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  • #1

Wie haltet Ihr es mit der Machtausübung in Eurer Partnerschaft?

Aufgewachsen bin ich mit einem unausgesprochenen aber allgegenwärtigen Dogma: „Machtausübung in einer Partnerschaft ist böse.“

Wie alle anderen unausgesprochenen Lebensdogmen war auch dieses Dogma (bei mir) sehr haltbar.

Zudem habe ich als Naturwissenschaftler alles Andere als die Machtverhältnisse in einer Zweierbeziehung studiert. Zum Thema Machtverhältnisse bin ich daher leider ziemlich unterbelichtet. Aber genau das will ich in diesem Thema noch ändern.

Gemäß des Dogmas „Machtausübung in einer Partnerschaft ist böse“, hatte ich zeitlebens also immer wieder versucht, mit gutem Beispiel voran zu gehen und selber nicht „böse“ zu sein. - Fazit, das erlernte Dogma mutierte zu einem: „Eigene Machtausübung ist böse!“

Entsprechend haben sich dann immer wieder mehr oder weniger rasch die entsprechenden Schieflagen in den partnerschaftlichen Machtverhältnissen gebildet. - Und innerhalb einer Beziehung, die bereits in einer solchen Schieflage steckte bzw. dann schon darauf basierte, das Thema noch anzusprechen, scheiterte meist an einer entsprechenden Gegenwehr.

Wem ging es bereits ähnlich - auf der einen oder auf der anderen Seite?
Und wie habt Ihr es geschafft, mit dieser Problematik erfolgreich umzugehen?
 

noemi

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  • #2
AW: Wie haltet Ihr es mit der Machtausübung in Eurer Partnerschaft?

Zitat von Schmusehannes:
Aufgewachsen bin ich mit einem unausgesprochenen aber allgegenwärtigen Dogma: „Machtausübung in einer Partnerschaft ist böse.“

Wie alle anderen unausgesprochenen Lebensdogmen war auch dieses Dogma (bei mir) sehr haltbar.

Zudem habe ich als Naturwissenschaftler alles Andere als die Machtverhältnisse in einer Zweierbeziehung studiert. Zum Thema Machtverhältnisse bin ich daher leider ziemlich unterbelichtet. Aber genau das will ich in diesem Thema noch ändern.

Gemäß des Dogmas „Machtausübung in einer Partnerschaft ist böse“, hatte ich zeitlebens also immer wieder versucht, mit gutem Beispiel voran zu gehen und selber nicht „böse“ zu sein. - Fazit, das erlernte Dogma mutierte zu einem: „Eigene Machtausübung ist böse!“

Entsprechend haben sich dann immer wieder mehr oder weniger rasch die entsprechenden Schieflagen in den partnerschaftlichen Machtverhältnissen gebildet. - Und innerhalb einer Beziehung, die bereits in einer solchen Schieflage steckte bzw. dann schon darauf basierte, das Thema noch anzusprechen, scheiterte meist an einer entsprechenden Gegenwehr.

Wem ging es bereits ähnlich - auf der einen oder auf der anderen Seite?
Und wie habt Ihr es geschafft, mit dieser Problematik erfolgreich umzugehen?

Also ich finde "Machtausübung" in Verbindung mit dem Wort "Partnerschaft" schon recht befremdlich und verstehe nicht, was Du damit meinst. Macht heißt für mich immer, dass ich Instrumente habe etwas oder jemanden anderen zu- wie soll ich sagen- unterdrücken. Hat für mich nichts mit Partnerschaft zu tun. Könntest Du das bitte mal mehr erläutern?
 

vivi

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  • #3
AW: Wie haltet Ihr es mit der Machtausübung in Eurer Partnerschaft?

Sorry, aber auch nach mehrfachem Lesen des E-Th in Verbindung mit der Überschrift krieg ich keinen Zusammenhang hin.
In einer Partnerschaft sollte so ein Wort nicht zum Tragen kommen - da denke ich eher an Vertrauen, Gemeinsamkeit, Toleranz, Kompromissfähigkeit..... halt ein Geben und Neben.
Ich bin da sicher kein Maßstab, aber die an wissenschaftlich grenzend geschriebene Erläuterung zum Thema schreckt ein bißchen ab ;-)
 

Heike

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  • #4
AW: Wie haltet Ihr es mit der Machtausübung in Eurer Partnerschaft?

Macht gibts überall. Also auch in der Partnerschaft. Umso mehr, je mehr Leben da drinnensteckt. Sinnvoller als Leugnen ist meist ein guter Umgang damit.
Und zu dem Thema gabs schon mal nen Thread. :)
 

LunaLuna

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  • #5
AW: Wie haltet Ihr es mit der Machtausübung in Eurer Partnerschaft?

Auch ich frage mich, wie das Wort "Machtausübung" gemeint ist. Welche Art von Macht?
 

faraway

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  • #6
AW: Wie haltet Ihr es mit der Machtausübung in Eurer Partnerschaft?

