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Jenny Treibel

  • #1

Vertrauen vs Naivität

Viele erwarten einen gehörigen Vertrauensvorschuß. Wir sollen glauben, daß der andere es ernst meint, tatächlich getrennt ist, keinen Kontakt zu anderen hat, tatsächlich eine Partnerschaft sucht, uns kein Übel antun will.
Unsere Lebenserfahrung hat uns gelehrt, daß Menschen auch lügen und täuschen, manchmal auch sich selber, bzw. selbst an das glauben, was sie vermitteln wollen.
Diejenigen, die bereits länger bei Parship sind, wissen, was ich meine. Wir wissen auch, daß etliche Menschen erst einen Prozeß durchmachen müssen, um zu erkennen, daß sie im Grunde noch gar nicht frei sind und sich selbst etwas vormachen.

Wie geht Ihr mit Euren Erfahrungen um, wenn ein neuer Mensch erscheint, der angeblich ganz anders ist, enttäuscht ist, weil ihr ihm nicht blind vertraut?
Viele Geschichten, die man hier erlebt, erzählt man sie im Freundeskreis, enden in Lachsalven und der unvermeintlichen Frage: Wie kannst Du nur so naiv sein und wirklich glauben, was Dir erzählt wird? Konfrontiert man aber den Menschen, um den es geht, mit diesen Gedanken, reagiert er meist enttäuscht, teilweise empört, daß Ihr ihm nicht vertraut.
Wie löst Ihr diese Problematik?
 
B

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  • #2
AW: Vertrauen vs Naivität

Zitat von Jenny Treibel:
Konfrontiert man aber den Menschen, um den es geht, mit diesen Gedanken, reagiert er meist enttäuscht, teilweise empört, daß Ihr ihm nicht vertraut.
Wie löst Ihr diese Problematik?
Zu meinen Erfahrungen zählt es, dass oft die besonders 'empört' reagieren, die besonders unaufrichtig sind. Vermutlich, weil das Gelingen ihres Betrugs vom Vertrauensvorschuss des/der anderen abhängig ist.
Ich meine, wenn man nichts zu verbergen hat, geht man mit Nachfragen und auch Skepsis entspannter um.
 
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  • #3
AW: Vertrauen vs Naivität

Das ist eine ausgesprochen schwierige Frage und ein sehr interessantes Thema.
Denn auch ich selbst versuche natürlich zu "täuschen", um mich selbst in einem besseren Licht darzustellen.
Zum Beispiel täusche ich in folgenden Punkten:

- Zahl der bisherigen Dates (ich würde nicht wahrheitsgemäß beantworten, wie viele Dates ich schon hatte, sondern eher allgemein antworten oder drastisch untertreiben)
- dass ich in Singlephasen "Affären" hatte würde ich ebenfalls verschweigen. Trifft man dann z.b. in einem Lokal auf eine "gewesene Affäre", würde ich sicher ins Schwitzen kommen, weil ich das gern verheimlichen würde
- eine dieser Affären ist ein Prominenter, der mir heute extrem peinlich ist (würde ich verschweigen!)
- ich würde verheimlichen, dass ich mir vor 10 Jahren habe Fett absaugen lassen.
- ich würde verheimlichen, dass ich eine Psychotherapie hinter mir habe

Naja, und einige andere Punkte gibt es auch noch, die ich nicht am Anfang eines Kennenlernens preisgeben würde, sondern erst später, wenn man sich schon besser kennt.
Und das sind ja vielleicht Dinge, bei denen der ein oder andere Mann total entrüstet wäre, wenn er das erführe und vielleicht sogar sagen würde: das ist ein No Go, hätte ich das von Anfang an gewußt, wäre ich nicht mit Dir zusammengekommen.

