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  • #1

Wann hört es auf weh zutun

Hallo,

vor einer Woche hat mir meine Frau gesagt dass es aus ist und Sie mich verlässt (wir waren 8 Jahre verheiratet).
Ich bin ziemlich am Boden zerstört und kann mich eigentlich auf gar nichts konzentrieren.
Fang meistens zum Heulen an wenn mich wer drauf anspricht (ich weiß nicht sehr männlich;)) was in der Firma leider nicht sehr gut ist. Deswegen wollt ich mal in die Runde fragen wann es bei den meisten angefangen hat besser zu werden. Hoffe ich bin nicht der einzige dem so was so fertig macht.

Danke u. lg
Michael
 
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  • #2
AW: Wann hört es auf weh zutun

Lieber Michael,
das ist ganz schlimm. Und es gibt auch kaum einen im Moment wirksamen Rat. Sicherlich hat sich die Trennung schon vorher längst bemerkbar gemacht und du ahnst trotz allem Schmerz auch, dass es für dich und deine Zukunft in Wirklichkeit besser ist, wenn ihr euch trennt.
Wenn es dich wie aus heiterem Himmel überfallen hat, dann heißt es nur deinen Schmerz zu fühlen und nicht zu verdrängen, zulassen, annehmen, denn es IST SCHLIMM!! Und dann gibt es sicherlich gute Leute, mit denen du reden kannst und etwas unternimmst und dir sagst, und das ist das Wichtigste, dass alles seinen Sinn im Leben hat. Diesen Sinn erkennt man nur leider erst immer später.
Einen lieben Gruß Arita
 
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  • #3
AW: Wann hört es auf weh zutun

Lieber Michael!
Ich fühle mit dir....
Mir gings auch so vor drei Jahren....
Ich habe damals Scheuklappen aufgesetzt, ( noch in der Beziehung) und dann kam der Trennungswunsch meines Partners ganz überraschend. Obwohl viele Anzeichen vorher sichtbar waren, das konnte und wollte ich mir jedoch nicht ansehen.
Ich an deiner Stelle würde mir eine/n Therapeutin/en suchen. Offensichtlich kommen viele Gefühle hoch, die du schon lange in dir trägst. Lass dich von jemandem begleiten.
Versuche dich selber und dein Innerstes zu verstehen. Es wird weh tun, doch durch Schmerz wachsen und lernen wir nun mal. Eines Tages wirst du aufwachen, erlöst, und frei für Neues.
Liebe Grüße, sei umarmt.
Adrienne
 
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  • #4
AW: Wann hört es auf weh zutun

Hallo Michael!
Ich gebe Arita recht. Natürlich wird es derzeit für dich schwer sein, sich abzulenken, aber dass sollst du auch nicht die ganze Zeit. Wenn du zuhause bist, dann lass deinem schmerz freien lauf. Versuche dich aber auf de Arbeit zu konzentrieren, nicht, dass du auch noch dort Ärger bekommst, weil du vielleicht Fehler machst. Ich gehe stark davon aus, dass wir alle schon eine schmerzhafte Trennung erlebt haben und jeder geht damit anders um. Ich kann dir kein Rezept geben, wie du damit fertig werden kannst. Wenn deiner Frau die Trennung ernst ist, dann wirst du noch einiges erleben (müssen). All das wird nicht einfach sein. Ich hoffe, ihr könnt euch einigermaßen "gut" trennen ohne viel Stress und Rosenkrieg. Ich wünsche es dir jedenfalls. Vielleicht kannst du dir ja Hilfe vom Fachpersonal holen, wenn du damit überhaupt nicht zurecht kommst. Nicht, dass du noch Depressionen bekommst und all deine Lebenskraft verschwindet. Ich wünsche dir alles Gute!
 
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  • #5
AW: Wann hört es auf weh zutun

Lieber Michael,

oh, ich kann Deinen Schmerz so gut nachempfinden... Mir ging es vor eineinhalb Jahren ganz genauso. Nachdem der Schock nachgelassen hat und die Nerven aufhören zu zucken, arrangiert man sich mit den neuen Bedingungen. Weil man weiß, dass jede Möglichkeit für eine Veränderung bereits aufgebraucht ist.

