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  • #1

Warum wollt ihr eine Beziehung?

Hallo zusammen,

Eine eigentlich ganz einfach und doch so schwere Frage.

Zu mir: Ich habe sehr gute Freunde und viele Geschwister und Eltern zu denen ich eine innige Beziehung pflege. Ich bin also durchaus ein Beziehungsmensch. Mein Problem: nachdem ich jahrelang seriell monogam war und nach einer letzten katastrophalen OnOffBeziehung jetzt Single bin, ziehe ich ausschließlich Männer an, die beziehungsgestört oder Fremdgänger sind.. Schon allein der Gedanke, da wäre jemand, der mich wirklich mag und an meinem Leben teilhaben will, macht mir Bauchschmerzen. Aber gleichzeitig sehne ich mich so sehr nach Liebe.

Ich glaube, dass ich eigentlich schon immer "gestört" war, nur früher hab ich mich in Zweckbeziehungen gezwungen, weil ich das nicht wahrhaben wollte.. Und der Letzte war dann wirklich schrecklich, dennoch denke ich, dass ich ihn noch am meisten geliebt habe,wenn man in einer Abhängigkeitsbeziehung von sowas sprechen kann. Er war kontrollsüchtig, hat mein Handy gehackt, hat meinen GPS Standort kontrolliert, war furchtbar eifersüchtig und hat mir ständig fremdgehen und schlechten Charakter vorgeworfen. Obwohl ich nie fremdgegangen bin und es auch nie vorhatte.
Nachdem ich monatelang die Beziehung verdaut habe, mache ich nur noch Unverbindliches, obwohl ich das früher nie getan hätte. Und jetzt, wo ich dich eigentlich wieder etwas Festes suche, suche ich mir gezielt nur Männer, die dann selbst beziehungsgestört sind und nur unverbindlich sind.

Und wenn ich ehrlich bin, kenne ich kaum eine Beziehung, bei der ich sage, wow das will ich auch. Entweder kommen sie mir vor wie Zweckbeziehungen, weil beide eine Familie wollen, oder wo eigentlich nur einer liebt und der andere Angst hat alleine zu sein, oder weil sie niemand anderes so schnell finden würden und beide eher unattraktiv sind, oder Beziehungen in denen eigentlich immer nur gestritten wird. Meine Eltern sind für mich auch einabschreckendes Beispiel. Meine Mutter hat ihre Ärzte Karriere aufs Eis gelegt und immer zurückgesteckt, nicht mehr so viel Respekt für meinen Vater der als Arzt alle ernährt hat aber sonst keinerlei Hobbys oder soziale Fähigkeiten hatte, sitzen fest in einem Kaff, in dem sie ihr Haus gebaut haben und sich nciht wohl fühlen.

Resultat, selbst meine Arbeit als Consultant ist maximal unverbindlich, da ich immer gehen kann und das Projekt wechseln, ich wohne in einer Dienstwohnung, die ich jederzeit kündigen kann. Jede Art von Verbindlichkeit finde ich erschreckend, freiheitseinschränkend und macht mir höllische Angst. Dabei sehne ich mich so sehr nach Liebe und ankommen. Ich bin jetzt auch schon 30 Jahre alt. Familie und Kinder sind für mich immer noch eine schöne Vorstellung ganz weit weg, sobald ich konkret mir vorstelle ich wäre jetzt schwanger, verzweifle ich bei der Vorstellung nicht mehr flexibel zu sein.

Bitte, könnt ihr mir sagen, wie ihr eure Beziehung gefunden habt oder warum ihr eine wollt und aus tiefsten Herzen ehrlich sagen, dass es nicht doch Gründe wie Angst vor dem alleine sein ist?
Und warum können das das Unverbindliche so viele Männer, die ich kennenlerne und ich aber kann das immer nur für einne kurzen Moment und dann fühle ich mich schlecht?
 
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  • #2
Liebe Schmetterling,
da hast du ja schreckliche Dinge erlebt! Deshalb deine Unverbindlichkeit im Leben, Beruf, Wohnen....
Nimm dir diese Auszeit solange du brauchst. Vielleicht gibt es doch noch diesen einen Menschen, der dich begeistert, dem du vertraust und mit dem du deine Familie gründen kannst.

