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Deleted member 23363

  • #1

Warum so kompliziert?

Aufgrund aktueller und auch älterer Threads gewinne ich immer mehr den Eindruck, dass viele Menschen die Online-Partnersuche* unnötig verkomplizieren. Da gibt es Beiträge wie z.B.
  • Soll ich ihn anrufen oder auf seinen/ihren Anruf warten?
  • Ruf nicht an, sondern warte auf einen Anruf!
  • Ich habe zweimal jemanden angeschrieben, weil mir das Profil gefallen hat. Das mache ich nicht mehr.
  • Jetzt habe ich den schwarzen Peter, weil ich seine/ihre Telefonnummer habe.
  • Soll ich ins Profil schreiben, dass ich einen Hund habe? Das könnte manche Männer/Frauen doch abschrecken.
  • Jetzt liegt der Ball wieder bei ihm/ihr, weil er/sie meine Telefonnummer hat.
  • Du sollest nicht zu schnell mit ihm/ihr ins Bett gehen, weil das deinen Wert mindert.
  • Du solltest dein Interesse nicht zeigen, weil du dich dadurch uninteressant machst.
Da wird taktiert und abgewogen. Man versucht sich als jemand zugeben, der man nicht ist. Man glaubt, ein Spiel spielen zu müssen. Auch viele Beiträge hier im Forum raten dazu, nicht authentisch zu sein. Und meine Erfahrungen bei der Online-Partnersuche deuten darauf hin, dass dies auch praktiziert wird. Doch wozu? Um erst später dahinterzukommen, mit wem man es eigentlich zu tun hat? Was ist so schwierig daran, so zu sein, wie man eigentlich ist, dies auch zu sagen und zu tun, was man eigentlich will? Ist es wirklich von Nachteil, dem/der anderen gegebenenfalls kundzutun, dass man Interesse hat und die Initiative zu ergreifen?

Meine konkrete Frage ist:
Was veranlasst euch, eine bestimmte Rolle zu spielen, von der ihr annehmt, dass sie gut ankommt anstatt authentisch zu sein?

* Ich beziehe mich ausdrücklich auf die Online-Partnersuche. Im RL ist ja meist nicht klar, ob ein Mensch überhaupt an einer Beziehung interessiert ist.
Bei Partnersuchplattformen wie Parship halte ich es für eine vertretbare Arbeitshypothese, dass die meisten Mitglieder auf der Suche nach einer Beziehung (welcher Art auch immer) sind. Das ist kein Nullsummenspiel, sondern setzt Kooperation voraus und man kann nur gemeinsam gewinnen - oder gar nicht.
 
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Deleted member 25128

  • #2
Was veranlasst euch, eine bestimmte Rolle zu spielen, von der ihr annehmt, dass sie gut ankommt anstatt authentisch zu sein?
Ich spiele keine Rolle . Im online Bereich ist es eben zunächst einfacher ,weil man anonym unterwegs ist. Wenn ich ernsthaft interessiert bin, setze ich keine Fassade auf und bin sehr vorsichtig. Ich will mir eben jegliche Enttäuschung ersparen,dass geht eben nur wenn man Gefühle nicht gleich zulässt,sondern abwartet ob sie erwiedert werden.
Jetzt ist es natürlich von Mensch zu Mensch unterschiedlich wie man vorgeht.

Du sollstest mal die 50Km Radius abschaffen,nur mal so am Rande ,dann wirst du feststellen ,dass es durchaus Menschen ohne Rollenspiel gibt:p

Hier im Forum bin ich etwas forscher, geb ich ja zu ,weil ich ja niemanden gefallen muss.
 
