Ohneworte

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  • #1

Wie sieht eine glückliche Ehe aus?

Hallo zusammen,
ich versuche es mal anonym, weil Freunde doch meistens 'vorbelastet' sind.
Ich bin hier auf PS, weil ich gerade mal wieder eine Ehekrise habe. Eine Krise, die von mir ausgeht, weil ich mich frage, ob meine Ehe ok ist und was eine Ehe überhaupt ausmacht.
Ich bin 38 Jahre und habe vor 9 Jahren geheiratet. Davor hatte ich genügend kurze und lange Beziehungen, um zu sagen, dass ich nie heiraten werde. Ich bin sehr anspruchsvoll oder sagen wir so, ich wünsche mir einen Partner, der verständnisvoll ist, sehr rational, d.h. mit dem man vernünftig diskutieren kann, ohne ausfallend zu werden und der sachlich bleibt. Einer der nicht psychisch geschädigt ist (ich meine das nicht abwertend, ich will es einfach nicht).
Mit 29 hatte ich dann plötzlich Kinderwunsch (biologische Uhr) fuhr in Urlaub (als Nachdenkzeit meiner damaligen Beziehung) und lernte dort meinen Mann kennen. Er ist aus einer anderen Kultur, das zog mich sehr an, weil dort andere Werte wichtig sind und Familie noch was zählt. Ich habe das ganze unterschätzt. Die Kulturunterschiede sind schwierig, wobei mein Mann eigentlich recht europäisch ist und auch fliessend deutsch spricht, vor mir auch 10 Jahre eine deutsche Freundin hatte, sich also gut auskannte.
Wir kannten uns nur ein halbes Jahr (ich dachte mir damals mit 30 tagen Urlaub kann man sich auch in 5 Jahren nicht besser kennen) und haben uns in der Nacht vor der Hochzeit so gestritten, dass bei mir schon alle Alarmglocken leuteten, aber damals hatte ich nicht den Mut abzublasen.
Also wir haben mittlerweile 2 Kinder (7 und 4,5 Jahre) und ich fühle mich wie damals schon in verschiedenen Partnerschaften trotz Partner alleine. Ich kann zwar gut alleine sein, mir macht das nichts aus, aber dann lieber ohne Partner ;-).
Ich als Scheidungskind, die sehr drunter gelitten hat, wollte nie eine Scheidung und das lässt mich nun 'ausharren'. Wir haben schon auch glückliche Zeiten, soll heissen Zeiten, wo wir nett miteinander umgehen oder uns nicht streiten aber ich gehe fast immer Kompromisse ein. Ich bin natürlich auch sehr beschäftigt mit Volltimejob und den Kindern, so dass ich mir auch nicht immer Gedanken mache. Ich lebe übrigens im Ausland und bin somit auch nicht mal schnell auf eine Trennung auf Zeit oder so dabei.
Unser Sexualleben ist ok, das ist auch, was mich immer wundert, denn bei meinen vergangenen Beziehungen, ging da gar nichts mehr, wenn ich Probleme mit dem Partner hatte, ich fühlte nichts mehr und wollte nicht mehr, das ist in meiner Ehe anders. Es ist immer noch schön nach all den Jahren.
Manchmal glaube ich so ist eben das Leben und man kommt mehr oder weniger sowieso immer vom Regen in die Traufe. Ich vermisse jetzt auch nicht ein Verliebtheitsgefühl aber mein Mann und ich sind wirklich grund unterschiedlich in vielen Dingen. Ich liebe Ruhe, lesen, Unternehmungen in der Natur. Er ist permament vor dem TV oder Computer, nimmt selbst sein Tablet mit auf Ausflügen. Ich schlafe gerne bei offenem Fenster, er muss die Heizung anhaben etc etc.
Wir leben einfach so nebeneinander her und ich vermisse einfach ein 'soulmate'.

Was sagt ihr, gibt es das? Liegt es vielleicht doch an mir und meiner Einstellung, dass ich nie das gefunden habe, was ich mir wünschte oder hatte ich einfach nur kein Glück?

Würde mich freuen, wenn ihr mir helfen könntet....

Danke schonmal!
 

nuit

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  • #2
AW: Wie sieht eine glückliche Ehe aus?

liebe ohneworte,
wie sieht eine glückliche ehe aus - eine große frage, die du da aufwirfst :) und die uns wohl eher in sehr philosophische und subjektive gefilde führen würde. ich persönlich bin in sachen liebe eher pragmatisch nüchtern veranlagt und glaube nicht an ein "soul-mate-tum" auf ewig. Ich meine, es gehört dazu, dass es in langen beziehungen auch phasen gibt, wo man aufgrund des alltags, berufs, der kinder etc. auch mal ein nebeneinander auf zeit führt.

ich versuch mal auf das einzugehen, was mir an deinem beitrag auffiel und dazu einfiel. als du deinen mann kennen lerntest (was an sich ziemlich schnell ging :) ), hattest du ein ziel bzw. ein "projekt" vor augen, nämlich familie zu gründen. dazu habt ihr euch gefunden, diese werte teilt er mit dir und ihr habt das auch umgesetzt. was sind denn nun eure bzw. deine ziele bzw. projekte? "wozu" seid ihr zusammen, was möchtet ihr miteinander verwirklichen? kann es sein, dass sich nun vielleicht eine gewisse leere aufgetan hat? entweder in eurer partnerschaft oder auch bei dir persönlich? wohin wollt ihr, wohin willst du in eurem/ deinem leben? kurzum, dass es vielleicht weniger an eurer beziehung als an derzeitigen inhalten/ fülle mangelt?

um gezieltere antworten zu bekommen, fände ich es gut, wenn du (so du willst) schildern könntest, worin deine schwierigkeiten mit deiner beziehung bestehen. zwischen offenem versus geschlossenem fenster und kulturunterschieden besteht aus meiner sicht ein ziemliches gefälle. ersteres finde ich nicht sonderlich dramatisch, zweiteres kann schon ziemlich heikel werden, aber da fehlt eben deine beschreibung, was es für dich schwierig macht.

dies sind meine assoziationen zu einem ausschnitt deines beitrags. vielleicht kannst du damit was anfangen.
lg
 
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Mira

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  • #3
AW: Wie sieht eine glückliche Ehe aus?

Zitat von Ohneworte:
...

Er ist aus einer anderen Kultur, das zog mich sehr an, weil dort andere Werte wichtig sind und Familie noch was zählt. Ich habe das ganze unterschätzt. Die Kulturunterschiede sind schwierig, wobei mein Mann eigentlich recht europäisch ist und auch fliessend deutsch spricht, vor mir auch 10 Jahre eine deutsche Freundin hatte, sich also gut auskannte.
...

Also wir haben mittlerweile 2 Kinder (7 und 4,5 Jahre) und ich fühle mich wie damals schon in verschiedenen Partnerschaften trotz Partner alleine. Ich kann zwar gut alleine sein, mir macht das nichts aus, aber dann lieber ohne Partner ;-).
Ich als Scheidungskind, die sehr drunter gelitten hat, wollte nie eine Scheidung und das lässt mich nun 'ausharren'. Wir haben schon auch glückliche Zeiten, soll heissen Zeiten, wo wir nett miteinander umgehen oder uns nicht streiten aber ich gehe fast immer Kompromisse ein. Ich bin natürlich auch sehr beschäftigt mit Volltimejob und den Kindern, so dass ich mir auch nicht immer Gedanken mache. Ich lebe übrigens im Ausland und bin somit auch nicht mal schnell auf eine Trennung auf Zeit oder so dabei.
Unser Sexualleben ist ok, das ist auch, was mich immer wundert, denn bei meinen vergangenen Beziehungen, ging da gar nichts mehr, wenn ich Probleme mit dem Partner hatte, ich fühlte nichts mehr und wollte nicht mehr, das ist in meiner Ehe anders. Es ist immer noch schön nach all den Jahren.
Manchmal glaube ich so ist eben das Leben und man kommt mehr oder weniger sowieso immer vom Regen in die Traufe. Ich vermisse jetzt auch nicht ein Verliebtheitsgefühl aber mein Mann und ich sind wirklich grund unterschiedlich in vielen Dingen. Ich liebe Ruhe, lesen, Unternehmungen in der Natur. Er ist permament vor dem TV oder Computer, nimmt selbst sein Tablet mit auf Ausflügen. Ich schlafe gerne bei offenem Fenster, er muss die Heizung anhaben etc etc.
Wir leben einfach so nebeneinander her und ich vermisse einfach ein 'soulmate'.

Was sagt ihr, gibt es das? Liegt es vielleicht doch an mir und meiner Einstellung, dass ich nie das gefunden habe, was ich mir wünschte oder hatte ich einfach nur kein Glück?

