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  • #16
AW: Wie reagiert ihr auf körperliche Behinderung eurem Gegenüber?

Zitat von Lepus:
....Du würdest demnach einen farbenblinden Mann auch nicht daten?
Erfüllt das Kriterium Gendefekt, wird aber durch die Mutter weitervererbt, die daran selbst nicht erkrankt :-D
Vielleicht überdenkst Du Deine Haltung diesbezüglich noch ...
Ich kann schon gut nachvollziehen, wenn Menschen sich bei bestimmten Gendefekten Gedanken machen, wenn die Familienplanung noch ansteht.
 
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  • #17
AW: Wie reagiert ihr auf körperliche Behinderung eurem Gegenüber?

Ich glaube, ich muss gleich ******! Ich lese hier dauernd was von dezenten Hörgeräten, die nicht auffallen, langen Haaren, die diese verdecken könnten etc! So ein Quatsch! Es geht nichts über ein auffälliges Hörgerät, dass gleichzeitig Schmuck ist - wie eine Designerbrille eben! Dann kann ich mich auf die Hörbehinderung einstellen - So wie ich auch bewusst darauf hinweise, dass ich trotz Brille eben nur 60 % sehe. Dann kann sich jeder darauf einstellen und Missverständnisse werden vermieden! Eine Bekannte hatte sich da mal was ganz tolles kreieren lassen! Lila - Grün, durchsichtiges Gehäuse, silberne Sprenkel und die Haare so zur Seite gesteckt, dass es nicht zu übersehen war..... Everybody is perfekt including (Gen)Defekt....
ich weiß es, ich kann da mitreden!
 
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winzling_geloescht

  • #18
AW: Wie reagiert ihr auf körperliche Behinderung eurem Gegenüber?

Gut gebrüllt, Löwe Sophia, und hallo McDreamy,

ich glaube, je offensiver einer mit seinen Behinderungen umgeht, desto besser geht's ihm und seiner Umwelt damit. Es ist doch oft nur Verunsicherung bei Menschen, die damit in ihrem Leben noch nie oder so gut wie nie in Berührung gekommen sind. Wird jemand wegen einer Hör-, Seh- oder sonstiger Behinderung als Partner von jemandem ausgeschlossen, muss er damit leben. Kann er auch. Wird eine Brünette als Partnerin abgelehnt, weil sie nicht blond ist, muss sie damit leben können. Kann sie auch. Wird ein Sportmuffel als Partner abgelehnt, weil er seine Freizeit lieber mit Chipstüte vor dem Fernseher verbringt, muss er damit leben können. Kann er auch. Ließe sich jetzt beliebig fortsetzen, weil, liebe Sophia, jeder hat das Recht zu wählen und sein eigenes Ausschlussverfahren geltend zu machen. Damit musst du leben können. Kannst du auch.

Ich hatte in meinem Bekanntenkreis einen jungen Mann, McDreamy, der seiner Freundin (jetzigen Ehefrau btw) grinsend sein Hörgerät vor die Nase hielt, wenn er ihr "Gesabbel" nicht mehr hören wollte und sie aus Temperamentsgründen seinem Wunsch nach Stille nicht nachkam. Klarer Vorteil für ihn, fand ich immer. Das fiel mir als erstes ein bei deinem Thread. Vielleicht ist es ja das, was viele Frauen fürchten, eben diesen deinen Vorteil?? Im Ernst jetzt, dein Hörproblem kann natürlich für einige ein Ausschlussgrund sein, aber dann sicher nicht der einzige. Ich kann mir schon gut vorstellen, dass es genug Frauen gibt, die da keine Berührungsängste haben, für die es aber an anderer Stelle ganz einfach mal nicht passt. Damit musst du leben können. Kannst du auch. Viel Glück!
 
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  • #19
AW: Wie reagiert ihr auf körperliche Behinderung eurem Gegenüber?

