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  • #46
AW: Warum fürchten dich so viele Männer vor Spiritualität und Selbsterfahrung??

Zitat von lovecat:
In diesen Momenten habe ich begonnen in die Natur zu gehen. Mir einen Platz gesucht der mir Kraft gibt. Zu meditieren.
Das finde ich schon mal sehr gut.


Zitat von lovecat:
Irgendwann habe ich mich sehr verbunden gefühlt mit Allem und für mich war klar es gibt einen Gott. Vielleicht ist es auch nur mein Unterbewußtes das mit mir Kommuniziert. Aber persönlich glaube ich seither, daß es einen Gott gibt, der einem Hilfreich zur Seite steht und Kraft spendet in Zeiten in denen man Hilfe braucht. Ich muß ihn nur bitten.
Das sind eben Aussagen, wo ich Konflikte im Weltbild sehe.
Wenn diese Gottheit es allen recht machen will, dann muss sie doch sehr schnell in Interessenskonflikte kommen. Und schon haben wir den Salat.
 
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  • #47
AW: Warum fürchten dich so viele Männer vor Spiritualität und Selbsterfahrung??

Lieber Bruce.

Deine Frage nach dem Interssenskonflikt den du ansprichst, der im lieben Gott entsteht wenn alle um etwas bitten ist leicht geklärt. Er kümmert sich um die, die am lautesten Beten:) Eine neue Seminaridee powerbeten:) Bringt sicher viel Geld:)

Ok Spaß beiseite. Deine Frage ist durchaus berechtigt, ich kann sie dir nicht beantworten, es funktioniert für mich. Nicht bei allem aber doch bei vielen.

Das ist so die Sache am Glauben, rational begreifbar ist er nicht.

Es gibt tatsächlich ein Paar Studien.

In einer wurde für Krebspatienten gebetet, und die Heilungsrate stieg in der Versuchsgruppe an.

In der anderen haben 10000 von Menschen sich in Washington versammelt und gemeinsam gebetet . An dem Tag ist kein einziges Verbrechen begangen worden.

Kann man das Rational erklären, schwer. Das ist Glaube.

Was ich persönlich schwierig find sind all die Kriege die aus Glaubensgründen ausgefochten werden. Das steht so im kraßen Gegensatz zu dem was eigentlich geprädigt wird.

Grundsätzlich geht es in Glaubensgemeinschaft egal welcher Art ja darum ein friedliches Miteinander zu ermöglichen. Das ist meine Interpretation des Ganzen.

Wenn man sich dann beginnt darüber zu streiten wer recht hat, dann stimmt etwas nicht.

Aber wie geht man damit um??
 
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  • #48
AW: Warum fürchten dich so viele Männer vor Spiritualität und Selbsterfahrung??

Lieber vhe

Diese Dinge kann ich nachvollziehen denn die Esoterik ist ein derartig weites Feld mit dem sich gut Geld machen läßt.

Was genau ist denn für dich Blödsinn??

Im großen und ganzen scheinen die meisten Esoterikgegner ( ich nenne es mal so ) schlechte Erfahrungen damit gemacht haben. Hauptsächlich fallen mir zwei Dinge auf die sich zu wiederholen scheinen.

a) Es ist nicht mehr möglich mit den Partner in Kontakt zu gehen, weil der nur noch suf seinen Guru hört.

b) es kommt zu Ausgrenzung wenn man nicht auf den Zug aufspringt und dann entstehen unlösbare Konflikte die mit Trennung enden.

Kann man das so sagen??
 
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  • #49
AW: Warum fürchten dich so viele Männer vor Spiritualität und Selbsterfahrung??

Zitat von lovecat:
.... Grundsätzlich geht es in Glaubensgemeinschaft egal welcher Art ja darum ein friedliches Miteinander zu ermöglichen. ....
Ja vielleicht untereinander. Aber Glaube führt aus meiner Sicht fast automatisch zur Intoleranz gegenüber anders Denkenden.

