Beiträge
444
Likes
1
  • #1

Warum stellen viele Männer so wenig Fragen?

Also, eine Frage drängt sich mir nach einigen Dates dann doch auf:
Warum stellen Männer einer Frau, um die sie "balzen", eigentlich so wenige Fragen?
Kurz zur Erklärung:

Meine Dates laufen, etwas überspitzt gesagt, sehr oft nach diesem Schema ab:

Begrüßung, hinsetzen, nach ca 2 Minuten Smalltalk und Bestellung fängt der Mann an, über sich selbst zu reden - und hört erst beim Bezahlvorgang wieder auf. Zwischendrin stelle ich ihm Fragen - also: ich bin eine "gute Zuhörerin", wie man so sagt, ich frage ihn nicht "aus", aber frage nach, zu den Themen, die er erzählt oder versuche, das Thema durch Fragen weiterzudrehen, was er dann abermals nutzt, um über sich selbst zu sprechen. (in der Regel über Erfolge, was er gut kann etc )

Dann wird bezahlt, er strahlt mich an und sagt: "Auf eine Frau wie Dich habe ich immer schon gewartet! Ich will Dich unbedingt wiedersehen!"

Das nächste Mal, wenn mir das passiert, frage ich: "Und? Wie BIN ich denn?"
Denn eigentlich weiß der Mann ja gar nichts über mich. Er hat mich nichts gefragt - und ich habe auch so gut wie nichts über mich erzählt (inzwischen bin ich schon dazu übergegangen, wenigstens ab und zu etwas über mich zu erzählen, auch wenn er NICHT fragt).

Ich schlussfolgere daraus, dass es für viele Männer ein Traum ist, wenn da eine Frau sitzt, die ihnen mutmaßlich optisch gefällt und die ihr Interesse zeigt, indem sie ihm "aktiv zuhört", d.h., passende Fragen stellt.

Nun aber meine Frage an die Männer: kann man so einen Mann generell "abhaken", weil er ja (in meiner weiblichen Interpretation dessen) nur ein Selbstdarsteller ist und gar nicht mich als Person kennenlernen will, sondern eine zuhörende Hülle wünscht. Oder gibt es auch irgendwelche Erklärungen zur "Ehrenrettung" dieser Männer?
Immerhin haben sie ja u.U. nur dieses eine Date, um mich von sich so zu begeistern, dass ich sie auch wiedersehen will. Sollten sie sich da nicht etwas mehr Mühe geben?

Oder kann man es als "Mühe" interpretieren, wenn ein Mann versucht, sich als möglichst toller Hecht selbst darzustellen (im Sinn von: "Der Pfau zeigt sein Gefieder"...)?
 
M

Mary

  • #2
AW: Warum stellen viele Männer so wenig Fragen?

Hi,

also mein 1. Date zuletzt hat mich für meine Begriffe zu viel gefragt. ;-))
Ich habe ohnehin schon ein bissl Probleme mit dieser 1. Date Situation, weil man sich mit jemanden trifft, von dem man nicht weiß, ob man sich wirklich treffen mag. Um das herauszufinden trifft man sich ja. Und das ist im Gegensatz zum Kennenlernen im "normalen" Leben halt verkehrt herum. Da lernt man sich ja irgendwie kennen und trifft sich danach erst. Es ist also die Frage des grundsätzlichen Interesses erstmal geklärt - aber eben niemals so offensichtlich und die Frage ob der andere für eine Beziehung passen könnte, schwebt auch nicht ständig im Raum.
Das ist bei solchen Dates via PS ja anders und für mich auch irgendwie ein Haken. Natürlich ists natürlich sinnvoll (sollte man nicht sofort diesen "nein, hilfe, lieber nicht impuls" haben) sich Fragen zu stellen. Aber mir fällt das beim 1. Date eher schwer, weil ich eben von diesem Gefühl wegwill, dass dieses Treffen eine prüfungsähnliche Situation ist, wo jede Antwort "richtig oder falsch" sein kann und im Hintergrund Checklisten abgearbeitet werden. ;-))

Ich finde daher dass man bei einem 1. Date nicht zu viel fragen sollte, sondern es da mehr darum geht, rauszufinden, ob die Chemie stimmt. Man hört ja oft, dass man das oft in den ersten 20 Sekunden weiß. Oder zumindest weiß man ziemlich schnell, wenn sie so gar nicht passt.

