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  • #586
Sei klar mit Dir, Deinen Werten. Hab eine Haltung zu den Dingen. Stell Dich Deinen Dämonen, Monstern. Das gibt Sicherheit, Souveranität. Und die ist enorm sexy. Finde ich :)
Und, wie kommt das zustande? An anderer Stelle hast du fallen lassen "Selbstzweifel? Ständig!" Ich würde Selbstzweifel mal unbescheiden mit "sich selbst hinterfragen" interpretieren und da gibt es Unterschiede. Die einen tun 's, die anderen nicht, wieder andere können/wollen/versuchen es nicht und manche stellen sich Fragen ,auf die andere gar nicht kommen würden!
Und wenn die Qualität der Fragen in Relation zu ihrer evtl. sinnvollen Beantwortung steht, dann führt das zu Einsichten, die einem Trichter gleich zu immer "ähnlicheren" Sichtweisen führen. Aber wie das mit Entwicklung halt so ist, auf einem langen Weg, von vielen unabhängig voneinander anfangs beschritten, werden es mit der Zeit immer weniger, die eigenen Ansprüche evtl. höher.

Es hilft dann wenig darüber nachzudenken, warum sagt mir in der ahnungslosen Verkennung der Umstände ein intellektuelles Streifenhörnchen "So eine intelligente Frau will niemand zuhause haben!". Geht zu sehr am Kern der Sache, die mögliche Partnerschaft, vorbei. Intelligenz ist per se nichts schlimmes und auch nicht das was man daraus machen kann.

Es hat dann schon mit der Akzeptanz zu tun, dass dein evtl. betonteres Merkmal "Entwicklung" dich einsamer macht und du für dich herausfinden musst wie damit umgehen.

Ich bin ja nur ein Mann, naturdoof, ein wenig beschränkt und zum Glück gibt es so viele kluge Frauen, (stimmt leider auch nicht, aber ich habe schon einige mich tief beeindruckende kennengelernt,) sodass ich mich für die kompromislose Variante entscheiden konnte. Lieber keine Partnerschaft als so ein halbgares Zeuchs. Gerechnet habe ich nicht mehr damit. Meine Frau auch nicht. Sie war auch lange alleine unterwegs, auf der Suche, wen wundert's, aus den gleichen Gründen. Mir kann sie gar nicht "intelligent", klug genug sein! Warum ich ihr Spaß mache, weiß ich nicht wirklich so genau, ist aber auch egal, manches kann man bei aller Grübelei nur so akzeptieren wie es ist.
 
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Deleted member 24797

  • #587
Vor der Wahrheit?
Lebenszeit in Illusionen verschwendet zu haben. Sich verrannt zu haben. Fehler gemacht zu haben. Andere Menschen verletzt zu haben. Nicht so toll zu sein, wie man dachte. Hoffnungen und Wünsche loslassen zu müssen. Mit eigenen Schattenseiten klarzukommen lernen zu müssen. Verarscht zu werden. Zum Beispiel.
 
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Deleted member 24797

  • #590
So lange ich das von mir denke, ist doch alles o.k., oder?
Also mir ist es lieber, der Wahrheit ins Auge zu sehen. Ich glaube ja, die Wirklichkeit ganz zu erleben, ist auch etwas Gutes. Manchmal hart und traurig. Aber doch echt und lebendig und tief. Und manchmal auch wunderschön. Gerade weil man nicht toll sein muss.
Sollte es mein Bestreben sein, bei anderen "beliebt" zu sein, um mich (noch) besser zu fühlen?
Hä? Wo habe ich etwas in die Richtung gesagt? Eher doch im Gegenteil.