Was ich damit sagen will:

Wahrscheinlich hat jeder - oder zumindest fast jeder - irgendwelche Punkte im Leben, die er dem anderen nicht sofort auf die Nase bindet.
Der einzige Punkt, den ich indiskutabel schlimm finde, wäre es, wenn sich hier eine Art "Heiratsschwindler" herumtreiben würde, der Frauen Liebe vorgaukelt, in Wirklichkeit aber nur Sex oder Geld will und sich auch so verhält.
Alles andere kann man so oder so sehen.
Etwa habe ich mal jemanden kennengelernt, der mir gegenüber seine finanzielle und berufliche Situation deutlich rosiger dargestellt hat, als sie war. Er hat sich (deshalb) seltsam verhalten und ich vermutete damals tatsächlich auch, dass er mehrgleisig fährt oder kein Single ist.
Das ist zwar doof, dass er nicht ehrlich war - aber irgendwie kann ich es verstehen und habe es ihm nicht final übel genommen. Viele andere hätten dieses aber sicherlich getan.
Und wenn nun jemand in seiner Beziehung unglücklich ist und hier eine neue Partnerin sucht - tja. Ich könnte sogar diese "Anfangslüge" unter bestimmten Umständen tolerieren - nämlich dann, wenn er sich wirklich in mich verliebt und dann tatsächlich seine Partnerin verlässt.
Das ist zwar doof und ich wäre alles andere als erfreut - aber jeder von uns hat Fehler und den einen oder anderen Schatten in seiner Biografie. Deshalb kommt es m.E. letztlich auf das an, was am Ende wirklich zwischen den beiden stattfindet und ob die Gefühle aufrichtig sind.
 
B

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  • #4
AW: Vertrauen vs Naivität

Meiner Meinung nach 'darf' man, vor allem am Anfang, Dinge verschweigen, die nichts mit der konkreten Beziehungsperspektive zu tun haben. Z.B. das mit dem Fett absaugen oder auch Ex-Beziehungen und Affären bewerte ich da erstmal als irrelevant (außer vielleicht im Zusammenhang mit Sex und AIDS-Gefahr). Auch eine abgeschlossene Psychotherapie ist erstmal Privatsache.
Inakzeptabel finde ich Lügen in Bezug auf den eigenen Beziehungsstatus.
 
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  • #5
AW: Vertrauen vs Naivität

@Fenster-zum-Hof:
Die verschwiegenen Punkte, die du aufgeführt hast, um dich in einem besseren Licht zu zeigen, sehe ich eigentlich gar nicht als Täuschung. Denn sie liegen in deiner Vergangenheit (und es war ja jetzt nichts kriminelles dabei) und haben mit deiner jetzigen Motivation, dich mit einem Mann einzulassen, meiner Meinung nach nichts zu tun.Und ich frage mich auch, ob du diese überhaupt irgendwann erzählen musst. Warum denn?
Wenn ich meinem Partner heute vertraue, muss ich seine "kleinen Sünden" der Vergangenheit nicht wissen, bzw. es würde nichts ändern oder nachträglich zum No-Go werden.

Etwas anderes ist es natürlich, wenn jemand seinen Familienstand verschweigt oder sogar lügt. Oder eben bewusst vortäuscht, eine Beziehung zu wollen, obwohl er nur eine Bettgeschichte sucht.Und das vielleicht noch gleichzeitig bei mehreren Frauen.

Aber zurück zur Eingangsfrage:
Ich habe auch immer wieder die Erfahrung gemacht, dass jemand, der nichts zu verbergen hat, meist auch Verständnis für meine anfängliche Skepsis hatte.
Wenn ich das Verhalten meines Gegenübers komisch finde, spreche ich ihn direkt darauf an. Ich finde, an der Reaktion kann man oft schon einiges erkennen.
 
B

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  • #6
AW: Vertrauen vs Naivität