Zitat von Heike:
Auch im Nebenthread.
Ob die Menschen der Macht gewachsen sind, ist die Frage. Macht scheint auch eine "deformierende" Macht zu haben. Man hat den Eindruck, dass die wenigsten damit umgehen können, egal auf welchem level; in einer Beziehung, hinter dem Schalter oder ganz oben.
Macht gibt dem schwachen Menschen die Illusion der "Stärke"; das demonstriert er dann oft auf nicht gerade edle Weise. Macht kann starke Menschen schwach machen. Macht ist mächtig.Very tricky.

"Macht euch die Erde untertan" war wahrscheinlich auch nicht SO gemeint.

Macht ist die dunkle Seite der Verantwortung, glaub ich.
 

Heike

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  • #7
AW: Wie haltet Ihr es mit der Machtausübung in Eurer Partnerschaft?

Zitat von faraway:

Und offenbar auch sexy. :)

Macht ist die dunkle Seite der Verantwortung, glaub ich.

Ich würd sagen: Macht hat selbst zwei Seiten, ne dunkle und ne helle. Oder auch noch viel mehr. Aber ich finde interessant, daß bei Macht immer ganz schnell gewertet wird.
 

faraway

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  • #8
AW: Wie haltet Ihr es mit der Machtausübung in Eurer Partnerschaft?

Zitat von Heike:
Ich würd sagen: Macht hat selbst zwei Seiten, ne dunkle und ne helle. Oder auch noch viel mehr. Aber ich finde interessant, daß bei Macht immer ganz schnell gewertet wird.

Es frisst uns oft der Neid. (Ab)Werten ist gut dagegen. :))
Und:
Macht ist gut, wenn sie für uns verwendet wird und schlecht, wenn sie gegen uns verwendet wird. .-))
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:

Heike

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  • #9
AW: Wie haltet Ihr es mit der Machtausübung in Eurer Partnerschaft?

Zitat von faraway:
Macht ist gut, wenn sie für uns verwendet wird und schlecht, wenn sie gegen uns verwendet wird. .-))

Interessant ist das dann bei Beziehungen: Fürsorge steht da ja meist hoch im Kurs. Beinhaltet aber wohl auch Machtausübung.
Schwierig wirds dann, wenn der Fürsorgende besser bescheid weiß, wann er seine Macht für einen und nicht gegen einen verwendet, als man selbst. :)
 

carlo

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  • #10
AW: Wie haltet Ihr es mit der Machtausübung in Eurer Partnerschaft?

Wir haben alle Macht und üben sie aus. Bewußt und unbewußt. Das ist o.k.

Besser ist es, sich seiner Macht(ausübung) bewußt zu werden und sie gezielt (nicht) im Sinne des eigenen Wohlergehens und dem der Gruppe (nicht) einzusetzen.

@Schmusehannes: auch mir fehlt für eine konkretere Einlassung mehr Kontext.

Liebe Grüße
Carlo
 

faraway

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  • #11
AW: Wie haltet Ihr es mit der Machtausübung in Eurer Partnerschaft?

Zitat von Heike:
Interessant ist das dann bei Beziehungen: Fürsorge steht da ja meist hoch im Kurs. Beinhaltet aber wohl auch Machtausübung.
Sicher.
Fürsorge ist auch eine Art Kontrolle.
Die Macht des Opfers, des sich Aufopfernden.
Die Macht des Geliebten.
Die fluktuierende Henker-Opfer-Konstellation.
Gerade in einer Beziehung gibt man sich ja (gegenseitig) viel Macht.
Es steht in seiner Macht, mich glücklich oder unglücklich zu machen.
Es ist schrecklich.
Zumindest schrecklich schwierig.
 
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  • #12
AW: Wie haltet Ihr es mit der Machtausübung in Eurer Partnerschaft?

Ich war vor einiger Zeit mal bei einer Veranstaltung, in der eine Referentin über "Macht" gesprochen hat. Die Teilnehmerinnen waren auch alle Frauen. Auffällig war, dass fast alle mit Macht etwas Negatives assoziiert haben.
Dabei ist das Gefühl von 'Machtlosigkeit' doch keinesfalls erfreulich (jedenfalls nicht für mich). Mir wäre manchmal, vor allem in beruflichen Zusammenhängen, mehr Macht ganz recht. Denn zum Beispiel steht die Realisierung bestimmter Projekte, an denen mein Herz hängt, nicht in meiner Macht. Diese Entscheidungen treffen andere. Ich geb zwar mein Bestes, um sie zu überzeugen, aber es steht eben nicht in meiner Macht, selbst das "Go" zu geben.
Da aber in einer Position, in der ich Macht zu diesen Entscheidungen hätte, der Kern meiner Arbeit (die mich, von gelegentlichen Ärgernissen abgesehen, beglückt) so gut wie nicht mehr existent wäre, wollte ich nie dorthin. Und muss mich wohl oder übel mit den 'Macht-Habern' arrangieren.
Von Beziehung habe ich ein partnerschaftliches Verständnis, da möchte ich nicht, dass Macht über mich ausgeübt wird und auch selbst keine Macht demonstrieren.
Außer natürlich der "Macht der Liebe", die ja eine "Himmelsmacht" ist. :D
 
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  • #13
AW: Wie haltet Ihr es mit der Machtausübung in Eurer Partnerschaft?