Alle Glaubenssysteme, die ich kenne - also auch der Glaube an Geld, esoterische Systeme, egal was - führen dazu, dass (manche) ihre(r) Mitglieder ihren Glauben gegenüber anders denkenden verteidigen. Denn Glaubenssysteme haben den Anspruch, die Welt besser zu machen. Das heißt, die Glaubenden gehen davon aus, dass sie den Schlüssel für Glück, Weisheit, Reichtum, Seligkeit im Paradies, was auch immer gefunden haben und damit stellen sie sich über alle anderen Menschen (und Kreaturen), die dies aus ihrer Sicht (noch) nicht erkannt haben. Die Vehemenz und Radikalität mit der dies getan wird ist natürlich unterschiedlich.

LG
Carlo
 
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  • #50
AW: Warum fürchten dich so viele Männer vor Spiritualität und Selbsterfahrung??

Liebe Carlo

Ich finde unsere Diskussion auch sehr schön. Danke für Deine Offenheit, das ist mir ebenfalls nicht leicht gefallen. Ich bemerke dir Angst mich verletzbar zu machen wenn ich über meinen Glauben spreche.

Im Grunde genommen haben wir das gleiche Bedürfnis, unseren Geist zur Ruhe zu bringen und einfach sein. Uns scheinen sogar die gleichen Dinge in diesen Zustand zu versetzen.
Mein Opa hat mir mal einen schönen Spruch gesagt, er war kein gläubiger Mensch.

"Es ist der Wald wie eine Kirche, geh mit Andacht nur hinein, dort Singen Vöglein frohe Liedchen, mit deinem Gott bist du allein."

Der Spruch berührt mich jedes Mal aufs Neue. Im Grunde genommen geht es vielen Menschen welchem Glauben sie auch immer angehören, wahrscheinlich darum Inneren Frieden und Kraft zu finden. Jeder findet da seinen eigenen Weg, viele brauchen wahrscheinlich einen Bergführer und das wird tatsächlich oft ausgenutzt.
Egal was man tut die Selbstreflexion ist durchaus wichtig blindlings auf jemanden vertrauen und sich nie zu hinterfragen paßt das noch für mich, will ich da überhaupt hin wo der mich hinbringt??, solche Fragen sind wichtig.

Wir leben in einer Zeit der Fülle und der unbegrenzten Möglichkeiten da ist es wirklich schwierig zu differenzieren was seriös ist und was nicht.

Das macht aber auch den Reiz aus. Wir können experimentieren, spielen, ausprobieren. Das alleine finde ich unglaublich schön.

Schönen Montagabend
 
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  • #51
AW: Warum fürchten dich so viele Männer vor Spiritualität und Selbsterfahrung??

Zitat von carlo:
Ja vielleicht untereinander. Aber Glaube führt aus meiner Sicht fast automatisch zur Intoleranz gegenüber anders Denkenden.

Alle Glaubenssysteme, die ich kenne - also auch der Glaube an Geld, esoterische Systeme, egal was - führen dazu, dass (manche) ihre(r) Mitglieder ihren Glauben gegenüber anders denkenden verteidigen. Denn Glaubenssysteme haben den Anspruch, die Welt besser zu machen. Das heißt, die Glaubenden gehen davon aus, dass sie den Schlüssel für Glück, Weisheit, Reichtum, Seligkeit im Paradies, was auch immer gefunden haben und damit stellen sie sich über alle anderen Menschen (und Kreaturen), die dies aus ihrer Sicht (noch) nicht erkannt haben. Die Vehemenz und Radikalität mit der dies getan wird ist natürlich unterschiedlich.

LG
Carlo
Da hast du recht. Und das ist für mich so unverständlich weil der Kern der meisten Religiösen Gemeinschaften ja Liebe ist oder sein sollten, die Eigendynamik die in Gruppen und Gemeinschaften entsteht, wenn es darum geht Recht zu haben ist schon sehr erschreckend.

Wie du so schön beschreibst, an irgend etwas glaubt jeder, wenn es nicht Gott ist dann Geld, Macht.... Irgendetwas treibt uns im Leben an. Und es ist schwierig anzuerkennen daß dieser Motor zu uns gehört und beim Nachbarn nicht funktioniert weil der ja seinen eigenen Motor hat.

Ich finde es gar nicht so einfach andere nicht beeinflussen zu wollen wenn doch grad was so gut funktioniert bei mir dann geht das ja bei jedem.

Diese Toleranz und Wertfreiheit zu haben Menschen wertfrei zu begegnen und Dinge einfach annehmen zu können wie sie sind, das fällt auch mir schwer.

