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Gast

  • #16
Na, Anforderungskataloge gab es gerade früher. Vielleicht offener und ehrlicher, während heute eher der Selbstbetrug über sie gedeckt wird.
Und die "Ansprüche" kommen nicht einfach nur aus früheren und womöglich enttäuschenden Beziehungen, sondern auch aus dem Gefasel "guter Freunde" oder völlig unbekannter, aber Doppelgänger suchender Foristen.
In jedem Opfertrostthread gibts Stimmen, die verkünden: Liebe(r) X, dieser Typ (diese Frau) hat dich nicht verdient. Du bist so eine tolle Frau (ein toller Mann), viel toller als all die andere da, jeder muß sich glücklich schätzen, wenn er dich kennenlernen und sich um dich bemühen darf, du verdienst nur das Beste. - Ist als Trost gedacht, natürlich nur im besten Sinne, aber operiert eben gerade mit dem Anspruchsdenken, legt es dem anderen, gerade wenn er besonders verletzt und deswegen besonders empfänglich dafür ist, eng ans Herz.
Nicht ohne Komik geschieht diese Erziehung zum Anspruchdenken meist Hand in Hand mit einer Abwertung des Abwesenden dafür, daß er so ein Anspruchsdenken an den Tag legt, nämlich die Foristin (den Foristen) verabschiedet.
 
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Gast

  • #17
Ich glaube, die allgemeine Regel für Ansprüche bei Selfworthship/Selfworship ist: Ansprüche sind genau dann schlecht, wenn der andere sie hat und sie höher sind als die eigenen oder die der Doppelgänger. Und sie sind genau dann gut und gerechtfertigt, wenn es die eigenen oder die der Doppelgänger sind und sie höher sind als die der unbestimmt Abwesenden, die es zu besiegen gilt, weil man so abhängig von ihnen ist.
 
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  • #18
Erkläre mir doch einmal,was du mit Doppelgänger meinst. Die Bedeutung in den Zusammenhängen, wie du sie gebrauchst, erschliesst sich mir bisher nicht. Doppelgänger im Sinne von " Man identifiziere sich mit der Person oder einer der Personen in einem Thread" vielleicht?
 
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  • #19
In der Partnerschaft werden Ansprüche erhöht, nicht gesenkt.
 
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  • #20
Zitat von Vizee:
Erkläre mir doch einmal,was du mit Doppelgänger meinst. Die Bedeutung in den Zusammenhängen, wie du sie gebrauchst, erschliesst sich mir bisher nicht. Doppelgänger im Sinne von " Man identifiziere sich mit der Person oder einer der Personen in einem Thread" vielleicht?
Wenn du so freundlich fragst, gern.
Einer, der einen primär als Stellvertreter von einem selbst interessiert und mit dem man sich umstandslos verwechseln kann. Das billigste Schnäppchen für jemanden, der sich im Hinblick auf Empathie und Solidarität nicht mehr leisten kann oder will.
 
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  • #21
Ok. Dazu fällt mir jetzt nur der Begriff "Surrogate" ein. Ein Leidensgenosse, jemand, den man stellvertretend für das eigene Leid /negativ erlebte sieht. Mit dem man sich solidarisch sieht. Vielleicht auch etwas projeziert. Ist es aber nicht natürlich oder normal, dass man sich in Situationen oder Verhaltensweisen wieder erkennt? In einem Schlüsselerlebnis?
 
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  • #23
Zitat von Vizee:
Ok. Dazu fällt mir jetzt nur der Begriff "Surrogate" ein. Ein Leidensgenosse, jemand, den man stellvertretend für das eigene Leid /negativ erlebte sieht. Mit dem man sich solidarisch sieht. Vielleicht auch etwas projeziert. Ist es aber nicht natürlich oder normal, dass man sich in Situationen oder Verhaltensweisen wieder erkennt? In einem Schlüsselerlebnis?
Naja - die Frage ist wohl, was man da glaubt wiederzuerkennen... So wie Butte es beschreibt, wird da wohl in erster Linie eine Möglichkeit erkannt, sich das eigene unreflektierte Gefühlschaos leihweise zu bestätigen und damit zur "Wahrheit" zu machen. Das ist dann etwas mehr als "etwas" projeziert. Leiden/Gefühl mag da im Gleichklang schwingen - aber der Umgang damit wirkt doch oft sehr unerwachsen : wüste Schuldzuweisungen, eigene Anteile möglichst negieren, sich ums Verrecken Aufwerten....

Sicher ist es tröstlich, wenn man ähnliches erlebt hat und sich entsprechend verstanden fühlt und auch selber einfühlen kann. Wenn die Verarbeitung aber absolut an der Oberfläche bleibt bzw. eigentlich gar nicht stattfindet, ist es ..... kaum von Nutzen. Es hilft nicht, zu einem tieferen Verstehen zu kommen, man schleppt dann eher unnötige Altlasten mit und wird in ähnlichen Situationen die gleichen Fehler machen wie bisher.
 
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  • #24
Tja, Butte - gut zusammengefasst... was bleibt da noch übrig zu sagen ? ;-)
 

hmm

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  • #25
Besondere Expartner erhöhen die Ansprüche für die folgenden. Der oder die Neue soll genauso sexy, witzig, interessant oder sonst was sein Nicht so angesehene Ex-.Partner müßten dann auch die Ansprüche senken...
Im Internet ist es dann aber vielleicht grad anders rum und man wähnt nun den attraktiveren Partner in greifbarer Nähe und versucht es halt mal., obwohl es vielleicht nicht mal zu den eigenen Ansprüchen gehört und man im Zweifelsfall nachher noch überfordert ist. Daher die doch mehr verbreitete Vorliebe fürs durchschnittliche, solide.

Ansonsten bleibe ich bei den persönlichen Voraussetzungen für eine glückliche Beziehung, da ist man dann aber mehr bei seinen Bedürfnissen und nicht bei seinen Ansprüchen. . Und Bedürfnisse kann man nicht senken, sondern höchstens reflektieren;-) oder auch zusehen, ob man das eine oder andere Bedürfnis nicht auch woanders, mit anderen Menschen erfüllten könnte. Das entlastet dann den potentiellen Partner und macht die Beziehung auch lebendiger.
 
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  • #26
War hat es gerne, gewählt worden zu sein, weil der Anspruch gering war. Doch wohl niemand.
 
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hmm

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  • #27
Das Wort Anspruch passt hier schon nicht. Auf was hat man oder ehebt man da Anspruch ?
 
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  • #29
Auf vieles. Geliebt zu werden, zu lieben, nicht alleine zu sein, gemeinsam kochen, wandern, was auch immer. Alles Ansprüche.
 
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  • #30
Aber Victors Frage war eine andere. Senken lasse sich diese, auf die man keinen großen Wert legt. Ist doch logo.