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Deleted member 21128

  • #121
Da hast du schon recht, ich erfahre aber aus vielen Fremdperspektiven nicht unbedingt etwas darüber was mich antreibt so zu sein wie ich will.
Tut mir wirklich leid, wenn ich's jetzt übertreibe, aber mir fällt es so schwer, mich verständlich zu machen.
Entscheidend ist immer die eigene Perspektive, aber wie kann ich eine haben, ohne die anderen (mit ihren Reaktionen auf mich) zu sehen. Oder bildhafter, welche Perspektive (welchen Standpunkt) habe ich ohne die Orientierung in einem (sozialen) Umfeld?
 
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  • #122
Wie sonst wird Selbstwirksamkeit beobachtbar?
Selbsterkenntnis wird nicht allein mit der Erfahrung von Selbstwirksamkeit passieren. Ich gebe zu da habe und drücke ich mich ungeschickt aus. Ich mache besser eine Pause :)
Das ist mir zu hoch, sorry. Wahrscheinlich fehlt mir dafür die philosophische
Fehlt dir nicht, mit der gestelzten Formulierung möchte ich zur Recherche animieren. Spoiler: Wenn ich mein Motiv für eine Handlung verstehe und umsetzen kann/darf ...
Oder bildhafter, welche Perspektive (welchen Standpunkt) habe ich ohne die Orientierung in einem (sozialen) Umfeld?
Die eigene? Hm. Da hast du ein interessantes Tor geöffnet, ich bin mir da selbst unsicher und betrifft die Auffassung von Identität.
 
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fleurdelis*

  • #123
Darin, dass es keinen Sinn macht, (ungeprüft) sämtlichen Anforderungen von anderen entsprechen zu wollen, stimme ich dir voll zu.
Genau das war der Sinn meiner Aussage ... und dazu erschließt sich auch eine weitere Differenzierung zwischen Wahrnehmung von anderen und eigenem Empfinden.

Das Rückmeldungen dienlich sind, um sich selbst mal einer Überprüfung zu unterziehen, ist durchaus sinnvoll und lehrreich. Mir ging es nur darum: das subjektive Meinungen nicht der eigene Spiegel sind. Das können sie nicht, weil sie ein Bild des anderen geben, aber ich gebe zu, dass das schon sehr tief in die Materie geht. Und im Endeffekt ... selbst eine subjektive Meinung dienlich sein kann.

Weil ganz oft, wenn wir entschließen, dass der andere nicht recht hat, liegt es einfach daran, dass wir unsere blinden Flecken nicht sehen können. Wir brauchen also einen (möglichst objektiven) Gradmesser für den Wahrheitsgehalt dieser Meinungen.
Der sog. "blinde Fleck" stammt aus der Psychoanalyse von Freud und meinte nicht die Definition, die hier umschrieben wird, als etwas was wir an uns selbst nicht wahrnehmen oder sehen wollen. Er stammt aus seiner Beschreibung zum Thema Hysterie und zielt darauf ab, dass traumatische Erlebnisse sich abgekapselt haben und zu psychiatrisch auffälligem Verhalten führt. Inzwischen ist man in der Psychoanalyse davon abgekommen, diesen als solchen zu bezeichnen, da viele Patienten psychoanalytisch regelrecht gequält worden sind, weil ein Psychiater sich auf dessen Suche gemacht hat.

Die einzig korrekte Bezeichnung eines "blinden Fleckes" gibt es in der Ophthalmologie, auf der Retina, nämlich in dem Bereich, in dem der Sehnerv aus dem Auge tritt.

Man könnte ihn, so wie er hier erklärt werden möchte, als etwas beschreiben, mit dem wir in unserem Verhalten nicht unbedingt konfrontiert werden möchten, und uns dann die Frage stellen warum nicht .... mir fällt grad nur kein adäquates Beispiel ein.
 
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  • #125
@Tone
Es geht mMn nicht um die Teilnehmenden, sondern um die Explosivskraft von Glaubenssätzen, die weit mehr können als einen Fred zu sprengen.
(leider komplett unabhängig davon, über welche Qualitäten wir Mitdiskutierende verfügen.)
zu (s. #118)
 
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  • #126
@Tone
Es geht mMn nicht um die Teilnehmenden, sondern um die Explosivskraft von Glaubenssätzen, die weit mehr können als einen Fred zu sprengen.
(leider komplett unabhängig davon, über welche Qualitäten wir Mitdiskutierende verfügen.)
zu (s. #118)
Sehr löblich von dir. Ich frage mich gerade warum im Johari Modell (#93) zwischen Unbewusstsein und Blinder Fleck der Beziehungspfeil fehlt. o_O
 
