ICQ

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  • #181
Ich stelle noch einen großen Sack Vertrauen dazu. Das nicht zu haben, macht es nur schwierig. Halte ich allgemein schon für wichtig, in meine Frau vertraue ich ganz und gar. Wie sollte ich sie sonst sein lassen können?
edit: Vertrauen kann ich nur gewähren, nicht einfordern. Es ist ihre Sache, was sie gewährt. Schön, wenn das funktioniert. Wirft velleicht auch ein anderes Licht auf "bedingungslos". Das schützt nicht vor Missbrauch und resultierenden Konsequenzen.

Ich habe die letzten Jahre vor der Trennung damit verbracht meine Erwartungen herunter zu schrauben. Irgendwann teilten wir nur noch die Anschrift. Schon ein gemeinsames Frühstück zu organisieren erforderte diplomatisches Fingerspitzengefühl. Nachdem ich mich von diesem letzten Anspruch auch noch gelöst hatte fiel es mir sehr leicht meine Sachen zu packen und auszuziehen.

Vertraut hatte ich bis zuletzt. Ich Depp.

Wenn man nichts erwartet kann man auch nicht enttäuscht werden.
Aber mal ehrlich, schließt deien Anspuchslosigkeit wirklich alles mit ein? Hättest du auch kein Problem damit wenn ihr euch künftig noch seltener sieht, weil sie z.B. nebenher noch mit jemand anderem zusammen ist oder hast du doch gewisse Ansprüche?

Was wäre beispielsweise der Unterschied zu einer Katze die man als Freiläufer hält und nur regelmäßig Futter hinstellt damit sie eien Grund hat heim zu kommen?

Beim Fromm´schen Konzept der anspruchsfreien Liebe frage ich mich ob es da noch um Menschen und das Miteinander geht bei dem ein Du und ein Ich zu einem Wir wird in dem sich beide wiederfinden und sich gleichzeitig neu definieren.

Ich finde nichts falsch daran Hoffnungen, Wünsche, Erwartungen und Ansprüche zu haben und zu stellen. Man muss halt denjenigen finden dessen Wünsche, Erwartungen und Ansprüche dazu passen, sodaß die wechelseitige Erfüllung nicht zur Last wird.
 
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Victor

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  • #183
Beim Fromm´schen Konzept der anspruchsfreien Liebe frage ich mich ob es da noch um Menschen und das Miteinander geht bei dem ein Du und ein Ich zu einem Wir wird in dem sich beide wiederfinden und sich gleichzeitig neu definieren.
Also ich will eine Partnerin und nicht dem Borg Kollektiv beitreten. Ich bin durchaus in der Lage mich selber zu definieren und wer daran rütteln will, der bekommt einen Tritt in den Hintern und zwar mit Anlauf.
 

Julianna

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  • #185
?
Wieso sollte ich dankbar sein für Menschen, die rumnerven? Hat keiner behauptet. :)
Also liegt es nicht am Menschen, die Dankbarkeit zu empfinden,
doch
und keine Befindlichkeiten hat, dann ist er zu anstrengend ....
wieso ist jemand anstrengend, der mal so gar nicht penetrant mit Befindlichkeiten rumnervt?

warum, kann ich mir den Verdacht nicht verwehren, dass deine Worte .... Phrasen sind.
....weil du ein grumpy-Schlumpf bist? :D
 
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  • #186
Und man lernt dadurch jene Menschen umso mehr zu schätzen, die einem mit Gefühlsdusseleien verschonen.
Ja, Gefühlsdusseleien sind auch echt blöd. Gefühlsduselei mag ich aber schon irgendwie.
Ich bin durchaus in der Lage mich selber zu definieren und wer daran rütteln will, der bekommt einen Tritt in den Hintern und zwar mit Anlauf.
Genau! Scheiß auf Fremdwahrnehmung!
 
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pointsman

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  • #189
@ICQ ich melde mich noch.
 

