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  • #106
Zitat von Pit Brett:
Das gilt doch immer nur für den Moment. Niemand weiß, wie es weitergeht.

Was den Kitsch angeht: Je weniger Schattierungen jemand zu unterscheiden vermag, desto leichter ist er durch -- selbstverständlich adressatenspezifischen -- Kitsch manipulierbar.
Ich finde es eher romantisch als kitschig und eben voll verliebt. Mein Partner hat immer gesagt "zusammen sind wir unschlagbar" und das hat auch immer sehr viel drive gegeben. Ich finde es sehr schön, dass jemand das über seine Partnerin voller Überzeugung sagen kann ... bin eher bissle eifersüchtig darauf, warum auch immmer :)
 
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  • #107
Zitat von MWF:
Guten Morgen,

ich bin zwar noch neu hier und habe bis dato nur im Forum gelesen, aber dazu möchte ich dann doch auch etwas schreiben.
Warum suche ich eine neue Partnerschaft? Weil ich bereits das hatte, was man die große perfekte Liebe nennt, die Eine gefunden hatte mit der zusammen ich wie man so schön sagt, Teil etwas Besonderem war, bis der Krebs sie mir nach 16 Jahren genommen hat.
Ich hab in den ganzen Jahren Tag für Tag gespürt um wieviel besser das Leben ist, wenn man einen Menschen hat mit dem verbunden ist, mit dem man fast alles gemein hat und ja, wirklich seelenverwandt ist. Natürlich hatte ich auch Beziehungen vorher, aber gerade deshalb weiss ich, wieviel anders es ist, wenn man wirklich "die Eine" gefunden hat, mit der man sich über 16 Jahre nicht ein einziges mal wirklich gestritten hat, mit der man auch nach 16 Jahren mitten in der Fussgängerzone rumgeknutscht hat wie 2 verliebte Teenager, mit der von Jahr zu Jahr nicht jeder Tag eintöniger wurde, sondern schöner und schöner und die Verbundenheit immer weiter wuchs. Die die einem auch nach 16 Jahren wenn man morgens wach wurde und sie neben sich sah, nur durch Ihren Anblick Tag für Tag ein Lächeln auf die Lippen zauberte. Klingt kitschig, gelle? Mag sein...für die die so etwas noch nie erlebt haben, aber so etwas gibt es nunmal auch in der heutigen Zeit noch, wo fast jeder nur noch schaut, dass er selber gut wegkommt, anstatt sich daran zu erfreuen "zu geben" wenn er sieht, dass er den anderen damit glücklich macht und alleine durch diesen Anblick dann auch selbst Glück empfindet. Win Win Situation. Das ist aber wohl sehr sehr selten geworden wie ich in den 2 Wochen hier mittlerweile mitgekriegt habe.

Oben schrieb jemand, er möchte nicht alleine sterben. Das wollte meine Frau auch nicht und Ihr letzter Wunsch war es nach 6 Monaten Krankenhausaufenthalt am Stück es nochmal nach Hause zu schaffen, obwohl sie bereits seit langem im Sterbezimmer lag und die Ärzte dies als aussichtslos hinstellten. Obwohl ich zu diesem Zeitpunkt im letzten Winter selbst kurz vor dem Zusammenbruch stand, weil ich über Monate hinweg nur jeden Tag untätig an Ihrem Bett sitzen und ihre Hand halten konnte und nichtstuend zusehen mußte wie der Krebs Ihren Körper zerfrass, gab mir das eine Kraft die ich zu diesem Zeitpunkt nicht für möglich gehalten hätte und ich konnte meiner Frau diesen Wunsch erfüllen, habe sie nach Hause geholt und hatte noch 3 Tage mit Ihr, in denen sie plötzlich wieder lachte, fröhlich und glückklich war, so unglaublich sich das anhört, weil sie bei mir war, wieder in unserem Zuhause war und wir sehr viel sprechen konnten, bevor sie dann am dritten Tag in meinen Armen starb. Das Gefühl einen anderen Menschen glücklich zu machen, selbst in seiner schwerste Stunde, ist mit nichts anderem auf der Welt vergleichbar und ich will wieder einen Menschen glücklich machen, Einen der mich ebenso glücklich macht. Das ist für mich der wahre Sinn des Lebens!
Es tut mir sehr leid für dich, dass es so gekommen ist. Allerdings freut es mich umso mehr, dass du diese wunderschöne Zeit mit deiner Frau erleben durftest.

Mir ging es in meiner Beziehung/Ehe (auch 16 Jahre) ähnlich. So sollte es sich anfühlen und nicht anders.
Und daran ist nichts kitschig, sondern einfach nur schön.
 
