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  • #226
AW: Welcher Job macht sie/ihn attraktiv?

@ Goldmarie: doch es gibt Berufspolitiker, z.B. A. Nahles, und sie ist nicht die Einzige. Nach meiner Kenntnis steigt der Anteil der Abgeordneten, die sich auf Politik als Beruf konzentrieren.

Positiv formuliert: die konzentrieren sich auf ihren Beruf und gehen ihm professionell nach, es ist ihre Berufung. Oder negativ formuliert: die haben keine Ahnung von wirklichen Leben. Eine Partei z.B. bei uns in der Region gewann eine Wahl mit - sagen wir mal - zehn Sitzen und hatte nur fünf Interessenten. Es ging um das Stadtparlament und natürlich kostet der Job / Beruf eines Stadtrates viel Zeit und bringt kein Geld. Anders ist dies bei den Landesparlamenten und im Bundestag. Dort wirst Du ordentlich bezahlt und hast nach zwei Wahlperioden Anspruch auf eine Rente, die Du Dir in der Regel nicht in 40 Jahren Arbeit "ansparen" kannst.

LG Jorge
 
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  • #227
AW: Welcher Job macht sie/ihn attraktiv?

Zitat von Jorge:
@ Goldmarie: doch es gibt Berufspolitiker, z.B. A. Nahles, und sie ist nicht die Einzige. Nach meiner Kenntnis steigt der Anteil der Abgeordneten, die sich auf Politik als Beruf konzentrieren.
Ich war das, mit dem Politiker ist kein Beruf. ;-)

Und das ist auch so, Du hast natürlich Recht, dass es Menschen gibt, die sich daran klammern und das zu ihrer Haupteinnahmequelle gemacht haben und genau das ist ja das Problem der heutigen Politikergeneration. Eigentlich sollen sie "unabhängig" agieren können und jederzeit in ihren Beruf zurückkehren, wenn sie abgewählt werden. Da es aber heute zu viele vom Kaliber Nahles gibt, kleben die auch so an ihren Stühlen.

Ich bin ja dafür, dass keiner ein Mandat bekommen darf, der nicht mindestens 5 Jahre in seinem erlernten Beruf gearbeitet hat.

Das war etwas OT, Tschuldigung.
 
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  • #229
AW: Welcher Job macht sie/ihn attraktiv?

Beruf ist idealerweise Berufung. Und wenn ein Mann / eine Frau mit dem "Pfunde wuchert", d.h. die vorhandenen Stärken, Fähigkeiten beruflich einsetzt, auslebt und damit Geld verdient ist es erst einmal völlig egal ob er oder sie Kellner/In, UnternehmerIn, Beamter/In, LehrerIn, JuristIn oder was auch immer ist.

Problematischer wird es nach meiner Erfahrung beim gegenseitigen Verständnis für die Bedürfnisse, Randbedingungen, Anforderungen des Berufes beim jeweils Anderen.

Trifft z.B. ein Mann mit einer geregelten Arbeitszeit, einer 35 Stunden-Woche und einer stationären Arbeitstelle im Angestelltenverhältnis auf eine quer in Deutschland arbeitende Unternehmensberaterin mit unregelmäßigen Arbeitszeiten, vielen Geschäftsreisen und einer 60-Stunden-Woche, wird es oft schwierig mit dem gegenseitigen Verständnis für die beruflichen Bedürfnisse des anderen.

Meine eigenen Erfahrungen - etwas plakativ und überspitzt formuliert - als langjähriger Selbständiger. Wenn ich zwei Stunden später vom Termin kam, sagte die Angestellte "Du kommst schon wieder zu spät, das Essen ist kalt" und die Unternehmerin fragte "Hattest Du einen harten Tag?".

Nur dies hat weniger etwas mit dem Beruf an sich, sondern eher mit der "Arbeitsorganisation" zu tun. Servicepersonal z.B. hat in der Regel bei geringer Bezahlung sehr unregelmäßig Arbeitszeiten und dies gilt auch für ein Teil der Beamten, z.B. für Kräfte der Feuerwehr oder der Polizei. Umgekehrt gibt es auch gutdotierte Jobs für Akademiker mit sehr geregelter Arbeitszeit. Die entscheidendste Frage ist vermutlich die nach der Motivation. Macht mir meine Arbeit Spass und ernährt sie mich als "Nebeneffekt" oder arbeite um Geld zu verdienen, damit ich mir das Leben leisten kann, das ich leben möchte.


LG Jorge
 
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  • #230
AW: Welcher Job macht sie/ihn attraktiv?

Zitat von Jorge:
Problematischer wird es nach meiner Erfahrung beim gegenseitigen Verständnis für die Bedürfnisse, Randbedingungen, Anforderungen des Berufes beim jeweils Anderen.
Hmm, wenn beide ihren jeweiligen Beruf als Berufung empfinden und auch ansonsten das für eine Partnerschaft nötige Grundverständnis füreinander aufbringen sollte es da eigentlich eher selten ein Problem geben.
Meinem Eindruck nach entstehen solche Probleme in aller Regel dann, wenn nur einer den Beruf als Berufung erlebt und der andere ihn bestenfalls als notwendiges Übel betrachtet.
Unter anderem deshalb ist mir im Grunde herzlich egal was meine Partnerin beruflich macht, solange sie es mit ähnlich viel Spaß und Freude macht mit der auch ich meinen Beruf lebe.
 