Mal ein selbst erlebtes Beispiel aus einer anderen Singlebörse.
Ich bin, was die Preisgabe persönlicher Information und Bild-Freischaltung angeht, sehr zurückhaltend. Ich finde, dass ein Mann, mit dem ich über den ersten Mail- oder Chat-Kontakt hinaus keinen weiteren Kontakt haben möchte, mich nicht ohne weiteres googeln können soll und auch nicht wissen muss, wie ich aussehe. Ich sehe auch keinen Anlass, einem Menschen, den ich nichtmal persönlich kenne, 'blind zu vertrauen'. Das widerspricht meiner Meinung nach dem gesunden Menschenverstand.
Ich kam also via Chat ins Gespräch mit einem, der sich als "getrennt lebend" deklarierte und bin, wie immer, sparsam mit bestimmten Fakten gewesen (gegoogelt hat er mich dann trotzdem ...) . Auch da wurde schnell die Vertrauensfrage 'aufgemacht'.
Der Betreffende war dann allerdings ebenfalls problemlos zu googeln - und die ganze "getrennt lebend"-Nummer stellte sich als ein einziger Bluff heraus (was er schließlich auch zugab - aber nur, weil er sich bei seinem Rumgelüge so verheddert hatte, dass es immer peinlicher wurde).
 
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  • #7
AW: Vertrauen vs Naivität

meine eigene Erfahrung mit jemandem, der eben NICHT ehrlich war (ist) in Bezug auf seinen Familienstand und Beziehungsstatus (anderer Thread): Ich konnte davon ausgehen, je extremer seine Reaktion auf mein vorsichtig geäußertes Mißtrauen war, umso eher hatte ich ins Schwarze getroffen.

Irgendwie sind wir hier ja alle beziehungserfahren und jeder ist wohl schon mindestens einmal dabei auf die Nase gefallen. Deshalb ist eine gewisse Vorsicht und Zurückhaltung dessen, was man dem anderen (zu Beginn) erzählt, wohl mit zunehmendem Alter und zunehmender Erfahrung bei BEIDEN Parteien ganz normal. Die Dinge, die Fenster_zum_Hof aufzählt, würde ich auch nicht jedem gleich zu Beginn erzählen - warum auch. Andererseits ist es gerade diese (wie ich finde normale) Vorsicht des anderen, die uns vielleicht mißtrauisch werden läßt. Warum erzählt er mir so wenig/gar nichts über Thema X, Y, Z? Hat er etwas zu verbergen?

Ich denke, da braucht es einfach Zeit und viele kleine Schritte. Vertrauen muss (und kann auch) wachsen...
 
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  • #8
AW: Vertrauen vs Naivität

Ich versuche, den anderen wirklich gut kennenzulernen. Und damit meine ich nicht, irgendwelche Fakten abzufragen, ihn auf Bildung, Vermögen und andere “Äußerlichkeiten” abzuchecken. Sondern ihn als Person, seine Ängste, seine Wünsche, seine Pläne, seine Verhaltensweisen...
Und das teilnehmend, empathisch, nicht ihn primär für ein Analyseobjekt für mich, Freundinnen oder Forenuser haltend.
Wenn es da in Gespräch und Auseinandersetzung schnell stockt, verliere ich ohnehin die Zuversicht. Dann ist mir auch nicht so wichtig, ob der Mann noch eine Frau zuhause oder stattdessen Leichen im Keller hat.
Aber ich möchte wissen, ob er eine Psychotherapie gemacht oder Schönheits-OPs hat vornehmen lassen. Nicht um ihn abzuchecken, sondern weil ich ihn kennenlernen möchte, wie er wirklich ist und wie er Dinge tut.
Ich weiß, das geht nicht von einem Tag auf den nächsten. Aber ich fände es auch absurd, einen Partner fürs Leben in drei Tagen finden zu wollen. Und warum nicht schnell mit den wirklich wichtigen Dingen beginnen?
Das ist doch klar: Wer sich lange mit Fassaden beschäftigen möchte, der kann getäuscht werden, eben wenn hinter der Fassade nichts ist. Wer hingegen gleich wirklich hineingehen möchte, der ist ganz gut gefeit gegen Täuschung.
Bei mir kommt die Nähe durch das Interesse und durch die Tiefe, zu der mich jemand in ihn läßt.

