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  • #152
AW: Welcher Job macht sie/ihn attraktiv?

Zitat von Benutzerin:
Ist das jetzt sehr reaktionär, wenn ich behaupte, dass die Berufe von Frauen in der Vergangenheit tatsächlich eine tendenziell untergeordnete Rolle gespielt haben...
Sofern man akzeptiert, daß auch Hausfrau als Beruf gilt, hat der Beruf der Frau und die Einschätzung, wie sie ihn ausfüllt, dazumalen eine ziemlich wichtige Rolle gespielt. :)
 
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  • #153
AW: Welcher Job macht sie/ihn attraktiv?

Zitat von Heike:
Sofern man akzeptiert, daß auch Hausfrau als Beruf gilt, hat der Beruf der Frau und die Einschätzung, wie sie ihn ausfüllt, dazumalen eine ziemlich wichtige Rolle gespielt. :)
Ich befürchte: Im Paarungs-Kontext wurde (und wird) Hausfrau nicht als Beruf betrachtet. Zumal die Aufnahme dieser Berufstätigkeit größtenteils nach der Eheschließung (Stichwort: Ehegatten-Splitting - meiner Einschätzung nach anachronistisch und gesellschaftlich so überflüssig wie ein Kropf) erfolgt(e).
 
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  • #154
AW: Welcher Job macht sie/ihn attraktiv?

OK. Und das sind Lehrerinnen nicht?
 
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  • #155
AW: Welcher Job macht sie/ihn attraktiv?

Ja, aber es ging ja um frühere Zeiten. Und da war Hausfrau auch so etwas wie ein Ausbildungsberuf.
 
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  • #157
AW: Welcher Job macht sie/ihn attraktiv?

Das mußten nicht eigens Schulen sein. Es gab eine Menge Kurse. Und gerade höhere Töchter hatten eine Menge zu lernen, von einer ganzen Reihe von Hauslehrern. Eine gute Ehe- und Hausfrau abzugeben, wurde als Berufung und Beruf angesehen. Entsprechendes galt etwa im Bauernstande. Natürlich war Bäuerin ein Beruf, was denn sonst?
 
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  • #158
AW: Welcher Job macht sie/ihn attraktiv?

Ich würde mal schätzen, dass diese Art von Kursen seit den 60ern stark rückläufig gewesen ist.
 
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  • #159
AW: Welcher Job macht sie/ihn attraktiv?

Ja, da fing es dann ja auch bald mit anderen Berufen für Frauen an.
 
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  • #160
AW: Welcher Job macht sie/ihn attraktiv?

Aber sie waren ja nie so 'relevant' wie die Berufe der Männer.
 
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  • #161
AW: Welcher Job macht sie/ihn attraktiv?

Die Jobs nicht, die Berufung schon. Ist eine Frage der Sichtweise. Wer etwa Kindererziehen nicht als Beruf sehen möchte, der wird meist auch eher sagen, daß im Hinblick auf Frauen der Beruf nicht so relevant ist für die Partnerwahl.
 
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  • #162
AW: Welcher Job macht sie/ihn attraktiv?

Zitat von Heike:
Die Jobs nicht, die Berufung schon. Ist eine Frage der Sichtweise. Wer etwa Kindererziehen nicht als Beruf sehen möchte, der wird meist auch eher sagen, daß im Hinblick auf Frauen der Beruf nicht so relevant ist für die Partnerwahl.
Ich seh da schon einen Unterschied zwischen Ausbildungsberufen und Berufen, die ein Studium voraussetzen und der Tätigkeit als Hausfrau. Die wenigsten Mütter haben ja z.B. eine Ausbildung zur Kindererziehung.
 
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  • #163
AW: Welcher Job macht sie/ihn attraktiv?

Ja, Hausfrauentätigkeit wird üblicherweise als Beruf tendenziell geringgeschätzt. Oft so weit, daß es überhaupt nicht mehr als Beruf gilt.
 
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  • #164
AW: Welcher Job macht sie/ihn attraktiv?

Zitat von Heike:
Ja, Hausfrauentätigkeit wird üblicherweise als Beruf tendenziell geringgeschätzt. Oft so weit, daß es überhaupt nicht mehr als Beruf gilt.
Ich schätze die Hausfrauen-Tätigkeiten nicht gering - ein "Beruf" ist es meiner Auffassung nach trotzdem nicht.
 
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  • #165
AW: Welcher Job macht sie/ihn attraktiv?