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Sandbank

  • #127
Da hast du schon recht, ich erfahre aber aus vielen Fremdperspektiven nicht unbedingt etwas darüber was mich antreibt so zu sein wie ich will.
Ah, was mich antreibt, ok. Gar nicht so schnell und kurz zu beantworten....und ich seh das mal ganz unphilosophisch.
Mich treibt wohl ein großes Harmoniebedürfnis an, der Wunsch nach Angenommensein, verstanden und respektiert zu werden, der Wunsch nach Vertrauen, Verbindlichkeit, Verlässlichkeit, Fairness, Eindeutigkeit, Gerechtigkeit usw., aber auch der Wunsch, all das, was ich als „Wohlgefühl“ in solchen Situationen empfinde, auch zurückgeben zu können, also z.B. Verständnis äußern zu können, dem Anderen vermitteln zu können, dass ich ihn annehme, auch wenn ich einen bestimmten Teil seiner Meinungen, Handlungen, Haltungen kritisiere....also wohl der Wunsch nach Balance.
 
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  • #129
Ah, was mich antreibt, ok. Gar nicht so schnell und kurz zu beantworten....und ich seh das mal ganz unphilosophisch.
Mich treibt wohl ein großes Harmoniebedürfnis an, der Wunsch nach Angenommensein, verstanden und respektiert zu werden, der Wunsch nach Vertrauen, Verbindlichkeit, Verlässlichkeit, Fairness, Eindeutigkeit, Gerechtigkeit usw., aber auch der Wunsch, all das, was ich als „Wohlgefühl“ in solchen Situationen empfinde, auch zurückgeben zu können, also z.B. Verständnis äußern zu können, dem Anderen vermitteln zu können, dass ich ihn annehme, auch wenn ich einen bestimmten Teil seiner Meinungen, Handlungen, Haltungen kritisiere....also wohl der Wunsch nach Balance.
Du hast eine gute Vorstellung was du sein willst. Ich möchte oben wohl etwas umständlich auf den Fall hinaus, wo der Blinde Fleck soweit eingeengt und vom Unbewussten abgegrenzt die öffentliche Person bereichert. Die Erkenntnis ziehe ich für mich selbst daraus, eigene Verfehlungen so wie die der anderen zu sehen und wie die eigenen zu werten. Das ist oft eine echte Herausforderung bei der Menge an Unbewusstsein ;):)
 
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Sandbank

  • #130
wo der Blinde Fleck soweit eingeengt und vom Unbewussten abgegrenzt die öffentliche Person bereichert.
*lächel* der Satz ist mir jetzt wiederum zu hoch. Kannst du den vielleicht irgendwie anders formulieren?
Die Erkenntnis ziehe ich für mich selbst daraus, eigene Verfehlungen so wie die der anderen zu sehen und wie die eigenen zu werten.
versteh ich auch nicht wirklich. Also, für mich ist es eigentlich logisch, dass wenn ich bei anderen Verfehlungen bemerke, sie in der Reflexion wie meine eigenen zu sehen...auch wenn es mir vielleicht nicht immer gelingt, oder manchmal auch erst in der Nachwirkung...welchen großen blinden Fleck habe ich jetzt? :)
 
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Sandbank

  • #131
mir eine Rückmeldung gegeben, meine Gedanken verstanden zu haben, liked aber deinen Kommentar, der gegensätzlich dem ist, was ich geschrieben habe
hm, also ich habe deinen Beitrag "Wenn ein Mensch...." als Überzeichnung empfunden und habe mit meinem Beitrag " Wer er sich aber..." quasi das imaginäre Gegenteil zur Verdeutlichung daneben stellen wollen, um daraus mein Fazit: "goldene Mitte" zu ziehen. Und ich vermute, deshalb hat @WolkeVier das like gesetzt.
Und zurück zu meiner Frage: was meintest du mit "eigenes Spiegelbild"? Ich versteh es tatsächlich nicht.
 
