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  • #1

Warum ich, was stimmt mit mir nicht.

Ich bin nun fast 40 und habe 1 mal mit 23 eine 2j Beziehung gehabt.
Ich werde einfach nicht als potentielle Partnerin angesehen.
Könnte es sein dass ich einfach nicht liebenswert bin? Als der Erzeuger meines Kindes mir sagte ich müsse abtreiben und sich danach nie wieder meldete, war ich noch optimistisch. Ich hatte die schlimmste Zeit meines Lebens eine Wohnung in der teuersten Stadt Deutschlands zu finden, zudem noch Studentin, alleine mit Migrationshintergrund. Die ersten 4j war ich damit beschäftigt zu überleben, also war an Männer nicht zu denken, aber irgendwie erwecke ich auch in niemanden Symphatie oder einen Helferkomplex.
Irgendwie habe ich es geschafft einen Studienabschluss zu bekommen und bin zum Arbeiten umgezogen. Es sind nun 12j vergangen. Ich habe einen stabilen, angesehenen Beruf. Ich habe meine eigene Wohnung, ja ich bin kein Model, aber ich habe hässlichere Frauen als mich gesehen. Warum kan/darf ich niemand haben bzw keinen 150cm, dicken, glatzköpfigen ungebildeten Müllmann?
Ich habe die Hoffnung langsam verloren und das schlimmste ist, ich fühle nichts mehr. Wen ich einen attraktiven Man sehe der auch noch interessant ist, denke ich automatisch er würde mich nie wollen und das wars, ich bin nicht einmal traurig! Ich gehe weiter und das wars. Ich glaube ich kan nicht lieben....
Ich habe mit all der Jahre langen Enttäuschungen und Ablehnung es verlernt.
 
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  • #2
Liebe Gamsy,

Sie mussten in der Vergangenheit viele, große Herausforderungen ganz alleine bewältigen. Dazu kommt noch das traumatische Erlebnis aus Ihrer letzten und bisher einzigen Beziehung, welches für sich genommen schon eine extreme psychische und physische Belastung darstellt. Es erfordert eine große Stärke in jeder Hinsicht, das alles zu meistern.

Sie schreiben auch, dass Sie über viele Jahre hinweg gar nicht auf Partnersuche waren, zumindest aber mit dem Alltag so beschäftigt waren, dass wenig bis kein Raum für eine Beziehung bestand. Auf der einen Seite wünschen Sie sich einen Partner, auf der anderen Seite macht sich Resignation breit. Für mich klingt es so, als wäre Ihnen – bestimmt auch der Vergangenheit geschuldet – der Zugang zur eigenen Person verloren gegangen. Wenn ein Mensch über viele Jahre hinweg funktionieren muss, immer stark sein und alles alleine schaffen muss, kann es passieren, dass die emotionale/bedürftige/auch mal schwache Seite auf der Strecke bleibt und auch gar nicht wahrgenommen wird. Oft geht damit einher, dass auch ein gewisses Maß an Selbstliebe fehlt, welches wiederum notwendig ist, um andere zu lieben. Das eine bedingt das andere.

Aus meiner Sicht wäre ein erster und wichtiger Schritt, dass Sie diesen Zugang zu sich selbst wiederfinden, indem Sie sich klarmachen, was Sie alles geschafft haben, wo Ihre liebenswerten Eigenschaften liegen, welche Stärken Sie haben. Dabei können Freunde/Familie auch hilfreich sein, indem sie Ihnen hier eine Rückmeldung geben. Wichtig wäre auch, dass Sie Ihre Sorgen und Ängste mit einer Vertrauensperson besprechen können (Freunde, Familie, Fachmann?), um auch wieder einen Zugang zu Ihren Emotionen zu bekommen.

