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  • #1

Wahrheit? Abschied? Schweigen?

Hallo Forum,

vielleicht könnt ihr mir zum Richtigen raten.

Mich holt gerade eine Sünde aus der Vergangenheit ein. Ich hatte mal eine Affäre mit einem verheirateten Mann. Bin ich nicht stolz drauf! Ich war Single, er "in einer Ehe, die quasi vorbei ist" (das übliche Blabla halt). Lange her. Soweit ich weiß, haben die beiden sich wieder zusammengerauft, ich glaube nicht, dass die Ehefrau bislang von der Affäre erfahren hat. Den Kontakt zu ihm habe ich nach Affärenende komplett beendet.

Jetzt habe ich über PS einen Mann kennengelernt, der - hallo, Karma - besagtes Ehepaar kennt. Das hat sich erst relativ spät herausgestellt, hätte ich ihn als Bekannten des Paares früher identifiziert, hätte ich mich aus Schreck gar nicht erst auf ein näheres Kennenlernen eingelassen.

Was mache ich bloß? Eine richtige Beziehung ist das noch lange nicht, aber es könnte was Ernsteres werden. Falls das passiert, würde ich über kurz oder lang mit besagtem Paar wieder zusammentreffen, wenn ich den Grad der Bekanntschaft der drei richtig einschätze. Ist eine Bekanntschaft mit regelmäßiger gemeinsamer Freizeitgestaltung.

Ich will keine Beziehung eingehen, die von Anfang an erfordert, dass eine Lüge Teil davon ist.

Würde ich irgendwann die Wahrheit verraten, könnte das Geheimnis auffliegen - also innerhalb der Ehe.

Vielleicht wird es ja gar nichts Ernstes, dann ist alles Kopfzerbrechen umsonst. Aber was, wenn es doch eine Beziehung wird?

Sollte ich die Verabschiedung wählen, damit ich gar niemals in die Zwickmühle gerate?

Bin ich moralisch verpflichtet, den Kontakt zu einem Mann zu beenden, den ich sehr mag - als Strafe dafür, dass ich damals moralisch falsch gehandelt habe?

Ich kann mit niemandem darüber reden, weil niemand von der Affäre damals erfahren darf.

Wie würdet ihr entscheiden?

Danke!
Ratlose
 
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  • #2
Ich will keine Beziehung eingehen, die von Anfang an erfordert, dass eine Lüge Teil davon ist.
Diese Erforderlichkeit sehe ich nicht.
Du kannst doch deinen evtl. zukünftigen Partner einweihen. Was er dann mit der Info gegenüber des Paares macht, hängt von seinem Wertesystem und davon ab, ob er der Frau oder dem Mann des anderen Paares näher steht.
Und wenn dir dein eventuell zukünftiger Partner einen Strick für deinen Hals draus dreht, dann lernst du was neues über diesen Mann und kannst entscheiden, ob so ein Mann für dich interessant ist.

Würde ich irgendwann die Wahrheit verraten, könnte das Geheimnis auffliegen - also innerhalb der Ehe.
1. Du gehst davon aus, dass dies (noch) ein Geheimnis ist. Vielleicht ist dem gar nicht so.
2. Ist nicht dein Bier. Der Mann des Paares traf damals eine Entscheidung und hatte die Affäre und danach wieder eine und blieb bei seiner Frau. Du warst Single und hast ihn vermutlich nicht genötigt, oder doch? Und, wie du schreibst, ist es lange her...
3. Wenn überhaupt, dann ist es das Karma des Mannes und du wirst nur vom Karma benutzt. Böööööses Karma..... ;)

Bin ich moralisch verpflichtet, den Kontakt zu einem Mann zu beenden, den ich sehr mag - als Strafe dafür, dass ich damals moralisch falsch gehandelt habe?
Meiner Meinung nach: Überhaupt gar nicht.


