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  • #31
Und dann war da das Weihnachtsfest, zwei Jahre später, ich ging schon zur Schule. Die Zweifel am Weihnachtsmann waren gewachsen. Deshalb beschlossen meine Eltern, dass ein richtiger verkleideter uns besuchen sollte, um den Glauben noch etwas zu erhalten.
Am Nachmittag des Heiligabend kam uns unser Onkel R. besuchen. Mein Paps brachte ihn noch nach draußen zur Verabschiedung. ( Wir wohnten mittlerweile in einem kleinen 2-Zimmer Häuschen mit Garten und sie gingen wohl zum Schuppen, wo das Kostüm parat lag und sich der Onkel verkleiden konnte ).
Wenig später erschien dann der Weihnachtsmann!
Im ersten Moment waren wir ja fasziniert.
Doch - autsperdauts - dann schauten meine große Schwester und ich uns an . . . und mussten die ganze folgende Zeit heftigst kichern, denn der Weihnachtsmann trug die Stiefel von unserem Onkel R. !!! Wir sagten brav unsere Gedichte auf, nahmen die kleinen Pakete in Empfang, freuten uns, aber . . . waren den ganzen übrigen Abend nur noch albern am lachen. Ohne Pause. Auf die Fragen der übrigen reagierten wir nicht, wir wollten weder unseren kleineren Geschwistern noch den Eltern den Tag verderben, sie hatten es ja gut gemeint. Nur ganz einfach nicht bedacht, dass Kinder eine große Beobachtungsgabe besitzen und auch Stimmen wiedererkennen können, gerade, wenn derjenige direkt vorher zum Kaffee da war.
Aaaber . . . somit wussten wir jetzt definitiv,
dass es wirklich keinen Weihnachtsmann gibt.
 
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  • #32
In meiner Familie war und ist Weihnachten das Fest, wo die Familie, so gut es geht, zusammen kommt. Niemand bleibt alleine, wir kochen, essen, trinken gemeinsam, spielen Karten- oder Brettspiele, bespaßen die Kinder. Die Großeltern reisten bei uns an, die Wohnung war voll, 8 Personen, manchmal noch mehr, saßen an Hl. Abend gemeinsam am Wohnzimmertisch und aßen, ehe wir Kinder Weihnachtslieder sangen und danach unsere Geschenke auspackten. Ich erinnere mich, dass damals der Gabentisch mit einer weißen Tischdecke zugehängt war und so manches Päckchen unter dem Baum stand. In dieser Zeit war die Familie immer so nah beieinander, wie sonst selten im Jahr. Dieses Jahr, meine Kinder sind bei ihrer Mutter und ich bin dort nicht eingeladen, haben meine Geschwister mich eingeladen, mit ihnen und meinen Nichten den heiligen Abend zu verbringen. Ich werde meine Kinder vermissen, ganz sicher, doch ich werde nicht alleine sein, da meine Familie für mich da ist. Am 2. Weihnachtsfeiertag habe ich dann meine Kinder bei mir und ich hoffe, dass ich ihnen so viel Wärme, Liebe und Geborgenheit vermitteln kann, dass sie die Zeit mit mir genießen. Familie ist etwas, was gehütet und beschützt werden sollte, gerade für Kinder ist ein intaktes Elternhaus oder zumindest die Sicherheit, dass Vater und Mutter für sie nach wie vor immer da sind, sehr wichtig.
Ich glaube dir, dass du deine Kinder vermissen wirst. Aber schön, dass deine Geschwister und deren Kinder für dich da sind. Ich habe meine Geschwister als Kind oft verteufelt (haben wir das nicht alle irgendwann getan?) und bin heute soooo froh, dass ich diese Familie habe - auch wenn es manchmal nervig ist.
Du kannst stolz darauf sein, wenn ihr (Du und deine Ex) das mit den Kindern trotz Trennung gut regelt. Das ist wirklich viel wert, vor allem für die Kinder.
 
