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marlene_geloescht

  • #16
AW: Weiß nicht mehr weiter

@Delfin und Wasserfee:
Die "emotionale Sicherheit" bezieht sich aber doch in diesem Fall auf die Beziehung. Warum sollte man diese dann vom Partner entkoppelt betrachten?
Also ich brauche das sichere Gefühl, dass mein Partner mich liebt und eine Beziehung mit mir will. Da will ich nicht jeden Tag von neuem drüber nachgrübeln müssen und mich unsicher fühlen.
Wenn mein Partner in mir unsichere Gefühle hinterlässt, muss das mit IHM geklärt werden, woran es liegt und ob man das abschaffen kann. Wenn nicht, muss man sich klar werden, ob man sich weiter quälen will oder sich einen anderen Partner sucht, wo es gefühlsmäßig besser passt.
 
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Wasserfee

  • #17
AW: Weiß nicht mehr weiter

Zitat von Andre:
Jetzt, wo du's fragst, frag' ich mich das auch. Wenn man jemanden liebt, dann wünscht man sich doch, gleichermaßen zurückgeliebt zu werden. Wie soll man denn sonst entspannt sein Glück genießen können?
Natürlich will ich geliebt werden! Aber nicht, weil ich ihm Familie, Anerkennung, finanzielle Sicherheit, emotionale Sicherheit oder was auch immer gebe, sondern weil er mich als Mensch liebt. Liebe kann durchaus frei sein - frei von irgendwelchen Erwartungen, die ich mit einem Partner verknüpfe und glaube, nur von ihm zu bekommen.
 
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marlene_geloescht

  • #18
AW: Weiß nicht mehr weiter

Zitat von delfin 1988:
" Könntest du ihn auch einfach als Partner sehen und die emotionale Sicherheit davon entkoppeln?"

Geht das? Der Gedanke bringt mir Erleichterung! Aber geht das wirklich? Gehört das nicht zusammen, die emotionale Sicherheit und die Paarbeziehung? Ich gebe ganz viele Gefühle darein. Deshalb gehört für mich die emotionale Entsprechung auf der anderen Seite dazu. Ich denke aber darüber nach. Das klingt wirklich interessant und hätte etwas sehr auf Augenhöhe!
@Delfin: Tut mir leid aber ich glaube, du machst dir was vor!

Sei mal egoistisch und überlege, was dir guttut und was du dir in einer Beziehung wünschst.
Wenn er dir seine Gefühle nicht so zeigen kann oder nicht so erwidert, dass du glücklich bist, warum hältst du dann an ihm fest?
 
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  • #19
AW: Weiß nicht mehr weiter

@Wasserfee
"Wie gut kannst du deinem Gefühl vertrauen? Wenn es schlagartig kommt, ist da oft etwas dran (bei mir jedenfalls). Manchmal überlisten einem die Gefühle aber auch - und irgendeine Mischung aus alten Ängsten und Erfahrungen kommt da hoch. Ich neige dann oft zu Spontanhandlungen und denke hinterher: Das hättest du auch anders lösen können. Vielleicht mit etwas mehr Besonnenheit ..."

Meine Gefühle haben mich schon oft überlistet, weil es die Mischung war, von der Du schreibst. Das ist der Grund, warum ich meiner eigenen Wahrnehmung nicht richtig zu trauen wage. Das heute kam mit überwältigender Klarheit. Am liebsten hätte ich genau da ihn angerufen und ihn gefragt, ob er womöglich genau das gleiche fühlt. Es war plötzlich, als gäbe es keine andere Richtung des Denkens mehr.

Ich hatte aber ja auch von meiner 9 Jahre währenden Beziehung geschrieben. Wie oft war ich darin felsenfest überzeugt, es sei vorbei, er liebe mich nicht mehr, obwohl es dafür objektiv keine Anzeichen gab und er aus allen Wolken fiel, als ich ihn damit konfrontierte. Er war aber in der Lage, meine Unsicherheit mit mir zu tragen.
 
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  • #20
AW: Weiß nicht mehr weiter

@Marlene
Ich halte an ihm fest, weil ich mich in ihn verliebt habe, wie schon lange in niemanden mehr. Das will ich nicht aufgeben, wenn ich nicht muss.
 
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  • #21
AW: Weiß nicht mehr weiter

@Wasserfee
"Kannst du dir vorstellen, ihm das zu sagen? Es ist ja zulässig, eine andere Vorstellung von Beziehung zu haben als der andere. Vielleicht könnt ihr euch so annähern, ohne dass du ihn damit unter Druck setzt."

Genau das ist es. Ich will ihn nicht unter Druck setzen. Wie geht das, wenn ich ihm meine Erwartungen sage?
 
