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  • #91
AW: Versuch: Männer von Morgen sollen über Gefühle reden?

Zitat von Venturu:
Na wenn's nur an einer Begrifflickeit hängt:
Mit >Wesen< meinte ich auch nicht irgendeine esoterische Definition, sondern ganz klassisch die Persöhnlichkeit eines Menschen - das was ihn ausmacht. (Siehe Wikipedia).
....
Bei der zwischenmenschlichen Kommunikation gibt es verschiedene Ebenen. Es ist ein absolutes Persöhnlichkeitsrecht eines jeden Menschen zu entscheiden wie weit er sich einem anderen öffnen möchte und sich damit angreifbar macht.
Hier diskutieren wir auf der untersten Ebene. Anonym, wir kennen nicht einmal die wirklichen Namen der anderen. Auf dieser Ebene sind wir recht gut geschützt vor Angriffen. Selbst wenn ich dich jetzt hier beleidigen würde, könntest du einfach mit den Schulter zucken und dir sagen "Was will den dieser komische Venturudings?"

Persönlichkeit ist für mich etwas, das kaum vererbt wird - sondern aus dem gesellschaftlichen Zusammenhang entsteht. Rollenverhalten ist ein Teil einer Persönlichkeit - etwas das zu unterschiedlichen Zeiten, in unterchiedlichen Kulturen immer wieder etwas anders ausschaut. Das ist nichts absolutes, nichts feststehendes - sondern etwas - das man einfach ändern oder auch mal locker in Frage stellen kann.

Sich zu öffnen, 'angreifbar' machen - damit umzugehen - halte ich mittlerweile für eine Stärke. Das mit den unterschiedlichen Ebenen ist mir bewusst - ich bin ein großer NLP Fan - finde Ansätze super interessant - die es erlauben gezielt und schnell Ebenen in der Kommunikation zu überspringen.

Ich habe bei manchen Kontakten (funktioniert selten - aber wenn - boahh :)-) die Anonymität sehr schnell geknackt - wenn jemand auf der anderen Seite bereit war - das mit zu spielen. Ich verabschiede mittlerweile alle Kontakte - wo das nicht 'funktioniert' bzw. kein Interesse besteht sich zu 'öffnen' - verletzbar zu machen. Wer die Barriere im Kopf nicht gleich runter bekommt für einen offenen Austausch - hat vielleicht auch später kein Interesse oder Probleme mit Nähe / Vertrauen / etc ist (für mich) Beziehungsunfähig in irgend einem Umfang.
 
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  • #92
AW: Versuch: Männer von Morgen sollen über Gefühle reden?

Zitat von Marvin:
Persönlichkeit ist für mich etwas, das kaum vererbt wird - sondern aus dem gesellschaftlichen Zusammenhang entsteht. Rollenverhalten ist ein Teil einer Persönlichkeit - etwas das zu unterschiedlichen Zeiten, in unterchiedlichen Kulturen immer wieder etwas anders ausschaut. Das ist nichts absolutes, nichts feststehendes - sondern etwas - das man einfach ändern oder auch mal locker in Frage stellen kann.

Du schreibst "...das kaum vererbt wird...". Alles sicher nicht, aber gerade viele Verhaltensweisen die sich auf Gruppen und die soziale Interaktion beziehen schon. Diese Verhaltensweisen stammen aus der Zeit in der wir Menschen einige zehntausend Jahre lang in kleinen Gruppen (15-30) als Nomaden gelebt haben. Dort war es wichtig das sich alle mehr oder weniger gruppentauglich waren. Wer sich dort nicht in die Gruppenstruktur eingefügt hat wurde verstoßen. Dadurch sank die Fortpflanznungswahrscheinlichkeit auf nahezu null - mal abgesehen von der Überlebenschance.
Somit haben sich über einen sehr langen Zeitraum die Verhaltensprofile durchgesetzt die gut in Gruppen funktioniert haben. Und mit dieser "Software" laufen wir auch noch heute herum.