Zitat von noemi:
Macht heißt für mich immer, dass ich Instrumente habe etwas oder jemanden anderen zu- wie soll ich sagen- unterdrücken. Hat für mich nichts mit Partnerschaft zu tun.

Ja, so dachte ich früher auch.

Zitat von vivi:
In einer Partnerschaft sollte so ein Wort nicht zum Tragen kommen - da denke ich eher an Vertrauen, Gemeinsamkeit, Toleranz, Kompromissfähigkeit..... halt ein Geben und Neben.

So waren früher auch meine Vorstellungen.

Zitat von Heike:
Macht gibts überall. Also auch in der Partnerschaft. Umso mehr, je mehr Leben da drinnensteckt. Sinnvoller als Leugnen ist meist ein guter Umgang damit.
Und zu dem Thema gabs schon mal nen Thread. :)

Das glaube ich langsam auch.
Übrigens, wie genau heißt der Thread zum Thema Macht in der Partnerschaft?

Zitat von faraway:
Macht ist die dunkle Seite der Verantwortung, glaub ich.

OK. Aber schön wäre es doch auch noch eine helle Seite der Verantwortung zu finden. Und die suche ich.

Zitat von carlo:
Wir haben alle Macht und üben sie aus. Bewußt und unbewußt. Das ist o.k.

@Schmusehannes: auch mir fehlt für eine konkretere Einlassung mehr Kontext.

In der Tat macht es wenig Sinn, die Existenz von Macht in einer Partnerschaft, zu ignorieren, abzulehnen, abzuwerten oder gar wegzuleugnen.

Was einem dabei passieren kann, habe ich in meinen Anfangsstatement doch beschrieben:

Zitat von Schmusehannes:
Gemäß des Dogmas „Machtausübung in einer Partnerschaft ist böse“, hatte ich zeitlebens also immer wieder versucht, mit gutem Beispiel voran zu gehen und selber nicht „böse“ zu sein. - Fazit, das erlernte Dogma mutierte zu einem: „Eigene Machtausübung ist böse!“

Entsprechend haben sich dann immer wieder mehr oder weniger rasch die entsprechenden Schieflagen in den partnerschaftlichen Machtverhältnissen gebildet. - Und innerhalb einer Beziehung, die bereits in einer solchen Schieflage steckte bzw. dann schon darauf basierte, das Thema noch anzusprechen, scheiterte meist an einer entsprechenden Gegenwehr.

Das war doch immerhin schon eine technische Zusammenfassung meines persönlichen Kontextes - einschließlich der dabei sich entwickelnden inneren Dynamik. (Sorry, als Naturwissenschaftler bin ich eben besser in der abstrakten Zusammenfassung als in der epischen Abbildung von 30 Jahren Lebensschicksal.)

Und an dieser Stelle eben noch einmal meine Frage:
Wem ging es bereits ähnlich - auf der einen oder auf der anderen Seite? - Ich habe ja auch schon von Beziehungen gehört, die deswegen auseinander gegangen sein sollen, weil der Partner „zu lieb war.“ Gemeint war wohl, daß der Partner nicht genügend Widerstand gegenüber der eigenen Machtausübung aufbrachte.
 

Heike

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  • #14
AW: Wie haltet Ihr es mit der Machtausübung in Eurer Partnerschaft?

https://www.parship.at/forum/beziehung/macht-und-kontrolle-1509.html
 

faraway

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  • #15
AW: Wie haltet Ihr es mit der Machtausübung in Eurer Partnerschaft?

Zitat von Schmusehannes:
Wem ging es bereits ähnlich - auf der einen oder auf der anderen Seite? .

Beruhige dich. Du bist nicht allein.

Ich, zum Beispiel, bin sehr menschlich.
Den grossen Durchblick hab ich meistens vorher oder nachher.
Ansonsten (sagen wir, in der Hitze des hormonalen, emotionalen, psychischen Gefechts) spiele ich wahrscheinlich (meistens) fluktuierend alle möglichen Varianten, wie eine bescheuerte Marionette brav und blind(oder zumindest geblendet) mit.
Auch wenn ich mir manchmal "bewusst" bin, heisst das noch lange nicht(s)....

Vor den grossen Könnern kann ich nur demütig knicksen.
 

Lisita

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  • #16
AW: Wie haltet Ihr es mit der Machtausübung in Eurer Partnerschaft?

