Beiträge
3.935
Likes
266
  • #1

Wie fühlt sich Streit an ?

Jede Art von zwischenmenschlicher Beziehung kennt den Streit. Letztens habe ich irgedwo gelesen, dass es für das Gelingen einer Partnerschaft besonders wichtig ist, wie man Auseinandersetzungen führt.

Nun, man sollte meinen, wenn jemand ein halbwegs sozialorientiertes Wesen ist, tolerant und fähig zum Perspektivenwechsel und zu Kompromissen - wo soll da das Problem sein ? Warum sind auch Beziehungen zwischen solchen Menschen manchmal extrem belastet durch Streitsituationen oder scheitern sogar daran ? Auch bei Parship kommt es häufig vor, dass erst alles gut anläuft - und dann kommen die ersten Auseinandersetzungen und alles fliegt einem um die Ohren...

Ich wage mal zu behaupten, dass oft sehr tief unter der Oberfläche Kräfte wirksam werden, die letztendlich ihre destruktive Wirkung haben : tiefsitzende Ängste und Befürchtungen, alte Erfahrungen, die gar nicht so bewusst sind, uns aber doch sehr steuern.

Deshalb würde ich gerne mal wissen : wie fühlt es sich bei euch an, wenn plötzlich eine Meinungsverschiedenheit droht, jemand Kritik an euch äußert oder doch nicht alles so Friede-Freude-Eierkuchen ist, wie ihr vielleicht gedacht habt ?
Könnt ihr "vernünftig" bleiben und bei der Sache ? Schreckt die Panik auf, weil ihr euch als "Macher" der Beziehung versteht, der jetzt schnell alles regeln muss und vielleicht überfordert ist ? Trüben schlimme Verlassensängste den Blick ? Stimmt die Bilanz nicht mehr - "ich habe doch ALLES getan, und jetzt das......" ?
Gibt es spezifische Unterschiede zwischen Männern und Frauen ? Hattet ihr mal Beziehungen mit "guter Streitkultur" , dann aber wieder reine Kriegsschauplätze ? Was hilft euch "gut" zu streiten ?
 
Beiträge
1.608
Likes
7
  • #2
AW: Wie fühlt sich Streit an ?

Naja, die Ohnmacht spielt vielleicht auch eine Rolle - ohnmächtig weil die Positionen sich nicht auflösen lassen, selbst, wenn ausdiskutiert (siehe Schnarchen versus getrennter Schlafzimmer) und die logische Lösung katastrophale Folgen hat - nicht hier, aber im RL. Ohnmächtig, wenn der Partner retorisch überlegen ist und man sich deswegen immer so schön mies fühlt; und ohnmächtig, weil sich der Partner einfach der Diskussion verweigert - ist es dieswegen kein Streit, nur weil eine Person sich der Verantwort entzieht?
 
L

Löwefrau_geloescht

  • #3
AW: Wie fühlt sich Streit an ?

Seitdem ich verstanden habe und mir bewusst geworden ist, dass bei mir Wut fast immer eine Reaktion ist, die meine Ängste kompensiert, kann ich dieses Gefühl einordnen und gehe ehrlicher damit um.
Auch mir gegenüber. Früher bin ich wie ein HB Männchen an die Decke gegangen. Das brauche ich nicht mehr. Ich weiss, dass diese Wut nicht wirklich Wut ist, sondern lediglich etwas, was mich meiner Angst nicht aussetzen will.

Ich sage dann, dass ich Angst habe - das hilft sehr die Meinungsverschiedenheit nicht eskalieren zu lassen.

Rein körperlich fühle ich das wie eiskalte Säure in den Adern, die sich den äußeren Gliedmaßen in die Körpermitte zurück zieht. Ganz schrecklich.

Die übrig gebliebene Spannung fühle ich wie Kohlensäure unter der Haut.
 
Beiträge
3.935
Likes
266
  • #4
AW: Wie fühlt sich Streit an ?

@iceage
Ja, ein wichtiger Gedanke, aber du schreibst eher über die Gefühlslage NACH oder im VERLAUF einer Auseinandersetzung. Ich meinte wirklich die Ausgangslage, wo die ersten Reaktionen ja oft dann schon einstilen, wie es weiter abläuft.

Passt da dann auch die Ohnmacht hin ? Du merkst, da ist was im Busch und der Haussegen hängt schief - und fühlst dich gleich ohnmächtig ?....
 
Beiträge
3.935
Likes
266
  • #5
AW: Wie fühlt sich Streit an ?

@ Löwefrau

Danke, Löwefrau, genau sowas meinte ich ! Darf ich fragen, was genau für eine Angst es ist ? Verlassen zu werden ? Nicht genügt zu haben ? Etwas nicht mehr unter Kontrolle zu haben ? Oder .... ?
 
Beiträge
109
Likes
2
  • #6
AW: Wie fühlt sich Streit an ?

Auszug aus "Starke Männer brauchen starke Frauen":

"Wenn wir Frauen gewillt sind zu glauben, dass unsere Stärke beziehungsverhindernd wirkt, müssen wir entweder aufhören stark zu sein, um eine glückliche Beziehung leben zu können,
oder auf Beziehung verzichten.
------------> Dieser Glauben ist falsch!

