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  • #31
AW: Warum fürchten dich so viele Männer vor Spiritualität und Selbsterfahrung??

Hier zwei Definitionen zu Spiritualität:
Spiritualität (von spiritus: Geist) ist der Weg des geistigen Übens mit dem Ziel der Vereinigung mit einer höheren Wirklichkeit (Gott, Transzendenz, inneres Glück).
Spiritualität (von lat. spiritus ,Geist, Hauch‘ bzw. spiro ,ich atme‘ – wie altgr. ψύχω bzw. ψυχή, siehe Psyche) bedeutet im weitesten Sinne Geistigkeit und kann eine auf Geistiges aller Art oder im engeren Sinn auf Geistliches in spezifisch religiösem Sinn ausgerichtete Haltung meinen. Spiritualität im spezifisch religiösen Sinn steht dann auch immer für die Vorstellung einer geistigen Verbindung zum Transzendenten, dem Jenseits oder der Unendlichkeit.

Egal, welche Definition ich mir ansehe - für mich als absolut Nichtgläubiger, Nichtreligiöser Mensch sind beide Definitionen, die jemand leben würde, ein Grund zum Davonlaufen. Ich kann damit überhaupt nichts anfangen, und verstehe auch Männer, die da flüchten!
 
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  • #32
AW: Warum fürchten dich so viele Männer vor Spiritualität und Selbsterfahrung??

Hallo lovecat,

meiner Meinung nach ist nicht die Spiritualität das Problem, sondern wie man an das Thema herangeht. Die Gefahr ist sehr groß, dass man irgendwann einmal "abhebt" und den Blick fürs reale Leben verliert.
Ich bezeichne mich auch als spirituell, versuche aber immer gut geerdet zu bleiben. Wenn Mann dann auf eine Frau trifft, die schon "fliegt", ist es schwer, damit zurecht zu kommen.
Aber ich glaube, es ist bei vielen Lebenssituationen so. Alles, was übertrieben wird, ist auf Dauer nicht gut - nicht für einen selbst und schon gar nicht für die Partnerschaft.

Liebe Grüße
MAndreas
 
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  • #34
AW: Warum fürchten dich so viele Männer vor Spiritualität und Selbsterfahrung??

@lovecat,

Meiner Meinung nach ist Spiritualität ein Versuch, Antworten auf Fragen zu erhalten, die nicht beantwortet werden können. Ich habe mich damit abgefunden, dass die Beantwortbarkeit physikalischen Grenzen unterliegt.

Meine Angst ist dann, dass Konflikte aufgrund der unterschiedlichen Weltbilder vorprogrammiert sind.
 
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  • #35
AW: Warum fürchten dich so viele Männer vor Spiritualität und Selbsterfahrung??

Vielleicht schlechte Erfahrungen damit? Weltfremdheit, Abtriften in esoterische Illusionen?
Es kommt sicherlich darauf an, was man bzw. frau unter Spiritualität versteht.
Ich als Frau habe mich auch einmal (früher) mit Esoterik und Ähnlichem beschäftigt, habe aber schnell erkannt, dass mir das nicht wirklich etwas gebracht hat und möchte heute verschont werden damit - für mich ist das nichts, ich halte es für Verblendung, es hängt nur einen wunderschönen rosaroten Schleier über die Tatsachen und verhindert, dass man der Wirklichkeit und Wahrheit näher kommt und sich entwickelt im Leben. Außerdem ist es eine riesige Geldmache! Ich kenne auch einige Frauen, auch Männer, die sprechen inzwischen von satanischen Einflüssen und allem Möglichen und weisen damit ihre Verantwortung für ihr Leben und Tun von sich. Das mag bequem sein, hilft ihnen aber wahrscheinlich nicht wirklich weiter.
Selbsterfahrung hat den Touch von Egoismus, ganz einfach. Sich vermehrt mit sich selbst beschäftigen heißt zwangsläufig Zeit und Kraft von anderen Menschen, Dingen, Beziehungen und Vorhaben abzuziehen. Ich empfehle jeder Frau, die eine Selbstfindungskrise hat, ein Kind! Dann hat sie eine Aufgabe, die lohnt!
 
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  • #36
AW: Warum fürchten dich so viele Männer vor Spiritualität und Selbsterfahrung??

Zitat von Novacita:
Ich empfehle jeder Frau, die eine Selbstfindungskrise hat, ein Kind! Dann hat sie eine Aufgabe, die lohnt!
Oh Gott, die armen Kinder! Wenn eines unter gar keinen Umständen als Problemlösungsstrategie taugt, dann sind es Kinder. In einer Situation der Krise, des persönlichen Zweifels ein Kind - DAS ist wirklich eine Schandtat! Störungen und Verhaltensauffälligkeiten sind damit vorprogrammiert.
 
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  • #37
AW: Warum fürchten dich so viele Männer vor Spiritualität und Selbsterfahrung??

Zitat von lovecat:
Hallo liebe Community.

Folgende Frage beschäftigt mich. Ich bin ein Mensch der sich viel mit sich selbst beschäftigt und Spiritualität ist ganz wichtig für mich.

Die meisten Männer haben aber davor große Angst. Zumindest würde ich sagen, daß der Hauptgrund für Trennungen oft der ist, daß sich Frauen mit dem Thema intensiv auseinandersetzen und unglücklich werden bzw. ihren Partner verlassen weil sie keine Unterstützung finden und meistens mur belächelt werden.

Also meine Frage an Euch Männer wovor fürchtet ihr Euch so sehr???

Das habe ich noch nie mitbekommen. Allerdings könnte ich es von Seiten eines Mannes verstehen, sich unter Umständen sogar zu trennen, wenn eine Partnerin nur noch auf der Esoterikschiene fährt.
 
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  • #38
AW: Warum fürchten dich so viele Männer vor Spiritualität und Selbsterfahrung??

[,QUOTE]Hallo

kann mir mal jemand erklären, warum hier Selbsterfahrung und Spiritualität so oft in einem Atemzug genannt werden, so als wären sie untrennbar miteinander verbunden? Ich erlebe das nämlich durchaus anders. Für mich kann Selbsterfahrung ohne Spiritualität auskommen und Spiritualität ohne Selbsterfahrung.[,/QUOTE]

Liebe Carlo

Mein Weg hat mir gezeigt daß das für mich zusammengehört.

Ich habe mich intensiv mit dem Körper auseinandergesetzt eigentlich seit Kindesbeinen an. Bin von einer sehr medizinisch wissenschaftlichen Richtung auf den zeitgenösischen Tanz gestoßen, und habe dadurch meinen Körper ganz neu kennenlernen dürfen. Und über diese Schiene der Selbsterfahrung ist mir meine Spiritualität sehr bewußt geworden.