Mein letztes Date war da aber zugegebenermaßen auch eine ziemliche Ausnahmeerscheinung. Viel öfter ists mir schon so passiert wie du es beschreibst (also auch beim Kennenlernen außerhalb von PS). Viele hören sich einfach selbst gern reden. Wirkliches Interesse am Menschen durch zuhören oder aktives Nachfragen ist bei den Männern die ich kenne selten eine herausragende Eigenschaft. Auch in Beziehungen (von Freundinnen) ist das kein seltenes Thema. Frauen fühlen sich oft zu wenig gehört, wahrgenommen von ihren Männern. Umgekehrt hab ich davon von Männern selten bis nie gehört.

Mein bester Kumpel z.b. vertritt da auch mehr die These: Wer was sagen will, soll es einfach sagen, tue ich ja auch. Er beginnt z.b. jedes Telefonat mit "ich .." ich hingegen jedes mit "wie gehts dir" ... ;-)

Warum dem so ist? Gute Frage ...

Lg
Mary
 
Beiträge
702
Likes
2
  • #3
AW: Warum stellen viele Männer so wenig Fragen?

du kennst doch die Antwort auf diese Frage :)
 
Beiträge
3.855
Likes
53
  • #4
AW: Warum stellen viele Männer so wenig Fragen?

Mir ist auch schon gelegentlich gesagt worden, dass ich zu wenig frage. Das heißt aber nicht, dass ich mich nicht interessiere, im Gegenteil, es heißt nur, dass meine Art, etwas über den anderen zu erfahren, eine andere ist.

Zunächst: allzuviele Frage-Antwort-Situationen erinnern mich mehr an ein Verhör als an entspanntes Plaudern. Und bei eben diesem Plaudern erfährt man etwas über den anderen und der andere über mich. Anders gesagt: beim Plaudern hört man die eine oder andere Antwort, nach der man dann nicht mehr zu fragen braucht.

Eine direkte Frage "zwingt" den anderen ja, sich zu dem befragten Punkt zu äußern. Manches möchte man aber gerade am Anfang noch gar nicht beantworten, und dann hakt dadurch vielleicht die Stimmung. Besser wäre: sag mir nicht, was ich wissen will, sondern was du mir mitteilen willst.

Ich muss ja auch nicht gleich alles wissen, mir ist es wie gesagt lieber, wenn die Stimmung entspannt ist und sich alle Beteiligten wohl fühlen –*schließlich sollen ja (hoffentlich) auch Gefühle entstehen können. Und so erfährt man am Ende vielleicht sogar mehr als bei einem "Verhör".

Also meine Damen: nicht warten, bis ihr gefragt werdet, ihr dürft heutzutage auch ungefragt reden ;-)
 
Beiträge
125
Likes
0
  • #5
AW: Warum stellen viele Männer so wenig Fragen?

@Fenster zum Hof
da ich diesen "Fehler" ja auch mache kann ich nur sagen das ich mir selbst ja auch schon diese Frage gestellt habe. Ich kann nur sagen das ich der Mimik und Gestik meiner Zuhörerin auf jedenfall Glauben schenken kann. Die Fragen die mir gestellt wurden können zwar durchaus aufschlussreich sein, einige Fragen die mir gestellt wurden, sind aber auch naiv, da diese meist darauf beruhen das Menschen sich nicht weiterentwickeln. Trotzdem finde ich es natürlich vollkommen aktzeptabel aber halt nur zum Teil sinnvoll. Tatsache ist das die Frauen meist aus den Monologen (ganz so schlimm ist es nicht) nicht so viel entnehmen können, wie es meiner Meinung nach möglich wäre. Am Ende sollte man auf jeden Fall nicht alles auf die Goldwaage legen. Bei mir geht es beim ersten Date und meist auch noch beim zweiten nur um die Chemie.
Gruß,
Scrat
 
Beiträge
202
Likes
0
  • #6
AW: Warum stellen viele Männer so wenig Fragen?

hallo,
ich habe den eindruck, dass der redefluß, der bei männern manchmal entsteht, zum teil ein schutz ist, aber vor allem, es ist eine art, um die dame zu werben.( H)er(r) muss zeigen, wie gut, wie gescheid er ist, möglichst viele heldentaten in der kurzen zeit unterbringen, um die dame zu beeindrucken- und auch vielleicht, seine emotionen verbergen.
für uns frauen finde ich die rolle der zuhörerin gar nicht so unangenehm, schließlich stellen wir uns nicht in den vordergrung, mir ist die beobachtungsposition geborgen und angenehm , man kann sich gut ein bild machen und infos sammeln. man sieht dabei, dass der herr sich bemüht.
die fragen kommen später. der moment wo ein mann beginnt, zuzuhören, zeichnet für mich den, wo er sich verliebt. wenn dieser moment nicht kommt, also, wenn er weiterhin (auch bei bestehender "beziehung" "affaire") nicht nachfragt und sich nichts merkt, ist er definitiv nicht verliebt.
 