...

Liebe Ohneworte,

ich hatte fast drei Jahrzehnte bis zum Tod meines Mannes eine glückliche Beziehung und Ehe, nur eine kurze Krise hatten wir. Mein Mann galt als schwierig und wurde in der Ehe sanfter. Was ich erlebte, kann sicher kein Maßstab sein, es gibt viele Wege zum Glück, doch möglicherweise helfen Dir einige meiner Erkenntnisse weiter.

Gemeinsamkeiten verbinden, doch ohne Unterschiede fehlt das Salz in der Suppe. Wenn die Partner sehr ähnlich sind, kann schnell Langeweile aufkommen. Du scheinst derzeit auf die Unterschiede fixiert zu sein und sie als negativ wahrzunehmen. Vielleicht könntest Du mal eine Woche oder länger den Blick von den Unterschieden weg und gezielt auf Gemeinsamkeiten richten und diese im Gespräch mit Deinem Mann auch zum Thema machen. Das könnte eine Möglichkeit sein, mehr geistige Nähe herzustellen. Eine weitere Möglichkeit wäre, in einem zweiten Schritt die Unterschiede genauer zu betrachten und sich zu fragen, ob sie tatsächlich schlecht für die Beziehung sein müssen oder eine Bereicherung sein können. Habt Ihr nicht zu zweit eine viel umfassendere Sicht auf die Welt als ein Paar, wo beide Zwillinge im Geiste sind? Um die Vorteile der Unterschiede zu genießen, ist es natürlich nötig darüber zu reden. Du nennst Dich "Ohneworte", Schweigen und bloßes Kommunizieren über Alltagsbelange schaffen keine Seelenverwandtschaft. Das ist kein Plädoyer für das häufige Reden über die Beziehung, sondern für Reden über das, was jedem wichtig ist, über die jeweils eigene Sicht der Dinge.

Ein Wechsel der Perspektive würde Deiner Ehe vermutlich guttun. Es kann natürlich auch sein, dass Ihr tatsächlich zu wenig gemeinsam habt. Dann wäre eine Trennung vernünftig. Aber das gute Sexualleben könnte doch ein Zeichen sein, dass Euch emotional mehr verbindet als Du derzeit glaubst.

Kennst Du das Buch "Die Kunst des Liebens" von Erich Fromm? Dort werden die wichtigsten Zutaten für eine glückliche Beziehung nach meinem Empfinden gut beschrieben.
 

Freitag

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  • #4
AW: Wie sieht eine glückliche Ehe aus?

Zitat von Ohneworte:
Ich bin hier auf PS, weil ich gerade mal wieder eine Ehekrise habe.
du bist verheiratet und lebst noch mit deinem mann zusammen aber hast dich bei pasrhip als partnersuchend angemeldet?
falls ja gehörst du zu den frauen vor denen meine mama mich immer gewarnt hat
falls nein und du suchts hier im forum rat, ohne bei PS als suchend angemeldet zu sein, gebe ich dir den rat eine paarberatung aufzusuchen.
 
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  • #5
AW: Wie sieht eine glückliche Ehe aus?

Puh, das ist schwierig...
Du hast einiges geschrieben, aber es bleibt auch sehr viel offen und in so einer "akuten" Situation sollte man dann mit Ratschlägen sicher vorsichtig sein...
Paarberatung hätte ich auch gesagt, aber du lebst in einem anderen Land mit anscheinend anderer Kultur (wenn der Fernseher von morgens bis abends läuft...) und da gibt es das vielleicht nicht so selbstverständlich oder es ist vielleicht auch nicht so einfach, deinen Mann da hin zu bekommen..
Was glaubst du, wie dein Mann die Situation einschätzt ? Nimmt er sie ähnlich wahr wie du oder ist er zufrieden und würde aus allen Wolken fallen, wenn er wüsste, dass du hier Rat suchst ?
Ganz platt würde ich sagen, eine Ehe/Beziehung ist dann glücklich, wenn BEIDE richtig satt zufrieden mit ihr sind...
Wie lange bist du schon unzufrieden und was hast du konkret unternommen ? Ich kann nicht einschätzen, ob die Treppe abwärts läuft oder ob es eher nur so ein kleiner Duchhänger ist, den jeder in einer langen Beziehung wohl mal hat...
Wir stochern hier alle ein wenig im Trüben, aber vielleicht ist ja zufällig doch der eine oder andere Gedanke dabei, der dir hilft....
Vielleicht schreibst du ja auch noch einmal was und einige Punkte werden klarer...
 

iceage

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  • #6
AW: Wie sieht eine glückliche Ehe aus?

Würdest du langfristiger glücklicher sein, alle deine Leidenschaften zu genießen ohne dass dich (d)ein Mann dabei mit seinen Leidenschaften stört?
Würdest du langfristig glücklicher sein, ohne den schönen Sex?
Ist es ein schöneres Gefühl, wenn du alleine bist, als wenn er im Raum ist?

Ich kann dir nur sagen, dass einige deiner Aufzählungen auch bei mir zu großem Unbehagen geführt haben und sicher der Anfang vom Ende war, weil ich der Meinung war (bin), lieber alleine alleine, als alleine zu zweit. Muss aber heute, Jahre nach meiner Scheidung ehrlich sagen, so ganz wartet die Welt auch nicht auf einen!

Paarberatung würde ich in deinem Fall als (noch) nicht zielführend einschätzen, aber für dich psychologische Unterstützung zur Selbstfindung, das könnte dir schon sehr weiterhelfen.

Ich bin heute "glücklicher" Single und genieße es, all diesen Reibereien nicht mehr ausgesetzt zu sein, aber ein "Happy End" ist das auch nicht, wenn ich doch vermute, dass die Lebensqualität besser ist, als sie es heute wäre, wenn ich "weitergewurschtelt" hätte ...

Willst du etwas in deinem Leben ändern, dann ändere etwas, sonst ändert sich eben nichts - diese Worte gehen jetzt nicht gezielt in die Richtung Trennung, sondern auch in die Richtung, deinen Partner nicht im Unklaren lassen, wie ernst die Situation vielleicht schon ist ...
 

Ohneworte

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  • #7
AW: Wie sieht eine glückliche Ehe aus?

Danke euch, da war viel brauchbares dabei. Es ist natürlich schwierig meine ganze Geschichte hier in ein paar Sätze zu fassen, es war mir daher klar, dass mein Beitrag noch Fragen aufwerfen würde.
1. NEIN ich bin hier nicht angemeldet, die Ehe ist mir noch irgendwie heilig. Ich habe hier wirklich nach Rat gesucht, weil ich dachte, dass hier sicher Menschen sind, die sich sensibilisiert haben für Partnerschaften und ich muss sagen, ich habe euch gefunden :).
2. Ich habe keine akuten Trennungsgedanken.
3. Ja, ohneworte stimmt, das war zwar eine intuitive Auswahl, aber es trifft auf mich zu, dass ich mir oft wünschte ohne Worte verstanden zu werden, weil mein Mann meine Reaktionen oft falsch interpretiert und ich mich dann unglücklich fühle, weil ich denke, dass er mich nach 9 Jahren doch kennen müsste.
4. Ja, er würde aus allen Wolken fallen. Ich habe einmal zu einer anderen Zeit im mitgeteilt, dass ich unglücklich bin und da war er zutiefst beleidigt, weil er meint alles für uns zu tun (was wahrscheinlich auch so stimmt) und mich liebt. Er fragt mich dann, was ich will und darauf kann ich dann nicht so richtig antworten, weil ich ja schliesslich nicht eine Maschine möchte, die mir alles liefert, was ich wünsche.

Lustigerweise ist er gerade sehr darauf bedacht mich glücklich zu machen, in vielen Gesten, anscheinend scheint er etwas gespürt zu haben und/oder ich habe ihm jetzt auch oft deutlich gesagt, was mich stört oder was ich mir wünsche und er hat es umgesetzt, aus ehrlicher Einsicht, nicht aus Demut.

Ihr habt sicher recht, die Unterschiedlichkeit hat mich gereizt und es war damals mein Ziel einen Mann zu heiraten, dem Familie so heilig ist wie mir und jetzt bin ich diejenige die 'untreu' wird. Wir haben keine wirklichen gemeinsamen Ziele, wir haben schon recht viel im Leben erreicht (was man so allgemein darunter versteht) und es mag tatsächlich so sein, dass es eine gewisse Leere in meinem Leben gibt, da ich von Alltag so beansprucht werde, dass ich keine Zeit mehr habe für Sachen, die mich alleine zufriedener machen würden. Und das ist wirklich so, es geht derzeit nicht anders, aber wir arbeiten daran und die Kinder werden ja auch größer.

