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  • #31
AW: Wie fühlt sich Streit an ?

Vielen Dank für den Austausch, SineNormine, ich fand es ganz spannend, wenn du auch schon "zu gut im Streiten" bist und es daher nicht so konträr zuging (muss ja auch nicht...)
:)
Ich konnte dir sogar gut und ohne Anstrengung folgen - was nicht selbstverständlich ist, wenn ich deine Ausführungen lese ;-)

Jetzt muss ich schlafen, sonst bin ich morgen in total unreflektierter Streitlaune - Gute Nacht !
 
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  • #32
AW: Wie fühlt sich Streit an ?

Zitat von Schreiberin:
Da bin ich mir nicht so sicher. Ich glaube, vieles haben wir einfach so "gelernt" und das Schema wird stumpf durchgezogen. Und wenn es nicht funktioniert liegt es daran "weil Streit eben unangenehm ist" oder "der andere nicht streiten kann".
Das wird immer frappierend deutlich, wenn man einen heftigen Streit, der eskaliert ist, nachträglich analysiert und darüber spricht, was man denn STATTDESSEN sagen oder tun hätte können - da merkt man dann, wie eng und eingleisig die Abläufe oft sind...

Hmm, ich hätte es weiter ausführen sollen. Mit "Alternativen" waren diejenigen gemeint, die wir schon so durchprobiert haben. Dass es immer auch noch andere und oft auch bessere gäbe, die wir schlicht nicht wahrnehmen (wollen) ist klar.
 
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  • #33
AW: Wie fühlt sich Streit an ?

Zitat von Schreiberin:
Ich konnte dir sogar gut und ohne Anstrengung folgen - was nicht selbstverständlich ist, wenn ich deine Ausführungen lese ;-)

*lach* Ich bin halt Ingenieur, da kannst Du schlecht verständliche sprachliche Kommunikation erwarten. ;-)

Zitat von Schreiberin:
Jetzt muss ich schlafen, sonst bin ich morgen in total unreflektierter Streitlaune - Gute Nacht !

Nacht!
 
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  • #34
AW: Wie fühlt sich Streit an ?

Zitat von equinox:
die Vernunftebene nicht zu verlassen hat auch eine Schutzfunktion - man hält sich die bedrohliche eigene Emotionalität auf Distanz

Ich habe in Bezug auf mich selbst schon mehrfach intensiver darüber nachgedacht, ob das bei mir auch so ist, ob meine Art immer auf der Sachebene zu bleiben ein Schutzmechanismus ist, und denke inzwischen, dass das nicht die Erklärung ist.
Das "vernünftige" Austragen eines Konflikts ist nicht der Versuche die Emotionen herauszuhalten sondern oftmals geradezu der Ausruck großer emotionaler Beteiligung.


Zitat von equinox:
vernünftiges Verhalten in Konflikten hat immer auch eine Machtkomponente - der "Krieger", der die Ruhe bewahrt, verbessert zumeist seine Siegeschancen

Das mag in manchen Konstellationen so sein, in anderen geht zumindest das "immer" aber auch fehl. Die Annahme, es gäbe nur "Krieger" und "Bauern", nur "Alphatiere" und "die Herde", ist deutlich zu simpel. Menschliche Gesellschaften, menschliche Sozialverbünde, haben weit mehr als diese wenigen Rollen zu vergeben, unter anderem auch die des nüchternen, sachlichen Beraters im Hintergrund. Dem geht es nicht um "Macht" oder um "Sieg" oder um einen wie auch immer gearteten Führungsanspruch, sondern schlicht darum, zu einer guten Entscheidung zu kommen --- und zwar nicht nur gut für ihn sondern nach Möglichkeit gut für alle.
 
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  • #35
AW: Wie fühlt sich Streit an ?

Gute Kommunikation ist sehr anspruchsvoll und aufwändig. Nicht nur, dass unser "Mit-einander-Reden" maximal zu 20 % sachlich ist und dann auch noch zu 92 % über Körpersprache und Stimmung erfolgt (gerade mal 8 % sind Inhalt) - das ist übrigens eines der Kernprobleme der Kommunikation in Sozialen Netzwerken wie z.B. hier -, in einer Konfliktisituation kommen alte Muster, Emotionen hinzu.