Vergnügt

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  • #190
@pointsman auch auf die Gefahr hin, dass ich gleich auf meiner Schleimspur liegen bleibe :D
Du hattest doch diesen dunklen Persönlichkeitstest mit einem Ergebnis "wie Jesus" absolviert. Wieviele Leute, denkst du, sind hier so selbstlos wie Jesus? Ist doch keine Überraschung, dass du zu einer anderen Art von Liebe fähig bist, wie die meisten hier (und dazu zähle ich auch mich selbst, denn ich hatte auch nicht das Ergebnis "Jesus" erreicht). Ich finde es schön, wie frei und voller Vertrauen du deine Beziehung lebst und so voller Bewunderung und Hingabe über sie schreibst. Das liest sich erfreuend schön. :) Aber du polarisierst damit, weil die meisten damit nichts anfangen können. Weil die meisten nicht "wie Jesus" sind. Das kann für sie gar keine echte Liebe sein. Und was man selbst nicht kann, das spricht man anderen ab. So sind Menschen halt. Ist das eigene Vorstellungsvermögen begrenzt (und das ist es bei jedem ab irgendeinem Punkt), dann kann das jenseits dieser Grenzen nichts Gutes bedeuten.
Freu dich über deine Liebe, nimm sie in den Arm und küsse sie und dann vergiss alles, was irgendjemand dir vorwirft oder nicht verstehen kann. Ist doch egal. Viel Glück und freu dich einfach!!!! :):):)
 
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Vergnügt

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  • #191

Wenn du dir Vorwürfe deswegen machst, weil du was richtig gemacht hast, dann bist du echt ein Depp. Vertrauen ist ein Geschenk. Egal, was ein anderer aus dem Geschenk macht, der Schenkende ist niemals ein Depp. Nie.

Wenn man nichts erwartet kann man auch nicht enttäuscht werden.
Aber mal ehrlich, schließt deien Anspuchslosigkeit wirklich alles mit ein? Hättest du auch kein Problem damit wenn ihr euch künftig noch seltener sieht, weil sie z.B. nebenher noch mit jemand anderem zusammen ist oder hast du doch gewisse Ansprüche?

Ich verstehe ihn so, dass er schon Ansprüche hat, aber nicht den Anspruch, dass sie alle seine Ansprüche erfüllt. So wie sie ist, erfüllt sie die meisten seiner Wünsche und mehr erwartet er gar nicht. Er ist zufrieden und dankbar. Und deine gescheiterte Beziehung hat nichts mit seiner zu tun und ich verstehe nicht, weshalb du ihm da was übertragen willst. Was hat seine Freundin denn mit deiner Ex zu tun? Wieso sollte sie untreu werden? Lass doch mal die Geister aus deinem Keller raus und verabschiede sie ein für allemal. Ist ja gruselig, wie sie hier herumspuken und Horrorszenarien produzieren, was nun bei pointsman alles schief laufen könnte, weil dir das so passiert ist. Tut mir im Übrigen leid für dich.

Was wäre beispielsweise der Unterschied zu einer Katze die man als Freiläufer hält und nur regelmäßig Futter hinstellt damit sie eien Grund hat heim zu kommen?

Na, wenn das die Haltung gegenüber der Freundin sein soll, ist klar, weshalb sie fremdgeht.

Beim Fromm´schen Konzept der anspruchsfreien Liebe frage ich mich ob es da noch um Menschen und das Miteinander geht bei dem ein Du und ein Ich zu einem Wir wird in dem sich beide wiederfinden und sich gleichzeitig neu definieren.

Nein, du hast völlig Recht. Pointsman und seine Freundin lieben sich gar nicht. Sie ist Katze, er ist Futter. Wie gut, dass das einer mal sagt. :rolleyes:
Egal, nach welchem Konzept sich zwei Menschen lieben, es ist ja immer noch ne Orientierung und das Ideal, das man anstrebt, ist ja nicht die Realität, die man erreicht, sondern immer nur eine Annäherung daran. Diese extreme Reinform von Frommscher Liebe praktiziert er ja gar nicht. Er schreibt ja auch von ihren Spleens, die so gut zu seinen passen und, die er an ihr toll findet. Das ist ja wohl was höchst individuelles.
 