Ich für mich suche einen Gefährten! Dieser muss nicht zwingend bei mir wohnen. Ich möchte die schönen Stunden teilen, vielleicht eine Wochenendbeziehung, ohne Alltagsärger!
Einsam bin ich nicht, es fehlt mir aber der Sex, mit jemanden der mir vertraut ist, den ich mag, etwas gemeinsam unternehmen. Keinen anonymen "one night stand"
Aber 24 Stunden am Tag jemanden um mich haben?! Dreckige Socken hinterherräumen? Nein danke.

Ein schwieriges Thema das bestimmt auch altersabhängig ist!?
 
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  • #6
Hallo zusammen,

Eine eigentlich ganz einfach und doch so schwere Frage.

Zu mir: Ich habe sehr gute Freunde und viele Geschwister und Eltern zu denen ich eine innige Beziehung pflege. Ich bin also durchaus ein Beziehungsmensch. Mein Problem: nachdem ich jahrelang seriell monogam war und nach einer letzten katastrophalen OnOffBeziehung jetzt Single bin, ziehe ich ausschließlich Männer an, die beziehungsgestört oder Fremdgänger sind.. Schon allein der Gedanke, da wäre jemand, der mich wirklich mag und an meinem Leben teilhaben will, macht mir Bauchschmerzen. Aber gleichzeitig sehne ich mich so sehr nach Liebe.

Ich glaube, dass ich eigentlich schon immer "gestört" war, nur früher hab ich mich in Zweckbeziehungen gezwungen, weil ich das nicht wahrhaben wollte.. Und der Letzte war dann wirklich schrecklich, dennoch denke ich, dass ich ihn noch am meisten geliebt habe,wenn man in einer Abhängigkeitsbeziehung von sowas sprechen kann. Er war kontrollsüchtig, hat mein Handy gehackt, hat meinen GPS Standort kontrolliert, war furchtbar eifersüchtig und hat mir ständig fremdgehen und schlechten Charakter vorgeworfen. Obwohl ich nie fremdgegangen bin und es auch nie vorhatte.
Nachdem ich monatelang die Beziehung verdaut habe, mache ich nur noch Unverbindliches, obwohl ich das früher nie getan hätte. Und jetzt, wo ich dich eigentlich wieder etwas Festes suche, suche ich mir gezielt nur Männer, die dann selbst beziehungsgestört sind und nur unverbindlich sind.

Und wenn ich ehrlich bin, kenne ich kaum eine Beziehung, bei der ich sage, wow das will ich auch. Entweder kommen sie mir vor wie Zweckbeziehungen, weil beide eine Familie wollen, oder wo eigentlich nur einer liebt und der andere Angst hat alleine zu sein, oder weil sie niemand anderes so schnell finden würden und beide eher unattraktiv sind, oder Beziehungen in denen eigentlich immer nur gestritten wird. Meine Eltern sind für mich auch einabschreckendes Beispiel. Meine Mutter hat ihre Ärzte Karriere aufs Eis gelegt und immer zurückgesteckt, nicht mehr so viel Respekt für meinen Vater der als Arzt alle ernährt hat aber sonst keinerlei Hobbys oder soziale Fähigkeiten hatte, sitzen fest in einem Kaff, in dem sie ihr Haus gebaut haben und sich nciht wohl fühlen.

Resultat, selbst meine Arbeit als Consultant ist maximal unverbindlich, da ich immer gehen kann und das Projekt wechseln, ich wohne in einer Dienstwohnung, die ich jederzeit kündigen kann. Jede Art von Verbindlichkeit finde ich erschreckend, freiheitseinschränkend und macht mir höllische Angst. Dabei sehne ich mich so sehr nach Liebe und ankommen. Ich bin jetzt auch schon 30 Jahre alt. Familie und Kinder sind für mich immer noch eine schöne Vorstellung ganz weit weg, sobald ich konkret mir vorstelle ich wäre jetzt schwanger, verzweifle ich bei der Vorstellung nicht mehr flexibel zu sein.