Wir sind eben keine Roboter sondern menschlich und gerade in der Auseinandersetzung zeigt sich meiner Ansicht nach die Qualität einer Beziehung. Gerade in dem Moment wo ich meine Partnerin - genauso Freund usw. - "an die Wand nageln möchte", zeigt sich ob die Beziehung so stark und damit belastbar ist, dass sie den Konflikt aushält.

Und ja diese Konflikte sind wichtig und wie wir mit ihnen umgehen zeigt unsere Fähigkeit zu kommunizieren und letztlich auch zu lieben.
 
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  • #36
AW: Wie fühlt sich Streit an ?

Zitat von equinox:
die Vernunftebene nicht zu verlassen hat auch eine Schutzfunktion - man hält sich die bedrohliche eigene Emotionalität auf Distanz
Daran kann ich nichts falsches erkennen. Bedrohlich muss ja nicht gleich heißen, dass man mit Gegenständen wirft, "bedrohlich" kann es auch werden, wenn man in Rage etwas dummes und verletztendes sagt. Denn um das hinterher wieder glaubwürdig richtigzustellen und aus der Welt zu schaffen, muss man seine Vernunft dann um so mehr anstrengen. Na, dann mach ich das doch lieber gleich.

Zitat von equinox:
vernünftiges Verhalten in Konflikten hat immer auch eine Machtkomponente - der "Krieger", der die Ruhe bewahrt, verbessert zumeist seine Siegeschancen
Interessante Interpretation. Wenn einer in einer Diskussion gute Argumente hat, dann werden ihm oft Rechthaberei und eben irgendwelche Machtspielchen unterstellt. Besonders albern ist das, wenn es dabei gegen objektive Fakten geht.
 
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  • #37
AW: Wie fühlt sich Streit an ?

Schön , dass sich jetzt noch ein paar andere zu Wort melden.... Ich prokel noch mal nach -mich interessiert besonders, welche spontanen Gefühle in euch entstehen, wenn ihr in einer Beziehung unvorbereitet in eine Auseinandersetzung geratet - ja , ja, kommt drauf an und so.... Aber versucht es doch bitte mal ! :)
 
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  • #38
AW: Wie fühlt sich Streit an ?

Zitat von Heiko2:
Gute Kommunikation ist sehr anspruchsvoll und aufwändig. Nicht nur, dass unser "Mit-einander-Reden" maximal zu 20 % sachlich ist und dann auch noch zu 92 % über Körpersprache und Stimmung erfolgt (gerade mal 8 % sind Inhalt) - das ist übrigens eines der Kernprobleme der Kommunikation in Sozialen Netzwerken wie z.B. hier -, in einer Konfliktisituation kommen alte Muster, Emotionen hinzu.

Das mit den 92% ist mir bekannt, aber ich habe es bisjetzt noch gar nicht in Zusammenhang mit diesen Parship-Kontakten u.ä. gebracht. Wenn man das tut, ist es ja eigentlich total abgedreht. Die Schriftlichkeit und das bloße Wort kriegt ja da plötzlich eine Bedeutung, die sehr besonders ist.... Das erklärt ja auch, warum so viele im Trüben fischen und oft verunsichert sind, wie bestimmte Äußerungen zu verstehen sind u.s.w. ...
 
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  • #39
AW: Wie fühlt sich Streit an ?

Das mit den 92 und 8 Prozent halte ich für gefühlte Werte, selbst wenn irgendwelche mehr oder weniger schlauen Menschen das in irgendwelchen mehr oder weniger schlauen Büchern schreiben. Wie, bitte schön, will man sowas 'objektiv' messen???
Außerdem halte ich es für einen Irrglauben, dass bei elektronischer Kommunikation - zB Mails oder Foren - nichts Nonverbales rüberkommt. Schreibstil, Rechtschreibung, Gross- und Kleinschreibung, Nutzung von "..." oder Smileys, auch was man NICHT sagt oder schreibt ... all das vermittelt viele Botschaften. Nicht ohne Grund spricht man von "zwischen den Zeilen lesen".
Und nicht ohne Grund haben mein Liebster und ich zurzeit ebenso viele Schwierigkeiten, uns zu schreiben, wie miteinander zu reden.
Ich wünschte, es gäbe immer eine eindeutige Sachebene ... aber das wär' wohl zu einfach.

