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  • #1

Was macht sie aus, die Sachlichkeit?

Zu den beliebtesten Wörter hier im Forum zählen "sachlich" und "Sachlichkeit".
An der Häufigkeit des Vorkommens gemessen scheint mir bislang eher unterbelichtet, worin diese Sachlichkeit eigentlich besteht.
Deswegen machs ich doch mal zum Thema hier.
Gehen soll es vor allem um so etwas wie Sachlichkeit als Anforderung an Diskussionsverhalten. Also nicht so sehr Kulturausflüge zur "Neuen Sachlichkeit" oder so.

Wann ist eine Äußerung sachlich?
Wenn sie nicht wertend ist? (Aber: "sachlich" wird ja meist selbst als wertend verwendet, positiv wertend. Kann man also den Ausdruck "sachlich" gar nicht sachlich verwenden? ...)
Wenn sie nichts mit Gefühlen zu tun hat?
Wenn sie von einer Sache handelt, von Fakten, und nicht von den eigenen Ansichten dieser Sache oder von subjektiven Assoziationen?
...
Was meint ihr?

Ob alle Beiträge selbst sachlich sein sollen, hängt wohl davon ab, was unter Sachlichkeit zu verstehen wäre. :)
Aber ich wünsche mir natürlich Beiträge zum Thema (also in diesem Sinne sachlich: die Sache, das Thema betreffend). Sie sollten überdies interessant, einsichtsvoll, ertragreich, besser zutreffend als unzutreffend, vergnüglich zu lesen usw. sein.

Ich wünsche uns viel Spaß und Bereicherung!

P.S. In die Beziehungsrubrik gestellt habe ich das Thema, weil das ja ein Klassiker bei Beziehungsgesprächen ist: "Jetzt sei doch mal sachlich!"
 
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  • #2
Unter sachlich verstehe ich themenbezogen. Dazu gehören Logik und Kompetenz. Ideologie nicht. Der Geist der Aufklärung darf m.E. gerne auch den humoristischen Aspekt und Prosa verwenden, von mir auch aus Lyrik. Kitsch jeder Coleur ist m.E. nicht sachlich, es sei denn, er wird bewusst eingesetzt, was selten der Fall ist.
 
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  • #3
Diese hier zum Beispiel ist es nicht:
@Tone, ich sags mal auf eine Weise und einem Niveau, von dem ich hoffe, daß du es verstehst und endlich von der Leitung steigst:
Nur eine von vielen bei diesem User. Täglich. Weshalb das schon wieder ein überflüssiger Thread ist. Einer von vielen.
 
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  • #5
Wie will jemand, der selbst ständig unsachlich ist, über Sachlichkeit schreiben? Wie der Blinde über Farben?
 
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  • #6
Wie will jemand, der selbst ständig unsachlich ist, über Sachlichkeit schreiben? Wie der Blinde über Farben?
Eher wie jemand, der einen Sinn für das Farbspektrum hat, über eine Farbe daraus.

Für Interessierte sei noch mal darauf hingewiesen, daß Sachlichkeit zwar oft gefordert wird, aber überhaupt nicht vorausgesetzt werden muß, daß Sachlichkeit immer was Tolles ist, Unsachlichkeit immer was Böses und Verbotenes.
Ich ermuntere gerne und ausdrücklich zu einer Freiheit im Denken über die Grenzen autobahniger Glaubenssätze hinaus.
 
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Deleted member 21128

  • #7
@babe Ich finde den Thread gut und begrüße deine Intension. Wir alle kehren dadurch vielleicht wirklich zur Sachlichkeit zurück. Außerdem ist die Fragestellung spannend.
Ich muss mich aber tatsächlich erst mal gedanklich annähern.
Zunächst ist es wohl sachlich, wenn ich aus einem Thema die Wertung einer Person herauslasse. Da wird es bei kritischen Aussagen ganz schnell schwierig.
Dein Kommentar ist x versus Du bist x
Ich halte zudem viel von Ich-Botschaften: Ich fühle mich y versus Du bist z.
 
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Deleted member 21128

  • #8
Ergänzung: Ich halte Sachlichkeit bei Sachthemen für zielführend. Bei Beziehungsthemen finde ich manchmal Un-sachlichkeit passender, weil sie oft authentischer ist. Und lebendiger, weil emotionaler.
 
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Sandbank

  • #9
Wann ist eine Äußerung sachlich?
Wenn sie nicht wertend ist? (Aber: "sachlich" wird ja meist selbst als wertend verwendet, positiv wertend.
„Sachlich“ bedeutet mMn nicht „wertend“, egal ob positiv oder negativ.
Es ist auf eine Tat-Sache bezogen, ohne zusätzliche Beschreibung, quasi ein Aussage- Neutrum.
Auch tendenziöse oder suggestive Formulierungen sind nicht sachlich.

Der Satz: "sachlich" wird ja meist selbst als wertend verwendet, positiv wertend.“ z.B. ist im Sinne der Definition nicht sachlich.
Er enthält eine persönliche Bewertung im Sinne der behaupteten Aussage (nicht Tatsache) und im Sinne einer persönlichen Meinung, Einschätzung, Vermutung ( "meist"- ebenso keine Tatsache).

Die Frage:
Vielleicht glaubt ja deshalb manch einer irrtümlich, sachlich zu schreiben, wenn er Personen oder Verhaltensweisen auffallend häufig bewertet? “
ist im Sinne der suggestiven Formulierung per Definition wohl ebenso wenig sachlich. :)

ok. 2. Versuch:
Kann der Fall auftreten, dass die Aneinanderreihung mehrere sachlicher Formulierungen/ Sätze trotzdem zu einer unsachlichen Gesamtaussage führt?

Und 3. Versuch:
Kann eine Frage überhaupt sachlich sein, unabhängig ob sie sachlich formuliert klingt?
Fragen über Fragen :)
 
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  • #11
Ich bin hier bekanntlich nicht für Sachlichkeit, sondern für Unterhaltung. Und natürlich muß ich nicht erst Promiskuität "austesten", um zu wissen, daß das für mich nix ist. Was nebenbei für viele gilt. Wenn nicht sogar die meisten. :)
 
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  • #12
Habe es lange nicht mehr geschrieben, wird wieder Zeit;).

Don´t feed the Troll!
 
A

*Andrea*

  • #13
Sachlichkeit bedeutet für mich, dass man mit dem Ziel diskutiert und debattiert, das Verständnis eines Themas zu vergrössern oder auch eine faire Lösung für ein Problem zu finden. Sachlich sein meint in meinen Augen vor allem auch, dass man nicht Emotionen und Bewertungen der Diskussionsteilnehmer, welche aus anderen Gesprächsthemen oder früheren Begegnungen stammen, in die Diskussion einfliessen lässt, sondern bei dem bleibt, was aktuell das Thema ist. Sehr unsachlich finde ich es, wenn man Dinge einwirft, die nichts mit dem Thema zu tun haben und von denen man weiss, dass sie bei einem anderen Gesprächsteilnehmer Wut, Ärger oder Hilflosigkeitsgefühle auslösen. Provokation um der Freude am Desaster willen ist sicher nicht sachlich.