Zitat von Marvin:
Sich zu öffnen, 'angreifbar' machen - damit umzugehen - halte ich mittlerweile für eine Stärke. Das mit den unterschiedlichen Ebenen ist mir bewusst - ich bin ein großer NLP Fan - finde Ansätze super interessant - die es erlauben gezielt und schnell Ebenen in der Kommunikation zu überspringen.

Da hast du absolut Recht. Es ist aber nicht jedem gegeben so schnell über seinen Schatten zu springen. Auf ein zu schnelles Vorgehen reagieren manche mit Abschottung und man erreicht das Gegenteil von dem was man wollte.
Trifft man aber auf einigermaßen offene Geister ist man erstaunt wie intim eine Kommunikation mit einem fremden nach 5 Minuten sein kann.

Zitat von Marvin:
Ich habe bei manchen Kontakten (funktioniert selten - aber wenn - boahh :)-) die Anonymität sehr schnell geknackt - wenn jemand auf der anderen Seite bereit war - das mit zu spielen. Ich verabschiede mittlerweile alle Kontakte - wo das nicht 'funktioniert' bzw. kein Interesse besteht sich zu 'öffnen' - verletzbar zu machen. Wer die Barriere im Kopf nicht gleich runter bekommt für einen offenen Austausch - hat vielleicht auch später kein Interesse oder Probleme mit Nähe / Vertrauen / etc ist (für mich) Beziehungsunfähig in irgend einem Umfang.

Das kannst du natürlich so machen. Es ist sicher die effizienteste Lösung. Den Preis den du dafür bezahlst ist allerdings das dir so mancher, tolle und wertvolle Mensch durch dein Raster fällt.
Ich bin da aber absolut bei dir. Als ausgewiesener Small-Talk-Hasser ist es für mich eine Methode das belanglose Geplapper zu überspringen und über Dinge zu sprechen die wirklich interessant sind.
 
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authentisch_gelöscht

  • #93
AW: Versuch: Männer von Morgen sollen über Gefühle reden?

Zitat von Venturu:
Du schreibst "...das kaum vererbt wird...". Alles sicher nicht, aber gerade viele Verhaltensweisen die sich auf Gruppen und die soziale Interaktion beziehen schon. Diese Verhaltensweisen stammen aus der Zeit in der wir Menschen einige zehntausend Jahre lang in kleinen Gruppen (15-30) als Nomaden gelebt haben. Dort war es wichtig das sich alle mehr oder weniger gruppentauglich waren. Wer sich dort nicht in die Gruppenstruktur eingefügt hat wurde verstoßen. Dadurch sank die Fortpflanznungswahrscheinlichkeit auf nahezu null - mal abgesehen von der Überlebenschance.
Somit haben sich über einen sehr langen Zeitraum die Verhaltensprofile durchgesetzt die gut in Gruppen funktioniert haben. Und mit dieser "Software" laufen wir auch noch heute herum.

Das verstehe ich nicht. Nur weil in der Steinzeit ein gewisses Verhalten üblich war, ist das doch nicht der Beweis dafür, dass sich diese Verhaltensmuster in den Genen festgesetzt haben!
Wir haben doch viel in der Steinzeit sinnvolles und erfolgreiches Verhalten ablegen können! Wer von Euch Männern bastelt sich gleich zwanghaft einen Pfeilbogen oder einen Speer, wenn er ein Tier sieht? Wer macht bei sich zu Hause ein Feuer auf dem Teppich, wenn es draussen kalt ist? Welche Frau geht in den Wald Beeren, Wurzeln und Nüsse sammeln, wenn die Männer kein Fleisch heimbringen?
Ich denke vielmehr, dass lernfähige Menschen im Vorteil waren und sind. So etwas mag in den Genen festgeschrieben sein, doch nicht das Verhalten an sich!
 
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  • #94
AW: Versuch: Männer von Morgen sollen über Gefühle reden?