Mir ist Bewußt das dies ein Markt ist und das es enorm viele Menschen gibt die diesen Melken wollen. Wie so vieles andere. Wir Lenen in einer Marktwirtschaft und darum geht es. Aber es sollte uns schon auch bewußt sein, das Spiritualität kein Trend ist, sondern ein Grundbedürfnis, das in den letzten Jahrhunderten zerstört wurde. Hexenverbrennungen Inquisition das alles hat dazu beigetragen das viel an Wissen verloren gegangen ist, daß wir uns nun mühsam zurückerobern können.

Ich habe das Glück mit Menschen in Kontakt zu sein die sehr in sich ruhen und sich selbst genau reflektieren. Das gibt mir Viel Kraft und schafft den Rahmen mich frei zu entfalten.

Menschen die abheben sehr egoistisch sind abheben und von ihrer Umgebung Energie ziehen kenne ich auch. Allerdings ist das meiner Meinung nach mehr eine Persönlichkeitssache als eine Frage der Spirituellen Ausrichtung.

Sehr interessant finde ich bei dieser Diskusion, daß Männer es schaffen durchaus sachlich zu bleiben während Frauen mich gerne dazu bewegen würden mich oder das was ich schreibe zu verändern.

Dazu möchte ich anmerken das meine Frage zu meiner Zufriedenheit beantwortet wurde. Ich finde es wichtig solche Themen anzusprechen zu diskutieren weil hier viel Verwirrung herrscht auch bei mir. Klarheit kommt über das schreiben die Auseinandersetzung mit den Themen. Bei mir funktioniert das so. Im wahren Leben bin ich Expertin und kann mir unsicherheiten nicht erlauben, in der virtuellen Welt ist es für mich ok nicht immer zu wissen worum es geht, und ich merke das ist eine Qualität die ich auch an anderen Schätze sich trauen nicht zu wissen.
 
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  • #39
AW: Warum fürchten dich so viele Männer vor Spiritualität und Selbsterfahrung??

Zitat von equinox:
Oh Gott, die armen Kinder! Wenn eines unter gar keinen Umständen als Problemlösungsstrategie taugt, dann sind es Kinder. In einer Situation der Krise, des persönlichen Zweifels ein Kind - DAS ist wirklich eine Schandtat! Störungen und Verhaltensauffälligkeiten sind damit vorprogrammiert.

Ich glaube, dass eine Frau in dem Moment umschaltet - vom Egoismus weg zur Hingabe an das Kind. Vielen Frauen scheint eine Aufgabe zu fehlen, etwas, worin sie aufgehen können. Das kann durchaus ein Kind sein. (Und zu dem Argument "Störungen und Verhaltensauffälligkeiten": Kinder sind zu allen Zeiten geboren worden, aufgewachsen, groß geworden, mitten im Krieg, in Zeiten großer Umbrüche und Nöte.Sie sind deshalb nicht alle gestört oder verhaltensauffällig. Die Lebenskraft ist größer als wir ihr zutrauen.)
 
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  • #40
AW: Warum fürchten dich so viele Männer vor Spiritualität und Selbsterfahrung??

Zitat von Bruce:
Meine Angst ist dann, dass Konflikte aufgrund der unterschiedlichen Weltbilder vorprogrammiert sind.

Wenn man anerkennt, dass keins dieser Weltbilder die Wahrheit weiß, für sich die Wahrheit beanspruchen kann, dann kann das doch ein sehr befruchtender Austausch werden. Ich selbst erkenne immer mehr, dass alles, was wir wissen, mehr als vage ist, und alles, wovon ich meinte überzeugt zu sein, was es zu verteidigen gilt, letztlich null und nichtig ist. Wir leben hier unsere begrenzte Zeit auf Erden und mehr geht nicht. Wenn wir klug sind, machen wir uns diese Zeit nicht zusätzlich schwer.
 
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  • #41
AW: Warum fürchten dich so viele Männer vor Spiritualität und Selbsterfahrung??

Hallo Novacita,

Wenn man aufgeschlossen ist, dann ist Spiritualität doch etwas vom Ersten das für die Wahrheitsfindung wegfällt, weil es überhaupt keine Ursache-Wirkungs-Ketten belegen kann.
Es wird eine Wunsch-Wahrheit postuliert und die Wirklichkeit wird verdrängt.

Die aktuell effektivste Methode zur Wahrheitsfindung ist Wissenschaft. Wenn man sich die Mühe macht und sich mit der historische Entwicklung befasst, dann sind Spiritualität, Religion, Diskurs, Philosophie wegbereitende Entwicklungsschritte zur Wissenschaft.

Das grosse Manko der meisten Spiritualitäts-, Religions- und Esoterik-Lehren sind deren Borniertheit. Wissenschaft ist eine der wenigen Lehren die selbstkritisch sind und sich weiter entwickeln. Erkenntnisse werden laufend hinterfragt und die Ergebnissen belegt. Erkenntnisse können umgestürzt werden, wenn sie neuen Belegen nicht stand halten.

Die Erkenntnisse, welche man mit der Wissenschafts-Lehre finden kann, sind leider oft "hart". Somit nicht unbedingt schön oder erfüllend. Dafür sind sie meist hilfreicher als diejenige anderer Lehren - zumindest was praktische Dinge anbelangt.
 
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  • #42
AW: Warum fürchten dich so viele Männer vor Spiritualität und Selbsterfahrung??

Liebe lovecat,

vielen Dank, dass du dich meiner Frage angenommen hast.

Zitat von lovecat:
... Bin von einer sehr medizinisch wissenschaftlichen Richtung auf den zeitgenösischen Tanz gestoßen, und habe dadurch meinen Körper ganz neu kennenlernen dürfen. Und über diese Schiene der Selbsterfahrung ist mir meine Spiritualität sehr bewußt geworden. ...

Leider verstehe ich daraus immer noch nicht, was genau du meinst. Was ist denn für dich Spiritualität, wie spürst du das, was macht es für dich anders?

Zitat von lovecat:
... Sehr interessant finde ich bei dieser Diskusion, daß Männer es schaffen durchaus sachlich zu bleiben während Frauen mich gerne dazu bewegen würden mich oder das was ich schreibe zu verändern...

Das nehme ich so nicht wahr. Ich lese aber auch nicht in diesen Kategorien ? ;-)) Es gibt hier einige Schreiber, die einfach verstehen wollen, was du meinst und nachfragen, andere schildern Erfahrungen, die deine Eingangsfrage beantworten könnten. Deine Frage impliziert halt, dass du mit etwas unzufrieden bist und es gerne ändern möchtest. Da versuchen manche, dir zu helfen. ;-)

LG
Carlo
 
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  • #43
AW: Warum fürchten dich so viele Männer vor Spiritualität und Selbsterfahrung??

