Beiträge
2.399
Likes
276
  • #17
Zitat von Seltersws:
Leider ist es meist so, dass diese nach dem ersten Treffen eine Nachricht á la "tut mir leid, aber es hat nicht gefunkt" senden. Daher habe ich nun fast Angst vor neuen Treffen mit neuen Bekanntschaften....

Eigentlich verhalte ich mich bei den Treffen ganz normal, bin höflich etc. Meist rede ich aber nicht wie ein Wasserfall, könnt es daran liegen? Bin eher schüchtern. Meine eigene Vermutung ist, dass mein Gegenüber mir ansieht, dass ich "auf der Suche" bin - sicher (ob dies der Grund ist) bin mir allerdings nicht.

Am Wochenende werde ich vermutlich eine neue Chance haben. Habt ihr vielleicht Tipps für mich?
Ich gehe davon aus, dass realistische Bilder vorher ausgetauscht wurden und du in ordentlicher Kleidung zum Date erscheinst, ebenfalls firm bist in gewissen Grundlagen, die Umgangsformen betreffen? Das bedeutet, zuerst das Lokal zu betreten, ihr die Tür aufzuhalten, ihr die Platzwahl überlässt?

Ein wichtiger Faktor, der oftmals übersehen wird, besteht darin, Interesse zu zeigen. Wer auf Fragen nur "ja" oder "nein" antwortet, in endlose Monologe verfällt, zeigt kein Interesse. Interesse besteht darin, dem anderen in die Augen zu sehen, Dinge nachzufragen, Interesse am Leben des anderen zu zeigen, ohne zu neugierig oder penetrant zu sein.
Wer nur den beruflichen Lebenslauf abklopft und selber auch nur davon spricht, welche wichtigen Aufgaben er hat und wie er sich mit dem Projektleiter versteht, langweilt andere.
Frage die Herzdame, was ihre Lieblingsspeisen sind, wie sie ihre Freizeit verbringt, was ihre Träume und Sehnsüchte sind, wie sie sich eine Partnerschaft vorstellt, versuche Gemeinsamkeiten zu finden.
Es gab hier mal einen wunderbaren Thread, in dem ein Fragenkatalog vorgestellt wurde, der ganz anders war als die üblichen standartisierten Auflistungen.

Wer es versteht, den anderen zu fesseln und echtes Interesse zu zeigen, hat schon halb gewonnen.

Viel Glück!
 
Beiträge
2.399
Likes
276
  • #18
Zitat von flower_sun:
Jetzt trete ich mal dialogisch ein :) Die Identifikation über die Arbeit ist doch in der Leistungsgesellschaft bei uns schon Ziel der schulischen Bildung (hidden curriculum) - warum ist es dann für dich nicht akzeptabel, wenn dir so jemand begegnet. Dann wird es schwerer für dich, jemandem zu begegnen, dem es gelungen ist, sich nicht oder nicht mehr darüber zu identifizieren? Dann müsstest du ja Menschen mögen, die in ihrer Persönlichkeitsentwicklung sehr, sehr weit sind ..
Ich habe zu meiner Schulzeit noch andere Dinge gelernt, da war nicht die Leistungsfähigkeit das Ziel der Ausbildung, sondern die des reflektierten und kritischen Denkens. Ethik spielte dabei eine wichtige Rolle.

Mich langweilen Menschen, die andere mit beruflichen Details langweilen.
Die meisten Berufe sind für andere wenig interessant. Wieviel oder wie wenig Verantwortung jemand hat, welche Aktenordner von links nach rechts gestapelt werden, interessiert die wenigsten.
Bei einem Arzt weiss jeder, was er macht, jeder Arzt reagiert genervt, wenn er immer dieselben Fragen gestellt bekommt oder die Krankengeschichte seines Datepartners geschildert bekommt.
Natürlich gibt es Berufe, die zu interessierten Nachfragen verleiten, aber man sollte diesen Bereich nicht zu ausführlich Raum einnehmen lassen.
 
