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  • #1

Wäre es für euch ein Problem, wenn euer/-e Partner/-in auf einer Sonderschule war?

Hallo allerseits,

ich bin ein ehemaliger Sonderschüler und bin bei ******* auf die Frage einer Frau gestoßen, die mich in gewisser Hinsicht betrifft. Immerhin war ich zehn Jahre auf einer Sonderschule für Lernbehinderte.

Eine Frau, die nach eigenen Angaben mit einem ehemaligen Sonderschüler zusammen war, fragt bei ******:

»Hättet ihr ein Problem damit, wenn ihr einen Partner hättet oder wenn ihr einen kennen lernen würdet der in der Sonderschule war? Man merkt ja großteils bei solchen Leuten schon, dass sie nicht besonders intelligent sind. Einige können nicht mal richtig lesen und schreiben. Wenn man dann selbst eher keine Probleme in der Schule hatte und auf nem höheren Niveau ist, ist das sicherlich schwierig damit klar zu kommen. Würdet ihr an jemandem der so "minderbegabt" ist überhaupt Interesse haben.«

„Richtig schreiben“ kann die Frau selbst nicht, sonst hätte sie gewusst, dass Relativsätze sowie Infinitivgruppen mit einem Komma getrennt werden und wie man unbestimmte Artikel dekliniert. Die Frau hätte wenigstens einen Apostroph setzen können. :)

Viele können sich eine Beziehung mit einem Sonderschüler nicht vorstellen, weil sie annehmen, dass man mit jene keine anspruchsvollen Diskussion führen könne. Außerdem legen besonders Frauen darauf Wert, dass der Mann intelligent ist und eine gute Allgemeinbildung besitzt.

Paradoxerweise wurde ich trotz meines Sonderschulbesuchs nie von Frauen als ungebildet wahrgenommen – ganz im Gegenteil.

Liebe Grüße
 
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LunaLuna

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  • #2
AW: Wäre es für euch ein Problem, wenn euer/-e Partner/-in auf einer Sonderschule war

Ich erkundige mich, wenn ich einen Menschen interessant finde, nicht, auf welcher Schule er war, und bin dann nicht mehr interessiert, wenn es die falsche Schule war.

Entweder spricht mich jemand intellektuell an, dann ist es mit doch egal, was in den Zeugnissen steht. Oder er spricht mich intellektuell nicht an - dann ist es egal, welche Schule er besucht hat, weil er mich ja nicht anspricht.

Für mich wäre es kein Problem, wenn jemand, der mich interessiert, auf der Sonderschule war, solange er auf meinem intellektuellen Niveau ist.
 
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  • #3
AW: Wäre es für euch ein Problem, wenn euer/-e Partner/-in auf einer Sonderschule war

In vielen Fällen entsteht eine Lernbehinderung nicht durch eine mangelnde Wissensverarbeitung, sondern durch eine mangelnde Sinnesverarbeitung. Insofern kann der Eindruck als erwachsener Mensch auch völlig äquivalent zu jemandem geraten, der über die Standardschule gegangen ist.

Wäre es ein Problem? Hmm, ich würde zumindest nachhaken, was sie auf die Schule geführt hat...
 
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  • #4
AW: Wäre es für euch ein Problem, wenn euer/-e Partner/-in auf einer Sonderschule war

Zitat von Timur05x:
„Richtig schreiben“ kann die Frau selbst nicht, sonst hätte sie gewusst, dass Relativsätze sowie Infinitivgruppen mit einem Komma getrennt werden und wie man unbestimmte Artikel dekliniert. Die Frau hätte wenigstens einen Apostroph setzen können. :)
Ich finde, dass sie das ganz angemessen formuliert hat. An dieser Stelle auf ihrer Rechtschreibung/ Grammatik herumzureiten, empfinde ich als unangemessen.

Ansonsten antworte ich einfach mal mit "Ja", auch wenn es das nicht ganz trifft. Mir ist Bildung schon sehr wichtig. Selbstverständlich lernt man nicht nur in der Schule - allerdings ist es bisher immer ein guter Indikator gewesen. Unabhängig davon bekommt aber schon jeder die Chance, sich zu beweisen - wenn er/ sie mag.
 