Zitat von Sophia:
Ich glaube, ich muss gleich ******! Ich lese hier dauernd was von dezenten Hörgeräten, die nicht auffallen, langen Haaren, die diese verdecken könnten etc! So ein Quatsch!
Danke für Deinen Beitrag Sophia. Dieser Thread zeigt sehr schön worum es eigentlich geht oder auch nicht geht. Unbewusst wurden hier Dinge geäußert die prinzipiell schon Ausschlußkriterien sind, für eine Partnerschaft mit einer Person mit einer Behinderung. Entweder ich stehe dazu und akzeptiere dieses Handicap oder das ganze wird nicht funktionieren. Und das gilt sowohl für den Betroffenen als auch für den Partner. Natürlich kann man eine Behinderung, eine Schwerhörigkeit in der Öffentlichkeit verdecken oder versuchen zu verstecken. Aber wem hilft das an der Stelle weiter? Es wird das Leben nicht erleichtern, sondern erschweren. Eine Beziehung wird nur funktionieren wenn man zueinander steht, mit allem was dazugehört.

Das Alter und die Evolution ist ein Interessantes Thema und ich denke da ist etwas dran. In einem bestimmten Alter suchen Mann und Frau sich nunmal DEN Partner um eine Familie zu gründen. Was muss der Mann können?: Die Familie versorgen. Gibt es deshalb Frauen die nicht auch mit einem Mann ohne gesichertem Einkommen eine Familie gründen? JA!
Genauso gibt es paare die Kinder bekommen, auch wenn einer der beiden genetisch nicht ganz perfekt ist. Und wie hier schon geschrieben wurde, sind diese Kinder oftmals kerngesund. Ist dies also eine Frage des Bildungsstandes der Partner? oder ist es einfach Liebe? :)
Vielleicht lebt dieser Thread ja nocheinmal auf!
 
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  • #20
AW: Wie reagiert ihr auf körperliche Behinderung eurem Gegenüber?

Zitat von Maurice:
.....Genauso gibt es paare die Kinder bekommen, auch wenn einer der beiden genetisch nicht ganz perfekt ist. Und wie hier schon geschrieben wurde, sind diese Kinder oftmals kerngesund. Ist dies also eine Frage des Bildungsstandes der Partner? oder ist es einfach Liebe? :)
Was hat das mit dem Bildungsstand zu tun? Und welcher Bildungsstand agiert wie Deiner Meinung nach?
 
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  • #21
AW: Wie reagiert ihr auf körperliche Behinderung eurem Gegenüber?

Zitat von Maurice:
Danke für Deinen Beitrag Sophia. Dieser Thread zeigt sehr schön worum es eigentlich geht oder auch nicht geht. Unbewusst wurden hier Dinge geäußert die prinzipiell schon Ausschlußkriterien sind, für eine Partnerschaft mit einer Person mit einer Behinderung. Entweder ich stehe dazu und akzeptiere dieses Handicap oder das ganze wird nicht funktionieren. Und das gilt sowohl für den Betroffenen als auch für den Partner. Natürlich kann man eine Behinderung, eine Schwerhörigkeit in der Öffentlichkeit verdecken oder versuchen zu verstecken. Aber wem hilft das an der Stelle weiter? Es wird das Leben nicht erleichtern, sondern erschweren
Ich gebe zu, dass ich weder Deine Äußerung verstehe, Maurice, noch jene von Sophia, die sogar meint, spucken zu müssen.

Wenn wir von Hörgeräten sprechen, dann sind sie mit einer Brille sicher nicht zu vergleichen. Vor 40 oder 50 Jahren vielleicht. Damals gab es auch noch keine schicken Brillengeschäfte, sondern Optiker trugen weiße Kittel und Brillen waren "Seh-Protektik" (und kosteten dementsprechend viel.) Heute sind Brillen durchaus ein Modeaccessoire.

Hörgeräte sind davon sicher weit entfernt. Wenn sie klein und unauffällig sind, umso besser. Der Meinung, wenn ich irgendwo einen körperlichen Defekt habe, diesen erst recht zur Schau zu stellen, kann ich mich absolut nicht anschließen. Hätte ich eine Glatze, würde ich mir den Kopf rasieren. Hätte ich eine Wampe, würde ich nicht im Muscle-Shirt rumlaufen. Hätte ich ein schlechtes Gehör, würde ich nach einem Hörsystem suchen, das nicht Lila schillert, damit es auch jeder sieht. Diese Attitüde ist die gleiche wie die fragwürdige "Dick ist schick"- Nummer. Und mit letztem Satz will ich nicht irgendwelche Übergewichtigen dissen. Man muss aber nicht jede körperliche, genetische oder meinungstechnische Ungewöhnlichkeit zur Schau stellen, um sein eigenes Selbstbewusstsein vermeintlich zu stärken und der bösen, oberflächlichen Gesellschaft den Spiegel vorzuhalten.

