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  • #1

Warum seid Ihr Single?

Ich habe irgendwo gelesen, dass das Durchschnittsalter bei Parship so um die vierzig ist.
Viele sind in diesem Alter natürlich verheiratet und haben eine Familie. Die, die sich hier versammelt haben, offensichtlich nicht. Warum nicht? Warum seid Ihr Single?

In den Medien wird uns ja immer "Beziehungsunfähigkeit" vorgeworfen, es ist von einer "Liebes-Konsumgesellschaft" die Rede, bei der sich die Singles nicht mehr auf jemanden wirklich einlassen wollen, sondern lieber vom Tablett der vielen Möglichkeiten naschen wollen.

Tatsächlich glaube ich, dass sich viele (nicht alle!) Singles vielleicht tatsächlich durch höhere Ansprüche an die Liebe, ein idealisierteres "Liebesideal" und größere Konsequenz auszeichnen. Ich meine damit, dass ich etliche Menschen kenne, die in einer festen Beziehung leben, aber in dieser Beziehung unglücklich sind. Wenn ich mir diese Probleme betrachte: ICH hätte mich da schon längst getrennt. Aber sie bleiben, weil sie sagen, das sei immer noch besser als allein zu sein.

Wie seht Ihr das?
 

Smiler

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  • #2
Genussarbeiter

Ich war, wie der Stern letztens so treffend titelte, Genussarbeiter. Glücklich verheiratet mit dem Job, habe ich Vieles um mich herum ausgeblendet. Irgendwann, nach viel zu langer Zeit alleine, habe ich einen Cut gemacht und mein Leben umgestellt. Für mich zählt heute: Family first.

Single, ledig, keine Kinder - Ich könnte mir nie auch nur vorstellen, länger in einer unglücklichen Beziehung zu verharren und suche nicht weniger, und nicht mehr, als die ganz große Liebe.
 

Sarah

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  • #3
Aua, die Frage hat gesessen. Und mit viel blöderen Dingen beschäftigt, bekommt sie Vorrang, ganz assoziativ.
„Ich meine damit, dass ich etliche Menschen kenne, die in einer festen Beziehung leben, aber in dieser Beziehung unglücklich sind.“
Mein Ansatz, um die Frage zu ergründen: Was können die, die in einer langjährigen Partnerschaft leben und wirklich gut miteinander sind? So, darüber muss ich jetzt erst mal nachdenken. Aber in diesem “idealisierteren Liebesideal" steckt irgendwo ’ne Lösung.
 

maddib

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  • #4
Also, ich denke Single sein - ob noch oder wieder - hat ganz unterschiedliche Ursachen/Gründe, die wohl jeder für sich persönlich beantworten muss. Ich denke, es gibt da keine einheitliche Durchschnittsantwort. Die einen sind es bspw. freiwillig, die anderen überhaupt nicht. Manche sind von schlechten Erfahrungen gebeutelt, andere sehnen sich ungebremst nach Zweisamkeit. So allgemein die Frage, so unterschiedlich werden hier die Antworten sein.
Hier und da hört man auch von einem angeblichen Trend, gerade die jüngeren Menschen seien zunehmend für eine beachtliche Zeit "asexuell", würden sich also - beziehungsmäßig - weder für die eine noch für die andere Seite sonderlich interessieren. Wer weiss...
 

Smiler

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  • #5
Zweisam einsam

Man kann auch zu zweit einsam sein. Und das ist, denke ich, wesentlich (mir fehlt hier das passende Wort), als alleine einsam zu sein.
 

Isabo

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  • #6
Sitze hier schon ne ganze Weile und denke über die Frage nach. Was mir einfällt, ich war unglücklich in meiner Ehe, also Scheidung. Zwei längere Beziehungen, auch nicht geklappt.
Man nimmt sich selbst immer mit. Und zwar jeder für sich. Und beim nächsten Mann wird alles anders. Quatsch!

Wenn der "Richtige" kommt, werde ich mich wieder verlieben, wieder hoffen. Doch diesmal etwas anders. Mich nicht so leicht blenden lassen. Ein bißchen dazulernen ist immer gut.
 

Smiler

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  • #7
"Also, ich denke Single sein - ob noch oder wieder - hat ganz unterschiedliche Ursachen/Gründe, die wohl jeder für sich persönlich beantworten muss." Wie beantwortest Du das für Dich?
 

goldmarie

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  • #8
"Zweisam einsam"

Das ist der Grund, warum ich Single bin. Ich hab schon recht früh gelernt, was Einsamkeit bedeutet, aber so einsam wie in meiner letzten Beziehung war ich noch nie.