Hallo Schmusehannes,

auch ich frage mich, was du mit "Machtausübung in einer Partnerschaft" meinst. Was konkret bedeutet "Macht" für dich? Das Wort kann man ja auf alle möglichen Arten verstehen.

Macht ... Dominanz ... Über- oder Unterlegenheitsgefühle ... Abhängigkeit und Unabhängigkeit ... ich glaube, in Beziehungen hängt das alles irgendwie zusammen. Im aktuellen Nachbarthread "Wirkt Unabhängigkeit abstossend auf Männer?" geht es, wie mir scheint, um verwandte Themen. Vielleicht findest du dort den einen oder anderen Gedanken, der dich weiterbringt?

Viele Grüße,
Lisita
 

nuit

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  • #17
AW: Wie haltet Ihr es mit der Machtausübung in Eurer Partnerschaft?

Zitat von Lisita:
Im aktuellen Nachbarthread "Wirkt Unabhängigkeit abstossend auf Männer?" geht es, wie mir scheint, um verwandte Themen.
das scheint mir auch so. dort geht es ja auch um unterlegenheit.

Zitat von Schmusehannes:
Und an dieser Stelle eben noch einmal meine Frage:
Wem ging es bereits ähnlich - auf der einen oder auf der anderen Seite? - Ich habe ja auch schon von Beziehungen gehört, die deswegen auseinander gegangen sein sollen, weil der Partner „zu lieb war.“ Gemeint war wohl, daß der Partner nicht genügend Widerstand gegenüber der eigenen Machtausübung aufbrachte.

"zu lieb", so würd ich das nicht nennen. (wäre schade um das wort, ich mag 'lieb'). zur machtausübung gehören zwei, einer, der´s macht und einer, der es zulässt. die frage ist auch weiter, was man mit seiner "macht" durchsetzen will: den gemeinsamen urlaub, nähe - distanz, oper oder fußball, das eigene ego durch entwertungen des anderen pushen..?
ich hab es schon von beiden seiten erlebt.was ich gar nicht mag, ist, wenn ich merke, der mann hat soviel (verlust)angst und ist so abhängig, dass er über seine (selbstwert)grenzen geht und sich nicht traut mir mal dagegenzureden. bei dem mann, an den ich denke, verlor ich dann die achtung. aber nicht weil er zu lieb, sondern weil er zu wenig er selbst war. in dem fall hab ich keine macht ausgeübt, er hat sie mir zugeschrieben.
und umgekehrt bin ich bemüht, niemandem soviel "macht" zu geben, dass ich gegen meine eigenen überzeugungen, grenzen und werte handle und kränkungen erdulde, die mir den selbstwert rauben würden. da trenn ich mich vorher. ist manchmal sehr schwer, geht aber. hilfreich ist dabei für mich die überzeugung, dass ich auch alleine zurecht komme und voila "unabhängig" bin.
 
W

winzling_geloescht

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  • #18
AW: Wie haltet Ihr es mit der Machtausübung in Eurer Partnerschaft?

Mit Macht ist immer besser als Ohn(e)macht. Wer seiner Sinne mächtig, also Herr der Lage ist, muss ja nicht auch in irgendeiner Form gewalttätig sein. Ich glaube, Schmusehannes, dass du mir "Machtausübung" die Durchsetzung eigener Bedürfnisse in einer Partnerschaft meinst, kann das sein?
 

carlo

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  • #19
AW: Wie haltet Ihr es mit der Machtausübung in Eurer Partnerschaft?

Lieber Schmusehannes,

ich finde Dein Thema wirklich sehr interessant, aber auch sehr vielschichtig. Daher versuche ich – so von Naturwissenschaftlerin zu Naturwissenschaftler – mal ein paar präzisierende Fragen zu Deinen Posts zu stellen:
Welche „Schieflagen“ haben sich denn genau in „den partnerschaftlichen Machtverhältnissen gebildet“? Im ersten Moment denkt man, „sie hat bestimmt und er hat gemacht“. Wenn man hier so von Dir liest, kann man sich genau das wieder kaum vorstellen. Also: was meinst Du mit Schieflage? Fühltest Du Dich unterlegen? Was waren genau die Probleme?
Welche „Gegenwehr“ meinst Du genau? Deine? Ihre? Gab es keine Gegenwehr, oder war sie zu stark?
Welche „innere Dynamik“ meinst Du? Nach meiner Erfahrung wird meist doch ganz am Anfang einer Beziehung schon klar, wie der Hase in dem Falle läuft. Weil das eben sehr stark von Vorerfahrung geprägt ist.

Machtausübung ist für mich vor allem dann schwierig – auch und gerade in einer Beziehung, wenn sie eben nicht offen geschieht, sondern indirekt ausgeübt wird. Zum Beispiel nach dem Motto „ich bin ja so schwach, Du musst ...“ Das ist für mich einer der Gründe, keinen „schwachen“ Mann zu wollen. ...

