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fleurdelis

  • #61
Wenn jemand sagt: ich bin dir aufgrund deines Fehlers den du gemacht hast, nicht mehr böse …….. wann beginnt ein Fehler, was ist ein Fehler, wer hat das Recht zu behaupten das ist ein Fehler, und dann wenn diese Beurteilung vollzogen wurde: ich bin dir für deinen Fehler nicht böse.

Das geschieht doch nur aus dem Wertmaßstab eines jeden einzelnen. (Abgesehen von christlich-abendländischen Gedanken, die mich dahin überhaupt nicht interessieren) Und diese Maßstäbe sind weit gefächert, also noch mal: wer kann mit Recht behaupten jemandem zu vergeben oder verzeihen? Mich interessiert das wirklich!
 
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  • #62
Gott vergibt, Django nie. Das war ein guter Film. Alles andere ist kalter Kaffee.
 
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  • #63
Zitat von fleurdelis:
Wenn jemand sagt: ich bin dir aufgrund deines Fehlers den du gemacht hast, nicht mehr böse …….. wann beginnt ein Fehler, was ist ein Fehler, wer hat das Recht zu behaupten das ist ein Fehler, und dann wenn diese Beurteilung vollzogen wurde: ich bin dir für deinen Fehler nicht böse.

Das geschieht doch nur aus dem Wertmaßstab eines jeden einzelnen. (Abgesehen von christlich-abendländischen Gedanken, die mich dahin überhaupt nicht interessieren) Und diese Maßstäbe sind weit gefächert, also noch mal: wer kann mit Recht behaupten jemandem zu vergeben oder verzeihen? Mich interessiert das wirklich!
Das ist mindestens zweideutig.
Du hast beispielsweise selbstverständlich das Recht zu sagen, der Mond sei aus Käse. Damit hast du jedoch nicht recht.
Damit, daß jemand das Recht hat, irgendetwas anderes als Fehler zu charakterisieren, hat jemand nicht schon notwendig recht mit dieser Charakterisierung.
Beides wird hier oft verwechselt. Daraus entsteht viel Unsinn.
 
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  • #64
Die Vergebung ist die Annahme bekundeter Reue. Zu ihr sind minimal zwei notwendig.
 
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  • #66
Für mich persönlich gehört zur "Richtigkeit" von Freunden auch, daß sie zu vergeben imstande sind.
Dafür nehme ich auch in Kauf, daß sie beispielsweise nicht so gut backen können.
 
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  • #67
Habe Alles sehr aufmerksam durchgelesen. Danke Euch. Werde nicht auf jeden einzelnen Beitrag eingehen können, versuche mal meine Aha-Effekte wiederzugeben.
Als erstes gab mir zu denken, dass ich ja auch die Freundin um Verzeihung bitten müsste, falls wirklich zu Unrecht beschuldigt. Ist immer gut, die Perspektive zu wechseln. Dann: verzeihen - vergeben. Vergebung wird gegeben, wenn der Andere darum bittet, weil er mit sich nicht im Reinen ist. Wer bin ich schon, um dem Anderen zu sagen, dass er fehl gehandelt hat? Seine Werte müssen nicht meine sein und sind nicht geringer einzuschätzen. Ich kann ihm meine Werte mitteilen und sie zur Bedingung des Zusammenseins machen. Das ist jetzt das Problem. Gibt es einen Urkodex? Ich höre oft, in Frieden mit der Vergangenheit zu leben, das ist gut. Alles andere zerstört auf die Dauer nur Einen selbst, bringt negative Energie usw. Ich nehme mal ein krasses Gegenbeispiel:
Der Mann wurde gefeuert, weil die Firma sich personell einschränken muss. In der Nacht schleicht er sich aufs Firmengelände und streut Nägel auf den Betriebshof in der Hoffnung, dass die firmeneigenen Fahrzeuge einen Platten bekommen. In der nächsten Nacht geht er nachschauen: es ist nichts passiert. Jetzt erzählt er die Geschichte einem Freund. Der ist anders gewickelt und erklärt ihm, dass Rache nichts bringt, dass es die Aufgabe ist, sich innerlich zu versöhnen, zu einem inneren Frieden der Angelegenheit gegenüber zu finden, er sich in der Konsequenz nur selbst schadet und dass es gerade gut ist, dass nichts passiert ist, dass man daraus gerade lernen kann. Zum Schluss stellt er noch die Frage: "Was meinst Du, was könntest Du denn daraus lernen?" Die Antwort: "Dass ich das nächste Mal halt längere Nägel nehmen muss." Wer hat jetzt Recht?
Also, das ist jetzt krass, passt vielleicht nicht so ganz, bringt mich aber als Beispiel immer zu dem Grundkonflikt, wie komme ich zum inneren Frieden? Und jetzt, nach Euren Antworten, denke ich, mein Ansatz ist falsch, es geht nicht um Verzeihen oder Vergeben, das ist viel zu hoch gegriffen, vielleicht geht es nur um eine gewisse Einordnung, mit der man leben kann oder halt nicht. Mal sehen.
 
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  • #68
Zitat von Marlene:
Als erstes gab mir zu denken, dass ich ja auch die Freundin um Verzeihung bitten müsste, falls wirklich zu Unrecht beschuldigt. Ist immer gut, die Perspektive zu wechseln.
Nicht müsste, aber es wäre anständig es zu tun.