Wenn wir bisher Beziehungsschwierigkeiten hatten, dann weil wir uns kleiner gemacht haben.
Wir haben uns unter Preis verkauft, haben geschwiegen, wo wir hätten sprechen sollen, haben uns klein gemacht, wo unsere wahre Größe gefragt war.

Wir haben unsere Ängste und Schwächen hinter unserer Stärke verborgen und getarnt, anstatt offen zu zeigen.

Wir haben nachgegeben an der falschen Stelle, aus Angst vor dem Verlust der Beziehung, haben also in den entscheidenden Augenblicken unsere Bedürftigkeit ausgelebt
und nicht unsere Stärke.

Nur in der Anerkennung unserer Schwächen
liegt eine Chance auf echte Kraft.

Sie ist eine starke Frau. Der Schaden entstand durch ihre Schwäche an Selbstliebe.
Die angebotene Hilfe kann sie nicht annehmen. Gleichzeitig fühlt sie sich vernachlässigt.
In Wahrheit ist sie nicht vernachlässigt,
außer von sich selbst.

Es war nie die Kraft, sondern immer die Schwäche, die Schwierigkeiten erzeugt hat.

Wir müssen schon vorher unnachgiebig sein, wenn unsere Würde, unsere Kraft und unsere Selbstliebe angegriffen werden.

Sonst läßt sie einen Partner an ihrer Seite zu,
der gegen ihre Kraft arbeitet."
 
L

Löwefrau_geloescht

  • #7
AW: Wie fühlt sich Streit an ?

Nun, es ist keine Verlassensangst. Ich bin jemand, der recht gut allein leben kann.
Es geht da eher an den Selbstwert.
Nach einer für mich sehr schlechten Ehe und schlimmen Trennung bin ich sehr glücklich mich wieder gefunden zu haben. Es hat Jahre gedauert.
Trotz dessen aber kann man mich immer noch triggern, wenn es an meinen negativen Kreis geht. Das ist der, in dem die Selbstzweifel stecken.

Also einfach: Nicht gut genug.
 
Beiträge
3.935
Likes
266
  • #8
AW: Wie fühlt sich Streit an ?

@mathilda

Da hast du dir ja viel Mühe gegeben, das alles abzutippen.
Zitate finde ich als Verstärkung /Verdeutlichung gut, aber ehrlich gesagt hätte ich lieber deine Ansicht in eigenen Worten gelesen. So ein bedeutungsschweres Gedankengut ist doch sehr offen für Fehlinterpretationen..
Oder soll ich dich so verstehen, dass Frauen in Konfliktsituationen AUF JEDEN FALL erstmal kräftig auf die K...e hauen sollen ?....... ;-)
 
Beiträge
545
Likes
1
  • #9
AW: Wie fühlt sich Streit an ?

Zitat von Schreiberin:
Deshalb würde ich gerne mal wissen : wie fühlt es sich bei euch an, wenn plötzlich eine Meinungsverschiedenheit droht, ...

Das kommt sehr auf die Situation an. Es gibt Konfliktsituationen, denen ich sehr gelassen und entspannt entgegensehen kann und andere, bei denen ich mich unwillkürlich innerlich schon mal "kampfbereit" mache. Bei letzteren muss ich sehr aufpassen, dass das nicht zu einer Art selbsterfüllenden Prophezeiung wird, dass nicht meine "Kampfbereitschaft" den Konflikt erst auslöst oder zumindest verstärkt.

Zitat von Schreiberin:
Könnt ihr "vernünftig" bleiben und bei der Sache ?

Ja, und manchmal ist genau das ein Problem.
Je emotionaler und unsachlicher mein Gegenüber ist, desto nüchterner und sachlicher werde ist, und oft ist das ein selbstverstärkender Prozess: Das Gegenüber merkt, meist unbewusst, dass der Streit von beiden Seiten auf unterschiedlichen Ebenen, auf der Sach- und der emotionalen Ebene, geführt wird. Die unbewusste Standard--Reaktion der meisten Menschen ist dann zu versuchen den anderen mit Provokationen auch auf die emotionale Ebene zu ziehen, damit wieder gleiche Augenhöhe und Waffengleichheit herrscht. Das funktioniert bei mir aber nicht, wenn ich nicht sehr aufpasse und es mir bewusst verkneife fängt man sich dafür höchstens ein "Du, ich verstehe schon warum Du mich provozieren und reizen willst..." ein --- was das Gegenüber natürlich im Zwiefel noch emotionaler und wütender werden lässt.


Zitat von Schreiberin:

Mir hilft es, mir bestimmte Abläufe beim Streiten, beispielsweise den obigen, bewusst zu machen. Früher habe ich nie verstanden, warum mein Gegenüber im Zweifel immer wütender geworden ist, obwohl ich doch soo sachlich war und sogar noch auf die Unsachlichkeit und die Provokationen der Gegenseite hingewiesen habe. Da bin ich heute ein gutes Stück weiter und versuche, s.o., mir die --- sachlich vorgetragene, aber letztlich nicht minder provokante --- Metaanalyse des Streits erstmal zu verkneifen und meinem Gegenüber stattdessen zu signalisieren, dass ich durchaus auch emotional beteiligt bin und dass meine Sachlichkeit keineswegs Provokation oder Unbeteiligkeit ausdrückt, sondern vielmehr meine Herangehensweise an ein für mich und das Gegenüber wichtiges Thema ist.
 