Also: Lieber allein als einsam. Das sind nämlich zwei völlig verschiedene paar Schuhe.
 

Smiler

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  • #9
Lieber allein als einsam

Weiter kann man es nicht runter brechen. Buchtitel.
 

Andre

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  • #10
Dem schließe ich mich an. Ich hab bis vor 6 Jahren eine sehr lange Singlephase gehabt, in der ich das Single-Sein, also das Allein-aber-nicht-einsam-sein gelernt habe, weil ich es endlich lernen *musste*.
 
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  • #11
Ja, klar: lieber allein als einsam.
Aber wenn der Singlestatus NUR TOLL wäre, wäre hier ja niemand angemeldet. Ich gehe davon aus, dass speziell hier sich Leute versammeln, die ernsthaft was an ihrem Singlestatus ändern wollen und nicht nur "was schnelles fürs Bett" suchen, wie das vielleicht in anderen Singlebörsen eher mal der Fall ist.

Also kann man festhalten, dass viele hier zwar gut damit klar kommen, Single zu sein, aber es muss ja trotzdem irgendeinen GRUND haben.

Bei mir zum Beispiel liegt's glaub ich daran, dass ich einfach ein spezieller Typ bin: ich bin eher unkonventionell, spontan, ein bißchen verrückt, ein bißchen schräg - und suche einen Partner, der das auch ist. Mir macht das Zusammensein mit ähnlich schrägen Leuten einfach viel mehr Spaß als mit pragmatischen, konservativen Leuten. Das gilt schon bei Freundschaften, um so mehr aber bei einem Partner.
Es gibt natürlich grade in Berlin genug schräge Vögel, mit denen man eine Menge Spaß haben kann (das meine ich jetzt gar nicht sexuell, sondern einfach so), aber da "greift" dann leider auch meine bürgerliche, solide, gefühlvolle Ader: ich will meinen schrägen Vogel dann liebhaben und liebgehabt werden, will eine beständige Beziehung führen, mich auf ihn verlassen können, so wie er sich auf mich verlassen kann. Ich stehe auch fest im Beruf, verdiene ganz gut - und das ging einfach nie gut. Meine "schrägen" PArtner, mit denen ich mich prima verstanden habe, waren meist unzuverlässig und hatten außerdem ein Problem mit meinem "festen Bein auf dem Boden", meinem Beruf, das ich mehr verdiente als sie.
Ich habs auch mal mit einem total soliden, konservativen Mann probiert, der war dann tatsächlich sehr zuverlässig und ohne Bindungsangst, aber ich bin geistig an seiner Seite mehr oder weniger verkümmert. Es war einfach irrsinnig... na, brutal formuliert, aber es war einfach total langweilig mit ihm. wir konnten uns einfach nicht unterhalten, er hat sich für total andere Dinge interessiert als ich, war superpragmatisch und ich hab mich ihm gar nicht nah, mich nicht verstanden gefühlt.
 

goldmarie

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  • #12
Sie sind mir sympathisch, Frau zum Hof. :)
 

Smiler

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  • #13
Wahnsinn

"Es war einfach irrsinnig... na, brutal formuliert, aber es war einfach total langweilig mit ihm." In meinem letzten Anlauf zu einer Beziehung kam ich mir wie ein Alleinunterhalter vor. Das ist auf Dauer sehr anstrengend und vor allem war es einfach total langweilig mit ihr.
 

taube54

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  • #14
Mir geht es ein wenig wie Frau Fenster_zum_Hof.
Ich lebe allerdings in einer Kleinstadt, da ist auch die Auswahl nicht allzu groß und die Männer in meinem Alter sind meist schon sehr langweilig und konservativ.
Ich arbeite zwar in einem sehr bürgerlich-spießigem Job, aber das ist nur meine Arbeit, im Privaten bin ich eher unternehmungslustig, flippig und leicht verrückt. Das Leben ist zu schade um es bei einer Schachtel Pralinen und einer Illustrierten vor der Glotze zu vertrödeln.
Den Typ Mann, den ich suche, den finde ich nicht. Nicht in meiner Kleinstadt und wahrscheinlich auch nicht hier im Internet. Viele Männer schreckt auch mein Alter ab, sie stellen sich Frauen Ü50 als langweilige Omas vor (obwohl sie selbst auch nicht mehr ganz frrisch sind).
Na ja, und da bleibe ich eben Single. Ich will - aber ich muss nicht mehr. Also kein Leidensdruck, denn ich kann auch alleine gut leben.
 
