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  • #31
AW: Wenn Ihr einen Partner finden würdet...

@Jorge:
Dem mittleren Absatz Deines Beitrags stimme ich uneingeschränkt zu. Für eine dauerhafte Beziehung muss man sich bewusst, rational und vom Kopf her entscheiden, und damit für Verbindlichkeit, Kontinuität und Exklusivität. Das klingt erstmal nicht so richtig sexy ;-). Aber es wird der Beziehung den A*** retten, wenn die Schmetterlinge flügellahm werden.
Aber: Ich werde nicht erst einmalig dadurch, dass eine andere Person mich im Rahmen einer Beziehung dazu macht. Ich muss mich den AGB 's unterwerfen, wo auch immer ich mitmischen will. Regeln können infrage gestellt und Grenzen ausgetestet werden. Ab
er ansonsten kann ich auch dort mehr sein als eine unter vielen. Und ich kann damit durchkommen oder grandios vor die Wand fahren. Vielleicht muss ich mir sogar am Ende eingestehen: Der Erfolg hätte sich schneller eingestellt, das Ergebnis wäre besser, der Kraftaufwand geringer gewesen, wenn ich mich innerhalb des Systems regelkonform verhalten hätte. Schließlich sind die Regeln zu meinem Besten von Leuten gemacht, die sich auskennen. Hätte ich doch bloß die Profiberatung in Anspruch genommen! Aber ich kann mich immer auf die eine oder andere Art entziehen und individuell positionieren.
Aber zurück zum Thema: Teilt man sich mit, wenn man einen Partner gefunden hat, und iwenn ja, wo und wie. Du hast die Frage für Dich schon beantwortet, indem Du es getan hast. Du kannst aber gerne noch was zu Deinen Motiven sagen, wenn Du magst.
Ich hab die Frage nur im praktischen Sinne beantwortet (Sofortmaßnahmen auf Parship). Also, ich kann den Impuls verstehen und verspüre den auch selbst. Ich habe es beim letzten Mal nicht gemacht und war froh drüber, als es schief gegangen ist. Ich würde es beim nächsten Mal wieder lassen. Denn im Schadensfall reagieren die Buschtrommeln träger als die Titanic vorm Eisberg: zwei Monate Spaß haben, ein Jahr peinliche Erklärungen, wo der kleine nette Mann mit dem tollen Tatoo und den wenigen Haaren geblieben ist. Ach nee...Aber der Hauptgrund ist: Glück ist immer nur jetzt, in diesem Moment. Und da ist es meins.Außerdem hat es viel von einem Schmetterling: Wenn ich still halte und leise bin, bleibt es vielleicht ein bißchen länger.
 
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winzling_geloescht

  • #32
AW: Wenn Ihr einen Partner finden würdet...

Zitat von Claudi:
@winzling:
Natürlich ist nicht die Verkündung des eigenen Glücks unsensibel, sondern wenn ich wissentlich bei jemandem damit Salz in eine vorhandene Wunde streue. Die Betonung liegt auf: Ich gehe davon aus, dass die Person so empfindet. Nimm mal das Beispiel mit dem abgewiesenen Dating Partner,das ist recht eindeutig.

Ich glaube nicht, dass jemand, der sich hier als gefunden habend "outet", bei jemandem Salz in irgendwelche Wunden streuen will. Selbstdarstellung und Posing schließe ich bei derartigen Dingen hier nicht aus, das fällt aber in eine ganz andere Rubrik. Dein Beispiel mit dem abgewiesenen Date-Partner? Schriebst du da nicht, das wär schon geklärt gewesen? Er wollte, du nicht, oder? Im Gegensatz zum Forum handelt es sich bei ihm um eine ganz konkrete Person A, die du darüber informiert hättest, dass eine ganz konkrete Person B (Claudi) einer ganz konkreten Person C (dein neuer Partner) den Vorzug gegeben hat und es B und C jetzt ausgesprochen gutgeht. Mit welchem Ziel?

Zitat von Claudi:
Das "böse Spiel" kam von Dir, den Begriff hatte ich bewusst vermieden. Ich habe "gute Mine" verwendet um auszudrücken, dass sich ein Gefühl mehr im Gesicht, im Kopf abspielt als im Herzen.

Eben. Wenn jemand (sehr frühzeitig?) gelernt hat, dass Neid und Missgunst ja was ganz Schlimmes sind, was es zu verbergen gilt und wozu er/sie nicht stehen darf. Lächle und sei lieb zur ständig an dir rumnörgelnden Tante, wir wollen erben. Während du im realen Leben vorgetäuschte Gefühle ganz schnell erkennen kannst, bist du hier diesbezüglich völlig aufgeschmissen. Irgendjemand schreibt irgendwas, es kann stimmen oder auch nicht.

"Gute Mine zu bösem Spiel machen", den Spruch kennt jeder. Du vermeidest bewusst das "böse Spiel", obwohl es genau dein Empfinden trifft. Warum? Wenn du so empfindest, dann kannst du es auch (mit Augenmaß) so sagen oder schreiben. Wer da etwas nicht versteht, kann nachfragen. Eine andere Möglichkeit gibt es hier nicht.


Zitat von Claudi:
Zum Thema "Was hat Partnersuche mit einem Wettbewerb zutun" findest Du ganz viel am Anfang des Opportunitätskosten Threads. Leider viel, wie man beim Online Dating lernt. Ich will da eigentlich nicht mitmachen. Da bin ich Memme.
Mit Spiel hat die ernsthafte Partnersuche nichts zutun? Das sehe ich anders. Leider geht das Spielerische und Leichte, was uns die Dates wirklich erleichtern könnte, nirgendwo schneller den Bach runter als in einem Wettbewerb unter Zeitdruck.

Mit den "Opportunitätskosten" hab ich in diesem Zusammenhang hier ein Problem, aber ich verstehe bzw. glaube verstanden zu haben, worum es geht. Das Wettbewerbsempfinden könnte ich nachvollziehen, wenn für alle auf Parship suchenden Frauen nur ein einziger Mann zu haben wär, den all diese Frauen heiß begehrten. In diesem Fall, liebe Claudi, würd ich versuchen, einen Platz in der ersten Reihe auf der Tribüne zu bekommen, weil ich den Beobachtungsposten richtig spannend fänd.

Dein Empfinden des Verlierens hier bei No_Kitty und Jorge könnte ich auch absolut nachvollziehen, wenn ihr beide wochenlang um Jorge geworben hättet, es also so etwas wie eine sportliche Note bekäme, und plötzlich siehst du ihn mit No-Kitty schmusen. Da zieht ja No_Kitty sozusagen grußlos an dir vorbei und schnappt ihn dir weg. Ich geh aber davon aus, dass du weder Jorge noch No_Kitty kennst, sie also nichts hat, worum ihr beide euch bemüht habt und was du halt auch gern gehabt hättest.

Natürlich hat ernsthafte Partnersuche beim Werben um eine ganz bestimmte Person auch immer etwas mit Spiel zu tun. Geworben im Sinne von Flirt und Spiel wird doch aber bei der Online-Suche (und um die geht es hier) noch nicht mit einer schlichten Kontaktanfrage an einen noch völlig fremden Menschen, der sich womöglich in seinem Profil mehr seinen Wünschen als der Wirklichkeit entsprechend dargestellt hat. Da muss man doch erst mal schauen, ob man überhaupt werben möchte, sprich erstes Date ist unabdingbar und dann macht der Körper eh, was er will und kann auch nicht großartig überlistet werden. Man schwingt sich ein oder eben nicht, das Spiel des Werbens beginnt oder es fängt gar nicht erst an.
 