Liebe Carlo

Danke für Deine Antwort.

Ich werde versuchen Deine Frage zu präzisieren. Es ist etwas sehr persönliches für mich und ich denke das ist der Hauptgrund weshalb ich noch nicht so Konkret geworden bin.

Kennst du Momente wo es dir richtig richtig schlecht geht???

In diesen Momenten habe ich begonnen in die Natur zu gehen. Mir einen Platz gesucht der mir Kraft gibt. Zu meditieren.

Irgendwann habe ich mich sehr verbunden gefühlt mit Allem und für mich war klar es gibt einen Gott. Vielleicht ist es auch nur mein Unterbewußtes das mit mir Kommuniziert. Aber persönlich glaube ich seither, daß es einen Gott gibt, der einem Hilfreich zur Seite steht und Kraft spendet in Zeiten in denen man Hilfe braucht. Ich muß ihn nur bitten.

Das ist mein persönlicher Bezug zum Glauben. Weil es für mich funktioniert.

Ich glaube nicht daß es der einzige Weg ist im Moment ist es der Weg der für mich gut funktioniert.

Ich habe meine Frage bzgl Spiritualität und Selbsterfahrung auch nicht aus Frustration gestellt, sondern aus reinem Interesse.

Es interessiert mich tatsächlich wie die Breite Masse über dieses Thema denkt.

Ich bewerte das auch nicht. Vieles was hier beschrieben wird kann ich sehr gut nachvollziehen. Auch ich finde vieles in dieser Esoterischen Welt schwierig,weil es ein schnell wachsender extrem lukrativer Markt ist, der sich vom Leid anderer Menschen ernährt.

Wenn Menschen schlicht weg an gar nix glauben Atheisten, Agnostiger finde ich das eigentlich mutig. Natürlich ist es ein Stückweit auch schwer nachzuvollziehen für mich weil das einfach so etwas zentrales in meinem Leben ist und mir viel Halt gibt. Mir vorzustellen ich bin komplett Grundlos auf dieser Welt und irgendwann sterbe ich dann ist es aus Ende nix weiter, das schaff ich nicht. Aber ich kenne viele Menschen die nicht glauben mit denen ich unglaublich bereichernde Gespräche führen kann.

Wo meine persönliche Grenze ist: wenn man miteinander nicht wertschätzend umgeht. Jemanden für seinen Glauben welcher Art auch immer runterzumachen auszulachen oder anzufeinden, das finde ich nicht schön und da merke ich auch daß ich mich davon distanzieren will.

Wenn jeder glauben darf was er glauben will und sich auch mit andersgläubigen darüber austauschen kann, dann wäre diese Welt friedlicher davon bin ich überzeugt.

Liebe Carlo ich hoffe du kannst damit was Anfangen und es ist klar genug. Ich schreibe am I phone und das ist ein wenig schwierig die richtigen Tasten zu erwischen und den Überblick zu bewahren.
 
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  • #44
AW: Warum fürchten dich so viele Männer vor Spiritualität und Selbsterfahrung??

Liebe lovecat,

ich freue mich über unseren interessanten Dialog!

Zitat von lovecat:
... In diesen Momenten habe ich begonnen in die Natur zu gehen. Mir einen Platz gesucht der mir Kraft gibt. Zu meditieren.

Irgendwann habe ich mich sehr verbunden gefühlt mit Allem und für mich war klar es gibt einen Gott. ....

Ja, ich kenne solche Momente. Schon als Kind habe ich mich von der Schönheit der Natur so getröstet gefühlt. Ob man das, was ich dort tat, also einfach da sein und die Natur anschauen, meditieren nennt, weiß ich nicht.

Und: ich ziehe eine ganz andere Schlussfolgerung aus diesem Erleben, als du. Ich habe in diesen Momenten immer das Gefühl, dass dieses ganze „Wüten“ unseres Alltagslebens, von mir abfällt. Alles scheint einfach. Leben und Tod, wie alles zusammen hängt, es kommt, wie es kommt. Eine ganz große Parabel über das Leben.

Und die Kraft, die ich daraus dann ziehe, um mich wieder den kleinen und großen Sorgen zu stellen, spüre ich eher aus mir selbst, denn von einer äußeren Kraft. Diese Momente helfen mir halt, Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden und dann wird alles andere ganz klar

Gerade habe ich wieder meinen Kompost umgesetzt. Im letzten Jahr um die gleiche Zeit hat mich diese Arbeit wieder mehr „geerdet“, denn ich hatte mein Herz an einen Mann gehängt, der für mich nicht zu haben war. In dieser Arbeit in der Natur, mit dem Kommen und Gehen und der Schönheit der natürlichen Prozesse vor Augen, stand plötzlich alles ganz klar vor mir, worum ich vorher Wochen gerungen hatte. Er wollte mich nicht wirklich und ich musste mich weiter auf die Suche machen. Alles Klagen und Selbstmitleid wich plötzlich einer Klarheit und Stärke, die sich befreit und leicht anfühlte.

Ich glaube ja, dass unser Gehirn, das es uns ermöglicht hat, so erfolgreich die Erde zu erobern, manchmal viel zu viele Gedanken um Dinge, die uns sehr beschäftigen macht. Meine Lebenserfahrung zeigt mir, dass wirklich schöne und geniale Dinge (und Wesen) immer ganz einfach sind. Oft ist es aber nötig, eine Phase der Unordnung und Sammlung zu überwinden.

Puhh !! Welch ein Erguss.

Zitat von lovecat:
... Es interessiert mich tatsächlich wie die Breite Masse über dieses Thema denkt. ... .

Ich bin sicher nicht die breite Masse. Und, ich verstehe mich als Agnostikerin. Ich glaube, dass der Begriff „Spiritualität“ in der Tat vergiftet ist von den esoterischen, dogmatischen, religiösen und wohl noch vielen anderen Vereinnahmungen. Das ist ja so einfach. Dieses Gefühl, das du beschreibst haben doch die meisten Menschen. Dieses Gefühl, eines größeren Ganzen, zu dem man sich zugehörig fühlen kann. Und die Frage nach dem, wo kommt es her, macht viele Menschen so einnehmbar. Die Religionsgeschichte schreibt davon viele traurige Kapitel. Es scheint schwerer, einfach bis zum Beweis des Gegenteils mal davon auszugehen, dass es keinen höheren, „spirituellen“ Sinn gibt außer der Schönheit der Natur, der Welt, der Kooperation, der Kommunikation, der Liebe... Studien zufolge leben Menschen, die sich selbst als „gläubig“ bezeichnen, glücklicher und länger. ;-)


Zitat von lovecat:
... Wo meine persönliche Grenze ist: wenn man miteinander nicht wertschätzend umgeht. Jemanden für seinen Glauben welcher Art auch immer runterzumachen auszulachen oder anzufeinden, das finde ich nicht schön und da merke ich auch daß ich mich davon distanzieren will. ... .