Polly

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  • #5
AW: Wäre es für euch ein Problem, wenn euer/-e Partner/-in auf einer Sonderschule war

Es gibt Menschen mit hohem IQ, die auf der Sonderschule landen. Und aus vielen wäre mehr raus zu holen, wenn sie selber entscheiden dürften, auf welche Schule sie gehen möchten.

Wenn Abitur mit entsprechendem Intellekt gleichgesetzt wird, ist das sehr bedauerlich. 2 und auch 3 mal hin schauen lohnt sich schon mal.

Dann gibt es auch Spätzünder. Sollen die jetzt ihr Leben lang auf z. B. Hauptschule fest gelegt werden?
 
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winzling_geloescht

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  • #6
AW: Wäre es für euch ein Problem, wenn euer/-e Partner/-in auf einer Sonderschule war

Zitat von agony:
Ich finde, dass sie das ganz angemessen formuliert hat. An dieser Stelle auf ihrer Rechtschreibung/ Grammatik herumzureiten, empfinde ich als unangemessen.

Warum empfindest du das als "unangemessen"? Ich kann Timurs Schmunzeln an dieser Stelle sehr gut nachvollziehen. Er wär übrigens in Deutschland nicht der erste, der mit dem Prädikat "lernbehindert" versehen eine entsprechende Sonderschule besuchen muss(te) und nach dem Abitur erfolgreich studiert. Soviel zur von der zitierten Dame festgestellten "Minderbegabung".

Wer in Deutschland "keine Probleme in der Schule hat(te)" muss nicht zwangsläufig intelligenter sein als diejenigen, die welche haben oder hatten. Zur Sonderschule muss, wer aus dem Rahmen fällt, den die Gesellschaft steckt. Und das aus den verschiedensten Gründen. Übrig bleibt letztendlich ein Kind, das sich als minderwertig empfindet, weil es die Gesellschaft so will. Aus Kindern werden Erwachsene mit allen möglichen Schulabschlüssen. Die dann über andere werten und urteilen.

Es erschließt sich mir nicht, warum ein Kind zehn (!) Jahre lang nicht auf dieselbe Schule gehen darf, die alle anderen Kinder der Umgebung besuchen. Ich weiß auch grad nicht, ob man Timur damit wirklich einen Gefallen getan hat. Aus meiner Sicht für ihn eher ganz dumm gelaufen. Bei ihm entschuldigen wird sich voraussichtlich leider keiner der dafür Verantwortlichen.
 

nuit

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  • #7
AW: Wäre es für euch ein Problem, wenn euer/-e Partner/-in auf einer Sonderschule war

ich kenne auch fälle, in denen andere gründe wie sprachbarrieren oder schlimme familäre umstände (und nicht eine minderbegabung) ausschlaggebend für die zuweisung zur sonderschule waren.

gut, partnersuche. hier geht`s nicht um ein kind, sondern um erwachsene.
relevant ist für mich, was jemand mit ca. 40 aus seinem leben gemacht hat. ich habe bei keinem meiner bisherigen partner auf dessen grundschulzeit oder den damaligen notendurchschnitt oder sonstiges geachtet bzw. mich dafür interessiert.
intelligenz und bildung sind mir wichtig und ja, auch ein gewisser status, der sich in einem formalen bildungsabschluss - den man ja durchaus auf verschiedenen wegen erreichen kann - niederschlägt. das hier und jetzt zählt daher für mich, nicht, was vor 25 bis 35 jahren war.
 
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  • #8
AW: Wäre es für euch ein Problem, wenn euer/-e Partner/-in auf einer Sonderschule war

Hallo!

Danke für diese Frage! Denn ich komme ins Grübeln...

Meine ehrliche Meinung dazu:

Wenn ich mails bekomme, in denen es von gravierenden Rechtschreibfehlern wimmelt, nehme ich Abstand. Das geht bei mir einfach nicht!

