L

Lepota

  • #1

Warum sind eure Beziehungen gescheitert?

Hallo zusammen, ich bin noch relativ neu hier und habe noch nicht viel beigetragen, aber ich muss mir jetzt was von der Seele schreiben.
Ich habe letztes Jahr eine sehr lange Beziehung nach jahrelangem Hin-und-Her beendet. Wir haben uns sehr jung kennengelernt und von Anfang an fast jeden Tag miteinander verbracht. Ich kenne es eigentlich gar nicht, alleine zu sein und es fällt mir extrem schwer. Jetzt haben wir uns wieder ein bisschen angenähert, aber ich kann mich weder für noch gegen die Beziehung entscheiden. Ich weiß auch mittlerweile selbst nicht mehr, was genau der Auslöser war. Es gab eigentlich so viele Gründe für die Trennung. Vielleicht bin ich auch einfach zu egoistisch und müsste meinen Ex so nehmen wie er ist.
Wie war es bei euch? Warum haben eure Beziehungen nicht funktioniert?
 
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  • #2
Liebe Lepota,
ich fühle mit dir. Mir geht es ähnlich. Nach einer langen Beziehung (12 Jahre) und ewigem Hin- und Her habe ich letztes Jahr im Sommer den finalen Entschluss gefasst, die Beziehung zu beenden.
Ich habe mir in den ersten 6 Wochen professionelle Hilfe gesucht. Mit meinen Freunden konnte und wollte ich die wirklichen Beweggründe, die zu dem auseinander gehen geführt haben, nicht besprechen.
Mein "Therapeut" hat mir sehr geholfen, die Dinge aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten und auch bei mir zu bleiben. Heute bin ich soweit, dass ich sogar versönlich mit meinem Ex-Partner bin.

Ich möchte dir sagen: hör auf zu grübeln. Die Beweggründe sind am Ende egal. Lebe im Jetzt.
Ich bin aktuell zufrieden und auch voller Hoffnungen. Das Gefühl, mein Leben wieder selbst zu steuern ist ein grossartiges Gefühl.
 
D

Deleted member 21128

  • #3
Ich möchte dir sagen: hör auf zu grübeln. Die Beweggründe sind am Ende egal.
Nun ja, es heißt ja immer, so eine Beziehung muss man / frau auch aufarbeiten. Bedeutet das nicht u. a., dass man zu verstehen versucht, was schiefgelaufen ist und was man in Zukunft besser machen kann? Mir hat genau das jedenfalls geholfen, meine Anteile am Scheitern zu sehen...
 
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  • #4
Hallo zusammen, ich bin noch relativ neu hier und habe noch nicht viel beigetragen, aber ich muss mir jetzt was von der Seele schreiben.
Ich habe letztes Jahr eine sehr lange Beziehung nach jahrelangem Hin-und-Her beendet. Wir haben uns sehr jung kennengelernt und von Anfang an fast jeden Tag miteinander verbracht. Ich kenne es eigentlich gar nicht, alleine zu sein und es fällt mir extrem schwer. Jetzt haben wir uns wieder ein bisschen angenähert, aber ich kann mich weder für noch gegen die Beziehung entscheiden. Ich weiß auch mittlerweile selbst nicht mehr, was genau der Auslöser war. Es gab eigentlich so viele Gründe für die Trennung. Vielleicht bin ich auch einfach zu egoistisch und müsste meinen Ex so nehmen wie er ist.
Wie war es bei euch? Warum haben eure Beziehungen nicht funktioniert?
Hin- und her-Beziehung im Sinne von on-off-Beziehung ?
Da empfehle ich mal zu googlen. Und möglichst rational eine Betrachtung dessen durchzuführen.
On/Off-Beziehungen zerren an den Nerven, vorallem, wenn diese über einen längeren Zeitraum geführt werden.
Was dahinter steckt?
.... frag Stefanie Stahl :) there you´ll find answers
 
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  • #5
Vielleicht bin ich auch einfach zu egoistisch und müsste meinen Ex so nehmen wie er ist.
Hallo, liebe Lepota, ich finde nicht, dass das als egoistisch zu bezeichnen ist. Es ist dann eher ein sich Abfinden damit und wenn dies nicht geht, bleiben diese Dinge permanent unterschwellig vorhanden und erzeugen dieses Hin und Her. Ich z.B. habe sie dann immer verdrängt und da das nicht funktionierte, war ich dauernd am Grübeln. Das zerfrisst auf die Dauer. Wenn es Wesentliches ist - z.B. man wird subtil dauernd runtergemacht oder das, was man liebt, wird dauernd ernsthaft ins Lächerliche gezogen und abgewertet usw. - ist man irgendwann sowieso einsam und die Angst vor dem tatsächlichen Alleinsein tritt in den Hintergrund.
Was ist es denn bei Euch, falls Du antworten möchtest?
 