Das würde ich für mich auch so sagen. Aber: weiß ich wirklich, wie mich andere in jeder Situation wahrnehmen?? Da ist mir das Forum ein guter Lehrmeister. Mir ist hier schon mangelnde Wertschätzung vorgeworfen worden von Mitforisten und an Stellen, wo ich es gar nicht erwartet habe.

Ich denke, es ist schwer, immer von allen verstanden und politisch korrekt wahrgenommen zu werden und wenn, dann kommt so´n Einheitssprech raus, wie bei unseren Politikern. Es ging ja jetzt durch alle Medien, wie positiv der (kontrollierte) Wutausbruch von Herrn Steinmeier von so vielen aufgenommen wird. Klar in der Sache, freundlich im Ton scheint eine einfache Regel, ist aber nach meiner Erfahrung schwer umzusetzen, wenn wirklich unterschiedliche Wertesysteme miteinander in Kontakt kommen. Das ist für mich aber das Interessante hier am Forum. Ich glaube, dass ich mich hier mit Menschen austauschen kann, die ich im RL so nicht treffen würde.

Ich wünsche Dir noch einen sehr schönen Sonntag!!

LG
Carlo
 
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vhe

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  • #45
AW: Warum fürchten dich so viele Männer vor Spiritualität und Selbsterfahrung??

Zitat von lovecat:
Folgende Frage beschäftigt mich. Ich bin ein Mensch der sich viel mit sich selbst beschäftigt und Spiritualität ist ganz wichtig für mich.
Hm. Also in einer Beziehung würde ich mich ja mehr mit der Partnerin beschäftigen wollen als mit mir selbst...

Zitat von lovecat:
Die meisten Männer haben aber davor große Angst.
Nee, wir halten nur diese ganze Esoterikkiste für Unsinn und Betrug.

Zitat von lovecat:
Also meine Frage an Euch Männer wovor fürchtet ihr Euch so sehr???
Das ist keine Furcht sondern Ärger darüber, dass die Frau, die man liebt, auf diesen ganzen Blödsinn hereingefallen ist.

Zuzuschauen, wie eine Person, die man liebt, Leben und Gesundheit riskiert, weil sie irgendeinem Wunderheiler auf den Leim gegangen ist, fühlt sich für mich ähnlich an, wie wenn jemand auf einmal mit Rauchen anfängt. Wenn ich damit rechnen muß, dass sie früher oder später selbstverschuldet an Krebs stirbt, suche ich emotionalen Abstand, um mich da nicht mit runterziehen zu lassen. Und emotionaler Abstand tut keiner Beziehung gut.

Wenn ich jemanden kennenlerne, versuch ich auch meistens, das mit der "Spiritualität" recht schnell herauszubekommen, damit ich mich noch (höflich) verabschieden kann, ohne dass es beiden weh tut.
 
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  • #46
AW: Warum fürchten dich so viele Männer vor Spiritualität und Selbsterfahrung??

Zitat von lovecat:
In diesen Momenten habe ich begonnen in die Natur zu gehen. Mir einen Platz gesucht der mir Kraft gibt. Zu meditieren.

Das finde ich schon mal sehr gut.


Zitat von lovecat:
Irgendwann habe ich mich sehr verbunden gefühlt mit Allem und für mich war klar es gibt einen Gott. Vielleicht ist es auch nur mein Unterbewußtes das mit mir Kommuniziert. Aber persönlich glaube ich seither, daß es einen Gott gibt, der einem Hilfreich zur Seite steht und Kraft spendet in Zeiten in denen man Hilfe braucht. Ich muß ihn nur bitten.

Das sind eben Aussagen, wo ich Konflikte im Weltbild sehe.
Wenn diese Gottheit es allen recht machen will, dann muss sie doch sehr schnell in Interessenskonflikte kommen. Und schon haben wir den Salat.
 
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  • #47
AW: Warum fürchten dich so viele Männer vor Spiritualität und Selbsterfahrung??

Lieber Bruce.

Deine Frage nach dem Interssenskonflikt den du ansprichst, der im lieben Gott entsteht wenn alle um etwas bitten ist leicht geklärt. Er kümmert sich um die, die am lautesten Beten:) Eine neue Seminaridee powerbeten:) Bringt sicher viel Geld:)

Ok Spaß beiseite. Deine Frage ist durchaus berechtigt, ich kann sie dir nicht beantworten, es funktioniert für mich. Nicht bei allem aber doch bei vielen.

Das ist so die Sache am Glauben, rational begreifbar ist er nicht.

Es gibt tatsächlich ein Paar Studien.

In einer wurde für Krebspatienten gebetet, und die Heilungsrate stieg in der Versuchsgruppe an.

In der anderen haben 10000 von Menschen sich in Washington versammelt und gemeinsam gebetet . An dem Tag ist kein einziges Verbrechen begangen worden.

Kann man das Rational erklären, schwer. Das ist Glaube.

Was ich persönlich schwierig find sind all die Kriege die aus Glaubensgründen ausgefochten werden. Das steht so im kraßen Gegensatz zu dem was eigentlich geprädigt wird.

Grundsätzlich geht es in Glaubensgemeinschaft egal welcher Art ja darum ein friedliches Miteinander zu ermöglichen. Das ist meine Interpretation des Ganzen.

Wenn man sich dann beginnt darüber zu streiten wer recht hat, dann stimmt etwas nicht.

Aber wie geht man damit um??
 
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  • #48
AW: Warum fürchten dich so viele Männer vor Spiritualität und Selbsterfahrung??

Lieber vhe

Diese Dinge kann ich nachvollziehen denn die Esoterik ist ein derartig weites Feld mit dem sich gut Geld machen läßt.

Was genau ist denn für dich Blödsinn??

Im großen und ganzen scheinen die meisten Esoterikgegner ( ich nenne es mal so ) schlechte Erfahrungen damit gemacht haben. Hauptsächlich fallen mir zwei Dinge auf die sich zu wiederholen scheinen.

a) Es ist nicht mehr möglich mit den Partner in Kontakt zu gehen, weil der nur noch suf seinen Guru hört.

b) es kommt zu Ausgrenzung wenn man nicht auf den Zug aufspringt und dann entstehen unlösbare Konflikte die mit Trennung enden.