Sie schreiben, dass Sie keinen Helferkomplex bei Männern auslösen. Ich vermute, Sie meinen, dass Sie keine Schwäche zeigen können oder sich fallen lassen können. Dadurch, dass Sie immer stark sein mussten, wird es für Sie völlig ungewohnt sein, auch mal die Zügel aus der Hand zu geben und jemand anderen machen zu lassen. Dazu ist Vertrauen notwendig, das wurde in Ihrer letzten Beziehung massiv missbraucht. In kleinen Schritten kann es aber gelingen, Vertrauen wieder zu erlernen.

Ich bin mir sicher, dass Sie lieben können, diese Fähigkeit aber noch von zu vielen Dingen überlagert ist (siehe oben).

Ich wünsche Ihnen alles Gute,
herzliche Grüße,

Markus Ernst
 
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  • #3
(...) Vertrauen (...), das wurde in Ihrer letzten Beziehung massiv missbraucht.
Woher wissen Sie das? Ist in Ihrer Welt die Ablehnung eines Kindes automatisch ein massiver Vertrauensmissbrauch? Woher wissen Sie, dass z.B. die werte TE nicht das Vertrauen des Partners missbrauchte, weil z.B. abgesprochen war, dass es keine Kinder geben soll und sie hormonell verhütet?
 
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  • #4
Ich habe den Begriff „Vertrauensmissbrauch“ in diesem Zusammenhang benutzt, weil die Schreiberin – unabhängig davon, was zuvor bzgl. Kinderwunsch oder nicht in der damaligen Beziehung vereinbart wurde – von ihrem Partner zur Abtreibung des gemeinsamen Kindes aufgefordert wurde, was zu dem Zeitpunkt offenbar aber nicht ihr Wunsch war. Die Partnerin in so einer Extremsituation dann auch noch alleine zu lassen, ist nicht nur aus menschlicher Sicht verwerflich sondern stellt einen Missbrauch des Vertrauens dar, das sich in einer 2-jährigen Beziehung sicherlich entwickelt hatte.
 
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  • #5
Vertrauen (...) in Ihrer letzten Beziehung massiv missbraucht
von ihrem Partner zur Abtreibung des gemeinsamen Kindes aufgefordert wurde, was zu dem Zeitpunkt offenbar aber nicht ihr Wunsch war.
Hanebüchene Herumdichterei.
Jetzt offenbar ja, weil das Kind existiert.
Ob dem Mann klar war, was ihr Wunsch war, ist mehr als fraglich - v.a. weil er ihr, gemäß ihrer Aussage, nur ein Mal mitteilte, dass er das Kind nicht wolle.
Ob er sie "aufforderte" ist auch nicht klar. Sie hat lediglich ein "muss" gehört, oder in Erinnerung oder über die Zeit (>12 J.) aus seiner Aussage ein "muss" konstruiert (z.B. um es leichter zu haben, ihn verdammen zu können), oder es einfach nur jetzt spontan lapidar formuliert.

Eine Schwangerschaft ist KEINE Extremsituation, sondern eines der normalsten und natürlichsten Dinge auf der Welt.

Die Partnerin in so einer Extremsituation dann auch noch alleine zu lassen, ist nicht nur aus menschlicher Sicht verwerflich sondern stellt einen Missbrauch des Vertrauens dar, das sich in einer 2-jährigen Beziehung sicherlich entwickelt hatte.
Dann ist wohl jede Trennung während einer der Partner in einer außerordentlich freudigen oder herausfordernden Situation ist, ein "massiver Vertrauensmissbrauch."
Wenn er eh und jeh geschworen hat, nie im Leben Kinder haben zu wollen, ist seine Reaktion eher ein Vertrauensbeweis, weil sie sich darauf verlassen konnte, dass er genau das meinte, was er sagte und dann auch konsequent dementsprechend handelte.
Alles Kaffeesatzleserei, genau wie auch Ihre an den Haaren herbeigezogenen Mutmaßungen, die auf Geschlechterstereotypen aufbauen.
 