;-) und :-(

PS: Ich hoffe, mein Beitrag ist nicht zu 'off topic'. Das Thema "Wie fühlt sich Streit an?" berührt mich gerade sehr. Vielleicht schaffe ich es, demnächst etwas passenderes dazu zu schreiben. Vorläufig vielen Dank, Schreiberin, für den Thread, und auch allen anderen für die bedenkenswerten Beiträge!
 
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  • #40
AW: Wie fühlt sich Streit an ?

Der neuste Stand zu den verbalen / nonverbalen Anteilen ist : Nur wenn die verbalen Botschaften nicht eindeutig sind , DANN schlägt das nonverbale mit sehr hohen Prozenten zubuche.

Mit Sicherheit gibt es demnächst auch die ersten Untersuchungen zu den von dir genannten Elementen im Mailverkehr.... :))
 
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  • #41
AW: Wie fühlt sich Streit an ?

Oh ja: Man kann auch elektro-verbal sehr uneindeutig sein. Fortgeschrittene schaffen es sogar, sich per Mail mehrdeutig auszudrücken! Neueste Untersuchungen haben ergeben, dass 47,4 Prozent aller Mail-Schreiber sich zu 26,3 Prozent mehrdeutig ausdrücken. Demgegenüber lesen 53,9 Prozent aller Mail-Leser in 24,8 Prozent der Fälle 38,6 Prozent Botschaften in eine Mail hinein, die dort überhaupt nicht stehen. Eine Studie über Uneindeutigkeit in Forenbeiträgen soll Ende Mai veröffentlicht werden.
Es gab mal ein Lied mit dem Refrain "Die Wissenschaft hat festgestellt, festgestellt, festgestellt ... das Marmelade Schnaps enthält, Schnaps eh-enthält!"

:))

Okay, das war jetzt definitiv off-topic. Aber sowas von! ;-)

Also zurück zum Thema. Nächster Beitrag ...
 
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  • #42
AW: Wie fühlt sich Streit an ?

Ganz abgesehen von irgendwelchen Prozentzahlen glaube auch ich, dass es für eine Beziehung entscheidend ist, ob man einen gemeinsamen Weg findet, mit Streit und Konflikten umzugehen. Die Frage, die mich momentan umtreibt, ist: Gibt es überhaupt eine Chance, wenn beide da extrem unterschiedlich gepolt sind? Kann man sich annähern? Kann man zusammen einen gemeinsamen Konfliktstil lernen? Falls ja: wie geht das? Das würde mich wirklich sehr interessieren!

Zum Beispiel, der Klassiker: Sie braucht das Gespräch, um Konflikte zu klären. Er braucht Rückzug - und schweigt. Was macht man da? Wie kann man sich annähern? Sie findet natürlich, auch das kann man klären - man muss ja nur darüber reden. Er findet natürlich, man sollte das erstmal ruhen lassen - und lieber nicht zu viel darüber reden. Schon beisst sich die Katze in den Schwanz! Auf einmal redet man nur noch darüber, ob und wie man miteinander redet ... das ursprüngliche Thema ist schon fast vergessen. Mehr "Aua!" geht kaum ... aber ich glaube, das ist gar nicht so selten.

Frage ist nur: Wie kommt man da wieder raus???
 
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  • #43
AW: Wie fühlt sich Streit an ?

Zitat von Lisita:
Ganz abgesehen von irgendwelchen Prozentzahlen glaube auch ich, dass es für eine Beziehung entscheidend ist, ob man einen gemeinsamen Weg findet, mit Streit und Konflikten umzugehen.
inzwischen glaube ich das auch. das ist fast wichtiger als alles andere ob es passt oder nicht.
ich glaube auch wenn man da unterschiedlich gepolt ist lösungen sehr schwer werden. man kann aber versuchen sowas in einer paartherapie zu verbessern. ob es was dauerhaft bringt hängt von den beiden ab, wie wichtig ihnen die beziehug ist.
 