Zum Handeln ist es zu spät, es bleibt nichts, als sich auf die neue Situation einzustellen. Man kann weder etwas tun, noch etwas sagen. Man ringt nach Wirten. Und ist sprachlos.

Der Zustand, in dem Du Dich befeindest, hat bei mir mehrere Monate gedauert. Rastlosigkeit und mangelnde Konzentration bei der Arbeit... fast ein halbes Jahr. Nur mit Mühe habe ich zumindest das Wichtigste geregelt bekommen. Mit meinem Arbeitgeber habe ich damals gesprochen. Wie hätte er sonst den dramatischen Leistungseinbruch verstehen sollen? Er hat mir glücklicherweise den Rücken gestärkt.

Bis ich überhaupt wieder in der Lage war, die Situation nicht nur intellektuell sondern auch emotional zu "verstehen", sind acht Monate ins Land gegangen. Das Gefühl des "Scheiterns" eines Lebenstraumes dominierte beinahe das gesamte, erste Jahr. Eine Gesrpächstherapie hat mir seinerzeit durchaus geholfen, die Dinge gedanklich zu ordnen und mir viel Schmerz von der Seele zu reden. Meinen Vorrednern, die etwas ähnliches empfehlen, kann ich nur vehement zu stimmen.

Ich habe damals den Prozess der Scheidung bewusst so zügig und kooperativ wie möglich durchgezogen, um dem "Schrecken" der unerträglichen Situation ein zeitnahes Ende zu geben. Das kostete viel Kraft, ermöglichte aber später auch einen tatsächlichen Neuanfrang.

Hinzu kam aber - und hier kommt das Positive - nach einem halben Jahr auch zunehmend ein Gefühl der Erleichterung und Dankbarkeit, diese Beziehung nicht mehr tragen und ertragen zu müssen. Langsam klärte sich die Luft, der Blick öffnete sich wieder. Zunächst vorsichtig und misstrauisch, dann mit zunehmendem, neuen Selbstbewußtsein.

Jetzt, eineinhalb Jahre später, kann ich sagen, dass ich die Scheidung tatsächlich verarbeitet habe und mich wieder auf Neues freue, gespannt und optimistisch in die Zukunft blicke. Du siehst... es hat gedauert. Dir wünsche ich für die vor die liegende Zeit alles erdenklich Gute und viel Kraft...
 
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  • #6
AW: Wann hört es auf weh zutun

Hallo,

danke für eure Antworten.
Das Gefühl des "Scheiterns" eines Lebenstraumes hab ich leider auch die ganze Zeit und meine Frau lässt sich überhaupt nix anmerken, was ich echt komisch finde. Aber Sie hat ja schon Monate intensiv über die Trennung nachgedacht. Versteh echt nicht wieso Sie nicht früher mit mir offen darüber reden konnte jetzt sagt Sie es ist zu spät und bringt nichts mehr, Sie hat sich entschieden und basta. Ich hätte mir gewünscht dass wir wenigstens noch versuchen die Ehe zu retten, ich wäre bereit mich zu verändern und an mir zu arbeiten aber Sie sagt sie will nicht das ich mich für Sie ändere, das muss ich für mich wollen. Klingt alles logisch aber besser macht es die Sache leider auch nicht.
Die Trennung läuft auch kooperativ und schnell ab, nächstes Monat krieg ich meine neue Wohnung und Scheidung‘s Papiere sind schon abgegeben aber ob ich diese Gefühle Monate lang aushalte bezweifle ich. Ich hoffe dass ich früher damit abschließen kann.
Ich bin aber froh das ich nicht der einzige bin bei dem das mit dem ablenken in der Arbeit nicht funktioniert, dachte schon das ich in die Depression abrutsche.
Ich werde jetzt mal in Urlaub gehen und versuchen das ich die stärksten Gefühle und das weinen mal unter Kontrolle bringe.

lG
Michael
 
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  • #7
AW: Wann hört es auf weh zutun

Zitat von Macross:
Deswegen wollt ich mal in die Runde fragen wann es bei den meisten angefangen hat besser zu werden. Hoffe ich bin nicht der einzige dem so was so fertig macht.
Die Gefühle, die Du gerade durchmachst, sind ja kaum noch zu toppen. Bedauerlicherweise geht das nicht schnell vorbei und Daumen x Pi - Schätzungen gehen sogar von ca. halber Gemeinsamkeitszeit aus. Manche verlässt es auch nie.