L

Löwefrau_geloescht

  • #10
AW: Wie fühlt sich Streit an ?

Liebe Schreiberin,
Nur soviel: es ist keine Verlassensangst.

Das andere ist mir doch etwa zu nah für diesen ziemlich öffentlichen Raum.
Du verstehst das sicher. :)
 
Beiträge
3.935
Likes
266
  • #11
AW: Wie fühlt sich Streit an ?

Zitat von SineNomine:
Da bin ich heute ein gutes Stück weiter und versuche, s.o., mir die --- sachlich vorgetragene, aber letztlich nicht minder provokante --- Metaanalyse des Streits erstmal zu verkneifen und meinem Gegenüber stattdessen zu signalisieren, dass ich durchaus auch emotional beteiligt bin und dass meine Sachlichkeit keineswegs Provokation oder Unbeteiligkeit ausdrückt, sondern vielmehr meine Herangehensweise an ein für mich und das Gegenüber wichtiges Thema ist.

Wenn du diesen Abschnitt nicht geschrieben hättest, hätte ich es jetzt direkt nachgereicht. :)
Das finde ich sehr gut, wie du das machst. Ich kann mir vorstellen, dass deine Beziehungen dann zumindest nicht an dem Thema "Konflikte" gescheitert sind.

Wenn ich das fragen darf : wie hast du das geschafft, so sachlich zu bleiben ? Ist dir das in die Wiege gelegt worden ?
Und dass du manchmal in "kämpferische" Stimmung gerätst - wie ist das genau ? Welche Gedanken gehen da durch dein sachliches Hirn ?
Entschuldige, dass ich so bohre, aber genau diese tieferen Beweggründe finde ich spannend.
 
Beiträge
3.935
Likes
266
  • #12
AW: Wie fühlt sich Streit an ?

Zitat von Löwefrau:
Liebe Schreiberin,
Nur soviel: es ist keine Verlassensangst.

Das andere ist mir doch etwa zu nah für diesen ziemlich öffentlichen Raum.
Du verstehst das sicher. :)

Na klar - Seelenstripp erwarte ich nicht ! :)

Wenn ich das darf, nehme ich aber mit, dass es also manchmal so ist, dass Unstimmigkeiten extrem negative Gefühle auslösen können, die vielleicht gar nichts mit dem Problem oder seiner Größe zu schaffen haben....
 
Beiträge
545
Likes
1
  • #13
AW: Wie fühlt sich Streit an ?

Zitat von Schreiberin:

Das Wörtchen "versuche" hat sich nicht zufällig in meine Beschreibung hineingemogelt, sondern gehört ganz explizit dort hin... ;-)


Zitat von Schreiberin:
Ich kann mir vorstellen, dass deine Beziehungen dann zumindest nicht an dem Thema "Konflikte" gescheitert sind.

Hmm, scheitern Beziehungen nicht immer auf die eine oder andere Weise an Konfikten und der Art wie man das Paar mit ihnen umgeht?


Zitat von Schreiberin:
wie hast du das geschafft, so sachlich zu bleiben ? Ist dir das in die Wiege gelegt worden ?

So in der Art, ja. Ich bin es einfach und kann letztlich auch gar nicht anders. Das ist weder eine besondere Leistung noch, siehe meinen vorangegangenen Beitrag, uneingeschränkt positiv. Im Gegenteil, für mein Gegenüber kann das mitunter verdammt schwierig sein. Denn nur weil ich sachlich bleibe muss ich ja noch lange nicht in der Sache auch richtig liegen. Auch eine emotional vorgetragene Gegenposition kann richtig(er) sein, aber ihre Stärke wird, wenn sie auf (zu) viel Sachlichkeit trifft oft selbst von dem der die vertritt nicht mehr erkannt.


Zitat von Schreiberin:
Und dass du manchmal in "kämpferische" Stimmung gerätst - wie ist das genau ?

Hmm, irgendetwas in mir spürt (oder glaubt eben auch nur zu spüren), dass Ärger in der Luft liegt. Das ist in aller Regel eher unbewusst und führt dazu, dass im Unterbewusstsein schon mal das "Waffenarsenal" in Form von Argumenten und Fakten, bereitgelegt wird. Und das wirkt in aller Regel nicht gerade deeskalierend.


Zitat von Schreiberin:
Welche Gedanken gehen da durch dein sachliches Hirn ?

Wenn mir /bewusst/ wird, dass da gerade in mir das "Auf zu den Waffen!"--Streitprogramm anläuft, dann versuche ich natürlich die Situation noch mal bewusst zu bewerten und entweder, wenn mir das denn wirklich nötig erscheint, sehr bewusst zu streiten oder aber, wenn sich die Situation auch ohne großen Streit klären lässt eine solche Klärung anzustreben.