Meine Erfahrung hat mir gezeigt, es ist nicht gut andere Verändern zu wollen das bringt nix außer Streit.
 
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  • #52
AW: Warum fürchten dich so viele Männer vor Spiritualität und Selbsterfahrung??

Daß Problem am Frieden ist, daß einiges dafür nötig ist, um ihn aufrechtzuerhalten. Wer sich ein bißchen für Politik interessiert, weiß das. Eine Menge an Auseinandersetzung, auch kämpferischer Art, ist dafür nötig. Komplex ist das auch. Und da hakts eben bei vielen Simplizitätsfans. Die haben schon ganz recht, Krieg = böse. Aber sie scheuen Verständnis und Mühe der Auseinandersetzung. Deswegen kommt so häufig so ne Gleichschaltung der bloß an sich selbst INteressierten heraus. Das ist doch die Tragik.

Demokratie ist ja das geringste Übel, wie man so sagt. Und Demokratie baut auf Auseinandersetzung. Und es ist kein Wunder, daß unter den FEinden der Auseinandersetzung gerade umso mehr Einteilung der Menschen in die Guten und die Bösen, die "Besonderen" und die "Normalen" erfolgt und die "Besonderen" sich dem etwas aufmerksameren Blick als so sehr gleichschaltet präsentieren.

Demokratie, Toleranz usw. bedeuten übrigens nicht: Jeder hat seine Wahrheit und die eine ist so gut wie die andere und alles ist gleich und egal und jeder kann sich ja ohnehin nur um seine eigenen Angelegenheiten kümmern und man wollte ja nur mal so seine Meinung sagen, aber die gehe andere eigentlich gar nichts an, weil jeder hat ja seine eigene daheim im Nachttisch und hauptsache, jeder werde mit seiner Meinung glücklich. Sondern: jeder hat eine Stimme und darf seine Meinung auch äußern, unabhängig von ihrer Wahrheit oder Falschheit.
Diese Differenz wird leider oft übersehen und stattdessen gern das Kind mit dem Bade ausgeschüttet. Daß sie übersehen wird, dürfte auch mit der oft beklagten Politikverdrossenheit zusammenhängen und dem Rückzug in reine Innen- oder Anderswelten.

Weltanschauungen müssen keine Privatsache sein. Sie sollten auseinandersetzungsfähig sein. Wie ein Indianer kein toter Indianer sein muß, um ein guter Indianer zu sein, muß auch ein Glaubender nicht ein schweigender und zurückgezogener und ständig "ich meins ja nciht so, und es gilt ohnehin nur für mich"-Betender sein. Deswegen find ichs immer schade, wenn ich bemerke, wie Feinde gepflegter Auseinandersetzung sich ins bloße Jammern oder in Innen- und Anderswelten zurückziehen oder in performativen Selbstwidersprüchen kreisen.
Das ist im Prinzip nicht anders als in einer Paarbeziehung. Es ist niemandem zu verdenken, daß er keine Partnerschaft mehr darin sieht, wenn der andere nur noch um sich selbst kreist und jedes Interesse verloren hat, weil er gesagt bekommen hat, daß jeder nur noch sein eigener Liebhaber sein soll.
 
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  • #53
AW: Warum fürchten dich so viele Männer vor Spiritualität und Selbsterfahrung??

Liebe lovecat,

Zitat von lovecat:
Wir leben in einer Zeit der Fülle und der unbegrenzten Möglichkeiten da ist es wirklich schwierig zu differenzieren was seriös ist und was nicht.

Das finde ich auch einen ganz guten Punkt bezüglich unterschiedlichem Weltbild:

Wann wird etwas als seriös akzeptiert und wann nicht?

Da bin ich eben gar nicht der Typ, der einfach alles "glaubt" was einem da aufgetischt wird.
 
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  • #54
AW: Warum fürchten dich so viele Männer vor Spiritualität und Selbsterfahrung??

Zitat von lovecat:
..... Und das ist für mich so unverständlich weil der Kern der meisten Religiösen Gemeinschaften ja Liebe ist ....
Das ist es aus meiner Sicht eben gar nicht. Glaubenssysteme sind in meinen Augen immer von Anfang an (mindestens auch ) dazu da, Macht über andere auszuüben. Es sollen andere für das eigene Denksystem gewonnen werden, diese sollen sich unterordnen.