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  • #6
Hallo, liebe Lepota, ich finde nicht, dass das als egoistisch zu bezeichnen ist. Es ist dann eher ein sich Abfinden damit und wenn dies nicht geht, bleiben diese Dinge permanent unterschwellig vorhanden und erzeugen dieses Hin und Her. Ich z.B. habe sie dann immer verdrängt und da das nicht funktionierte, war ich dauernd am Grübeln. Das zerfrisst auf die Dauer. Wenn es Wesentliches ist - z.B. man wird subtil dauernd runtergemacht oder das, was man liebt, wird dauernd ernsthaft ins Lächerliche gezogen und abgewertet usw. - ist man irgendwann sowieso einsam und die Angst vor dem tatsächlichen Alleinsein tritt in den Hintergrund.
Was ist es denn bei Euch, falls Du antworten möchtest?
Genau aus diesen Gründen habe ich mich von meinem Ex-Freund getrennt. Habe ihn übrigens auf PS kennen gelernt.
 
L

Lepota

  • #7
Nein, On-Off nicht wirklich, eher: lass uns das beenden, aber dann doch nicht.

Ich mag nicht über meinen Ex nicht schlecht sprechen, da gab es, wie gesagt, sehr viele Gründe. Er hat gute und auch „schlechte“ Seiten, deswegen bin ich auch so hin- und hergerissen. Ich bin natürlich auch nicht perfekt, das will ich gar nicht behaupten, aber wir sind einfach zu unterschiedlich.
 
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  • #8
Ist das eigentlich "schlecht reden über den Anderen", wenn man sich überlegt, was bei einem selber stattfindet? Natürlich hat das etwas mit dem Anderen zu tun, aber, deswegen ist er nicht schlecht bzw. hat schlechte Seiten, sondern er löst damit bei Dir ein Sich-schlecht-Fühlen aus. Jemand Anderem würde er vielleicht genau entsprechen, jedenfalls trifft das auf meine Ex-Männer zu. Sie haben heute jemanden an der Seite, dem das wohl alles entspricht und sich auch gegenseitig bereichert, obwohl sie sich im Kern nicht verändert haben. So weit ich da reinschauen kann.
Meistens passiert das ja nicht mit Absicht, sondern man ist in bestimmten Sachen jeweils für den Anderen ein "rotes Tuch".
 