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  • #15
Schweigsame Expartner

@ smiler: das hört sich schon irgendwie oberflächlich an, deshalb hab ich ja auch so rumgedruckst. Ich wollte erst schreiben: "Es war einfach irrsinnig langweilig".
Er stand dann da und hat mich immerzu angehimmelt...
Vielleicht könnte man ja Deine Ex und meinen Ex miteinander verkuppeln??
 

maddib

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  • #16
@Fenster_zum_Hof
Der allgemeinste Grund für eine Partnersuche - ob hier oder woanders - ist doch wohl, dass man das Gefühl hat, dass einem etwas/jemand FEHLT. Als Single komme ich mit mir alleine gut klar, fühle mich nicht einsam und habe ein wirklich gutes Umfeld. Bin also mehr als zufrieden.
Dennoch habe ich das Gefühl, dass mir ein Mensch an meiner Seite fehlt, mit dem ich mein Leben teilen kann. Also...
 

Smiler

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  • #17
Fenster zum Hof

"Vielleicht könnte man ja Deine Ex und meinen Ex miteinander verkuppeln?? " LOL - Wenn sein aufregendster und auch einziger Vorschlag und zum wiederholten Male ein Kinobesuch war, man dort an der Kasse steht und schon alle Filme kennt (da hast Du in Berlin natürlich wesentlich mehr Spielraum ;o), dann sollten wir das wirklich tun. Nichts gegen Kino.

maddib trifft das Thema auch gut in #16.
 
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  • #18
Unterschiedliche Wahrnehmungen

@ Smiler:
Er hat mit seiner Exfreundin immer Gruppenreisen gemacht, weil das alles organisiert ist und weil man da nicht so viel miteinander reden muss - da sind ja dann auch noch andere Mitreisende.
Kino geht natürlich immer. Aber einmal waren wir sogar im Theater ("Endstation Sehnsucht"). Während ich danach über Einsamkeit und geplatzte Lebensträume reden wollte (Thema des Stücks), interessierte ihn nur die bequeme Bestuhlung und die Akustik im Raum. Der beste Beweis, wie zwei Leute das gleiche tun, aber trotzdem alles unterschiedlich wahrnehmen können...
 

Andre

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  • #19
@Fenster zu Hof, du schriebst: "… schräge Vögel, mit denen man eine Menge Spaß haben kann (das meine ich jetzt gar nicht sexuell, sondern einfach so), aber da "greift" dann leider auch meine bürgerliche, solide, gefühlvolle Ader: ich will meinen schrägen Vogel dann liebhaben und liebgehabt werden, will eine beständige Beziehung führen, mich auf ihn verlassen können, so wie er sich auf mich verlassen kann."

Das ist der Punkt dieser "liebenswerten Chaoten" oder wie sie sich auch immer nennen. In meiner Jugend hatte dieses "ganz andere", dieses "verrückte", auf mich den Reiz des Exotischen. Nur, jede Exotik nutzt sich ab, wenn sie allgegenwärtig ist, wenn sie Normalität wird. Und was dann übrig bleibt bzw. sichtbar wird, das passt dann nicht nicht bzw. reicht nicht.

Hinter dieser Anziehungskraft des "ganz anderen" steckte damals die Sehnsucht, selbst anders zu sein. Da das natürlich immer wieder zum Scheitern führt, habe ich am Tiefpunkt einen radikalen Schnitt gemacht, um endlich zur Besinnung zu kommen. Es hat sehr viel Zeit und Energie gebraucht, ehe ich mich mit allem angefreundet hatte, was ich vorher gern anders gehabt hätte. Lange Vorrede, kurzer Sinn: Dazu gehört dann die Haltung: "Es ist mir schei…egal, ob 'die Frauen' damit klarkommen, aber irgendwo auf der Welt wird's schon eine geben, die passt. Wenn ich die finde, gut, wenn nicht, bleib ich halt Single. Alles andere funktioniert sowieso nicht."

Ich hab alles, was ich mir wünsche, ich brauche also keine Frau, die irgendwelche "fehlenden Hälften" ausfüllen oder irgendeine "Einsamkeit" vertreiben muss. Was mir zum Optimum ;-) och "fehlt", wonach ich mich sehne ist: Ich will lieben und geliebt werden. Alles andere sei dann, wie es wolle.