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  • #33
AW: Wenn Ihr einen Partner finden würdet...

Zitat von Claudi:
@no_kitty:
Keine weiteren Fragen, Euer Ehren ;-). Es geht mir nach wie vor um das Ausloten gefühlsmäßiger Nuancen neben dem Hauptgefühl "Freude".

Hmmh, claudi, so bierernst hatte ich es gar nicht gemeint? Ich wollte nur schauen, ob es Aspekte beim Ausloten gibt, wo ich beisteuern kann. Und wenn es eine so gute Frage ist, möchte ich doch auch gerne unterstützen.
Mir hilft ja auch in solchen Situationen, wenn meine Gefühlswelt eben nicht ganz so gut ist, wie mensch das meint haben zu müssen, dass ich mir sage: alle Gefühle sind nur Gefühle. Und alle haben ihren Zweck, sind an sich nicht 'schlecht'.
Manchmal haben die negativen Anteile auch den Sinn, mich sensibler dafür zu machen, was bei mir noch so im Untegrund los ist. Die helfen mir als Indikator.
HTH ?
No_Kitty
 
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  • #34
AW: Wenn Ihr einen Partner finden würdet...

Zitat von Claudi:
@Jorge:
Aber zurück zum Thema: Teilt man sich mit, wenn man einen Partner gefunden hat, und iwenn ja, wo und wie. Du hast die Frage für Dich schon beantwortet, indem Du es getan hast. Du kannst aber gerne noch was zu Deinen Motiven sagen, wenn Du magst.

@ claudi: Stimmt, Deine Ausgangsfrage habe ich mit einem klaren JA beantwortet. Und meine Motive sind vermutlich eine Mischung mehrerer Motive, wobei ich mir einem Teil der Beweggründe möglicherweise nicht einmal bewußt bin.

Es gibt gute - rationale - Argumente gegen die Veröffentlichung. Nachdem meine Partnerin sich geoutet hat, haben wir in der kurzen Zeit bereits mindestens zwei Beiträge hier, wo uns als Paar "automatisch" unterstellt wird, dass wir eine gemeinsame Meinung haben. Mal abgesehen davon, dass es dann deutsch korrekt Unser-ung heissen müsste; NEIN. Sie hat den Opportunitätskostenthread eröffnet und ich den Einjahresthread. Und wir sind immer noch zwei eigenständige Persönlichkeiten und nicht selten eben nicht einer Mein-ung.

Du hast erlebt, dass die Schadensfreude im Sinne von - hab ich Dir ja gleich gesagt - hier von einzelnen UserInnen klar zum Ausdruck gebracht und warst froh nicht veröffentlich zu haben, als es nach zwei Monaten schief ging. Ja, es gibt keine Garantien und was heute funktioniert, kann in zwei Monaten / Jahren schief gehen. Als Teil einer Partnerschaft kann ich immer nur daran arbeiten und mich stetig um diese Partnerschaft bemühen.

Ich habe vor knapp zwanzig Jahren als alleinerziehender Vater mit drei Kindern erlebt, wie hilfreich ein gutes Forum sein kann. Das Portal hiess papa.com. Hier trafen sich die Väter mit Kindern und wir waren Exoten; schließlich gehörten die Kinder per definitionem in 99 Prozent der Fälle zur Mutter und nicht zum Vater - wo gibt´s denn sowas?.

Der Austausch war so gut, dass ich für meine ganz persönliche Situation besser informiert war als mein Jurist / das Jugendamt usw. Den zweiten Effekt dieser Art hatte ich bei meinem ersten Versuch mit parship vor ca. 10 Jahren. All die klasse Frauen, die mir im realen Leben nicht über den Weg liefen, waren plötzlich in "meinem Körbchen". Und ich hatte in sechs Monaten 12 wirklich gute Blind-Dates und die Treffen mit den Damen waren durch die Bank gut.

Ich habe in dieser Zeit gelernt - und es gab noch kein Forum, auch keine Fotos! - viel über mich, über mein eigenes Verhalten in einer Beziehung ... weil ich mich ausgetauscht habe, weil ich riskiert habe mich zu öffnen. Klar, habe auch ich einige Schrammen davon getragen nur der "Lohn", den ich erhielt wog deutlich schwerer als die zugezogenen "Blessuren". Ich bin kein Autodidakt und lerne am besten im Austausch in der Gruppe.

Parship-Forum ist für mich eine faszinierende Möglichkeit des Austausches und der funktioniert letztlich nur dann, wenn ich wie viele andere auch Input gebe. Die Position des Bedenkenträgers, Sezierers, Bewerters ist doch so einfach, wenn wir ehrlich sind. Die Position desjenigen bzw. derjenigen, der / die sich mit eigenen Meinungen, Ansichten outet und riskiert dafür "Gegenwind" zu erhalten ist die wirklich interessante. Und ich freue mich sehr, dass gerade aktuell wieder viele Schreiber und Schreiberinnen sich trauen diese initiative Rolle zu übernehmen. Das macht dieses Forum spannend, dynamisch, attraktiv.

Und ich teile hier Freitags Ansicht voll und ganz. Wenn wir nicht hier ehrlich miteinander sein wollen und offen über unseren jeweiliges "Gefühlscoctail" reden wollen, wo bitte dann?

Mein Grundmotiv ist Neugierde, Lernen und diese Neugierde und dieses Lernen mit anderen zu teilen im Sinne von Geben und Nehmen. Dafür riskiere ich Blessuren, weil ich gelernt habe, dass ich so am Besten wachsen und mich entwickeln kann.

LG Jorge
 
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  • #35
AW: Wenn Ihr einen Partner finden würdet...

@winzling:
Ich habe noch ein Beispiel, wie das Paarglück anderer für jemanden schmerzhaft sein kann, ohne konkrete/bekannte Person: Ich kenne einen Mann, der muss gerade die Agonie seiner Ehe durchleben. Das volle Programm: wer zieht aus oder nicht, man landet nochmal im Bett, am nächsten Tag wieder eisige Stimmung usw. Dieser Mann ist beruflich oft auf Hochzeiten unterwegs. Er sagt, dass es für ihn sehr schmerzhaft ist, die verliebten Blicke zu sehen, die euphorischen Reden zu hören und das Ganze. Würdest Du da sagen "Wieso, das ist doch süß! Ist doch toll, wenn sich zwei gefunden haben. Warum freut er sich denn nicht mit"?

Danke für: "Wenn jemand (sehr frühzeitig?) gelernt hat, dass Neid und Missgunst ja was ganz Schlimmes sind, was es zu verbergen gilt und wozu er/sie nicht stehen darf."
Das meine ich ja. Du weißt es wenigstens und traust Dich, das mal ausprechen. Das haben wir grundsätzlich alle gelernt, wage ich mal zu behaupten. Jedenfalls, wenn sich irgendjemand mal Mühe gegeben hat, uns zu erziehen. Und wie gehst Du damit um? Offensichtlich kennst Du sie ja auch, die "kleinen miesen" Gefühle.

"Gute Mine zu bösem Spiel machen", den Spruch kennt jeder, da hast Du recht. Mea culpa, dass ich ihn "nur halb" verwendet und damit bei Dir für Verwirrug gesorgt habe. Dann nehmen wir ein anderes Bild für das, was ich meinte: "erhobenen Hauptes". Besser? Es sieht nach außen besser aus als es sich innen anfühlt. Es hat nichts damit zutun, dass das Ereignis an sich (zwei die sich gefunden haben) "böse" ist. Wird es so klarer?


