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  • #1

Vertrauen - warum ist das nur so schwierig?

Ich würde so gern wieder blind vertrauen können!
Ganz ehrlich: ich hirne mich zu Tode, sobald ich jemanden kennenlerne und analysiere ganz genau, ob alles auch wirklich okay ist. Ich kann schon nicht mehr sagen, ob da in irgendeiner Form sinnvolle Gedanken dabei sind oder ob das nur einfach Angst ist, dass sich gewisse schlechte Erfahrungen wiederholen.

Das macht mich jedenfalls grad ziemlich fertig. Warum kann ich nicht mehr vertrauen?
 
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  • #2
AW: Vertrauen - warum ist das nur so schwierig?

hallo Fenster, ich glaube, du bist wie ich ca mitte 40.
klar, dass wir schon einiges erlebt haben, das uns daran hintert, blind zu vertrauen. das nennt man lebenserfahrung.
auf einer seite ist es schmerzvoll, weil man ganz weg ist, von der unberschwertheit der kindheit, weil dieses einfache glück, nicht mehr vorhanden ist. jedoch wir ersparen uns dadurch, wenn wir uns schon stark einschränken, einige zusätzliche verletzungen.
denke dran, wie wäre es, wenn du als kind nie die erfahrung gemacht hättest, dass das feuer weh tun kann? vielleicht würdest du gleich die hand auf die herdplatte legen?

..ich gehe davon aus, dein beitrag bezieht sich auf deine "schneeliebe", irre ich mich? du fühlst dich zw verstand/vernunft und gefühle zerrissen..?

sg
w/46
 
W

Wasserfee

  • #3
AW: Vertrauen - warum ist das nur so schwierig?

Das Tragische daran ist, dass du genau das anziehst, wovor du dich fürchtest ...

Warum du nicht mehr vertrauen kannst, ist natürlich so ohne Hintergrundwissen schwer zu beantworten. Aber das Prinzip ist in meinen Augen folgendes: Du erlebst eine für dich bedrohliche Situation (die kann schon lange vor der Paar-Phase aufgetreten sein), diese schlägt eine tiefe Kerbe in deine Seele. Alles, was du danach erfährst, was irgendwie mit dieser Ausgangssituation zu tun hat, vertieft deine Kerbe noch mehr. Und irgendwann bist du nicht mehr fähig zu vertrauen, Schritt für Schritt verschlechtert sich das.

Aus meiner Sicht gibt es da zwei Möglichkeiten: 1. Dir Handwerkszeug aneignen, um mit dem Misstrauen besser umgehen zu können. 2. An die Ursprungssituation kommen und sie auflösen.
 
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  • #4
AW: Vertrauen - warum ist das nur so schwierig?

Zitat von Fenster_zum_Hof:
ich hirne mich zu Tode, sobald ich jemanden kennenlerne und analysiere ganz genau, ob alles auch wirklich okay ist.
Macht dich irgendwas bestimmtes stutzig? Oder sieht das alles zu einfach aus, zu glatt?
 
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  • #5
AW: Vertrauen - warum ist das nur so schwierig?

@Fenster
Liebes Fenster, nun mein zweiter Versuch, meine erste Antwort wurde nicht übernommen. Ich kann Dich so gut verstehen. Ich ticke da ähnlich. Was mir immer wieder hilft: der Gedanke, an den Anderen zu glauben. Es ist erstaunlich, in welch anderem Licht ich Worte und Taten sehe, wenn ich den Gedanken in mir habe, dass ich an meinen Partner glaube oder den des Zweifels und des Misstrauens hege. Mittlerweile bin ich so weit, dass ich spontane Reaktionen meinerseits erst noch durch eine rationale Kontrollinstanz jage, die da ausgeht vom Vertrauen und Glauben an die andere Person. Erst dann reagiere ich. Denn mit meinem Misstrauen habe ich schon einige Partnerschaften in den Ruin getrieben. Das steuert dann das gesamte Verhalten und jedes Wort.
Ist er denn nicht zu Dir gereist diese Woche?
 
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  • #6
AW: Vertrauen - warum ist das nur so schwierig?

Zitat von delfin 1988:
Was mir immer wieder hilft: der Gedanke, an den Anderen zu glauben.
Ist das nicht irgendwie zirkelschlüssig? Also schon vorauszusetzen, was erst noch zu beweisen wäre? Auf diese Weise würdest du ja auch jemandem glauben, der unglaubwürdig ist. Oder wie ist das zu verstehen?

Es ist aber in der Tat vertrackt, denn im Grunde muss man es genau so machen: den anderen grundsätzlich erstmal für vertrauenswürdig halten, und dann im weiteren Verlauf schauen, ob dieses Vertrauen gerechtfertigt ist. – Misstraut man jedem von vornherein erstmal, käme man wohl nie mit jemandem überhaupt erst in Gange.