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  • #44
AW: Wie fühlt sich Streit an ?

Zitat von Lisita:
Zum Beispiel, der Klassiker: Sie braucht das Gespräch, um Konflikte zu klären. Er braucht Rückzug - und schweigt. Was macht man da? Wie kann man sich annähern? Sie findet natürlich, auch das kann man klären - man muss ja nur darüber reden. Er findet natürlich, man sollte das erstmal ruhen lassen - und lieber nicht zu viel darüber reden. Schon beisst sich die Katze in den Schwanz! Auf einmal redet man nur noch darüber, ob und wie man miteinander redet ... das ursprüngliche Thema ist schon fast vergessen. Mehr "Aua!" geht kaum ... aber ich glaube, das ist gar nicht so selten.

Frage ist nur: Wie kommt man da wieder raus???


Ich finde das nicht "Aua", sondern genau richtig und das einzige , was hilft. Wenn letztendlich die Kommunikationsstile der Knackpunkt sind, muss das auch erstmal zentrales Thema sein. Jedes andere Streitthema ist sonst nur ein austauschbarer Nebenkriegsschauplatz.

Man kann deinem Freund sicher nicht vorschreiben, dass er sich grundsätzlich deinem Stil anpassen und alles immer direkt ausdiskutieren muss - aber eine grundsätzliche Klärung , wie man sich auseinandersetzt, wie die Unterschiede aufeinander wirken und wie man dafür eine gemeinsame Lösung finden kann, der Diskussion sollte er sich wohl doch möglichst bald stellen....
 
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  • #45
AW: Wie fühlt sich Streit an ?

Alles Schön und Gut! Streikultur auf hohem Niveau hält eine Beziehung lebhaft. Erkennen auf welcher Ebene (Beziehung, Offenbarung, Sach, ...) diskutiert wird und zurückkehren! Innere und äußere Kommunikation in der Waage halten. Ich glaube, dass ich alle diese Techniken und noch einige mehr gelernt habe und beherrsche, aber eines bleibt bei mir immer übrig, nach langen "Diskussionen" mit meiner Partnerin, wo ich am Ende erkenne, dass ich Unrecht habe (ich glaube sogar selbst, wenn ich im Recht war), ist trotzdem ein kleines Stücken von dieser Partnerschaft in mir gestorben ...
 
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  • #46
AW: Wie fühlt sich Streit an ?

Zitat von Schreiberin:
(...) Wenn ich das fragen darf : wie hast du das geschafft, so sachlich zu bleiben ? Ist dir das in die Wiege gelegt worden ?
Und dass du manchmal in "kämpferische" Stimmung gerätst - wie ist das genau ? Welche Gedanken gehen da durch dein sachliches Hirn ?
Entschuldige, dass ich so bohre, aber genau diese tieferen Beweggründe finde ich spannend.
Hallo, Schreiberin,

der Bezugstext stammt nicht von mir, könnte er aber : Sachlich zu bleiben ist - bis zu einem gewissen Grade - für mich keine Kunst - vielleicht tatsächlich in die Wiege gelegt, vielleicht beruflich bedingt erlernt.

Trotzdem ist offensichtlich genau das (nicht nur, vergl. thread "Fast hätte ich es geglaubt" von Peterchen) mein Problem : Meine letzte Beziehung ist daran zerbrochen, daß sie sich mit mir "nicht streiten, nicht an mir reiben" kann, ich sei ihr "nicht lebendig genug", ihr fehle "die Leidenschaft".

Deshalb würde ich gerne noch etwas weiter vorne ansetzen : Was ist "Streit" überhaupt ?

Auf die Antworten bin ich gespannt !

Gruß,

Joachim.
 
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  • #47
AW: Wie fühlt sich Streit an ?

Zitat von Traumichnich:

Was ist Streit, was ist eine Auseinandersetzung, eine angeregte Diskussion oder ein Meinungsaustausch - da gibt es sicher viele Definitionen...