Versuche bitte bewusst auch andere Gedanken zu denken, um Folgegedanken, die mit der Sache nichts zu tun haben auch eine Chance zu geben, gedacht zu werden. Denkst Du in Serie immer das Gleiche, wird es Dich fertigmachen, lebensunfähig, kraftlos und willenlos.

Gulliver
 
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  • #8
AW: Wann hört es auf weh zutun

Das tut mir echt leid für dich...
Ist immer doof, wenn einer schon abgeschlossen hat, aber dem anderen das nicht sagen kann, bzw. will, und du im Ungewissen bist...

Jedenfalls drück ich dir die Daumen, das es bald besser wird..
 
D

Deleted member 4363

  • #9
AW: Wann hört es auf weh zutun

@ Macross


Tränen sind die Perlen der Seele und jede, die in einer solchen Situation geweint wird, ist es wert.
Auch wenn du es jetzt nicht glauben magst, das schlimmste ist in ein paar Wochen vorbei.
Gut, dass du es verstehst darüber zu reden!!
 
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  • #10
AW: Wann hört es auf weh zutun

Lieber Macross,

es ist eine schwierige Zeit, besonders wenn so etwas (für dich) überraschend kam. Du hast mein Mitgefühl für diesen Schock und Zustand, der seine Zeit brauchen wird. Es ist lobenswert, dass du die Probleme angehen möchtest, die dazu geführt haben. Die Ehe damit zu retten wäre aber keine Garantie.

Die Konsequenz deiner Frau begründet wohl auf etwas, das sie sich sehr lange und gut überlegt hat.

Eine Phänomen, das häufig ist, dass der Mann aus allen Wolken fällt, wenn die Frau ihn verlässt. Sie hat doch alles was sie brauchte, ist dann der Tenor. Wie sehr muss man da an einander vorbeigelebt haben oder zumindest gar nicht mehr richtig offen miteinander gesprochen haben.
Ich begrüsse es sehr, dass du deine Gefühle nicht verdrängst, weinen kannst, denn daraus entsteht dann auch irgendwann wieder eine neue Kraftquelle, wenn du bereit bist hinzuschauen, was denn dein Leben lebenswert macht z.Bs. auch ohne Frau.
 
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  • #11
AW: Wann hört es auf weh zutun

Zitat von Arita:
und das ist das Wichtigste, dass alles seinen Sinn im Leben hat. Diesen Sinn erkennt man nur leider erst immer später.
Holla, eine Glaubensgenossin. Sehr richtig und wahr. Ich habe mit ca 25 Jahren angefangen mir diese Weisheit zu Herzen zu nehmen. Das heist nicht das es seit dem keine Steine mehr in meinem Leben gegeben hätte, aber man weiß "das ist ist jetzt so und warum es so ist, erfährst du später."
Manchmal vergehen auch Jahre bis zum Geistesblitz der die Antwort in sich trägt.

Halte durch Michael, eine Woche ist leider noch verdammt kurz.
Ich weiß es sind nicht die besten Vorraussetzungen, aber ich habe mich damals in meiner, dir gleichen, Lebenslage schnell in eine Beziehung gerettet.
Bis jetzt ist es gut gegangen, wir waren beide "Beziehungsopfer" und es tat uns gut die Schmerzen der Vergangenheit mit gleicher Sichtweise aufzuarbeiten.
 
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  • #12
AW: Wann hört es auf weh zutun

Ist sich deine Frau wirklich sooooo sicher? Menschen, Frauen wohl besonders, denken gerne für andere und wissen es GANZ genau. Schade.
Akzeptiert werden will die Entscheidung von ihr schon. Lass sie los. Nur so gibt es, wenn, eine Chance, eventuell den Weg weiter gemeinsam zu gehen.

Jeder Tag bringt auch neue Kraft. Lebe Tag für Tag. Bleib im Hier und Jetzt. Das ist eine gute Möglichkeit, Krisensituationen zu meistern.
Lege abends mit deinen Kleidern die Last des Tages ab und erhole dich im Schlaf. Lass die Sorgen in den Schuhen stecken, sagt ein schwedisches Sprichwort.

