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  • #61
Ich, als Gespenst dass ich bin, sehe viele Dinge und erkenne sie schnell. Vieles wird dadurch belanglos oder albern, was früher Eindruck machte. Werde ich ruhiger? Meistens nicht. Es ist manchmal viel zu schwer, Dinge durchzusetzen...die Kraft scheint zu fehlen. Ich resigniere, wo ich früher gekämpft habe. Ich verliere schneller die Hoffnung. Ich habe viel gelernt, was ich nicht lernen wollte...aber jetzt gehört es zu mir.
 
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Gast

  • #62
Zitat von Flux-us:
hmm Du bist ein sehr aufmerksamer zwischen den Zeilen Leser.
Je nach persönlicher Tagesform kannst Du richtig bösartig werden...
aber die bemerkenswerte Beobachtungsgabe beeindruckt.
Das waren wohl ein paar Merlot zu viel, dass Du Dich so weit aus dem Fenster ragst. DU kennst mich doch überhaupt nicht.
Und es ist eine Frechheit, was ich sage irgendwie mit Punk in Verbindung zu bringen, zumal Du auch häufig gezeigt hast, dass Du auch davon nichts verstehst. Ich erinnere an Threads, in denen Du jeweils aktuelle Männer "beleuchtest", es lang und breit darlegst und derlei.

Und Deine eigenartige Zeilenleserei kannst Du auch stecken lassen. Was ich Dreamerin geschrieben habe ist so. Sie fällt mir häufig positiv auf und empfinde sie als sympathische, ausgeglichene Frau.
Da musst Du nicht so tun, als sei da irgendwie Gehässigkeit versteckt. Oder warauf bezog sich das? Das ist es nicht. Wenn Du das so empfindest, dann ist das Dein Problem. Auf Deine seltsamen Käseanalogien vom Friseur lege ich keinen Wert. War das deutlich?
 
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  • #63
Hm, wenn ich zwischen den Zeilen lese, warst DU doch gar nicht gemeint.
Wie war das mit dem Merlot..........ROFL


LG
Wasweißich
 
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  • #64
Zitat von Butte:
Das wäre ohnehin die Frage, ob die rüstigen Rentner, die noch so viel sehen wollen von der Welt, bevor es nicht mehr geht, oder sich begierig auf "neueste" Erkenntnisse der Biologie oder eine neue Sprache stürzen, nicht ein besseres Bild für den sogenannten "Jugendwahn" abgeben als diejenigen, die sich halt einfach nur die Haare färben und ein paar Falten wegspritzen lassen.
Was hat das Interesse an fremden Kulturen, an Reisen in ferne Länder und auch das Erlernen einer neuen Sprache mit "Jugendwahn" zu tun?

Möglicherweise standen im Lauf des Lebens weder Zeit noch finanzielle Mittel zur Verfügung, sodaß diese Wünsche erst nach Eintritt des Rentenalters in greifbare Nähe rücken.

Und ja, solange man noch die körperlichen Strapazen einer weiten Reise auf sich nehmen kann und die geistige Aufnahmefähigkeit vorhanden ist, möchte man sich diese Wünsche erfüllen.

Fändest Du es angemessener, wenn Rentner sich um seine Taubenzüchtung kümmert oder ein neues Strickmuster ausprobiert?

Jedem das Seine.

Zitat von Butte:
Und zu dem ewigen "Die Frauen ..." - "Nein, vielmehr die Männer ....", das jetzt wieder aufzukommen droht:
Das war nicht meine Absicht...

Zitat von Butte:
Manchmal hab ich den Eindruck, daß unter älteren Angehörigen der Geschlechter ein starkes Bedürfnis besteht, die ebenfalls älteren Angehörigen des anderen Geschlechts als irgendwie im Geiste noch älter zu beurteilen.
Dabei ist "älter" dann natürlich wertend gemeint. Die anderen sind bequem, eingefahren, unflexibel. Man selbst hingegen ist gelassener, ruhiger, weiser.
So genommen ist das Altersthema einfach nur alter Wein in neue Schläuche, also eine weitere Arena für den immer selben Mechanismus.
Das ist ein Erfahrungswert aus meinem Umfeld, den ich als Beispiel genannt habe. Es gibt sicher auch jüngere Zeitgenossen, auf die das alles zutrifft.

Zitat von Butte:
Da können sich jetzt Frauen und Männer gerne wieder die Köpfe einhauen und sich wechselseitig an den Kopf werfen, daß der andere alt im schlechten Sinne, man selbst aber alt im guten Sinne sei. Gut möglich, daß sie dieses Spiel schon Jahrzehnte spielen und es ihnen nicht langweilig wird. Vielleicht ist das ein Beleg dafür, daß man nichts Neues braucht, um lustvoll zu agieren. Man darf nur nicht zu sehr mitkriegen, was man tut, das genügt.
Vielleicht können wir Dich ja überraschen, indem wir diese stereotypen Verhaltensweisen, die Du hier unterstellst einmal durchbrechen...???