Ich war nie eine überbegabte Schülerin, Deutsch war mir wichtig. Wie es in der neuen Rechtschreibung aussieht...hab ich wenig Ahnung von.
Aber ich habe schon mails gelesen, die einem den Schauer über den Rücken treiben. Selbst wenn ich einige Fehler in einem Profil lese, nehme ich bereits Abstand.

Was die Sonderschule betrifft...hm...es hat mir so noch nie jemand erzählt, dass er dort war. Ich kenne nur einen, das ist mein Bruder. Er ist älter als ich, aber vom Intellekt her sind tatsächlich große Unterschiede vorhanden.
Ich muss mich doch mit meinem Partner zumindest auf gleicher Ebene unterhalten können, oder?

Allerdings bist Du doch nun ein lebendes Beispiel dafür, dass ein Sonderschüler nicht zwangsläufig ein Intellektproblem hat. Wenn ich das nun so richtig ausgedrückt habe.
Ich hätte nun nicht den Eindruck, dass wir uns nicht auf zumindest der gleichen Ebene begegnet. Sondern eher, dass Du mir hier überlegen wärst. ;-)

Frauen brauchen starke Männer. Frauen brauchen intelligente Männer.
Bei Männern ist das manchmal anders. Oder oft. Die laufen dann eher vor sehr intelligenten Frauen davon.
Also ich denke, wie bei anderen Themen auch, es muss einfach passen!

lg und alles Gute!
Luna Shalima
 
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  • #9
AW: Wäre es für euch ein Problem, wenn euer/-e Partner/-in auf einer Sonderschule war

Zitat von Polly:
Es gibt Menschen mit hohem IQ, die auf der Sonderschule landen. Und aus vielen wäre mehr raus zu holen, wenn sie selber entscheiden dürften, auf welche Schule sie gehen möchten.
Erinnert mich an das Problem "Hochbegabung" und ich will gar nicht wissen, wie viele Eltern schon ihre "hochbegabten" Kinder haben testen lassen und nachher war es nur Faulheit und keine Intelligenz. ;)
Aber ja, das System versagt immer wieder mal - und daher ist es wohl richtig, jedem eine 2. Chance zu geben. Den Indikator "Schulabschluss" komplett aus seinem Leben zu streichen würde ich aber als überstürzt bezeichnen.

Zitat von winzling:
Warum empfindest du das als "unangemessen"? Ich kann Timurs Schmunzeln an dieser Stelle sehr gut nachvollziehen. Er wär übrigens in Deutschland nicht der erste, der mit dem Prädikat "lernbehindert" versehen eine entsprechende Sonderschule besuchen muss(te) und nach dem Abitur erfolgreich studiert. Soviel zur von der zitierten Dame festgestellten "Minderbegabung".
Wie oben bereits gesagt: Fragen sollte per se kein Frevel sein - und die Formulierung war in Ordnung. Man könnte der Dame jetzt unterstellen, dass sie die Frage niemals stellen wollte, sondern nur stupide hetzen. Allerdings finde ich das nicht so naheliegend und sehe schon den inhaltlichen Aspekt bei ihrer Frage im Vordergrund. Timurs Antwort hingegen wirkt (auf mich) einfach nur arrogant ohne einen inhaltlichen Beitrag. Wenn dies ihm wichtig gewesen wäre, dann hätte er bei der entsprechenden Plattform einfach eine kurze PM an die Dame schicken können, mit den Hinweisen auf die Fehler. Sich hier an dieser Stelle über die Rechtschreibung einer unbeteiligten Person zu amüsieren ist aus meiner Sicht unangemessen - liegt aber wohl im Auge des Betrachters.
Wenn ich dann auch noch sehe, dass die Texte vorher scheinbar in Word und Co. waren (siehe Bindestrich), dann stimmt mich so ein Verhalten noch weniger positiv.
 
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  • #10
AW: Wäre es für euch ein Problem, wenn euer/-e Partner/-in auf einer Sonderschule war

Zitat von agony:
Wenn ich dann auch noch sehe, dass die Texte vorher scheinbar in Word und Co. waren (siehe Bindestrich), dann stimmt mich so ein Verhalten noch weniger positiv.