Ein Coaching würde dir gut tun. Vielleicht arbeitet Ihr eure Ehe gemeinsam auf?

Und auf der Arbeit darfst du sagen, danke für die Nachfrage, aber mehr darüber bitte nur nach Feierabend oder zu einem späteren Zeitpunkt.

Auch wenn deine Tränen ganze Meere füllen, lass sie fließen. Das kann ganz tiefsitzende Emotionen auf den Weg bringen. Was gelöst ist, ist gelöst.

Es geht immer weiter. Sei gut zu dir. Ich wünsche dir viel Kraft und denk daran: Jede rote Ampel wird auch wieder grün :)
 
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  • #13
AW: Wann hört es auf weh zutun

@Polly
Meine Frau ist sich leider sehr sicher, hab genug versucht auf Sie einzureden.
Wir werden eine Psychotherapeutin aufsuchen um unsere Ehe aufzubereiten, hoffe dass es mir hilft alles zu verkraften und auch das ich in Zukunft nicht wieder die gleichen Fehler mache.
Werde versuchen eure Ratschläge zu beachten.
"Jede rote Ampel wird auch wieder grün" klingt echt gut.

Danke
Michael
 
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  • #14
AW: Wann hört es auf weh zutun

Zitat von Arita:
Ich glaube, dass es gerade in so "krassen" Trennungssituationen leichter sein kann, davon auszugehen, dass nicht alles einen Sinn haben muss und vor allem, dass ich nicht alles verstehen kann/muss, was passiert.

Carlo
 
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  • #15
AW: Wann hört es auf weh zutun

Zitat von Macross:
Meine Frau ist sich leider sehr sicher, hab genug versucht auf Sie einzureden.
Wir werden eine Psychotherapeutin aufsuchen um unsere Ehe aufzubereiten, hoffe dass es mir hilft alles zu verkraften und auch das ich in Zukunft nicht wieder die gleichen Fehler mache.
In so einer Situation hängst Du in einem Teufelskreis. Du leistest 100% für die Trauerarbeit und 0% für die Vorfreude auf Neues. Dabei brauchst Du die Vorfreude so dringend, um das Alte verarbeiten zu können. Versuche bitte einmal folgendes Experiment. Versetze Dich in den Gemütszustand, den Du hattest, eine Minute bevor Du diese Frau kennen gelernt hast und bade den Zeitpunkt des "kennen lernens" aus. Genau diese Phase kommt wieder auf Dich zu. Verdammt nochmal was war das für ein toller Moment, diesen neuen Menschen kennen zu lernen. Ich will das wieder erleben, mit voller Kraft und Energie. Vergiss dabei aber bitte nicht auf's Trauern, weil das ist ein notwendiger reinigender Prozess :).

Mache Dich bitte nicht kaputt
Gulliver
 
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  • #16
AW: Wann hört es auf weh zutun

Hallo Michael,

nun, es gibt sicherlich bessere Seelentröster als mich, aber nachdem jetzt bei mir innerhalb von 1 1/2 Jahren, erst eine wirklich sehr langjährige Beziehung in die Brüche gegangen ist und dann zwei Beziehungsversuche, bei denen ich ziemlich unsanft und unverhofft aus Wolke 7 abgeschossen wurde, hab ich da langsam eine gewisse Routine, auf deren Erlernung ich auch gerne verzichtet hätte. ...

Es ist nicht die Frage, wie lange es dauert, sondern wie lange Du es dauern lässt.

Hast du Dir irgendwas vorzuwerfen? Hast Du irgendwas getan, was wirklich Mist war, und was Du heute bedauerst? Dazu zählt nicht, dass Du vielleicht mal nicht die richtigen Worte gefunden hast oder nicht "geschickt genug" vorgegangen bist. Auch, wenn Du da mal einen kleinen Fehler begangen haben solltest - vergiss es. Wenn Dein Partner Deine kleinen Ungeschicklichkeiten nicht akzeptiert und Deine gute Absicht nicht (mehr) erkennen will, dann lag weit mehr im Argen als Deine Ungeschicklichkeit.