Natürlich kann ich zu einer Partnerin oder einem Partner stehen, der irgendwo ein körperliches Defizit hat. Selbstverständlich! Ein Hörgerät würde mir persönlich überhaupt nichts ausmachen. Das bedeutet aber nicht, dass dieses Defizit bewusst zur Schau gestellt werden muss.
 
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  • #22
AW: Wie reagiert ihr auf körperliche Behinderung eurem Gegenüber?

Zitat von Naturtrüb:
Wenn wir von Hörgeräten sprechen, dann sind sie mit einer Brille sicher nicht zu vergleichen. Vor 40 oder 50 Jahren vielleicht. Damals gab es auch noch keine schicken Brillengeschäfte, sondern Optiker trugen weiße Kittel und Brillen waren "Seh-Protektik" (und kosteten dementsprechend viel.) Heute sind Brillen durchaus ein Modeaccessoire.
Und was spricht aus Deiner Sicht dagegen, z.B. Hörgeräte ebenfalls aus der 'Behinderungs-Ecke' rauszuholen, die Du zutreffend für die Brille beschreibst?
Auch die meisten Sehschwächen ließen sich ja ganz unauffällig mit Hilfe von Kontaktlinsen ausgleichen. Wo ist da der Unterschied?

Man muss aber nicht jede körperliche, genetische oder meinungstechnische Ungewöhnlichkeit zur Schau stellen, um sein eigenes Selbstbewusstsein vermeintlich zu stärken und der bösen, oberflächlichen Gesellschaft den Spiegel vorzuhalten.
Nein, müssen muss man das natürlich nicht. Aber nur, weil es vielleicht Dein ästhetisches Empfinden stört, sehe ich auch keinen Zwang zum Kaschieren.
 
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  • #23
AW: Wie reagiert ihr auf körperliche Behinderung eurem Gegenüber?

Zitat von Verärgert:
Und was spricht aus Deiner Sicht dagegen, z.B. Hörgeräte ebenfalls aus der 'Behinderungs-Ecke' rauszuholen, die Du zutreffend für die Brille beschreibst?
Auch die meisten Sehschwächen ließen sich ja ganz unauffällig mit Hilfe von Kontaktlinsen ausgleichen. Wo ist da der Unterschied?


Nein, müssen muss man das natürlich nicht. Aber nur, weil es vielleicht Dein ästhetisches Empfinden stört, sehe ich auch keinen Zwang zum Kaschieren.
Wir reden hier gerade gewaltig aneinander vorbei. Nichts spricht dagegen, Hörgeräte aus der - wie Du es nennst und was ich persönlich garnicht so empfinde - 'Behinderten-Ecke' rauszuholen. Gar nichts. Sie stören auch nicht mein ästhetisches Empfinden. Und wie in einem ersten post erwähnt, würde mich ein Hörgerät bei der Partnerinnenwahl nicht abschrecken.

Ich bin jedoch - und das ist mein persönlicher Standpunkt, den niemand teilen muss - nicht der Meinung, dass - wie von einer Vorrednerin erklärt - man ein Hörgerät schon deshalb auffällig gestalten sollte, um es extra zu betonen. Die damit verbundene "So what?"-Einstellung fehlt mir.

Ich finde es großartig, dass es inzwischen Hörgeräte gibt, die fast unsichtbar sind. Vom modischen Accessoire (wie es die Brille durchaus sein kann) sind sie noch weit entfernt. Ob es eine ähnliche Entwicklung geben wird in dem Bereich? Hoffentlich.
 
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  • #24
AW: Wie reagiert ihr auf körperliche Behinderung eurem Gegenüber?

Hier werden so einige Dingen in einen Topf geworfen, die nicht zusammen gehören.

Das Tragen eines Hörgerätes oder einer Brille setze ich nicht mit einer körperlichen Behinderung gleich. Eine körperliche Behinderung definiere ich anders.

Zitat von Naturtrüb:
Ich bin jedoch - und das ist mein persönlicher Standpunkt, den niemand teilen muss - nicht der Meinung, dass - wie von einer Vorrednerin erklärt - man ein Hörgerät schon deshalb auffällig gestalten sollte, um es extra zu betonen. Die damit verbundene "So what?"-Einstellung fehlt mir.