Ich habe halt oft Angst, dass ich einen Fehler gemacht habe, aus einem damaligen Sentiment heraus oder einer Fixiertheit Familie gründen zu wollen aber eben den dazugehörigen Mann nicht richtig geprüft habe. Vielleicht auch aus Schutz, da ich mich gut kenne und eben alle Männer da immer durchgefallen sind. Diese Soulemate-Beziehung hatte ich und es stimmt, mit der Zeit war das langweilig und ging in Richtung Brüderchen-Schwesterchen.

Ich bin hier kulturell sehr gut integriert, mir gefällt auch vieles an der Kultur, ich fühle mich schon hier zuhause. Ich spreche auch die Sprache. Er selbst lebt die Sitten hier weniger als ich. Aber die Erziehung hier ist eben doch ganz anders und das erklärt eben auch viele Verhaltensweisen (u.a. gibt es hier keine Zärtlichkeiten in der Öffentlichkeit und damit meine ich nicht wildes Rumgeknutsche, sondern wirklich Händchenhalten oder so, das kommt wirklich selten vor).

Hm, ich fühle mich schon wohler, wenn er nicht da ist, weil wenn er da ist, stört er mich in meinen Abläufen. Er macht, was er will und ich und die Kinder müssen uns anpassen. Aber ich vermisse ihn auch oder freue mich auf ihn, wenn ich zb in Deutschland war bzw dorthin reise ohne ihn. Oder wenn er im Ausland war, dann weiss ich ja wie es sich anfühlen würde, wenn ich alleinerziehend wäre.

Es ist wirklich keine dringende Sache, dass ich das Gefühl hätte: ich muss hier weg.

Deshalb habe ich mich gefragt, ob es vielleicht wirklich an mir liegt.

Das Buch von Fromm kenne ich, habe es allerdings lange nicht mehr gelesen. Vielleicht ist es gerade tatsächlich so, dass ich mit meiner persönlichen Situation etwas unterfordert bin und daher den Ausgleich bei meinem Partner suche?!

Ich vergleiche vielleicht auch zu viel. Ich sehe meine Freundin, wie diese mit ihrem Mann etwas unternimmt, wie ihr Mann mit den Kindern auch mal etwas alleine macht, während meiner mit seinem Pad auf dem Sofa liegt (sofern er frei hat, er hat nämlich nur sonntags frei). Ich habe ihm das dann gesagt und er hat dann gleich was mit uns unternommen, aber ich denke mir halt oft, dass ich mir eben wünsche, dass er das von selbst macht.
Ich kann natürlich verstehen, dass sich jemand ausruhen möchte. Aber ich selbst habe ja auch einen Volltagjob und 'nebenbei' noch die Kids, d.h. ich bin mehr oder weniger 24 std. im Einsatz und trotzdem unternehme ich dann lieber etwas als Familie als zu versuchen die Kids ruhig zu stellen und mich vor den TV zu parken. Muss man das denn immer sagen? Ich verstehe halt nicht, warum das nicht auch sein Wunsch ist. (natürlich jetzt nicht immer, er macht es aber selten - nie von sich aus, nur wenn ich dazu animiere).

Das sind natürlich nur kleine Beisspiele, es ist jetzt nichts Grosses, es sind die vielen kleinen Dinge und die sich immer wiederholen, die mich hinterfragen lassen.

Ich bin aber auch offen für Kritik und überlege, ob es wirklich an mir liegt.
 

anaj

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  • #8
AW: Wie sieht eine glückliche Ehe aus?

Hallo Ohneworte,

schwierige Situation....

Ein Urteil ueber Ihre Beziehung moechte ich mir nicht erlauben, aber beim Lesen kann ich einige Parallelen zu meiner letzten Beziehung ziehen.

Es gibt sicherlich immer mal Problem in einer Beziehung, aber manchmal muss man den Schritt wagen und eine drastische Entscheidung treffen. Wenn es sich nicht gut anfuehlt, dann ist es das auch nicht. Ich sage nicht, dass es sich nicht lohnt fuer eine Beziehung zu kaempfen, aber manchmal ist ein Ende mit Schrecken besser.

Ich war 12 Jahre mit einem Ex zusammen. Auch er war auch Auslaender. Wir lebten in DEU. Aber da man auch genug Probleme mit einem deutschen Partner haben kann, werde ich darauf nicht weiter eingehen. Ich moechte nur eine Anmerkung machen. Ich glaube, dass kulturelle Unterschiede immer auch eine zusaetzliche Herausforderung oder Belastung (je nachdem wie man es sieht) fuer eine Beziehung sind. Denn irgendwann ist die grosse Verliebtheit vorbei. Wenn beide Partner dann nicht an einem Strang ziehen, dann scheitert die Beziehung frueher oder spaeter an genau diesen Unterschieden.

Ich kann nur fuer mich sprechen, aber wen man sich schon wohler fuehlt, wenn der Partner nicht da ist, dann ist es ein Alarmsignal. Ich kenne dieses Gefuehl sehr gut.

Gerade in meiner letzten Beziehung habe ich mich sehr stark angepasst, habe es ihm immer nur recht gemacht und habe meine Beduerfnisse immer nur zurueckgesteckt, habe immer nur die Fehler bei mir gesucht ..... ich habe mich damit immer mehr selbst verleugnet und bin dann immer ungluecklicher geworden. Es machte mich fast depressiv.... Ich wusste, dass diese Beziehung nicht mehr gut fuer mich war. Sie machte mich krank, aber dennoch war ich wie eine Suechtige. Ich konnte mich nicht loseisen. Ich wollte nicht aufgeben, wollte an der Beziehung festhalten, denn ich liebte ihn ja, ich wollte, dass es funktioniert. Ich hatte doch schon so viel in diese Beziehung investiert..... aber das reicht nun mal nicht.

Heute weiss ich nur eins. Ich haette mich viel, viel frueher trennen sollen. Wenn man sich in einer Beziehung nur verstellen muss, wenn man es ihm staendig nur rechtmachen muss, wenn man sich in seiner Gegenwart nicht mehr wohl fuehlt, dann sollte man sich trennen.
Das bedeutet nicht, dass ich in einer Beziehung keine Kompromisse eingehe oder egoistisch bin und beim kleinsten Problem das Handtuch werfe. Nein, so ist es nicht. Aber in einer Beziehung muss ein Ausgleich bestehen. Es gibt immer Hoehen und Tiefen, aber wenn man selbst im Hoehenflug das Gefuehl hat, sich verstellen zu mussen oder wenn man sich selbst dann nicht wohl fuehlt, dann tut die Beziehung nicht gut. Dann kann man niemals gleucklich sein oder werden. Wenn man sich verstellen und anpassen muss, um vom Partner akzeptiert zu werden, dann ist man einfach nicht mir dem richtigen Partner zusammen. Und das Leben ist zu kurz, um es in einer ungluecklichen Beziehung zu verschwenden.
 
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  • #9
AW: Wie sieht eine glückliche Ehe aus?

Hallo Ohneworte !

Das hört sich für mich eigentlich sehr positiv an.
Das, was man erst sehr spät im Leben lernt, ist, dass man einen Erwachsenen eigentlich kaum bis gar nicht ändern kann. Sicher ist dein Lebensplan speziell, das Arrangieren mit einer anderen Kultur und allen Konsequenzen.. Aber du schreibst ja auch, dass es eigentlich dein Wunsch war und dass du dich gut eingefunden hast. Sicher ist man auch mal ab und an genervt, aber man bekommt dafür auch viel besonderes zurück, was man in einem Normal-Leben nicht bekommen würde.

Wenn ich das jetzt richtig verstanden habe, schläfst du noch gern mit deinem Mann, vermisst ihn, wenn er weg ist und er ist auch gern bereit, auf dich und deine Wünsche einzugehen, manchmal nach Aufforderung, manchmal auch von selbst und anscheinend nie mit Widerstand oder Gemecker. Da hast du doch schon viel bekommen.

Ich würde an deiner Stelle versuchen, mehr zu akzeptieren, dass du selber auch deines Glückes Schmied bist und nicht noch erwarten, dass deine Wünsche auf hellsehende Weise erfüllt werden... Wenn ihr so unterschiedlich seid, geht es ja ihm vielleicht genauso - "erspürst" du dann auch, was er möchte, aber nicht sagt ?....

Wenn ihr zwei relativ kleine Kinder habt und beide viel arbeiten müsst - das zerrt auf Dauer und ich halte da deine "Stimmung", plötzlich auch mal alles zu hinterfragen und "irgendwas" zu wünschen, was dir zugute kommt, eigentlich für ganz normal...Ich würde aber vielleicht langfristig aufpassen, dass ihr damit nicht in so eine Abwärtsspirale geratet, die dann irgendwann richtig existenzielle Probleme macht... Ich würde auf kleine Nischen achten, die mal ihm, mal dir und mal euch beiden als Paar gut tun.