Und, wenn Du Dir schon nichts vorwerfen kannst, wegen was genau trauerst Du eigentlich? Wegen ihr als Person, die Du wahrscheinlich verloren hast, oder wegen dem Glück, jemandem an Deiner Seite zu haben, dass verloren ist? Wenn Du zu dem Schluss kommst, dass ja alles prima gewesen wäre, wenn nur sie nicht ... was auch immer ..., dann bist Du doch auch schon wieder einen Schritt weiter. Dummerweise gibt es Deine Mitmenschen immer nur als Gesamtpaket, und dazu gehören die Eigenschaften, die Du lieben kannst, aber auch diejenigen, die im Interesse einer Partnerschaft mit Dir nicht da wären ...

Aber wenn nun Dein Ex-Partner Eigenschaften hatte, die eine Partnerschaft mit Dir ausschließen, dann war es eben nicht der richtige Partner für Dich. Gründe dafür gibt es viele. Manchmal kann es sein, dass ein Mensch für Dich einfach zu doof oder zu hässlich oder zu was weiß ich was ist, um überhaupt als Partner für Dich in Frage zu kommen. Anderes ist vielleicht genau so ein k.o. Kriterium für eine Partnerschaft, ist aber nicht soo offensichtlich oder kommt vielleicht erst nach Jahren zum Vorschein.

Wenn nun Eure Beziehung nach 8 Jahren in die Brüche gegangen ist, ohne dass Du Dir etwas vorwerfen musst, dann hatte wohl sie irgend etwas, was letztlich ein k.o. Kriterium war. Es ist sinnlas, darüber nachzugrübeln, sie ist so, wie sie ist, und Du würdest auch sicherlich nicht wollen, dass sie sich Dir zu liebe verbiegt, irgend eine Rolle für Dich spielt, in der sie selbst sich womöglich gar nicht wohl fühlt? Das wär dann auch keine Liebe mehr ...

Wie auch immer - akzeptier's enfach! Solltest Du richtig Mist gebaut und damit alles Porzellan zerschlagen haben, dann mach's beim nächsten Mal besser oder bitte sie um Verzeihung. Und wenn nicht, dann hat es eben nicht sollen sein. Sie hatte dann eben irgendwelche Eigenschaften, die noch nicht einmal schlecht sein müssen, aber für eine Beziehung mit Dir auf jeden Fall tödlich waren. Vielleicht nicht so offensichtlich, aber auf Dauer genau so tödlich, als wäre sie strunzdoof oder häßlich gewesen.

Du kannst die Menschen nur so akzeptieren, wie sie sind, aber nicht ändern. Aber akzeptiere, dass es eben nicht gepasst hat und gebe niemandem die Schuld. Ein Urteil, ob der andere mit seinen Gefühlen rcht oder unrecht hatte, steht Dir nicht zu. Aber wenn es eben nicht gepasst hat, aber ihr nur Gutes wünschst, kannst Du wenig mehr tun, als ihr zu wünschen, dass sie glücklich wird und jemanden findet, der wirklich zu ihr passt.

Und das solltest Du Dir auch für Dich wünschen. Versuche, Dir einfach mal eine Zeit vorzustellen, in der der Kummer vorbei ist und Du am Ziel Deiner Wünsche angekommen bist. Und akzeptiere das, was hinter Dir liegt, als Vergangenheit, hebe die schönen Erinnerungen für Dich auf und sei ihr dankbar dafür. Durch sie hastt Du ja gelernt, wie schön es sein kann! Aber vergiss nicht das, was schlimm war - auch daraus kannst Du lernen, und wenn es nur über das ist, was Du selbst willst.

Aber brich einfach auf zu neuen Ufern, dahin wo nicht nur oberflächlich, sondern auch bis in die Tiefen alles nicht nur gut aussieht, sondern auch wirklich gut ist. Dann wirst Du auch das, was Dich heute schmerzt, als notwendigen Schritt auf dem Weg, aber nicht als Ziell begreifen.

Kleiner Ratschlag von meiner Seite, ich hoffe, es hilft Dir ein bisschen.