Dennoch denke ich, dass es Anhaltspunkte gibt, die recht hilfreich sind. Einen deutete ich oben ja schon an: wenn das ganze zu glatt ist, also zu gut den eigenen Wünschen entspricht.
 
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  • #7
AW: Vertrauen - warum ist das nur so schwierig?

@ Delfin: nee, er ist nicht gekommen und daraus speist sich ja ein Teil meiner Irritation.
DAs ist jetzt nicht alles komplett aus der Luft gegriffen. Aber er sagt immer wieder, alles sei in Ordnung und das hätte nichts mit mir zu tun, er müsse nur grad sein ganzes Leben ordnen.

Mein Exfreund war da ganz anders - da gab es keinen Zweifel daran, dass er mich will und dass so gesehen "alles gut ist", es war klar, eindeutig, unaufgeregt und "down to earth". Es gab keine "Ausschläge" nach oben unter unten - jetzt kommt mir der gemeinsame mögliche Beginn der Beziehung vor wie eine seismografische Zickzackkurve - mit all ihren aufregenden Vor- und nervenaufreibenden Nachteilen...
 
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  • #8
AW: Vertrauen - warum ist das nur so schwierig?

@Fenster
Was ordnet er denn da herum? Hallo! Er gehört in den Zug und zu Dir! Mistkerl - mit Verlaub. Könnte es jemanden geben (Mutter, bester Freund etc), der großen Einfluss auf ihn hat u ihm abrät und damit verunsichert?
Ganz doofe Situation für Dich!
Ein bisschen ähnlich ist es bei mir. Dieses eindeutige "Ich will Dich!" kommt von ihm auch nicht. Aber immerhin so viel, dass mich mein Misstrauen meistens in Ruhe lässt.
 
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  • #10
AW: Vertrauen - warum ist das nur so schwierig?

@Andre
Lieber Andre, ich kenne nur Zirkeltraining :). Ja, ich bemühe mich, zu vertrauen, auch auf die Gefahr hin, auf die Nase zu fallen. Nie hat mich einer betrogen, immer habe ich misstraut und damit zerstört. Mit Vertrauen kann auch nicht viel mehr schieflaufen.
 
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  • #11
AW: Vertrauen - warum ist das nur so schwierig?

@ Jenny: Ja.
@ Delfin: Ich bin da wahrscheinlcih die falsche Ratgeberin, aber irgendwie denke ich doch, dass man auf sein Bauchgefühl hören sollte. Wobei ich natürlich, wie gesagt, selbst ja auch rumhirne...

Vielleicht kann einer der Männer mal erklären, wie sich ein Mann verhält, der offenes und ernsthaftes Interesse hat?
Ich habe diese Frage auch meinem 79jährigen Vater gestellt, der mit einer Antwort leider fast überfordert schien. Nach endloser Zeit kam dann doch eine: "Wenn er am Ball bleibt."
Ein langwierige Sache: "Am Ball bleiben". In unserer schnell-lebigen Zeit wünscht man sich natürlich schnellere Indizien. :)
Und was genau heißt: "am Ball bleiben". Sich alle paar Wochen mal melden? Jeden Abend eine sms?
Als ich vor Jahren mal jemandem beim Tauchen in Asien kennengelernt hatte und der stand dann eine Woche nach der Rückkehr hier auf der Matte (obwohl er in London wohnte) sagte mein Vater: "DER hat Interesse!" Zumindest für den Moment war es wohl wirklich so.
 
J

Jenny Treibel

  • #12
AW: Vertrauen - warum ist das nur so schwierig?

Zitat von Fenster_zum_Hof:
Und was genau heißt: "am Ball bleiben". Sich alle paar Wochen mal melden? Jeden Abend eine sms?
.
Wer jeden Abend eine SMS sendet, ist am Ball. Habt Ihr vorher aber tägöich telefoniert und es änderte sich in SMS, ist das nicht mehr so nahe am Ball.
 
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  • #13
AW: Vertrauen - warum ist das nur so schwierig?

Übrigens, wenn ich kurz nochmal anmerken darf: ich habe mich in einem anderen Posting mal "beschwert", dass Männer einen immer so zutexten bei Dates und dass ich es schon echt oft erlebt habe, dass die Kerle nach zwei Stunden finden: "Du bist die Richtige".

Dass ich jemand bin, der das anzweifelt, ist für mich kein Widerspruch. Denn eine derartige Äußerung nach zwei Stunden oder fünf Tagen ist für mich absolut unfundiert. Insofern muss ich meinem Vater Recht geben: Vertrauen wächst langsam und erst, wenn ich merke, jemand lernt mich kennen und hält mich dann IMMER NOCH für die Richtige - dann kann ich das ernst nehmen.
 
J

Jenny Treibel

  • #15
AW: Vertrauen - warum ist das nur so schwierig?

Wie ist Euer Ist-Zustand? Wie oft meldet er sich?