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  • #193
Das kann für sie gar keine echte Liebe sein. Und was man selbst nicht kann, das spricht man anderen ab.
Ähm, sorry, das finde ich jetzt etwas anmaßend. Woher weißt du denn, was die meisten (hier) können? Und ganz besonders die, die sich hier geäußert haben? Was du zB jetzt hier @ICQ andichtest, finde ich sehr abenteuerlich, um es mal ganz behutsam auszudrücken.
Was die Äußerungen von @pointsman angeht: Jeder muss die Gratwanderung bewältigen, bis wohin er den anderen sein lässt, ihn nicht verändern will und auf der anderen Seite seine Wünsche und Bedürfnisse einbringt (ich seh das positiv). Und er muss eben auch damit klarkommen, wie das der Partner macht. Ich würde nicht mit jemandem zusammensein wollen, der immer alles was ich tue nur prächtig findet, damit könnte ich nicht umgehen und es würde mich auch nicht 'teasen'. Dass das die höchste Form der Liebe ist, würde ich deshalb nicht bezweifeln.
Und Jesus hätte nicht immer laut herausposaunt, wie großartig er liebt, schon gar nicht, wenn er zuvor in einem Forum eine ganz andere Seite gezeigt hätte. Ich bin nicht Jesus, darum erkenne ich schon noch, wenn es jemandem ganz offensichtlich nur darum geht, sich und seine Liebe darzustellen.
 
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fleurdelis*

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  • #194
Und Jesus hätte nicht immer laut herausposaunt, wie großartig er liebt, schon gar nicht, wenn er zuvor in einem Forum eine ganz andere Seite gezeigt hätte.

Wieso stellt eigentlich keiner das Testergebnis in Frage? Und nimmt es als Tatsache an ... Testergebnisse in solchen Psychotests können wunderbar manipuliert beantwortet werden .... mich erstaunt die "Naivität" sich auf solch einem Test eine Meinung zu bilden. Insgesamt meine ich.
 
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  • #195
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Victor

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  • #196
Reden wir noch über Liebe oder polemisieren wir lieber?
Ich suche eine Partnerin und nicht die Liebe. Mir geht es um Menschen als Ganzes und nicht um irgendwelche hirnrissigen Konzepte, die sich fremde Leute im Alleingang selber zusammenwurschtelt haben.

Auf spanisch sagen sie nicht "ich liebe dich" sondern "te quiero". Das heisst direkt übersetzt "ich will Dich". Das kann ja wohl noch jeder noch selber nachvollziehen, ob es zutrifft oder nicht. Es braucht zwei Menschen die einander wollen. Nicht mehr und nicht weniger.

Eine Beziehung ist eine bilaterale Sache und jeder ist lediglich ein Teil davon. Ich würde den Turm von unten nach oben bauen, weil der Weg vom 7 Himmel zum Boden der Tatsachen einfach nur ein langer Fall mit einem harten Aufschlag ist.
 
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pointsman

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  • #208
Das hatte @Vergnügt IMO schon passend beantwortet. In Ergänzung hat Vertrauen gewähren auch in verschiedenen Formen etwas damit zu tun es sich leisten zu können.
Ein Beispiel: Meine Frau vertraut mir, Eifersucht ist kein Thema. Ich weiß das, ich spüre es, ich erlebe es und es macht mich frei! -Obwohl ihr Ex-Mann soweit entfernt arbeitete, dass er dort eine Wohnung und eine Geliebte hatte. Sie vertraut mir trotzdem, das ist etwas grundsätzliches und sie ist völlig frei von dem Misstrauen, dass viele nach solch einem Betrug entwickelten. Ich hatte schon erwähnt, dass ich beruflich oft länger unterwegs bin und es Raum für solche Gedanken gäbe.

Wie würdest du deine Trennung angesichts des folgenden Beispiels einordnen:
Ein Ehepaar. Er selbständig und wie das bei Selbständigen üblich ist, schafft er als wesentliches Element der Altersvorsorge die gemeinsam bewohnte Immobilie an und überschreibt sie auf seine Frau. Sie ist bis zur Berufsunfähigkeit erkrankt. Beider Alter ist ende 50. Nichtsdestotrotz leben die beiden sich auseinander und lassen sich scheiden. Sie wirft ihn aus dem Haus.