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  • #33
In meiner Familie war und ist Weihnachten das Fest, wo die Familie, so gut es geht, zusammen kommt. Niemand bleibt alleine, wir kochen, essen, trinken gemeinsam, spielen Karten- oder Brettspiele, bespaßen die Kinder. Die Großeltern reisten bei uns an, die Wohnung war voll, 8 Personen, manchmal noch mehr, saßen an Hl. Abend gemeinsam am Wohnzimmertisch und aßen, ehe wir Kinder Weihnachtslieder sangen und danach unsere Geschenke auspackten. Ich erinnere mich, dass damals der Gabentisch mit einer weißen Tischdecke zugehängt war und so manches Päckchen unter dem Baum stand. In dieser Zeit war die Familie immer so nah beieinander, wie sonst selten im Jahr. Dieses Jahr, meine Kinder sind bei ihrer Mutter und ich bin dort nicht eingeladen, haben meine Geschwister mich eingeladen, mit ihnen und meinen Nichten den heiligen Abend zu verbringen. Ich werde meine Kinder vermissen, ganz sicher, doch ich werde nicht alleine sein, da meine Familie für mich da ist. Am 2. Weihnachtsfeiertag habe ich dann meine Kinder bei mir und ich hoffe, dass ich ihnen so viel Wärme, Liebe und Geborgenheit vermitteln kann, dass sie die Zeit mit mir genießen. Familie ist etwas, was gehütet und beschützt werden sollte, gerade für Kinder ist ein intaktes Elternhaus oder zumindest die Sicherheit, dass Vater und Mutter für sie nach wie vor immer da sind, sehr wichtig.
Ich wünsche Dir, dass du einen wunderbaren Heiligen Abend hast. Vielleicht findet sich da in eurer Familie eine neue Tradition.
Bei uns ist es mittlerweile das 5. Weihnachten als "getrennte" Familie.
Wir haben früher den Heilig Abend mit meinen Schwiegereltern bei uns gefeiert. Seit der Trennung gehen meine beiden Jungs und ich zu meiner kleinen Schwester und ihrer Familie. Meine Eltern sind auch dabei. Mittlerweile würde ich Heilig Abend auch gerne mit meinen Söhnen alleine feiern. Aber das möchten die beiden nicht. Vielleicht auch, weil sie ihren Vater dann weniger vermissen. Und das finde ich auch voll in Ordnung.
Am 1. Feiertag sind sie dann bei ihrem Vater.
Auch diesen Tag werde ich genießen. Den ganzen Tag im Schlafanzug rumfläzen, alle drei Teile Herr der Ringe schauen und mich von Schokopudding mit Sahne (Mischungsverhältnis 50:50) ernähren. :p
 
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  • #38
Ich wünsche Dir, dass du einen wunderbaren Heiligen Abend hast. Vielleicht findet sich da in eurer Familie eine neue Tradition.
Bei uns ist es mittlerweile das 5. Weihnachten als "getrennte" Familie.
Wir haben früher den Heilig Abend mit meinen Schwiegereltern bei uns gefeiert. Seit der Trennung gehen meine beiden Jungs und ich zu meiner kleinen Schwester und ihrer Familie. Meine Eltern sind auch dabei. Mittlerweile würde ich Heilig Abend auch gerne mit meinen Söhnen alleine feiern. Aber das möchten die beiden nicht. Vielleicht auch, weil sie ihren Vater dann weniger vermissen. Und das finde ich auch voll in Ordnung.
Am 1. Feiertag sind sie dann bei ihrem Vater.
Auch diesen Tag werde ich genießen. Den ganzen Tag im Schlafanzug rumfläzen, alle drei Teile Herr der Ringe schauen und mich von Schokopudding mit Sahne (Mischungsverhältnis 50:50) ernähren. :p
Ich danke Dir @Mimps de wünsche ich Euch ebenfalls. Für uns ist es das zweite Weihnachten nach der Trennung, zum Wohle der Kinder pflegen wir einen freundschaftlichen Umgang, nicht mehr, aber auch nicht weniger. So lernen unsere Kinder, dass die Trennung für sie nicht nur eine negative Entwicklung ist und dass ihre Eltern dann, wenn es zu ihrem Wohl ist, nach wie vor an einem Strang ziehen. Leicht ist das nicht, aber es ist möglich und dafür bin ich dankbar. Möglich ist es nur, weil wir uns nicht im Streit getrennt haben.
 
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  • #40
Während der Heiligabend damals noch recht witzig war, gab es am ersten Weihnachtstag bittere Tränen. Meine Mutti hatte ein Festessen zubereitet, mit einem riesigen Braten, der uns allen gut geschmeckt hat. Und auch besagter Onkel Weihnachtsmann war eingeladen. Meine Schwester und ich hatten uns mittlerweile wieder beruhigt, aber nun war es dieser Onkel, der während der ganzen Mahlzeit grinste, auf unsere Teller schaute, und dann wieder in unsere Kindergesichter. Das beunruhigte uns aber nicht weiter, er war nämlich schon ein Eigenbrötler, Anfang 20, aber immer irgendwo komisch ( im folgenden Jahr beging er Selbstmord, er war depressiv ). NACH dem Essen fragte er uns scheinheilig, ob es uns geschmeckt habe. Und teilte uns mit, dass das unsere Kaninchen waren, die meinem Vater angeblich vor ein paar Tagen versehentlich aus dem Stall davon gelaufen waren. Das gab aber bittere Tränen von uns allen vier Kindern! Und Enttäuschung, dass unsere Eltern uns angeschwindelt hatten.
Ich habe danach nie wieder in meinem Leben Kaninchenbraten gegessen.
 