Liebe Grüße
Carlo
 
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  • #20
AW: Wie haltet Ihr es mit der Machtausübung in Eurer Partnerschaft?

Zitat von Schmusehannes:
Ich habe ja auch schon von Beziehungen gehört, die deswegen auseinander gegangen sein sollen, weil der Partner „zu lieb war.“ Gemeint war wohl, daß der Partner nicht genügend Widerstand gegenüber der eigenen Machtausübung aufbrachte.

Das "zu lieb" würde ich eher als Beschreibung mangelnder Reibung und fehlender Auseinandersetzung begreifen. Und da geht es doch weniger um Widerstand gegen "Machtausübung" als darum, dass jemand seine eigenen Bedürfnisse und Meinungen quasi im vorauseilenden Gehorsam oder weil sie ihm vielleicht selbst nicht 'wichtig' erscheinen unterdrückt.
 

Dreamerin

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  • #21
AW: Wie haltet Ihr es mit der Machtausübung in Eurer Partnerschaft?

@schmusehannes
Auch ich kann noch nicht wirklich erkennen, um was es dir geht.
Vielleicht beschreibst du mal die konkrete Situation, die dich beschäftigt?
Allein dein Nick lässt nicht gerade auf jemanden schließen, der dominante macht ausübt.
In welcher Rolle bist du? Hat jemand "Macht" über dich, was auch immer das bedeutet?
 
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  • #22
AW: Wie haltet Ihr es mit der Machtausübung in Eurer Partnerschaft?

Vielen Dank, daß Ihr so umfassend und vielschichtig nachfragt, um was es mir eigentlich geht.

Wie zumindest die spontanen Beiträge 2 und 3 in diesem Thema zeigten, gibt es in unserer Gesellschaft zumindest Einige, die das Thema „Machtausübung“ in einer Partnerschaft schon befremdlich finden. So gesehen wäre ich nicht der Einzige.

Und darum geht es mir:
Zitat von Schmusehannes:
Aufgewachsen bin ich mit einem unausgesprochenen aber allgegenwärtigen Dogma: „Machtausübung in einer Partnerschaft ist böse.“

Das mag für Viele so banal, so allgegenwärtig oder so selbstverständlich klingen, daß sie es vielleicht schon gar nicht mehr als einen eigenständigen Inhalt wahr nehmen.

Aber das genau war/ist mein Problem.

Vielleicht war/ist dieses Dogma ja auch noch nicht mein ganzes Problem.
Vielleicht wurde genau dieses Dogma ja auch erst dadurch zu meinem Problem, daß ich versuchte es zu befolgen.

Die individuelle Tragik entstand vielleicht ja auch nur dadurch, daß ich genau dieses Dogma eben konsequenter befolgt habe als vielleicht der Durchschnitt der Bevölkerung.

Und was mich veranlasst hat, dieses Dogma so blind und konsequent zu befolgen?
Nun eben meine Werte-Erziehung, die mich in meinem Bemühen,ein „guter Mensch“ zu sein, eben immer wieder nur hat prüfen lassen, wie „gut“ ich dem Ideal des Machtverzichts in der Partnerschaft entsprach. - Mir leider aber nicht mehr den Raum ließ für die Frage: Was passiert denn da mit mir und mit meinem Leben, wenn ich als “guter Mensch“ versuche, grundsätzlich auf Machtausübung in meiner Partnerschaft zu verzichten.

Das heißt ich suche hier die Erfahrung von solchen Forums-Teilnehmern, die in ihrem bisherigen Leben weniger ausschließlich auf ihre eigene vermeintlich „gute“ Absicht in Punkto „Machtausübung in einer Partnerschaft“ geschaut haben, sondern vielmehr auch die Auswirkungen ihres eigenen Tuns begriffen haben.

Ich suche also weniger das Feed-Back von Idealisten (im philosophischen Sinne) die ausschließlich in der Frage stecken bleiben, „wie sollte es denn sein“ (z.B. Machtfreiheit in einer Zweier-Beziehung) sondern eher das Feed-Back von Empiristen (im philosophischen Sinne), welche eher der Frage nachgehen „was passiert denn dabei“.

Und ich bekam ja auch schon solche Aussagen von Empiristen. Etwa:

Zitat von nuit:
"zu lieb", so würd ich das nicht nennen. (wäre schade um das wort, ich mag 'lieb'). …

ich hab es schon von beiden seiten erlebt. was ich gar nicht mag, ist, wenn ich merke, der mann hat soviel (verlust)angst und ist so abhängig, dass er über seine (selbstwert)grenzen geht und sich nicht traut mir mal dagegenzureden.

bei dem mann, an den ich denke, verlor ich dann die achtung. aber nicht weil er zu lieb, sondern weil er zu wenig er selbst war. in dem fall hab ich keine macht ausgeübt, er hat sie mir zugeschrieben.

und umgekehrt bin ich bemüht, niemandem soviel "macht" zu geben, dass ich gegen meine eigenen überzeugungen, grenzen und werte handle und kränkungen erdulde, die mir den selbstwert rauben würden.

