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  • #181
Schöne Frage, die wie man merkt in alle Richtungen geht...Bedingt durch die Erfahrung und dem Alterungsprozess hat jeder eine zwangsläufig eine Meinung die nicht immer auf Gegenliebe bei dem Anderem stößt.
Ich für meinen Teil, bin mittlerweile ruhig und ausgeglichen, sehe vieles aus einem anderen Blickwinkel und denke auch gerne eine Nacht über ein Problem nach. Ich schlafe trotzdem nur mein Gehirn rattert und morgens habe ich meist eine Idee wie das Problem angegangen werden kann.
Kann neben meiner ruhigen Art, mich auch freuen über Kleinigkeiten. Dann springe und hüpfe ich gern die Straßen entlang... Mein Sohn sagt dann immer ich sei verrückt... ;-)
 
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  • #182
Ähm....wie war nochmal das Thread-Thema oder macht das das Alter mit uns? ;-)
 
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  • #183
"In Würde altern" - das ist der Slogan der Seniorenresidenzen. Die Würde zu verlieren, ist wohl das Schlimmste, was Einem passieren kann. Damit ist wohl gemeint, dass man nicht "undicht", "sabbernd" usw. rumhängt. Kontrollverlust hat. Andererseits, wenn man sich die Inhalte der Heime anschaut, erinnert das tägliche Programm an Kleinkindveranstaltungen mit Liedern wie "zeigt her eure Füßchen, zeigt her eure Schuh....", "Hände waschen...", "Zehn kleine Fingerlein" usw. - das ganze Wissen, was sich im Laufe des Lebens angeeignet wurde, wird nicht mehr gebraucht. Und, natürlich ist Struktur wichtig. Struktur des Tagesablaufes, wie in allen Heimen praktiziert wird, egal, ob man sein Leben lang sehr gut ohne diese zu Recht kam.
Gut, das ist jetzt meine Erfahrung, wenn ich alte Leute in Heimen besucht habe. Wahrscheinlich geht die Gestaltung nicht anders bzw. müsste man, wie überall, selber gestalten. Falls man das noch kann. Und ich rede auch nicht von diesen teuren Unterkünften, sondern von diesen um die Ecke.
Das ist ein großes Problem. Wohin mit den Alten, wenn es die Familienstrukturen nicht mehr gibt? Wenn keiner sie mehr in der Familie pflegen kann/möchte? Mir fällt als Alternative nur eine WG ein.
 
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  • #184
Zitat von Marlene:
"In Würde altern" - das ist der Slogan der Seniorenresidenzen. Die Würde zu verlieren, ist wohl das Schlimmste, was Einem passieren kann. Damit ist wohl gemeint, dass man nicht "undicht", "sabbernd" usw. rumhängt. Kontrollverlust hat. Andererseits, wenn man sich die Inhalte der Heime anschaut, erinnert das tägliche Programm an Kleinkindveranstaltungen mit Liedern wie "zeigt her eure Füßchen, zeigt her eure Schuh....", "Hände waschen...", "Zehn kleine Fingerlein" usw. - das ganze Wissen, was sich im Laufe des Lebens angeeignet wurde, wird nicht mehr gebraucht. Und, natürlich ist Struktur wichtig. Struktur des Tagesablaufes, wie in allen Heimen praktiziert wird, egal, ob man sein Leben lang sehr gut ohne diese zu Recht kam.
Gut, das ist jetzt meine Erfahrung, wenn ich alte Leute in Heimen besucht habe. Wahrscheinlich geht die Gestaltung nicht anders bzw. müsste man, wie überall, selber gestalten. Falls man das noch kann. Und ich rede auch nicht von diesen teuren Unterkünften, sondern von diesen um die Ecke.
Das ist ein großes Problem. Wohin mit den Alten, wenn es die Familienstrukturen nicht mehr gibt? Wenn keiner sie mehr in der Familie pflegen kann/möchte? Mir fällt als Alternative nur eine WG ein.
Selbst wenn es Familienstrukturen gibt, die Belastung für die Angehörigen ist einfach enorm. Emotional viel zu dicht dran, ist es u.U. schwierig, mit pflegebedürftigen Familienmitgliedern umzugehen. Dabei kommt es natürlich auf den Grad der Pflegebedürftigkeit an und auch auf die Diagnose und den Krankheitsverlauf.

Gleichzeitig ist es für beide Seiten ein unglaublich schwerer Schritt, einen Heimaufenthalt zu beschließen. Und es ist noch einmal eine andere Geschichte, ob man das für ein Elternteil oder den Partner entscheiden muß.