Und das hier mag ich am liebsten an Deinem post:
"...wenn für alle auf Parship suchenden Frauen nur ein einziger Mann zu haben wär, den all diese Frauen heiß begehrten. In diesem Fall, liebe Claudi, würd ich versuchen, einen Platz in der ersten Reihe auf der Tribüne zu bekommen, weil ich den Beobachtungsposten richtig spannend fänd.!"
Na also, da hast Du doch auch Deine ganz persönliche Wettbewbs-Verweigerungs-Strategie. Abgrenzung. "Ich will nicht das machen, was hier alle machen." Und dann findet sich immer jemand, der Dir die Standard Antwort gibt: "Ach komm. Musst Du aber, wenn Du Erfolg haben willst. Stell Dich nicht so an. Das was Dir passiert ist, haben wir alle auch hinter uns, das i normal, da bist Du nichts Besonderes. Man gewöhnt sich dran, echt!"
Meine Individualisiesmaßnahme war eben, mein Profil zu löschen. Hoch erhobenen Hauptes ;-). Und es bleibt abzuwarten, ob das jetzt im Hinblick auf erfolgreiche Partnersuche so eine tolle, zielführende Idee war...

Mein Empfinden des "Verlierens" ist vielleicht auch wieder ein sprachlicher Schnitzer. Ersetze mal "Verliererin" durch "Spielverderberin". Besser?

Spielen erst, wenn Du weist, "ob es sich lohnt"? Finde ich nicht. Du kannst mal mit was Spielerischem, Lustigem bei einer Anfrage in Vorleistung gehen. Riskierst natürlich, dass der Deinen Humor nicht versteht (aber dann ist er ja vielleicht auch nicht der Richtige).
 
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winzling_geloescht

  • #36
AW: Wenn Ihr einen Partner finden würdet...

Claudi, ich hab den Eindruck, irgendetwas in dir verweigert sich dem, was ich dir rüberbringen will. Vielleicht schaust du da mal etwas genauer drauf, warum das so ist (wenn es so ist).

Dein Bekannter befindet sich gerade in einer akuten Krise, seine Liebe geht grad den Bach runter und seine Seele leidet. Da ist noch nicht mal die räumliche Trennung vollzogen. Er kann (Betonung auf "kann") noch gar nicht abgeschlossen haben, die Trauerarbeit fängt ja grad erst an für ihn. In der Phase des Schmerzes fühlen wir doch ganz anders, als danach. Würdest du ihm empfehlen, sich jetzt nach einer neuen Partnerin umzusehen. Sollte er sich vielleicht nächste Woche mal bei Parship anmelden? Hieltest du das für gut? Ich gehe jetzt davon aus, dass du ihm raten würdest, da mal noch zu warten und diesen Schritt erst zu wagen, wenn er seine noch-Partnerin losgelassen hat und damit durch ist. Da hättest du meine volle Zustimmung.

Vielleicht fragst du ihn dann noch einmal, also wenn er wieder ganz bei sich selbst angekommen ist, ob ihn der Anblick glücklicher Paare noch immer schmerzt. Und ich meine, wenn Neid und Missgunst kein markanter Wesenszug von dir sind, der dir im Laufe deiner Kindheit eingepflanzt wurde, wenn du dich also bei anderen Dingen gut mitfreuen kannst für einen anderen, dann könnte es gut sein, dass du dich und deine derzeitige Gefühlswelt genauer unter die Lupe nimmst und hinterfragst, ob du deine vergangene Beziehung wirklich schon verarbeitet hast. Und in diesem Zusammenhang dann halt auch, ob es jetzt wirklich schon ein guter Zeitpunkt ist, einen neuen Partner zu suchen. Oder ob da noch was offen ist, was du nicht loslassen kannst, die Wunde noch zu frisch, um keinen Schmerz mehr zu empfinden, wenn da einer mal versehentlich drantippt.

Natürlich haben wir alle gelernt, uns zu verstellen, wenn es Vorteile bringt, auf die nicht verzichtet werden will/kann/soll oder zumindest doch allgemeine soziale Anerkennung bringt/Konflikte vermeidet. Ein Kind hat da keine große Wahl, je nachdem, welche Wahl die Erziehenden für ihre Methoden treffen. Aber als Erwachsener hat man die Wahl. Man kann sich entscheiden, ob man den Mustern seiner Erzieher folgen möchte oder sich neue strickt, mit denen es einem besser geht. Mit den daraus sich ergebenden Konsequenzen natürlich, man erbt dann nix von der Tante, deren verbale Entgleisungen man sich verbittet, die allgemeine soziale Anerkennung gestaltet sich auch sehr spannend, denn man muss in Konflikte reingehen. Dem einen geht's auf die eine Art gut, dem anderen halt auf die andere. Wie es dem Einzelnen nun am besten geht, dass muss er schon selbst gucken und leben. Mit meinen kleinen, miesen Gefühlen geh ich sehr offen um, ich sag das dann schon, wenn ich sie wahrnehme :-D

Dein "erhobenen Hauptes" find ich fast noch schlimmer, sei nicht sauer. Ist auch ganz was anderes als "gute Mine zu bösem Spiel machen", für mein Verständnis jedenfalls. Macht aber nichts, dein Verständnis ist halt ein anderes. Dennoch noch mal ganz direkt: Wenn du dich klein und mickrig und hilflos und grad von aller Welt (nämlich deinem Partner) verlassen und wütend und was-weiß-ich-noch-alles fühlst (wie dein Bekannter wohl), dann ist es okay, wenn du dich verkriechst, dein Leid spüren und dem Schmerz freien Lauf lassen möchtest, zu kraftlos bist, um dein Haupt zu erheben. Sich einmal (Betonung auf "ein") hemmungslos zu betrinken gehört dazu, frag No_Kitty, sie kann's dir bestätigen. In dieser Phase fehlt einfach die Kraft für ein "erhobenes Haupt" und auch für die "gute Mine zu bösem Spiel", sämtliche noch zur Verfügung stehende Energie geht ja für die eigene Person zur Rettung aus große Not drauf. Mit der Heilung kommt die Kraft, die dann auch irgendwann wieder für andere mitreichen bzw. welche man aus der gemeinsamen Freude (neben der Hoffnung für sich selbst) auch schöpfen kann. Die Wunde ist verheilt, die Narbe bleibt, schmerzt aber nicht mehr, wenn einer drantippt. Was also tut da bei dir weh, noch Wunde, frische Narbe, schlecht verheilende Narbe?

Wettbewerbe müssen für mich in erster Linie Herausforderung und Spaß beinhalten. Von beidem hätte ich auf meinem Beobachtungsposten wesentlich mehr, der Zugewinn an Erkenntnissen wär ein Ziel, solche Prognosen machen Spaß, der Mann wär völlig unwichtig. Männer gibt es nun wirklich nicht zu knapp und es ist kein Privileg, einen zu haben. Ich spiele weder Lotto, noch sammle ich irgendwelche Pünktchens, Herzchens oder Meilen oder sonstwas. Da verweigere ich mich, das hast du gut erkannt.