Dann: verzeihen - vergeben. Vergebung wird gegeben, wenn der Andere darum bittet, weil er mit sich nicht im Reinen ist. Wer bin ich schon, um dem Anderen zu sagen, dass er fehl gehandelt hat? Seine Werte müssen nicht meine sein und sind nicht geringer einzuschätzen. Ich kann ihm meine Werte mitteilen und sie zur Bedingung des Zusammenseins machen. Das ist jetzt das Problem. Gibt es einen Urkodex? Ich höre oft, in Frieden mit der Vergangenheit zu leben, das ist gut. Alles andere zerstört auf die Dauer nur Einen selbst, bringt negative Energie usw.
Behaupten, der andere hätte einen Fehler gemacht ist subjektiv, stimmt. Aber hingehen und schildern, wie es einem geht mit der Aktion, wie man sie verstanden hat und drüber sprechen wäre doch eine ganz andere Schiene, oder? Das wäre kein Vorwurf und keine Schuldzuweisung. Und vielleicht kann der andere erklären, wie er es gemeint hat.
 
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  • #70
Zitat von Vizee:
...Aber hingehen und schildern, wie es einem geht mit der Aktion, wie man sie verstanden hat und drüber sprechen wäre doch eine ganz andere Schiene, oder? Das wäre kein Vorwurf und keine Schuldzuweisung. Und vielleicht kann der andere erklären, wie er es gemeint hat.
Den Ansatz find ich absolut gut. Und das Ganze nicht während einer Geburtstagsfeier, sondern in einem Vieraugengespräch.
 
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  • #71
Zitat von Marlene:
Ich glaube, das wird sich nie mehr aufklären, außer, ich würde noch einmal mit ihr darüber sprechen? Ich kann nicht zum Geburtstag hingehen und so tun, wie wenn alles gut wäre.
Ist auch echt blöd, dass ich die Fotos nicht mehr finde.......ich hab sie aber im Kopf.
Ich glaube, ich würde auch vorher mit ihr sprechen wollen. Eine Freundschaft verträgt auch mal eine Pause.
Klarheit in dieser Frage wäre mir wichtig.

Es gibt ja nur zwei Möglichkeiten: entweder sie war’s auf dem Foto - und hat dich mit deinem Exmann betrogen und angelogen. Oder sie war es nicht - dann hast du sie zu Unrecht beschuldigt.

Kannst du es dir vorstellen:
Ihr sprecht drüber und sie sagt, sie war's. Sie hat es damals geleugnet, weil sie sich selbst schlecht vorkam, dir nicht wehtun wollte mit Baby usw. usw. ... es tut ihr leid - oder auch nicht, es war halt so. Kannst du es ihr verzeihen? Aus heutigem Abstand (wissend, dass dein Ex da nichts hat anbrennen lassen): Schwamm drüber ... ?

Oder sie sagt, sie war's nicht. Kannst du sie um Verzeihung bitten, dass du ihr nicht geglaubt hast und die Sache dann auch wirklich (ohne inneren Zweifel) ad acta legen?

Für mich könnte es ohne Klärung in die ein oder andere Richtung höchstens wieder eine gute Bekanntschaft werden.
 
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  • #72
Verzeihen.

Ich gebe zu, dass ich damit ein Problem habe.

Wenn sich jemand mir gegenüber einen wirklichen Knaller geleistet hätte (was quasi nie vorkommt, die Leute legen sich nicht an mit mir) - wirklich absichtlich und sehenden Auges sozusagen - der Mensch wäre durch bei mir. Richtig und gründlich und nachhaltig.

Etwas Doofes gemacht, aus Versehen, ein Flüchtigkeitsfehler - naja, Schwamm drüber. Aber wirklich ernst nehmen könnte ich so jemanden auch nicht mehr, als wäre eine Freundschaft im eigentlichen Sinne nicht mehr möglich.

Bin ich zu rigide? Hm. Weiß nicht. Vielleicht schon. Aber es lebt sich ganz gut so, muss ich sagen. Ich bin gerne ein Biest, das entspannt sehr und man kann in Frieden leben mit den Menschen, die es wert sind.
 
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  • #74
Völlig ernst.

Wenn man eine ganz klare, entschiedene Ausstrahlung hat, eindeutige Ansagen macht und - wenn es nötig ist - sich schnell und hart durchsetzt, gestaltet sich das Leben ganz weitgehend unproblematisch. Die Leute haben instinktiv Respekt, es gibt keine Übergriffigkeiten, gegen die man sich zur Wehr setzen müsste und der Laden läuft einfach.

Auf der Basis kann man auch ganz entspannt auf Andere Rücksicht nehmen und Kompromisse aushandeln, an die sich alle Beteiligten dann auch halten. Sozusagen nach dem Modus "Gegenseitige Abschreckung" oder "Bismarcksches Bündnissystem" oder so.

Hochprima, ich versichere es Dir. Schwierigkeiten machen mir nur ab und zu meine süßen "Kinder", die leider mein System perfekt kennen und mindestens so gut sind wie ich. Das bedeutet manchmal leichte Kriegshandlungen, bei denen ich keineswegs immer gewinne...
 
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  • #75
Ich mach das jetzt so, wie zum Teil von Euch vorgeschlagen: morgen habe ich sie eingeladen zum gemeinsamen Kaffeetrinken, dann werde ich das ungefähr so in der Art ansprechen: war das für Dich eigentlich sehr schlimm, dass ich Dich damals verdächtigt habe? usw. Ich kann es nicht ungeklärt lassen, da auch das Ganze passiert ist (falls) zu einer Zeit, wo ich richtig glücklich mich in der Beziehung mit meinem EX-Mann gefühlt habe und sie das wusste. Von ihm dachte ich es auch. Na ja, das ist ein anderes Thema.