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  • #231
AW: Welcher Job macht sie/ihn attraktiv?

@ SineNomine: Bingo, siehe Overtüre und Schluss meines Textes, sehe ich genauso


Zitat von Jorge:
Beruf ist idealerweise Berufung. Und wenn ein Mann / eine Frau mit dem "Pfunde wuchert", d.h. die vorhandenen Stärken, Fähigkeiten beruflich einsetzt, auslebt und damit Geld verdient ist es erst einmal völlig egal ob er oder sie Kellner/In, UnternehmerIn, Beamter/In, LehrerIn, JuristIn oder was auch immer ist.

.. Die entscheidendste Frage ist vermutlich die nach der Motivation. Macht mir meine Arbeit Spass und ernährt sie mich als "Nebeneffekt" oder arbeite um Geld zu verdienen, damit ich mir das Leben leisten kann, das ich leben möchte.
 
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  • #232
AW: Welcher Job macht sie/ihn attraktiv?

Zitat von SineNomine:
Unter anderem deshalb ist mir im Grunde herzlich egal was meine Partnerin beruflich macht, solange sie es mit ähnlich viel Spaß und Freude macht mit der auch ich meinen Beruf lebe.
...so klappt es dann nämlich sogar zwischen einem Kunsthistoriker und einer technischen Asistentin. :D
 
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  • #234
AW: Welcher Job macht sie/ihn attraktiv?

Zitat von Heike:
Außergewöhnlicher wäre es zwischen Kunsthistorikerin und technischem Assistenten, befürchte ich dennoch.
Es gibt IMMER etwas, das außergewöhnlicher, schlimmer, toller, aufregender, schöner, schmerzhafter, ist...
Mir ging es nicht darum, einen Eintrag ins Guinnessbuch für die abgedrehteste Partnerschaft zu bekommen, sondern darum, dass der Beruf wirklich keine allzu große Rolle spielt, wenn man lebt, was Jorge und SineNomine beschreiben.
 
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  • #235
AW: Welcher Job macht sie/ihn attraktiv?

Zitat von goldmarie:
Es gibt IMMER etwas, das außergewöhnlicher, schlimmer, toller, aufregender, schöner, schmerzhafter, ist...
Mir ging es nicht darum, einen Eintrag ins Guinnessbuch für die abgedrehteste Partnerschaft zu bekommen, sondern darum, dass der Beruf wirklich keine allzu große Rolle spielt, wenn man lebt, was Jorge und SineNomine beschreiben.
Das hab ich schon verstanden, Goldmarie. Und hinzugefügt, daß die von dir genannte Berufsverteilung ein besseres Beispiel für deren These wäre, wenn das Geschlechterverhältnis umgekehrt wäre. Oder sollte man aus dem vermutlich geringeren Vorkommen von Kunsthistorikerin/technischerAssistent-Paaren schließen, daß deren Berufe ihnen weniger Berufung sind als im umgekehrten Falle?
 
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  • #236
AW: Welcher Job macht sie/ihn attraktiv?

Zitat von Heike:
Das hab ich schon verstanden, Goldmarie. Und hinzugefügt, daß die von dir genannte Berufsverteilung ein besseres Beispiel für deren These wäre, wenn das Geschlechterverhältnis umgekehrt wäre. Oder sollte man aus dem vermutlich geringeren Vorkommen von Kunsthistorikerin/technischerAssistent-Paaren schließen, daß deren Berufe ihnen weniger Berufung sind als im umgekehrten Falle?
Ich kann nicht ändern, dass die real existierende Verteilung in meinem speziellen Fall nicht auch noch eine geschlechtsunspezifische Rollenverteilung beinhaltet. ;o)
Es ging mir weniger um die Berufung in Beziehung zu bestimmten Berufen, sondern darum, dass Menschen mit vollkommen unterschiedlichen Berufen - und damit Berufungen durchaus zueinanderfinden und sich gegenseitig bereichern können (auch wenn ich es anfangs selbst nicht recht glauben wollte).
 
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AW: Welcher Job macht sie/ihn attraktiv?