Oh, ist das jetzt so schlimm, dass ich auf die orthographischen Unzugänglichkeiten der Dame, die ja meint, „richtig schreiben“ zu können, hingewiesen habe.

Wäre sie noch aktiv, hätte ich sie hier eingeladen.

Word ist nicht in der Lage, ihre Rechtschreibfehler zu erkennen. Word erkennt keine Relativsätze oder Infinitivgruppen. Das solltest du wissen.
 

Yamagata83

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  • #11
AW: Wäre es für euch ein Problem, wenn euer/-e Partner/-in auf einer Sonderschule war

Ich denke mal Schule sollte kein Indikator sein für Intelligenz oder Partnersuche.
Zudem finde ich es nicht gut sich nur auf die Rechtschreibung zu stürzen (Es sei denn man möchte mit seinem zukünftigen Partner nicht sprechen sondern nur Schreiben :)). Zudem kennt man nicht die Umstände warum die Rechtschreibung so schlecht ist. Ich nehme mich jetzt einfach mal als Beispiel: Ich habe Legasthenie und habe es nie eintragen lassen. Da es für mich nicht wichtig ist. Aus dem Grund war ich auch nur auf der Hauptschule. Alle anderen Zensuren waren weit über durchschnitt sprich 1. Ich habe mir selber eine enormes Wissen und Allgemeinwissen angeeignet. Zudem bin ich sehr Gesetz und Kontrolliert. Was eine Partnersuche erschwert da es von Frauen oft Mals als Desinteresse oder Kühl gewertet wird.

Daher mein Tipp schaut euch denn Menschen einfach an entweder es passt oder nicht.
Aber gleich die Keule rausholen nur weil der Herr oder die Dame nicht so super schreiben kann finde ich doch leicht übertrieben. Aber dies Muss letztendlich jeder selbst entscheiden.

Gruß: Yamagata83
 

Oregano

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  • #12
AW: Wäre es für euch ein Problem, wenn euer/-e Partner/-in auf einer Sonderschule war

Ich denke auch nicht, dass ein Schulabschluss ein Indikator für Intelligenz ist, besonders wenn ich mich an meine Schulzeit erinnere. Wenn mir jemand erzählen würde, dass er auf einer Sonderschule war, würde ich eher nachfragen warum.
Ich möchte mich gut mit jemanden unterhalten und diskutieren können, da ist der Grad der Schulbildung nicht so wichtig.

Ich muss aber Luna Shalima zustimmen. Es würde mich etwas abschrecken, wenn ich eine Nachricht von einem Mann bekommen würde, die voller Rechtschreibfehler ist. Dabei meine ich Rechtschreibfehler, die schon beim Lesen weh tun (wie wäre mit h) und weniger Groß-oder Kleinschreibung oder Tippfehler.
 

Highlander

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  • #13
AW: Wäre es für euch ein Problem, wenn euer/-e Partner/-in auf einer Sonderschule war

Ich habe vor kurzem ein Date mit einem Mann, der von sich und seiner überaus ungewöhnlichen und überdurchschnittlichen Intelligenz so überzeugt war, dass es schon fast weh getan hat! Zudem hat er meine Intelligenz (und ich glaube eigentlich schon, dass da bei mir ein wenig davon zu finden ist ;)) derart runter gemacht (er hat mich als Frauchen abgetan!!), dass es mir letztendlich zu blöd wurde und ich das Date abgebrochen habe! Was diesem "weitgereisten Schöngeist", wie er sich selbst bezeichnet, völlig abhanden gekommen zu sein scheint, ist Anstand und Respekt! Das ist es doch, was einen Menschen ausmacht! Und gesunder Menschenverstand!
Ausserdem weiss man heute, dass Menschen, die während ihrer Schulzeit "kämpfen" mussten, worum auch immer, im Erwachsenenalter auch spontaner, flexibler und besser mit ihrem Leben klar kommen können als solche, die alles aus dem Ärmel schütteln konnten....
 