Viel häufiger bleibt das "Umschalten" in den Konfliktmodus dem Bewusstsein aber recht lange verborgen. Ich merke dann erst im Streit oder gar erst hinterher, im Rückblick, ab welchem Punkt ich innerlich auf Streit eingestellt war, ab welchem Punkt da beiderseitig das jeweilige Konfliktprogramm lief. Und erst im Rückblick merkt man, dass so mancher Streit völlig unnötig war, weil man sich, hätte man das Konflikltpotenzial rechtzeitig bemerkt, in der Sache auch gut ohne Streit hätte einigen können.

Das hat in meinen Augen auch immer etwas mit der Präsenz beider Seiten in der jeweiligen Situation zu tun. Wenn beide wirklich präsent sind gerät auch eine hitzige Diskussion nur recht selten zum Streit. Und immer dann, wenn beide nicht präsent sind, wenn der Keim zum Streit gelegt wird während einer in der Küche kocht und der andere im Wohnzimmer an irgendetwas heumbastelt, stehen die Chancen "gut" sich über irgendwelche Nichtigkeiten über die man ansonsten eher schmunzeln als streiten würde so richtig zu fetzen.
 
Beiträge
3.935
Likes
266
  • #14
AW: Wie fühlt sich Streit an ?

Zitat von SineNomine:
Das Wörtchen "versuche" hat sich nicht zufällig in meine Beschreibung hineingemogelt, sondern gehört ganz explizit dort hin... ;-)


Okay. :)))


Hmm, scheitern Beziehungen nicht immer auf die eine oder andere Weise an Konfikten und der Art wie man das Paar mit ihnen umgeht?

Auf den ersten Blick vielleicht ja. Ein Unterschied wäre aber : Sagen wir mal, zwei haben extrem unterschiedliche Freizeitvorstellungen - so schlimm, dass sie sich irgendwann DESHALB trennen (ein bisschen konstruiert, ich weiß) . Anders wäre aber : Sie haben extrem unterschiedliche Freizeitvorstellungen, die sie EIGENTLICH hätten unter einen Hut kriegen können. Da sie aber null fähig sind, sich "vernünftig" zu streiten/auseinandersetzen, kommen sie zu keiner Lösung, sondern verletzen sich ständig und fühlen sich unverstanden - dann trennen sie sich letztendlich DESHALB und nicht wegen des Inhalts. Naja, blödes Beispiel... Aber ich hoffe, der Unterschied ist deutlich..


So in der Art, ja. Ich bin es einfach und kann letztlich auch gar nicht anders.

Das glaube ich dir sofort !!!! ....lach.....



Im Gegenteil, für mein Gegenüber kann das mitunter verdammt schwierig sein. Denn nur weil ich sachlich bleibe muss ich ja noch lange nicht in der Sache auch richtig liegen. Auch eine emotional vorgetragene Gegenposition kann richtig(er) sein, aber ihre Stärke wird, wenn sie auf (zu) viel Sachlichkeit trifft oft selbst von dem der die vertritt nicht mehr erkannt.

Super, dass du das erkannt hast !

Hmm, irgendetwas in mir spürt (oder glaubt eben auch nur zu spüren), dass Ärger in der Luft liegt. Das ist in aller Regel eher unbewusst und führt dazu, dass im Unterbewusstsein schon mal das "Waffenarsenal" in Form von Argumenten und Fakten, bereitgelegt wird.

Aber warum "Waffen" ? Was ist deine Befürchtung ? Dass du dich unbedingt behaupten musst ? Dass du dich schrecklich fühlen würdest, wenn du verlierst ?
Mal hobbypsychologisch gefragt : was wäre denn das schlimmste, was dir da passieren könnte, wenn du "ohne Waffen" in den "Kampf" gehst ?
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Beiträge
1.037
Likes
246
  • #15
AW: Wie fühlt sich Streit an ?

.. ausnehmend interessanter Diskurs, ich erlaube mir, mich einzumischen und vielleicht ein bisschen zu provozieren:

"sachlich" bleiben in Auseinandersetzungen wird gelernt, i.d.R. spiegeln sich darin Muster der Konfliktbearbeitung aus der primären Sozialisation

die Vernunftebene nicht zu verlassen hat auch eine Schutzfunktion - man hält sich die bedrohliche eigene Emotionalität auf Distanz

Männer und Frauen lernen und beherrschen Vernunftverhalten jeweils im Hinblick auf unterschiedliche Situationen

vernünftiges Verhalten in Konflikten hat immer auch eine Machtkomponente - der "Krieger", der die Ruhe bewahrt, verbessert zumeist seine Siegeschancen
 
Beiträge
545
Likes
1
  • #16
AW: Wie fühlt sich Streit an ?

Zitat von Schreiberin:
Aber ich hoffe, der Unterschied ist deutlich..

Jain. Ich verstehe, was Du meinst. Aber wenn wir mal von einer ansonsten funktionierenden Beziehung ausgehen kann ich mir, wenn überhaupt, nur sehr wenige Konflikte vorstellen, bei denen primär der Konflikt selbst und nicht der Umgang damit die Beziehung in Frage stellt und/oder zerstört.