G

Gast

  • #19
Truppenursel, zu #17, das hast Du optimal zusammengefasst, manchmal hat man in den Kommunikationsgewohnheiten
auch vielleicht eine schlechte Angewohnheit, z.B zu ausführlich an der falschen Stelle zu sein,
zu wenig nachfragen. Kann man sich so etwas abgewöhnen? Ich denke, so etwas ist auch veränderbar. Im Grunde möchte doch jeder
gelungene Kommunikation. Kleine Rückmeldung an Dich, wenn Du ausführlicher schreibst, so wie bei #17, kommst Du bei mir gelesen
ganz anders "an".
 
Beiträge
12.261
Likes
6.422
  • #20
Zitat von Diabolo:
Die meisten sind so naiv, dass sie nicht einmal den Unterschied zwischen Verliebheit und Liebe kennen.
Aha. Wie ist denn der?

Zitat von Vizee:
... , gibts leider nicht den Eindruck, den man gern hinterlassen würde.
Ich halte nix von Schauspielerei. Der echte Eindruck ist der einzig sinnvolle.

Zitat von Sandy1963:
Ok, Café als Ort, naja.., ihr großes Thema war wie schlecht ihr ex war. Kann ich absolut nicht drauf...
Lol, möchtest Du lieber hören, wie gut der war...? :)

Zitat von Vizee:
Man möchte sich doch kennenlernen und nicht direkt beim ersten Date die Vergangenheit aufarbeiten?
Kann man jemanden als möglichen Partner besser kennenlernen, als indem man die Beziehungsvergangenheit erzählt bekommt? Wir sind doch keine jungfräulichen Teenager.
 
Beiträge
2.399
Likes
276
  • #21
es ist doch immer schön aufschlussreich, wenn von den Exen erzählt wird. Ob sie schlechtgemacht werden, ob sie noch gegenwärtig sind, oder ob betretenes Schweigen kommt oder auch, wenn gesagt wird, dass es da nichts zu sagen gibt. All das hilft, ein wenig mehr über den anderen zu erfahren als das übliche Gerede über Allgemeinplätze.
 
Beiträge
2.399
Likes
276
  • #22
Zitat von Sandy1963:
Ich schieb.diese negative Erfahrung nach, als Hinweis wann es Zeit wird, zu gehen:
Nachmittags, Sommer, Cafe an nem See.
Sie sagt besagten Satz - holt ihr Handy aus der Tasche und fängt direkt an zu tippen!
Ich hatte den Satz grade mit "Ich" begonnen und nach ner Denksekunde mit "ruf die Kellnerin. Ich möchte zahlen" beendet.
Also, um es richtig zu verstehen: Sie redete die ganze Zeit von sich bzw von ihrem Ex. Dann sagte sie, erzähl du doch mal was von dir, im selben Moment, als du etwas erzählen wolltest, zückte sie ihr Handy, zeigte dir somit, dass sie nun deinen Erzählungen nur mit halbem Ohr lauschen wird?
 
Beiträge
493
Likes
30
  • #23
Genau so war es
 
Beiträge
2.399
Likes
276
  • #25
Oh je.
Wie hättest du reagiert, wäre eine vergleichbare Situation im Freundeskreis passiert?
 
Beiträge
2.399
Likes
276
  • #28
Zitat von fafner:
Kann man jemanden als möglichen Partner besser kennenlernen, als indem man die Beziehungsvergangenheit erzählt bekommt? Wir sind doch keine jungfräulichen Teenager.
Oh ja, das geht.
Ein Beispiel:
Ein Bekannter beklagte den Verlust seiner grossen Liebe. Er verstünde nicht, wieso sie es beendet hat, ihre Gründe seien völliger Quatsch gewesen.
Ich habe viele Fragen gestellt und fragte bei Unklarheiten genauer nach. Letztendlich ergab sich ein Bild, was ich nachvollziehen konnte. Ich konnte verstehen, wieso die Dame es beendet hatte. Ich versuchte ihm, das zu erläutern. Was ich auch sagte, er blieb dabei, es sei Quatsch gewesen und ihre Begründung, es zu beenden, sei für ihn nicht nachvollziehbar.
Er verstand also weder sie noch mich. Ich habe gegen einen Wand geredet. Er wollte den Grund nicht annehmen, als wenn ein Beziehungsende etwas verhandelbares sei. Das ist es nicht. Es ist eine einseitige Willenserklärung. Die genügt.