Du schreibst, du bist selber ein Scheidungskind und jetzt hast du selber Kinder. Vielleicht beunruhigen dich einige Dinge momentan auch , weil es tiefe Erinnerungen weckt, wie die Ehe deiner Eltern (ich fantasiere jetzt mal..) kaputt ging...

Naja, wieder nur ein paar Gedanken, die mir so einfielen.... Auf jeden Fall wünsche ich dir, dass du dein Gleichgewicht wiederfindest und sich alles so entwickelt, dass du noch ewig lang deinen Familientraum weiterleben kannst, zufrieden.....
 
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SineNomine

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  • #10
AW: Wie sieht eine glückliche Ehe aus?

Zitat von Ohneworte:
Ja, ohneworte stimmt, das war zwar eine intuitive Auswahl, aber es trifft auf mich zu, dass ich mir oft wünschte ohne Worte verstanden zu werden, [...]

Das ist, insbesondere wenn ich das "oft" lese, ein ziemlich hoher Anspruch.
Natürlich ist es schön, wenn die Partnerin oder der Partner manches auch ohne lange Erklärung intuitiv sieht und versteht. Aber "oft"? Wie oft verstehen wir uns selbst nicht wirklich, wie oft brauchen wir selbst eine Weile um zu verstehen wie es uns gerade geht und warum? Und wie oft kann man uns bei ehrlicher Betrachtung selbst bei bestem Willen und mit viel Einfühlungsvermögen nicht ansehen wie es gerade in uns aussieht? Und das dann noch vor dem Hintergrund unterschiedlicher kultureller Hintergründe und einer dadurch mitunter sicher sehr unterschiedlichen Herangehensweise an bestimmte Dinge (und beispielsweise auch entsprechend anderer Gestik und Mimik).

Viellicht erwartest Du da einfach ein wenig zu viel, zumal ja immerhin die direkten, verbalisierten Äußerungen offenbar entsprechende Reaktionen hervorrufen. Das ist schon deutlich mehr erfolgreiche Kommunikation als bei vielen anderen Paaren nach ein paar Ehejahren noch übrig ist. ;-)


Zitat von Ohneworte:
Wir haben keine wirklichen gemeinsamen Ziele, wir haben schon recht viel im Leben erreicht (was man so allgemein darunter versteht) und es mag tatsächlich so sein, dass es eine gewisse Leere in meinem Leben gibt, [...]

Dann arbeite, ggf. gemeinsam mit Deinem Mann, daran, dass sich das wieder ändert.

Mein Eindruck nach dem Lesen Deiner Beiträge ist, dass ihr es eigentlich ganz gut miteinander getroffen habt, dass ihr euch aber irgendwann als Paar ein wenig verloren habt.
Das kommt vermutlich recht häufig vor: Bevor das erste Kind da ist stimmt das Gleichgewicht zwischen "Du, "Ich" und "Wir" noch, die Kinder bringen das aber ganz gewaltig durcheinander. Zumindest zu Beginn füllen sie das "Wir" fast ganz alleine aus und oft besetzen sie auch ein gutes Stück des "Ich" der Frau, die sich zumindest eine Weile lang primär als Mutter begreift und definiert. Werden die Kinder dann langsam größer ist das "Wir" nahezu unbesetzt und auch das "Ich" füllt sich erst so langsam wieder mit dem Beruf o.ä., ein gewisses Maß an "Leere" dürften da nicht wenige Frauen empfunden haben. Und bevor jemand schimpft wir Männer kämen dabei ja eigentlich ganz gut weg: Kinder und "Mutter" besetzen das "Wir", welches auch wir ab und an ganz gerne für uns und unsere Partnerin reserviert sehen würden, da ist oft wenig Platz für uns übrig (das ist das, was ohneworte mit "Er stört meine Abläufe" umschrieben hat). Wir haben zwar noch unser "Ich", aber je mehr wir uns darauf zurückziehen desto mehr entfernen wir uns vom "Wir" und vom "Du" der Partnerin (das ist dann der Partner mit dem iPad auf dem Sofa). Sitzen wir audf dem Sofa und genügen uns selbst ist's nicht gut, bringen wir uns ein stören wir häufig genug einfach nur die Abläufe, weil das halt oft die Abläufe von Mutter und Kind und nicht die der ganzen Familie, also auch von uns, sind.


Zitat von Ohneworte:
Deshalb habe ich mich gefragt, ob es vielleicht wirklich an mir liegt.

Ich denke nicht, dass es an Dir oder an Deinem Mann liegt, sondern eher daran, dass die Veränderungen der letzten Jahre, die neuen Rollen in die ihr Euch als Eltern hineinfinden müsst, das Gleichgewicht eurer Beziehung ein wenig durcheinander gebracht hat und ihr bisher noch kein neues Gleichgewicht gefunden habt, mit dem ihr alle zufrieden seid.

Du hast im Subject gefragt, was eine glückliche Ehe ausmacht. Da fallen mir eigentlich nur zwei wesentliche Punkte ein. Eine Ehe ist dann glücklich, wenn beide gemeinsam auch mal ein tiefes, dunkles Tal durchqueren und gemeinsam wieder herauskommen können. Und sie ist dann glücklich, wenn sie mit dem Leben der Familie mitwächst, sich anpasst und immer wieder neu erfindet. Genau vor dieser Herausforderung scheint ihr mir als Paar zu stehen, ihr müsst Euch als Paar schlicht neu definieren und ein neues Gleichgewicht finden, eines, in dem auch wieder ein wenig Platz für ein "Wir" ohne Kinder ist vielleicht, eines, in dem niemand sich "leer" fühlt und niemand sich ausgegrenzt füllen kann, usw. usf.

Und so wie Du Deinen Mann hier schilderst und so wie Deine Beiträge hier bei mir ankommen sehe ich gute Chancen dafür, dass ihr das auch hinbekommt. Vielleicht nicht per intuitivem "Alle Wünsche von den Augen ablesen", aber dann halt mit etwas Arbeit an Euch und entsprechenden Gesprächen. ;-)
 

DiNo

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  • #11
AW: Wie sieht eine glückliche Ehe aus?

Liebe ohneworte,
die Zeiten, wo der andere Bedürfnisse erspüren soll & befriedigen, sind definitiv vorbei - mit dem sprechen lernen. Er ist nicht Mutter, die erspüren muss, wie es der Kleinen geht.
Reicht es nicht, wenn Ihr etwas zusammen macht, was du dir wünscht und willst?
Ensteht dann ein "zusammen schwingen" und es schön finden? Das wäre ja schon eine Menge....
Ich habe einen Partner, der eher passiv veranlagt ist - aber durchaus Interessen hat.
SAGEN muss frau schon, was sie unternehmen möchte, ERSPÜREN muss weder frau noch mann das Gegenüber.
Was macht dich mit dir zufrieden wenn ihr zusammen seid? Wo gibt es Inseln der Zufriedenheit, die ihr vermehren könnt?
Indem frau die Inseln vergrößern hilft, wird mehr Land, nicht indem in den Löchern gepult wird, bis sie so gross sind, dasss sie augefranzte Ränder haben.
 

Mira

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  • #12
AW: Wie sieht eine glückliche Ehe aus?

Zitat von Ohneworte:
3. Ja, ohneworte stimmt, das war zwar eine intuitive Auswahl, aber es trifft auf mich zu, dass ich mir oft wünschte ohne Worte verstanden zu werden, weil mein Mann meine Reaktionen oft falsch interpretiert und ich mich dann unglücklich fühle, weil ich denke, dass er mich nach 9 Jahren doch kennen müsste.
4. Ja, er würde aus allen Wolken fallen. Ich habe einmal zu einer anderen Zeit im mitgeteilt, dass ich unglücklich bin und da war er zutiefst beleidigt, weil er meint alles für uns zu tun (was wahrscheinlich auch so stimmt) und mich liebt. Er fragt mich dann, was ich will und darauf kann ich dann nicht so richtig antworten, weil ich ja schliesslich nicht eine Maschine möchte, die mir alles liefert, was ich wünsche.

Lustigerweise ist er gerade sehr darauf bedacht mich glücklich zu machen, in vielen Gesten, anscheinend scheint er etwas gespürt zu haben und/oder ich habe ihm jetzt auch oft deutlich gesagt, was mich stört oder was ich mir wünsche und er hat es umgesetzt, aus ehrlicher Einsicht, nicht aus Demut.