Das ist für mich doch schon einmal ein brauchbarer Lösungs-Ansatz. Auch wenn es sich bei mir weniger anfühlt wie eine Verlust-Angst sondern eher wie ein fataler Stolz auf ein brav befolgtes Machtausübungs-Verbot oder vielleicht auch wie eine Machtausübungs-Angst.

Oder etwa von
Zitat von winzling:
Mit Macht ist immer besser als Ohn(e)macht.
Wer seiner Sinne mächtig, also Herr der Lage ist, muss ja nicht auch in irgendeiner Form gewalttätig sein. Ich glaube, Schmusehannes, dass du mit "Machtausübung" die Durchsetzung eigener Bedürfnisse in einer Partnerschaft meinst, kann das sein?

Ja, in der letzten Konsequenz habe ich mit der bisher stolzen Befolgung meines inneren Machtausübungs-Verbots wohl sicher die Durchsetzung einiger meiner elementaren Bedürfnisse sausen lassen.

Zitat von Kreative:
Das "zu lieb" würde ich eher als Beschreibung mangelnder Reibung und fehlender Auseinandersetzung begreifen. Und da geht es doch weniger um Widerstand gegen "Machtausübung" als darum, dass jemand seine eigenen Bedürfnisse und Meinungen quasi im vorauseilenden Gehorsam oder weil sie ihm vielleicht selbst nicht 'wichtig' erscheinen unterdrückt.

Danke, auch ganz nahe an meiner Lösung.
Ja, mein Dogma: „Machtausübung in einer Partnerschaft ist böse“ war vom Ergebnis her wohl oftmals stärker als etliche meiner sonstigen Bedürfnisse.

Also, was ich hier will?
Mein Scheiß Dogma loswerden!
Und gleichzeitig Gedankenanstöße für brauchbare Verhaltens-Alternativen!


P.S.: Hoffentlich ist ja auch nicht alles doof, was ich so schreibe.
Aber auch für dieses Thema hätte ich sicher wieder ein Dutzend Dates verschlissen.
 
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carlo

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  • #23
AW: Wie haltet Ihr es mit der Machtausübung in Eurer Partnerschaft?

Zitat von Schmusehannes:
... Also, was ich hier will?
Mein Scheiß Dogma loswerden! ...

Das klingt ja nun gar nicht nach Ohnmacht ;-))))

Ich versuche mal, meinen Hinweis klarer zu machen: Du nennst Dich Schmusehannes, fährst hier aber so gar keinen Schmusekurs....

Und so geht es mir mit der Macht. Man kann nicht keine Macht ausüben. Wenn man immer nur "lieb" ist, manipuliert man darüber eben subtiler. Macht heißt ja nicht immer viel dB und Faust auf Tisch.

Aus meiner Sicht wäre ein Ansatzpunkt, zu überlegen, wie denn in Deiner Familie und von Dir Macht ausgeübt wird/wurde. Vielleicht ganz subtil. Vielleicht darüber, dass jemand Rücksichtnahme einfordert(e). Vielleicht darüber, dass jemand ja immer so gut zu allen ist und diese ihm/ihr gegenüber dadurch moralisch in der Pflicht sind. Dieses "zu gut für diese Welt"...

Interessant auch, dass das ja in Deiner Familie wohl ein Muster war, was funktioniert hat, in Deinen Paarbeziehungen aber systematisch nicht? Was macht die Frauen anders, die Du Dir gewählt hast? Warum hast Du gerade die gewählt? ....

Ich glaube, dass Du über dieses Erforschen der in Dir verankerten Muster (siehe auch Parallelthread über Einsamkeit an Feiertagen) am ehesten an die Punkte kommst, wo Du was ändern kannst. Auf jeden Fall wird es dauern. Es wird sich erst fremd anfühlen. Aber es wird sich lohnen.

Viel Glück!
Carlo
 
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  • #24
AW: Wie haltet Ihr es mit der Machtausübung in Eurer Partnerschaft?

Zitat von Schmusehannes:
Also, was ich hier will?
Mein Scheiß Dogma loswerden!
Und gleichzeitig Gedankenanstöße für brauchbare Verhaltens-Alternativen!

Gedankenanstöße - okay.
Aber um Dein "Scheiß Dogma loszuwerden", wär doch vielleicht eine Verhaltenstherapie zielführender?
 
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winzling_geloescht

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  • #25
AW: Wie haltet Ihr es mit der Machtausübung in Eurer Partnerschaft?

Zitat von Schmusehannes:
Also, was ich hier will?
Mein Scheiß Dogma loswerden!
Und gleichzeitig Gedankenanstöße für brauchbare Verhaltens-Alternativen!