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  • #14
AW: Wäre es für euch ein Problem, wenn euer/-e Partner/-in auf einer Sonderschule war

Gutmenschentum ist ja echt in Ordnung - aber wenn wir jetzt alle behaupten, dass wir alle Sonderschüler für genauso intelligent halten wie 1,0er Abiturienten, dann wird sich das eigentliche Problem nicht wirklich ändern. Wahrscheinlich war die Dame, die vom TE zitiert wurde, (trotz ihrer Rechtschreibung/ Grammatik *g*) schon einen ganzen Schritt weiter als wir hier: Immerhin hat sie ernsthaft die Frage in den Raum gestellt und auf das "Problem" verwiesen.

Spannend fände ich zudem auch eine Lösung für den Fall "Legasthenie": Ich kann mir schon vorstellen, dass man hier echt tolle Gespräche führen kann - dennoch schrecken die Folgen der Legasthenie zunächst ab. Hilft hier eine frühzeitige Nennung im Kontakt? Oder wie bekommt man den Fokus von RS/G weg? (Mir geht es dahingehend ähnlich wie anderen, dass bestimmte Rechtschreibfehler wirklich Schmerz erzeugen - da bewerte ich noch nicht mal die Person, sondern leide einfach nur aufgrund des Fehlers...)

Zitat von Highlander:
Was diesem "weitgereisten Schöngeist", wie er sich selbst bezeichnet, völlig abhanden gekommen zu sein scheint, ist Anstand und Respekt!
Aber das ist doch unabhängig von der Sonderschule? Ich habe sogar immer eher das Gefühl, dass gebildetere Menschen zurückhaltender sind, aber vielleicht sind sie auch nur geschickter im Verstecken ihrer Arroganz. ;D

Zitat von Highlander:
Ausserdem weiss man heute, dass Menschen, die während ihrer Schulzeit "kämpfen" mussten, worum auch immer, im Erwachsenenalter auch spontaner, flexibler und besser mit ihrem Leben klar kommen können als solche, die alles aus dem Ärmel schütteln konnten....
Ich bezweifle, dass jeder auf der Sonderschule mehr kämpfen muss als die Leute auf einer Hauptschule/ Realschule/ Gymnasium etc. Das wird wohl sehr individuell sein.
Und bei "die alles aus dem Ärmel schütteln" könnte ich glatt in den Tisch beißen. ^^ Warst du mal in einem Bereich richtig gut? Dann weißt du, dass dir die anderen dort das Recht wegnehmen, dich mit ihnen zu vergleichen... dass die Noten egal sind, weil nur absolute Fehlerfreiheit zählt... dass selbst Lehrer keine Referenz mehr sein dürfen. Es gibt nur noch Absolutvergleiche und du trittst gegen ein Ideal an - nicht mehr gegen die Leistungen von Mitschülern.
 
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Heike

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  • #15
AW: Wäre es für euch ein Problem, wenn euer/-e Partner/-in auf einer Sonderschule war

Zitat von agony:
Und bei "die alles aus dem Ärmel schütteln" könnte ich glatt in den Tisch beißen. ^^ Warst du mal in einem Bereich richtig gut? Dann weißt du, dass dir die anderen dort das Recht wegnehmen, dich mit ihnen zu vergleichen... dass die Noten egal sind, weil nur absolute Fehlerfreiheit zählt... dass selbst Lehrer keine Referenz mehr sein dürfen. Es gibt nur noch Absolutvergleiche und du trittst gegen ein Ideal an - nicht mehr gegen die Leistungen von Mitschülern.

Guter Punkt!
 

anaj

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  • #16
AW: Wäre es für euch ein Problem, wenn euer/-e Partner/-in auf einer Sonderschule war

Zitat von agony:
Gutmenschentum ist ja echt in Ordnung - aber wenn wir jetzt alle behaupten, dass wir alle Sonderschüler für genauso intelligent halten wie 1,0er Abiturienten, dann wird sich das eigentliche Problem nicht wirklich ändern. Wahrscheinlich war die Dame, die vom TE zitiert wurde, (trotz ihrer Rechtschreibung/ Grammatik *g*) schon einen ganzen Schritt weiter als wir hier: Immerhin hat sie ernsthaft die Frage in den Raum gestellt und auf das "Problem" verwiesen.