Müssen wir nicht ausführen, es soll nur die mögliche Härte einer Trennung verdeutlichen. Wie ich aus meiner Ehe raus bin, dafür kassiere ich von meiner Frau immer noch "Blicke". Das hätte finanziell besser laufen können. Mag sein, aber im Rückblick hat sich mein Vertrauen und der akzeptierte finanzielle Schaden gelohnt, denn es ermöglichte mir meinen Frieden mit ihr zu schließen. Wie sie damit umgeht, ist nicht mehr interessant. Bin ich wirklich froh drum und konnte es mir zum Glück leisten. Trotzdem ging ich das Risiko wieder ein, obwohl es diesmal noch teurer würde. Dafür habe ich auch Gründe, die nicht im Topic zu finden sind.

Wenn man nichts erwartet kann man auch nicht enttäuscht werden.
Aber mal ehrlich, schließt deien Anspuchslosigkeit wirklich alles mit ein? Hättest du auch kein Problem damit wenn ihr euch künftig noch seltener sieht, weil sie z.B. nebenher noch mit jemand anderem zusammen ist oder hast du doch gewisse Ansprüche?
Es geht nicht darum nichts zu erwarten um nicht enttäuscht werden zu können. Das kann mir passieren. Der Punkt ist dem Anderen maximalen Freiraum zu lassen. Das ist die Basis für authentisch und in beider Interesse. Sie ist frei zu entscheiden und zu tun. Wozu soll ich Ansprüche haben?
Und nein, meine Anspruchslosigkeit schließt nicht alles ein. Das Beispiel reicht aber nicht, den Anspruch habe ich nicht. Ist auch kein gutes Beispiel und was hätte ihr Fremdgehen mit meinen Erwartungen und Ansprüchen zu tun?
Schlichte Gegenfrage: Änderten meine Erwartungen/Ansprüche etwas?
Sollte ich das häufig als probat empfundenen Mittel der Drohung "Deine Untreue bedeutet das Ende unserer Beziehung!" schon im Vorfeld anwenden? Ist es falsch das seinzulassen? So oder so kann die Untreue zu einer unüberbrückbaren Differenz beider Lebensplanungen werden. Das ist dann mitunter ein KO-Kriterium für eine gemeinsame Lebensplanung.

Vielleicht kann ich es so besser klar machen. Ein (gemeinsamer) Anspruch wäre z.B. darüber zu reden, wenn einer fremdgeht. Das ist ein Anspruch, gehört aber soweit zu den Basics, dass es schwierig ist das infrage zu stellen. Es gibt sicher weitere (Ausnahmen), aber an solchen kann ich nicht verdeutlichen was ich ausdrücken will:
In der Beziehungsanbahnung hatte ich einige wenige Ansprüche, die zu erfüllen waren. Natürlich auch Anziehung. Des Weiteren möge Sie eine auf Reflexion basierende Selbstsicherheit haben und bei den immer vorhandenen "Ecken & Kanten" keine, die sich beziehungsbelastend auswirken. Reflexion&Selbssicherheit beinhaltet ein Subset an (erworbenen) Fertigkeiten und ich denke schon, je reflektierter, je selbstsicherer, umso ähnlicher werden die sich daraus ergebenden Erkenntnisse. Beispiele für Teile des Subsets sind als Single glücklich sein zu können, Unabhängigkeit, eine menschliche Attitüde, ein hohes Maß an Akzeptanz und Toleranz, ... und was mir alles im Moment nicht einfällt. Müßig das aufzuzählen, wichtiger ist die Fähigkeit zur Reflexion und eine sich daraus ergebende Selbstsicherheit. Das ließe sich auch emotionale Stabilität nennen. Wenn sich zwei finden, die einen vergleichbaren Stand haben, dann stören auch Differenzen im Subset nicht, denn beide haben die Mittel um auf eine Lösung gemeinsamer Lesart zu kommen. Das ist weer Anspruch noch Erwartung, solche Entwicklungen geschehen von selbst, wenn beide auftauchende Differenzen reflektieren. Das Ende des Prozesses wird idR. ein gemeinsamer Nenner sein. Kein Kompromiss, sondern das für jeden beste, in einer gemeinsamen Betrachtung gefundene Ergebnis. Muss nicht für beide identisch sein.