Zitat von Schreiberin:
Aber warum "Waffen" ? Was ist deine Befürchtung ? Dass du dich unbedingt behaupten musst ?

Hmm, mit "sich behaupten" hat das eher weniger zu tun. Eher schon damit den eigenen Standpunkt nicht ausreichend gut zu vertreten. Wenn Du da also unbedingt eine konkrete Befürchtung sehen willst, dann eher die, dass am Ende eine Entscheidung steht, die in der Sache nicht so gut ist wie sie hätte sein können hätte ich meinen Standpunkt hinreichend gut vertreten.
 
Beiträge
818
Likes
1
  • #17
AW: Wie fühlt sich Streit an ?

Ich streite mich nicht sonderlich gern. Auf jeden Fall fällt es mir wesentlich leichter, auf der Sachebene zu streiten oder zu kritisieren als wenn es um Verhalten oder Beziehungsaspekte geht.
Bei Kritik bin ich früher sehr schnell bockig geworden. Das kann heute immer noch passieren, aber ich versuche doch, gelassener damit umzugehen und mich - wenn ich die Verteidigungskrallen wieder eingezogen haben - damit zu beschäftigen, was an der Kritik drangewesen sein könnte. Dabei muss ich manchmal aufpassen, dass es nicht in das Gegenteil umschlägt und ich eine Kritik zu persönlich nehme oder mich zu sehr damit beschäftige, was ich falsch gemacht habe oder was an mir falsch ist.
Je 'sicherer' und wohler ich mich in einer Beziehung fühle, desto konstruktiver kann ich mit Kritik umgehen.
 
Beiträge
3.935
Likes
266
  • #18
AW: Wie fühlt sich Streit an ?

Zitat von SineNomine:
Jain. Ich verstehe, was Du meinst. Aber wenn wir mal von einer ansonsten funktionierenden Beziehung ausgehen kann ich mir, wenn überhaupt, nur sehr wenige Konflikte vorstellen, bei denen primär der Konflikt selbst und nicht der Umgang damit die Beziehung in Frage stellt und/oder zerstört.

Ja, mag sein. vielleicht sollte ich es so sagen, dass der "schlechte" Umgang fatal schlechte Auswirkungen auf das ansonsten überschaubare Problem haben kann.
Besonders dann, wenn jemand als "Umgang" nur im Repertoire hat, Stresssituationen mit aller Kraft zu vermeiden / sie zu ignorieren.


Hmm, mit "sich behaupten" hat das eher weniger zu tun. Eher schon damit den eigenen Standpunkt nicht ausreichend gut zu vertreten. Wenn Du da also unbedingt eine konkrete Befürchtung sehen willst, dann eher die, dass am Ende eine Entscheidung steht, die in der Sache nicht so gut ist wie sie hätte sein können hätte ich meinen Standpunkt hinreichend gut vertreten.

Wie groß sind in der Situation die Möglichkeiten zu registrieren, dass der andere Standpunkt vielleicht überraschend doch der "bessere" ist ?
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Beiträge
3.935
Likes
266
  • #19
AW: Wie fühlt sich Streit an ?

@Foristin

Das hört man oft : bei Frauen "Bockigkeit", persönliche Zweifel, bei Männern - "Waffen aufstellen", Kampf... oder kommt mir das nur so vor ?

Ich bin erst mit den Jahren streitfester geworden, eigentlich über den Umweg beruflicher Fortbildung.
Wenn es nicht zu unverhofft und heftig kommt, versuche ich mittlerweile erstmal rauszukriegen : Was genau ist die Kritik ? - Hört sich so selbstverständlich an, man erlebt aber einige Überraschungen beim genauen Nachfragen...
Und (- auch wenn es sich ätzend psychomäßig anhört - ) ich versuche erstmal zurückzustellen, welche Wunden der "Angriff" bei mir verursacht und überlege, was gerade bei dem anderen abgeht - ist er enttäuscht, ängstlich..... ? Dann ist es leichter, nicht alles persönlich zu nehmen...

Wie gesagt, wohl selbstverständlich - das klappt nicht immer...
Was mich aber wundert, ist, dass manche Menschen da wirklich heftige Defizite haben . Das soll jetzt keine platte Schwarz-Weiß-Malerei werden, aber manchmal habe ich schon den Eindruck, dass es bei vielen Männern schnell um existenzielle Dinge geht und dann wird gekämpft bis aufs Blut.... und nach mühevoller Klärung beim nächsten Mal das gleiche Spiel von vorne..

Oder habe ich nur zu wenig SineNormines getroffen ? ;-)
 
Beiträge
545
Likes
1
  • #20
AW: Wie fühlt sich Streit an ?

Zitat von Schreiberin:
Wie groß sind in der Situation die Möglichkeiten zu registrieren, dass der andere Standpunkt vielleicht überraschend doch der "bessere" ist ?