Da ich dieses Thema hier erstellt habe, kann ich nur in erster Linie sagen, was ich damit meinte :
Es ging mir wirklich um "brenzlige Situationen" : wo einen etwas kalt erwischt, man sich bedrängt fühlt, etwas auf dem Spiel steht, alte Wunden aufbrechen. Nicht so Fragen wie "Sollen wir heute in Batman oder Spiderman gehen ?", an denen nichts weiter hängt .

Ich wollte wissen, wie sich das anfühlt und wie man damit klarkommt, dass man wirklich in Bedrängnis gerät.

Bezogen auf deine Beziehung würde ich vielleicht sagen : für dich waren es vielleicht einfach KEINE Streitpunkte, du konntest dich deshalb cool und entspannt verhalten, für dich ging es um nicht viel.
Für deine Freundin war es vielleicht ein wichtiges Thema und wenn dann keine Reaktion kommt, hat sie vielleicht das Gefühl gehabt, du nimmst sie selbst nicht wichtig, nimmst nicht wahr, dass für sie etwas auf dem Spiel steht, zeigst keinen Einsatz, für sie wichtiges zu besprechen....
 
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  • #48
AW: Wie fühlt sich Streit an ?

Zitat von iceage:
Ich glaube, dass ich alle diese Techniken und noch einige mehr gelernt habe und beherrsche, aber eines bleibt bei mir immer übrig, nach langen "Diskussionen" mit meiner Partnerin, wo ich am Ende erkenne, dass ich Unrecht habe (ich glaube sogar selbst, wenn ich im Recht war), ist trotzdem ein kleines Stücken von dieser Partnerschaft in mir gestorben ...
einer der interessentasten und nachdenkeswerteste sätze der letzten zeit im forum.
wo iceage es sagt, denke ich da ist was wahres dran. wie ist es bei euch?
 
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  • #49
AW: Wie fühlt sich Streit an ?

Zitat von Freitag:
einer der interessentasten und nachdenkeswerteste sätze der letzten zeit im forum.
wo iceage es sagt, denke ich da ist was wahres dran. wie ist es bei euch?

Echt ????? Ich fand den Satz eher befremdlich. Ich bin wirklich kein Streithammel, aber in der Regel finde ich Streitigkeiten, wenn sie nicht ausarten und eher eine anstrengende Auseinandersetzung sind, absolut bereichernd. Wenn man sich an den wichtigen Punkten nicht auseinandersetzt, rächt sich das irgendwann bitter.

Oder meint ihr Streitigkeiten im Sinne von wirklich hässlichen Auseinandersetzungen, wo viel verletzt wird und das Ende auch böse ist ?
 
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  • #50
AW: Wie fühlt sich Streit an ?

Zitat von Schreiberin:
Echt ????? Ich fand den Satz eher befremdlich. Ich bin wirklich kein Streithammel, aber in der Regel finde ich Streitigkeiten, wenn sie nicht ausarten und eher eine anstrengende Auseinandersetzung sind, absolut bereichernd. Wenn man sich an den wichtigen Punkten nicht auseinandersetzt, rächt sich das irgendwann bitter.

Oder meint ihr Streitigkeiten im Sinne von wirklich hässlichen Auseinandersetzungen, wo viel verletzt wird und das Ende auch böse ist ?

Ich fand den Satz auch sehr nachdenkenswert. Ich glaube, es gibt Streitsituationen, bei denen man sich verkämpft, und dann stimmt das sicher, dass irgendwie auch ein Teil der Beziehung stirbt.

NB: Spinnt die PS-Uhr?
 
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  • #51
AW: Wie fühlt sich Streit an ?

Zitat von Else:
Ich fand den Satz auch sehr nachdenkenswert. Ich glaube, es gibt Streitsituationen, bei denen man sich verkämpft, und dann stimmt das sicher, dass irgendwie auch ein Teil der Beziehung stirbt.

NB: Spinnt die PS-Uhr?
ich hab vorher nie darüber nachgedacht. aber ich finde echt, iceage hat da was gesagt, was ich auch denke.

die haben immer noch sommerzeit hier. hatte ich neulich schon moniert aber sowas checken die nicht, dafür wird jeder bück dich spruch von mir moniert :)
 
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  • #52
AW: Wie fühlt sich Streit an ?