Nach dieser Pause hatte ich eine Beziehung, in der das ging. Es ist also kein naiver Traum!
 

Andrea

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  • #20
ich war sehr lange sehr glücklich verheiratet. Meinem Mann fiel dann nach fast 2 Jahrzehnten ein, daß er ausbrechen möchte. Natürlich hat er nun eine jüngere Freundin. Wie ich später erfuhr, kannten sie sich bereits während unserer Ehe. Ich wußte von nichts. Seitdem lernte ich nur Urschlöcher kennen. Daher bin ich Single.
 

Smiler

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  • #21
Urschlöcher produziert der Kopf automatisch, wenn das bereits eine Grundeinstellung ist. Ich treffe hier nicht viele Mädels, dafür aber bisher ohne Ausnahme Superfrauen, sprich Traumfrauen.

Das liegt sicher mit an einer positiven Grundeinstellung, - ich mag Frauen, sogar sehr und eine möchte ich darüber hinaus an meiner Seite. Eine, die all diese kleinen, liebenswerten Eigenschaften hat (wie Sarah's Lächeln ;-).

Ich denke, wer mit einer positiven Grundeinstellung und einer Portion Humor (so wie hier im Forum) sehr gezielt und bedacht aussucht, fällt weniger in Löcher rein.
 

Andre

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  • #22
Smiler, so geht's mir auch. Egal, was mir in meiner Vergangenheit alles passiert, nie hat jemand dieses "Sche*ß Weiber" über meine Lippen kommen hören. Ich werde immer wieder aufstehen und ich werde mir nicht die Freude daran verderben lassen.

Ich habe in meinem ganzen Leben - mit einer aus Dummheit begangenen unbedeutenden Ausnahme - noch keine Frau kennengelernt, über die ich heute schlecht denken oder reden müsste. Und dabei will ich's auch belassen.
 

vhe

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  • #23
Feigheit

Meine erste (und bisher letzte) Beziehung lief, emotional gesehen, ungefähr so:
Erst am Anfang so ein total nervenzerfetzendes Lampenfiebergefühl, dann irgendwann mal Alltag, dann Langeweile und am Ende, bei der Trennung, hat's dann nochmal richtig weh getan.

Irgendwie hab ich es seitdem nicht fertiggebracht, mir das nochmal anzutun.

Wenn ich mich mal Hals über Kopf in jemand verliebe, werd ich es vielleicht nochmal probieren, aber seitdem hab ich leider einen relativ ausgeprägten Fluchtreflex, was Beziehungen angeht.

Ich kenn' natürlich ein paar Frauen, die Sorte, mit der man über alles reden kann (und die auch mit mir über alles reden) aber mir ist, ehrlich gesagt, eine funktionierende Freundschaft lieber als eine Beziehung mit ungewissem Ausgang.

Nicht wirklich partnerbörsengeeignet, oder?
 

Andre

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  • #24
@vhe: Sag nicht Feigheit. Ich hab eben zwar recht "kraftvoll" dahergeredet, aber diese "Spannung" rührt aus der immer weiter aufgehenden Schere zwischen Sehnsucht und Hoffnung einerseits und der Angst vor der Hölle des Abschied andererseits. Aber ich will mich nicht unterkriegen lassen, dazu ist es dann doch wieder zu schön.
 

goldmarie

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  • #25
@vhe: für mich klingt das nach einer sehr „klassischen“ Beziehung. So eine würde ich mir auch nicht mehr antun wollen, aber nicht, weil Angst vor Emotionen habe sondern eher, weil ich Angst davor hätte, meine Emotionen zu verlieren. Langeweile in einer Beziehung ist mir noch nicht untergekommen. Wenn wir uns nichts mehr zu sagen hatten, haben wir darum gekämpft. Wenn dieser Kampf aussichtslos wurde, haben wir uns getrennt.

Nichts was Du anfängst, hat einen gewissen Ausgang, das sollte aber kein Grund sein, das Anfangen zu lassen. ;)
 

Smiler

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  • #26
Gestern abhaken und morgen verdrängen. Es ist heute.

André, genau diese eine, sehr grenzwertige, aber unbedeutende Ausnahme habe ich auch. Sonst kann ich nichts Negatives über vergangene Beziehungen sagen. Im Gegenteil.

Wer eine Beziehung bereits im Vorfeld bis zur Scheidung durchdenkt, wird es schwer haben, sich befreit auch nur auf das erste Date einzulassen.
 