... und es mag tatsächlich so sein, dass es eine gewisse Leere in meinem Leben gibt, da ich von Alltag so beansprucht werde, dass ich keine Zeit mehr habe für Sachen, die mich alleine zufriedener machen würden. ...

...

Hm, ich fühle mich schon wohler, wenn er nicht da ist, weil wenn er da ist, stört er mich in meinen Abläufen. Er macht, was er will und ich und die Kinder müssen uns anpassen. Aber ich vermisse ihn auch oder freue mich auf ihn, wenn ich zb in Deutschland war bzw dorthin reise ohne ihn. Oder wenn er im Ausland war, dann weiss ich ja wie es sich anfühlen würde, wenn ich alleinerziehend wäre.

Es ist wirklich keine dringende Sache, dass ich das Gefühl hätte: ich muss hier weg.

Deshalb habe ich mich gefragt, ob es vielleicht wirklich an mir liegt.

Das Buch von Fromm kenne ich, habe es allerdings lange nicht mehr gelesen. Vielleicht ist es gerade tatsächlich so, dass ich mit meiner persönlichen Situation etwas unterfordert bin und daher den Ausgleich bei meinem Partner suche?!

Ich vergleiche vielleicht auch zu viel. Ich sehe meine Freundin, wie diese mit ihrem Mann etwas unternimmt, wie ihr Mann mit den Kindern auch mal etwas alleine macht, während meiner mit seinem Pad auf dem Sofa liegt (sofern er frei hat, er hat nämlich nur sonntags frei). Ich habe ihm das dann gesagt und er hat dann gleich was mit uns unternommen, aber ich denke mir halt oft, dass ich mir eben wünsche, dass er das von selbst macht.
Ich kann natürlich verstehen, dass sich jemand ausruhen möchte. Aber ich selbst habe ja auch einen Volltagjob und 'nebenbei' noch die Kids, d.h. ich bin mehr oder weniger 24 std. im Einsatz und trotzdem unternehme ich dann lieber etwas als Familie als zu versuchen die Kids ruhig zu stellen und mich vor den TV zu parken. Muss man das denn immer sagen? Ich verstehe halt nicht, warum das nicht auch sein Wunsch ist. (natürlich jetzt nicht immer, er macht es aber selten - nie von sich aus, nur wenn ich dazu animiere).

...

Liebe Ohneworte,

Dein Mann ist kein Hellseher. Viele erwarten von ihrem Partner, ihre Wünsche hellseherisch zu erkennen. Dem Anspruch kann niemand gerecht werden. Was ist schlecht daran, wenn Dein Mann Deine Wünsche ohne Murren erfüllt, nachdem Du sie geäußert hast? Damit will er Dir doch Gutes tun.

Es klingt sehr negativ, wenn Du schreibst, Du fühltest Dich in seiner Abwesenheit wohler, weil er Dich in Deinen "Abläufen" störte. Andererseits vermisst Du ihn auch, wenn er nicht da ist. Das fügt sich für mich zu dem Bild einer durch ihre berufliche Arbeit und die Anforderungen des Familienalltags überlastete Frau, der die Zeit für die Partnerschaft fehlt und die sich wünscht, dass ihr der Mann mehr abnehmen würde. Das sagt sie ihm konkret selten, weil sie meint, das müsste er von selbst wissen. Er weiß es offensichtlich nicht, scheint aber bereit zu sein, ihr entgegenzukommen, wenn sie mal Wünsche äußert.

Wäre nicht viel gewonnen, wenn Du öfter klar sagen würdest, womit er Dich unterstützen könnte? Und wäre es nicht sinnvoll, gemeinsam zu überlegen, welche Maßnahmen den Alltag angenehmer gestalten würden?
 

DiNo

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  • #13
AW: Wie sieht eine glückliche Ehe aus?

Hallo Mira,
gleichzeitig geschrieben, sehen wir ja vieles ähnlich ....
 

Freitag

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  • #14
AW: Wie sieht eine glückliche Ehe aus?

mira hat wie meistens recht :)
 
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  • #15
AW: Wie sieht eine glückliche Ehe aus?

Zitat von Freitag:

Finde ich auch !

Und jetzt, wo ich mich an Sinenormines Schreibstil gewöhnt habe, finde ich seinen Beitrag auch mal wieder RICHTIG gut und merke, dass hier in vielen Ecken in letzter Zeit doch einiges sehr verflacht.....:)
 

Polly

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  • #16
AW: Wie sieht eine glückliche Ehe aus?

Ich suchte was ganz anderes und mir begegnete das hier:
Die Liebesprobe - Paare auf dem Prüfstand - ZDF
 
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  • #19
AW: Wie sieht eine glückliche Ehe aus?

Zitat von Ohneworte:
Eine Krise, die von mir ausgeht, weil ich mich frage, ob meine Ehe ok ist und was eine Ehe überhaupt ausmacht...
Wir leben einfach so nebeneinander her und ich vermisse einfach ein 'soulmate'...
Was sagt ihr, gibt es das? Liegt es vielleicht doch an mir und meiner Einstellung, dass ich nie das gefunden habe, was ich mir wünschte oder hatte ich einfach nur kein Glück?
Würde mich freuen, wenn ihr mir helfen könntet....

Ein großes Thema! Die Antwort ist sicher kulturell geprägt (angeblich verbinden Deutsche mit "Liebe" "Zuverlässigkeit", Franzosen dagegen "Leidenschaft"). Ich sage, was für mich eine gute Ehe ausmacht:

Zwei Leben gemeinsam zu leben, d.h. mit gemeinsamen "Projekten" und Plänen und dem stolzen Gefühl, das gemeinsam gestemmt zu haben.

Zwei Menschen, die sich beide in ihrem eigenen Leben selbständig entwickeln (dürfen), mit Glück in die selbe Richtung und gleich gut. Gute Kommunikation.

Immer wieder ins Bewusstseinrufen von besonderen gemeinsamen Momenten.

Die überwiegende Zeit Stolz darauf zu sein, mit diesem Menschen das Leben gemeinsam leben zu dürfen.

Es gehören Krísen dazu und ständiges sich Bemühen um den anderen (iSv im Gegensatz: sich gehen lassen und Desinteresse).

Angeblich ist der Partner meine "bessere Hälfte", weil er mir vor meinen Augen meine eigenen Charaktereigenschafte vorführt, die ich von mir garnicht kannte.

Soulmates ist man, weil 2 Menschen denken, sie wären auf überirdische Weise füreinander bestimmt. Es gibt nicht den 1 Soulmate.

Ich bin überzeugt, dass Frauen oft die Verantwortung über ihr Leben bereitwillig an den Mann abgeben, um sich dann zu beschweren, dass sie mit ihrem Leben nicht zufrieden sind. Vielleicht siehst Du Dein Entwicklungspotential nicht voll ausgeschöpft, dann musst Du Verantwortung für Dein Leben übernehmen und Dich entwickeln. Dein Leben ist Dir zu träge? Dann mach es Dir wieder intensiv!

Vielleicht spiegelt der Mann mit seiner Art nicht wirklich anwesend zu sein, Dein Verhalten in der Familie wieder.

Wenn Du abgleichst, was Du Dir gewünscht hast und was Du dagegen bekommen hast, besteht dann eine große Lücke? Kannst Du etwas verändern, damit sich die Lücke verkleinert?

Vielleicht erkennst Du, dass er Dein Soulmate ist, wenn Du Dich wieder an die vielen kleinen magischen und überirdischen Momente, Gemeinsamkeiten und Zeichen erinnerst.
 

Ohneworte

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  • #20
AW: Wie sieht eine glückliche Ehe aus?

Also, Mira hat nicht recht, zwar mit ihren Ansichten aber nicht mit der Analyse meiner Person und ich sehe das schon etwas anders mit dem 'erfühlen' und zwar kann ich ja sonst mit jedem x-beliebigen Menschen eine Ehe eingehen, in dem ich mal verliebt war und ihm dann immer sagen was ich mir wie vorstelle und hoffen, dass er bereit ist das umzusetzen.

Nein, so nicht, jedenfalls nicht bei mir.

Das verstehe ich dann unter Gemeinsamkeit, dass man eben sowas alles nicht artikulieren muss, sondern dass beide das gleiche Bedürfnis verspüren, natürlich nicht immer und nicht in allen Bereichen aber eben überwiegend.

Von anaj fühle ich mich sehr verstanden und da liegen auch genau meine Ängste, ich passe mich an, muss mir meine Zufriedenheit 'erkämpfen' (mit Diskussionen die sehr anstrengend sind, weil er eben emotional ist und oft vom Hölzchen aufs Stöckchen kommt) und fühle mich dadurch oft unverstanden.