Kann man das so sagen??
 
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  • #49
AW: Warum fürchten dich so viele Männer vor Spiritualität und Selbsterfahrung??

Zitat von lovecat:
.... Grundsätzlich geht es in Glaubensgemeinschaft egal welcher Art ja darum ein friedliches Miteinander zu ermöglichen. ....

Ja vielleicht untereinander. Aber Glaube führt aus meiner Sicht fast automatisch zur Intoleranz gegenüber anders Denkenden.

Alle Glaubenssysteme, die ich kenne - also auch der Glaube an Geld, esoterische Systeme, egal was - führen dazu, dass (manche) ihre(r) Mitglieder ihren Glauben gegenüber anders denkenden verteidigen. Denn Glaubenssysteme haben den Anspruch, die Welt besser zu machen. Das heißt, die Glaubenden gehen davon aus, dass sie den Schlüssel für Glück, Weisheit, Reichtum, Seligkeit im Paradies, was auch immer gefunden haben und damit stellen sie sich über alle anderen Menschen (und Kreaturen), die dies aus ihrer Sicht (noch) nicht erkannt haben. Die Vehemenz und Radikalität mit der dies getan wird ist natürlich unterschiedlich.

LG
Carlo
 
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  • #50
AW: Warum fürchten dich so viele Männer vor Spiritualität und Selbsterfahrung??

Liebe Carlo

Ich finde unsere Diskussion auch sehr schön. Danke für Deine Offenheit, das ist mir ebenfalls nicht leicht gefallen. Ich bemerke dir Angst mich verletzbar zu machen wenn ich über meinen Glauben spreche.

Im Grunde genommen haben wir das gleiche Bedürfnis, unseren Geist zur Ruhe zu bringen und einfach sein. Uns scheinen sogar die gleichen Dinge in diesen Zustand zu versetzen.
Mein Opa hat mir mal einen schönen Spruch gesagt, er war kein gläubiger Mensch.

"Es ist der Wald wie eine Kirche, geh mit Andacht nur hinein, dort Singen Vöglein frohe Liedchen, mit deinem Gott bist du allein."

Der Spruch berührt mich jedes Mal aufs Neue. Im Grunde genommen geht es vielen Menschen welchem Glauben sie auch immer angehören, wahrscheinlich darum Inneren Frieden und Kraft zu finden. Jeder findet da seinen eigenen Weg, viele brauchen wahrscheinlich einen Bergführer und das wird tatsächlich oft ausgenutzt.
Egal was man tut die Selbstreflexion ist durchaus wichtig blindlings auf jemanden vertrauen und sich nie zu hinterfragen paßt das noch für mich, will ich da überhaupt hin wo der mich hinbringt??, solche Fragen sind wichtig.

Wir leben in einer Zeit der Fülle und der unbegrenzten Möglichkeiten da ist es wirklich schwierig zu differenzieren was seriös ist und was nicht.

Das macht aber auch den Reiz aus. Wir können experimentieren, spielen, ausprobieren. Das alleine finde ich unglaublich schön.

Schönen Montagabend
 
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  • #51
AW: Warum fürchten dich so viele Männer vor Spiritualität und Selbsterfahrung??

Zitat von carlo:
Ja vielleicht untereinander. Aber Glaube führt aus meiner Sicht fast automatisch zur Intoleranz gegenüber anders Denkenden.

Alle Glaubenssysteme, die ich kenne - also auch der Glaube an Geld, esoterische Systeme, egal was - führen dazu, dass (manche) ihre(r) Mitglieder ihren Glauben gegenüber anders denkenden verteidigen. Denn Glaubenssysteme haben den Anspruch, die Welt besser zu machen. Das heißt, die Glaubenden gehen davon aus, dass sie den Schlüssel für Glück, Weisheit, Reichtum, Seligkeit im Paradies, was auch immer gefunden haben und damit stellen sie sich über alle anderen Menschen (und Kreaturen), die dies aus ihrer Sicht (noch) nicht erkannt haben. Die Vehemenz und Radikalität mit der dies getan wird ist natürlich unterschiedlich.

LG
Carlo

Da hast du recht. Und das ist für mich so unverständlich weil der Kern der meisten Religiösen Gemeinschaften ja Liebe ist oder sein sollten, die Eigendynamik die in Gruppen und Gemeinschaften entsteht, wenn es darum geht Recht zu haben ist schon sehr erschreckend.

Wie du so schön beschreibst, an irgend etwas glaubt jeder, wenn es nicht Gott ist dann Geld, Macht.... Irgendetwas treibt uns im Leben an. Und es ist schwierig anzuerkennen daß dieser Motor zu uns gehört und beim Nachbarn nicht funktioniert weil der ja seinen eigenen Motor hat.

Ich finde es gar nicht so einfach andere nicht beeinflussen zu wollen wenn doch grad was so gut funktioniert bei mir dann geht das ja bei jedem.

Diese Toleranz und Wertfreiheit zu haben Menschen wertfrei zu begegnen und Dinge einfach annehmen zu können wie sie sind, das fällt auch mir schwer.

Meine Erfahrung hat mir gezeigt, es ist nicht gut andere Verändern zu wollen das bringt nix außer Streit.
 
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  • #52
AW: Warum fürchten dich so viele Männer vor Spiritualität und Selbsterfahrung??

Daß Problem am Frieden ist, daß einiges dafür nötig ist, um ihn aufrechtzuerhalten. Wer sich ein bißchen für Politik interessiert, weiß das. Eine Menge an Auseinandersetzung, auch kämpferischer Art, ist dafür nötig. Komplex ist das auch. Und da hakts eben bei vielen Simplizitätsfans. Die haben schon ganz recht, Krieg = böse. Aber sie scheuen Verständnis und Mühe der Auseinandersetzung. Deswegen kommt so häufig so ne Gleichschaltung der bloß an sich selbst INteressierten heraus. Das ist doch die Tragik.

Demokratie ist ja das geringste Übel, wie man so sagt. Und Demokratie baut auf Auseinandersetzung. Und es ist kein Wunder, daß unter den FEinden der Auseinandersetzung gerade umso mehr Einteilung der Menschen in die Guten und die Bösen, die "Besonderen" und die "Normalen" erfolgt und die "Besonderen" sich dem etwas aufmerksameren Blick als so sehr gleichschaltet präsentieren.