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  • #132
der Satz ist mir jetzt wiederum zu hoch. Kannst du den vielleicht irgendwie anders formulieren?
Der Hintergrund des Satzes ist das Johari Fenster, wo es um den persönlichen Handlungsspielraum geht, darum was andere und man selbst über sich weiß. Dieser Bereich wird grösser wenn man möglichst wenig Energie in Geheimniskrämerei steckt und offen für Feedback über seinen Blinden Fleck ist.
versteh ich auch nicht wirklich. Also, für mich ist es eigentlich logisch, dass wenn ich bei anderen Verfehlungen bemerke, sie in der Reflexion wie meine eigenen zu sehen...auch wenn es mir vielleicht nicht immer gelingt, oder manchmal auch erst in der Nachwirkung...welchen großen blinden Fleck habe ich jetzt? :)
Das ist deine Selbstwahrnehmung. Die Fremdwahrnehmung kann gleich, ähnlich oder anders sein, aber(!), es gibt Seiten an uns die ohne Fremdwahrnehmung nicht erkennbar sind. Vergleichbar mit einer Fotografie, wo das Motiv im Vordergrund und erkennbar, der Fotograf im Hindergrund unsichtbar ist, dennoch für die Betrachter des Bildes je nach Vorstellungsvermögen präsent ist. Das Foto trägt eine Handschrift. Das Feedback über den Blinden Fleck zeigt mir z.B. welche unbewussten körpersprachlichen Informationen ich zeige, die mir gar nicht bewusst sind.
 
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fleurdelis*

  • #133
Und zurück zu meiner Frage: was meintest du mit "eigenes Spiegelbild"? Ich versteh es tatsächlich nicht.
Ich persönlich "spiegle" gar nix ... also ich kümmere mich nicht darum. Für mich ist weder ein Partner, oder sonst jemand mein Spiegel. Es gibt vier unterschiedliche Arten von "spiegeln" in der Psychotherapie ... vielleicht ist dadurch ein "laienhafter" Gebrauch von "spiegeln" entstanden, oder aus dem esoterischen, dessen ich mich völlig distanziere. Meine Intention war die: ich hab auf einen Kommentar geantwortet, dass man sich selbst durch andere erfahren soll, aber andere immer subjektiv sind .... das war und ist für mich immer noch ein Widerspruch ... der aber, wenn man den Faden länger spinnt, als "Wahrnehmung" gedämpft werden könnte ... das ist mir inzwischen bewusst. ... Ich lebe einfach .... wenn mir jemand eine Rückmeldung gibt, über irgendetwas, was derjenige an mir wahrnimmt, höre ich mir das an ... wenn das wahr ist, stimme ich zu, wenn nicht, dann frage ich mich, warum derjenige das so sieht, wenn ich was damit anfangen kann, versuche ich das zu berücksichtigen. Wenn nicht, dann lasse ich es an mir vorbei gehen ... das mögen manche vielleicht auf die Goldwaage legen und dem eine Benennung geben ... mich störts nur, weil ichs nicht so eng sehe .... mein Spiegel ist der, in den ich jeden Morgen schaue ... oder schaue ob die Klamotten gut aussehen, ob alles an Ort und Stelle ist ... und ob man mich so laufen lassen kann ... :)
 
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  • #134
Jetzt wo ja beide Moraltopics versenkt wurden kann man sich ja hier etwas austoben, zumindest bis das nächste hinter dem Rücken schimpfende Jammergeplärre weiteres versenken wird. Dagegen ist Babe und co. im Herzen eigentlich wie ein "Korianderöl-beträufelter-Himbeer-Milchreisbrei" mit Zimt bestäubt und dazu ordentlich gezuckert.
 
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Sandbank

  • #135
Der Hintergrund des Satzes ist das Johari Fenster, wo es um den persönlichen Handlungsspielraum geht, darum was andere und man selbst über sich weiß. Dieser Bereich wird grösser wenn man möglichst wenig Energie in Geheimniskrämerei steckt und offen für Feedback über seinen Blinden Fleck ist.
Das stimmt, sehe ich genauso. Wobei ich mich etwas an der 'Geheimniskrämerei' störe, was für mich etwas einseitig klingt. Oft gibt es Gründe, warum jemand wenig von sich preisgibt, jemand glaubt, sich oder Teile von sich schützen zu müssen. Und vielleicht ist ein Teil der Gründe zugleich Teil des Blinden Fleckes.

Und der 2. Punkt ist, dass, wenn man sich das Modell anschaut, eine Offenheit, Öffnung zwar den öffentlichen Bereich vergößert, aber sich der Blinde Fleck eben nicht allein durch einseitiges Öffnen verkleinert. Erst wenn ein mir verständliches Feedback kommt, kann ich meinen Blinden Fleck verkleinern. In der Hinsicht fehlt mir bei deinem Modell der Wechselwirkungspfeil zwischen öffentlichem Bereich und Blinder Fleck.
Hier z.B. ist er auch nur einseitig, aber in entgegensetzterRichtung.