Vielleicht kann ich auch meine Beziehung schwer in Worte fassen. Es gab ein gutes Beispiel und zwar hatten wir bei der Geburt des 1. Kindes (also vorher) beide aufgehört zu rauchen. Er hat dann nach einem Jahr in einer Stress-Situation wieder angefangen, was mich sehr gestört hat, da ich ja nicht rauchte und ich das auch fürs Kind nicht ok fand (er ging zwar immer dazu in sein Arbeitszimmer aber der Rauch zog trotzdem durch die ganze Wohnung). Nun habe ich dann auch irgendwann als ich mal sehr wütend auf ihn war zur Zigarette gegriffen und wieder angefangen, ihm allerdings davon nichts gesagt. Als er er dann mal rausgefunden hat, war er extrem wütend. Ich habe dann wieder aufgehört, als Kind 2 in Planung war und er hat munter weitergeraucht. Mir viel aufgrund diverser Stresssituationen das 2. Mal aufhören nicht leicht und ich habe es nur fürs Baby gemacht und als ich entbunden habe habe ich relativ schnell wieder angefangen zu rauchen. Allerdings nie vor den Kindern und immer draussen und maximal 3-6 Zigaretten am Tag, manchmal weniger, manche Tage auch gar nicht.
Die Zigarette ist für mich zum Rückzug geworden, zur Zeit für mich.

Er hat vor 2 Jahren wieder aufgehört und akzeptiert es bis heute nicht, dass ich rauche. Er hat mir deswegen heftige Szenen gemacht und hat mir sogar mit Scheidung gedroht, was ich natürlich lächerlich fand und ihm in mehreren Gesprächen auch mitgeteilt habe, dass ich ihm damit nichts tue, er es sowieso so gut wie nie riecht und ich niemanden damit schade ausser vielleicht mir selbst. Er hat keine Argumente dagegen, er WILL es einfach nicht.

Das war lange ein schwieriges Thema, bis ich ich überhaupt den Mut fand ihm zu sagen, dass ich rauche und es so ist und ich entscheide, wann und ob ich damit aufhöre und nicht er.

Wir reden mittlerweile über das Thema gar nicht mehr. Ich rauche nur, wenn er nicht da ist und er bekommt es meistens auch gar nicht mit. Aber wenn er wüsste in welchem Umfang ich rauche, würde er vermutlich ausrasten.

Und das sind eben Punkte, die gehen für mich gar nicht. Da frage ich mich halt inwieweit unsere Ehe in Ordnung ist oder ob ich mein Leben so weiterführen will (mit 'Heimlichkeiten').

Ich sage mal so, wenn ich es für die Gesundheit meines Partners wünschen würde, dann würde ich das ganz anders angehen, mir ist bis heute unklar, warum er deswegen so ein Theater macht (ich rauche übrigens auch nie in der Öffentlichkeit oder wenn wir gemeinsam weggehen).
 

nuit

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  • #21
AW: Wie sieht eine glückliche Ehe aus?

Zitat von Ohneworte:
Das verstehe ich dann unter Gemeinsamkeit, dass man eben sowas alles nicht artikulieren muss, sondern dass beide das gleiche Bedürfnis verspüren, natürlich nicht immer und nicht in allen Bereichen aber eben überwiegend.

Von anaj fühle ich mich sehr verstanden und da liegen auch genau meine Ängste, ich passe mich an, muss mir meine Zufriedenheit 'erkämpfen' (mit Diskussionen die sehr anstrengend sind, weil er eben emotional ist und oft vom Hölzchen aufs Stöckchen kommt) und fühle mich dadurch oft unverstanden.

Vielleicht kann ich auch meine Beziehung schwer in Worte fassen. Es gab ein gutes Beispiel und zwar hatten wir bei der Geburt des 1. Kindes (also vorher) beide aufgehört zu rauchen. Er hat dann nach einem Jahr in einer Stress-Situation wieder angefangen, was mich sehr gestört hat, da ich ja nicht rauchte und ich das auch fürs Kind nicht ok fand (er ging zwar immer dazu in sein Arbeitszimmer aber der Rauch zog trotzdem durch die ganze Wohnung). Nun habe ich dann auch irgendwann als ich mal sehr wütend auf ihn war zur Zigarette gegriffen und wieder angefangen, ihm allerdings davon nichts gesagt. Als er er dann mal rausgefunden hat, war er extrem wütend. Ich habe dann wieder aufgehört, als Kind 2 in Planung war und er hat munter weitergeraucht. Mir viel aufgrund diverser Stresssituationen das 2. Mal aufhören nicht leicht und ich habe es nur fürs Baby gemacht und als ich entbunden habe habe ich relativ schnell wieder angefangen zu rauchen. Allerdings nie vor den Kindern und immer draussen und maximal 3-6 Zigaretten am Tag, manchmal weniger, manche Tage auch gar nicht.
Die Zigarette ist für mich zum Rückzug geworden, zur Zeit für mich.

Er hat vor 2 Jahren wieder aufgehört und akzeptiert es bis heute nicht, dass ich rauche. Er hat mir deswegen heftige Szenen gemacht und hat mir sogar mit Scheidung gedroht, was ich natürlich lächerlich fand und ihm in mehreren Gesprächen auch mitgeteilt habe, dass ich ihm damit nichts tue, er es sowieso so gut wie nie riecht und ich niemanden damit schade ausser vielleicht mir selbst. Er hat keine Argumente dagegen, er WILL es einfach nicht.

Das war lange ein schwieriges Thema, bis ich ich überhaupt den Mut fand ihm zu sagen, dass ich rauche und es so ist und ich entscheide, wann und ob ich damit aufhöre und nicht er.

Wir reden mittlerweile über das Thema gar nicht mehr. Ich rauche nur, wenn er nicht da ist und er bekommt es meistens auch gar nicht mit. Aber wenn er wüsste in welchem Umfang ich rauche, würde er vermutlich ausrasten.

Und das sind eben Punkte, die gehen für mich gar nicht. Da frage ich mich halt inwieweit unsere Ehe in Ordnung ist oder ob ich mein Leben so weiterführen will (mit 'Heimlichkeiten').

Ich sage mal so, wenn ich es für die Gesundheit meines Partners wünschen würde, dann würde ich das ganz anders angehen, mir ist bis heute unklar, warum er deswegen so ein Theater macht (ich rauche übrigens auch nie in der Öffentlichkeit oder wenn wir gemeinsam weggehen).

liebe ohneworte, nach dem lesen deines beispiels kann ich nur sagen, ich versteh, dass das für dich ein problem ist. für mich geht das über ein "nicht erspüren von bedürfnissen" hinaus. er nimmt sich etwas heraus, was er dir umgekehrt nicht zugesteht bzw. er erpresst dich sogar mit szenen und trennungsandrohung seinen wünschen nachzukommen. ich hab da jetzt aber leider keinen guten tipp, weil ich persönlich bei einem mann, der versucht, mir vorschriften zu machen, wie ich leben sollte und mich unter druck setzt , rot sehe und weg wäre = definitiv kein guter ratschlag.
 

Mira

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  • #22
AW: Wie sieht eine glückliche Ehe aus?

Zitat von Ohneworte:
Das verstehe ich dann unter Gemeinsamkeit, dass man eben sowas alles nicht artikulieren muss, sondern dass beide das gleiche Bedürfnis verspüren, natürlich nicht immer und nicht in allen Bereichen aber eben überwiegend.

Nun habe ich dann auch irgendwann als ich mal sehr wütend auf ihn war zur Zigarette gegriffen und wieder angefangen, ihm allerdings davon nichts gesagt. Als er er dann mal rausgefunden hat, war er extrem wütend.

Das war lange ein schwieriges Thema, bis ich ich überhaupt den Mut fand ihm zu sagen, dass ich rauche und es so ist und ich entscheide, wann und ob ich damit aufhöre und nicht er.

Wir reden mittlerweile über das Thema gar nicht mehr. Ich rauche nur, wenn er nicht da ist und er bekommt es meistens auch gar nicht mit. Aber wenn er wüsste in welchem Umfang ich rauche, würde er vermutlich ausrasten.

Und das sind eben Punkte, die gehen für mich gar nicht. Da frage ich mich halt inwieweit unsere Ehe in Ordnung ist oder ob ich mein Leben so weiterführen will (mit 'Heimlichkeiten').

Die Vorstellung, dass in einer guten Partnerschaft beide überwiegend das gleiche Bedürfnis verspüren, ist meines Erachtens realitätsfern.