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Deleted member 24735

  • #3
Was veranlasst euch, eine bestimmte Rolle zu spielen, von der ihr annehmt, dass sie gut ankommt anstatt authentisch zu sein?
o_O
Wird dich auch immer wieder kommuniziert.
Weil die Leute mit Authentizität erfolglos waren. Gern umschrieben mit "ich war naïv / blauäugig", "bin unbedarft an das OD gegangen", usw usf.
Mit der Quintessenz man wäre ja jetzt ach so viel schlauer und hat so unglaublich viel gelernt und weiß jetzt wie der Hase läuft.
Und im Zuge dessen liest du solche, und ähnliche, Aussagen.
Nur dass halt leider die Grundwahrscheinlichkeit von Erfolg ignoriert wurde und aus dem Misserfolg der falsch Schluss gezogen wurde.
Infolgedessen erweitert sich das Regelwerk immer weiter, weil man glaubt man hätte etwas falsch gemacht, wenn eine Anbahnung nicht glückte. Und so werden Misserfolge immer und immer wahrscheinlicher und das Regelwerk immer und immer umfangreicher..... ich denke, du siehst die Spirale (lol, bestimmt gesundheitsverträglicher als das gleichnamige IUD :D)

Die nächste Stufe wird von unserem Menthos verkörpert. Dann sind, wie in der 3. Klasse, alle potentiellen Partner nur entweder besetzt oder beschissen und man ist ohne eh sooo viel besser dran und als single unglaublich glücklich - schmeißt die eigenen Füße aber jedem dahergelaufenen Single zum massieren entgegen und muss sich selbst und anderen unablässig klar machen, wie toll, schön, begehrt und glücklich man ist und die anderen in bemitleidenswürdigen Beziehungen feststecken und eigentlich ganz arme Kreaturen sind und man muss darauf pochen / immer wieder mit Nachdruck einfordern, dass diese anderen doch bitte ihre Geschichten hier unterbreiten und weitererzählen, mit denen man - selektive Wahrnehmung sei dank - die eigene Sicht bestätigt bekommt.
 
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Deleted member 24735

  • #4
Ich will mir eben jegliche Enttäuschung ersparen,dass geht eben nur wenn man Gefühle nicht gleich zulässt,sondern abwartet ob sie erwiedert werden.
:D
Also das bei dir nicht existente - weil nicht zugelassene - soll erwiedert werden.... :D
Merkst du selber, oder? :D:D:D

Möglichst auch noch so stark und deutlich, dass du die Erwiederung dieser nicht zugelassenen Gefühle auch erkennst. :D:D:D:D

Einfach nur genial!

MMD :D
 
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  • #5
Äusserlichkeiten zu „verändern“ macht wirklich keinen Sinn.
Ich hatte zb mal ein Date mit einem der sich eben mal 10 Jahre jünger gemacht hatte und zwischen Foto und Date ziemlich ergraut war :D.
Und auch das Verschweigen von Haustieren oder Kindern funktioniert nicht lange.
Mit falschen Angaben bekommt man doch höchstens mehr Anschreiben, aber weiter führt das auch nicht.
Hab ja auch mal überlegt das Karate nicht reinzuschreiben, weil ich das unsägliche „hi hi muss ich jetzt Angst haben“ nicht mehr lesen oder hören möchte.
Aber der Kampfsport gehört zu meinem Leben, und wer dafür kein Verständnis hat ist eben nicht der Richtige.
Also zu deiner Frage @Baudolino :mich veranlasst gar nichts eine andere Rolle zu spielen :)
 
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  • #10
Versteh ich ehrlich gesagt auch nicht ganz. Von der Altersgruppe her hast du ja wirklich Auswahl ;), und zumindest im Forum kommst du sehr sympathisch rüber.
Was ist denn das Kleingedruckte / die Leichen im Keller des Herrn Baudolino? o_O
Und bezüglich Distanz: meine Tochter hat sich im Urlaub in einen Australier verliebt. Verglichen damit wär doch Wien - Zürich ein Klacks *nurmalsosag* :)
 
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Deleted member 24797

  • #11
Gute Frage, @Baudolino.
Ich versteh's auch nicht. Je mehr man eine Rolle spielt oder dies vom Gegenüber erwartet, desto grösser ist das Risiko, dass man sich in den Falschen verliebt und irgendwann herb enttäuscht erkennt, dass man doch nicht zusammenpasst oder dass der andere einen doch nicht will.
 