Spielverderberin besser als Verliererin? Könnte sein, wenn du es auf deins beziehst. Du verdirbst keinem sein Spiel, außer dir selbst. Und ja, wenn sich das Spiel der Werbung nicht lohnt, dann weißt du das und dann funktioniert es auch nicht. Der erste Scan dauert ja - wenn überhaupt - nur Sekunden, du nimmst unbewusst wahr und reagierst unbewusst, Stimme, Bewegung, Mimik, Gestik des Gegenübers, auf die dein Körper ganz fix reagiert. Einiges kannst du bei entsprechender Selbstkontrolle beeinflussen, aber du spielst schon, bevor du das überhaupt selbst wahrnimmst, und dann erst kannst du einiges bewusst steuern, aber auch nicht alles. Inhalte von Gesagtem nimmst du erst viel später auf, da ist das Spiel schon längst in Gang, ob du willst oder nicht ;o)

Versteht jemand meinen Humor nicht, wird auch nicht gespielt. Beziehung also ausgeschlossen, ein dennoch gutes Verhältnis zueinander durchaus möglich. Ich geb mir ja Mühe und bereite mich auf jeden zu erwartenden Smalltalk gut bis akribisch vor, wenn es mir wichtig ist.
Ist bissl lang geworden, der Beitrag, 'tschuldigung dafür, aber ich hoffe, mich dir verständlich gemacht zu haben. Alles Gute!
 
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  • #37
AW: Wenn Ihr einen Partner finden würdet...

Zitat von winzling:
...... Sich einmal (Betonung auf "ein") hemmungslos zu betrinken gehört dazu, frag No_Kitty, sie kann's dir bestätigen.
Ja, tue ich dann mal ganz schnell. Wunden lecken muss sein. Manchmal auch mit einem grandiosem Besäufnis.
No risk, no fun. Die Möglichkeit/Wahrscheinlichkeit der Verletzung ist damit verbunden, dass es die Chance auf Glück gibt. Zu der Gefühlspalette gehören eben alle Gefühle.
Auch von mir alles Gute für dich, claudi
No_Kitty
 
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  • #38
AW: Wenn Ihr einen Partner finden würdet...

@winzling:
Ich bin ja schon sehr wählerisch mit Einladungen, in meinem Seerosenteich zu baden, mit dem letzten Beitrag hier hast du schon wieder eine verdient ;o)

LG No_Kitty
 
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  • #39
AW: Wenn Ihr einen Partner finden würdet...

@winzling:
Dem Bekannten würde ich nicht empfehlen, sich bei Parship anzumelden. Ich würde ihm eher empfehlen, sich wieder abzumelden ;-). Ich hab ihn nämlich über Parship kennengelernt. Er sagt ganz klar. "Ich bin nicht bereit für eine neue Partnerschaft, noch lange nicht. Ich will meine Frau zurück, aber irgendwie ist zu viel zerbrochen." Er sagt aber auch: "Die verliebten Paare zu sehen, schmerzt mich."
Man kann nicht wissen, in welcher Situation die Leute sind, die hier bei Parship sind, im Forum lesen oder schreiben. Ich würde aber, da es nicht das Forum der Kleingartenkolonie Rosenblüte ist, sondern das Parship Forum, davon ausgehen, dass hier viele Leute sind, die gerade mit Schmerz zu kämpfen haben, der irgendwie mit Partnerschaft und Partnersuche zutun hat. Und ich finde es nicht so abwegig, sich Gedanken zu machen, dass die Reaktionen auf Erfolgsgeschichten anderer vielleicht nicht nur reine Freude sein könnte.
Bemerkenswerter Weise begegnen mir im richtigen Leben viele Leute, die das sofort antizipieren. Ich habe als Singlefrau mehrfach Männer durch die akute Alleinsei-Phase (die bei Männern ja statistisch kürzer ist als bei Frauen) begleitet (Wochenendbetreuung, nächtliche Telefonate etc.), bis sie wieder eine Partnerin gefunden hatten. Die waren erstaunlich vorsichtig und rücksichtsvoll, wenn es darum ging, mir ihre Erfolgsgeschichten zu erzählen. Weil sie ja wussten, dass ich auch jemanden suche und die Erinnerung daran, wie schlecht es ihnen alleine ging ja noch ganz frisch war. Das fand ich sympthisch, und es hat mich bei Männern überrascht, so viel Fingerspitzengefühl. Hätte eher gedacht, das sei so ein Frauending.
Mir geht es übrigens ähnlich, ich habe auch ein bisschen das Gefühl, ich kann mich Dir einfach nicht so verständlich machen, wie ich möchte. Vielleicht liest Du einfach nochmal die Frage am Anfang des Threads. Du kannst einfach sagen "Für mich absolut nicht nachvollziehbar" und dann ist es gut. Mehr will ich echt gar nicht wissen: Wie geht es anderen mit den nicht so angenehmen "Nebengefühlen"? Haben die das auch, oder stehe ich damit alleine auf weiter Flur? Und Beispielgeschichten, die finde ich immr gut
Ein Beispiel habe ich aber noch, ich verspreche auch, es ist der letzte Versuch:
Meine Freundin hat einen Mann auf Parship kennen gelernt. Dessen Tochter war im Ausland. Er hat ihr auf Facebook eine Nachricht geschrieben, in der stand, wie glücklich er mit meiner Freundin ist. Diese Nachricht konnte auch seine Exfrau lesen, von der er seit fünf Jahren getrennt ist, die aber noch keinen neuen Partner hat. Sie hat dann "hoch erhobenen Hauptes" auf Facebook für alle lesbar geantwortet, wie sehr sie sich für ihn freut und dass sie ihm und meiner Freundin alles Gute wünscht. Er hat sich richtige Vorwürfe gemacht, dass er sich nicht besser mit Facebook auskennt, denn er hätte ja auch nur an seine Tochter schreiben können. Ob er seiner Exfrau wirklich wehgetan hat, weiß er nicht, sie sagt es ihm ja nicht. Er schließt aber die Möglichkeit nicht aus, und das lässt ihn wünschen, da etwas anders vorgegangen zu sein.
Schönen Abend Dir!
 
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  • #41
AW: Wenn Ihr einen Partner finden würdet...

@no_kitty:
Ich bin schon total sensibilisiert für meine negativen Anteile, sonst hätte ich ja den thread nicht eröffnet. Dahinter steckt auch die Idee, diese negativen Gefühle wahrzunehmen und damit zu arbeiten. Und dazu muss ich sie erst mal grob einordnen. Dafür ist der thread.
So langsam glaube ich allerdings, ich fühle "chinesisch" oder "weiße Mäuse" oder so ;-). Wären da nicht z.B. diese netten, sesiblen, ehemaligen Single-Männer aus der Antwort an winzling, die ich kenne und die offenbar die "irgendwas daran tut weh"- Erbse durch die zwanzig "Ich freu mich so für Euch"-Matratzen hindurch spüren können.
Wenn Du etwas beitragen möchtest, dann gerne eine Beispielgeschichte. Wie Du mal in Deiner Singlezeit mit einer Erfolgsgeschichte eines anderen Paars umgegangen bist und wie es Dir dabei ging.
 
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  • #42
AW: Wenn Ihr einen Partner finden würdet...

was mich an diesem, obwohl anonymen, forum immer schon gestört hat, dass nichtmal hier negative gefühle "erlaubt" sind.
neid, missgunst, rachsucht, wut, eifersucht... all das ist negativ behaftet. Trotzdem kennt jeder von uns diese gefühle, aber sie werden tabuisiert und totgeschwiegen und dürfen selbst hier nicht zum vorschein kommen. aber wohin sollen diese gefühle denn gehen? verschwinden sie von alleine, wenn man ihnen verbietet, in erscheinung zu treten, geäussert zu werden? wäre schön wenn es so wäre.

ich habe neulich einer sehr lieben freundin, die einige von euch auch kennen, etwas "gebeichtet". ich hatte ein erlebnis, was mich schadenfreudig machte. jemand der mir sehr böses angetan hatte, bekam es "vom schicksal" zurück (salopp gesprochen). klar tat es mir etwas leid, aber nur etwas. in mir überwog aber ganz viel negatives. häme, gedanken so nach dem motto, geschieht der person recht, etc. klar weiss ich dass mein denken nicht ok ist, aber was soll ich machen, wenn es denn doch so ist? witzigerweise wusste diese freundin tatsächlich einen weg, wie man diese miesen gefühle "delegieren" kann. ob der jedoch immer und für jeden gangbar ist, weiss ich nicht, daher gehe ich an dieser stelle auch nicht näher darauf ein.

was ich sagen will: anstatt uns hier gegenseitig zu beweihräuchern was wir alles für nette tolle menschen sind, sollten wir vielleict auch mal in die tiefe gehen, ans eingemachte, und uns damit auseinandersetzen, was so alles an negativem in uns ist und wie man das angehen kann. ehrlichkeit fängt genau da an.indem man ehrlich ist und sagt was man wirklich denkt und fühlt.
 
