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  • #1

Vertrauen / Uneheliches Kind

Liebe Experten
Seit 4 1/2 Jahren bin ich (46) mit meinem jetzigen Partner (43) zusammen, wir haben aber getrennte Wohnungen. Er hat mich während dieser Zeit im Ausland betrogen, und mit dieser Frau nun ein Kind. Zuerst habe ich das mit der Affäre herausbekommen, dann später das mit dem Kind. Es hat deswegen jeweils einen grossen Streit mit Beziehungspausen gegeben. Wir haben dann entschieden zusammen zu bleiben. Das Kind ist nun 16 Monate alt. Ich habe grosse Schwierigkeiten zu akzeptieren, dass mein Freund zweimal im Jahr deswegen nach Südamerika fliegt. Sein Grund: Ich will das Kind sehen! Die andere Frau weiss nicht, dass mein Freund hier eine Beziehung mit mir hat. Er lässt sie im Glauben, dass er Single ist. Sein Grund: Sonst darf ich mein Kind nicht mehr sehen! Er beteuert mir gegenüber keine sexuelle Beziehung mit ihr zu haben und weder sie noch das Kind nach Europa holen zu wollen. Ich komme mit dieser Situation nicht zurecht. Er sagt, dass er mich liebt und mit mir zusammen bleiben möchte. Hinzu kommt, dass er, ohne Absprache mit mir die Flüge bucht, und mich erst auf Nachfrage meinerseits, darüber in Kenntnis setzt. Er möchte keinen Stress im Vorfeld! Dies führt dann aber jedesmal zu einem Streit. Er distanziert sich dann von mir. Während der Zeit in Südamerika meldet er sich dann nur sporadisch, jeweils sehr kurz und ich bin extrem unruhig und mein Kopfkino beginnt. Wenn er zurück kommt ist er immer sehr zuvorkommend und gibt mir keinen Grund zum zweifeln an seiner Liebe mir gegenüber. Er ist sich selber manchmal nicht sicher, ob er die Sachen richtig macht. Ich habe ihm gesagt, dass er entscheiden muss wie er die Beziehung zu seinem Kind gestalten möchte. Ich selber habe drei Kinder (mit meinem Ex-Mann) und verstehe, dass er sich um das Kind kümmern möchte, kann aber die Art und Weise seines Vorgehens nicht akzeptieren. Für mich wäre klar, dass er das Kind unterstützt, aber kommuniziert, dass er hier ein anderes Leben führt. Ich kann die Tatsache, dass das Kind während unserer Beziehung entstanden ist nicht vergessen. Mein Freund war im April das letzte Mal in Südamerika und ich habe ihm gesagt, dass ich einen zweiten Aufenthalt in diesem Jahr auf keinen Fall möchte, insbesondere weil er die Karten nicht auf den Tisch legt und die Wahrheit über seinen Beziehungsstatus verleugnet. Ich habe ihm gesagt, dass ich mit der Situation nicht zurecht komme und mich das Ganze extrem unruhig macht, dass ich an meine Grenzen stosse und mich dem ständigen Stress und Kopfkino nicht mehr aussetzen möchte. Dieses auf-und-ab verunsichert mich extrem und ich kann ihm nicht mal mehr vertrauen, wenn er ohne mich über das Wochenende wegfährt. Ich sehe hinter jedem Selfie eine Frau, die das Foto gemacht haben könnte. Jetzt hat er mir, wieder auf mein nachfragen hin, gesagt, dass er Ende Oktober acht Tage zu der Frau und dem Kind fliegt. Ich bin aus allen Wolken gefallen. Soll ich an meiner Drohung die Beziehung (im Falle eines weiteren Fluges) zu beenden festhalten? Ich frage mich ob ich in eine emotionale Abhängigkeit geraten bin! Wenn ja, wie komme ich da raus?
 