Na dann mal los! Ran an den Feind! Kennst du deine Bedürfnisse? Was macht es so schwer für dich, diese in angemessener Weise zu vermitteln? Obiges Zitat ist ja Ausdruck eines Bedürfnisses von dir. Liest sich wie Faust auf den Tisch. War sicher nicht dein Anliegen.

Verhalten kannst nur du selber ändern. Allein wird es schwer, hast du da Hilfe?
 

Heike

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  • #26
AW: Wie haltet Ihr es mit der Machtausübung in Eurer Partnerschaft?

Zitat von Schmusehannes:
Also, was ich hier will?
Mein Scheiß Dogma loswerden!

Da scheints grundsätzlich zwei Wege zu geben:
1. Das Dogma "Machtausübung in Partnerschaft ist böse" im Prinzip aufrechterhalten, aber sich "realpolitisch" nicht so sehr darum kümmern, sich sagen "ohne Machtausübung geht es halt nicht" und ohne große Schuldgefühle Macht ausüben.
2. Wirklich schauen, worin das Dogma bestand, eine Einstellung dafür bekommen, was an diesem Dogma richtig sein könnte und was falsch, was eigentlich "Macht" genau heißen kann und in welchen sehr unterschiedlichen Formen sie vorgekommen ist und vorkommt, schauen, was man bislang selbst so an Machtausübung nicht nur erlitten, sondern selbst getätigt hat, wenn auch weniger sichtbar (da gehe ich ganz mit Carlo) usw.

Meiner Einschätzung nach hast du eher 1. im Kopf. Ich würd eher 2. empfehlen.
Auf die Beiträge, die dich gebeten haben, näher zu beschreiben, was du mit Machtausübung genau meinst, bist du nicht eingegangen. Weswegen nicht? Meinem Eindruck nach möchtest du bislang noch lieber in diesem undifferenzierten Dogma verbleiben, selbst weiterhin meinen, daß Machtausübung einfach böse ist - und dich nicht so sehr auf die Ambivalenz von Macht und ihre unterschiedlichen Formen einlassen. Ist das so?
 

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  • #27
AW: Wie haltet Ihr es mit der Machtausübung in Eurer Partnerschaft?

@ Schmusehannes: Sorry, du bist total verkopft....
Macht, Dogma....Du schreibst nicht um welche konkrete Situationen es dir geht.
Ich versuche es dir mal als "Nicht-Naturwissenschaftlerin" zu erklären.
Meine Sichtweise: Macht kann vieles sein. Macht kann auch Kampfschweigen in einer Beziehung sein.... Wenn er/sie nicht so funktioniert wie ich will... dann schweige ich. Darüber hat mein Ex lange Jahre Macht über mich ausgeübt. Die Kunst besteht darin, zu erkennen, dass Spielchen nicht mehr mitzumachen.
Sei du selber, schreibe mal auf, warum du durchaus liebenswürdig bist.Und gehe aus so einer Schei.... Situation raus, wenn du das Gefühl hast, sie tut dir nicht gut. Egal ob deine Ursprungsfamilie, dein Chef oder eine Frau.
Das kannst du üben und auch schaffen.
Und wenn du dann bei dir selber bist - finden die Frau auch einen Kerl klasse der sich gesund abgrenzt und seine eigene Meinung hat.
 
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  • #28
AW: Wie haltet Ihr es mit der Machtausübung in Eurer Partnerschaft?

Au weih, mit der Faust auf den Tisch. -

So war das von mir aber gar nicht gemeint.
Und schon gar nicht in der Bedeutung: Gegenüber dem Forum mit der Faust auf den Tisch.

Ich suche nicht die übliche Konstellation, hier (dummer) Patient - da (schlauer) Therapeut.
Auch ist es nicht so, daß ich vom Forum als kostenlosen Ersatz-Therapeuten nun ein konkretes Lösungsangebot für meine Probleme erwarten würde.

Statt dessen suche ich eher eine Kommunikation auf Augenhöhe. In der Art von:

„Wie haltet Ihr es mit der Machtausübung in Eurer Partnerschaft?“

Ich würde mich also sehr über Beiträge freuen, die beschreiben, wie Ihr mit dem Thema Machtausübung in Euren Partnerschaften umgeht.

Im Übrigen hat Carlo durchaus Recht, wenn er schreibt:
Zitat von carlo:
Aus meiner Sicht wäre ein Ansatzpunkt, zu überlegen, wie denn in Deiner Familie und von Dir Macht ausgeübt wird/wurde. Vielleicht ganz subtil. Vielleicht darüber, dass jemand Rücksichtnahme einfordert(e). ...
Interessant auch, dass das ja in Deiner Familie wohl ein Muster war, was funktioniert hat, in Deinen Paarbeziehungen aber systematisch nicht?
Carlo

Meine Antwort darauf ist, daß meine Herkunftsfamilie als Kernfamilie ein recht abgeschotteter Mikrokosmos war, in dem ein recht begrenztes Spektrum untypischer Sonderregeln eisern galt, Sonderegeln die innerhalb dieses Mikrokosmos ja auch funktionierten. Aber eben nur da. Einigermaßen.