Zusammengefasst meine Ansicht:
Wahrheit dem evtl neuen Partner gegenüber, wenn dir Verschwiegenheit über deine Vergangenheit schwer auf dem Magen liegt, denn dem anderen Paar gegenüber bist du nicht verpflichtet. (Karma halte ich für Blödsinn)
 
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  • #3
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  • #4
@Ratlose2018
Es war nicht deine Lüge.
Aber es gibt jemanden, den du fragen könntest. Du könntest den Mann fragen ob er im Zuge des Zusammenraufens seine Affäre gebeichtet und reinen Tisch gemacht hat.
Aber selbst wenn, weißt du nicht, wie seine Frau künftig zu dir stehen würde wenn ihr euch zwecks gemeinsamer Freizeitgestaltung je begegnen solltet.
Vielleicht sieht sie es locker. Oder auch nicht.
 
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  • #5
Du könntest den Mann fragen ob er im Zuge des Zusammenraufens seine Affäre gebeichtet und reinen Tisch gemacht hat.
Auf den ersten Blick erschien mir das als nette, rücksichtsvolle Herangehensweise.

Auf den zweiten Blick empfinde ich es nicht als empfehlenswert, denn der damalige Affären-Führer könnte sie im Zuge dessen um Verschwiegenheit bitten. Dann ist sie in einer wirklichen Zwickmühle.
Wenn sie in dem Moment alle Sinne beeinander hat, müsste sie ihm die Bitte wohl ausschlagen, denn sie wäre ihrem eventuell Zukünftigen mehr verpflichtet, als der alten Affäre. Das könnte die alte Affäre als boshaftig wahrnehmen. Denn warum fragt sie erst, wenn sie die Info so oder so mit seinem Kumpel/ihrem Neuen teilen wird(?).
Verspricht sie, wider besseren Wissens, aber dennoch Verschwiegenheit, wandelt sich das Auslassen von Infos über die Vergangenheit zum aktiven, bewussten Verheimlichen dem potenziell Neuen gegenüber.
Oder sie ist trotz des Versprechens irgendwann ihrem eventuell Neuen gegenüber offen und bricht damit folglich ein Versprechen.

Ich würde sagen, es geht sie nichts an, ob der Affären Typ mit seiner Frau reinen Tisch gemacht hat.

Es ist auch möglich, dass ihr eventuell neuer Partner von der Affäre seines Kumpels weiß. Dann wäre der einzige Brocken, an dem er zu knabbern hätte, dass sein Kumpel in der Vegangenheit mal Sex mit seiner Neuen hatte.
 
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XX

  • #6
Das ist wirklich eine schwierige Situation in der Du da steckst.
Ich sehe es wie @Synergie - wenn Dich die Verschwiegenheit belastet, dann wirst Du wohl um eine Offenbarung nicht umhin kommen, wenn Du mit diesem Mann zusammenkommen solltest.
Was dabei herauskommen wird, kann Dir nur der Eingeweihte sagen.
Anders sehe ich es allerdings, dass das alles nicht Dein Bier oder Deine Lüge ist/war.
Ich finde schon, dass Du auch Deine Verantwortung dabei trägst, denn Du hast es ja in Kauf genommen, dass andere Personen verletzt werden können.
Das ist kein Vorwurf - ich denke nur, man sollte sich dessen einfach bewusst sein.
Was ich in Deiner Situation tun würde, kann ich nicht sagen.
Im Grunde genommen bin ich eine treue Seele und immer aufrichtig - doch eine Freundin sagte mir mal , dass sie es gar nicht wissen wollen würde, wenn ihr Mann mal einen ‚Ausrutscher‘ hätte. Es würde soviel kaputt machen, was nur schwer oder gar nicht mehr zu kitten sei. Das Vertrauen wäre dann einfach nicht mehr so, wie es mal war .
Und das ‚nur‘ um eine ‚kurzweilige Auszeit‘ zu beichten? ( Kurzweilig im Vergleich zu den vielen Ehejahren)
Das hat mich sehr sehr nachdenklich gemacht.
Insofern denke ich, dass Du für Dich schauen solltest, wie Du Dich mit der gesamten Situation fühlst, womit Du gut umgehen kannst, oder was Dich vielleicht innerlich zerreißt. Und nicht zuletzt mit dem Blick darauf, ob Deine Offenheit das wert ist, was sie vielleicht auslöst.
Auf jeden Fall wünsche ich Dir alles Gute.
 