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  • #2
Liebe SunLee,

Vertrauen ist die Basis einer Beziehung. Nur wenn man seinem Partner vertrauen kann, wird man sich auch vollständig auf die Beziehung einlassen und Nähe herstellen können. Die Partnerschaft wird dadurch zu etwas Besonderem und Liebe kann sich entwickeln.

Sie schreiben, dass Ihr Partner Sie betrogen und damit Ihr Vertrauen missbraucht hat. Studien besagen, dass dies für die Mehrzahl der Frauen ein Trennungsgrund wäre. In so einem Fall müssen beide Partner entscheiden, ob sie der Beziehung überhaupt noch eine Chance geben wollen. Sie beide haben sich offenbar dazu entschieden, zusammen zu bleiben. Ich kennen einige Beispiele, bei denen es Paaren auch gelungen ist, eine solche Krisensituation gemeinsam zu bewältigen und nach und nach wieder Vertrauen aufzubauen. Damit dies funktioniert, ist es aber unbedingt notwendig, offen und ehrlich über die Situation zu sprechen:
- Was waren die Gründe für den Vertrauensbruch?
- Was wurde in der Beziehung vermisst?
- Was hat zur Verletzung geführt?
- Was wünsche ich mir für die Zukunft?
- Was brauche ich, um wieder vertrauen zu können?
- …

Eine weitere Voraussetzung dafür, wieder Vertrauen aufbauen zu können, ist natürlich, dass eine Wiederholung des Vertrauensbruchs zwingend vermieden werden muss. Neues Vertrauen in der Beziehung lässt sich nur aufbauen, wenn Sie dem Gesagten und dem Handeln des Partners Glauben schenken können. Hier liegt bei ihnen beiden das Problem. Ihr Partner spielt nicht in jeder Hinsicht mit offenen Karten und verhindert so, dass die Beziehung wieder stabil werden kann. Sein Verhalten Ihnen gegenüber ist nicht fair.

Ich finde gut und richtig, dass Sie ihm bereits mitgeteilt haben, dass die Situation für Sie so nicht tragbar ist. Meine Empfehlung wäre, dass Sie Ihre Wünsche und Bedingungen (Benennen des Beziehungsstatus etc.) in einem Gespräch ihm gegenüber nochmals klar und deutlich zur Sprache bringen und dann seine Reaktion abwarten, um dann entsprechende Konsequenzen zu ziehen. Eventuell macht es auch Sinn, ein solches Gespräch mit einer dritten (neutralen) Person zu führen.

Zu Ihrer Frage, ob Sie in eine emotionale Abhängigkeit geraten sind: was Sie in Ihrer Beziehung erlebt haben/erleben, greift auch das eigene Selbstwertgefühl an. Sie schreiben ja sehr deutlich, wie sehr Sie die Situation belastet und wie stark die Selbstzweifel werden. Es muss sich aber nicht gleich um eine emotionale Abhängigkeit handeln. Der Umstand, dass Sie sich Rat holen und Ihre Beziehungszukunft aktiv in die Hand nehmen wollen, spricht für Ihre Stärke und den Wunsch, etwas zu ändern. Ich wünsche Ihnen dafür alles Gute!

