engsten familiären Umfeld, ist bis heute nicht bereit sich Hilfe zu suchen. Die unvermeidliche Nähe hat mir leider meine Jugend versaut, weil sie versuchte mich in ihren Wahn hinein zu ziehen. Und das auch fast geschafft hat.

Das ist aber ein "Phänomen" was in Deutschland oft vorkommt. Gerade die Kriegsgeneration leidet unter vielen Traumen, die in psychische Erkrankungen sich umgewandelt haben und an die nächste Generation unbewusst weiter gegen wurde/wird.

Die Foren sind voll solcher Geschichten und nicht umsonst haben viele Kinder dieser Eltern den Kontakt zu ihren Eltern einschränken, oder abbrechen müssen, sich prof. Hilfe suchen müssen, damit psychisch sie nicht vor die Hunde gehen.

Oder fressen, saufen, rauchen, konsumieren sich zu Tode, zum Schuldenhochberg, weil sie vieles innerlich zerfrisst, aber sie nicht erkennen können, oder wollen, dass die seelische Balance gestört ist und prof. Hilfe sehr wohl helfen kann.
 
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Zitat von Mentalista:
Dieser leise "Vorwurf" das u.A auch ich letztendlich mit daran Schuld sein soll, dass diese kranken Menschen nicht gesund werden können, hola.., das geht wirklich nicht. Da stellst du diese Menschen als Opfer und hilflos dar und schiebst die Verantwortung, dazu sprechend für völlig fremde Menschen, auf die "gesunden" Menschen. Das empfinde ich als krankes Denken, sorry.

Nana, das ist nicht krank, eher ein Symptom.

Das Hineinfallen in die Opferrolle ist doch nichts neues und durchaus legitim. Quasi Erste Hilfe. Ist doch sogar hier in vielen Beiträgen zu beobachten. Die Kunst besteht doch darin, dass der Betroffene sich aus dieser Passivität löst und in die Aktivität kommt, wieder anfangen zu handeln und entscheiden.

@authentisch
Stigmatisierung: Auch hier kannst du dich ihr unterwerfen (Selbststigmatisirung) oder sie als das belassen was sie ist: ein Vorurteil.
 
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Zitat von Mentalista:
Bei allem Respekt, ich erlebe wenig Vorurteile und Diskriminierung, ich arbeite seid nun mehr fast 25 Jahren am Rand mit "zerbrechlichen" Menschen und habe auch im privaten Umfeld solche Menschen. Kann es vielleicht sein, dass du da was siehst, was gar nicht so da ist?
Also, das wundert mich jetzt schon sehr! In welchem Umfeld arbeitest Du? Ich tippe mal, was Soziales, oder?

Das es sonst keine Diskriminierung und Stigmatisierung gibt halte ich echt für sehr blauäugig! Die meisten Menschen befinden sich nun mal nicht in einem 'sozialen' (Arbeits-)Umfeld, sondern sind der knallharten Wirtschaft ausgesetzt. Und da sind halt Menschen mit psychischen Problemen schnell mal die Verlierer, werden gemobbt, misstrauisch beobachtet, ausgeschlossen, etc.
 
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