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  • #1

Wie sage ich es ihm?

Hallo ihr!
Ich bin gerade ziemlich verzweifelt und weiß nicht wieter. Ich habe vor ein paar Monaten meinen Freund bei Parship kennegelernt und es ist einfach nur toll. Er ist mein Traummann :) Es ist total harmonisch, wir verbringen so viel Zeit miteinander und ich bin einfach nur unglaublich glücklich mit ihm :)) Mein Problem liegt auch nicht bei ihm, sondern bei mir.

Ich bin krank. Ich habe vor ein paar Jahren die Diagnose bekommen, dass ich eine Nierenerkrankung habe. Diese Art der Erkrankung ist nicht wirklich heilbar, aber ganz gut "managebar". Ansteckend ist es auch nicht, das habe ich als allererstes gefragt. Es kommt und geht in Schüben. Also es gibt Zeiten, da geht es mir nicht so gut und dann ist es wieder ganz lange alles okay. Mit Medikamenten geht es mir eigentlich ganz gut und im letzten Jahr war eigentlich gar nichts. Jetzt ist es vor zwei Monaten oder so plötzlich deutlich schlechter geworden und ich fühl mich einfach nur noch krank und müde. Mein Arzt hat vor Jahren schon viele Untersuchungen gemacht um rauszufinden, woran es liegt, aber nichts gefunden. Dann hat er mich vor ein paar Wochen zu einem Genetiker geschickt, weil man das manchmal einfach in sich trägt und es dann irgendwann kommt. Jetzt sind die Ergebnisse da und es ist wirklich ein Gendefekt, also heilen ist nicht. Wahrscheinlich werden die Nieren Stück für Stück schwächer und irgendwann muss ich dann zur Dialyse oder brauche neue Nieren.

Das macht mir alles total Angst und ich hab jetzt noch mehr Angst, weil ich diese Krankheit auch noch vererben kann. Mein Freund weiß nur so ungefähr, was mit mir los ist. Ich konnte ihm schlecht verheimlichen, dass ich irgendwie angeschlagen bin. Und dass ich viele Medikamente nehme. Aber ich hab ihm noch nichts von den Testergebnissen gesagt und weiß nicht, wie er das jetzt aufnimmt. Und ich habe Angst, was passiert wenn er rausfindet dass ich irgendwann bestimmt noch viel kränker werde.
Wie beichte ich ihm das jetzt? Ich will ihn nicht erschrecken und auch nicht verlieren. Ich hab nur solche Angst vor allem und ich glaube, er hat schon gemerkt, dass da irgendwas mit mir ist. Wie würdet ihr in meiner Situation reagieren? Was würdet ihr machen, wenn eure Freundin euch sowas sagen würde? Ich will Kinder und er kann sich das auch irgendwann vorstellen. Jetzt habe ich Angst, dass er davonläuft wenn er weiß dass die Kinder vielleicht auch krank werden :'(
Jana
 
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fleurdelis*

  • #2
Ich glaube, beichten ist hier nicht angebracht ... :) .... An deiner Stelle würde ich ihm in aller Ruhe deine Diagnose und die möglichen, aber nicht zeitlich absehbaren Folgen erklären. Wenn du Angst hast, oder etwas verschweigst, kannst du, auch wenn sichs furchtbar anhört, den Verlauf nicht aufhalten oder verändern. Wenn du ihm die Wahrheit nicht sagst, nimmst du ihm die Chance für eine Entscheidung. Und deine Angst, dass er dich dennoch später verlässt, wird bei dir bleiben. Auch wenns schwer ist, die Wahrheit mit jeglichen Konsequenzen auf den Tisch zu legen, ist immer noch der beste Weg. So denke ich jedenfalls.
 
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  • #3
Sprich mit ihm. Ehrlich und offen. Bald.

Wenn er wegrennt, war er nicht der Richtige. Wenn er bleibt, werdet Ihr eine Lösung finden.
 