Ich sehe das ganz ähnlich. Ich habe irgendwie das Gefühl, dass man hier wieder besonders politisch korrekt und vorurteilsfrei antworten sollte, um nicht in Ungnade zu fallen. Deshalb bezweifle ich, dass dieses Thema wirklich offen diskutiert werden kann, was ich eigentlich schade finde.
 
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  • #17
AW: Wäre es für euch ein Problem, wenn euer/-e Partner/-in auf einer Sonderschule war

Zitat von anaj:
Ich sehe das ganz ähnlich. Ich habe irgendwie das Gefühl, dass man hier wieder besonders politisch korrekt und vorurteilsfrei antworten sollte, um nicht in Ungnade zu fallen. Deshalb bezweifle ich, dass dieses Thema wirklich offen diskutiert werden kann, was ich eigentlich schade finde.


Wer hindert dich daran, politisch inkorrekt und vorurteilsbeladen zu antworten?
 

Heike

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  • #18
AW: Wäre es für euch ein Problem, wenn euer/-e Partner/-in auf einer Sonderschule war

Ich finde bei entsprechenden Diskussionen, eigentlich so ziemlich allen, die was mit Filter zu tun haben, die Tendenz schwierig, daß beim Nennen von Ausnahmen so getan wird, als hätte man damit die Regel widerlegt. Natürlich ist der formelle Bildungsweg nicht gleichbedeutend mit Bildung. Aber es scheint mir ziemlich unsinnig, jede Korreliertheit zu bestreiten. Was genau bringt es dann, immer darauf hinzuweisen, daß auch jemand, der auf einer Sonderschule ist, sich zum Nobelpreisträger entwickeln könnte?
Jeder filtert irgendwo. Jemand, der einen Filter für Männer ab 180 hat, könnte sich womöglich auch in jemanden verlieben, der nur 160 klein ist. Jemand, der jemanden in seiner Nähe sucht, könnte sich womöglich auch in jemanden verlieben, der auf einem anderen Kontinent wohnt. Jemand, dem interessante Nachrichten wichtig sind, könnte sich vielleicht auch in jemand verlieben, der gar nicht gerne schreibt und gleich ein Treffen will. Jemand, der nur Männer sucht, könnte sich vielleicht auch mal in eine Frau verlieben. Usw. - Ist es deswegen angeraten, alle Filter aufzugeben und gleich zehntausend Dates auszumachen, damit ihm wirklich keine Gelegenheit entwischt? Ich glaube nicht.
 

Sarah

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  • #19
AW: Wäre es für euch ein Problem, wenn euer/-e Partner/-in auf einer Sonderschule war

Zitat von Heike:
Ist es deswegen angeraten, alle Filter aufzugeben und gleich zehntausend Dates auszumachen, damit ihm wirklich keine Gelegenheit entwischt? Ich glaube nicht.

Ein Versuch wäre es wert.
Denn in diesem Falle könnte der Mensch ohne Filter dem Menschen ohne Filter begegnen.
Und ich bin mir sicher, der Mensch ohne Filter hätte eine überschaubare Anzahl an Interessenten. Nix mit 10.000.
Also ich stelle mir ein Profil vor: Ich bin der Mensch ohne Filter und suche den Menschen ohne Filter… vielleicht eine ungeahnt entspannte Marktlücke :)
 

Heike

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  • #20
AW: Wäre es für euch ein Problem, wenn euer/-e Partner/-in auf einer Sonderschule war

Zitat von Sarah:
Ein Versuch wäre es wert.
Denn in diesem Falle könnte der Mensch ohne Filter dem Menschen ohne Filter begegnen.
Und ich bin mir sicher, der Mensch ohne Filter hätte eine überschaubare Anzahl an Interessenten. Nix mit 10.000.
Also ich stelle mir ein Profil vor: Ich bin der Mensch ohne Filter und suche den Menschen ohne Filter… vielleicht eine ungeahnt entspannte Marktlücke :)

Der Mensch ohne Filter würde definitionsgemäß jedem Menschen begegnen. Wenn er hingegen nur einem anderen Menschen ohne Filter begegnen wollte, bedeutete das einen denkbar engen Filter.
 