Demokratie, Toleranz usw. bedeuten übrigens nicht: Jeder hat seine Wahrheit und die eine ist so gut wie die andere und alles ist gleich und egal und jeder kann sich ja ohnehin nur um seine eigenen Angelegenheiten kümmern und man wollte ja nur mal so seine Meinung sagen, aber die gehe andere eigentlich gar nichts an, weil jeder hat ja seine eigene daheim im Nachttisch und hauptsache, jeder werde mit seiner Meinung glücklich. Sondern: jeder hat eine Stimme und darf seine Meinung auch äußern, unabhängig von ihrer Wahrheit oder Falschheit.
Diese Differenz wird leider oft übersehen und stattdessen gern das Kind mit dem Bade ausgeschüttet. Daß sie übersehen wird, dürfte auch mit der oft beklagten Politikverdrossenheit zusammenhängen und dem Rückzug in reine Innen- oder Anderswelten.

Weltanschauungen müssen keine Privatsache sein. Sie sollten auseinandersetzungsfähig sein. Wie ein Indianer kein toter Indianer sein muß, um ein guter Indianer zu sein, muß auch ein Glaubender nicht ein schweigender und zurückgezogener und ständig "ich meins ja nciht so, und es gilt ohnehin nur für mich"-Betender sein. Deswegen find ichs immer schade, wenn ich bemerke, wie Feinde gepflegter Auseinandersetzung sich ins bloße Jammern oder in Innen- und Anderswelten zurückziehen oder in performativen Selbstwidersprüchen kreisen.
Das ist im Prinzip nicht anders als in einer Paarbeziehung. Es ist niemandem zu verdenken, daß er keine Partnerschaft mehr darin sieht, wenn der andere nur noch um sich selbst kreist und jedes Interesse verloren hat, weil er gesagt bekommen hat, daß jeder nur noch sein eigener Liebhaber sein soll.
 
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  • #53
AW: Warum fürchten dich so viele Männer vor Spiritualität und Selbsterfahrung??

Liebe lovecat,

Zitat von lovecat:
Wir leben in einer Zeit der Fülle und der unbegrenzten Möglichkeiten da ist es wirklich schwierig zu differenzieren was seriös ist und was nicht.


Das finde ich auch einen ganz guten Punkt bezüglich unterschiedlichem Weltbild:

Wann wird etwas als seriös akzeptiert und wann nicht?

Da bin ich eben gar nicht der Typ, der einfach alles "glaubt" was einem da aufgetischt wird.
 
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  • #54
AW: Warum fürchten dich so viele Männer vor Spiritualität und Selbsterfahrung??

Zitat von lovecat:
..... Und das ist für mich so unverständlich weil der Kern der meisten Religiösen Gemeinschaften ja Liebe ist ....

Das ist es aus meiner Sicht eben gar nicht. Glaubenssysteme sind in meinen Augen immer von Anfang an (mindestens auch ) dazu da, Macht über andere auszuüben. Es sollen andere für das eigene Denksystem gewonnen werden, diese sollen sich unterordnen.

Wenn wir noch mal an solche Leute wie Herrn Betz denken, die sagen eben nicht: ich lebe mein Ding in erster Linie, weil es mir gut tut und ich erzähle auch anderen davon, aber was die dann damit machen ist ja ihr Ding und vielleicht lerne ich auch von denen. Nein! Er bietet Seminare und Systeme an, alles kostet Geld.

Im Zusammenhang mit unserer Diskussion ging mir noch einmal durch den Kopf, dass ich irgendwo die Information aufgeschnappt habe, dass bestimmte Urvölker bei Kontakt mit "uns" ganz unvoreingenommen und nur freundlich und neugierig sind. Das können wir uns kaum vorstellen.

Liebe Grüße
Carlo
 
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  • #55
AW: Warum fürchten dich so viele Männer vor Spiritualität und Selbsterfahrung??

Zitat von Bruce:
...Wissenschaft ist eine der wenigen Lehren die selbstkritisch sind und sich weiter entwickeln. Erkenntnisse werden laufend hinterfragt und die Ergebnissen belegt. Erkenntnisse können umgestürzt werden, wenn sie neuen Belegen nicht stand halten......


Hallo Bruce,

ja, aber: viele Vertreter der Wissenschaft glauben wirklich, dass sie die "Wahrheit"* in Händen halten und sehen für meinen Geschmack nicht immer, dass auch die Wissenschaft ein in sich geschlossenes Modell über die "Wahrheit" ist.

Als ich jünger war und auch noch selbst geforscht habe, teilte ich deinen großen Enthusiasmus über die Wissenschaft. Heute habe ich schon selbst verschiedene Dogmen sich ablösen sehen (z.T. sogar mehrfach) und habe miterlebt, wie große Schwierigkeiten die Wissenschaft hat, sich von widerlegten aber lieb gewordenen Thesen zu verabschieden. Manchmal fühlt man sich schon an Galileo erinnert....

Und ich finde auch, dass man nicht irgendeinen Bereich des Lebens zur "Wahrheitsfindung" ausschließen sollte. Mir selbst rollen sich die Fußnägel bei bestimmten esoterischen Strömungen. Aber: sie sind ja da und es gibt Menschen, die von dieser "Wahrheit" überzeugt sind. Also gehören sie doch zur "Wahrheit" unseres Lebens dazu und irgendwo wird darin ein "Wahrer" Kern stecken. Auch wenn ich mich dem genauso wenig in Gänze anschließe wie dem fundamentalistischen Islam, dem Rechtsradikalismus, dem Kreationismus, oder anderen Glaubenssystemen - nur meinem eigenen.

LG
Carlo


* Ich schreibe "Wahrheit" in "", weil es für mich DIE "Wahrheit" für uns Menschen nicht gibt. Jeder von uns hat seine eigene "Wahrheit", die vielleicht nur ein wenig, aber immerhin von der der anderen abweicht. Das macht Kommunikation so herausfordernd. Und zeigt für mich, dass wir als Menschen nicht "objektiv" sein können - sonst wären wir ja nicht Menschen...
 
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  • #56
AW: Warum fürchten dich so viele Männer vor Spiritualität und Selbsterfahrung??

Jetzt komme ich mal mit meiner "Wissenschaftswahrheit":

Zitat von lovecat:
...wurde für Krebspatienten gebetet, und die Heilungsrate stieg in der Versuchsgruppe an. ...

Als erstes müsste man hier die genauen Versuchsbedingungen und Ergebnisse kennen: Wussten die Patienten, ob für sie gebetet wurde? War der Effekt statistisch signifikant? Wie groß war er? Wie viele Studien konnten dies belegen und wie viele Studien konnten es nicht? Als "Wissenschaftlerin" würde ich sonst auf Placebo-Effekt oder Zufall tippen.