Zitat von Freitag:
ich hab vorher nie darüber nachgedacht. aber ich finde echt, iceage hat da was gesagt, was ich auch denke.

die haben immer noch sommerzeit hier. hatte ich neulich schon moniert aber sowas checken die nicht, dafür wird jeder bück dich spruch von mir moniert :)

Dabei hast Du schon so lange nicht mehr "Bück Dich" geschrieben. ;-)
 
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  • #54
AW: Wie fühlt sich Streit an ?

Zitat von Schreiberin:
Was ist Streit, was ist eine Auseinandersetzung, eine angeregte Diskussion oder ein Meinungsaustausch - da gibt es sicher viele Definitionen...

Da ich dieses Thema hier erstellt habe, kann ich nur in erster Linie sagen, was ich damit meinte :
Es ging mir wirklich um "brenzlige Situationen" : wo einen etwas kalt erwischt, man sich bedrängt fühlt, etwas auf dem Spiel steht, alte Wunden aufbrechen. Nicht so Fragen wie "Sollen wir heute in Batman oder Spiderman gehen ?", an denen nichts weiter hängt .

Ich wollte wissen, wie sich das anfühlt und wie man damit klarkommt, dass man wirklich in Bedrängnis gerät.

Bezogen auf deine Beziehung würde ich vielleicht sagen : für dich waren es vielleicht einfach KEINE Streitpunkte, du konntest dich deshalb cool und entspannt verhalten, für dich ging es um nicht viel.
Für deine Freundin war es vielleicht ein wichtiges Thema und wenn dann keine Reaktion kommt, hat sie vielleicht das Gefühl gehabt, du nimmst sie selbst nicht wichtig, nimmst nicht wahr, dass für sie etwas auf dem Spiel steht, zeigst keinen Einsatz, für sie wichtiges zu besprechen....
Danke - auf diese Sichtweise bin ich noch nicht gekommen !

Jetzt wäre bloß noch interessant zu erfahren, was für sie so wichtig war ... denn in der Regel ging es genau um die genannten Begrifflichkeiten !?

Gruß,

Traumichnich.
 
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  • #55
Streitkultur und Aua....

Es sind 2 Seiten des Streitens, die mir bei mir aufgefallen sind: ich kann streiten - sachlich nüchtern - auch mit einem Partner, forciere im Normalfall nicht den Streit sondern die Auseinandersetzung in Positionen; und es gibt Situationen in einer Partnerschaft, wo Trigger gedrückt werden und gar nicht mehr um den Auslöser gestritten wird, sondern alte Muster ablaufen.

Wenn ich von iceage lese, dass er findet, bei solchen Situationen stirbt etwas von seiner Partnerschaft, dann kann ich es nachvollziehen. Dann ist aus meiner Erfahrung eben das 'Wie' der Auseinandersetzung zu betrachten, nicht mehr um was ging es oder gar um wer hatte am Ende Recht.

Ich mag Harmonie, bin heute in einer Partnerschaft mir bewusst, dass ich nicht einfach oder bequem bin, gerade auch deshalb, weil ich einiges über Kommunikation gelernt habe und anwende. Und ich bin mir bewusst, dass ich Triggerpunkte habe, so wie auch mein Partner.
Ich erlaube mir heute emotionales Agieren in einer Streitsituation, wenn ich es bemerke, was passiert ist - meist eine kurze Weile nach dem Streit - ist es mir auch möglich zu sagen, was mir daran wehgetan hat, wo mein Schmerz sitzt. Ich bin bereit mehr Information über meine Verletzlichkeit zu liefern, statt mich Wunden leckend zurückzuziehen. Sicher kein Rezept für jeden, mir geht es besser damit, weil ich damit mehr ich sein kann ohne eine interne Punktetabelle zu füllen, wer wie oft Recht hatte, wie oft verletzt wurde, wie häufig der Rückzug, das Patt gelebt wurde.