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Wasserfee

  • #22
AW: Weiß nicht mehr weiter

Vielleicht berichte ich einfach mal aus der anderen Perspektive: Ich war acht Jahre mit einem Mann zusammen, der bei mir immer diese emotionale Sicherheit gesucht hat. Ich habe ihm stets versichert, dass wir zusammengehören und dass er mir vertrauen kann. Das war irgendwann ein richtiges Ziel für mich: Ihm zu zeigen, dass er bei mir sicher ist. (Das ist übrigens das, was ich meine: Das Beziehungsziel ist nicht die Liebe, sondern irgendeine Ersatzgeschichte) Doch er hat es immer wieder geschafft, mir zu beweisen, dass man mir nicht vertrauen kann. Das zerstörte mein gesamtes Selbstbild! Ich habe nie jemanden betrogen, ich war damals bereit alles zu geben, um eine Partnerschaft aufrecht zu erhalten. Und immer meinte er, mir irgendwas vorwerfen zu können. Das ging so weit, dass ich irgendwann total verunsichert war und schon alleine beim Nennen eines Männernamens sichtbar unruhig wurde - egal welcher, egal, ob ich den nett fand oder nicht.

Lange Rede, kurzer Sinn: Eine Beziehung auf dieser Basis ist wenig tragfähig. Die Sicherheit, die mein Partner brauchte, die konnte ich ihm nicht geben und niemand sonst. Die musste er in und für sich selbst finden.
 
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Wasserfee

  • #23
AW: Weiß nicht mehr weiter

Jetzt schreiben wir gerade überkreuz ...

Wie du ihm etwas vermitteln kannst, ohne ihn unter Druck zu setzen?
Die schlechte Nachricht: Du weißt nie, wie dein Gegenüber die Botschaften auffasst, die du aussendest.
Die gute Nachricht: Du kannst es beeinflussen, wie und welche Botschaften du rüberschickst, und hoffen, dass er sie genauso aufnimmt, wie du sie gedacht hast.

Konkret: Rede nur von dir! Keine Vorwurfshaltung ("Du rufst nie an!"). Sag ihm ganz sachlich, was du festgestellt hast (Du hast mich gestern nicht angerufen), dann sagst du ihm, wie du dich damit gefühlt hast (Ich war traurig) und was du dir im Innersten wünschst/erhoffst (..., weil ich dir so gerne noch etwas erzählen wollte). Ganz zentral ist, was du fühlst, auch auszudrücken. Dann kannst du ihn fragen, wie er sich mit der Situation fühlt, oder ihn bitten, etwas für dich zu tun, damit du mehr Sicherheit hast oder ihm einen Vorschlag zu machen, wie ihr es künftig lösen könntet.
 
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  • #24
AW: Weiß nicht mehr weiter

@Wasserfee
Danke für Deine Offenheit! Ich erkenne mich tatsächlich in Deinem Expartner wieder! In vielen Beziehungen, die ich hatte, habe ich im 48-Stunden-Rhythmus irgendetwas gefunden, das sich zum Zweifeln eignete. Und der Druck durch den Zweifel ließ sich auch vor dem jeweiligen Partner immer wieder nicht verbergen. Ich wurde verschlossen, einsilbig, fast wie ein Zwang, bis ich gefragt wurde und meine Last endlich loswerden konnte. Versicherungen von meinen zunehmend verzweifelten Expartnern brachten jedes Mal wieder nur kurzfristig Erleichterung meiner Seelenpein. So ist es wahrscheinlich auch Deinem Ex gegangen. Und Du warst völlig unschuldig. Und er auch.
 
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marlene_geloescht

  • #25
AW: Weiß nicht mehr weiter

Zitat von Wasserfee:
Lange Rede, kurzer Sinn: Eine Beziehung auf dieser Basis ist wenig tragfähig. Die Sicherheit, die mein Partner brauchte, die konnte ich ihm nicht geben und niemand sonst. Die musste er in und für sich selbst finden.
Delfin, ich glaube, du musst wirklich dringend mit deinem Geliebten sprechen. Um erstmal herauszubekommen, ob deine Zweifel einen echten Grund haben (so wie das bei mir der Fall war) oder nur in dir selbst liegen (so wie in deiner früheren Beziehung oder bei Wasserfees Partner der Fall war).

Dann kannst du daran arbeiten, an dir selbst, mit ihm zusammen oder ohne ihn.

Jedenfalls: Eine Beziehung ist auch nicht tragfähig, wenn einer seine eigenen Bedürfnisse immer zurückstellt, als hätten sie keine Berechtigung. Spätestens wenn die Verliebtheitsphase vorbei ist, wird das dann wirklich zum Problem.
 
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  • #26
AW: Weiß nicht mehr weiter

@Wasserfee
"Konkret: Rede nur von dir! Keine Vorwurfshaltung ("Du rufst nie an!"). Sag ihm ganz sachlich, was du festgestellt hast (Du hast mich gestern nicht angerufen), dann sagst du ihm, wie du dich damit gefühlt hast (Ich war traurig) und was du dir im Innersten wünschst/erhoffst (..., weil ich dir so gerne noch etwas erzählen wollte). Ganz zentral ist, was du fühlst, auch auszudrücken. Dann kannst du ihn fragen, wie er sich mit der Situation fühlt, oder ihn bitten, etwas für dich zu tun, damit du mehr Sicherheit hast oder ihm einen Vorschlag zu machen, wie ihr es künftig lösen könntet. "

Da gäbe es eine Sache, die ich auf die Art und Weise gut klären könnte. Danke!
Bist Du Psychologin, weil Du dich so gut auskennst? Ich bin immer wieder froh über dieses Forum! Da bekomme ich wirklich Anregungen, Lösungsvorschläge, die sehr gut sind! Wie jetzt von Dir.
 