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  • #109
Zitat von MWF:
Warum suche ich eine neue Partnerschaft? Weil ich bereits das hatte, was man die große perfekte Liebe nennt, die Eine gefunden hatte mit der zusammen ich wie man so schön sagt, Teil etwas Besonderem war, bis der Krebs sie mir nach 16 Jahren genommen hat.
Es wird schwierig für eine neue Frau in deinem Leben sein, mit dem Schatten deiner leider verstorbenen Frau zu leben und mit ihr verglichen zu werden. Was wird sein, wenn du für diese Frau wesentlich weniger empfindest oder die Beziehung zu ihr nicht ganz so perfekt ist?
 
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  • #110
Zitat von Truppenursel:
Es wird schwierig für eine neue Frau in deinem Leben sein, mit dem Schatten deiner leider verstorbenen Frau zu leben und mit ihr verglichen zu werden. Was wird sein, wenn du für diese Frau wesentlich weniger empfindest oder die Beziehung zu ihr nicht ganz so perfekt ist?
Ich habe das anders erlebt muss ich sagen - aber nur durch sehr viel Arbeit an mir und mit mir in der Form einer Trauertherapie. Und als die beendet war hat es nochmal gedauert ... jetzt bin ich irgendwie "neutralisiert", klar manchmal auch sehr traurig, gehört ja schließlich zu meiner Biographie jetzt, der frühe Tod; aber ich fühle mich ok und gebe dem NEUEN eine Chance, eben auch möglichst ohne Vergleiche, aber wie gesagt, hat länger gedauert ...
 
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  • #111
Zitat von Truppenursel:
Es wird schwierig für eine neue Frau in deinem Leben sein, mit dem Schatten deiner leider verstorbenen Frau zu leben und mit ihr verglichen zu werden. Was wird sein, wenn du für diese Frau wesentlich weniger empfindest oder die Beziehung zu ihr nicht ganz so perfekt ist?
Es wird kaum ohne Vergleiche abgehen. Nicht unbedingt mit der Person direkt. Aber zumindest mit Situationen und Stimmungen, die damals vorgeherrscht haben. Vor allem, wenn man Orte besucht, an denen man bereits mit einem geliebten Partner war.
16 Jahre im Erwachsenenleben sind eine lange Zeit. Hat man diese sehr glücklich und intensiv verbracht, sind die Nachschwingungen umso länger und stärker zu spüren.
 
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  • #112
Zitat von IMHO:
16 Jahre im Erwachsenenleben sind eine lange Zeit. Hat man diese sehr glücklich und intensiv verbracht, sind die Nachschwingungen umso länger und stärker zu spüren.
Dann sollte man ganz einfach nicht auf Partnersuche gehen, bevor diese "Nachschwingungen" ausgeklungen sind, oder... ?
 
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  • #113
Zitat von flower_sun:
Ich finde es eher romantisch als kitschig und eben voll verliebt. Mein Partner hat immer gesagt "zusammen sind wir unschlagbar" ...
So etwas sage ich auch. Bei "Sie will Ich lieben, achten und ehren, bis dass der Tod uns scheidet" ist für mich die Grenze zum Kitsch überschritten. Aber da tickt sicher jeder anders. :)
 
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  • #114
Zitat von fafner:
So etwas sage ich auch. Bei "Sie will Ich lieben, achten und ehren, bis dass der Tod uns scheidet" ist für mich die Grenze zum Kitsch überschritten. Aber da tickt sicher jeder anders. :)
Ich tickte so, dass wir genau dies bei unserer kirchlichen Heirat vermieden haben, es gab auch keine Ringe, weil die ja die unendliche Verbundenheit symbolisieren sollen. Wir waren eher nach dem Motto zusammen "so lange es gut geht" :)
 