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  • #4
Oje, das ist für dich jetzt eine schwierige Zeit.
Eine solche Diagnose zu bekommen, stürzt einen in eine Krise, weil plötzlich von einem Tag auf den anderen alles anders ist.
Die eigenen Lebenspläne werden plötzlich in Frage gestellt.
Deinem Freund wirst du sagen müssen, was Sache ist, ihm auch deine Ängste anvertrauen und dann kannst du eigentlich nur darauf hoffen und vertrauen, dass er dich nicht fallen lässt und mit dir gemeinsam die weiteren Ergebnisse abwartet.
Denn vielleicht wird es nicht so schlimm, wie du jetzt befürchtet und es gibt gute Möglichkeiten es medikamentös einzustellen oder es anderweitig zu behandeln.
Du wirst in der Klinik hoffentlich auch gut beraten und betreut, in Hinblick darauf was das für einen möglichen Kinderwunsch heißt.
Such dir vielleicht auch für dich eine Therapie, denn du musst lernen, mit dieser chronischen Erkrankungzu leben.
Die Einstellung deines Freundes kannst du nur marginal beeinflussen und es ist schwer vorher zu sagen, wie jemand in so einer Situation reagiert.
Aber Ehrlichkeit und Offenheit ist meiner Meinung nach das um und auf.
Ich wünsche dir, dass du den Halt und die Unterstützung findest, die du brauchst.
 
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  • #5
Liebe Jana,

mir tut es sehr leid für dich, dass du krank bist.
Ich kann dir leider kein Patentrezept mit auf den Weg geben, das deine Probleme löst oder deine Ängste verschwinden lässt, aber ich kann dir schreiben, wie ich in deiner Situation versuchen würde zu handeln - vielleicht ist da etwas bei, was dir hilft, um herauszufinden, wie du mit deiner Erkrankung und allem, was daran hängt, umgehen kannst..

Mir scheint es so, dass du erst kürzlich die Ergebnisse erhalten hast und sich in deinem Kopf gerade alles überschlägt. Viele Ängste und Sorgen belasten dich.
Hast du Familienangehörige oder gute Freunde (abgesehen von deinem Partner) mit denen du über deine Sorgen sprechen könntest? Eine Umarmung oder eine Schulter, an der du dich anlehnen oder ausweinen kannst, kann in solch einer Situation sehr entlastend wirken.
Du schreibst, du seist verzweifelt und verängstigt - das kann ich gut nachempfinden.
Wichtig ist es, dass dich diese Gefühle nicht lähmen.
Denn deine Kraft brauchst du für ganz anderes, oder?
Aber da die Gefühle da sind, lass sie heraus.
Ich kenne es von mir, dass ich in Extremsituationen Dampf ablassen muss.
Ich muss all diese starken und kräftezehrenden Emotionen herauslassen, da sie mich ansonsten von innen zerfressen.
Geht es dir gerade genauso?
Da könntest du weinen oder schreien oder boxen (ins Kissen, in die Luft, ..) und alle Gefühle, die dich aktuell beschäftigen, würdigen, indem du sie annimmst und dir zugestehst, schwach sein zu dürfen.
Wenn die Tränen versiegen oder deine Arme nach dem Boxen nach unten sinken, kannst du versuchen innezuhalten und den Gefühlen auf den Grund zu gehen.

Solche Nachrichten überwältigen einen Menschen.
Leider ist das Umfeld nicht immer in der Lage, einen kranken Menschen so aufzufangen und zu unterstützen wie er es bräuchte.
Du hast eine riesige Angst davor, es deinem Partner zu erzählen.
Ich kenne ihn ja nicht, aber wie, glaubst du, wird er reagieren, wenn er erfährt, was du hast?
Es gibt Menschen, die trennen sich von ihrem Partner in solchen Extremsituationen. Nicht jeder weiß damit umzugehen.
Würde das dein Freund machen, wäre das bestimmt ein Schock für dich.
Andererseits: Wäre es nicht gut so bald wie möglich zu erfahren, wie sehr er tatsächlich zu dir steht?
Ein Partner, der nur in den schönen Zeiten bei dir bleibt...ist der wirklich so viel wert?
In Anbetracht der Tatsache, dass dein Zustand sich noch verschlimmern wird (auch, wenn es mir leid tut, es so hart auszusprechen), fänd ich es für mich wichtig zu wissen, ob mein Partner es mit mir gemeinsam durchstehen möchte (und es zumindest versucht!) oder ob ihm das zu viel ist.
Auch die Kinderfrage würde ich schnellstmöglich klären wollen.
Je länger die Ungewissheit anhält, desto schwieriger und belastender wird es für dich, alles zu erklären, weil sich deine Ängste immer weiter steigern und die Horrorszenarien in deinem Kopfkino größer und größer werden.
So bekommt die Krankheit und die daraus resultierenden Ängste eine riesige Macht über dich, das ist nicht gut.
Deswegen würde ich das Gespräch baldmöglichst führen.