Abwarten...
 
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Gast

  • #65
Büchner ist z.B. mit 23 Jahren gestorben. Ich lese immer mal wieder alle meine Bücher und merke, dass mein "Zugang" sich verschiebt, aber nicht meine "Zuneigung". Wer weiß, wie Büchner in einem hohen Alter geschrieben hätte, muss man das überhaupt berücksichtigen? Wäre "Woyzeck" genauso entstanden?
Manchmal denke ich, das Alter führt nur wieder auf die Ursprünge zurück, zuerst ist es einfach, dann kompliziert und sehr sehr vielschichtig und dann wird es wieder einfach und klar.
 
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  • #66
Eventuell ist der Output der Kreativität in jungen Jahren größer. Dieser unbedingte Wille zur Kunst,
das Drängende. Mit der Zeit erschöpft es sich. Ich weiß nicht, ob man das verallgemeinern kann.
Jedenfalls macht man, wenn man jung ist vieles zum ersten Mal. Nach dem 5000. Mal wird es dann langweilig und es entsteht Überdruß an dem immer Gleichen. Mit neugierig bleiben ist es dann nicht getan. Kommt natürlich auch da auf die Lebensläufe an.
Viele Entwürfe bestehen darin, jung zu bleiben, als ob alt sein schlecht wäre. Da wird dann oft von noch jung gesprochen. Der "Makel" des Alters wird durch noch relativiert.
Mit Wahn hat es m.E. nichts zu tun. Sondern eher mit Marketing. Mit Bildern, die propagiert werden. Es hat sich geändert, dass vorrangig junge Menschen beworben werden. Klischees bietet Werbung fast ausnahmslos und das beeinflußt. Und da werden selten Artikel rational beworben, sondern ein Lebensgefühl und auch ein Wir-Gefühl.
 
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Gast

  • #67
Zitat von Zaphira:
Was hat das Interesse an fremden Kulturen, an Reisen in ferne Länder und auch das Erlernen einer neuen Sprache mit "Jugendwahn" zu tun?

Möglicherweise standen im Lauf des Lebens weder Zeit noch finanzielle Mittel zur Verfügung, sodaß diese Wünsche erst nach Eintritt des Rentenalters in greifbare Nähe rücken.

Und ja, solange man noch die körperlichen Strapazen einer weiten Reise auf sich nehmen kann und die geistige Aufnahmefähigkeit vorhanden ist, möchte man sich diese Wünsche erfüllen.

Fändest Du es angemessener, wenn Rentner sich um seine Taubenzüchtung kümmert oder ein neues Strickmuster ausprobiert?

Jedem das Seine.
Es geht nicht um Verbote oder derartiges. Jeder macht doch sowieso was er will. Es geht mir um ein Verständnis von Tendenzen in Wirklichkeit und Bewertung. Es ist auch 50jährigen nicht verboten, skinny jeans zu tragen, komasaufen zu gehen und jeden Abend einen anderen oder eine andere zu küssen. Gleichwohl kommen in solchen Zusammenhängen gehäuft negativ wertende Äußerungen über "Junggebliebensein" oder so. Das machen nicht nur junge, aber es wird irgendwie mit Jungsein in Verbindung gebracht, und zwar negativ wertend.

Aufgeschlossen sein, unternehmungslustig, was Neues anpacken wie eine Fremdsprache usw., das wird auch oft mit Altersvokabular bewertet. Da ist jemand innerlich jung und fit. Das ist auch nicht verwunderlich, daß man das mit Jungsein in Verbindung bringt. Denn wann lernt man Fremdsprachen zumeist: in der Jugend. Und kann es da auch besser. Und wann tritt man an, die Welt kennenzulernen oder zu erobern, wann gehts auf die Walz oder so: in jungen Jahren. Überhaupt das ganze Lernen usw., wann macht man das schwerpunktmäßig und hauptberuflich: zu Schulzeiten. Usw.
Es gibt also gute Gründe, weswegen man Menschen, bei denen man loben möchte, daß sie auch in höherem Alter noch neugierig sind, Interessen nachgehen, agil sind, unternehmungslusitg, die Welt kennen lernen wollen usw., oftmals bescheinigt, "junggeblieben" zu sein, im Geiste jung und fit zu sein.