Bondie1969

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  • #27
Hallo Leute,
ich hab' meiner Ex versucht zu erklären, was mir in unserer 14jährigen Ehe gefehlt hat und wonach ich mich sehne.

Sie hat mir danach verdeutlicht, dass Sie mir das was ich mir wünsche nicht bieten kann/will.

Und plötzlich war ich Single...
 
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  • #28
Liebe

@ Smiler: Ja, in der Tat. Das massive Rumgehirne, was wäre wenn, das ist absolut kontraproduktiv. Liebe entsteht nur, wenn man sich, ein bißchen wenigstens, unbefangen und naiv einlassen kann auf diese neue Person, Vertrauen kann. Damit man dieses Vertrauen aufbauen kann, dafür ist es wichtig zu wissen: egal was passiert, ich werde daran nicht zugrunde gehen. Die andere Person KANN mir gar nicht so tief weh tun, dass es mich umbringt. Wenn es gut geht, ist es super, aber selbst wenn es nicht gut geht - das Leben geht weiter.
Ich habe den Eindruck, dass viele, die mit über dreißig oder vierzig nochmal Single sind, dieses Vertrauen verloren haben. Und das ist sehr schade, weil sie sich natürlich damit selbst im Weg stehen. Und damit womöglich auch noch anderen sehr weh tun, die sie dann mit dieser kalten Mauer vor den Kopf stoßen.

@André: Du schreibst: "wonach ich mich sehne ist: Ich will lieben und geliebt werden. Alles andere sei dann, wie es wolle."
Aber: dieses Gefühl zu lieben und geliebt zu werden entsteht doch nicht, indem ich mich mit einer x-beliebigen Person in einen Raum setze und warte, dass es passiert. Sowas entsteht doch, wenn es Gemeinsamkeiten gibt, wenn ich mich verstanden fühle, wenn man sich gegenseitig inspiriert. Ich sehne mich nach guten Gesprächen mit Tiefgang, nach gemeinsamen Erlebnissen, nach gemeinsamen Leidenschaften.
Wenn das nicht möglich ist, weil man so derartig verschieden tickt, dass eine gemeinsame Ebene nicht möglich ist, dann entsteht (nach meiner Erfahrung) keine Liebe.
 
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  • #29
Bindungsangst

@vhe: eigentlich ist es wirklich nicht partnerbörsengeeignet. Dass Du dennoch hier bist, zeigt mir, dass Du letztlich die Sehnsucht hast, dass da eine Frau kommen möge, die es schafft, Dein Herz noch einmal zu erobern.

Was müsste denn diese Frau mitbringen? Wie kann sie es schaffen?

Es ist, sorry, das sagen zu müssen, mir durchaus auch schon passiert, dass ich in Singlebörsen auf solche Männer getroffen bin. Die traurig darauf warteten, erlöst zu werden und dennoch sich immer selbst im Weg standen durch alte Verletzungen. Das ist für eine Frau ganz schon hart, wenn sie sich dann fröhlich und unbeschwert einlässt und dann auf Granit beißt und letztlich abserviert wird...

Oft ist es bei diesen Männern (es mag auch Frauen geben, denen das so geht) eine Art Ohnmacht, weil sie nicht verstehen, wieso die frühere Liebe scheiterte. Und weil sie diesen Mechanismus nie verstanden haben, haben sie einfach große Angst, sich wieder einzulassen, weil sie das Gefühl haben, hilflos ausgeliefert zu sein. Man ist aber nicht hilflos! Man hat es zu einem ganz großen Teil selbst in der Hand...
 

Smiler

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  • #30
Liebe wird aus Mut gemacht

Wenn man mit 30/40 nach +/- 14 Jahren aus einer Partnerschaft, oder gar Ehe gerissen wird, ist es sicher schwieriger, sich unbefangen und naiv auf neue Gefühle einzulassen. Vor allem ist das ungewohnt. Kommen dann noch hohe Ansprüche hinzu, ist die Partnersuche eine fast unlösbare Aufgabe.

Wenn man sich mit dem Thema Single intensiver beschäftigt, stellt man fest, dass die größten Hürden im eigenen Kopf gebaut werden. Mangelnde Kommunikation spielt auch viel rein. Ganz vorne dabei ist die Angst vor Zurückweisung. Selbstschutz?

Nena hat vor langer Zeit bereits festgestellt, dass Liebe aus Mut gemacht wird. Irgendwie, irgendwo, irgendwann. youtu.be/oikaxFYGb3Q