An der Enttäuschung, Verletzung und dem Gefühl im Stich gelassen zu werden, wird es nicht viel ändern, sollte er sich wirklich trennen.
Aber zumindest baust du nicht auf falschen Hoffnungen auf und fällst später noch tiefer, oder wie siehst du das?

Wenn du es dir wünschen könntest: Wie sollte er reagieren?

Hast du schon überlegt, wie du ihm die Tatsachen näherbringen könntest?
Wenn in deinem Kopf zu viel umherschwirrt, sodass es dir schwerfällt, einen klaren Gedanken zu fassen, kannst du alles aufschreiben.
Einfach stichpunktartig aufschreiben und anschließend in eine sinnvolle Reihenfolge bringen. Darin kannst du dich dann im Gespräch orientieren, wenn es dir über den Kopf hinauswächst.
Was möchtest du deinem Freund alles mitteilen?
Ich würde ihm erklären, was die Krankheit konkret mit dem Körper macht.
Wie die Prognose aussieht. Was du für Medikamente nimmst; einfach alles, was wichtig zu wissen ist, Schritt für Schritt. Vielleicht hilft es dir, da sachlich drüber zu sprechen.
Ich würde ihn aber auch an deinem Innenleben teilhaben lassen.
Was dich verängstigt, verunsichert, welche Rolle er und euer Kinderwunsch in deiner Gedankenwelt einnehmen. Du könntest ihm auch konkret mitteilen, was du dir von ihm erhoffst/wünschst und wie du eure gemeinsame Zukunft realistisch einschätzen würdest - ob er da mit dir mitgeht, muss er dann für sich entscheiden.
Vielleicht braucht er nach deinen Erklärungen auch etwas Zeit für sich, um alles zu verarbeiten.

In Vorbereitung auf das Gespräch kannst du dir auch überlegen, welche verschiendenen Möglichkeiten der Reaktionen stattfinden könnten.
Indem du die verschiedenen Szenarien durchspielst, kannst du dich innerlich wappnen..falls sich deine Ängste bestätigen sollten - was ich dir aber wirklicht nicht wünsche..

Vielleicht hilft es dir auch, dir zu überlegen, wie du reagieren würdest, wenn er deine Krankheit hätte und du es von ihm erfahren würdest.
Vielleicht zeigt dir das schon etwas über eure Beziehung zueinander und kann dir ein wenig Angst nehmen, ich weiß es nicht..
Letztendlich kann dir hier niemand sagen, wie er reagieren und es für euch beide weitergehen wird, du wirst es wohl einfach für dich herausfinden müssen, so beängstigend es sich anfühlt.

Ich hoffe, du schaffst es, ein wenig Ruhe zu finden und wünsche dir von Herzen alles Gute und die nötige Kraft für alles, was vor dir liegt.
 
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  • #6
Hallo ihr! Danke für eure lieben Worte :)
Liebe @Schneefrau du beschreibst es genau so wie es ist. Alles in meinem Kopf ist durcheinander und alles dreht sich nur um die Krankheit. Ich habe niemanden in meiner Nähe mit dem ich darüber reden kann. Ich habe keine Familie mehr und meine guten Freunde wohnen alle weiter weg weil ich vor einem Jahr weggezogen bin und hier noch nicht so richtig Anschluss gefunden habe.

Ich weiß halt nicht, wie er reagieren wird. Ich glaube auch dass es am besten ist wenn ich es ihm bald sage aber ich habe halt Angst. Ich werde es wohl dieses Wochenende machen. Ich weiß gar nciht so richtig was ich mir von ihm wünsche. Ich weiß ja selber gar nicht was mir gut tut gerade :(

Ich glaube am liebsten wäre mir wenn das einfach alles nicht so wäre aber das kriege ich nicht. Aber es wäre schon viel besser wenn ich wüsste dass er zu mir hält und dass ich das nicht mehr alles alleine mache und ihm nicht sage. Er ist sonst auch sehr verständnisvoll und liebevoll zu mir und hört mir zu wenn ich mal schlechte Tage habe und mich anlehen möchte. Er ist total verkuschelt und nimmt mich total gerne in den Arm und dort fühle ich mich dann schon besser.

Ich glaube ich wünsche mir einfach dass er mich nicht alleine lässt und nicht sagt "das kann ich nicht". Ich möchte nicht mehr so viel Angst haben.