Aus Deinen vorigen Posts, Ohneworte, hatte ich den Eindruck, es ginge Dir vor allem darum, dass Dein Partner häufiger Deine Bedürfnisse erfühlen und befriedigen sollte. Ich verwies darauf, dass er kein Hellseher sei. In den meisten Fällen müssen Wünsche klar artikuliert werden. Doch in einer guten Beziehung kommt es natürlich auch vor, dass der Partner solche Wünsche intuitiv erfasst und liebevoll darauf eingeht. Die unabdingbare Voraussetzung dafür ist eine offene Kommunikation.

Du fingst wieder mit dem Rauchen an und verheimlichtest es ihm. Das ist ein Symptom einer gestörten Beziehung. Du zeigst Dich Deinem Partner nicht so, wie Du bist. Das macht es ihm unmöglich Dich zu verstehen.

Du scheinst Dich zähneknirschend anzupassen. Das ist keine Basis für eine glückliche Beziehung.

Doch warum passt Du Dich an? Hast Du zu wenig Mut Deine Meinung selbstbewusst zu vertreten?

Sind keine Kompromisse möglich?

Ich schrieb bereits, dass bei zu wenigen Gemeinsamkeiten eine Trennung vernünftig sein könne. Doch bei vielen Schilderungen von Eheschwierigkeiten drängt sich mir der Eindruck auf, dass nicht ein Mangel an Gemeinsamkeiten das Problem ist, sondern die fehlende Bereitschaft zum Kompromiss, der für beide Seiten akzeptabel ist. Es wird etwas verlangt, das unmöglich ist: Der Partner soll sich ändern: Der Mann soll so werden, wie die Frau ihn gerne hätte oder umgekehrt. Und weil es das nicht gibt, soll ein Neuer oder eine Neue her und dann beginnt alles von vorn - es sei denn, man hat dazugelernt.
 

Ohneworte

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  • #23
AW: Wie sieht eine glückliche Ehe aus?

Zitat von Mira:
Die Vorstellung, dass in einer guten Partnerschaft beide überwiegend das gleiche Bedürfnis verspüren, ist meines Erachtens realitätsfern.
Warum? Ich habe auch Freundinnen, die mit mir auf einer Welle liegen oder die gleichen Bedürfnisse haben. Klar nicht immer und zur gleichen Zeit, aber halt generell. Ich rede hier nach wie vor von Gemeinsamkeiten und Prioritäten, wenn mir Familie wichtig ist, dann unternehme ich auch was mit der Familie und stelle meine Bedürfnisse hinten an bzw. denke ich erst an die Familie und dann an mich (ohne dass ich das als Verzicht empfinde, einfach ganz natürlich)
Zitat von Mira:
Aus Deinen vorigen Posts, Ohneworte, hatte ich den Eindruck, es ginge Dir vor allem darum, dass Dein Partner häufiger Deine Bedürfnisse erfühlen und befriedigen sollte. Ich verwies darauf, dass er kein Hellseher sei. In den meisten Fällen müssen Wünsche klar artikuliert werden.
Doch in einer guten Beziehung kommt es natürlich auch vor, dass der Partner solche Wünsche intuitiv erfasst und liebevoll darauf eingeht. Die unabdingbare Voraussetzung dafür ist eine offene Kommunikation.
Die 2. Hälfte des Absatzes meinte ich, da ich mir eben kein Robotor wünsche, der auf meinen Input wartet.

Zitat von Mira:
Du fingst wieder mit dem Rauchen an und verheimlichtest es ihm. Das ist ein Symptom einer gestörten Beziehung. Du zeigst Dich Deinem Partner nicht so, wie Du bist. Das macht es ihm unmöglich Dich zu verstehen.
weil ich wusste, dass es ihm nicht passt. Und als ich es ihm erklärt habe, ging es ihm auch nicht um die Heimlichkeit, sondern um die pure Tatsache und das ist bis heute so, obwohl ich es mehrfach diskutiert habe und ihm auch meinen Standpunkt klar gemacht habe.

Zitat von Mira:
Du scheinst Dich zähneknirschend anzupassen. Das ist keine Basis für eine glückliche Beziehung.

Doch warum passt Du Dich an? Hast Du zu wenig Mut Deine Meinung selbstbewusst zu vertreten?
Das stimmt so nicht ganz. Ich verstelle mich nicht, wenn es eine Meinungsverschiedenheit gibt, stehe ich dazu. Und das nicht nur einmal. Wenn ich aber merke, dass ich damit nicht weiterkomme oder es eben zu nichts führt, er also partout nicht akzeptieren will, dass ich rauche, was ist dann die Lösung? Eigentlich nur getrennte Wege gehen und das wollte ich eben gerne vermeiden, eben weil ich der Ansicht bin, wie Du auch weiter unten schreibst, dass man sich viel zu schnell trennt und dann beim nächsten wieder die gleiche Geschichte losgeht.
Die Frage ist, was lerne ich daraus? Dass ich mache was ich will und wenn es dem Partner nicht passt, dann kann er mich mal? Es gibt in einigen Punkten keinen Kompromiss. Ich kann nicht mit dem Rauchen aufhören, weil mein Partner es sich wünscht. Ich kann damit aufhören, weil ich es will, weil es mir schadet. Das werde ich vielleicht auch wieder aber eben alles zu seiner Zeit und solange ich so unzufrieden bin und keinen anderen Ausgleich habe, ist es eben das Rauchen bei mir.

Zitat von Mira:
Ich schrieb bereits, dass bei zu wenigen Gemeinsamkeiten eine Trennung vernünftig sein könne. Doch bei vielen Schilderungen von Eheschwierigkeiten drängt sich mir der Eindruck auf, dass nicht ein Mangel an Gemeinsamkeiten das Problem ist, sondern die fehlende Bereitschaft zum Kompromiss, der für beide Seiten akzeptabel ist. Es wird etwas verlangt, das unmöglich ist: Der Partner soll sich ändern: Der Mann soll so werden, wie die Frau ihn gerne hätte oder umgekehrt. Und weil es das nicht gibt, soll ein Neuer oder eine Neue her und dann beginnt alles von vorn - es sei denn, man hat dazugelernt.

Das unterschreibe ich. Ich bin gerade sehr selbstbewusst und mir ist augefallen, dass ich auch gerade eine ziemliche Nörgeltante bin. Und es gibt 2 Probleme, wenn ich konkret formulieren müsste, was er ändern soll, dann kann ich das gar nicht. Wir hatten öfters Gespräche, wo ich ihm gesagt habe, dass ich finde dass er dies und das nicht tut. Er meinte dann er tue doch dies und das, und da hatte er sogar recht. Als Beispiel (nicht bei uns, nur um es konkreter zu machen), die Frau wirft Mann vor er sei nicht für die Familie da, er arbeite ja immer, der Mann erwidert warum er denn soviel arbeite, eben für die Familie, damit es dieser finanziell gut ginge und man sich diverse Freizeitaktivitaeten usw leisten kann.
Ein anderer Punkt, wenn ich sagen soll, was ich an ihm bewundere oder liebevoll finde, dann bin ich ohneworte :-(
 
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Mira

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  • #24
AW: Wie sieht eine glückliche Ehe aus?

Zitat von Ohneworte:
Ein anderer Punkt, wenn ich sagen soll, was ich an ihm bewundere oder liebevoll finde, dann bin ich ohneworte :-(

Wenn Dir da wirklich nichts einfällt, fehlt aus meiner Sicht die Basis für eine glückliche Beziehung. Aber schaust Du aufmerksam und offen hin oder bist Du jetzt in einer Krisenstimmung, die Dich blind dafür macht?

Ein Spruch zum Nachdenken: "Wir denken selten an das, was wir haben, aber immer an das, was uns fehlt." (Arthur Schopenhauer)
 

Polly

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  • #25
AW: Wie sieht eine glückliche Ehe aus?

Liebe Ohneworte,

bedenke alles gut. Nach einer Trennung fangen die Probleme meist erst richtig an. Was ich in den letzten Jahren im Bekannten- und Freundeskreis erlebe, wenn Ehen auseinander gehen...... zumal, wenn es auch Kinder betrifft. Teilweise unvorstellbares Leid.
Ein guter Bekannter von mir wollte sich schon mehrfach von seiner Frau trennen. Seine Mutter bringt ihn immer wieder zur Räson. Sie sagt, du hast Kinder, lass es sein! Bleibt zusammen! Er rappelt sich immer wieder. Und er macht keinen unglücklichen Eindruck.

Was ist dein Ziel!?
Vielleicht ist es auch eine ganz persönliche Krise, die deshalb verstärkt den Wiederhall bei deinem Mann findet, weil er die nächste Person in deinem Leben ist. Er ist nun mal der erste Blitzableiter.
Eine Freundin von mir hat vor ein paar Jahren auch mal so eine Phase gehabt. Sie ist verheiratet und sie haben zwei Kinder. Ich kannte sie gar nicht wieder und wir sind seit Kindheitstagen gut befreundet. Sie hat sich wieder gefangen und ist sehr glücklich.
Ihr Mann hat zum Glück verstanden, dass es mit ihm nichts zu tun hatte und ist ganz besonnen geblieben.