Sarah

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  • #21
AW: Wäre es für euch ein Problem, wenn euer/-e Partner/-in auf einer Sonderschule war

Zitat von Heike:
Der Mensch ohne Filter würde definitionsgemäß jedem Menschen begegnen.

Nein! Denn die Eigenschaft keinen Filter zu haben, ist so selten, dass fast jeder Mensch zunächst davon Abstand nimmt. Wie der Mensch ohne Eigenschaften.
Ich denke, es würde suspekt wirken. Keine Anforderung - keine Persönlichkeit - keine Herausforderung - keine Attraktivität - damit keine Begegnung.
 

Heike

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  • #22
AW: Wäre es für euch ein Problem, wenn euer/-e Partner/-in auf einer Sonderschule war

Zitat von Sarah:
Nein! Denn die Eigenschaft keinen Filter zu haben, ist so selten, dass fast jeder Mensch zunächst davon Abstand nimmt. Wie der Mensch ohne Eigenschaften.
Ich denke, es würde suspekt wirken. Keine Anforderung - keine Persönlichkeit - keine Herausforderung - keine Attraktivität - damit keine Begegnung.

Jemand, der keine Filter ansetzt für seine Begegnungen, würde jedem begegnen. Denn er wählt ja eben nicht aus. Ob er unfähig ist, Unterschiede zwischen den ihm Begegnenden zu sehen, ist eine andere Frage. Und ob der Mensch ohne Eigenschaften selten ist oder ein zeitgemäßer Jedermann, ist ne dritte Frage. :)
 

Sarah

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  • #23
AW: Wäre es für euch ein Problem, wenn euer/-e Partner/-in auf einer Sonderschule war

Zitat von Heike:
Jemand, der keine Filter ansetzt für seine Begegnungen, würde jedem begegnen. Denn er wählt ja eben nicht aus.

Doch, das tut er. Er wählt diejenigen, die sich selbst zum Maßstab erhoben haben; nah/fern, schlank/mollig, stylisch/ natürlich, gebildet/ halb doof, süchtig/diszipliniert…
Und nun selbst entscheiden müssen, was sie gut finden, weil ’er' es nicht tut.
Eigentlich ist so einer ziemlich wählerisch.

Zitat von Heike:
Und ob der Mensch ohne Eigenschaften selten ist oder ein zeitgemäßer Jedermann, ist ne dritte Frage. :)

Ja und diese dritte Frage, die treibt mich schon um. Aber eher in dem Sinne, ob die Menschen ohne Eigenschaften soviele Eigenschaften fordern....?
 

Capella80

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  • #24
AW: Wäre es für euch ein Problem, wenn euer/-e Partner/-in auf einer Sonderschule war

Liebe ist Liebe!!!
 
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  • #25
AW: Wäre es für euch ein Problem, wenn euer/-e Partner/-in auf einer Sonderschule war

Zitat von Highlander:
Was diesem "weitgereisten Schöngeist", wie er sich selbst bezeichnet, völlig abhanden gekommen zu sein scheint, ist Anstand und Respekt!

Und die Fähigkeit sich selbst realistisch zu reflektieren und darzustellen.
Ich finde DSDS und andere Castingshows sind immer wieder ein schönes Beispiel, wie wenige Menschen das wirklich können.

Aber weitgereister Schöngeist....der sollte mal eine "Reise ins Ich" begehen. Da würde er Sachen entdecken...die gibts gar nicht!

Was ich super finde, dass Du das Date abgebrochen hast! Gratuliere!

Alles Gute!
lg
Luna Shalima
 
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Alice_geloescht

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  • #26
AW: Wäre es für euch ein Problem, wenn euer/-e Partner/-in auf einer Sonderschule war

Zitat von Sarah:
Doch, das tut er. Er wählt diejenigen, die sich selbst zum Maßstab erhoben haben; nah/fern, schlank/mollig, stylisch/ natürlich, gebildet/ halb doof, süchtig/diszipliniert…
Und nun selbst entscheiden müssen, was sie gut finden, weil ’er' es nicht tut.
Eigentlich ist so einer ziemlich wählerisch.