Ich glaube, wer nur schnell einen Partner sucht, um nicht allein zu sein, kann leichter betrogen werden. Weil er selbst nicht so richtig auf sein Gegenüber schaut. Wer einen Mann mit tollen Job oder mit Boot sucht, die kann leicht betrogen werden: er kann schwindeln oder sich das Boot von einem Freund ausgeliehen haben. Wer vor allem darauf schaut, daß der Mann ihr liebe Worte sagt, die kann leicht betrogen werden: der Mann kann eine halbe Stunde später auch zu einer Frau liebe Worte sagen. Usw.
Betrogen können am leichtesten die werden, die sich nicht wirklich für ihr Gegenüber interessieren, sondern primär Checklisten abhaken möchten. Denn auf einer Checkliste kann der andere immer dafür sorgen, daß die Häkchen an der gewollten, aber falschen Stelle gemacht werden.
Am wirklichen Erkennen führt kein Weg vorbei. Beim Leser vieler Threads und Beiträge hier bekomme ich den Eindruck, daß es am schwersten ist. Daß viele das Erkennen überspringen wollen, oder vielleicht auch gänzlich beiseite rücken. Für mich ist es der Kern von Liebe. Und nicht lästiges Beiwerk, weil man ja eigentlich eher einen Partner für gemeinsame Unternehmungen sucht, oder einen Anheizer der eigenen Verliebtheitsgefühle oder was auch immer.
Das Problem ist nicht so sehr das Mißtrauen, glaube ich, das meist ja übrigens auch ziemlich naiv ist, sondern die mangelnde Bereitschaft an wirklichem Interesse für ein Gegenüber.
 
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  • #9
AW: Vertrauen vs Naivität

@ Heike:

Grundsätzlich stimme ich Dir zu und nur so geht es: aufmerksames Kennenlernen. Man wird nie nach nur ein, zwei Treffen herausfinden können, ob der andere es ernst meint und ob er wirklich Single ist oder etwas anderes gravierendes verheimlicht.

Ich kann dazu nur sagen, dass ich mich aus genau dem Grund auch tatsächlich nicht mehr so "Knall auf Fall" mit Feuerwerk und rosaroter Brille verliebe, wie ich es noch mit 16 und wohl auch noch mit 25 getan hätte. Es gibt so eine Art "Probephase", in der es auch Herzklopfen gibt und sowas wie ein erstes Verknalltsein. Aber in dieser Phase gebe ich mich nicht gleich mit Haut und Haaren in die Sache hinein, sondern schaue einfach aufmerksam hin. Ich achte speziell darauf, ob der andere mich gut behandelt, ob er sich für mich wirklich interessiert, wie er mit anderen umgeht, wie er kommuniziert - oder vielleicht auch, wie er streitet, ob er Kompromisse eingehen kann, ob er bereit ist, auf mich zuzugehen (oder ob er nur "nimmt" und ich mich ständig nach ihm richten muss). So eine Phase kann auch mal drei Monate lang dauern. Damit meine ich nicht, dass in dieser Zeit nichts zwischen uns passiert (z.B. Nähe haben, Zärtlichkeit oder Sex haben), aber entscheidend ist, dass ich einfach vorsichtig bin und erstmal genau hinsehe, bevor ich mein Herz komplett öffne.

Je besser ich den andern dann kennenlerne, desto mehr lasse ich ihn hinein in mein Herz. Dadurch beuge ich potentiellem tiefem Fall vor.
 
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  • #10
AW: Vertrauen vs Naivität

Übrigens muss ich noch etwas Wichtiges hinzufügen:

mir ist es trotz umfangreicher Online-Dating-Erfahrung noch nie passiert, dass ein Mann vorgab Single zu sein und es dann doch nicht war. Stattdessen sind mir schon viele andere Dinge passiert, die ich genauso schlimm fand - etwa, dass jemand sich als manisch eifersüchtig entpuppte (den hatte ich allerdings in beruflichem Zusammenhang kennengelernt). Ein anderer bevorzugte heftige SM-Praktiken (hat er mir anfangs auch verschwiegen...), ein dritter litt unter einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung, es gab Männer, die bindungsunfähig waren und jemanden, der Alkoholiker war.

Das gehört für mich irgendwie alles zu dem Thema "den anderen erstmal kennenlernen müssen, um herauszufinden, ob es überhaupt passt". Und das eben auch dann, wenn man zunächst mal hingerissen und bezaubert vom anderen ist.
 