Zitat von goldmarie:
Ich kann nicht ändern, dass die real existierende Verteilung in meinem speziellen Fall nicht auch noch eine geschlechtsunspezifische Rollenverteilung beinhaltet. ;o)
Es ging mir weniger um die Berufung in Beziehung zu bestimmten Berufen, sondern darum, dass Menschen mit vollkommen unterschiedlichen Berufen - und damit Berufungen durchaus zueinanderfinden und sich gegenseitig bereichern können (auch wenn ich es anfangs selbst nicht recht glauben wollte).
Ja, das ist möglich und eine feine Sache, wenn es der Fall ist.
Aber Ausgangspunkt war ja:
Zitat von SineNomine:
Meinem Eindruck nach entstehen solche Probleme in aller Regel dann, wenn nur einer den Beruf als Berufung erlebt und der andere ihn bestenfalls als notwendiges Übel betrachtet.
Unter anderem deshalb ist mir im Grunde herzlich egal was meine Partnerin beruflich macht, solange sie es mit ähnlich viel Spaß und Freude macht mit der auch ich meinen Beruf lebe.
Und da frage ich mich eben: Mal angenommen, Kunsthistorikerin/technischer-Assistent sei seltener als Kunsthistoriker/technische-Assistentin. Heißt das dann, daß Kunsthistorikerinnen es weniger egal ist, was ihr Partner macht, als Kunsthistorikern, was ihre Partnerin beruflich macht?
Und wenn ja, hat das was damit zu tun, daß im Falle von Kunsthistorikerin/technischer-Assistent die Berufe oder der Beruf weniger Spaß und Freude macht als im Falle von Kunsthistoriker/technische-Assistentin?
Wenn das nicht plausibel anzunehmen ist, dann stimmt womöglich was an SineNomines Argument nicht.
Die Situation mit den Berufen ist eben doch etwas komplexer, es ist nicht schon alles in Butter und es herrscht nicht schon dann die große Freiheit der Partnerwahl, wenn beiden der Beruf Spaß macht. Berufe spielen womöglich doch eine gewisse Rolle, nicht nur die eigene Identifikation mit ihnen.
Männer können das "im Grunde ist es mir herzlich egal" in Bezug auf den Beruf des Partners traditionell sehr viel leichter aussprechen und leben als Frauen. Das war mein Punkt. :)
 
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  • #238
AW: Welcher Job macht sie/ihn attraktiv?

Zitat von Heike:
Männer können das "im Grunde ist es mir herzlich egal" in Bezug auf den Beruf des Partners traditionell sehr viel leichter aussprechen und leben als Frauen. Das war mein Punkt. :)
Da haben wir uns dann wohl mit sehr unterschiedlichen Punkten auseinandergesetzt... ;)
 
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AW: Welcher Job macht sie/ihn attraktiv?

Zitat von goldmarie:
Da haben wir uns dann wohl mit sehr unterschiedlichen Punkten auseinandergesetzt... ;)
Offenbar. :)
Ich bin halt nicht so beeindruckt, wenn ein Mann meint, der Beruf seiner Partnerin sei ihm nicht so wichtig, hauptsache, Sie habe Spaß dran. Das könnte sich genauso gut auf Stricken, Kochen usw. beziehen. Und kann - nicht: muß! - auch eine Geringschätzung der beruflichen Betätigung der Frau zum Ausdruck bringen. Oder eben die traditionelle Verteilung der Werte, wonach dem Mann der Status der Frau weniger wichtig ist als derjenige des Mannes der Frau.
Beeindruckt wäre ich eher, wenn eine Akademikerin mit Hochstatusberuf sagte, der Beruf ihres Partners sei ihr nicht so wichtig, hauptsache, er mache ihm Spaß. :)
 
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  • #240
AW: Welcher Job macht sie/ihn attraktiv?

Zitat von Heike:
Offenbar. :)
Ich bin halt nicht so beeindruckt, wenn ein Mann meint, er Beruf seiner Partnerin sei ihm nicht so wichtig, hauptsache, Sie habe Spaß dran. Das könnte sich genauso gut auf Stricken, Kochen usw. beziehen. Und kann - nicht: muß! - auch eine Geringschätzung der beruflichen Betätigung der Frau zum Ausdruck bringen. Oder eben die traditionelle Verteilung der Werte, wonach dem Mann der Status der Frau weniger wichtig ist als derjenige des Mannes der Frau.
Beeindruckt wäre ich eher, wenn eine Akademikerin mit Hochstatusberuf sagte, der Beruf ihres Partners sei ihr nicht so wichtig, hauptsache, er mache ihm Spaß. :)
...und warum sollte das umgekehrt weniger Geringschätzung zum Ausdruck bringen können (nicht: müssen)?! Ich verstehe nicht, wo da im Rollentausch der Unterschied sein soll.
Liegt aber vermutlich daran, dass ich gerade erst einen Fall erlebt habe, wo die schwerreich beerbte Ärztin ihrem Partner vorschlug, doch zum Zeitvertreib ein bisschen studieren zu gehen statt weiterhin seinem ihm sehr am Herzen liegenden Handwerkerjob weiter nachzugehen. Weil er sich dann ja auch um die angedachten Kinder kümmern kann, wo sein Job doch eh so belanglos ist...
Der Fall mag ein bisschen anders gelagert sein, als der von Dir geschilderte, macht für mich aber sehr deutlich, dass durchaus auch Frauen den Job ihres Partners - nein, eigentlich ihren Partner selbst - geringschätzen können.

Letztendlich ging es mir auch nicht darum, von einem Statemend beeindruckt zu sein sondern darum, dass zwei Menchen in unterschiedlichen Beruf(ung)en miteinander glücklich sein können, wenn sie diese unterschiedlichen Berufungen - jeder für sich und für den anderen mit - ähnlich wichtig nehmen.