Kannst du dir vielleicht durch eine Haushaltshilfe für eine Zeit Freiraum schaffen? Mehr Zeit für dich, deinen Mann und Eure Kinder. Er hat vielleicht auch Wünsche, die er nicht äußert.

Meist hakelt es spätestens beim Sex. Du schreibst, beim Sex ist alles gut. Das ist viel. Wunderbar. Genießt es. Sei dankbar dafür.

Du sagst, du findest nichts, was du an deinem Mann bewunderst und toll findest. Da haben wir schon mal den guten Sex. Und wenn das zu wenig ist, Dankbarkeit, dass er der Vater Eurer/deiner Kinder ist.
Gibt es nichts, wo du ihm noch dankbar für sein kannst? Ökonomisch gut dazustehen ist viel wert und nicht selbstverständlich.

Die Dankbarkeit ist das Denken des Herzens.

Wenn du dich trennst, bleiben die Kinder bei dir? Bleibst du in dem Land?

Bedenke alles gut. Es ist sehr schwer, verschüttetes Wasser wieder zu sammeln.
Wie wäre es, wenn du deinem Mann sagst, wie DU dich fühlst, wie es bei DIR ankommt, statt, DU machst das oder DU machst das nicht. Dann fühlt er sich angegriffen. Ebenso umgekehrt.
Was fühlst du, wenn er nicht möchte, dass du rauchst?

Ein gutes Profi-Coaching von ein paar Stunden kann sehr gut investiertes Geld sein. Nicht unbedingt ein klassischer Psychologe - wäre nicht das meine, wäre mir zu Freud lastig und triebreduziert - aber z. B. ein Logotherapeut - die fragen nicht nach den Ursachen, sondern arbeiten gleich mit dem, was hochgekommen ist -. Der Grund erschließt sich einem dann später. Meist als Aha-Erlebnis. So verstehe ich es. Lese zur Zeit ein Buch darüber.
Oder schau mal hier http://www.paartherapie4you.de/paarprobleme
Das sind einfach Anregungen.

Viel Glück :)
 

Ohneworte

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  • #26
AW: Wie sieht eine glückliche Ehe aus?

Entschuldigt bitte, dass ich mich so spät melde, es ging nicht früher.

Ich möchte mich sehr bei euch bedanken, ich habe hier genau gefunden, was ich gesucht habe: Reflektion und Anregendes zum Nachdenken.

Und ich glaube ihr habt recht, das Problem liegt derzeit sicher eher in mir, wahrscheinlich bin ich wieder auf einer Wachstumsetappe ;-). Und irgendwie hat sich die Krise gerade fast in Luft aufgelöst, er ist wie ausgewechselt (oder ich sensibilisiert?) und wenn ich ihn ansehe und die Kinder lachen sehe, dann denke ich mir: oh Gott, ein 3 Leben zerstören, nur weil ich nicht zufrieden mit mir bin?

Es ist jetzt nicht alles rosarot natürlich aber ich denke man kann daran arbeiten.

Nochmal herzlichen Dank und allen 'Suchenden' viel Erfolg und sollte ich mich doch irgendwann mal trennen, werde ich mich sicher hier anmelden :)
 

Goldie

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  • #27
AW: Wie sieht eine glückliche Ehe aus?

Liebe Ohneworte
wie heisst es doch so schön: Drum prüfe wer sich (ewig) bindet!
Du warst mehr als nur naiv zu glauben, dass Du einen Mann aus einer anderen Kultur
nach 30 Tagen kennst. Ich finde es für Dich sehr schade, dass Ihr keine glückliche
Partnerschaft pflegt/pflegen könnt. Ganz offensichtlich habe Ihr nicht viel gemeinsam und es
scheint, dass Ihr - vor allem Du - einfach nur ausharrst! Dafür aber bist Du noch zu jung.
Wie sieht eine glückliche Ehe aus:
Basis: die echte, tiefe Liebe. Dazu Respekt und Achtung vor dem Partner. Ebenso
das akzeptieren des Andersseins!
Ich selber war über 30 Jahre mit einem Asiaten verheiratet und und führte eine glückliche
und harmonische Ehe bis mein Mann leider unerwartet verstorben ist.
Ich glaube gerade das Anders-Sein, das Anders-Denken aber auch deren Akzeptanzen
machten meine Ehe interessant und nie langweilig.
Wir haben uns auch gestritten, gezofft und oft auch genörgelt und gemotzt, aber uns
auch immer wieder versöhnt und zwar auch immer bevor wir zu Bett gingen.

Du schreibst dass Dein Sexleben ok ist. Das ist gut, hilft Dir aber nicht um glücklich zu sein. Den Partner zu spüren (nicht körperlich), ihn nur zu sehen, mit ihm zu reden, lachen,
weinen, schweigen etc. sollte Dich an und für sich schon glücklich machen..

Wir haben vor unserer Heirat 7 Jahre zusammen gelebt (war in Anbetracht seines Umfelds
zwar akzeptiert aber nicht gern gesehen!) und zwar in der Schweiz - vorher in England.
Du kannst mir aber glauben, dass ich auch während dieser langen Zeit oftmals das Gefühl
hatte, dass ich meinen Mann gar nicht richtig kenne! Auf banale Dinge reagierte er
manchmal in einer Art und Weise die mir völlig fremd war - eben halt seiner Kultur
entsprechend. Das konnte dann auch zu Streit führen.
Es gibt nichts anderes in einer glücklichen Ehe als zu kommunizieren.
Miteinander reden, sich auszudrücken und den eigenen Standpunkt darzulegen.
Dazu gehört aber auch, zu versuchen den Partner zu verstehen.
Wir hatten unsere gemeinsamen Hobbies: Sport, ausgiebig reisen, ausgehen, tanzen und zu Hause Freunde beiderseits zu bewirten.
Es wäre meinem Mann nie in den Sinn gekommen nur vor dem Fernseher oder dem PC
zu sitzen. Finde ich furchtbar! Das hätte ich allerdings auch nie akzeptiert.
Wir waren beide beruflich sehr engagiert und haben uns von anfang an (schon vor der Ehe)
darauf geeinigt, dass jeder seinen Teil im Haushalt beitragen muss.

Hilft Dir Dein Mann im Haus und mit den Kindern. Scheint mir nicht der Fall zu sein,
wenn er immer vor dem Ferseher sitzt!
Mach ihm klar, was Dich bewegt, was Dir fehlt und was Du in Zukunft willst.
Rede mit ihm und rede so lange und immer wieder, bis er es kapiert.
Ich kann mir vorstellen aus welchem Kulturkreis Dein Mann kommt und kann mir so
etwas wie Macho-Gehabe durchaus vorstellen. Das hat Dir sicher am Anfang Eurer
Beziehung imponiert - ist aber Deiner heutigen Unsicherheit, Unglücklich sein etc. gewichen.

Versuch auf jeden Fall mit Deinem Mann zu reden, sag ihm dass Du nicht mehr
glücklich bist, sag ihm dass Du an Deiner Ehe zweifelst, und vor allem sag ihm was
zu ändern ist. Sucht ein gemeinsames Hobby, nehmt Euch Zeit für Euch zwei allein,
trefft andere Misch-Ehen, tauscht Euch aus.

Ich wünsche Euch viel Glück - ich weiss dass Misch-Ehen schwieriger als andere sind,
sie sind aber auch viel spannender und können sehr gut funktionieren.
Liebe Grüsse
Goldie.
 

nuit

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  • #28
AW: Wie sieht eine glückliche Ehe aus?

Zitat von Ohneworte:
Und irgendwie hat sich die Krise gerade fast in Luft aufgelöst, er ist wie ausgewechselt (oder ich sensibilisiert?) und wenn ich ihn ansehe und die Kinder lachen sehe, dann denke ich mir: oh Gott, ein 3 Leben zerstören, nur weil ich nicht zufrieden mit mir bin?
Es ist jetzt nicht alles rosarot natürlich aber ich denke man kann daran arbeiten.

liebe ohneworte, das freut mich für dich! dir alles gute und
Zitat von Ohneworte:
sollte ich mich doch irgendwann mal trennen, werde ich mich sicher hier anmelden
lass dir damit mal ruhig zeit :)
 
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  • #30
AW: Wie sieht eine glückliche Ehe aus?

Hach, wie schön.... endlich mal Halbwegs eine Erfolgsstory... Ich freue mich für dich und drücke dir die Daumen !