Nur (leider) kamen dann eben meine Partnerinnen logischerweise aber nicht mehr aus diesem Mikrokosmos.

Für mich ein weiterer Grund, mehr über das Spektrum der real gelebten Machtausübung in der Partnerschaft mit allen ihren - vielleicht auch liebenswürdigen - Verrücktheiten, Pleiten, Pech, Pannen und daraus gezogenen Lösungsansätzen erfahren zu wollen.

Um Euch hierfür mehr Mut zu machen bin ich eben mit meinen Pleiten, Pech und Pannen eben schon einmal in Vorleistung getreten. Vielleicht auch zu verkopft oder zu massiv.

Also:
„Wie haltet Ihr es mit der Machtausübung in Eurer Partnerschaft?“
 

carlo

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  • #29
AW: Wie haltet Ihr es mit der Machtausübung in Eurer Partnerschaft?

Hallo Schmusehannes,

doch, doch, Du wirst schon recht machtvoll hier.

Also gar nicht so subtil. Daher noch mal und auch nicht mehr subtil: die Lösung liegt nicht in uns!! Die Lösung liegt in Dir!!!!

Du wirst hier von niemand ein Patentrezept zur Lösung Deines Problems bekommen können. Ich zum Beispiel nutzte in meiner gescheiterten Ehe das ganze Spektrum, je nach Anlass, Situation, eigener Verfassung, Wertigkeit, Hormonkurve, etc.: Argumentieren von ganz ruhig bis sehr engagiert, lächeln, nicht lächeln, böse gucken, Grunzen, mit dem Fuss aufstampfen, Abwarten, Andere mit einbeziehen oder außen vor lassen, Geschenke machen oder nicht, besonders freundlich sein, auf den anderen eingehen oder gerade nicht, flirten, schimpfen, befehlen, fordern, drohen, schreien, betteln, schnurren wie ein Kätzchen, weinen, mich entschuldigen, beschuldigen, ins Lächerliche ziehen, Kampfschweigen, Kampfreden, lammfromm sein, krank werden, Dinge-tun-mit-denen-ich offensichtlich-körperlich-überfordert-bin, usw. usf. - es ist uferlos!!!

(Er hatte immer noch einen im Köcher. Unsere Ehe war wirklich ein Machtspiel par Exellence. Hat es ihm geholfen? - Ich denke nein. Mir ist es nicht gelungen, ihm klar zu machen, was da abläuft und Hilfe von aussen wollte er nicht.)

Schildere eine Situation, in der Du das Gefühl hattest: "da ist es wieder" und ich - und sicher auch die anderen - diskutieren gerne mit Dir, wie wir das sehen, was uns dazu einfällt, ob wir Ähnliches erlebt haben, was dann funktioniert hat, was nicht u.dgl.m.

Carlo
(die sich wohl wegen ihrer hohen männlichen Anteile unbewusst einen Nick gewählt hat, der eher männlich klingt ;-))))
 

Andre

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  • #30
AW: Wie haltet Ihr es mit der Machtausübung in Eurer Partnerschaft?

Zitat von Heike:
Da scheints grundsätzlich zwei Wege zu geben:
1. Das Dogma "Machtausübung in Partnerschaft ist böse" im Prinzip aufrechterhalten, aber sich "realpolitisch" nicht so sehr darum kümmern, sich sagen "ohne Machtausübung geht es halt nicht" und ohne große Schuldgefühle Macht ausüben.
2. Wirklich schauen, worin das Dogma bestand, eine Einstellung dafür bekommen, was an diesem Dogma richtig sein könnte und was falsch, was eigentlich "Macht" genau heißen kann und in welchen sehr unterschiedlichen Formen sie vorgekommen ist und vorkommt, schauen, was man bislang selbst so an Machtausübung nicht nur erlitten, sondern selbst getätigt hat, wenn auch weniger sichtbar (da gehe ich ganz mit Carlo) usw.
Auch wenn das in deinen beiden Punkten imho schon mit anklingt, würde ich es aber zur Verdeutlichung noch als 3. Punkt anfügen, nämlich zu gucken, ob dieses Dogma nicht einen rein _sprachlichen_ Fehler enthält, den man so korrigieren sollte: "Macht*missbrauch* in Partnerschaft ist böse." -- Machtausübung ist an sich ja zunächst wertfrei, sodass die alte Formulierung eigentlich nur zu einem wenig sinnvollen "Sowohl als auch" führt.

Nun liegt die Grenze zwischen Ge- und Missbrauch zwar mal wieder im Auge der -- in diesem Falle: beiden Partner, aber das macht nichts, denn die kann schmusehannes als einer der beiden Beteiligten zumindest schonmal für sich selbst benennen. Und, naja, er müsste nun auch erst sagen, ob es ihm tatsächlich um Gebrauch oder doch um Missbrauch geht.