Yes :)

Zitat von Sarah:
Ja und diese dritte Frage, die treibt mich schon um. Aber eher in dem Sinne, ob die Menschen ohne Eigenschaften soviele Eigenschaften fordern....?

Ich finde beide Aspekte sehr klug und sehr sehr schön. :)
 
A

Alice_geloescht

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  • #27
AW: Wäre es für euch ein Problem, wenn euer/-e Partner/-in auf einer Sonderschule war

PS: Wobei auch jemand ohne Filter bei der Vorauswahl, dann filtert, wenn er einem potentiellen Kandidaten gegenübersteht. Nicht filtern kann man ja im Grunde ebenso wenig wie nicht kommunizieren. Der Unterschied besteht wohl eher darin, dass derjenige den Sarah meint, adhoc filtert, sozusagen jeweils individuell und jedesmal einen neuen Filter setzt pro Person, während sonst häufig stereotyp/dualistisch gefiltert wird (dick/dünn, klug/dumm etc.). Ich glaube, Sarah und Heike, ihr meint nur je andere Filter und steht gar nicht unbedingt zueinander im Widerspruch.
 
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Alice_geloescht

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  • #28
AW: Wäre es für euch ein Problem, wenn euer/-e Partner/-in auf einer Sonderschule war

PPS: Sarah argumentiert vermutlich gegen die Voreinstellung von Filtern. Denn wenn ich auch gänzlich ohne Voreinstellung vor einem Menschen stehe, muss ich ja spätestens dann Ja oder Nein sagen - spätestens dann greift ein Filter. Vielleicht ist er dann nur nicht kognitiv zugänglich.
 

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  • #29
AW: Wäre es für euch ein Problem, wenn euer/-e Partner/-in auf einer Sonderschule war

Zitat von Sarah:
Doch, das tut er. Er wählt diejenigen, die sich selbst zum Maßstab erhoben haben; nah/fern, schlank/mollig, stylisch/ natürlich, gebildet/ halb doof, süchtig/diszipliniert…
Und nun selbst entscheiden müssen, was sie gut finden, weil ’er' es nicht tut.
Eigentlich ist so einer ziemlich wählerisch.

Ziemlich wählerisch = ziemlich enger Filter. Wäre; denn glücklicherweise ists ja nur zimmlich viel Stilisierung. :)
Eigentlich gehts ja nicht um die Jury zu einem "Deutschland sucht den Übermenschen", sondern um einen Partner. In einer Partnerschaft ist man immer drinnen. Und drinnen kann man nur sein, wenn man was ist, Eigenschaften hat.
Abgesehen davon: ich würde niemanden "wählen", der sich ganz unabhängig von meinen Maßstäben dadurch auszeichnet, daß er sich selbst zum Maßstab erhebt.
 
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Alice_geloescht

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  • #30
AW: Wäre es für euch ein Problem, wenn euer/-e Partner/-in auf einer Sonderschule war

PPPS: @Heike Aber ich finde, dass der Umstand, dass final betrachtet ein Filter das Ja oder Nein entscheiden muss und wird, nicht zwangsläufig belegt, dass das frühzeitige Setzen von Filtern eine notwendige oder folgerichtige Vorgehensweise ist.

@Sarah & Heike Ich finde auch nicht, dass geringe Voreinstellung einhergehen muss mit "eigenschaftslos". Ihr meint ein bisschen dieses "wer für alles offen ist, ist meistens nicht ganz dicht", oder? Kann sein. Muss aber nicht. Man kann sehr wohl selbst sehr differenziert sein, sich selbst gegenüber und anderen gegenüber aber "nachsichtiger", flexibler. Es kommt in anderen Bereichen auch nicht selten vor, dass man an sich selbst ganz andere Maßstäbe anlegt als an andere. "Die meiste Nachsicht haben diejenigen, die sie selbst am wenigsten brauchen."
 
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