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  • #115
Hier wird man vermutlich je nach Lebenssituation antworten. Vor kurzer Zeit hätte ich alles ganz anders gesehen. Heute überlege ich was ich mir antue, mit der Bereitschaft, mich vollkommen auf jemanden einzulassen. Erstaunlicherweise werden für mich Trennungen nicht leichter. Jedesmal zerbricht etwas von dem in mir, das mich eigentlich befähigt hat, dauerhafte, ja unendliche Beziehungen aufrecht zu erhalten. Partnerschaft ist Arbeit, aber es gehören zwei Menschen dazu, wenn sie erhalten werden soll. Ich verliere mit der Zeit und den gemachten Erfahrungen meinen Glauben an die Möglichkeit und die Sinnhaftigkeit unendlicher Beziehungen. Ich denke, ich verliere einfach die Fähigkeit dazu. Meine Eltern und Großeltern, auch die Geschwister meiner Eltern führen und führten Ehen, die bis in den Tod andauern. Es gibt ein Auf und Ab, aber sie lieben / liebten sich...bis zum Schluss. Von ihnen habe ich als Kind gelernt, wie Partnerschaft funktioniert und konnte es. Aber das genügt nicht mehr. Das Angebot der bunten Börsen ist immens und gerade für Männer sehr verlockend. Es ist so leicht, sich nebenher umzusehen und weiter zu vergleichen. Ich habe das nie gemacht. Es dauert Zeit, bis ein Partner wirklich zum Lebensgefährten für mich wird. Mein Modell war, meine Zeit auch dahingehend zu investieren. Das war ein Fehler. Ich denke, das Modell "bis zum Lebensende" ist ausgestorben. Wir haben es uns zerstört. Wir arbeiten nun daran, Beziehungen zu führen, die möglichst wenig Investitionen fordern und die es uns erlauben, jederzeit ohne große emotionale Schäden auszusteigen. Wenn ich meine letzte Trennung endlich überwunden habe, werde ich mich ebenfalls an diese Arbeit begeben..aus Selbstschutz.
 
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  • #116
Zitat von fafner:
Nicht nur das, es scheint auch auf die Situation anzukommen. Über die Hochzeit des Sohnes einer Mitarbeiterin gibt's ein herrliches Kitschvideo. Fremde Sprachen, Palmen, exotische Gesichter, Große Garderobe, große Gesten -- da fand ich, es hätte was gefehlt, wenn das nicht gekommen wäre.

I, ... take thee ... to my wedded Wife/Husband, to have and to hold from this day forward, for better for worse, for richer for poorer, in sickness and in health, to love and to cherish, till death us do part.

(Englisch ist, wie so oft, die gemeinsame Sprache des Paares). Gewundert hat mich bloß, dass bei einer katholischen Trauung der Text aus dem Book of Common Prayer genommen wurde, wenn auch nicht vollständig. Trotzdem: Für feuchte Augen eine ganz wunderbare Zeremonie.
 
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  • #118
Zitat von Sieben:
Hier wird man vermutlich je nach Lebenssituation antworten. Vor kurzer Zeit hätte ich alles ganz anders gesehen. Heute überlege ich was ich mir antue, mit der Bereitschaft, mich vollkommen auf jemanden einzulassen. Erstaunlicherweise werden für mich Trennungen nicht leichter. Jedesmal zerbricht etwas von dem in mir, das mich eigentlich befähigt hat, dauerhafte, ja unendliche Beziehungen aufrecht zu erhalten. Partnerschaft ist Arbeit, aber es gehören zwei Menschen dazu, wenn sie erhalten werden soll. Ich verliere mit der Zeit und den gemachten Erfahrungen meinen Glauben an die Möglichkeit und die Sinnhaftigkeit unendlicher Beziehungen. Ich denke, ich verliere einfach die Fähigkeit dazu. Meine Eltern und Großeltern, auch die Geschwister meiner Eltern führen und führten Ehen, die bis in den Tod andauern. Es gibt ein Auf und Ab, aber sie lieben / liebten sich...bis zum Schluss. Von ihnen habe ich als Kind gelernt, wie Partnerschaft funktioniert und konnte es. Aber das genügt nicht mehr. Das Angebot der bunten Börsen ist immens und gerade für Männer sehr verlockend. Es ist so leicht, sich nebenher umzusehen und weiter zu vergleichen. Ich habe das nie gemacht. Es dauert Zeit, bis ein Partner wirklich zum Lebensgefährten für mich wird. Mein Modell war, meine Zeit auch dahingehend zu investieren. Das war ein Fehler. Ich denke, das Modell "bis zum Lebensende" ist ausgestorben. Wir haben es uns zerstört. Wir arbeiten nun daran, Beziehungen zu führen, die möglichst wenig Investitionen fordern und die es uns erlauben, jederzeit ohne große emotionale Schäden auszusteigen. Wenn ich meine letzte Trennung endlich überwunden habe, werde ich mich ebenfalls an diese Arbeit begeben..aus Selbstschutz.
Liebe Sieben,

Das war kein Fehler. Und du wirst das auch nicht in Zukunft anders planen können, wenn du authentisch bleiben willst...!!!
Ich bin jedenfalls in einer Lebenssituation, in der ich daran glaube, dass sich Arbeit und Investition in einer Beziehung lohnt (aber das weißt du ja...;-)),
lieber Gruß
 