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  • #27
AW: Weiß nicht mehr weiter

@Marlene
"Jedenfalls: Eine Beziehung ist auch nicht tragfähig, wenn einer seine eigenen Bedürfnisse immer zurückstellt, als hätten sie keine Berechtigung. Spätestens wenn die Verliebtheitsphase vorbei ist, wird das dann wirklich zum Problem. "

Ich stelle eindeutig Bedürfnisse zurück. Und Du hast Recht: Ich muss mit ihm reden. Immer wieder ist das die Erkenntnis, allein, ich tu es nicht. Angst vor einem möglichen Ende.
"Nur Mut" hat Wasserfee oder hast Du geschrieben. Das ist es, was mir fehlt.
 
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marlene_geloescht

  • #28
AW: Weiß nicht mehr weiter

"Nur Mut" schreibe ich dir nochmal :)
Du kannst nur gewinnen - Befreiung von deinen Zweifeln!!
 
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  • #29
AW: Weiß nicht mehr weiter

Zitat von delfin 1988:
Liebes und hilfreiches Forum, ich kenne mich nicht mehr aus mit meinen und seinen Gefühlen (desjenigen, mit dem ich seit Kurzem zusammen bin). Es ist kein richtiges Zusammensein oder wenigstens so anders als alles, was ich sonst aus Beziehungen kenne, dass ich gefühlsmäßig ins Schwimmen komme. Wie kann ich das besser erklären? Es fehlt etwas von seiner Seite. In mir wächst die Befürchtung, dass es mit uns einfach nicht richtig passt. Dass wir es beenden sollten, weil es nicht richtig hinhaut. Das hat mich heute beinah wie ein Schlag getroffen. Wie lange sollte man der möglichen Entwicklung einer Liebe aus einer Verliebtheit geben? Was gehört für Euch zu dieser Entwicklung dazu?
Wieviel Zeit man einer Liebe aus einer Verliebtheit geben soll, weiß ich nicht wirklich, denn das hängt aus meiner Sicht sehr von der Persönlichkeit der Frau/des Mannes ab.
Ich - z.B.- gab mich meinen Hoffnungen ca. 2 Jahre hin, obwohl meinerseits eine Art "Hass-Liebe" entstanden ist, bis der Mann sich von mir trennte, weil er meinte, dass wir nicht zusammenpassen.
Tatsache ist, dass er introvertiert und ich extrovertiert veranlagt bin, mich bei manchen Themen aber auch introvertiert verhalte.
Tatsache ist, dass ich ihn nur eine kurze Zeit (ca. 1/2 Jahr) lieben konnte, denn danach kam meinerseits eine Unzufriedenheit und auch Ärger auf, da ich mich emotional nicht verstanden gefühlt habe.

Es fiel ihm grundsätzlich schwer, seine Gefühle mitzuteilen und sich in die Situation eines anderen Menschen hineinzuversetzen. Ich war so verliebt, dass ich meinte, mit Geduld und Verständnis kann ich damit umgehen.
Nach diesem besagten halben Jahr fühlte ich mich "einfach" ungeliebt und abgelehnt. Er teilte mir mit, dass er gar nicht wisse, warum ich so empfindlich und ärgerlich reagiere. So dachte ich mir, dass bilde ich mir nur ein, da "Ablehnung" mein kritisches Thema ist und ich zu lernen habe, meine Empfindlichkeit abzubauen.
Irgendwann sagte er mir jedoch, dass er mich nicht liebe und nur zum Zeitvertreib mit mir zusammen sei. Das war für mich eine große Verletzung.

Zu dieser Art von Verletzung möchte ich es nicht mehr kommen lassen. Eine Partnerschaft ohne emotionales Wärme ist für mich nicht möglich, bzw. eine Grundvoraussetzung um einem anderen Menschen nahe zu sein.
 
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Wasserfee

  • #30
AW: Weiß nicht mehr weiter

Zitat von delfin 1988:
Bist Du Psychologin, weil Du dich so gut auskennst? Ich bin immer wieder froh über dieses Forum! Da bekomme ich wirklich Anregungen, Lösungsvorschläge, die sehr gut sind! Wie jetzt von Dir.
Keine Psychologin. Ich helfe Menschen, ihre alten, emotionalen Pfade zu verlassen und beschäftige mich viel mit Kommunikation.

"Nur Mut" kam nicht von mir, ist aber gut! Ich füge noch an: Bleib ganz bei dir selbst!

Mir hat es mal geholfen, mir vorzustellen, ob ich ihn (den Mann, den ich liebe) loslassen kann. Aus Vorstellung wurde Realität. Ich war bereit, ihn gehen zu lassen. Ich habe es in meinem Fall nicht geschafft, mit ihm zusammenzukommen, aber ich habe mein Gesicht gewahrt und ich blieb bei mir selbst. Es hat nicht sehr weh getan, denn meine Liebe war ja immer noch da. Einfach so.