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  • #43
AW: Wenn Ihr einen Partner finden würdet...

@Jorge:
Ich wollte Euch keineswegs unterstellen, dass ihr immer einer Meinung seid (Ach, das Loriot-Zitat...sorry!). Und es wäre ja in dem Punkt "posten wir das oder nicht" völlig ok, einer Meinung zu sein und sogar die gleichen Motive zu haben. Das ist ja dann nicht "immer" und far from "Doppelwesen". Was ich übrigens gar nicht nur übel finde, eine gesunde Portion emotionale Abhängigkeit stabilisiert die Bezehung ungemein und verhindert das Auseinanderrennen ohne triftigen Grund ;-).

Deine Motive bei der Threaderöffnung waren also Neugier und Lernen. Was wolltest Du denn wissen? Und hätte es dafür nicht ein oder mehrer Fragen bedurft (weißt schon, unbegrenzt Fragen stellen, total kostenlos)? Oder meintest Du Lehren (die Leser etwas)? Was und wen denn?
 
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  • #44
AW: Wenn Ihr einen Partner finden würdet...

@freitag: Da bleibt mir eigentlich wieder nur eine einsilbige Antwort (nee, zweisilbig): danke;-). Weil ich ja nicht weiter fragen darf, wie Du das für Dich gelöst hast. (Ähem...Du hast Dich aber nicht zufällig in einem Zimmer eingeschlossen und mit einem leeren Stuhl geschimpft, oder? ;-))
 
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  • #45
AW: Wenn Ihr einen Partner finden würdet...

Zitat von Freitag:
was ich sagen will: anstatt uns hier gegenseitig zu beweihräuchern was wir alles für nette tolle menschen sind, sollten wir vielleict auch mal in die tiefe gehen, ans eingemachte, und uns damit auseinandersetzen, was so alles an negativem in uns ist und wie man das angehen kann. ehrlichkeit fängt genau da an.indem man ehrlich ist und sagt was man wirklich denkt und fühlt.

Niemand hier wird frei von negativen Gefühlen aus vergangenen Beziehungen sein. Ich versuche es halt einmal so, wie ich glaube, dass Du es meinst.

Ich hasse meine Ex-Frau dafür, dass sie mir jahrelang das "liebend Eheweib" gespielt hat mich ständig hintergangen hat und mir dauernd ins Gesicht gelogen hat.

Ich hasse sie dafür, dass sie mir negative Gefühle verabreicht hat, die mich mein Leben lang nicht mehr verlassen wollen.

Ich hasse sie dafür, dass sie nie versucht hat, Probleme offen anzusprechen, sondern immer mir im Verborgenen die Schuld an allem gegeben hat und diese unterstellte Schuld dann als Rechtfertigung ihrer Verfehlungen gesehen hat.
"Du bist doch eh selbst schuld daran, dass ich Dich betrogen habe".

Und jetzt wird es unfair:
Ich wünsche mir von Herzen, dass sie nie wieder glücklich wird in ihrem Leben. Sie hat es aus meiner Sicht nicht verdient, die ********.

Das wars. Thema Ex erledigt für alle Zeiten.

Gulliver
 
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  • #46
AW: Wenn Ihr einen Partner finden würdet...

Zitat von Claudi:
@no_kitty:
Ich bin schon total sensibilisiert für meine negativen Anteile, sonst hätte ich ja den thread nicht eröffnet. Dahinter steckt auch die Idee, diese negativen Gefühle wahrzunehmen und damit zu arbeiten. Und dazu muss ich sie erst mal grob einordnen. Dafür ist der thread.
So langsam glaube ich allerdings, ich fühle "chinesisch" oder "weiße Mäuse" oder so ;-). Wären da nicht z.B. diese netten, sesiblen, ehemaligen Single-Männer aus der Antwort an winzling, die ich kenne und die offenbar die "irgendwas daran tut weh"- Erbse durch die zwanzig "Ich freu mich so für Euch"-Matratzen hindurch spüren können.
Wenn Du etwas beitragen möchtest, dann gerne eine Beispielgeschichte. Wie Du mal in Deiner Singlezeit mit einer Erfolgsgeschichte eines anderen Paars umgegangen bist und wie es Dir dabei ging.
@claudi....
Ich kann nachvollziehen, dass du negative Gefühle hast, wenn du von anderen Paarfindungen liest/hörst/erfährst.

Meine Schwester hat in meiner Singlezeit ihren Partner geheiratet. Das war ganz normal für mich, und ich hatte keine bitteren Gefühle dabei.

Ich denke mal, dass dir dieses Beispiel nichts bringt, weil es eben nicht negative Gefühle beinhaltet. So wie du möchtest, dass es nachvollziehbar ist, Schmerz beim Finden der anderen zu erfahren, so kann ich von mir sagen, dass ich diese Gefühle nicht hatte. Und ich habe durchaus mehrfach Findung und Trennung in meiner Singlezeit erlebt, so dass ich die volle Palette meiner Gefühle, die damit verbunden sind, kennen lernen durfte.

Menschen sind verschieden, und so wie ich dir nicht ausreden will, negative Gefühle zu haben, wenn es nun mal so ist, wie du fühlst, genauso kann es bei mir eben anders sein.
Meine Betonung ist dabei auf anders. Wie du selbst schreibst geht jeder damit verschieden um.
HTH
No_Kitty
 
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  • #47
AW: Wenn Ihr einen Partner finden würdet...

Zitat von Claudi:
@freitag: Da bleibt mir eigentlich wieder nur eine einsilbige Antwort (nee, zweisilbig): danke;-). Weil ich ja nicht weiter fragen darf, wie Du das für Dich gelöst hast. (Ähem...Du hast Dich aber nicht zufällig in einem Zimmer eingeschlossen und mit einem leeren Stuhl geschimpft, oder? ;-))
schon ok :)
ne, auch nicht auf vooodoopuppen eingestochen :)

es ist vielleicht kein allheilmittel, was sie mir sagte, ich habs ja auch nicht strikt gemacht, was sie sagte, aber es hat mich in dem moment schon sehr erleichtert, was sie mir dann schrieb und ich fühlte mich nicht mehr so "schuldig" wie vorher, weil sie mir etwas sendete, was mir zeigte, dass es anderen auch so geht wie mir und wie die es gelöst hatten.
und ich kann mir vorstellen, dass wenn mich wieder solche gefühle übermannen, dass ich nun besser damit umgehen kann.
Falls es dich echt interessiert, aber wie gesagt es geht nur für fälle, wo dir jemand was böses angetan hat, wende dich an Parship und bitte dort um meine Emailadresse.
 
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  • #48
AW: Wenn Ihr einen Partner finden würdet...