Es geht mir darum, meine Mitte zu wahren und meinem Partner Einsicht zu gewähren in mein 'Warum'. Ich will nicht mit Absicht verletzen oder verletzt werden in einer Auseinandersetzung. Wenn ich mich streite, kann es passieren, dass ich genau das doch tue oder erfahre, gerade dann, wenn ich mich streite mit einem Menschen, der mir wichtig ist. Ob eine Beziehung an solchen Reibungspunkten wachsen kann und nicht Stück für Stück stirbt, liegt daran, wie sich Menschen öffnen im Streit, bzw. danach.

Meine Emotionalität liefert den Schlüssel zur Lösung für mich, in dem ich 'Aua' sagen kann, oder 'halte mich jetzt im Arm', oder 'Stop', und ganz wesentlich, in dem ich weiss, dass der Streit nicht grundsätzlich die Beziehung gefährdet oder die Liebe schmälert. Denn wenn es anders ist, versuche ich Streit zu vermeiden oder irgendwann auch in diesen Machtspielen zu gewinnen, damit es ausgewogen wird/bleibt.

Und wenn der Streit sich so auslebt, dass die Partnerschaft stückchenweise stirbt - auch ich habe das erlebt - würde ich nach dem 'Warum' in der Partnerschaft suchen, nicht mehr das Symptom 'Streit' analysieren. Manchmal haben wir nur mehr Angst vor diese Analyse, streiten uns fast noch mehr, damit es endlich vorbei ist .... das Sterben hat schon früher eingesetzt. Die Art des Streitens war nur das äussere Merkmal nicht die Ursache.
 
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  • #56
AW: Wie fühlt sich Streit an ?

Zitat von Traumichnich:
Danke - auf diese Sichtweise bin ich noch nicht gekommen !
Jetzt wäre bloß noch interessant zu erfahren, was für sie so wichtig war ... denn in der Regel ging es genau um die genannten Begrifflichkeiten !?
Gruß,
Traumichnich.


Es ist nur ein Schuss ins Blaue :
Wenn es keinen Streit gab - hat sie sich dann wertschätzend verhalten ? Hat sie dich angestrahlt ? Dir das Gefühl gegeben, dass sie dich toll findet ? Kleine Dinge getan, die auf starke emotionale Verbundenheit hinwiesen ?
Wenn nicht, dann hat sie vielleicht den Übergang von der Verliebtheit zur Liebe gar nicht mit dir vollzogen und du hast es gar nicht gemerkt. Dann waren die Beschwerden eigentlich nur Nebenschauplätze und es ging eigentlich darum, dass sie dich nicht genug lieben konnte.
Ist wirklich nur ein Schuss ins Blaue, schoss mir durch den kopf, als ich deinen Beitrag las.
 
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  • #57
AW: Wie fühlt sich Streit an ?

Zitat von Schreiberin:
Es ist nur ein Schuss ins Blaue :
Wenn es keinen Streit gab - hat sie sich dann wertschätzend verhalten ? Hat sie dich angestrahlt ? Dir das Gefühl gegeben, dass sie dich toll findet ? Kleine Dinge getan, die auf starke emotionale Verbundenheit hinwiesen ?
Wenn nicht, dann hat sie vielleicht den Übergang von der Verliebtheit zur Liebe gar nicht mit dir vollzogen und du hast es gar nicht gemerkt. Dann waren die Beschwerden eigentlich nur Nebenschauplätze und es ging eigentlich darum, dass sie dich nicht genug lieben konnte.
Ist wirklich nur ein Schuss ins Blaue, schoss mir durch den kopf, als ich deinen Beitrag las.

Ähh - langsam drängt sich mir der Verdacht auf, daß die Anonymität hier "löcherig" ist ! ;-)
Kennst Du meine Ex ... ? :-O

Nein, eigentlich war das eine sehr einseitige Geschichte, und genau das - dass sie mich nicht genug lieben konnte - hat sie mir am Ende - wörtlich ! - gesagt !

Wobei ich den Eindruck hatte, daß wir (ich ?) das Stadium "Verliebtheit" bereits beim 1. Treffen hinter uns gelassen haben : Ich hatte von Anfang an das Gefühl, daß sie mir soooo vertraut ist, daß wir uns seit Jahren kennen, daß ich in einen Spiegel blicke, wenn ich ihr in die Augen sehe - das ist mir so noch nie passiert.