Bitte, könnt ihr mir sagen, wie ihr eure Beziehung gefunden habt oder warum ihr eine wollt und aus tiefsten Herzen ehrlich sagen, dass es nicht doch Gründe wie Angst vor dem alleine sein ist?
Und warum können das das Unverbindliche so viele Männer, die ich kennenlerne und ich aber kann das immer nur für einne kurzen Moment und dann fühle ich mich schlecht?
Heiii *Tasse Tee rüber schieb*
Wie lange geht's dir schon so? Hast du schon mal ne Therapie gemacht? Das kann wirklich helfen. Die Wunden heilen mit der Zeit, aber professionell desinfizieren und evt. was nähen oder ne gute Salbe drauf machen, unterstützt den Heilungsprozess. Bildlich gesprochen.
Ich würde dir raten, ne Therapie zu beginnen. Hab ich auch mal gemacht. Ist genauso wie zum Arzt zu gehen wegen körperlichen Beschwerden. Nur bei seelischen Leiden braucht es ne andere Art von Hilfe. Du kannst dann mit professioneller Unterstützung an dir selber arbeiten und neue Wege gehen, die dich deinen Herzenswünschen näher bringen. Es gibt nichts zu verlieren. Nur alles zu gewinnen.
Gib die Hoffnung nie auf.

Ich hatte auch mal an dem Punkt gestanden, wo ich dachte, ich sei völlig verkorkst und mein Leben sei verpfuscht und es gäbe nix mehr zu retten. Es könne nur schlimm oder noch schlimmer ausgehen.
Ich hab Therapie gemacht, stationär und ambulant und gelernt, mich selbst zu lieben, das Leben zu schätzen, dankbar zu sein, mutig zu sein und ein paar Weichen in meinem Leben umgestellt und seitdem hat sich vieles zum positiven gewendet. Dann gab's mal einen Rückschlag, aber ich hab mich wieder berappelt und 3 Sprünge nach vorn gemacht.

Deshalb rate ich dir: Lass dir helfen. Es ist viel mehr möglich, als du jetzt gerade zu hoffen wagst.
Sei geduldig mit dir selbst. Auch wenn du dich aus deinem Loch befreist und du immer weiter nach oben gehst, ist es völlig normal, 2 Schritte vor, 1 Schritt zurück, 2 wieder vor zu machen. Man kann immer mal wieder zurückfallen, deshalb darfst du nie verzweifeln. Es geht immer weiter. Und mit Hilfe geht es leichter als alleine. Mach es dir selbst nicht zu schwer.

Zu deiner Frage:
Wenn deine Narben verheilt sind und dein Herz sich wirklich öffnen kann, wirst du es fühlen, was zwei Menschen zusammenführt und zusammenhält. Keine Angst, kein Schmerz, ... sondern weil sich die Nähe zum richtigen Menschen wunderschön anfühlt. Weil der richtige Mensch dich nicht kleinmacht und dir kein Schaden zufügt, sondern im Gegenteil dich aufbaut, wenn du unten bist, und dich gerne glücklich sieht und auch was dazu beiträgt, dass du glücklich bist.

Bitte glaub immer an dich. Es wartet so viel Glück auf dich, das nur von dir gefunden werden will. Dazu musst du dich öffnen können und dafür müssen deine seelischen Wunden heilen und dabei kannst du dir helfen lassen. Es gibt einen Weg. Bitte gib nicht auf.

Ganz viel Kraft, Liebe, Wärme, Hoffnung und Vertrauen wünsche ich dir. 🌈🍀🌸❤
 
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  • #7
Ich hab Therapie gemacht, stationär und ambulant
Exgüsi, aber hier muss ich wirklich mal nachhaken/–fragen. Was/wie ist das mit diesem „Therapie machen“? Das les ich so oft. Geht man da zu einem Psychiater und sagt: „ich brauch eine Therapie“! „Mach mal ne Therapie“… Das funktioniert ja nicht so, wie wenn ich einen bakteriellen Infekt habe und dann als Therapie ein Antibiotikum verschrieben bekomme.
Ich war auch schon bei einem Fachmenschen in Behandlung - aber Therapie? Ich versteh‘s nicht - ist das ein DE / A Ding?
Was soll @Schmetterlin genau therapieren? Ihre Erlebnisse? Ihre Eltern-Kindbeziehung? Ihre Einstellung zu potentiellen Partnern?
 