Sind meine Ansprüche an Reflexion und Selbstsicherheit in der Beziehungsanbahnung erfüllt, dann spielen sie in der Beziehung keine Rolle. Jetzt können wir uns natürlich feinstofflich streiten, ob der Anspruch weiter besteht oder der Anspruch mit seiner Erfüllung erloschen ist. Wie auch immer, ich sehe keinen vernünftigen Grund einen solchen Menschen mit weiteren Ansprüchen zu überziehen. Im Grunde ist es der (erfüllte) Anspruch auf ein hohes Maß an Eigenverantwortlichkeit. Erwartungen finde ich auch nur mäßig gut, die können auch fordernd sein. Wünsche sind völlig in Ordnung, denn die kann der Andere ablehnen. Ich wünsche mir mit ihr zusammen alt zu werden. Der Unterschied wird klar, wenn ich von ihr erwarte, dass wir zusammen alt werden.
Ich fordere nichts von ihr, Liebe gibt. Sie muss keine Ansprüche, Erwartungen an mich haben, ich komme von selbst. Und wenn hier im Forum immer wieder die eigenen "Ausnahmen" von dem Prinzip rechtfertigt werden, dann stimmt etwas nicht. Jede Ausnahme schränkt den gemeinsamen Raum ein.

Beim Fromm´schen Konzept der anspruchsfreien Liebe frage ich mich ob es da noch um Menschen und das Miteinander geht bei dem ein Du und ein Ich zu einem Wir wird in dem sich beide wiederfinden und sich gleichzeitig neu definieren.
Fromm ist nicht so meins. Lauster, vermutlich auch Precht nicht, der über Kollegen herzieht. Die älteren habe ich gelesen, die neueren interessieren mich nicht mehr.
Nur weil weitgehend auf Erwartungen und Ansprüche verzichtet wird, ist das doch keine Vermeidung von Entwicklungen! Zwei eigenverantwortliche Menschen müssen nicht durch Ansprüche und Erwartungen des Anderen getrackt werden und sollten die Mittel für weitere Entwicklungen besitzen. Auch bei zwei ausgeprägten Individuen kommt es zum Wir.

Ich finde nichts falsch daran Hoffnungen, Wünsche, Erwartungen und Ansprüche zu haben und zu stellen. Man muss halt denjenigen finden dessen Wünsche, Erwartungen und Ansprüche dazu passen, sodaß die wechelseitige Erfüllung nicht zur Last wird.
Bei den Hoffnungen und Wünsche bin ich d'accord, mit den Erwartungen und Ansprüchen an einen Menschen habe ich so weit Bedenken, dass ich sie in der Partnerschaft sein lasse. Warum, sollte jetzt klar sein und wie ich es vermeide auch. Wer es braucht, der kann sich einen entsprechenden Partner für seine Erwartungen und Ansprüche suchen. Für mich ist das keine Alternative. Meine Ansprüche habe ich - im Übrigen meine Frau genauso - in die Anbahnung verlegt und erfüllt. Sie habe ich in der Beziehungsanbahnung kompromisslos erlebt, in der Beziehung kann ich weitgehend machen was ich will. Das läuft aber nicht so wie mancheR das interpretieren könnte, so irgendwie willkürlich, sondern vertrauensvoll. Wenn ich ihr mit irgendeinem zu drehenden Klops komme, dann ist mir, obwohl ich idR. von ihr keinen Widerstand erfahre, sowieso ihre Sicht, der Austausch mit ihr wichtig und wertvoll. Wir sprechen darüber, wenn es von Belang ist und meist, wenn es das nicht ist. Das gemeinsame „Subset“ spielt eine wesentliche Rolle. Ansprüche und Erwartungen gehören nicht dazu.
 