Wenn wir noch mal an solche Leute wie Herrn Betz denken, die sagen eben nicht: ich lebe mein Ding in erster Linie, weil es mir gut tut und ich erzähle auch anderen davon, aber was die dann damit machen ist ja ihr Ding und vielleicht lerne ich auch von denen. Nein! Er bietet Seminare und Systeme an, alles kostet Geld.

Im Zusammenhang mit unserer Diskussion ging mir noch einmal durch den Kopf, dass ich irgendwo die Information aufgeschnappt habe, dass bestimmte Urvölker bei Kontakt mit "uns" ganz unvoreingenommen und nur freundlich und neugierig sind. Das können wir uns kaum vorstellen.

Liebe Grüße
Carlo
 
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  • #55
AW: Warum fürchten dich so viele Männer vor Spiritualität und Selbsterfahrung??

Zitat von Bruce:
...Wissenschaft ist eine der wenigen Lehren die selbstkritisch sind und sich weiter entwickeln. Erkenntnisse werden laufend hinterfragt und die Ergebnissen belegt. Erkenntnisse können umgestürzt werden, wenn sie neuen Belegen nicht stand halten......

Hallo Bruce,

ja, aber: viele Vertreter der Wissenschaft glauben wirklich, dass sie die "Wahrheit"* in Händen halten und sehen für meinen Geschmack nicht immer, dass auch die Wissenschaft ein in sich geschlossenes Modell über die "Wahrheit" ist.

Als ich jünger war und auch noch selbst geforscht habe, teilte ich deinen großen Enthusiasmus über die Wissenschaft. Heute habe ich schon selbst verschiedene Dogmen sich ablösen sehen (z.T. sogar mehrfach) und habe miterlebt, wie große Schwierigkeiten die Wissenschaft hat, sich von widerlegten aber lieb gewordenen Thesen zu verabschieden. Manchmal fühlt man sich schon an Galileo erinnert....

Und ich finde auch, dass man nicht irgendeinen Bereich des Lebens zur "Wahrheitsfindung" ausschließen sollte. Mir selbst rollen sich die Fußnägel bei bestimmten esoterischen Strömungen. Aber: sie sind ja da und es gibt Menschen, die von dieser "Wahrheit" überzeugt sind. Also gehören sie doch zur "Wahrheit" unseres Lebens dazu und irgendwo wird darin ein "Wahrer" Kern stecken. Auch wenn ich mich dem genauso wenig in Gänze anschließe wie dem fundamentalistischen Islam, dem Rechtsradikalismus, dem Kreationismus, oder anderen Glaubenssystemen - nur meinem eigenen.

LG
Carlo


* Ich schreibe "Wahrheit" in "", weil es für mich DIE "Wahrheit" für uns Menschen nicht gibt. Jeder von uns hat seine eigene "Wahrheit", die vielleicht nur ein wenig, aber immerhin von der der anderen abweicht. Das macht Kommunikation so herausfordernd. Und zeigt für mich, dass wir als Menschen nicht "objektiv" sein können - sonst wären wir ja nicht Menschen...
 
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  • #56
AW: Warum fürchten dich so viele Männer vor Spiritualität und Selbsterfahrung??

Jetzt komme ich mal mit meiner "Wissenschaftswahrheit":

Zitat von lovecat:
...wurde für Krebspatienten gebetet, und die Heilungsrate stieg in der Versuchsgruppe an. ...
Als erstes müsste man hier die genauen Versuchsbedingungen und Ergebnisse kennen: Wussten die Patienten, ob für sie gebetet wurde? War der Effekt statistisch signifikant? Wie groß war er? Wie viele Studien konnten dies belegen und wie viele Studien konnten es nicht? Als "Wissenschaftlerin" würde ich sonst auf Placebo-Effekt oder Zufall tippen.

Zitat von lovecat:
...In der anderen haben 10000 von Menschen sich in Washington versammelt und gemeinsam gebetet . An dem Tag ist kein einziges Verbrechen begangen worden. ...
Wie häufig gibt es sonst in Washington kein Verbrechen? Wie viele Polizisten (die Verbrechen dokumentieren) waren unter den 10000?...