@venturo
Mir fällt Smalk Talk nicht unbedingt leicht, aber ich will mich auch nicht von einem fast wildfremden Menschen über mein bisheriges Leben und meine Entscheidungen aushorchen lassen. Das fühlte sich nicht gut an und der andere kann es eh nicht wirklich einschätzen und ich möchte es auch nicht.
Umgekehrt möchte ich nicht in den ersten Mails, Telefonat und oder Treffen Deine halbe oder ganze Lebensgeschichte hören. Denn ich kann es nicht wirklich einordnen, da ich Dich nicht kenne und komme dadurch zu unguten Gefühlen.

Auch oder gerade bei Smalk Talk Themen erfahre ich viel über mein Gegenüber:
Wie tolerant ist er, wie weit ist er bereit sich auf andere Menschen einzustellen, auf sie zuzugehen < also bei Themen, die ihn nicht so brennend interessieren >, wichtig für mich, denn es ist mein Lebenselixier fremden Denkweisen, Kulturen und Menschen überhaupt zu begegnen.
Wenn ich eigentlich für mich nicht kriegsentscheidende Themen anfange und der andere total verbissen seinen Standpunkt mir nahe bringen ;-) will, sinkt meine Gesprächs-Energie auf Null.
Usw.
Also ich finde Themen wie Urlaub, Wetter, Sport, Freizeitgestaltung, Sehenswürdigkeiten, Ausstellungen, Sternzeichen ;-) sehr informativ bezüglich Charakter, Wellenlänge und Lebenseinstellungen.

Zum eigentlichen Thema Männer von Morgen sollen über Gefühle reden.
Wie sagte mein Sohnemann zu mir
"Mama, warum seid ihr Frauen immer so nervig? Wühlt ständig in der Handtasche, stellt ständig Fragen, von denen Mann Kopfschmerzen bekommt, redet so viel, dass ich den Anfang schon vergessen habe und wenn Mann wirklich mal ehrlich sagt, was man denkt, zickt ihr rum, fragt noch mehr......
Ja, was soll ich sagen, habe mir wirklich Mühe mit ihm gegeben. :)
Aber dieser Unterschied liegt in den Genen :) da kann man nix machen und das ist ja irgendwie auch wieder witzig ;-)
 
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  • #95
AW: Versuch: Männer von Morgen sollen über Gefühle reden?

Zitat von samstagsfrao:
@venturo
Mir fällt Smalk Talk nicht unbedingt leicht, aber ich will mich auch nicht von einem fast wildfremden Menschen über mein bisheriges Leben und meine Entscheidungen aushorchen lassen. Das fühlte sich nicht gut an und der andere kann es eh nicht wirklich einschätzen und ich möchte es auch nicht.
Umgekehrt möchte ich nicht in den ersten Mails, Telefonat und oder Treffen Deine halbe oder ganze Lebensgeschichte hören. Denn ich kann es nicht wirklich einordnen, da ich Dich nicht kenne und komme dadurch zu unguten Gefühlen.

Da verstehen wir uns falsch. Es geht in dem Ansatz den ich verwende nicht darum den anderen über intime Details auszufragen. Ich versuche immer früh die Leidenschaft des anderen herauszufinden. Wofür brennt er/sie? Das kann der Beruf sein, ein Hobby, Ernährung, der Hund oder etwas völlig anderes. Und dann unterhalte ich mich mit der Person darüber. Ich lerne dann viel über den anderen und diese(r) fühlt sich dabei wohl weil er/sie über sein/ihr liebstes Thema reden kann, und vor allem das jemand da ist der ihm/ihr dabei aufmerksam zuhört.
Das ist eine sehr starke Methode dafür zu sorgen das sich die andere Person bei mir wohlfühlt.
All das geschieht immer aus freien Stücken von beiden Seiten.