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  • #6
Liebe Gamsy,

Ich bin zufällig auf diesen Beitrag gestoßen und da es mich an meine persönliche Situation sehr erinnert, wollte ich unbedingt einen Beitrag erstellen.

Ich habe selbst mit Migrationshintergrund und völlig auf mich allein gestellt, aus eigenen Kräften, Studienabschluss, einen angesehenen Beruf, Führungspositionen, Auslandserfahrung und ein Kind großgezogen. Ich war zwar mit dem Kindsvater 3 Jahre lang zusammen, auch nach der Geburt unseres Kindes, aber das war eine extrem toxische Beziehung.

Länger Rede kurzer Sinn, ich kann mich dem Beitrag von Markus voll anschließen und hinzufügen, dass ich mich auch irgendwo auf dem Weg verloren hatte. Ich bin jetzt seit 5 Jahren alleinerziehend und erst seit ungefähr 1 Jahr verspüre ich den Wunsch nach einem Partner. Davor habe ich, aufgrund des grossen Drucks, nicht einmal wahrgenommen, dass Männer mich ansehen oder mit mir flirten. Rückwirkend betrachtet, habe ich sehr viele gute Partien gehen lassen, weil ich nicht imstande war, sie wahrzunehmen. Was auch völlig in Ordnung ist, war wohl nicht das Richtige. Ich habe einige Jahre jetzt, Selbsterfahrung, Therapien und Energiearbeit hinter mir und es lohnt sich. Ich habe mehr Verehrer jetzt als in meine 20igern, heisst nicht, dass das potenzielle Partner sind, aber es schmeichelt einem und man kommt wieder in die Übung. Vor allem hebt es das eigene Selbstbewusstsein und das strahlt man auch aus. Verliere nicht den Glauben, dass du liebenswert bist und lieben kannst.

Hinzu kommt aber auch, dass wenn man als Frau erfolgreich ist, generell weniger Partner zur verfugung stehen, daher musst du dich in Kreisen bewegen, wo Männer sind, welche solche Frauen zu schätzen wissen und mit der Energie umgehen können.

Nichts desto trotz, arbeite an dir, lerne dich selbst zu lieben und der Partner wird kommen. Verkrieche dich aber nicht zu Hause, sonst kommt keiner und wenn du dich selbst akzeptierst wirst du das auch ausstrahlen.

Alles Liebe und noch viel Glück❤
 
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  • #7
Davor habe ich, aufgrund des grossen Drucks, nicht einmal wahrgenommen, dass Männer mich ansehen oder mit mir flirten. Rückwirkend betrachtet, habe ich sehr viele gute Partien gehen lassen, weil ich nicht imstande war, sie wahrzunehmen.
Ist das so? Konntest du deine Wahrnehmung rückwirkend ändern und dich an Dinge erinnern, die du in erster Instanz gar nicht wahrgenommen hattest? Respekt!
 
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  • #8
Der Kindsvater wollte Kinder, jetzt hat er auch 3, nur sein Kind von 12nhat er nie gesehen. . Aber schön das es Frauen gibt die verantwortungslose, selbstsüchtige und extrem faige Männer in Schutz nehmen und ihr Verhalten entschuldigen.
 
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  • #9
Hallo Gamsy und Enisa, danke, dass ihr hier so offen eure Geschichten teilt! Ich stecke zwar nicht in einer ähnlichen Situation, aber ich habe mich die letzten Jahre auch erstmal auf mich konzentriert und potenzielle Partner nicht wirklich wahrgenommen. Ich habe gemerkt, dass ich einfach noch Zeit für mich brauche und an mir und meiner Selbstliebe arbeiten muss. Klingt zwar immer sehr abgedroschen, aber eine gesunde Beziehung zu sich selbst zu haben ist meiner Meinung nach der Schlüssel zu allem! Und da kann ich mich nur anschließen, man sollte sich trotz allem nicht verkriechen. Es ist so wichtig sich jemanden öffnen zu können und über alles sprechen zu können.
Ich wünsche euch alles Gute :)