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Deleted member 23428

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  • #209
Das hatte @Vergnügt IMO schon passend beantwortet. In Ergänzung hat Vertrauen gewähren auch in verschiedenen Formen etwas damit zu tun es sich leisten zu können.
Ein Beispiel: Meine Frau vertraut mir, Eifersucht ist kein Thema. Ich weiß das, ich spüre es, ich erlebe es und es macht mich frei! -Obwohl ihr Ex-Mann soweit entfernt arbeitete, dass er dort eine Wohnung und eine Geliebte hatte. Sie vertraut mir trotzdem, das ist etwas grundsätzliches und sie ist völlig frei von dem Misstrauen, dass viele nach solch einem Betrug entwickelten. Ich hatte schon erwähnt, dass ich beruflich oft länger unterwegs bin und es Raum für solche Gedanken gäbe.

Wie würdest du deine Trennung angesichts des folgenden Beispiels einordnen:
Ein Ehepaar. Er selbständig und wie das bei Selbständigen üblich ist, schafft er als wesentliches Element der Altersvorsorge die gemeinsam bewohnte Immobilie an und überschreibt sie auf seine Frau. Sie ist bis zur Berufsunfähigkeit erkrankt. Beider Alter ist ende 50. Nichtsdestotrotz leben die beiden sich auseinander und lassen sich scheiden. Sie wirft ihn aus dem Haus.

Müssen wir nicht ausführen, es soll nur die mögliche Härte einer Trennung verdeutlichen. Wie ich aus meiner Ehe raus bin, dafür kassiere ich von meiner Frau immer noch "Blicke". Das hätte finanziell besser laufen können. Mag sein, aber im Rückblick hat sich mein Vertrauen und der akzeptierte finanzielle Schaden gelohnt, denn es ermöglichte mir meinen Frieden mit ihr zu schließen. Wie sie damit umgeht, ist nicht mehr interessant. Bin ich wirklich froh drum und konnte es mir zum Glück leisten. Trotzdem ging ich das Risiko wieder ein, obwohl es diesmal noch teurer würde. Dafür habe ich auch Gründe, die nicht im Topic zu finden sind.


Es geht nicht darum nichts zu erwarten um nicht enttäuscht werden zu können. Das kann mir passieren. Der Punkt ist dem Anderen maximalen Freiraum zu lassen. Das ist die Basis für authentisch und in beider Interesse. Sie ist frei zu entscheiden und zu tun. Wozu soll ich Ansprüche haben?
Und nein, meine Anspruchslosigkeit schließt nicht alles ein. Das Beispiel reicht aber nicht, den Anspruch habe ich nicht. Ist auch kein gutes Beispiel und was hätte ihr Fremdgehen mit meinen Erwartungen und Ansprüchen zu tun?
Schlichte Gegenfrage: Änderten meine Erwartungen/Ansprüche etwas?
Sollte ich das häufig als probat empfundenen Mittel der Drohung "Deine Untreue bedeutet das Ende unserer Beziehung!" schon im Vorfeld anwenden? Ist es falsch das seinzulassen? So oder so kann die Untreue zu einer unüberbrückbaren Differenz beider Lebensplanungen werden. Das ist dann mitunter ein KO-Kriterium für eine gemeinsame Lebensplanung.

Vielleicht kann ich es so besser klar machen. Ein (gemeinsamer) Anspruch wäre z.B. darüber zu reden, wenn einer fremdgeht. Das ist ein Anspruch, gehört aber soweit zu den Basics, dass es schwierig ist das infrage zu stellen. Es gibt sicher weitere (Ausnahmen), aber an solchen kann ich nicht verdeutlichen was ich ausdrücken will:
In der Beziehungsanbahnung hatte ich einige wenige Ansprüche, die zu erfüllen waren. Natürlich auch Anziehung. Des Weiteren möge Sie eine auf Reflexion basierende Selbstsicherheit haben und bei den immer vorhandenen "Ecken & Kanten" keine, die sich beziehungsbelastend auswirken. Reflexion&Selbssicherheit beinhaltet ein Subset an (erworbenen) Fertigkeiten und ich denke schon, je reflektierter, je selbstsicherer, umso ähnlicher werden die sich daraus ergebenden Erkenntnisse. Beispiele für Teile des Subsets sind als Single glücklich sein zu können, Unabhängigkeit, eine menschliche Attitüde, ein hohes Maß an Akzeptanz und Toleranz, ... und was mir alles im Moment nicht einfällt. Müßig das aufzuzählen, wichtiger ist die Fähigkeit zur Reflexion und eine sich daraus ergebende Selbstsicherheit. Das ließe sich auch emotionale Stabilität nennen. Wenn sich zwei finden, die einen vergleichbaren Stand haben, dann stören auch Differenzen im Subset nicht, denn beide haben die Mittel um auf eine Lösung gemeinsamer Lesart zu kommen. Das ist weer Anspruch noch Erwartung, solche Entwicklungen geschehen von selbst, wenn beide auftauchende Differenzen reflektieren. Das Ende des Prozesses wird idR. ein gemeinsamer Nenner sein. Kein Kompromiss, sondern das für jeden beste, in einer gemeinsamen Betrachtung gefundene Ergebnis. Muss nicht für beide identisch sein.