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  • #12
Aufgrund aktueller und auch älterer Threads gewinne ich immer mehr den Eindruck, dass viele Menschen die Online-Partnersuche* unnötig verkomplizieren. Da gibt es Beiträge wie z.B.
  • Soll ich ihn anrufen oder auf seinen/ihren Anruf warten?
  • Ruf nicht an, sondern warte auf einen Anruf!
  • Ich habe zweimal jemanden angeschrieben, weil mir das Profil gefallen hat. Das mache ich nicht mehr.
  • Jetzt habe ich den schwarzen Peter, weil ich seine/ihre Telefonnummer habe.
  • Soll ich ins Profil schreiben, dass ich einen Hund habe? Das könnte manche Männer/Frauen doch abschrecken.
  • Jetzt liegt der Ball wieder bei ihm/ihr, weil er/sie meine Telefonnummer hat.
  • Du sollest nicht zu schnell mit ihm/ihr ins Bett gehen, weil das deinen Wert mindert.
  • Du solltest dein Interesse nicht zeigen, weil du dich dadurch uninteressant machst.
Da wird taktiert und abgewogen. Man versucht sich als jemand zugeben, der man nicht ist. Man glaubt, ein Spiel spielen zu müssen. Auch viele Beiträge hier im Forum raten dazu, nicht authentisch zu sein. Und meine Erfahrungen bei der Online-Partnersuche deuten darauf hin, dass dies auch praktiziert wird. Doch wozu? Um erst später dahinterzukommen, mit wem man es eigentlich zu tun hat? Was ist so schwierig daran, so zu sein, wie man eigentlich ist, dies auch zu sagen und zu tun, was man eigentlich will? Ist es wirklich von Nachteil, dem/der anderen gegebenenfalls kundzutun, dass man Interesse hat und die Initiative zu ergreifen?

Meine konkrete Frage ist:
Was veranlasst euch, eine bestimmte Rolle zu spielen, von der ihr annehmt, dass sie gut ankommt anstatt authentisch zu sein?

* Ich beziehe mich ausdrücklich auf die Online-Partnersuche. Im RL ist ja meist nicht klar, ob ein Mensch überhaupt an einer Beziehung interessiert ist.
Bei Partnersuchplattformen wie Parship halte ich es für eine vertretbare Arbeitshypothese, dass die meisten Mitglieder auf der Suche nach einer Beziehung (welcher Art auch immer) sind. Das ist kein Nullsummenspiel, sondern setzt Kooperation voraus und man kann nur gemeinsam gewinnen - oder gar nicht.

Das ist schon ein merkwürdiger Markt.
Warum z.B. werden überwiegend ältere Fotos ins Profil genommen, selbst auf die Gefahr hin, dass Mann dann nicht erkannt wird.

Die Aufzählung der ausgeübten Sportarten z.B. wiederholt sich endlos und war letztendlich erkennbar und zugegeben, längst nicht mehr aktuell.
Selbstoptimierung? Wunschdenken?

Ein aktuelles Foto mit einigen persönlichen Angaben (Größe, Alter, Entfernung) und Vorlieben( Schlager und Volksmusikliebhaber z.B.o_O ) würden mir eigentlich reichen.
Es mag oberflächlich klingen, aber ab einem gewissen Alter, reicht ein Blick ( oft schon auf das verpixelte Foto )
Mein letztes Date meinte nach einigen Tagen , ich wäre authentisch.
Da habe ich mich wirklich sehr gefreut.
Natürlich werde ich wohl auch irgendein Bild vermitteln wollen.
Z.B. das man mit Ü60 nicht scheintot ist.:D
Aber meine Fotos sind wenigstens aktuell ,unbearbeitet und nicht vom Profi.