Viele Frauen empfinden es als Geringschätzung, wenn ihre Tätigkeit nicht als Beruf anerkannt wird. Wie ich finde, haben sie nicht ganz Unrecht damit.
 
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  • #166
AW: Welcher Job macht sie/ihn attraktiv?

Zitat von Heike:
Viele Frauen empfinden es als Geringschätzung, wenn ihre Tätigkeit nicht als Beruf anerkannt wird. Wie ich finde, haben sie nicht ganz Unrecht damit.
Das hat dann aber primär was mit deren Selbstwertgefühl zu tun.
Bei der in Beziehungen immer noch gültigen Rollenverteilung sind doch die meisten Frauen in irgendeiner Weise "Hausfrau" - auch wenn sie im Erwerbsleben stehen.
 
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  • #167
AW: Welcher Job macht sie/ihn attraktiv?

Zitat von Benutzerin:
Das hat dann aber primär was mit deren Selbstwertgefühl zu tun.
Bei der in Beziehungen immer noch gültigen Rollenverteilung sind doch die meisten Frauen in irgendeiner Weise "Hausfrau" - auch wenn sie im Erwerbsleben stehen.
Das erinnert mich an eine in der Schweiz sehr gängige Formulierung in Interviews: "Herr Meier HILFT seiner berufstätigen Frau im Haushalt und mit den Kindern." Die Formulierung teilt Haushalt und Kinder ganz klar der Frau als alleinige Aufgabe zu, unabhängig davon, was die Frau sonst noch arbeitet. Es ist ihr quasi genetiv bestimmt, das zu tun, also ist es kein Beruf. Das ist nicht meine Meinung, sondern das, was ich in der Gesellschaft mehrheitlich wahrnehme.

Von meinen Eltern kenne ich es nicht anders - meine Mutter bekam in ihrem "Beruf" niemals Ferien und kann auch nicht pensioniert werden. Ihre Arbeit bleibt ihr für immer, also ist es kein Beruf.
 
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  • #168
AW: Welcher Job macht sie/ihn attraktiv?

Zitat von Benutzerin:
Das hat dann aber primär was mit deren Selbstwertgefühl zu tun.
Bei der in Beziehungen immer noch gültigen Rollenverteilung sind doch die meisten Frauen in irgendeiner Weise "Hausfrau" - auch wenn sie im Erwerbsleben stehen.
Ist eher umgekehrt. Hausfrauen müssen im Selbstwertgefühl und Rollenselbstverständnis sehr fest sein, um nicht durch Geringschätzung ihrer Tätigkeit starke Kränkung zu empfinden.
 
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  • #169
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  • #170
AW: Welcher Job macht sie/ihn attraktiv?

Zitat von Heike:
Ist eher umgekehrt. Hausfrauen müssen im Selbstwertgefühl und Rollenselbstverständnis sehr fest sein, um nicht durch Geringschätzung ihrer Tätigkeit starke Kränkung zu empfinden.
Und jetzt mal ein anderer Denkansatz: Wenn ihnen die Tätigkeit (aus welchem Grund auch immer) nicht behagt, sollen sie halt kündigen und einen anderen Beruf ergreifen.
 
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  • #171
AW: Welcher Job macht sie/ihn attraktiv?

MIr ist nicht klar, worauf sie hinauswollen.
Zur Klarstellung: Viele Hausfrauen halten es für eine Geringschätzung, wenn ihrer Tätigkeit die Anerkennung verwehrt bleibt. Und zwar auf unterschiedlichen Ebenen: privat, sozial, finanziell, rechtlich, ...
Das kann auch bis zum Erleben starker Kränkung führen.
Die Tätigkeit selbst kann ihnen behagen, die fehlende Anerkennung kann ihnen nicht behagen.
Ihnen aufgrund fehlender Anerkennung einen anderen Beruf zu empfehlen ist in etwa so, wie das Mobbingproblem dadurch lösen zu wollen, daß man jedem Mobbingopfer sagt, es solle doch einfach den Betrieb wechseln. Das scheint mir nicht wirklich generell ein guter Lösungsansatz zu sein.
 
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  • #172
AW: Welcher Job macht sie/ihn attraktiv?