Zitat von No_Kitty:
Meine Schwester hat in meiner Singlezeit ihren Partner geheiratet. Das war ganz normal für mich, und ich hatte keine bitteren Gefühle dabei.
ich bin jahrelang auf keine hochzeit gegangen nachdem ich die liebe meines lebens verloren hatte. ich hätte das nicht überstanden. nicht weil ich den brautleuten ihr glück nicht gönne sondern weil es mich viel zu sehr daran erinnert hätte, was ich verloren hatte.
 
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  • #49
AW: Wenn Ihr einen Partner finden würdet...

Zitat von Gulliver:
Niemand hier wird frei von negativen Gefühlen aus vergangenen Beziehungen sein. Ich versuche es halt einmal so, wie ich glaube, dass Du es meinst.

Ich hasse meine Ex-Frau dafür, dass sie mir jahrelang das "liebend Eheweib" gespielt hat mich ständig hintergangen hat und mir dauernd ins Gesicht gelogen hat.
...

Und jetzt wird es unfair:
Ich wünsche mir von Herzen, dass sie nie wieder glücklich wird in ihrem Leben. Sie hat es aus meiner Sicht nicht verdient, die ********.
ne, so meinte ich es eigentlich nicht, aber gut wenn du endlich was loswerden konntest :)

ich meine es tiefergehend( wobei es für mich auch ok ist, wenn du dich hier über deine ex auskotzt). nämlich dahingehend, was es in uns auslöst, was abläuft in uns, wenn andere grosses glück erleben und wir nicht.
oder was in uns ist, wenn jemand denselben mist erlebt wie wir.
warum wir was fühlen,
inwieweit es uns hilft, ordentlich zu trauern, zu schimpfen, andere zu verfluchen, uns mit anderen zu freuen. Was ganz tief drinnen dann wirklich in uns ist, wenn wir ganz ehrlich sind.
 
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  • #50
AW: Wenn Ihr einen Partner finden würdet...

Zitat von Freitag:
ne, so meinte ich es eigentlich nicht, aber gut wenn du endlich was loswerden konntest :)

Danke:) Ich glaube, dass ich für das, was Du meinst nicht gut bin. Ich kann mich nur schlecht über eigene negative Emotionen äußern. Ich ziehe mich bei negativen Emotionen eher zurück. Nach meinen Trennungen verspürte ich nicht "Neid" über andere Paare, sondern "Schwermut" in mir. Ich liebe die "Liebe" und ich will sie leben, bin aber auch von der Sorge begleitet, immer in denselben Mustern landen zu können.

"Verlieben", "Liebe", "Achten", "Ehren", "Trennen". Geht das immer so? Wird sich das je ändern? Ich bin höchst optimistisch, dass es in meiner jetzigen Beziehung nicht zum letzten Punkt kommen wird. Hoffentlich! Ich arbeite daran!

Tue ich jemandem weh, wenn ich sage, dass ich glücklich bin? Ich würde mich aus dem Forum zurückziehen, wenn es so wäre, weil wehtun will ich niemandem und jetzt künstlich Liebe, Beziehung, Frauen usw. schlechtreden möchte ich nicht.
Dafür mag ich die Frauen und die Liebe zu sehr.

Es ist schon Freitag
Gulliver;-)
 
G

Gast

  • #51
AW: Wenn Ihr einen Partner finden würdet...

Zitat von Gulliver:
Niemand hier wird frei von negativen Gefühlen aus vergangenen Beziehungen sein. Ich versuche es halt einmal so, wie ich glaube, dass Du es meinst.

Ich hasse meine Ex-Frau dafür, dass sie mir jahrelang das "liebend Eheweib" gespielt hat mich ständig hintergangen hat und mir dauernd ins Gesicht gelogen hat.

Ich hasse sie dafür, dass sie mir negative Gefühle verabreicht hat, die mich mein Leben lang nicht mehr verlassen wollen.

Ich hasse sie dafür, dass sie nie versucht hat, Probleme offen anzusprechen, sondern immer mir im Verborgenen die Schuld an allem gegeben hat und diese unterstellte Schuld dann als Rechtfertigung ihrer Verfehlungen gesehen hat.
"Du bist doch eh selbst schuld daran, dass ich Dich betrogen habe".

Und jetzt wird es unfair:
Ich wünsche mir von Herzen, dass sie nie wieder glücklich wird in ihrem Leben. Sie hat es aus meiner Sicht nicht verdient, die ********.

Das wars. Thema Ex erledigt für alle Zeiten.

Hi Gulliver,
der letzte Satz stimmt mit Sicherheit nicht.
Hass ist ein genauso festes Band wie Liebe…

*Glaskugel an*
Solange du in Schuldzuweisungen, Hass und Missgunst verstrickt bist, wirst du das Thema nicht los.
*Glaskugel aus*

Für den Verlauf einer Beziehung sind immer beide verantwortlich..
Und für deine Gefühle bist du selbst verantwortlich, niemand macht dir Gefühle.


Interessantes Thema Claudi,
ich schreib morgen noch was dazu.
 
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  • #52
AW: Wenn Ihr einen Partner finden würdet...

Zitat von tina*:
der letzte Satz stimmt mit Sicherheit nicht.
Hass ist ein genauso festes Band wie Liebe…

Servus Tina*

Die Geschichte liegt 13 Jahre zurück Ich habe es noch nie so ausgedrückt, wie hier. Seither hatte ich zwei gescheiterte Beziehungen und wer weiß, vielleicht sind sie gescheitert, wegen negativer Emotionen zu meiner Ehe. Vielleicht ist ja "Freitag" schuld, dass ich es nun los wurde und es nicht mehr versteckt und verworren meine jetzige "Liebe" spüren lasse. Bewusst täte ich so etwas eh nicht machen, aber unbewusst vielleicht schon???

Liebe Grüße
Gulliver
 
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  • #53
AW: Wenn Ihr einen Partner finden würdet...

Ich frage mich gerade, warum ich überhaupt hier im Forum bin, wenn ich eh in einer glücklichen Beziehung bin? Nun, ich habe PS-Erfahrung, meine Partnerin dort kennen gelernt, will mich ein Wenig einbringen, zeigen dass es auch anders geht als mit "NoGo-Mentalität" und vor allem von "euch" lernen, versteckte Fehler nicht mehr zu machen.

Das Forum ist ein wunderbares Lehrbuch :)
Fast jeder Beitrag eine Bereicherung :)

Gulliver
 
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  • #54
AW: Wenn Ihr einen Partner finden würdet...

Zitat von Freitag:
ich bin jahrelang auf keine hochzeit gegangen nachdem ich die liebe meines lebens verloren hatte. ich hätte das nicht überstanden. nicht weil ich den brautleuten ihr glück nicht gönne sondern weil es mich viel zu sehr daran erinnert hätte, was ich verloren hatte.
Ich wünsche dir, dass du dich von diesem alten Verlust - der Liebe deines Lebens - lösen kannst, damit du für dich das Leben führst, mit der Liebe, die auch weiterhin da ist, wenn du es dir zugestehst.

Eine von meinen Lieblingsfragen ist 'Cui bono'- wem nützt es. Ich wende sie bei mir an, wenn ich merke, dass etwas immer wieder bei mir auftaucht. Ich frage mich dann, was denn wohl die Absicht/der Sinn ist, in dieser Situation oder in einem bestimmten Gefühl zu verharren.

Mit dem Ansatz bin ich schon über einige innere Hürden gekommen.
Vielleicht ist es ja auch etwas für dich.
LG
No_Kitty
 
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  • #55
AW: Wenn Ihr einen Partner finden würdet...