Herzliche Grüße aus Hamburg,
Markus Ernst
 
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  • #3
Liebe Experten
Seit 4 1/2 Jahren bin ich (46) mit meinem jetzigen Partner (43) zusammen, wir haben aber getrennte Wohnungen. Er hat mich während dieser Zeit im Ausland betrogen, und mit dieser Frau nun ein Kind. Zuerst habe ich das mit der Affäre herausbekommen, dann später das mit dem Kind. Es hat deswegen jeweils einen grossen Streit mit Beziehungspausen gegeben. Wir haben dann entschieden zusammen zu bleiben. Das Kind ist nun 16 Monate alt. Ich habe grosse Schwierigkeiten zu akzeptieren, dass mein Freund zweimal im Jahr deswegen nach Südamerika fliegt. Sein Grund: Ich will das Kind sehen! Die andere Frau weiss nicht, dass mein Freund hier eine Beziehung mit mir hat. Er lässt sie im Glauben, dass er Single ist. Sein Grund: Sonst darf ich mein Kind nicht mehr sehen! Er beteuert mir gegenüber keine sexuelle Beziehung mit ihr zu haben und weder sie noch das Kind nach Europa holen zu wollen. Ich komme mit dieser Situation nicht zurecht. Er sagt, dass er mich liebt und mit mir zusammen bleiben möchte. Hinzu kommt, dass er, ohne Absprache mit mir die Flüge bucht, und mich erst auf Nachfrage meinerseits, darüber in Kenntnis setzt. Er möchte keinen Stress im Vorfeld! Dies führt dann aber jedesmal zu einem Streit. Er distanziert sich dann von mir. Während der Zeit in Südamerika meldet er sich dann nur sporadisch, jeweils sehr kurz und ich bin extrem unruhig und mein Kopfkino beginnt. Wenn er zurück kommt ist er immer sehr zuvorkommend und gibt mir keinen Grund zum zweifeln an seiner Liebe mir gegenüber. Er ist sich selber manchmal nicht sicher, ob er die Sachen richtig macht. Ich habe ihm gesagt, dass er entscheiden muss wie er die Beziehung zu seinem Kind gestalten möchte. Ich selber habe drei Kinder (mit meinem Ex-Mann) und verstehe, dass er sich um das Kind kümmern möchte, kann aber die Art und Weise seines Vorgehens nicht akzeptieren. Für mich wäre klar, dass er das Kind unterstützt, aber kommuniziert, dass er hier ein anderes Leben führt. Ich kann die Tatsache, dass das Kind während unserer Beziehung entstanden ist nicht vergessen. Mein Freund war im April das letzte Mal in Südamerika und ich habe ihm gesagt, dass ich einen zweiten Aufenthalt in diesem Jahr auf keinen Fall möchte, insbesondere weil er die Karten nicht auf den Tisch legt und die Wahrheit über seinen Beziehungsstatus verleugnet. Ich habe ihm gesagt, dass ich mit der Situation nicht zurecht komme und mich das Ganze extrem unruhig macht, dass ich an meine Grenzen stosse und mich dem ständigen Stress und Kopfkino nicht mehr aussetzen möchte. Dieses auf-und-ab verunsichert mich extrem und ich kann ihm nicht mal mehr vertrauen, wenn er ohne mich über das Wochenende wegfährt. Ich sehe hinter jedem Selfie eine Frau, die das Foto gemacht haben könnte. Jetzt hat er mir, wieder auf mein nachfragen hin, gesagt, dass er Ende Oktober acht Tage zu der Frau und dem Kind fliegt. Ich bin aus allen Wolken gefallen. Soll ich an meiner Drohung die Beziehung (im Falle eines weiteren Fluges) zu beenden festhalten? Ich frage mich ob ich in eine emotionale Abhängigkeit geraten bin! Wenn ja, wie komme ich da raus?
Ganz ehrlich - ich weiß nicht, wie man so was überhaupt mitmachen kann. Ich hätte mich schon nach dem Auffliegen der Affäre direkt getrennt. Entschuldige bitte, aber ich finde es erniedrigend, wie er mit dir umgeht. Ich könnte an deiner Stelle nie wieder Vertrauen zu ihm aufbauen und das ist für mich die wichtigste Basis in der Beziehung. Das ist meine Meinung. Was du jetzt tust, musst du selbst entscheiden.
 
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  • #4
Vor allem kannst Du froh sein, dass Du nicht auch noch ein Kind mit ihm hast. Er macht Dich jetzt schon unglücklich. Wie willst Du ihm noch vertrauen. Wäre das noch möglich?

Überdenke das Ganze, auch wenn es schwer fällt. Am Ende wirst Du noch mehr leiden.
 
D

Deleted member 20013

  • #5
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