Zitat von lovecat:
...Was ich persönlich schwierig find sind all die Kriege die aus Glaubensgründen ausgefochten werden. Das steht so im kraßen Gegensatz zu dem was eigentlich geprädigt wird.worden. ...
Genau.


Carlo
 
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  • #57
AW: Warum fürchten dich so viele Männer vor Spiritualität und Selbsterfahrung??

Hallo Heike:

Zitat von Heike:
Daß Problem am Frieden ist, daß einiges dafür nötig ist, um ihn aufrechtzuerhalten. Wer sich ein bißchen für Politik interessiert, weiß das. Eine Menge an Auseinandersetzung, auch kämpferischer Art, ist dafür nötig. Komplex ist das auch. Und da hakts eben bei vielen Simplizitätsfans. Die haben schon ganz recht, Krieg = böse. Aber sie scheuen Verständnis und Mühe der Auseinandersetzung. Deswegen kommt so häufig so ne Gleichschaltung der bloß an sich selbst INteressierten heraus. Das ist doch die Tragik....
Nun meine ich ja von dir verstanden zu haben, dass dir eine herzhafte Auseinandersetzung wichtig ist. Sie scheint mir fast notwendig für die endgültige Wahrheit.

Wie wäre es denn, wenn es auch weniger kämpferisch ginge, ist das für dich denkbar?

Zitat von Heike:
... Demokratie, Toleranz usw. bedeuten übrigens nicht: Jeder hat seine Wahrheit und die eine ist so gut wie die andere und alles ist gleich und egal und jeder kann sich ja ohnehin nur um seine eigenen Angelegenheiten kümmern und man wollte ja nur mal so seine Meinung sagen, aber die gehe andere eigentlich gar nichts an, weil jeder hat ja seine eigene daheim im Nachttisch und hauptsache, jeder werde mit seiner Meinung glücklich. Sondern: jeder hat eine Stimme und darf seine Meinung auch äußern, unabhängig von ihrer Wahrheit oder Falschheit.....
Mag sein, dass nicht jede "Wahrheit" so gut ist wie die andere (meine ist in jedem Fall wahrer ;-))); die Krux ist nur: wir können nicht wirklich wissen, wer recht hat.

Ich stimme dir aber unumwunden zu, dass ich mir mehr Meinungsäußerung in allen Lebenslagen wünsche. Ich glaube jedoch, dass die Ursache deren Mangels nicht die Annahme über deren Privatheit ist. Ich wünsche mir eher, dass mehr Menschen sich wirklich eine Meinung bilden, denn dann - so meine Erfahrung - kann ich diese mit ihnen auch austauschen. Viele Menschen die ich treffe jedoch, haben große Teile ihres Denkens über die Welt von irgendwoher übernommen und sobald man etwas tiefer bohrt wird es dann schwer. Das wird übrigens von anderen bei mir genauso wahrgenommen werden, darüber habe ich keine Illusion. Die Meinungsbildung wird aber so wenig unterstützt. In tradierten religiösen Systemen zum Beispiel scheint es mir ja Ziel zu sein, den Menschen das Selbstdenken abzugewöhnen. Und es scheint sich doch in unsere Gesellschaft gerettet zu haben. Jedes Machtsystem fusst doch darauf, dass Viele eben nicht für sich selbst denken...

Ach, und: ich glaube das mit dem Um-sich-selbst-kreisen ist schon ein Thema. Aber mehr allgemein als bei den Leuten, denen es w i r k l i c h darum geht, auch mit sich selbst klar zu kommen und dem anderen wirklich begegnen zu können, also sich im anderen nicht immer nur spiegeln zu müssen. Aber das ist ein ganz anderes Thema....

LG
Carlo
 
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  • #58
AW: Warum fürchten dich so viele Männer vor Spiritualität und Selbsterfahrung??

Liebe Carlo

Das war klar das diese Frage kommt.
Ich glaube daß ich die erste Studie Krebs und Beten in der Pubmed gefunden hab.

Es war eine Doppelblindstudie. Es gab zwei Gruppen für die einen wurde gebetet für die andere nicht, und niemand wußte in welcher Gruppe er war. Das habe ich noch in Erinnerung. Es gibt einige solcher Studien eben auch auf der Pubmed meist von Psychologen durchgeführt.