Zitat von Gulliver:
Tue ich jemandem weh, wenn ich sage, dass ich glücklich bin? Ich würde mich aus dem Forum zurückziehen, wenn es so wäre, weil wehtun will ich niemandem und jetzt künstlich Liebe, Beziehung, Frauen usw. schlechtreden möchte ich nicht.

Das ist es, was ich mich auch frage.
Ich habe keinen Nutzen davon, bei anderen Menschen negative Gefühle zu wecken, wenn ich von meiner Situation rede. Ich fühle mich dadurch nicht besser.
Es ist 'nur' ein anderer Standpunkt. Es ist 'nur' ein anderer Gefühlscocktail.

Ich kann verstehen, woher die negativen Gefühle bei claudi oder freitag herrühren - deshalb muss es mir zwangsweise nicht ebenso gehen.
Ich bin deshalb nicht in Mitleidsbekundungen hier unterwegs, weil ich einen anderen Gefühlszustand bei meinem Gegenüber akzeptiere.

Zitat von Gulliver:
Ich frage mich gerade, warum ich überhaupt hier im Forum bin, wenn ich eh in einer glücklichen Beziehung bin? Nun, ich habe PS-Erfahrung, meine Partnerin dort kennen gelernt, will mich ein Wenig einbringen, zeigen dass es auch anders geht als mit "NoGo-Mentalität" und vor allem von "euch" lernen, versteckte Fehler nicht mehr zu machen.

Das Forum ist ein wunderbares Lehrbuch :)

Und genau so wie du, Gulliver, frage ich mich manchmal, warum ich hier noch drin bin - vielleicht einfach, um weiter zu diskutieren. Sicher auch, um weiter darüber nachzudenken, wie gleiche/ähnliche Impulse zu sehr verschiedenen Bewertungen und Lösungen führen.
Muster aus vorherigen Beziehungen nicht mehr zu leben, das eigene Beziehungsmodell so zu gestalten, dass es mir gut tut und nicht in der Wiederholung stecken bleibt, mich bewusst und offen in eine andere Situation begeben, um daraus zu lernen, das sind wichtige Gründe für mich. Aber darüber haben wir schon mal hier in einem anderen Thread, warum wir hier schreiben, dargelegt, und das ist etwas OT.

Dir einen guten Freitag
No_Kitty
 
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  • #56
AW: Wenn Ihr einen Partner finden würdet...

Zitat von Claudi:
@Jorge:
Ich wollte Euch keineswegs unterstellen, dass ihr immer einer Meinung seid (Ach, das Loriot-Zitat...sorry!).

@claudi: dieser Hinweis bezog sich nicht auf Dich. Er bestätigt lediglich Deine Überlegungen und Befürchtungen, über die Du schriebst.

Zitat von Claudi:
Deine Motive bei der Threaderöffnung waren also Neugier und Lernen. Was wolltest Du denn wissen? Und hätte es dafür nicht ein oder mehrer Fragen bedurft (weißt schon, unbegrenzt Fragen stellen, total kostenlos)? Oder meintest Du Lehren (die Leser etwas)? Was und wen denn?

Es ist aus meiner Sicht alles gesagt bzw. geschrieben. Negative Gefühle sind völlig ok. Letztlich sind es immer MEINE Gefühle, und die Frage ist nur wie ich sie verarbeite und damit umgehe. Ich hatte eine meiner Partnerinnen auch mal gehasst, heute ist sie mir egal und ich wünsche ihr alles Glück der Erde. Es ist ihr Leben, so wie mein Leben meins ist. Ich freue mich, wenn mein Freund sich ein Cabrio leisten kann und ich nicht. Vielleicht ist diese Haltung auch eine Frage des Alters.

Ich habe den - ganz persönlichen subjektiven - Eindruck, dass Du hier - fast schon verzweifelt - nach Antworten auf Fragen suchst, die meiner Ansicht nach bereits alle in diesem Deinem Thread beantwortet wurden. Dieser Thread ist aus meiner Sicht einer der konstruktivisten der letzten Wochen und ich danke Dir, dass Du ihn angestoßen hast.

Und nach meiner Einschätzung sind wir teilweise hier kurz vorm missionieren. Nein, ich werde Dich nicht missionieren und umgekehrt funktioniert dies mit mir auch nicht.

LG Jorge
 
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  • #57
AW: Wenn Ihr einen Partner finden würdet...

die miese Seite in mir...

ich oute mich mich mal ganz anders als der Rest hier. Als ich den "Ein Jahr später"-Thread neulich entdeckte, war meine erste Reaktion sowas wie "na da schau her, hat's bei den beiden wohl doch nicht geklappt?". Ich war dann beim Lesen richtig erleichtert, dass dem nicht so ist, aus 2 Gründen.
1. Weil ich Jorge und der bis dato noch inkognito agierenden No_Kitty ihr Glück wirklich gönne und mich über diesbezügliche Erfolgsmeldungen hier im Forum von Herzen freue.
2. Wenn Jorge stattdessen hier öffentlich das Scheitern seiner Beziehung bekannt gegeben hätte, hätte ich im Forum, wenn überhaupt, nur kurz mein Bedauern geäußert. Aber ich weiß, dass ich still und heimlich so eine Art Schadenfreude verspürt hätte. Ich finde diese Regung an mir selber wirklich mies, aber ich weiß, das sie offenbar auch zu mir gehört. Sie ist unabhängig von Jorge und No_Kitty (deren Beiträge ich schätze), und das passiert mir im RL auch ab und an, wenn ich von Trennungen im Freundeskreis erfahre. Ob es an meinem Single-Status liegt, dass ich anderen ihr Glück anscheinend doch nicht so wirklich gönne? Ich weiß es nicht. Vermutlich werde ich nun in der Luft zerrissen, aber wir waren ja grade beim Outen negativer Gefühle...

Meinen Ex-Partnern bin ich übrigens nicht gram, obwohl ich zumindest aus einer Beziehung viele Verletzungen davongetragen habe, und wünsche auch niemandem bewusst etwas Schlechtes. (Aber ist das Unbewusste nicht viel Schlimmer?)
 
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  • #58
AW: Wenn Ihr einen Partner finden würdet...

Zitat von Pusteblume:
die miese Seite in mir...

ich oute mich mich mal ganz anders als der Rest hier. Als ich den "Ein Jahr später"-Thread neulich entdeckte, war meine erste Reaktion sowas wie "na da schau her, hat's bei den beiden wohl doch nicht geklappt?". Ich war dann beim Lesen richtig erleichtert, dass dem nicht so ist, aus 2 Gründen.
1. Weil ich Jorge und der bis dato noch inkognito agierenden No_Kitty ihr Glück wirklich gönne und mich über diesbezügliche Erfolgsmeldungen hier im Forum von Herzen freue.
2. Wenn Jorge stattdessen hier öffentlich das Scheitern seiner Beziehung bekannt gegeben hätte, hätte ich im Forum, wenn überhaupt, nur kurz mein Bedauern geäußert. Aber ich weiß, dass ich still und heimlich so eine Art Schadenfreude verspürt hätte. Ich finde diese Regung an mir selber wirklich mies, aber ich weiß, das sie offenbar auch zu mir gehört. Sie ist unabhängig von Jorge und No_Kitty (deren Beiträge ich schätze), und das passiert mir im RL auch ab und an, wenn ich von Trennungen im Freundeskreis erfahre. Ob es an meinem Single-Status liegt, dass ich anderen ihr Glück anscheinend doch nicht so wirklich gönne? Ich weiß es nicht. Vermutlich werde ich nun in der Luft zerrissen, aber wir waren ja grade beim Outen negativer Gefühle...