LG,
Lupo alias Wolfgang
 
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  • #17
AW: Wann hört es auf weh zutun

Trauerzeiten sind wichtig, sonst folgt die Verdrängung, die man ja dann auch wieder aufarbeiten muss.
Ich denke Michael, du bist auf dem guten Weg zu Erkenntnissen, die dir vorher verschlossen waren. Dafür bekommst du jetzt von deiner Frau den Schubs für etwas was vorher für dich undenkbar, unwichtig oder uninteressant war.

Tiefe Trauer hat mich sehr oft zu mir selbst geführt, hat mir geholfen mir über meine wahren Bedürfnisse klarer zu werden und dann irgendwann kam neuer Mut auf. Die Trauer schwappte noch manchmal zurück und wurde mit der Zeit schwächer. Erst dann war ich jeweils bereit mich auf etwas Neues einzulassen.

Und erst dann, erkannte ich den Sinn dahinter. Es gilt also nicht schon jetzt nach dem Sinn zu suchen, auch nicht nach Schuld. Du hast das gegeben was dir möglich war und sie auch. Wichtig ist wie ihr es tut, euch damit auseinander zu setzen. Ich finde du bist auf einem sehr guten Weg, auch wenn er gerade verd. hart ist.
 
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  • #18
AW: Wann hört es auf weh zutun

Lieber Michael !
Es ist nicht einfach "etwas" was weh tut. Es handelt sich um einen Menschen, für den Du zumindest mal - wie lange weißt nur Du selbst - eine so große Liebe empfunden hast, daß Du Dein Leben gemeinsam mit ihr verbringen wolltest. Du wärst kein Mensch, würde Dir die Trennung nicht weh tun. Das fühlt sich zwar für Dich jetzt schrecklich an, spricht aber letztlich für Dich als Mensch und Mann.
Bitte Deine Kollegen, sie sollen Dich jetzt nicht auch noch darauf ansprechen, deinen Freunden gegenüber kannst Du aber Deine Gefühle offen zeigen.
Alles geht vorüber...
Liebe Grüße, Vicky
 
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  • #19
AW: Wann hört es auf weh zutun

Lieber Michael,

das ist hart und es tut weh....und leider gehört es zur Liebe dazu. Ich selbst kenn das von mir auch. Ich war am Boden zerstört, zu nichts mehr zu gebrauchen und litt unter ständigem Gedankenkreisen zwischen Hoffnung und Verzweiflung und Heulkrämpfen, die ich zu meinem Missfallen nicht besonders gut beeinflussen konnte. Ich war immer froh, wenn ich es noch durch die Haustür geschafft habe und mich verkrümeln konnte.

Aber...es geht vorbei ;) Für mich sind auch diese Trauerprozesse sinnvoll und nützlich. Ich musste auch erst abwarten...und dann kam ein Tag, an dem ich mir dachte "Hey, heut tuts gar nich mehr ganz so weh und ich hab sogar gelächelt." Gefolgt von einigen emotionalen Rückschlägen kam ich langsam drüber weg. Wobei ich ehrlich sagen muss, dass ich es manchmal heute noch schade finde, aber ich sehe die Dinge aus einer anderen Perspektive. Es ist realistisch unmöglich mit dem Menschen zusammen zu sein, ist der Wunsch nach dem (meist inzwischen doch idealisiertem Partner) noch so groß. Mir hat es geholfen verschiedene Gedanken einfach zuzulassen, durchzuspielen und aus verschiedenen Perspektiven zu bewerten. Ich mach sowas mit mir selbst aus, aber vielleicht bist du auch jemand, dem Reden hilft, um eben diese Perspektiven zu entwickeln und so aus der Trauerschleife herauszufinden. Wie lange es dauert? Ich denke das ist bei jedem unterschiedlich. Deshalb bin ich nicht so vermessen dir eine Zeitangabe zu schreiben, an der du dich wohl möglich festklammerst. Lass es laufen wie es ist. Die Zeit heilt Wunden. Und letztlich ist man doch auch froh, dass man diese Zeit, die man zusammen hatte, wenigstens erleben durfte. Und da du inziwschen bei PS gelandet bist, denke ich, dass es schon besser geworden ist ;)

Ich wünsche dir viel Erfolg^^