Zitat von lovecat:
...In der anderen haben 10000 von Menschen sich in Washington versammelt und gemeinsam gebetet . An dem Tag ist kein einziges Verbrechen begangen worden. ...

Wie häufig gibt es sonst in Washington kein Verbrechen? Wie viele Polizisten (die Verbrechen dokumentieren) waren unter den 10000?...

Zitat von lovecat:
...Was ich persönlich schwierig find sind all die Kriege die aus Glaubensgründen ausgefochten werden. Das steht so im kraßen Gegensatz zu dem was eigentlich geprädigt wird.worden. ...

Genau.


Carlo
 
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  • #57
AW: Warum fürchten dich so viele Männer vor Spiritualität und Selbsterfahrung??

Hallo Heike:

Zitat von Heike:
Daß Problem am Frieden ist, daß einiges dafür nötig ist, um ihn aufrechtzuerhalten. Wer sich ein bißchen für Politik interessiert, weiß das. Eine Menge an Auseinandersetzung, auch kämpferischer Art, ist dafür nötig. Komplex ist das auch. Und da hakts eben bei vielen Simplizitätsfans. Die haben schon ganz recht, Krieg = böse. Aber sie scheuen Verständnis und Mühe der Auseinandersetzung. Deswegen kommt so häufig so ne Gleichschaltung der bloß an sich selbst INteressierten heraus. Das ist doch die Tragik....

Nun meine ich ja von dir verstanden zu haben, dass dir eine herzhafte Auseinandersetzung wichtig ist. Sie scheint mir fast notwendig für die endgültige Wahrheit.

Wie wäre es denn, wenn es auch weniger kämpferisch ginge, ist das für dich denkbar?

Zitat von Heike:
... Demokratie, Toleranz usw. bedeuten übrigens nicht: Jeder hat seine Wahrheit und die eine ist so gut wie die andere und alles ist gleich und egal und jeder kann sich ja ohnehin nur um seine eigenen Angelegenheiten kümmern und man wollte ja nur mal so seine Meinung sagen, aber die gehe andere eigentlich gar nichts an, weil jeder hat ja seine eigene daheim im Nachttisch und hauptsache, jeder werde mit seiner Meinung glücklich. Sondern: jeder hat eine Stimme und darf seine Meinung auch äußern, unabhängig von ihrer Wahrheit oder Falschheit.....

Mag sein, dass nicht jede "Wahrheit" so gut ist wie die andere (meine ist in jedem Fall wahrer ;-))); die Krux ist nur: wir können nicht wirklich wissen, wer recht hat.

Ich stimme dir aber unumwunden zu, dass ich mir mehr Meinungsäußerung in allen Lebenslagen wünsche. Ich glaube jedoch, dass die Ursache deren Mangels nicht die Annahme über deren Privatheit ist. Ich wünsche mir eher, dass mehr Menschen sich wirklich eine Meinung bilden, denn dann - so meine Erfahrung - kann ich diese mit ihnen auch austauschen. Viele Menschen die ich treffe jedoch, haben große Teile ihres Denkens über die Welt von irgendwoher übernommen und sobald man etwas tiefer bohrt wird es dann schwer. Das wird übrigens von anderen bei mir genauso wahrgenommen werden, darüber habe ich keine Illusion. Die Meinungsbildung wird aber so wenig unterstützt. In tradierten religiösen Systemen zum Beispiel scheint es mir ja Ziel zu sein, den Menschen das Selbstdenken abzugewöhnen. Und es scheint sich doch in unsere Gesellschaft gerettet zu haben. Jedes Machtsystem fusst doch darauf, dass Viele eben nicht für sich selbst denken...

Ach, und: ich glaube das mit dem Um-sich-selbst-kreisen ist schon ein Thema. Aber mehr allgemein als bei den Leuten, denen es w i r k l i c h darum geht, auch mit sich selbst klar zu kommen und dem anderen wirklich begegnen zu können, also sich im anderen nicht immer nur spiegeln zu müssen. Aber das ist ein ganz anderes Thema....

LG
Carlo
 
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  • #58
AW: Warum fürchten dich so viele Männer vor Spiritualität und Selbsterfahrung??

Liebe Carlo

Das war klar das diese Frage kommt.
Ich glaube daß ich die erste Studie Krebs und Beten in der Pubmed gefunden hab.

Es war eine Doppelblindstudie. Es gab zwei Gruppen für die einen wurde gebetet für die andere nicht, und niemand wußte in welcher Gruppe er war. Das habe ich noch in Erinnerung. Es gibt einige solcher Studien eben auch auf der Pubmed meist von Psychologen durchgeführt.

Für mich ist es allerdings nicht wichtig meinen Glauben zu beweisen. Er ist meine Wahrheit ganz alleine und funktioniert für mich. Bei dem Thema Wahrheit frage ich mich ohnehin, wie definiert man denn Wahrheit. Ich gehöre nicht zu den Gläubigen die für sich in Anspruch nehmen anderen zu erklären wie sie glauben sollen. Das Jesus Christus die einzige Lösung für uns ist, oder was es da sonst noch gibt. Tatsächlich bin ich vor Jahren aus der Kirche ausgetreten, weil ich mit dieser Institution und diesem System sehr wenig anfangen kann. Ich komme auch gut klar mit Vertretern anderer Glaubensgemeinschaften. Sich mit Moslems über Gott zu unterhalten ist total spannend, irgendwann fragt man sich wo genau den jetzt der Unterschied zu unserem Glauben liegt, wenn man zum Kern vordringt. Das meinte ich auch als ich sagte im Kern jeder Religion geht es um Liebe und Verständnis, in dem Moment wo eine Institution, Geld, Macht, Menschen dazukommen vergißt man das aber.

Ich denke daß Religionen eingeführt wurden damit sich die Menschen nicht gegenseitig die Schädel einschlagen, denn dies scheint eine Veranlagung unserer Rasse zu sein.

Und die Schaffung von Göttern einem Höheren Wesen, daß dich bestraft wennst nicht spurst war und ist immer noch effektiv.

Leider haben sich Menschen schlupflöcher gesucht, wie sie sich dennoch Gegenseitig die Schädel einhauen können ohne den Zorn der Götter auf dich zu ziehen.

Deshalb ist für mich die Beschäftigung mit mir selbst so wichtig. Wenn ich mich und meine Muster kenn lauf ich nicht gefahr meinen Gegenüber blindlings meine Launen überzustülpen, sondern kann mal für mich selbst die Verantwortung übernehmen. Wenn ich aus so einem bewußtsein heraus in einen Konflikt trete, läßt sich der meist schnell lösen.
 