Das hängt, zumindest bei mir, von vielen Dingen ab.
Wie gut ist mein eigener Standpunkt? Geht es um etwas, was ich jahrelang durchdacht habe oder ist es etwas bei ich gerade mehr oder weniger spontan auf einem bestimmten Standpunkt gelandet bin? Das ganze auf der Gegenseite, wie lang denkt mein Gegenüber schon darüber nach? Wie weit liegen wir auseinander? Wie wichtig ist mir mein Standpunkt, wie wichtig meinem Gegenüber seiner? Es geht ja bei einem Kompromiss nicht nur darum wer nun "richtiger" liegt, sondern auch darum wem etwas wichtiger ist. Ich muss mich, selbst wenn ich inhaltlich nicht wirklich überzeugt bin, ja nicht immer um jeden Preis durchsetzen, wenn mir der Streitgegenstand nicht so wichtig ist, der Partnerin aber schon.
Und es hängt sicher auch immer von der jeweiligen Tagesform und der Präsenz ab. Immer dann, wenn beide irgendwie zwischen Kochen und Basteln ins Streiten geraten und vieles eher unbewusst abläuft wird es dem Aufeinander-zugehen schwierig, sind beide von Anfang an präsent und streiten sich bewusst fällt es deutlich leichter den jeweils anderen Standpunkt angemessen wahrzunehmen und in der Folge zu einer für beide guten Lösung zu kommen.
 
Beiträge
818
Likes
1
  • #21
AW: Wie fühlt sich Streit an ?

Zitat von Schreiberin:
@Foristin

Das hört man oft : bei Frauen "Bockigkeit", persönliche Zweifel, bei Männern - "Waffen aufstellen", Kampf... oder kommt mir das nur so vor ?

Naja, ich glaube, dass Männer und Frauen in ihren Kommunikationsstrukturen schon verschieden sind, auch beim Streiten.
"Bockig" assoziiere ich eher mit kindlichem Verhalten als mit männlich oder weiblich.

Zitat von Schreiberin:
Ich bin erst mit den Jahren streitfester geworden, eigentlich über den Umweg beruflicher Fortbildung.
Wenn es nicht zu unverhofft und heftig kommt, versuche ich mittlerweile erstmal rauszukriegen : Was genau ist die Kritik ? - Hört sich so selbstverständlich an, man erlebt aber einige Überraschungen beim genauen Nachfragen...
Und (- auch wenn es sich ätzend psychomäßig anhört - ) ich versuche erstmal zurückzustellen, welche Wunden der "Angriff" bei mir verursacht und überlege, was gerade bei dem anderen abgeht - ist er enttäuscht, ängstlich..... ? Dann ist es leichter, nicht alles persönlich zu nehmen...
Ich hab da mit den Jahren auch dazugelernt (hoffe ich jedenfalls). Hatte z.B. auch mal ein berufliches Coaching, bei dem ich gelernt habe, eine sich ständig wiederholende Streit-Situation mit meinem damaligen Chef zu vermeiden (in diesem Fall positiv gemeint), indem ich nicht mehr bereitwillig auf die Provokation eingestiegen bin sondern mich auf 'die Sache' konzentriert hab.

In beruflichen Auseinadersetzungen fällt mir häufig auf, dass die Kritik an der Sache leider zu oft 'persönlich' genommen wird. Was ich zwar nachvollziehen kann, aber eigentlich ziemlich nervig finde.

Da ich mich, wie gesagt, in einer Beziehung nicht sonderlich gern streite (was ich unterscheide von "sich mit etwas auseinandersetzen", "Meinungsverschiedenheiten austragen"), versuche ich bestimmten Streit-Anlässen - wie z.B. Rauchen - von vornherein aus dem Weg zu gehen.
 
Beiträge
3.855
Likes
53
  • #23
AW: Wie fühlt sich Streit an ?

Bezüglich Waffen:
Zitat von SineNomine:
Hmm, mit "sich behaupten" hat das eher weniger zu tun. Eher schon damit den eigenen Standpunkt nicht ausreichend gut zu vertreten.
Also wenn ich das recht verstehe, dann "Waffen" nicht als Angriffs- und Niedermetzel-Werkzeug, sondern so im Sinne von "gutes Werkzeug und solides Material". Ja, klar. Für dicke Bretter muss der Bohrer scharf sein und der Hammerkopf fest auf dem Stiel sitzen. ;-)
 
Beiträge
545
Likes
1
  • #24
AW: Wie fühlt sich Streit an ?

Zitat von Schreiberin:
[...], aber manchmal habe ich schon den Eindruck, dass es bei vielen Männern schnell um existenzielle Dinge geht und dann wird gekämpft bis aufs Blut.... und nach mühevoller Klärung beim nächsten Mal das gleiche Spiel von vorne..

Ich glaube, das ist im Kern nicht unbedingt ein sonderlich geschlechtspezifisches Problem, lediglich die Art des "Kampfes" --- er laut brüllend, sie laut schluchzend und heulend --- ist durch das jeweilige Geschlehct geprägt.

Die Ursache ist in meinen Augen ziemlich offensichtlich: Wer sich selbst nicht genug vertraut um sicher zu sein, dass die eigene Meinung im Fall der Fälle, dann wenn es wirklich wichtig ist, nicht ungehört untergeht, die oder der muss bei jedem noch so kleinen und nichtigen Anlass das volle Streitprogramm auffahren. Wer sich hingegen sicher ist, dass die eigene Meinung an den Stellen, an denen es ihr oder ihm wirklich etwas bedeutet auch gehört werden wird kann an allen anderen Stellen auch gut mal zurückstecken und muss weder sich noch der Umgebung irgendetwas beweisen.
 