S

schnee

  • #9
Liebe Lepota,
es dauert immer eine Weile, bis man sich von jemandem gelöst hat, den man einmal tief in sein Herz geschlossen hatte. Wenn du diese Eigenschaft hat, wirklich zu lieben, ist es etwas sehr Wertvolles und dessen solltest du dir bewusst sein.
Wenn ich zurück blicke, sind da in meinem doch langen nahezu lückenlosen Beziehungsleben nur sehr wenige, denen ich mich zugewandt habe. Meine ersten Beziehungen als sehr junge Frau waren nie unter drei Jahren und dann kristallisierte sich etwas heraus, dass mich dazu veranlasste, einen anderen Weg mit jemand anderem zu finden. Der eine hatte andere ethische Vorstellungen, der andere wollte keine Familie gründen (war aber der Einzige in meinem Leben, mit dem ich das je wollte). Danach ließ ich mich auf jemanden ein, der Liebe nur vorspielen konnte und ich hielt 23 Jahre in einer Beziehung aus, die mich zu keinem Zeitpunkt befriedigte. Ich habe die Schuld immer bei mir selbst gesucht, weil das so mit meiner Erziehung übereinstimmte. Das Ende, als er schließlich ging, weil er etwas Nützlicheres gefunden hatte und ich meinen Dienst getan hatte, war für mich entsetzlich. Ich dachte, jetzt ist mein Leben zuende und wusste zuerst nicht weiter. Das Leben geht aber weiter und mit der Zeit sieht man, was wirklich war, frei von den Nebeln der Bindungshormone. Man macht sich Vorwürfe, wieso man so lange geduldet hat und wieviel man verschenkt hat...für Nichts. Wenn man dann nicht versteht, welche Ursachen alles hat, läuft man Gefahr, wieder die gleichen Schleifen oder sogar noch engere Spiralen zu laufen. Ich hatte das Glück, nach einem zweiten höchst engen Spirallauf, sogar mit einem entsetzlichen On-Off, dass ich bis dahin nicht kannte, endlich die Erklärung zu bekommen und die Möglichkeit über alles Nachdenken zu können.
Es ist immer richtig, wenn eine Beziehung zerbricht. Alles hat einen Grund, dem wir uns nicht widersetzen sollten. Unser Kopf erfasst die Wahrheit wesentlich langsamer als unser Gefühl und unser daraus resultierendes Verhalten. Es ist ein Schutz, der dich vor deinen eigenen unreflektierten Wünschen bewahrt und eine Trennung hat einerseits etwas mit deinenn eigenen Schwächen zu tun und andererseits mit deinen auf deinen Schwächen basierenden Auswahlkriterien, die zu deiner Partnerwahl führen. Ich habe bspw. die Tendenz viel zu schnell immer und alles zu verzeihen, weil ich meinen eigenen Wert leicht unter den Wert des anderen stelle. Das war immer mein Fehler. Mein Schutz war immer mein ausgeprägtes Temperament und die Fähigkeit mich verbal ganz gut ausdrücken zu können. Wie die kleine schnurrende Katze, die sich, wenn sie in die Ecke getrieben und verängstigt wird, plötzlich umdreht und dir in die Augen sieht...
Manchmal denke ich, wir alle haben Schutzengel, die uns leiten wollen und denen wir uns nicht widersetzen sollten, denn sie führen uns dahin, wo es uns besser geht.
Vielleicht sind wir auch nur hier, weil wir etwas lernen sollen, die einen mehr, die anderen weniger. Diese Aufgabe müssen wir bewältigen und je mehr wir uns dieser Aufgabe stellen, desto glücklicher können wir werden.
 
P

Philippa

  • #10
Nein, On-Off nicht wirklich, eher: lass uns das beenden, aber dann doch nicht.

Ich mag nicht über meinen Ex nicht schlecht sprechen, da gab es, wie gesagt, sehr viele Gründe. Er hat gute und auch „schlechte“ Seiten, deswegen bin ich auch so hin- und hergerissen. Ich bin natürlich auch nicht perfekt, das will ich gar nicht behaupten, aber wir sind einfach zu unterschiedlich.
Vielleicht ist genau das der Punkt, der dich über längere Zeit in Unklarheit darüber, was du willst, in einem gefühlsmässigen Hin und Her belässt: du sortierst zwischen "guten" und "schlechten" Seiten und kannst dich dann nicht entscheiden. Aber geht es denn überhaupt um eine Bewertung? Brauchst du eine Waage, um die "guten" und "schlechten" Seiten deines Partners gegeneinander aufzuwiegen und dann zu entscheiden, ob er für dich gut genug ist?
Weil natürlich in dieser bewertenden Sichtweise alle Menschen "gute" und "schlechte" Seiten haben, kannst du natürlich nicht wissen, ob es besser käme, wenn du die Beziehung beenden und einen anderen Partner suchen würdest. Du hast dann vielleicht auch, wenn die "guten" Seiten überwiegen, nicht den Eindruck, das "Recht" zur Trennung zu haben, weil du selbst ja auch kein besserer Mensch bist.

Vielleicht wäre es hilfreich, den Fokus weniger auf "gut" und "schlecht" zu haben, sondern zu fühlen, was dir ganz persönlich gefällt, was dich anzieht, was die wichtigen Werte für dich sind. Dann könntest du dich vielleicht auch von einem Partner trennen, der mindestens so viele "gute" Seiten hat wie du, oder du könntest - wenn du mit ihm zusammen bleiben willst - lernen, seine Seiten, die dir im ersten Moment als "schlecht" erscheinen, neutral zu sehen, als einfach etwas Anderes, und möglicherweise mit der Zeit sogar Neugierde dafür zu entwickeln, wie sich das für ihn anfühlt, weshalb er diese Seite hat, was ihm das an dir Unbekanntem gibt etc.
Viel Glück!
 