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  • #59
AW: Warum fürchten dich so viele Männer vor Spiritualität und Selbsterfahrung??

Zitat von carlo:
Nun meine ich ja von dir verstanden zu haben, dass dir eine herzhafte Auseinandersetzung wichtig ist. Sie scheint mir fast notwendig für die endgültige Wahrheit.

Wie wäre es denn, wenn es auch weniger kämpferisch ginge, ist das für dich denkbar?
Das, was du persönlich offenbar als so kämpferisch empfindest, hat u.a. den Vorteil, daß es dem Diskussionsparter erlaubt, ohne Anstandsverlust bei seiner eher unhaltbaren Meinung zu bleiben und statt dessen auf den Modus und den Ton der Auseinandersetzung zu schimpfen. Höchst menschenlieb, dieses Schlupfloch zu lassen. Meiner Erfahrung ist bei starker nüchterner Sachlichkeit die GEfahr hoch, daß der Gesprächspartner Amok läuft, weil er keine Möglichkeit hat, sich zu entziehen.
Und ja, es gibt auch weitere Stile. Wenn es mir angemessen scheint, lege ich sie an den Tag.

Mag sein, dass nicht jede "Wahrheit" so gut ist wie die andere (meine ist in jedem Fall wahrer ;-))); die Krux ist nur: wir können nicht wirklich wissen, wer recht hat.
Find ich wieder zu hochgestochen großartig. Zum Wissen gehört nicht irgendwie eine 100%ige abgesicherte Begründbarkeit. Ich weiß beispielsweise recht gut, daß ich gerade in dieses PS-Kästchen hier schreibe. Das ist nicht DIE Wahrheit, sondern einfach wahr. Man könnte viele unfruchtbare und kämpferische Auseinandersetzungen vermeiden, wenn man aufhörte, ständig großartig von DER Wahrheit und DEM Wissen zu sprechen, ganz gleich, ob man das für sich in Anspruch nimmt oder verkündet, daß das doch niemand habe und haben könne (und es also für diese BEhauptung selbst in Anspruch nimmt).
Stattdessen einfach wie im Alltag auch davon sprechen, daß man dieses und jenes weiß. Wenn dich jemand auf der Straße fragt, ob du die Uhrzeit weißt, wirst du ihm doch hoffentlich auch nciht antworten: "Nein, niemand kann ein wirkliches Wissen und die Wahrheit haben!" Sondern eben: auf die Uhr oder aufs Smartphone schauen, und wenn man keinen Grund hat anzunehmen, daß sie stehengelieben ist oder noch eine andere Zeitzone anzeigen, dann sagen: ja, es ist halb sechs.

Nun haben aber manche Menschen die Meinung, ja, so was wie Uhrzeit oder Form der Erde mag objektiv sein, aber es wird eben meist über etwas gestritten, was nicht objektiv ist und das ist total sinnlos. Deswegen hab ich die Politik ins Spiel gebracht, weil das Beispiel zeigt, daß es eben nicht sinnlos ist. Es gibt keinen Richter, der entscheidet, welches Parteiprogramm die meisten Wahrheiten enthält und richtig und das beste ist oder so. Aber es ist gut, daß, wer Politik betreibt, daraus nicht den Schluß zieht, daß ja jeder seine Meinung habe und die alle gleich gut und richtig seien und deswegen nichts mehr zu tun ist außer daß jeder abwechselnd mal seine Meinung sagt. Ich höre gerade bei Politiker am wenigsten diese auch im Forum ja beliebten Phrasen von "jeder hat seine Meinung und seine Wahrheit und alles sind gleich wahr und gut und jeder sollte sich nur um seine Meinung kümmern und nicht um die von anderen" usw. Politikern wird gerne viel vorgeworfen und sie führen viele unsägliche Phrasen im Mund. Ich lobe sie dafür, daß sie um gerade diese Phrase meist herumkommen.
Und wer mal näher in Politik geschaut hat, der weiß auch, daß es da oft alles andere als nur sachlich zugeht. Das gehört eben auch zur Auseinandersetzung, daß da ganze Menschen beteiligt sind und eine Vielzahl von unterschiedlichen Motiven. Und Demokratie ist glücklicherweise auch was anderes als Technokratie.

Ich stimme dir aber unumwunden zu, dass ich mir mehr Meinungsäußerung in allen Lebenslagen wünsche. Ich glaube jedoch, dass die Ursache deren Mangels nicht die Annahme über deren Privatheit ist. Ich wünsche mir eher, dass mehr Menschen sich wirklich eine Meinung bilden, denn dann - so meine Erfahrung - kann ich diese mit ihnen auch austauschen. Viele Menschen die ich treffe jedoch, haben große Teile ihres Denkens über die Welt von irgendwoher übernommen und sobald man etwas tiefer bohrt wird es dann schwer. Das wird übrigens von anderen bei mir genauso wahrgenommen werden, darüber habe ich keine Illusion. Die Meinungsbildung wird aber so wenig unterstützt.
Zur Meinungsbildung gehört eben die Auseinandersetzung, das Prüfen und wechselseitige Kritisieren. Je stärker dieses jedoch negativ konnotiert ist, desto schwächer auch die Meinungsbildungskultur. Die beliebten Phrasen a la "Jede Meinung ist gleich richtig und gut" sind Ausdruck davon. Da wird zuweilen ja von hoher Warte aus geurteilt, man könne ohnehin nie wissen, wer recht hat. Folge: also lohnt sich die Auseinandersetzung erst gar nicht.
Gegenempfehlung: siehe oben. Selbstwidersprüchliche Metadiagnosen vermeiden und einfach teilnehmen.
 
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  • #60
AW: Warum fürchten dich so viele Männer vor Spiritualität und Selbsterfahrung??

Zitat von Heike:
Zur Meinungsbildung gehört eben die Auseinandersetzung, das Prüfen und wechselseitige Kritisieren. Je stärker dieses jedoch negativ konnotiert ist, desto schwächer auch die Meinungsbildungskultur. Die beliebten Phrasen a la "Jede Meinung ist gleich richtig und gut" sind Ausdruck davon. Da wird zuweilen ja von hoher Warte aus geurteilt, man könne ohnehin nie wissen, wer recht hat. Folge: also lohnt sich die Auseinandersetzung erst gar nicht

...hm, da ist was dran.... jedoch die häufig (in meinen Augen) von Dir praktizierte Methode - den (inhaltlichen, nicht persönlichen) Gegner erst groß reden, um dadurch die Rechtfertigung für die Munition zu haben, die man dann auf ihn abfeuert - finde ich auch nicht überzeugend(er)