Was ich auch noch mal loswerden wollte:
einer meiner früheren Dozenten meinte mal, man lebe glücklicher wenn Fremd-und Eigenbild nicht allzu weit auseinander klaffen.
Daran musste ich beim OD oft denken.
 
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  • #13
Aufgrund aktueller und auch älterer Threads gewinne ich immer mehr den Eindruck, dass viele Menschen die Online-Partnersuche* unnötig verkomplizieren. Da gibt es Beiträge wie z.B.
  • Soll ich ihn anrufen oder auf seinen/ihren Anruf warten?
  • Ruf nicht an, sondern warte auf einen Anruf!
  • Ich habe zweimal jemanden angeschrieben, weil mir das Profil gefallen hat. Das mache ich nicht mehr.
  • Jetzt habe ich den schwarzen Peter, weil ich seine/ihre Telefonnummer habe.
  • Soll ich ins Profil schreiben, dass ich einen Hund habe? Das könnte manche Männer/Frauen doch abschrecken.
  • Jetzt liegt der Ball wieder bei ihm/ihr, weil er/sie meine Telefonnummer hat.
  • Du sollest nicht zu schnell mit ihm/ihr ins Bett gehen, weil das deinen Wert mindert.
  • Du solltest dein Interesse nicht zeigen, weil du dich dadurch uninteressant machst.
Da wird taktiert und abgewogen. Man versucht sich als jemand zugeben, der man nicht ist. Man glaubt, ein Spiel spielen zu müssen. Auch viele Beiträge hier im Forum raten dazu, nicht authentisch zu sein. Und meine Erfahrungen bei der Online-Partnersuche deuten darauf hin, dass dies auch praktiziert wird. Doch wozu? Um erst später dahinterzukommen, mit wem man es eigentlich zu tun hat? Was ist so schwierig daran, so zu sein, wie man eigentlich ist, dies auch zu sagen und zu tun, was man eigentlich will? Ist es wirklich von Nachteil, dem/der anderen gegebenenfalls kundzutun, dass man Interesse hat und die Initiative zu ergreifen?

Meine konkrete Frage ist:
Was veranlasst euch, eine bestimmte Rolle zu spielen, von der ihr annehmt, dass sie gut ankommt anstatt authentisch zu sein?

* Ich beziehe mich ausdrücklich auf die Online-Partnersuche. Im RL ist ja meist nicht klar, ob ein Mensch überhaupt an einer Beziehung interessiert ist.
Bei Partnersuchplattformen wie Parship halte ich es für eine vertretbare Arbeitshypothese, dass die meisten Mitglieder auf der Suche nach einer Beziehung (welcher Art auch immer) sind. Das ist kein Nullsummenspiel, sondern setzt Kooperation voraus und man kann nur gemeinsam gewinnen - oder gar nicht.
Du vermischt da zwei verschiedene Dinge.

"authentisch zu sein" ist nicht gleichzusetzen mit mangelnder Affektkontrolle.

Wenn man mit seinem Verhalten auf dem Holzweg ist und daran etwas ändert, heißt das nicht, dass man dann nicht mehr authentisch ist. Weiterentwicklung? Schon mal gehört?

Wenn du "Authentizität" als Entschuldigung für unangemessenes, naives, dummes, unkontrolliertes, unvernünftiges, unreflektiertes... [hier weitere Adjektive einsetzen] Verhalten heranziehst, hat das was von "Ich benehme mich zwar wie ein fetter rosa Elephant im Porzellanladen - aber hey! wenigsten bin ich authentisch!" ....ohne zu berücksichtigen, ob das denn nun sinnvoll ist.

Wer kein Bock hat, der fette rosa Elephant im Porzellanladen zu sein, weil der ziemlich unbeliebt ist und anderen auf die Nerven geht - und daher Selbstreflexion betreibt - was das eigene Verhalten/Auftreten anbelangt, spielt keine Spielchen. You see.
 
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