Ich habe auch schon überlegt wie ich wohl reagieren würde wenn er mir sowas sagen würde. Ich hätte wahrscheinlich erst einmal ganz viele Fragen und Sorgen und wenn ich sehen würde wie es ihm geht dann würde ich ihm das Gefühl geben wollen dass ich für ihn da bin. Und dass er mir sagen kann was in ihm vorgeht und wenn er Angst hat. Ich weiß ja selber nicht, wie ich in der Zukunft mit allem umgehen werde! Wir sind noch nicht so lange zusammen, erst fünf Monate und da ist es doch eine riesige Entscheidung ob man mit jemandem wie mir zusammen bleibt wenn man weiß was da alles noch kommt. Ob ich ihm schon so wichtig bin? Es sind so viele tausend Fragen und ich male mir nur noch Horrorszenarien aus und das macht alles nur noch schlimmer. Ich werde hier noch verrückt :(

Jana
 
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  • #7
Liebe Jana,

ich würde dich gerade gerne in den Arm nehmen.
Wir kennen einander nicht, aber was du gerade durchlebst, das habe ich auch schon durchgemacht und es macht mich traurig zu lesen, dass du dich so alleine und überfordert fühlst, das ist ein sehr schwer zu ertragender Zustand.
Könntest du mit einer guten Freundin oder einem guten Freund telefonieren und dir wenigstens telefonisch alles von der Seele sprechen?
Ansonsten könntest du auch überlegen, ob du beispielsweise die Telefonseelsorge (http://www.telefonseelsorge.de/) in Anspruch nehmen möchtest; das ist anonym und kostenlos und entlastet dich evtl., weil du einfach offen mit jemandem über alles sprechen kannst, was dich zurzeit umtreibt.
@mone7 hatte ja auch schon professionelle Hilfe angesprochen; das ist nichts, weswegen man sich schämen müsste oder sonstwas, obwohl es teilweise immer noch tabuisiert wird.
Jeder Mensch durchlebt in seinem Leben Krisen, die sich nicht so einfach bewältigen lassen.
Wenn man nicht weiterkommt, bedeutet das nicht, dass man schwach ist. Aber wir können nicht alles aushalten, sind wir doch zerbrechliche Wesen...manchmal tut es da gut zu wissen, dass man auch nicht alles alleine tragen muss und es Menschen gibt, die einem dabei helfen können, den für sich richtigen Weg zu gehen.
Gehen muss man ihn trotzdem, aber nicht mehr alleine.

Um das Chaos in deinem Kopf kurzzeitig auszuschalten und die Angst nur für den Moment von dir zu verjagen, kannst du auch versuchen, zu verdrängen, was dich gerade fertig macht. Auf lange Sicht kann ich das nicht empfehlen, denn irgendwann muss sich jeder seinen Dämonen stellen, aber vielleicht schaffst du es, dich kurzzeitig auf etwas Gutes zu konzentrieren, in eine Geschichte eines Buchs oder Ähnlichem zu flüchten, um - wenn auch nur für wenige Minuten - etwas Ruhe zu finden und dadurch vielleicht auch etwas Kraft zu dir zurückkommt.

Liebe Jana, ich wünsche dir Zuversicht und Vertrauen darauf, dass alles irgendwie gut werden wird.
Wir kennen alle nicht unsere Zukunft und niemand kann wissen, ob er morgen noch leben wird.
Du wurdest mit einer extremen Begebenheit konfrontiert, die sich wie ein Ungetüm vor dir aufbaut, aber bitte glaube mir, wenn ich dir schreibe, dass es noch so viel mehr gibt.
Gerade hat nur die Krankheit Platz in deinen Gedanken, das kenne ich so gut, aber ich kann dir nur sagen, dass auch wieder schönere Zeiten kommen.
Selbst, wenn man krank bleibt und nichts daran zu ändern ist, hat man noch sehr vieles selbst in der Hand.
Denn du selbst wirst entscheiden, wie du mit der Diagnose und allem, was dazugehört, umgehst.
Aus deinem Leben wirst du sie nicht entfernen können, aber du kannst das Beste daraus machen und dein Monster zähmen und dich mit ihm anfreunden. Das wirkt jetzt wahrscheinlich weit weg, aber wenn du es möchtest, steht dir dieser Weg offen.
Noch ist es zu früh dafür, du brauchst erst einmal Zeit alles zu verarbeiten und zu akzeptieren, was nicht zu ändern ist...aber andere Zeiten werden kommen und du wirst sehen, dass du gar nicht so hilflos bist wie du dich fühlst, versprochen.
Mir hat meine schwere Krankheit im Endeffekt ein zweites Leben geschenkt. Seitdem lebe ich jeden Moment ganz bewusst, auch die schlechten. Ich durfte durch meine Krankheit erfahren, wie stark ich tatsächlich bin und worauf es für mich im Leben ankommt.
Mich kann der Tod noch immer erschrecken, aber ich reiche ihm meine Hand. Und ebenso tun Verluste auch weiterhin weh und wenn mein Herz bricht, scheint es mich innerlich zu zerreißen, aber ich weiß, dass ich irgendwann wieder lächeln werde und es okay ist, so wie es ist.
Es ist eben das Leben. Und dazu gehören auch solche herausfordernden Zeiten. Das sind aus heutiger Sicht für mich Wachstumsmöglichkeiten...vielleicht wirst du ja in näherer oder ferner Zukunft für dich herausfinden, was die Krankheit Gutes für dich bedeutet oder bedeuten kann, das wünsche ich dir.