Beiträge
588
Likes
41
  • #25
AW: Wie fühlt sich Streit an ?

Interessantes Thema.

Früher habe ich Streiten immer als eine Art „Kampf“ angesehen. Es ging um Gewinn und Verlust, um Recht und Unrecht, um Du machst was ich will oder Pech gehabt. Heute hat sich das bei mir sehr verändert. ( zum Glück) Ich sehe es nicht mehr als Kampf an, sondern als eine Art von „Bereicherung“. Dabei kommt es mir natürlich auch auf mein Gegenüber an und auf das Thema, um was es geht.

Ich erlebe es meistens so, dass die Kommunikationsebene und das Zuhören bzw. Hinhören das große Problem ist. Es wird oft bei einem Streit aneinander vorbei geredet. Jeder versteht etwas anderes unter einem bestimmten Begriff oder Handlung, weil er/sie ein anderes Bild von „ sein Erlebten“ im Kopf hat und somit anfängt, rein zu interpretieren, ohne dem anderen dann noch wirklich zu zuhören. Es geht ums Zuhören und nicht um „sein eigenes“ rein zu interpretieren bzw. was man hören will. Es wird meistens auch nicht konkret Nachgefragt, was derjenige jetzt genau meint und fühlt. Denn jeder hat ja „sein Bild“ im Kopf und meint, man versteht den anderen ja. Ich weiß jetzt um die Unterschiede zwischen der Sachebene und Emotionsebene. Ich bekomme den „Wechsel“ der Ebene schnell mit. Ich habe gelernt konkret Nachzufragen, zu Zuhören und kann inzwischen „raus hören“, ob es noch um das Thema geht oder wir vom Thema abgekommen sind. Ich bin dadurch viel gelassener und ruhiger geworden. Ich kann jetzt gut auf der „Sachebene“ streiten. Enorm wichtig ist deshalb Zuhören, besser gesagt Hinhören. ;O) für mich. Ich merke jedoch, dass viele Menschen sofort auf die Emotionsebene gehen. Manchmal springt bei mir noch mein „Motor Kampf“ an, doch das darf dann auch mal sein.

Ich merke bei mir, wenn mal besonders starke Emotionen hochkommen, dass bei mir irgendwas „schief“ läuft. Ich breche jetzt meistens den Streit ab und teile dies auch so mit und fahre mich erstmal runter. Das hilft mir. Dann kann ich für mich alleine schimpfen und mich dann sammeln. Nach einer Weile überlege ich dann, um was es eigentlich wirklich geht und bitte dann um Fortführung des Gesprächs. (Vorausgesetzt der andere will noch)Des Weiteren versetze ich mich auch in mein Gegenüber, um ihn zu verstehen. Und ich habe gelernt, mich zu entschuldigen wenn nötig und das es dann auch gut ist. Das können viele auch nicht. Sie haben das Gefühl, bevor sie sich entschuldigen, sterben sie lieber. Schade eigentlich, denn jeder macht doch Fehler. Ist nicht schön, jedoch nicht vermeidbar. Auch das habe ich gelernt und muss es immer wieder tun. Für mich fühlt sich streiten dadurch heute „besser“ an, wenn ich es so bezeichnen sollte.
 
Beiträge
3.935
Likes
266
  • #26
AW: Wie fühlt sich Streit an ?

Zitat von Andre:

Dass es nicht unbedingt um den Streitgegenstand geht, der irgendwie zu regeln ist, sondern dann eher darum, bloß keine Schwäche zu zeigen, unbedingt zu zu gewinnen - weil man sonst "sein Gesicht verliert" , seine Daseinsberechtigung als Mann, der alles regelt und alles im Griff hat....
 
Beiträge
3.935
Likes
266
  • #27
AW: Wie fühlt sich Streit an ?

Zitat von SineNomine:
Ich glaube, das ist im Kern nicht unbedingt ein sonderlich geschlechtspezifisches Problem, lediglich die Art des "Kampfes" --- er laut brüllend, sie laut schluchzend und heulend --- ist durch das jeweilige Geschlehct geprägt.

Das ist interessant, dass du die "emotionale" Reaktion der Frauen auch als eine Art "Kampf" betrachtest. Mir kommt aber gerade die Idee, dass es dann vielleicht ein- und derselbe Kampf aus sehr verschiedenen Blickwinkeln ist : zum einen wird der Fehde-Handschuh aufgenommen ("ich kämpfe und schlage zurück") , zum anderen bricht die (auch überzogene)Verzweiflung im Angesicht des Schlachtfelds aus ("oh nein, er liebt mich nicht, die Harmonie ist weg, was hab ich falsch gemacht ??"). Aber vielleicht sollte ich mich mal von der Mann-Frau-Schiene lösen und es neutraler als zwei verschiede Handlungsstile sehen..