Nachtrag: Es ging doch darum, dass es gut ist, sich zu reflektieren. Eine Wahrheit hinter einem Selbstbetrug zu erkennen, den man ja aus irgendeinem (zwar nicht langfristig hilfreichen, aber doch einst wichtigem, vielleicht "überlebenswichtigem") Grund für nötig hielt, kann im Moment sehr schmerzhaft sein. Es fühlt sich bedrohlich an, genau weil eine vermeintlich so wichtige Vorstellung oder Strategie sich als falsch entpuppt - man hat Angst vor dem Unbekannten und meint vielleicht auch, man falle in die ursprüngliche Bedrohtheit zurück, die den Ausschlag für die Entwicklung der falschen Vorstellungen oder der problematischen Strategie gab. Aber der Schmerz, der Schreck, das Entsetzen sind nur von kurzer Dauer, eventuell gefolgt von Trauer. Doch dann merkt man, dass man vorwärts gekommen ist, auch wenn man vielleicht zuerst noch verunsichert ist. Und man fühlt sich besser als vorher. Denn unbewusst weiss man ja schon, dass man sich belügt. Das drückt auch irgendwo oder frisst Energie, selbst wenn man die Unstimmigkeiten den anderen in die Schuhe schiebt. Verstehst du jetzt, was ich meine?
Aber vielleicht muss man dazu ein wenig Übung im Reflektieren haben. Je normaler das wird, desto deutlicher werden die Abläufe und auch ihr Sinn.
 
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  • #591
Hallo @Maryam ich habe den Eindruck, du machst den gleichen Fehler wie ich.
Ich habe seit meiner Kindheit immerzu nachgedacht und nachgedacht und mir Sorgen gemacht und darüber ganz vergessen zu leben. Jetzt habe ich die 60 überschritten und merke, da ist so vieles, was ich nicht gelebt habe und gerne erlebt hätte, und ich bin zu alt, um es nachzuholen.
 
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  • #592
Und, wie kommt das zustande? An anderer Stelle hast du fallen lassen "Selbstzweifel? Ständig!" Ich würde Selbstzweifel mal unbescheiden mit "sich selbst hinterfragen" interpretieren und da gibt es Unterschiede. Die einen tun 's, die anderen nicht, wieder andere können/wollen/versuchen es nicht und manche stellen sich Fragen ,auf die andere gar nicht kommen würden!
Und wenn die Qualität der Fragen in Relation zu ihrer evtl. sinnvollen Beantwortung steht, dann führt das zu Einsichten, die einem Trichter gleich zu immer "ähnlicheren" Sichtweisen führen. Aber wie das mit Entwicklung halt so ist, auf einem langen Weg, von vielen unabhängig voneinander anfangs beschritten, werden es mit der Zeit immer weniger, die eigenen Ansprüche evtl. höher.

Es hilft dann wenig darüber nachzudenken, warum sagt mir in der ahnungslosen Verkennung der Umstände ein intellektuelles Streifenhörnchen "So eine intelligente Frau will niemand zuhause haben!". Geht zu sehr am Kern der Sache, die mögliche Partnerschaft, vorbei. Intelligenz ist per se nichts schlimmes und auch nicht das was man daraus machen kann.

Es hat dann schon mit der Akzeptanz zu tun, dass dein evtl. betonteres Merkmal "Entwicklung" dich einsamer macht und du für dich herausfinden musst wie damit umgehen.

Ich bin ja nur ein Mann, naturdoof, ein wenig beschränkt und zum Glück gibt es so viele kluge Frauen, (stimmt leider auch nicht, aber ich habe schon einige mich tief beeindruckende kennengelernt,) sodass ich mich für die kompromislose Variante entscheiden konnte. Lieber keine Partnerschaft als so ein halbgares Zeuchs. Gerechnet habe ich nicht mehr damit. Meine Frau auch nicht. Sie war auch lange alleine unterwegs, auf der Suche, wen wundert's, aus den gleichen Gründen. Mir kann sie gar nicht "intelligent", klug genug sein! Warum ich ihr Spaß mache, weiß ich nicht wirklich so genau, ist aber auch egal, manches kann man bei aller Grübelei nur so akzeptieren wie es ist.
Also, ich glaub ich habs nicht ganz verstanden. Die Aussagen, auf die Du Dich beziehst, kommen aus verschiedenen Zusammenhängen.
Aber wenn Du sagen wolltest "die Dosis macht das Gift" - klar, das gilt auch hier. Da bin ich bei Dir.
 
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Deleted member 24797

  • #593
Hallo @Maryam ich habe den Eindruck, du machst den gleichen Fehler wie ich.
Ich habe seit meiner Kindheit immerzu nachgedacht und nachgedacht und mir Sorgen gemacht und darüber ganz vergessen zu leben. Jetzt habe ich die 60 überschritten und merke, da ist so vieles, was ich nicht gelebt habe und gerne erlebt hätte, und ich bin zu alt, um es nachzuholen.
Danke für die Warnung.
Um sie zu beantworten müsste ich jetzt stundenlang schreiben, statt so zu leben, wie es mir gefällt.