Sind meine Ansprüche an Reflexion und Selbstsicherheit in der Beziehungsanbahnung erfüllt, dann spielen sie in der Beziehung keine Rolle. Jetzt können wir uns natürlich feinstofflich streiten, ob der Anspruch weiter besteht oder der Anspruch mit seiner Erfüllung erloschen ist. Wie auch immer, ich sehe keinen vernünftigen Grund einen solchen Menschen mit weiteren Ansprüchen zu überziehen. Im Grunde ist es der (erfüllte) Anspruch auf ein hohes Maß an Eigenverantwortlichkeit. Erwartungen finde ich auch nur mäßig gut, die können auch fordernd sein. Wünsche sind völlig in Ordnung, denn die kann der Andere ablehnen. Ich wünsche mir mit ihr zusammen alt zu werden. Der Unterschied wird klar, wenn ich von ihr erwarte, dass wir zusammen alt werden.
Ich fordere nichts von ihr, Liebe gibt. Sie muss keine Ansprüche, Erwartungen an mich haben, ich komme von selbst. Und wenn hier im Forum immer wieder die eigenen "Ausnahmen" von dem Prinzip rechtfertigt werden, dann stimmt etwas nicht. Jede Ausnahme schränkt den gemeinsamen Raum ein.


Fromm ist nicht so meins. Lauster, vermutlich auch Precht nicht, der über Kollegen herzieht. Die älteren habe ich gelesen, die neueren interessieren mich nicht mehr.
Nur weil weitgehend auf Erwartungen und Ansprüche verzichtet wird, ist das doch keine Vermeidung von Entwicklungen! Zwei eigenverantwortliche Menschen müssen nicht durch Ansprüche und Erwartungen des Anderen getrackt werden und sollten die Mittel für weitere Entwicklungen besitzen. Auch bei zwei ausgeprägten Individuen kommt es zum Wir.


Bei den Hoffnungen und Wünsche bin ich d'accord, mit den Erwartungen und Ansprüchen an einen Menschen habe ich so weit Bedenken, dass ich sie in der Partnerschaft sein lasse. Warum, sollte jetzt klar sein und wie ich es vermeide auch. Wer es braucht, der kann sich einen entsprechenden Partner für seine Erwartungen und Ansprüche suchen. Für mich ist das keine Alternative. Meine Ansprüche habe ich - im Übrigen meine Frau genauso - in die Anbahnung verlegt und erfüllt. Sie habe ich in der Beziehungsanbahnung kompromisslos erlebt, in der Beziehung kann ich weitgehend machen was ich will. Das läuft aber nicht so wie mancheR das interpretieren könnte, so irgendwie willkürlich, sondern vertrauensvoll. Wenn ich ihr mit irgendeinem zu drehenden Klops komme, dann ist mir, obwohl ich idR. von ihr keinen Widerstand erfahre, sowieso ihre Sicht, der Austausch mit ihr wichtig und wertvoll. Wir sprechen darüber, wenn es von Belang ist und meist, wenn es das nicht ist. Das gemeinsame „Subset“ spielt eine wesentliche Rolle. Ansprüche und Erwartungen gehören nicht dazu.

:eek: Könntest du das alles nicht am Anfang oder Ende kurz in 1,2 Sätzen inhaltlich zusammenfassen?
 
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pointsman

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  • #210
Nein. Und ich weiß, dass es für manche zu lang ist.