Zitat von Heike:
MIr ist nicht klar, worauf sie hinauswollen.
Zur Klarstellung: Viele Hausfrauen halten es für eine Geringschätzung, wenn ihrer Tätigkeit die Anerkennung verwehrt bleibt. Und zwar auf unterschiedlichen Ebenen: privat, sozial, finanziell, rechtlich, ...
Das kann auch bis zum Erleben starker Kränkung führen.
Die Tätigkeit selbst kann ihnen behagen, die fehlende Anerkennung kann ihnen nicht behagen.
Ihnen aufgrund fehlender Anerkennung einen anderen Beruf zu empfehlen ist in etwa so, wie das Mobbingproblem dadurch lösen zu wollen, daß man jedem Mobbingopfer sagt, es solle doch einfach den Betrieb wechseln. Das scheint mir nicht wirklich generell ein guter Lösungsansatz zu sein.
Mir ging es um die Definition der Hausfrauentätigkeit als "Beruf". Und wenn ich da eine Analogie ziehe, kann man in allen anderen Berufen/Arbeitsverhältnissen kündigen.
Wenn jemand aus Überzeugung Hausfrau sein möchte - okay. Dann muss halt das Finanzielle mit dem 'Arbeitgeber' (= berufstätiger Partner) geklärt werden - wie bei anderen 'Freiberuflern' auch. Wenn ich für die Hausfrauentätigkeiten eine Hauswirtschafterin anstelle, muss ich das ja auch bezahlen.
 
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  • #173
AW: Welcher Job macht sie/ihn attraktiv?

Zitat von Benutzerin:
Mir ging es um die Definition der Hausfrauentätigkeit als "Beruf". Und wenn ich da eine Analogie ziehe, kann man in allen anderen Berufen/Arbeitsverhältnissen kündigen.
Wenn jemand aus Überzeugung Hausfrau sein möchte - okay. Dann muss halt das Finanzielle mit dem 'Arbeitgeber' (= berufstätiger Partner) geklärt werden - wie bei anderen 'Freiberuflern' auch. Wenn ich für die Hausfrauentätigkeiten eine Hauswirtschafterin anstelle, muss ich das ja auch bezahlen.

Angestelltenjobs kann man kündigen.
Schon Freiberufler haben keinen Arbeitgeber.
Ein Musiker kann sich entscheiden, mit der Musik aufzuhören und was ganz anderes machen. So etwas steht der Hausfrau natürlich auch zu: sie kann die Familie verlassen und was anderes tun.
Mit der Frage, ob Hausfrauentätigkeit ein Beruf ist, hat das wenig zu tun.
 
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  • #174
AW: Welcher Job macht sie/ihn attraktiv?

Zitat von Heike:
Schon Freiberufler haben keinen Arbeitgeber.
Ein Musiker kann sich entscheiden, mit der Musik aufzuhören und was ganz anderes machen. So etwas steht der Hausfrau natürlich auch zu: sie kann die Familie verlassen und was anderes tun.
Mit der Frage, ob Hausfrauentätigkeit ein Beruf ist, hat das wenig zu tun.
Na gut: Freiberufler haben AUFTRAGgeber.
Und Musiker und andere Künstler werden auch von Dritten bezahlt (oder eben nicht).

Ich bemühe jetzt mal Wiki:
"Beispielhaft für eine allgemeingültige Definition des Berufs kann der dem Grundrecht der Berufsfreiheit des deutschen Grundgesetzes (Art. 12 Abs. 1 GG) zugrunde liegende Berufsbegriff dienen: Ein Beruf ist danach eine auf Dauer angelegte Erwerbstätigkeit, die zur Sicherung und Erhaltung der Lebensgrundlage dient."
 
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  • #175
AW: Welcher Job macht sie/ihn attraktiv?

Im Wikipediaeintrag hast du so lange heruntergescrollt, bis du eine Definition gefunden hast, die ganz finanzamtsmäßig auf Erwerbsarbeit zielt. Ich muß mich zwar auch mit dem Finanzamt herumschlagen, denke aber bei "Beruf" nicht so sehr an jenes. Aber ok.

Ich folge dem Link zu "Erwerbstätigkeit" und lande direkt bei: "Erwerbstätige sind nach dem Europäischen System Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen alle zivile Erwerbspersonen, also Personen, die als Arbeitnehmer (Arbeiter, Angestellte, Beamte, geringfügig Beschäftigte, Soldaten) oder Selbstständige beziehungsweise mithelfende Familienangehörige eine auf wirtschaftlichen Erwerb gerichtete Tätigkeit ausüben."

Wer ein Freund solcher Definitionen ist, kann sich nun fragen, ob die Hausfrau, die ja mithelfende Familienangehörige ist, damit den Beruf ihres Mannes teilt (wie sozusagen Frau Bundespräsident) oder ob sie eher als Mitinhaberin eines Familienunternehmens aufzufassen. Daß der Mann auf seinen Namen Aufträge bekommt oder sein Gehalt erhält, ist dann zweirangig, eigentlich verdient das ganze Familienunternehmen.