Was hast du denn verpasst?
 
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  • #594
Danke für die Warnung.
Um sie zu beantworten müsste ich jetzt stundenlang schreiben, statt so zu leben, wie es mir gefällt.

Was hast du denn verpasst?
Das Leben, die Frauen, die Freizeit, die Liebe, den Urlaub, den Sex, die menschliche Wärme und vieles mehr.
Ich habe immerzu gelernt und gearbeitet, habe meine Pflichten erfüllt, studiert und mein Wissen gemehrt, für einen Beruf, den ich nicht nicht ausführen konnte und ein Leben, dass ich nicht leben konnte.
 
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  • #596
Hä? Wo habe ich etwas in die Richtung gesagt?
Nein, hast du nicht. Mein Statement zielte darauf ab, dass ich für mich keinen Grund zur Selbstreflexion sehe, wenn ich mit mir und meinem Tun völlig im Reinen bin, trotzdem ich bei anderen oft anecke und aus deren Sicht möglicherweise ein "unangenehmer Zeitgenosse" bin. Eine Selbstreflexion würde somit aus meiner Sicht lediglich dem Zwecke dienen, aus der Sicht anderer ein womöglich "umgänglicherer" Typ Mensch zu werden - so ich denn überhaupt "Verbesserungspotenzial" bei mir erkennen (wollen) würde.
 
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  • #597
Ich habe seit meiner Kindheit immerzu nachgedacht und nachgedacht und mir Sorgen gemacht und darüber ganz vergessen zu leben. Jetzt habe ich die 60 überschritten und merke, da ist so vieles, was ich nicht gelebt habe und gerne erlebt hätte, und ich bin zu alt, um es nachzuholen.
Wurdest du auf Basis einer eher pessimistischen" Lebensweise" mit eher negativen Erwartungen erzogen?
 
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  • #598
Ich habe immerzu gelernt und gearbeitet, habe meine Pflichten erfüllt, studiert und mein Wissen gemehrt, für einen Beruf, den ich nicht nicht ausführen konnte und ein Leben, dass ich nicht leben konnte.
Hat dieses "Funktionieren" auch etwas mit der Erfüllung von Erwartungen Dritter (Lehrer, Eltern, Arbeitgeber) zu tun?
Ging es dabei auch oft um das unbedingte Behalten von Kontrolle und die Aufrechterhaltung von Autarkie (möglichst keine Abhängigkeiten von anderen Menschen)?
 
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  • #599
Das "oder?" steht nicht für Zweifel an meiner Aussage, sondern sollte lediglich der Frage dienen, ob du dies anders siehst - was du ja offensichtlich nicht tust - und mir, zumindest in diesem Punkt, zustimmst.
Nein, natürlich nicht für Zweifel. Aber weswegen interessiert dich denn, ob ich es genauso sehe? Würdest du dich dann inhaltlich für den Moment ein wenig bestätigt fühlen? Das wäre vollkommen ok. Aber dem entspräche dann eben gewissermaßen auch, im Falle, daß es jemand anders sieht und er Gründe dafür angibt, das als Anlaß für eigenen Begründungs- oder Prüfbedarf zu nehmen.
 
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  • #600
Aber weswegen interessiert dich denn, ob ich es genauso sehe? Würdest du dich dann inhaltlich für den Moment ein wenig bestätigt fühlen?
Ja, das "oder?" soll grundsätzlich zu einer Antwort "animieren. Und ja, ich würde mich in meinem Denkansatz bestätigt sehen.
Aber dem entspräche dann eben gewissermaßen auch, im Falle, daß es jemand anders sieht und er Gründe dafür angibt, das als Anlaß für eigenen Begründungs- oder Prüfbedarf zu nehmen.
Das tue ich in der Regel auch. Sehe ich die Punkte jedoch anders, versuche ich meinen Standpunkt nochmal zu verdeutlichen (oder hinterfrage die Ansichten des anderen nochmals kritisch). Und darin liegt womöglich häufig das Problem. Menschen wünschen zuweilen keine Replik auf die Äußerung ihres Standpunktes bzw. wollen sich nicht weiter dazu äußern - auch nicht bei Nachfragen. Das ist, ohne Frage, ihr gutes Recht. Es entsteht für mich nur oft der Eindruck einer "abgebrochenen" Konversation.
 
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