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  • #11
AW: Vertrauen vs Naivität

Hallo Fenster,
wenn ich dich recht verstehe, fandest du es schwierig, daß du die Diagnose auf Narzißmus von einem deiner Dates erst sehr spät erfahren hast. Zugleich schreibst du, daß du deine eigene Therapievergangenheit erstmal für dich behältst. Weswegen genau? Was hast du zu verlieren? Glaubst du, Männer können damit nicht umgehen? Aber möchtest du denn überhaupt einen Mann, der damit nicht gut umgehen kann?
 
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  • #12
AW: Vertrauen vs Naivität

Naja, ich erzähle das mit der Therapie nicht beim ersten date!
Und ich erzähle es deshalb nicht, weil man dann in der Tat ein schräges Bild bekäme. ich würde auch umgekehrt nicht erwarten, dass mir der Mann das beim ersten Date erzählt - wohl aber innerhalb der ersten drei Monate. Da würde ich das dann auch erzählen.

Und der mit dem Narzissmuss, das war mein Exfreund, mit dem ich zwei Jahre zusammen war.... das war kein Date. Das ist eine wirklich sehr schwierige Störung, die es schwer macht, mit jemandem zusammen zu leben.
Ich selbst war allerdings eher aus gegenteiligen Gründen in Therapie - nämlich, kurz gesagt, weil ich mich immer nicht getraut habe, meinem Partner mal "die Leviten zu lesen", sondern mir viel zu viel habe gefallen lassen, aus Furcht, er könne mich sonst verlassen. Das hat bei mir auch persönliche familiäre Gründe (ich wurde als Kind zur Adoption freigegeben), aber da muss man dann die ganze Geschichte erzählen, damit jemand sowas einordnen kann - und sowas ist mir für ein erstes Date wirklich zu intim.
 
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  • #13
AW: Vertrauen vs Naivität

Lieben Dank für deine Offenheit, Fenster. Ich verstehe das natürlich, wenn Dir so etwas zu intim ist, um es gleich jedem zu erzählen. Aber ich frage mich dennoch, was man in einer privaten Situation mit einem Mann, den man trifft, vielleicht nur einmal, vielleicht auch mehrmals, genau zu verlieren hat, wenn man ihm so etwas erzählt.
Ich hatte die besten Gespräche mit Männern, wo man sehr schnell über solche Dinge reden konnte.
Es kommt natürlich auch auf den Ton an. Ich möchte da keine Betroffenheitsstimmung. Aber es ist doch etwas, was zur eigenen Lebensgeschichte gehört. Und ist der Austausch über derlei nicht gerade am interessantesten?
 
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marlene_geloescht

  • #14
AW: Vertrauen vs Naivität

Eine Psychotherapie zu machen oder gemacht zu haben ist in meinen Augen übrigens ein riesen Pluspunkt.
Es zeigt, dass die Person sich mit sich selbst auseinandersetzt und sich aktiv bemüht, sich selbst besser zu verstehen und ggf. Änderungen herbeizuführen.
 
M

marlene_geloescht

  • #15
AW: Vertrauen vs Naivität

Zitat von Jenny Treibel:
Wie geht Ihr mit Euren Erfahrungen um, wenn ein neuer Mensch erscheint, der angeblich ganz anders ist, enttäuscht ist, weil ihr ihm nicht blind vertraut?
Viele Geschichten, die man hier erlebt, erzählt man sie im Freundeskreis, enden in Lachsalven und der unvermeintlichen Frage: Wie kannst Du nur so naiv sein und wirklich glauben, was Dir erzählt wird? Konfrontiert man aber den Menschen, um den es geht, mit diesen Gedanken, reagiert er meist enttäuscht, teilweise empört, daß Ihr ihm nicht vertraut.
Wie löst Ihr diese Problematik?
Ich führe mir vor Augen, dass ich es mit wildfremden Menschen zu tun habe, deren Eckdaten ich über die Partnerbörse kenne. Ich erzähle erstmal nichts, was ich nicht auch anderen Fremden beim Kennenlernen erzählen, und erwarte das auch nicht von meinem Gegenüber. Ich glaube dem Anderen, was plausibel klingt und nichts, was sich nach schräger Geschichte anhört.