Ich finde es großartig, dass es inzwischen Hörgeräte gibt, die fast unsichtbar sind. Vom modischen Accessoire (wie es die Brille durchaus sein kann) sind sie noch weit entfernt. Ob es eine ähnliche Entwicklung geben wird in dem Bereich? Hoffentlich.
Ich teile Deine Meinung hier. Dieses in-your-face, das schon in vielen Bereichen zelebriert wird, ist heute so nervig geworden.
 
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  • #26
AW: Wie reagiert ihr auf körperliche Behinderung eurem Gegenüber?

Zitat von anaj:
Was hat das mit dem Bildungsstand zu tun? Und welcher Bildungsstand agiert wie Deiner Meinung nach?
Das war mehr als These gemeint, auf die zuvor geäußerte Feststellung, dass ein Gendefekt je nach Dominanz vererbt wird oder auch nicht. Dazu muss man allerdings wissen welcher Defekt in welcher Form und mit welcher Wahrscheinlichkeit vererbt wird...
 
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  • #27
AW: Wie reagiert ihr auf körperliche Behinderung eurem Gegenüber?

Zitat von Naturtrüb:
Hörgeräte sind davon sicher weit entfernt. Wenn sie klein und unauffällig sind, umso besser. Der Meinung, wenn ich irgendwo einen körperlichen Defekt habe, diesen erst recht zur Schau zu stellen, kann ich mich absolut nicht anschließen. Hätte ich eine Glatze, würde ich mir den Kopf rasieren. Hätte ich eine Wampe, würde ich nicht im Muscle-Shirt rumlaufen. Hätte ich ein schlechtes Gehör, würde ich nach einem Hörsystem suchen, das nicht Lila schillert, damit es auch jeder sieht. Diese Attitüde ist die gleiche wie die fragwürdige "Dick ist schick"- Nummer. Und mit letztem Satz will ich nicht irgendwelche Übergewichtigen dissen. Man muss aber nicht jede körperliche, genetische oder meinungstechnische Ungewöhnlichkeit zur Schau stellen, um sein eigenes Selbstbewusstsein vermeintlich zu stärken und der bösen, oberflächlichen Gesellschaft den Spiegel vorzuhalten.
Es kommt hier sicherlich auf den körperlichen Defekt an. Oder den Grad der Schwerhörigkeit. Ist es eine Behinderung dann ist sie in der Regel schon gravierend dh auch Alltags-Einschränkend.
Fragst Du jemanden mit einer Glatze ob Ihr morgen zusammen zum Frisör geht?
Lästerst DU mit einer Übergewichtigen Person über Dicke?
Sagst Du zu einem Schwerhörigen "Bist Du Taub oder was"
Du tust es wenn Du es nicht siehst/weißt.

Hörgeräte zu verstecken ist schick - ab einem bestimmten Grad sollte man allerdings vorsichtig sein, denn anstonsten wird man für bekloppt gehalten :) -
man reagiert nicht, boah ist der unfreundlich, ein Stoffel... ignorant??!
im Auge des Unwissenden. Und das gilt wahrscheinlich für fast jede Behinderung.
 
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  • #28
AW: Wie reagiert ihr auf körperliche Behinderung eurem Gegenüber?

Zitat von anaj:
Hier werden so einige Dingen in einen Topf geworfen, die nicht zusammen gehören.

Das Tragen eines Hörgerätes oder einer Brille setze ich nicht mit einer körperlichen Behinderung gleich. Eine körperliche Behinderung definiere ich anders.

Ich teile Deine Meinung hier. Dieses in-your-face, das schon in vielen Bereichen zelebriert wird, ist heute so nervig geworden.
Der Verlgeich hinkt, ein Sehschwäche ist nicht mit einer Schwerhörigkeit vergleichbar. Sorry.
(ich rede nicht von taubheit oder blindheit)
 
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  • #30
AW: Wie reagiert ihr auf körperliche Behinderung eurem Gegenüber?

Zitat von Maurice:
Der Verlgeich hinkt, ein Sehschwäche ist nicht mit einer Schwerhörigkeit vergleichbar. Sorry.
(ich rede nicht von taubheit oder blindheit)
Ich rede auch nicht von Taubheit oder Blindheit und genau deshalb definiere ich Sehschwäche und Schwerhörigkeit nicht als körperliche Behinderung.