Für mich ist es allerdings nicht wichtig meinen Glauben zu beweisen. Er ist meine Wahrheit ganz alleine und funktioniert für mich. Bei dem Thema Wahrheit frage ich mich ohnehin, wie definiert man denn Wahrheit. Ich gehöre nicht zu den Gläubigen die für sich in Anspruch nehmen anderen zu erklären wie sie glauben sollen. Das Jesus Christus die einzige Lösung für uns ist, oder was es da sonst noch gibt. Tatsächlich bin ich vor Jahren aus der Kirche ausgetreten, weil ich mit dieser Institution und diesem System sehr wenig anfangen kann. Ich komme auch gut klar mit Vertretern anderer Glaubensgemeinschaften. Sich mit Moslems über Gott zu unterhalten ist total spannend, irgendwann fragt man sich wo genau den jetzt der Unterschied zu unserem Glauben liegt, wenn man zum Kern vordringt. Das meinte ich auch als ich sagte im Kern jeder Religion geht es um Liebe und Verständnis, in dem Moment wo eine Institution, Geld, Macht, Menschen dazukommen vergißt man das aber.

Ich denke daß Religionen eingeführt wurden damit sich die Menschen nicht gegenseitig die Schädel einschlagen, denn dies scheint eine Veranlagung unserer Rasse zu sein.

Und die Schaffung von Göttern einem Höheren Wesen, daß dich bestraft wennst nicht spurst war und ist immer noch effektiv.

Leider haben sich Menschen schlupflöcher gesucht, wie sie sich dennoch Gegenseitig die Schädel einhauen können ohne den Zorn der Götter auf dich zu ziehen.

Deshalb ist für mich die Beschäftigung mit mir selbst so wichtig. Wenn ich mich und meine Muster kenn lauf ich nicht gefahr meinen Gegenüber blindlings meine Launen überzustülpen, sondern kann mal für mich selbst die Verantwortung übernehmen. Wenn ich aus so einem bewußtsein heraus in einen Konflikt trete, läßt sich der meist schnell lösen.
 
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  • #59
AW: Warum fürchten dich so viele Männer vor Spiritualität und Selbsterfahrung??

Zitat von carlo:
Nun meine ich ja von dir verstanden zu haben, dass dir eine herzhafte Auseinandersetzung wichtig ist. Sie scheint mir fast notwendig für die endgültige Wahrheit.

Wie wäre es denn, wenn es auch weniger kämpferisch ginge, ist das für dich denkbar?
Das, was du persönlich offenbar als so kämpferisch empfindest, hat u.a. den Vorteil, daß es dem Diskussionsparter erlaubt, ohne Anstandsverlust bei seiner eher unhaltbaren Meinung zu bleiben und statt dessen auf den Modus und den Ton der Auseinandersetzung zu schimpfen. Höchst menschenlieb, dieses Schlupfloch zu lassen. Meiner Erfahrung ist bei starker nüchterner Sachlichkeit die GEfahr hoch, daß der Gesprächspartner Amok läuft, weil er keine Möglichkeit hat, sich zu entziehen.
Und ja, es gibt auch weitere Stile. Wenn es mir angemessen scheint, lege ich sie an den Tag.

Mag sein, dass nicht jede "Wahrheit" so gut ist wie die andere (meine ist in jedem Fall wahrer ;-))); die Krux ist nur: wir können nicht wirklich wissen, wer recht hat.
Find ich wieder zu hochgestochen großartig. Zum Wissen gehört nicht irgendwie eine 100%ige abgesicherte Begründbarkeit. Ich weiß beispielsweise recht gut, daß ich gerade in dieses PS-Kästchen hier schreibe. Das ist nicht DIE Wahrheit, sondern einfach wahr. Man könnte viele unfruchtbare und kämpferische Auseinandersetzungen vermeiden, wenn man aufhörte, ständig großartig von DER Wahrheit und DEM Wissen zu sprechen, ganz gleich, ob man das für sich in Anspruch nimmt oder verkündet, daß das doch niemand habe und haben könne (und es also für diese BEhauptung selbst in Anspruch nimmt).
Stattdessen einfach wie im Alltag auch davon sprechen, daß man dieses und jenes weiß. Wenn dich jemand auf der Straße fragt, ob du die Uhrzeit weißt, wirst du ihm doch hoffentlich auch nciht antworten: "Nein, niemand kann ein wirkliches Wissen und die Wahrheit haben!" Sondern eben: auf die Uhr oder aufs Smartphone schauen, und wenn man keinen Grund hat anzunehmen, daß sie stehengelieben ist oder noch eine andere Zeitzone anzeigen, dann sagen: ja, es ist halb sechs.