P

Philippa

  • #11
@Lepota: Vielleicht ist es auch hilfreich, wenn du mal ein wenig träumst. Wie stellst du dir einen wunderschönen Tag mit einem Mann vor, den du liebst? Wie stellst du dir die Zukunft vor, wie du sie haben möchtest?

Und dann kannst du dich fragen, ob dein Partner da hineinpasst, oder ob du für die Erfüllung deiner Wünsche einen anderen Menschen brauchen würdest.

Natürlich kann die Zukunft nicht immer traumhaft sein, aber es sollte in einer Beziehung schon soweit stimmen, dass glückliche Momente vorkommen und man sich grundsätzlich stark verbunden fühlt.

Die andere Seite davon ist aber, dass auch du die Fähigkeiten mitbringen musst, die deine Träume erfordern. Daran kannst nur du selbst arbeiten.
 
L

Lepota

  • #12
Vielen lieben Dank an alle. Vor allem für eure eigenen Geschichten. Ich habt mir auf jeden Fall sehr viele Denkanstöße gegeben..
 
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  • #13
Hin und Her wäre nix für mich. Habe ich mich 2x drauf eingelassen, ist 2x schief gegangen.
Als Single denke ich eher daran, was passieren muss, damit eine Partnerschaft hält. Eigentlich ist es einfach :D:
1. Langsam kennen lernen. Also bei Verliebtheit immer mal wieder prüfen, ob die Schmetterlinge beidseits nicht nur Frühstart hatten (Das zeigt sich schon nach einigen Dates, finde ich). Wenn die Schmetterlinge Kondition zeigen, dann
2. Sich bewusst für den anderen entscheiden, zu dem Partner und der Partnerschaft stehen, sich darum packen, dass sie immer schöner wird (vs. ständig gucken, ob da nicht noch jemand anders besser sein könnte, ob einem was entgeht,...).
3. Eine Ebene finden, um bei Dingen, die unrund laufen, weiterzukommen, so dass es für beide ok ist. Für Dinge einstehen, die einem wichtig sind (nicht um der Harmonie Willen überall nachgeben), aber auch Toleranz zeigen, wo es ok für einen ist.
Irgendwie so müsste es klappen, denke ich.
Meine Schmetterlinge sind jedenfalls startklar, welcome 2018! :).
 
P

Philippa

  • #14
Als Single denke ich eher daran, was passieren muss, damit eine Partnerschaft hält. Eigentlich ist es einfach :D:
1. Langsam kennen lernen.
Das stimmt doch nicht! Oder geht es hier um Statistik? Dann wäre es eher eine Korrelation als eine Kausalität und würde bedeuten, dass eine grössere Verbreitung von langsamerem Kennenlernen dazu führt, dass die Gesamtanzahl von Partnerschaften kleiner ist.

Für zwei konkrete Menschen, die sich kennenlernen, wird die Geschwindigkeit davon jedoch nichts daran ändern, ob ihre Partnerschaft dauerhaft sein wird.
Oder ändert deiner Ansicht nach das Tempo etwas daran, wie gut sie zusammen passen, wie gut sie sich verstehen werden, wie gut sie miteinander kommunizieren, wieviele gemeinsame Werte sie haben, wie sie sich ihre Zukunft vorstellen, wie sie ihre Interessen unter einen Hut bringen können etc.?
 
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  • #15
Das stimmt doch nicht! Oder geht es hier um Statistik? Dann wäre es eher eine Korrelation als eine Kausalität und würde bedeuten, dass eine grössere Verbreitung von langsamerem Kennenlernen dazu führt, dass die Gesamtanzahl von Partnerschaften kleiner ist.
Quatsch.
Es geht darum die rosa Brille zu überprüfen... hier da als "Schmetterlinge im Bauch" beschrieben. Das funktioniert am Besten, indem man sich beim Kennenlernen Zeit lässt.
Natürlich gibt es Ausnahmen. Dass Frühstarter dauerhafte Beziehungen führen. IdR ist das aber mit Vorsicht zu genießen. So mach einer Verrennt sich da regelmäßig... und am Ende schrein se "ich gerate immer an den/die Falsche/n".:rolleyes:
 
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