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  • #8
Ein schwieriges Thema das bestimmt auch altersabhängig ist!?
Anscheinend. Das höre ich oft von Frauen ü55.
Nur noch ambulant, nicht mehr stationär.
Ich finde das sollte man auf sich zu kommen lassen.
Das ergibt sich oder nicht.
Von vornherein würde ich Nichts ausschließen.
Aber auch nicht gezielt nach 24 Stunden suchen.

Nach langen Ehejahren habe ich letztes Jahr auch mal das ambulante Modell (überwiegend nur die schönen Wochenenden, kein Alltag )
kennengelernt.
Das hat mir auch gefallen.
Keine Ahnung wie sich das entwickelt hätte.
Leider war nach 6 Monaten schon wieder Schluss.
 
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  • #9
Exgüsi, aber hier muss ich wirklich mal nachhaken/–fragen. Was/wie ist das mit diesem „Therapie machen“? Das les ich so oft. Geht man da zu einem Psychiater und sagt: „ich brauch eine Therapie“! „Mach mal ne Therapie“… Das funktioniert ja nicht so, wie wenn ich einen bakteriellen Infekt habe und dann als Therapie ein Antibiotikum verschrieben bekomme.
Ich war auch schon bei einem Fachmenschen in Behandlung - aber Therapie? Ich versteh‘s nicht - ist das ein DE / A Ding?
Was soll @Schmetterlin genau therapieren? Ihre Erlebnisse? Ihre Eltern-Kindbeziehung? Ihre Einstellung zu potentiellen Partnern?
Ich denke, im besten Fall verbessert sich die Gesundheit, das Wohlbefinden und ev. das Lebensgefühl.. Veränderungen könnten möglich sein, Probleme zutage treten, das Leid fühlbar werden....es hat m. E. weniger mit Herz öffnen und keinen Schmerz spüren zu tun sondern mit dem Schmerz und ev. mit dem Stress in Beziehungen (falls es Kummer ist) so umzugehen das psychische Belastungen verringert werden könnten.
 
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  • #10
Ich denke, im besten Fall verbessert sich die Gesundheit, das Wohlbefinden und ev. das Lebensgefühl.. Veränderungen könnten möglich sein, Probleme zutage treten, das Leid fühlbar werden....es hat m. E. weniger mit Herz öffnen und keinen Schmerz spüren zu tun sondern mit dem Schmerz und ev. mit dem Stress in Beziehungen (falls es Kummer ist) so umzugehen das psychische Belastungen verringert werden könnten.
Danke @Maron D.h. in einer Therapie wird gelehrt mit dem Leben und alles was dazugehört umzugehen?
Jeder Mensch hat doch im Leben gute aber auch schlechte Erfahrungen gemacht . Eltern werden irgendwann entidealisiert. Auch sie sind einfach Menschen. Dazu noch mit ihren eigenen Themen.
Fehler und Fehleinschätzungen werden erkannt und man lernt sich selber kennen und man muss damit umgehen.
@Schmetterlin Ich selber bin am besten damit gefahren nicht immer alles zu hinterfragen. Das Leben lebt sowieso weiter, egal ob ich mich ständig hintersinne oder ob ich mich einfach tragen lasse.
Ich wünsche dir Unbekümmertheit mit der richtigen Portion Gespür für Menschen und Situationen die dir guttun. Das Leben lässt sich nicht (immer) planen.
 
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  • #12
na ev. eher geschaut ob es psychologische Strategien gibt, die der Verarbeitung von schlechten Erfahrungen oder zukünftigen Plänen entgegen stehen.
ok, das macht Sinn. Und das geschieht nach einem bestimmten „Fahrplan“? Also zu vergleichen mit 1. Woche drei Tabletten pro Tag, 2. Woche zwei etc.? Sprich es gibt ein (genaues) Schema für eine psychiatrische Therapie?
 
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  • #14
👍 ich versuchs.
Hab mich da schon früher drin verloren, da ich es mit meiner therapeutischen Erfahrung nie in Einklang bringen konnte. Deshalb danke für die Ansatzerklärung🙂