Meinen Ex-Partnern bin ich übrigens nicht gram, obwohl ich zumindest aus einer Beziehung viele Verletzungen davongetragen habe, und wünsche auch niemandem bewusst etwas Schlechtes. (Aber ist das Unbewusste nicht viel Schlimmer?)
Pas de problem, liebe Pusteblume.... und ich dachte, dass ich bisher hinreichend kenntlich gemacht habe, dass ich niemanden wegen seiner miesen Seite in der Luft zerreisse - muss wohl doch noch mal in das Seminar für gewaltfreie Kommunikation ;o)
Wie Gulliver noch im Nachtrauern sich seine negative Gefühle bewusst macht (auch dadurch, dass er sie klar kommuniziert), oder freitag, der seiner verlorenen Liebe nach geht, oder claudi, die sagt, dass sie sich nicht so unvoreingenommen freuen kann.

Alles das gehört mit dazu, ist menschlich und wird von mir nicht verdammt.

Spitz reagiere ich dann, wenn mir jemand unterstellt, dass ich das genauso tun muss - dabei ist das doch mein Credo: Menschen sind verschieden und in ihrer Verschiedenheit wunderbar...

*grins
Sieht einer von euch schon meinen weissen Elefanten? Ich stehe hier gerade mit Tramper-Daumen.....

No_Kitty
 
W

winzling_geloescht

  • #59
AW: Wenn Ihr einen Partner finden würdet...

@No_Kitty
Danke für die angesichts der herrschenden Temperaturen äußerst verlockende Einladung.

@Claudi
Ich wüsste nicht, warum ich es toll finden sollte, dass der neue Partner deiner Freundin jetzt in Selbstvorwürfen zerfließt. Er ist glücklich mit einer neuen Frau und meiner Meinung nach darf er das aller Welt auch via facebook mitteilen. Da du diese unbegründete Rücksichtnahme (worauf auch immer) so überaus positiv bewertest, vergiss bitte nicht, ihn daran zu erinnern, dass er - sollte er mal mit deiner Freundin in einem Café, Biergarten oder so sitzen und seine Ex-Frau kommt da zufällig vorbei - deine Freundin ohne zu zögern vom Stuhl zerren und und unter den Tisch stopfen muss, damit er die vermuteten unguten Gefühle seiner Ex-Frau nicht riskiert, für die er deiner Meinung nach Verantwortung zu tragen hat. Vielleicht sollten beide diesen Ernstfall auch üben, nicht dass es zu Komplikationen oder gar Verletzungen kommt, weil deine Freundin nicht unter den Tisch gepfercht werden möchte und sich entschieden wehrt. Im Sinne der Rücksichtnahme wird sie's ja sicher verstehen.

Letztes Beispiel auch von mir, weil frisch in Erinnerung. Es gibt Tage, da brauch ich ein paar Minuten länger, wenn ich den Bus meines Großen in eine zwar passende, aber auch nicht allzu viel Spielraum lassende, Parklücke einparke. Nach dem dritten "Zurück-in-die-Ausgangsposition" sammeln sich die Bauarbeiter auf der Rüstung, um das Geschehen interessiert zu verfolgen und zu kommentieren. Nach sieben, acht Minuten steht der Bus drin, Beckerfaust meinerseits, Johlen und Beifall vom Baugerüst. Wir steigen aus, ich strahle die Bauarbeiter da oben an und bekomm die geschlossene La-Ola-Welle, Lohn für meine Anstrengungen, die mich mein Ziel erreichen ließen. Meine angedeutete Verbeugung nebst Kusshändchen runden das Bild ab. Mein immer noch völlig entspannter Sohn wieder neben mir zeigt kurz "Daumen hoch". Hätte ich ihn bitten sollen, den Bus eben mal fix einzuparken für mich bzw. hätte er es mir anbieten müssen? Von mir ein klares "Nein", bei dir würde ich eher ein klares "Ja" vermuten. Und genau das wäre falsch. Eine Antwort auf das "Warum?" finde bitte selbst.

Wir haben ja hier einige engagierte Lehrer und Lehrerinnen, die dir möglicherweise bei der Antwortfindung helfen können. Warum dürfen sie, wenn Claudi "mal wieder" bei der Reise nach Jerusalem keinen Platz erkämpft hat und nun "mal wieder" mit Tränen in den Augen, die Hände zu Fäusten geballt und mit hochgezogenen Schultern, die anderen Kinder auf ihren Stühlen reihum anschauend, kein Kind bitten, für Claudi, die ja "mal wieder" das Kind ohne Stuhl und darum sehr traurig ist, seinen Platz zu räumen, damit Claudi einen Stuhl hat? Und warum sollten sie jedes Kind, das der Claudi von selbst einen Platz anbietet, daran hindern, ihren Platz für sie zu räumen?

@Gulliver
Wenn ein anderer dein Glück nicht aushalten kann, dann ist das nicht deine Baustelle. Du darfst glücklich sein und das auch zeigen. Genauso wie du traurig sein und das auch zeigen darfst. Gefühle wie Hass, Neid, Missgunst sind immer ein Zeichen von mangelndem Selbtbewusstsein und passieren oft Menschen, die eher die Konkurrenz fürchten statt ein Miteinander mit dem (vermeintlich?) Stärkeren zu suchen, um daran zu wachsen und den Neid eher als Stimulus zu verstehen oder aber, weil unzufrieden mit sich selbst, das hier so überaus beliebte Lebenskonzept kritisch unter die Lupe zu nehmen und ggf. zu verändern.

Wer ungute Gefühle wie Hass und Missgunst pflegt, also nicht bereit oder nicht fähig ist, an seinem Selbstwertgefühl zu arbeiten und eigene Muster zu hinterfragen/zu verändern, der darf nicht erwarten, dass Mitmenschen mit anderem Muster nun bitteschön auch ihre eigenen Gefühle gefälligst zu unterdrücken und zu verbergen haben. Was soll den sowas. Ich finde, das geht entschieden zu weit. Also strahl die Welt an und erzähl's jedem.
 
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  • #60
AW: Wenn Ihr einen Partner finden würdet...

* staun, Augen reib* - Leute, hier ist ja was los :)! Ich bin beeindruckt, ein bisschen gerührt und stolz auf Euch und auf mich. Das Ding hier hat ja richtig Fahrt aufgenommen!

Vielen Dank an Gulliver, no_kitty, freitag und pusteblume für die Beiträge #45+52, 46, 48 und 57. So hatte ich gehofft, dass es im allerbesten Fall laufen könnte mit dem Thema. Aber nicht mehr wirklich damit gerechnet

Da verbietet der Respekt mir jede Form von Kommentar oder gutem Ratschlag zu den Fällen im einzelnen. Echt mutig und ehrlich, was ihr alle so geschrieben habt.

@Gulliver: Nur weil Du direkt gefragt hast: Nein, ich denke, mit der Schilderung von Glück verletzt Du niemanden. Die Verletzungen sind, wenn überhaupt, schon vorher vorhanden und können dazu führen, dass jemand im Rahmen des Hauptgefühls "Freude" eine schmerzhafte Nuance wahrnimmt und sich fragt "Was ist das, wo kommt das her, was hat das zu bedeuten?" Wie wenn in einem Chor einer falsch singt...Also ist es nichts, was Du verursachst. Du wirst es demjenigen nicht einmal anmerken (wenn der nicht gerade einen thread zu dem Thema eröffnet oder Du ihn/sie sehr gut kennst ;-).

@tina: Du kommst gerade rechtzeitig, gestern abend sah es noch gar nicht danach aus dass es hier noch so...werden würde ;)).