Und natürlich, wer die Anerkennung von Hausfrauentätigkeit als Beruf fordert, kann das gerade auf Basis der Feststellung, daß diese Tätigkeit im Moment nicht angemessen definitorisch erfaßt und honoriert wird.
 
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  • #176
AW: Welcher Job macht sie/ihn attraktiv?

Und wer soll das honorieren? Wenn nicht die Person (also z.B. Ehemann), die die Leistung in Anspruch nimmt?
Sonst müsste mich ja auch jemand für die Hausfrauentätigkeiten, die ich zum Erhalt meiner Arbeitsfähigkeit ausübe, entlohnen?!
 
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  • #177
AW: Welcher Job macht sie/ihn attraktiv?

Ein Unternehmen, das nur aus einer einzigen Person besteht, betrifft diese Frage sowieso nicht. Man muß sich selbst weder Gehalt zahlen noch eine Gewinnbeteiligung ausrechnen. Anders, wenn zwei Personen beteiligt sind. Und da favorisiere ich nicht das Modell, wo die Hausfrau die Untergebene ihres Mannes ist, die ein Gehalt für ihre Tätigkeit erhält, sondern das, wonach sie Miteigentümerin des Familienunternehmens ist.
 
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  • #178
AW: Welcher Job macht sie/ihn attraktiv?

Das ist mir, ehrlich gesagt, als Rollenbild zu antiquiert.

Wobei Sie die Frage, wer denn für die Honorierung des Hausfrauen-'Berufs' zuständig sein soll, nicht beantwortet haben.

Ich bin im übrigen auch entschiedene Gegnerin von Steuervorteilen für kinderlose Ehepaare.
 
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  • #179
AW: Welcher Job macht sie/ihn attraktiv?

Zitat von Benutzerin:
Das ist mir, ehrlich gesagt, als Rollenbild zu antiquiert.

Wobei Sie die Frage, wer denn für die Honorierung des Hausfrauen-'Berufs' zuständig sein soll, nicht beantwortet haben.

Ich bin im übrigen auch entschiedene Gegnerin von Steuervorteilen für kinderlose Ehepaare.
Manchem mag das antiquiert erscheinen. Ich finde es liberal. Ich gestehe Frauen zu, Hausfrauen zu sein und das als ihre Berufung und Beruf auffassen zu können. Falsche Emanzipation wäre es in meinen Augen, jede Frauen auf ein Rollenbild zu fixieren, wie es früher die Männer hatten. Das wäre dann sozusagen nachlaufend antiquiert. Und schlecht antiquiert finde ich es auch, wenn man sich Hausfrauen nach dem Muster eines Angestellten bei ihrem Chef Mann vorstellt. An einer funktionalen Differenzierung auf gleichberechtigtem Niveau, illustriert an gemeinsamer Inhaberschaft eines Unternehmens, kann ich nicht wirklich was antiquiertes erkennen. Eher etwas für manchen offenbar Progressives. :)

Die Frage nach der (finanziellen) Honorierung habe ich beantwortet. Vielleicht haben sie die Antwort nicht verstanden? Die Hausfrau wird honoriert durch das gesamte Familienunternehmen. Dieses bezieht seine Einkünfte aus dem Gehalt oder Aufträgen, die nominell an den Mann gehen, aber "eigentlich" an das gesamte Familienunternehmen. Darüberhinaus mag es Einkünfte aus Kapitalvermögen, Immobilien u.a. geben.
 
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  • #180
AW: Welcher Job macht sie/ihn attraktiv?

Zitat von Heike:
Die Frage nach der (finanziellen) Honorierung habe ich beantwortet. Vielleicht haben sie die Antwort nicht verstanden? Die Hausfrau wird honoriert durch das gesamte Familienunternehmen. Dieses bezieht seine Einkünfte aus dem Gehalt oder Aufträgen, die nominell an den Mann gehen, aber "eigentlich" an das gesamte Familienunternehmen. Darüberhinaus mag es Einkünfte aus Kapitalvermögen, Immobilien u.a. geben.
Ach so. Die klassische Alleinverdienerehe. Wenn der Mann genug verdient, steht es ja jedem Paar frei, so zu verfahren.
Allerdings verstehe ich dann immer noch nicht, was Sie weiter oben mit mangelnder finanzieller Anerkennung meinten.