Ich finde es stark von dir, dass du dir vornimmst, in den nächsten Tagen mit deinem Freund zu sprechen. Das wird nicht einfach, aber ich wünsche dir den nötigen Mut dafür.
Ich bin jetzt mal vorsichtig optimistisch: Wenn er ansonsten schon sehr liebevoll und aufmerksam dir gegenüber ist, klingt das nicht so, als ob er dich jetzt im Stich lassen würde.
Versprechen kann ich es dir nicht und ich weiß, ihr seid noch nicht so lange zusammen, aber ich wünsche dir, dass er deine Hand in seine und dich in den Arm nimmt und dir in seinen Möglichkeiten beisteht.
Ideal sind solch schlimme Botschaften in jungen Beziehungen nicht, keine Frage, aber es besteht auch die Möglichkeit, dass es euch zusammenschweißt und eure Bindung stärkt.

Du empfindest es gerade anders und ich möchte die Krankheit auch nicht als Lappalie darstellen, aber versuch dir bitte zu vergegenwärtigen, dass du noch viel, viel mehr bist als die Krankheit.
Sie mag evtl. deine Zukunft entscheidend mitgestalten, aber sie ändert nichts daran, dass du ein besonderer Mensch bist.
Dafür, dass du krank bist, kannst du nichts. Es macht dich nicht zu einem schlechten Menschen oder einer Belastung. Natürlich erfordert sie unter Umständen eine besondere Beachtung, aber bitte halte dir vor Augen, was dich vor dem Kennen der Diagnose ausmachte.
Was du an dir mochtest; worin deine Talente und Kompetenzen liegen; was dich liebenswert macht. Das alles ist noch in dir. Du bist noch immer du selbst. Auch, wenn es sich gerade nicht so anfühlt.
Und dein Freund hat sich in dich verliebt.
Wer sich verliebt, weiß nie, worauf er sich ganz einlässt. Dafür steckt das Leben zu sehr voller Überraschungen.

Ich wünsche dir, dass du ein wenig Ruhe findest.
Sei gut zu dir.
Gönne dir Dinge, die dich auf andere Gedanken bringen, dir gut tun; erlaube dir wütend zu sein und traurig, aufs Leben zu schimpfen und dich im Selbstmitleid zu suhlen.
Und hab bitte Geduld. Es werden bessere Tage kommen und du wirst lernen, besser zurecht zu kommen.
Hab Vertrauen in dich und deine Zukunft, auch wenns gerade schwer fällt..., okay?

Alles Liebe
Schneefrau
 
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  • #8
Hallo Jana, mein Mitgefühl für deine schlimme Situation!
Auch wenn du danach nicht gefragt hast: Hol bitte unbedingt eine zweite und dritte Meinung eines Arztes bzw. einer Ärztin ein, der / die wirklich als sehr gut gilt! Manchmal stellen sich ja diese Dinge dann plötzlich doch als heilbar raus bzw. eine wirklich gute Kraft findet manchmal bessere Wege damit umzugehen.
Was deinen Freund angeht bin ich sehr sicher, dass er zu dir stehen und dich unterstützen wird. So wie du ihn beschreibst, ist er ja sehr liebevoll. Außerdem handelt es sich um eine Krankheit, mit der man noch relativ leicht umgehen kann. Schließlich musst da ja auch damit umgehen, und wirst das beste daraus machen.
Viel Glück und alles gute für dich!