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  • #7
Eine Möglichkeit wäre auch, den damaligen Affärenpartner darüber zu informieren, dass du es deinem neuen Partner erzählst.

Dann kann er selbst entscheiden wie er damit umgehen möchte (zB seiner Ehefrau reinen Wein einschenken, falls nicht bereits geschehen)

So bleibst du „fair“ und belastest dein Gewissen nicht mit einer Lüge!
 
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  • #8
Würde ich irgendwann die Wahrheit verraten, könnte das Geheimnis auffliegen - also innerhalb der Ehe.
Mach dich doch nicht verantwortlich für die Ehe anderer Leute. Sich auf einen verheirateten Kerl einzulassen ist doof, keine Frage. Aber du hast niemanden hintergangen, er war das. Ich fände es dumm, aus Rücksicht auf einen Ex-Lover eine mögliche neue Liebe wegzuwerfen. Allerdings hätte ich auch keine Lust, in so einer Konstellation zu viert etwas zu unternehmen :eek:o_O
 
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  • #10
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  • #11
als Strafe dafür, dass ich damals moralisch falsch gehandelt habe?
Karma is a bitch.
Aber den Gedanken würde ich an Deiner Stelle zuallererst eintüten und begraben.

Ich will keine Beziehung eingehen, die von Anfang an erfordert, dass eine Lüge Teil davon ist.
Sofern Dein (wenn er's denn wird) Neuer einigermassen aufmerksam ist, wird er über kurz oder lang mitbekommen, dass da was in der Luft ist.
Du braucht also so oder so eine Strategie -- die "Lüge" (wenn es denn eine sein soll), hätte kein langes Leben.

Mein Vorschlag wäre, den Verflossenen zu informieren, dass Du dem Neuen Bescheid gibst.
Die von @Synergie und @HH_77 Risiken sind durchaus real. Aber so, wie Du das Problem stellst, wohl unvermeidlich.

Letztlich bleibt in der Tat die Frage, ob die ganze Geschichte nicht eh schon raus ist.
 
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  • #12
Wieso muss der ev. neue Partner von dieser Affäre erfahren? Der hat ja gar nichts damit zu tun!
Wenn es dich sehr belastet würde ich an deiner Stelle in eine Kurzberatung gehen und dieses Thema aufarbeiten, weil möglicherweise etwas anderes dahintersteht.
 
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  • #13
Wieso muss der ev. neue Partner von dieser Affäre erfahren?
Weil man es im Miteinander merkt, ob 2 Leute schon mal miteinander intim waren/sind. Also ich sehe das zumindest... Vielleicht ist das auch komisch. Aber ich kann mir wenig vorstellen, dass man das nicht sehen/merken kann.
Naja... und dann ist das komisch, wenn der vielleicht bald Partner merkt, da ist/war doch was?!?....
Das beschwört nur unnötige Unsicherheiten herauf. Dann lieber direkt sagen, dass da etwas, in der Vergangenheit liegendes, gibt, was abgeschlossen ist.
 
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  • #14
Jemand der mit einer verheirateten Person etwas anfängt...also auf so eine Frau hätte ich persönlich keine Lust.
Dein gutes Recht, das für dich auszuschließen - ich finde es aber etwas merkwürdig. Sie war damals Single, er hat das übliche blabla erzählt, aber moralisch verwerflich soll es für sie sein?
Das ist doch wohl er - wer war denn verheiratet und hat die Frau betrogen (und vielleicht auch noch die Geliebte dazu, indem er anfangs was von "Ehe aus, praktisch schon in Trennung, nur der Kinder wegen, ...erzählt hat? - aber das wissen wir nicht so genau)
 
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  • #15
Ich finde, hier gibt es noch viel zu viele Vielleichts, um eine Entscheidung treffen zu können.
Ich kann schon verstehen, dass dich die Situation sehr beschäftigt, aber zuerst würde ich mal abwarten, wie sich die Noch-Nicht-Beziehung entwickelt.