Traumichnich.
 
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  • #58
AW: Wie fühlt sich Streit an ?

Das ich so über "´Streitkultur" denke, liegt vielleicht auch daran, dass ich nicht leicht Streite und auch nicht alles gleich auf die Goldwaage lege, weil wir ja alle nicht perfekt sind und jeder einen Raum benötigt, wo er vertrauen haben kann, selbst sein zu können. Aber, wenn es dann zum Streit kommt, dann ist eben dieser "Raum" verletzt - sei jetzt mein eigener, sei es das Vertrauen in mich ...

Und, wenn dann kommt "sorry, ich habe das nicht so gemeint" dann akzeptiere ich das auch, aber wenn ich jetzt meine Partnerin ernst nehme, dann musste ich das doch ernst nehmen und auf einmal nicht??? Die Ursache sitzt nun einmal und man(n) liegt auf der Lauer ...
 
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  • #59
AW: Wie fühlt sich Streit an ?

Zitat von iceage:
Und, wenn dann kommt "sorry, ich habe das nicht so gemeint" dann akzeptiere ich das auch, aber wenn ich jetzt meine Partnerin ernst nehme, dann musste ich das doch ernst nehmen und auf einmal nicht??? Die Ursache sitzt nun einmal und man(n) liegt auf der Lauer ...
Hm ... selbst der Satz "sorry, hab ich nicht so gemeint" kann ja unterschiedlich gemeint sein.

Er kann heißen: "Ich hab was gesagt, was ich eigentlich nicht sagen wollte."
Oder er kann heißen: "Was ich gesagt habe, hast du anders verstanden, als ich es meinte."

Wie sie diesen Satz meinte und wie du ihn verstanden hast, muss nicht dasselbe sein.

Und genau da kann sich die Katze ziemlich böse in den eigenen Schwanz beißen.
 
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  • #60
AW: Wie fühlt sich Streit an ?

Zitat von iceage:
...., weil wir ja alle nicht perfekt sind und jeder einen Raum benötigt, wo er vertrauen haben kann, selbst sein zu können. Aber, wenn es dann zum Streit kommt, dann ist eben dieser "Raum" verletzt - sei jetzt mein eigener, sei es das Vertrauen in mich ...

Die Ursache sitzt nun einmal und man(n) liegt auf der Lauer ...

Darin liegt für mich der Knackpunkt. Dieser Raum des Vertrauens (ein erwärmendes Bild) wird, wenn in einer Partnerschaft Konflikte auftreten, zur Bewährungsprobe. Und ob es zwischen zwei Menschen vertraut bleiben kann, hängt davon ab, ob man auch die Dinge ansprechen ’darf’, die einen am Partner stören.
Das eigentlich Entlastende an solch einem Dialog ist, dass man sich gegenseitig in seinem facettenreichen Beziehungsverhalten ernst - und wahrnimmt.
Eben, „weil wir ja alle nicht perfekt sind“, bleiben Reibungspunkte in einer ernst zu nehmenden Beziehung nicht aus.
Eine äußerst beziehungsbegabte Freundin (35 und 10 Jahre mit ihrer großen Liebe zusammen) erzählte, sie habe, als er bei ihr einschlug, 2 Gläser Rotwein gesoffen und sich 3 seiner negativen Eigenschaften vor Augen geführt. Bei einem weiteren Glas hat sie gedanklich durchgespielt, ob sie damit umgehen kann, ohne diese jemals ändern zu können. Das nächste folgte, um sich in den Entscheidungsschlaf zu wiegen. Und dem morgendlichen latte macchiato folgte ein nachhaltiges JA ;-)

Nachtrag:
„Das Lauernde“ – völlige Übereinstimmung – verletzt und verseucht den RAUM DES VERTRAUENS. Aber das Bewusstsein, dass uns unser Partner über kurz oder lang auch mit Eigenschaften konfrontiert, die uns stören, gibt ihm einen tiefen Sinn.