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  • #41
Während der Heiligabend damals noch recht witzig war, gab es am ersten Weihnachtstag bittere Tränen. Meine Mutti hatte ein Festessen zubereitet, mit einem riesigen Braten, der uns allen gut geschmeckt hat. Und auch besagter Onkel Weihnachtsmann war eingeladen. Meine Schwester und ich hatten uns mittlerweile wieder beruhigt, aber nun war es dieser Onkel, der während der ganzen Mahlzeit grinste, auf unsere Teller schaute, und dann wieder in unsere Kindergesichter. Das beunruhigte uns aber nicht weiter, er war nämlich schon ein Eigenbrötler, Anfang 20, aber immer irgendwo komisch ( im folgenden Jahr beging er Selbstmord, er war depressiv ). NACH dem Essen fragte er uns scheinheilig, ob es uns geschmeckt habe. Und teilte uns mit, dass das unsere Kaninchen waren, die meinem Vater angeblich vor ein paar Tagen versehentlich aus dem Stall davon gelaufen waren. Das gab aber bittere Tränen von uns allen vier Kindern! Und Enttäuschung, dass unsere Eltern uns angeschwindelt hatten.
Ich habe danach nie wieder in meinem Leben Kaninchenbraten gegessen.
Kann ich nicht liken, traurige Geschichte:oops:.
 
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fleurdelis*

  • #42
Liebe @chava .... mal sehen ob ich das "toppen" kann ... ;) ... ich bin in einer Familie aufgewachsen, die Weihnachten nicht gefeiert hat. Wir haben damals auf einem Dorf gewohnt, da gab es noch richtige Winter ... von November bis Februar Schnee ... und die Weihnachtsbäume standen in den Gärten, vor den Läden ... schneebehangen und ich habe die Lichter geliebt ... es hatte so etwas von Heimeligkeit, Frieden ... Abends war es Dunkel und bereits Stille, weil die Zeit einfach anders war.... und ich bin da oft durch die Straßen gelaufen, weil ich die Lichter so schön fand ... und dann traurig nach Hause gegangen. ....... Ich durfte in der Schule keine Weihnachtssachen basteln. Das war in der Grundschule ziemlich gemein. Einmal habe ich einen Nikolaus aus Filz auf einer Grundlage aufgeklebt und eine 1 dafür bekommen, ich bin ganz stolz zu meiner Mutter um ihr das zu zeigen, und sie hat es genommen mich geschimpft und in den Müll geworfen ... Nach Weihnachten habe ich in der Schule nie von Geschenken erzählen können ... ich hatte keine..... Vor 30 Jahren habe ich meine Eltern "verlassen" ... mein Vater meinte dann auch, er hätte keine Tochter mehr ... Aber: seitdem feiere ich Weihnachten ... jedes Jahr ein bisschen schöner ... Sterne basteln kann ich immer noch nicht ... :) ... Aber ich habe jedes Jahr meinen eigenen Weihnachtsbaum ... und inzwischen eine ziemlich schöne Sammlung an Christbaumkugeln .... :) ... Weihnachten ist für mich das schönste Fest im Jahr ...
 
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  • #43
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  • #44
Manchmal wünsche ich mir einen Respekt-Button. Der Like-Button reicht da leider nicht.

Das mögt ihr jetzt wunderlich finden. Aber an so speziellen Tagen wie Heiligabend oder Silvester gibt es doch meistens einen Moment Ruhe, um an "andere" zu denken. Menschen, die mich in der Zeit gerade "beschäftigen", die ich lange nicht gesehen habe, auch die, die schon gegangen sind. Wo sie sind (ok, bei Letzteren eher nicht die Frage), wie sie gerade feiern, was sie gerade machen, wie es ihnen geht.

Hier sind so eindrucksvolle, warme und starke Geschichten und Personen (denn alle gehen auch bei viel Traurigkeit den Abend tapfer und optimistisch an) - da wird manche/r "Virtuelle" dieses Jahr auch in meinen Gedanken sein.

Edit: Das klingt so getragen. Also besser "ich rausch in Gedanken mal eben vorbei" ;)
 
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fleurdelis*

  • #45
@chava, @fleurdelis*, das sind ja traurige Geschichten, besonders deine, @fleurdelis*. Warum haben denn deine Eltern Weihnachten nicht gefeiert?
Weil meine Eltern seit ihrer Jugend einer Sekte angehören .... und ich gezwungenermaßen, dort aufwachsen musste, aber dort mein Leben nicht verbringen wollte, also bin ich sobald es mir möglich war, abgehauen .... meine komplette Familie gehört dahin, ich bin die Einzige, die da nicht mehr dabei ist. Deswegen habe ich bis heute keine Familie mehr .... aber in 30 Jahren lernt man, damit zu leben ... weil: Familie muss nicht Blutsverwandt sein ... ich habe ganz liebe Freunde ... so dass ich ... so einigermaßen nicht viel vermissen muss.... :)