Zitat von SineNomine:
Die Ursache ist in meinen Augen ziemlich offensichtlich: Wer sich selbst nicht genug vertraut um sicher zu sein, dass die eigene Meinung im Fall der Fälle, dann wenn es wirklich wichtig ist, nicht ungehört untergeht, die oder der muss bei jedem noch so kleinen und nichtigen Anlass das volle Streitprogramm auffahren. Wer sich hingegen sicher ist, dass die eigene Meinung an den Stellen, an denen es ihr oder ihm wirklich etwas bedeutet auch gehört werden wird kann an allen anderen Stellen auch gut mal zurückstecken und muss weder sich noch der Umgebung irgendetwas beweisen.

Ich glaube, wenn es richtig zur Sache geht, geht es viel tiefer als nur um die Meinung, die gehört werden soll. Im übertragenen Sinne eher darum "Werde ich gesehen ??"
 
Beiträge
545
Likes
1
  • #28
AW: Wie fühlt sich Streit an ?

Zitat von Schreiberin:
Das ist interessant, dass du die "emotionale" Reaktion der Frauen auch als eine Art "Kampf" betrachtest.

Hälst Du den brüllend Mann für im Zweifel weniger emotional? Und glaubst Du, er würde brüllen oder sie heulen, wenn das regelmäßig schlechte "Waffen", wenig erfolgreiche Mittel, zur Durchsetzung der vermeintlichen eigenen Interessen wären?
Wir streiten wie wir streiten, weil wir damit unsere Ziele --- egal ob Durchsetzung der eigenen Position koste es was es wolle, Konsensfindung oder was auch immer --- in der Vergangenheit leidlich gut durchgesetzt haben, besser jedenfalls als mit möglichen Alternativen. Wenn er also sofort losbrüllt dann nicht (nur) weil er cholerisch ist und wenn sie beim kleinsten Anlass sofort losheult dann nicht (nur) weil sie so nah am Wasser gebaut ist, sondern immer zumindest auch, weil das eben oftmals recht gut funktioniert. Und wenn ich betont sachlich streite, dann sicher auch deshalb, weil für mich auch das vielfach gut funktioniert hat.


Zitat von Schreiberin:
Aber vielleicht sollte ich mich mal von der Mann-Frau-Schiene lösen und es neutraler als zwei verschiede Handlungsstile sehen..

Ich denke ja. Wie Du ja richtig schreibst geht es auch immer darum, dass wir uns mit unserer Position und mit unseren Emotionen wahrgenommen fühlen wollen, dass wir gesehen werden wollen. Das ist bei Männern nicht anders als bei Frauen, nur die Methoden mit denen wir, wenn wir denn gerade klischeehaft "typisch Mann" oder "typisch Frau" agieren, arbeiten sind mitunter andere.
 
Beiträge
588
Likes
41
  • #29
AW: Wie fühlt sich Streit an ?

Zitat von Schreiberin:
Okay. :)))


Auf den ersten Blick vielleicht ja. Ein Unterschied wäre aber : Sagen wir mal, zwei haben extrem unterschiedliche Freizeitvorstellungen - so schlimm, dass sie sich irgendwann DESHALB trennen (ein bisschen konstruiert, ich weiß) . Anders wäre aber : Sie haben extrem unterschiedliche Freizeitvorstellungen, die sie EIGENTLICH hätten unter einen Hut kriegen können. Da sie aber null fähig sind, sich "vernünftig" zu streiten/auseinandersetzen, kommen sie zu keiner Lösung, sondern verletzen sich ständig und fühlen sich unverstanden - dann trennen sie sich letztendlich DESHALB und nicht wegen des Inhalts. Naja, blödes Beispiel... Aber ich hoffe, der Unterschied ist deutlich..


Das ist ein gutes Beispiel, wo ein "verdecktes" Thema eine Rolle spielt. Es geht um eigentlich etwas anderes, nicht um den Inhalt Freizeitvorstellung. Das spielt sich meistens unbewusst ab. Bewusst ist erstmal nur, dass man sich deswegen trennen will. Bewusst wird dadurch auch, wie blöd das eigentlich ist. Doch dadurch könnte es sich lohnen, mal eine Weile auf Abstand zu gehen, um zu gucken, was das eigentliche Thema sein könnte, ggf. mit einem Coach.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Beiträge
3.935
Likes
266
  • #30
AW: Wie fühlt sich Streit an ?

Zitat von SineNomine:
Wir streiten wie wir streiten, weil wir damit unsere Ziele --- egal ob Durchsetzung der eigenen Position koste es was es wolle, Konsensfindung oder was auch immer --- in der Vergangenheit leidlich gut durchgesetzt haben, besser jedenfalls als mit möglichen Alternativen.

.

Da bin ich mir nicht so sicher. Ich glaube, vieles haben wir einfach so "gelernt" und das Schema wird stumpf durchgezogen. Und wenn es nicht funktioniert liegt es daran "weil Streit eben unangenehm ist" oder "der andere nicht streiten kann".
Das wird immer frappierend deutlich, wenn man einen heftigen Streit, der eskaliert ist, nachträglich analysiert und darüber spricht, was man denn STATTDESSEN sagen oder tun hätte können - da merkt man dann, wie eng und eingleisig die Abläufe oft sind...