Auch diese Zuschreibung ist meist wertend, und zwar positiv. Wäre auch komisch, wenn in einer Gesellschaft, die sich selbst Jugendwahn attestiert, nicht viele "jugendliche Werte" gäbe, die von vielen geteilt würden.
Das geht Hand in Hand damit, andere Verhaltensweisen oder Eigenschaften als unflexibel, eingefahren, bequem zu beurteilen und zugleich damit als alt und irgendwie negativ. Wie auch du es ja gerade gemacht hast.
Ich sage nicht, daß das falsch ist. Ich beschreibe halt Zusammenhänge.

Und da diese Wertung ja nicht einfach so subjektiv ist, sondern recht repräsentativ und normal, macht sie auch Druck. Ältere Leute stehen häufig unter dem Druck, neugierig, schnell, kommunikativ unternehmungslustig usw. zu sein. - Das kann man doch auch hier ablesen. Wie "Sehe jünger aus als in meinem Pass steht." häufiger zu lesen ist als "Sehe älter aus als in meinem Pass steht.", lese ich auch häufiger, daß sich Leute als interessiert, unternehmungslustig, springlebendig, aufgeschlossen usw. beschreiben denn als uninteressiert, träge, statisch, festgefahren usw.

Nachdem oft von "Jugendwahn" die Rede ist, ist interessant, woran man ihn festmacht und welche Rolle er für die Kampfarena "Ich gegen die anderen" spielt. - Daß die Leute, die sich als sonderlich aufgeschlossen und flexibel beispielsweise im Denken beurteilen, das nicht unbedingt sein müssen, wie sich das dann in konkreten Diskussionen zeigen kann, ist eines. Hier kommt es nicht darauf an, sondern darauf, daß das offenbar weit verbreitetet als positive Werte gesehen werden.

Und ich stelle fest, daß das Bild, das Chiller von den südländischen Alten gezeichnet hat, ein anderes ist. Die machen keine Weltreise, lernen keine neue Fremdsprache, sind nicht unternehmungslustig, und sind in einer Umgebung, die ihnen nicht diesen Druck macht. Für ihn ein positives Bild. Sicherlich einfach und vielleicht auch romantisierend, Aber es könnte ja in die Richtung weisen zu überlegen, daß sich der Jugendwahn in unserer Gesellschaft vielleicht nicht nur auf Äußerlichkeiten wie Jeans bezieht, sondern eben auch auf bestimmte innere Werte.
 
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  • #68
Zitat von Weiße-Frau:
Ich, als Gespenst dass ich bin, sehe viele Dinge und erkenne sie schnell. Vieles wird dadurch belanglos oder albern, was früher Eindruck machte. Werde ich ruhiger? Meistens nicht. Es ist manchmal viel zu schwer, Dinge durchzusetzen...die Kraft scheint zu fehlen. Ich resigniere, wo ich früher gekämpft habe. Ich verliere schneller die Hoffnung. Ich habe viel gelernt, was ich nicht lernen wollte...aber jetzt gehört es zu mir.
Ich habe früher an z.B. "Gerechtigkeit" geglaubt. An eine irdische. Das tue ich nicht mehr, weil ich weiß, dass es "Gerechtigkeit" gar nicht geben kann. Ich habe gelernt, dass ich nur annähernd mit der "Lösung" bzw. dem Ergebnis einverstanden sein kann oder eben nicht. Ist Desillusionierung gut? Ich glaube, für bestimmte Bereiche schon, andere Ideale halte ich wie zu Anfang hoch.
Aber - das mit der "Gerechtigkeit" macht mich trotzdem manchmal ganz schön fertig.
 
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  • #69
Zitat von Butte:
.... Es ist auch 50jährigen nicht verboten, skinny jeans zu tragen, komasaufen zu gehen und jeden Abend einen anderen oder eine andere zu küssen. ...


Und ich stelle fest, daß das Bild, das Chiller von den südländischen Alten gezeichnet hat, ein anderes ist. Die machen keine Weltreise, lernen keine neue Fremdsprache, sind nicht unternehmungslustig, und sind in einer Umgebung, die ihnen nicht diesen Druck macht. ....
Ich denke, man kann 50-jährige nicht in eine Schublade tun wie ca. 80-jährige, die in südlichen Ländern den Tag verträumen und tiefenentspannt in der Sonne sitzen.
 
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  • #70
Mich nerven am älter werden die "Zipperlein". Da knirscht es hier und tut dort weh. Manchmal gibt es Diagnosen, die man garnicht hören möchte. Lesen ohne Brille...........................geht nur noch schlecht, menno!
Ich schlafe nicht mehr wie ein Stein, bin schneller müde und erschöpft..............................................habe immer wieder Schmerzen, muss mich mehr um Kondition und Ausdauer bemühen, sehe Essen an und es hüpft auf meine Hüften.......................
 