Im Kollegenkreis hatten wir immer mal wieder das Thema, eine große WG zu gründen, auf dem Land, in einem Vierseithof, natürlich behindertengerecht ausgebaut, mit einem großen Grundstück, einem Gemüsegarten, Federvieh, Hunde und Katzen. Jeder könnte sich noch seinen Fähigkeiten entsprechend einbringen, und wir wären füreinander da. Zum shoppen und für kulturelle Aktivitäten brächte uns ein Fahrdienst in die nächste Großstadt. Zum Betreuungsteam gehörten u.a. ein junger Masseur, ein knackiger Gärtner und einige hübsche Pflegerinnen… was fürs Auge halt .:D

Alles Phantasiegebilde, die zum Scheitern verurteilt sind, weil man das Thema weit von sich schiebt, einfach die Augen verschließt vor der Tatsache, daß man dies angehen müßte, solange man noch fit ist. Altsein eben nicht bewußt sieht, weil man glaubt, immer noch genügend Zeit zu haben, sich irgendwann später darum zu kümmern.

Stattdessen hofft man insgeheim, daß man bis ins hohe Alter munter durch die Gegend hüpft, um dann irgendwann selig einzuschlafen und nicht mehr aufzuwachen.
 
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  • #185
So eine Vision haben wir auch und genauso ist es, wie Du sagst, es wird wahrscheinlich an der rechtzeitigen Umsetzung scheitern, denn jetzt sind ja noch Alle fit! Und da gibt es noch die heimliche Angst vor dem Wieder-Zusammen-Leben, eine eventuelle Einschränkung des Sich-Ausleben-Könnens. Was nicht unbedingt sein muss, ich denke da auch an so einen Vierseithof, durchaus noch bezahlbar, wenn Alle sich einbringen. Vielleicht muss irgendwann Einer konkret werden?
 
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  • #186
Zitat von Dreamerin:
Vielleicht liegt es auch mit daran, dass ich im hohen Norden lebe. Der Winter ist hier seit Jahren kaum was anderes als ein verlängerter Herbst. Kein Schnee, kaum Frost, kein Schlittschulaufen auf den vielen Seen, ein einziger länger dunkler Matsch in grau.
Mein zweiter Frühling ist ein Herbst....:)
Absolut Zustimm!

Nicht umsonst hat Finnland eine der höchsten Selbsttötungsraten in der Welt.
Zu wenig Licht, zu viel Dunkel. - Zu wenig Vitamin D ;-)
 
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  • #187
Mit Vitamin D hat es m.E. nichts zu tun. Vitamin D ist u.a. für Knochen und Muskelkraft vonnöten. Finnland ist eine sehr fischreiche Region und der Bedarf an Omega-Fettsäuren müsste schon gedeckt sein. Diese wirken u.a. als Antidepressiva.
 
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  • #188
Ich denke eher, dass die regionale Abgeschiedenheit einen gewissen Blues mit sich bringt, die langen Winter spielen da sicher auch eine Rolle. Vitamin D ist aber nicht der entscheidende Faktor. Die Skandinavier machen vorzügliche Musik, tief und ernst, das machen sie aber nicht, weil es ihnen an Sonne mangelt und sie zu wenig Vitamin D bilden. Da gehört schon mehr dazu.
 
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  • #189
All denen, die Finnen mögen und schwarzen Humor, sei dieses Buch empfohlen:
Der wunderbare Massenselbstmord - Arto Paasilinna
 
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  • #191
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  • #193
Das mit der Gelassenheit hört man übrigens häufig. Sie entspricht meistens nicht einer Resignation, sondern der Erkenntnis, dass fast alles bereits mal dagewesen ist. Wichtigkeiten verschieben sich dadurch, Prioritäten werden anders gesetzt.
Man denkt mehr nach, ja, Gezeiten. Manchmal nächtelang, wie ich jetzt.
Ich bin zu der Überzeugung gekommen, es schön zu finden, alle Jahreszeiten schön zu finden.
Aber ich möchte keinen Tag jünger oder älter sein als ich bin.
 
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  • #194
Mit diesen abschließenden besinnlichen Worten mache ich jetzt mal eine Medienabstinenz. Kein Web, kein TV (das ohnehin fast nie), kein Radio, keine Bücher, keine Zeitungen. Mal sehen, wie lange ich das durchhalte. Ich gehe jetzt den Weg des Zen oder so.

PS bin ich insofern dankbar, als ich dort die süßeste Frau der Welt kennengelernt habe. Sie liest manchmal mit und denkt dann vermutlich hin und wieder, meine Güte, was verzapft der für einen Schmarrn.
 
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Gast

  • #195
Falls Du das jetzt noch liest, chiller, dann wünsche ich Dir eine innige Zeit während Deiner Medienabstinenz! Aber ich freu mich auch, wenn Du hier wieder auftauchst.
 
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