Nun haben aber manche Menschen die Meinung, ja, so was wie Uhrzeit oder Form der Erde mag objektiv sein, aber es wird eben meist über etwas gestritten, was nicht objektiv ist und das ist total sinnlos. Deswegen hab ich die Politik ins Spiel gebracht, weil das Beispiel zeigt, daß es eben nicht sinnlos ist. Es gibt keinen Richter, der entscheidet, welches Parteiprogramm die meisten Wahrheiten enthält und richtig und das beste ist oder so. Aber es ist gut, daß, wer Politik betreibt, daraus nicht den Schluß zieht, daß ja jeder seine Meinung habe und die alle gleich gut und richtig seien und deswegen nichts mehr zu tun ist außer daß jeder abwechselnd mal seine Meinung sagt. Ich höre gerade bei Politiker am wenigsten diese auch im Forum ja beliebten Phrasen von "jeder hat seine Meinung und seine Wahrheit und alles sind gleich wahr und gut und jeder sollte sich nur um seine Meinung kümmern und nicht um die von anderen" usw. Politikern wird gerne viel vorgeworfen und sie führen viele unsägliche Phrasen im Mund. Ich lobe sie dafür, daß sie um gerade diese Phrase meist herumkommen.
Und wer mal näher in Politik geschaut hat, der weiß auch, daß es da oft alles andere als nur sachlich zugeht. Das gehört eben auch zur Auseinandersetzung, daß da ganze Menschen beteiligt sind und eine Vielzahl von unterschiedlichen Motiven. Und Demokratie ist glücklicherweise auch was anderes als Technokratie.

Ich stimme dir aber unumwunden zu, dass ich mir mehr Meinungsäußerung in allen Lebenslagen wünsche. Ich glaube jedoch, dass die Ursache deren Mangels nicht die Annahme über deren Privatheit ist. Ich wünsche mir eher, dass mehr Menschen sich wirklich eine Meinung bilden, denn dann - so meine Erfahrung - kann ich diese mit ihnen auch austauschen. Viele Menschen die ich treffe jedoch, haben große Teile ihres Denkens über die Welt von irgendwoher übernommen und sobald man etwas tiefer bohrt wird es dann schwer. Das wird übrigens von anderen bei mir genauso wahrgenommen werden, darüber habe ich keine Illusion. Die Meinungsbildung wird aber so wenig unterstützt.
Zur Meinungsbildung gehört eben die Auseinandersetzung, das Prüfen und wechselseitige Kritisieren. Je stärker dieses jedoch negativ konnotiert ist, desto schwächer auch die Meinungsbildungskultur. Die beliebten Phrasen a la "Jede Meinung ist gleich richtig und gut" sind Ausdruck davon. Da wird zuweilen ja von hoher Warte aus geurteilt, man könne ohnehin nie wissen, wer recht hat. Folge: also lohnt sich die Auseinandersetzung erst gar nicht.
Gegenempfehlung: siehe oben. Selbstwidersprüchliche Metadiagnosen vermeiden und einfach teilnehmen.
 
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  • #60
AW: Warum fürchten dich so viele Männer vor Spiritualität und Selbsterfahrung??

Zitat von Heike:
Zur Meinungsbildung gehört eben die Auseinandersetzung, das Prüfen und wechselseitige Kritisieren. Je stärker dieses jedoch negativ konnotiert ist, desto schwächer auch die Meinungsbildungskultur. Die beliebten Phrasen a la "Jede Meinung ist gleich richtig und gut" sind Ausdruck davon. Da wird zuweilen ja von hoher Warte aus geurteilt, man könne ohnehin nie wissen, wer recht hat. Folge: also lohnt sich die Auseinandersetzung erst gar nicht
...hm, da ist was dran.... jedoch die häufig (in meinen Augen) von Dir praktizierte Methode - den (inhaltlichen, nicht persönlichen) Gegner erst groß reden, um dadurch die Rechtfertigung für die Munition zu haben, die man dann auf ihn abfeuert - finde ich auch nicht überzeugend(er)