Beiträge
607
Likes
0
  • #7
Im besten Fall muss man diese Frage gar nicht stellen.

Ein erstes Date ist für mich dann gelungen, wenn es gar kein "Frage-Antwort-Spiel" gegeben hat, wenn statt dessen die Kommunikation flüssig und gleichmäßig verläuft, Fragen sich einfach ergeben oder gar nicht gestellt werden müssen. Von diesen Dates hatte ich ein paar und ein paar wenige dieser Männer sind mir Freunde geworden.
 
Beiträge
545
Likes
1
  • #8
AW: Warum stellen viele Männer so wenig Fragen?

Nun, mir wird gelegentlich vorgeworfen, ich sei in solchen Situationen zu wortkarg und nicht gesprächig genug --- so unterschiedlich können Menschen und deren jeweilgie Wahrnehmung durch andere sein.

Zudem sehe ich es ähnlich wie Andre: Ich halte wenig von einem "Verhörstil", einer stellt eine Frage, der andere Antworten und hängt eine Gegenfrage an, ... --- das ist in meinen Augen eher langweilig, zäh und letztlich auch wenig informativ, weil vieles was ich über mein Gegenüber gerne erfahren würde sich nicht in Form konkreter Fragen und entsprechender Antworten beantworten lässt, sondern eher "en passant" in Form von kleinen Randbemerkungen, der Art wie etwas gesagt wird oder durch kleine Gesten. Ich möchte nicht (nur) die harten Fakten aus dem Leben des Gegenüber erfahren, sondern auch und vor allem die Dinge, die sich dahinter verbergen, die Einstellung zum Leben, die Art des Humors und viele Dinge mehr, die sich mit einem platten Frage-Antwort-Spiel nicht wirklich ergründen lassen.
 
Beiträge
607
Likes
0
  • #9
Du schreibst mir aus der Seele.

Danke für die schöne Formulierung!
 
Beiträge
125
Likes
0
  • #10
AW: Warum stellen viele Männer so wenig Fragen?

Obwohl ich es auch so sehe, halte ich die eine oder andere Frage als absolut, OK.
 
Beiträge
444
Likes
1
  • #11
AW: Warum stellen viele Männer so wenig Fragen?

.... naja, ein Frage-/Antwort-Spiel finde ich auch nicht gut - es sei denn, man würde in gemeinsamem Übermut tatsächlich ein Spiel draus machen.

Aber ich mag es nicht, wenn Männer vor sich hinmonologisieren, angeben, bis die Balken sich biegen und sich als die tollsten Hechte überhaupt darstellen - und man hat das Gefühl, sie interessieren sich gar nciht für die Frau und ein nettes Gespräch (bei dem BEIDE einen gewissen Redeanteil haben) kommt auch nicht auf.

DAS meinte ich.
 
Beiträge
607
Likes
0
  • #12
AW: Warum stellen viele Männer so wenig Fragen?

...mit so jemandem würde ich mich gar nicht öfter als einmal unterhalten. ;D
 
M

Mary

  • #13
AW: Warum stellen viele Männer so wenig Fragen?

@ Fenster,

nunja, beim 1. Date wäre ich da mal nicht so streng. Ich glaube schon, dass es des öfteren auch die Aufregung ist, wenn ein Mann ohne Punkt und Komma vor sich hinbrabbelt - Noch dazu wenn das weibliche Gegenüber seinen Wunschvorstellungen ziemlich nahe kommt. :)
Und das Männchen sich gern groß und stark präsentieren, kennen wir ja aus dem Tierreich ;-)) Da bin ich dann froh wenn sie das nur verbal machen ... gehört wohl ein bissl dazu zum Balzverhalten. :))

Das andere Extrem sind halt wieder die Schweiger, die dasitzen wie das Häschen vor der Schlange und so irgendwie gar nichts zu sagen haben.

Wenn's auf der kommunikativen Ebene so gar nicht passt, dann passts halt nicht. Mit "dem Richtigen" ist ja auch das kein Problem.

Lg
Mary
 
M

Mary

  • #14
AW: Warum stellen viele Männer so wenig Fragen?

ich empfehle dazu auch mal "Imponierverhalten" bei Wikipedia einzugeben ... ;-))
 
Beiträge
3.855
Likes
53
  • #15
AW: Warum stellen viele Männer so wenig Fragen?

Und ich empfehle, einfach vorher einige Male zu telefonieren :)