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fleurdelis

  • #73
Zitat von Mohnblume:
Ahhhh........................guter Tipp! :)
Und dann ??
Ich könnte da jetzt nen ewig langen Vortrag halten, aber unser Gehirn lässt sich hin und wieder überlisten, wenn wir sagen: alles was ich esse geht direkt auf die Hüften, dann tut es das auch. Aber wenn wir denken und überzeugt sind, ich kann alles essen was ich will, ich bleibe schlank (oder so wie ich bin) …. dann setzt ein gewisser Teil des Körpers auch um. Denn wenn du schlanke Menschen reden hörst, die sagen immer: ich kann essen was ich will, ich nehme nicht zu. Aber wie gesagt, ein winzig kleiner Auszug :))
 
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Gast

  • #74
Ich weiß ja, dass hier zu schreiben verjüngt. Ich hatte so gute Erfolge - war quasi bei "jünger aussehend" schon wieder bei vierzig angekommen. Da ich jetzt nicht mehr so eifrig bin, merke ich schon, wie es bergab geht - d.h. eigentlich bergauf ;).

Manchmal fühle ich mich steinalt, und im Rückblick so, als ob ich schon drei Leben gelebt hätte. Und dann wieder total frisch geschlüpft ;).

Ich glaube ja nicht, dass das ein Genderthema, sondern eher Typsache ist.
(allgemeine Jugendpromo sowieso)

Immer wenn das Phlegma mich zu besetzen trachtete (ich könnte auch sagen, wenn ich mich angekommen wähnte), würfelte das Leben alles wieder neu. Das habe ich so langsam verstanden, dass Ankommen in meinem Lebensplan nicht so vorgesehen ist ;) … Veränderungen machen ja auch Spaß. Da habe ich auch ganz gute Ressourcen, glaube ich.

Was ich noch nie so nachvollziehen konnte, waren Lebenskonzepte, die im Aufschieben des Lebens bestehen. Wenn ich erst mal in Rente bin, dann mache ich endlich …
Kann natürlich für andere gut funktionieren.
Es ist immer so ein bisschen Ausbalancieren zwischen „Wer kein Ziel hat, kann auch keins erreichen“ und „der Weg ist das Ziel“.

Bissl lästig ist es schon, dass das mit dem Nächte Durchmachen, so es denn noch vorkommt, s..anstrengend ist und der nächste Tag nur zu überleben, wenn der Spiegel abgehängt ist :(.

Vorsichtshalber kann ich ja schon mal einen Schwarzwald-Reiseplan machen…
Obwohl – so ne Bank im Süden wär auch nicht schlecht, vor allem mit Pastis. Allerdings nicht schwarz gekleidet.

Uah. Nee, wär ja doof, wenn man so gar nix lernen würde im Lauf des Lebens. Manchmal bin auch ich gelassen … *ommm*


So. Genug Anti-Aging-Programm für diese Woche.

Wünsche allseits ein genussvolles sonniges Wochenende!
 
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  • #75
Zitat von BellaDonna:
Ich denke, man kann 50-jährige nicht in eine Schublade tun wie ca. 80-jährige, die in südlichen Ländern den Tag verträumen und tiefenentspannt in der Sonne sitzen.
Hat ja auch niemand.
Wo für einen persönlich das "Alter" anfängt, dürfte nicht zuletzt auch vom eigenen Alter abhängen.
In Würde zu altern kann man schon mit 20 beginnen.
Träumen tun eher jüngere Menschen. Die auf der Parkbank schauen ja eher. Und erinnern kann man sich auch eher, wenn man älter ist. Also sofern man sich dann noch gut erinnern kann.

Da unsere Gesellschaft ja eher älter wird, wird auch die WErbung wieder mehr die Alten entdecken als es bereits der Fall ist. Das Problem ist nur, daß die im Schnitt immer noch zu wenig konsumieren. Deswegen müssen Jugendwerte noch stärker auch für Alte lanciert werden. Wer unternehmungslustig ist, bringt mehr Geld in Umlauf. Und auch Bildungsreisen eignen sich gut als Butterfahrten für Jung- und Interessiertgebliebene! Der sogenannte Kapitalismus hat das Interesse, Menschen in Bewegung zu halten. Neugierde ist einer der marktförderlichsten Werte. Wer ständig was Neues will, kauft mehr. Umso mehr, wenn er zugleich glaubt, damit ein "höheres Interesse" zu befriedigen; und das hat ihm der Kapitalismus genügend eingetrichtert, der ja nicht so dumm ist.
 
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