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  • #119
Zitat von Sieben:
Hier wird man vermutlich je nach Lebenssituation antworten. Vor kurzer Zeit hätte ich alles ganz anders gesehen. Heute überlege ich was ich mir antue, mit der Bereitschaft, mich vollkommen auf jemanden einzulassen. Erstaunlicherweise werden für mich Trennungen nicht leichter. Jedesmal zerbricht etwas von dem in mir, das mich eigentlich befähigt hat, dauerhafte, ja unendliche Beziehungen aufrecht zu erhalten. Partnerschaft ist Arbeit, aber es gehören zwei Menschen dazu, wenn sie erhalten werden soll. Ich verliere mit der Zeit und den gemachten Erfahrungen meinen Glauben an die Möglichkeit und die Sinnhaftigkeit unendlicher Beziehungen. Ich denke, ich verliere einfach die Fähigkeit dazu. Meine Eltern und Großeltern, auch die Geschwister meiner Eltern führen und führten Ehen, die bis in den Tod andauern. Es gibt ein Auf und Ab, aber sie lieben / liebten sich...bis zum Schluss. Von ihnen habe ich als Kind gelernt, wie Partnerschaft funktioniert und konnte es. Aber das genügt nicht mehr. Das Angebot der bunten Börsen ist immens und gerade für Männer sehr verlockend. Es ist so leicht, sich nebenher umzusehen und weiter zu vergleichen. Ich habe das nie gemacht. Es dauert Zeit, bis ein Partner wirklich zum Lebensgefährten für mich wird. Mein Modell war, meine Zeit auch dahingehend zu investieren. Das war ein Fehler. Ich denke, das Modell "bis zum Lebensende" ist ausgestorben. Wir haben es uns zerstört. Wir arbeiten nun daran, Beziehungen zu führen, die möglichst wenig Investitionen fordern und die es uns erlauben, jederzeit ohne große emotionale Schäden auszusteigen. Wenn ich meine letzte Trennung endlich überwunden habe, werde ich mich ebenfalls an diese Arbeit begeben..aus Selbstschutz.
Hallo Sieben !
Ich nehme auch Veränderungen über die Jahre wahr, aber ich interpretiere es anders als du. Ich glaube nicht, dass die Internetbörsen so einen großen Einfluss haben, dass sie Lebenszeit-Modelle zerstören.
Zu Zeiten unserer Eltern und Großeltern gab es einfach keine Alternativen. Scheidungen waren völlig verpönt, arbeitende Frauen wurden bedauert (sie MUSS arbeiten) - in den meisten Gesellschaftsschichten blieb man also zusammen und fertig. Es gab keine Alternative - mit lebenslanger Liebe hatte das aber nicht zwingend zu tun.
Heute bestehen diese Notwendigkeiten kaum noch, also ist man/frau kritischer in allen Phasen : bei der Auswahl, während des Zusammenseins, bei Neuanfängen...
In jungen Jahren klappt es vielleicht noch einigermaßen, weil das Zeitfenster fürs Kinderkriegen einen gewissen Druck ausübt. Aber selbst da bröckelt es und Beziehungen gehen auch dann schon sehr früh in die Brüche.....
Heutzutage sind viele Menschen bei uns sehr individualistisch eingestellt, möchten ihre Pläne verwirklichen und nicht verzichten. Da ist es schwierig, Passung zu finden.

Ich erlebe mich selbst über die Jahre auch immer inkompatibler. Und beobachte das erstmal ganz nüchtern. Kann ich mein Leben auch glücklich gestalten, wenn ich nicht mehr in einer dauerhaften Beziehung bin ? Oder kommt irgendwann doch der große Katzenjammer ? Ich hoffe, dass ich mich da genau wahrnehme und mich nicht von außen beeinflussen lasse (Einimpfen lassen, dass ich nicht "vollständig" bin etc.).
Ich vertraue darauf, dass ich, wenn ich WIRKLICH Zweisamkeit will, dann auch verhandlungsbereiter bin. Und ich vertraue auch darauf, dass ich dann schon jemanden finden werde, der ähnliches will wie ich. Ob das dann nur mittelfristig oder langfristig hält, wird sich dann zeigen...
Der Druck, in einer Beziehung bleiben zu müssen, ist nicht mehr so da. Die Vorstellung, dass angeblich nur Menschen in einer (lebens-)langen Beziehung glücklich sein können, ist aber noch lange nicht verschwunden...
 
G

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  • #120
Habt ihr denn mal überlegt, woran das liegt, dass ihr keine Beziehung findet oder die Männer irgendwann weglaufen ?