Zitat von samstagsfrao:
Zum eigentlichen Thema Männer von Morgen sollen über Gefühle reden.
Wie sagte mein Sohnemann zu mir
"Mama, warum seid ihr Frauen immer so nervig? Wühlt ständig in der Handtasche, stellt ständig Fragen, von denen Mann Kopfschmerzen bekommt, redet so viel, dass ich den Anfang schon vergessen habe und wenn Mann wirklich mal ehrlich sagt, was man denkt, zickt ihr rum, fragt noch mehr......
Ja, was soll ich sagen, habe mir wirklich Mühe mit ihm gegeben. :)
Aber dieser Unterschied liegt in den Genen :) da kann man nix machen und das ist ja irgendwie auch wieder witzig ;-)

Die Schwierigkeit liegt darin zu verstehen warum Frauen manche Dinge machen. Nachvollziehen können Männer das i.d.R. nicht und das ist auch nicht notwendig. Aber man(n) ist gut beraten einige Verhaltensweisen als zur-Frau-gehörig zu respektieren.
 
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  • #96
AW: Versuch: Männer von Morgen sollen über Gefühle reden?

Zitat von authentisch:
Das verstehe ich nicht. Nur weil in der Steinzeit ein gewisses Verhalten üblich war, ist das doch nicht der Beweis dafür, dass sich diese Verhaltensmuster in den Genen festgesetzt haben!
Wir haben doch viel in der Steinzeit sinnvolles und erfolgreiches Verhalten ablegen können! Wer von Euch Männern bastelt sich gleich zwanghaft einen Pfeilbogen oder einen Speer, wenn er ein Tier sieht? Wer macht bei sich zu Hause ein Feuer auf dem Teppich, wenn es draussen kalt ist? Welche Frau geht in den Wald Beeren, Wurzeln und Nüsse sammeln, wenn die Männer kein Fleisch heimbringen?
Ich denke vielmehr, dass lernfähige Menschen im Vorteil waren und sind. So etwas mag in den Genen festgeschrieben sein, doch nicht das Verhalten an sich!

Du schmeisst da etwas durcheinander. Das Verhalten einer Person ist etwas anderes als eine Tätigkeit die sie ausübt.
Das Feuermachen aus deinem Beispiel ist kein Verhaltensmerkmal einer Person, sondern einfach eine Tätigkeit die diese Person ausübt.

Eine Verhaltensweise ist z.B. ein mehr oder weniger ausgeprägter Zugehörigkeitswunsch. Gehen z.B. 4 Freunde in ein Restaurant und die ersten 3 bestellen dasselbe ist die Chance sehr hoch das der 4. auch das gleiche Gericht wählt. Kein Muß, aber eine hohe Chance.
Den gleichen Konformitätswunsch sieht man bei vielen Gruppen. Betrachtet man z.B. einen Verein, bei denen die Mitglieder schon länger zusammen sind, bemerkt man das sich dort viele Parallelen bzgl. Verhalten, Kleidung und insbesondere der Sprache abzeichnen.

Für mehr Info einfach mal nach "Verhaltensforschung" oder "Ethologie" suchen. Du wirst erstaunt sein wieviel "alte Verhaltensweisen" wir noch mit uns rumschleppen.
 
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authentisch_gelöscht

  • #97
AW: Versuch: Männer von Morgen sollen über Gefühle reden?

@venturu:

Der Wunsch nach Zugehörigkeit ist ein tiefes menschliches Bedürfnis. Dieses mag in den Genen verwurzelt sein, ja. (Aber weshalb man deshalb von der Steinzeit sprechen muss, verstehe ich nicht, das ist doch auch bei uns wichtig.) Wie wir versuchen, dieses Bedürfnis zu erfüllen, das mag eine Verhaltensweise sein, ja. Diese wird aber meines Erachtens nicht von den Genen vorgegeben, sondern von der Prägung in der frühen Kindheit. Es ist ja gerade interessant und oft schwierig nachvollziehbar, nicht zuletzt auch bei uns selbst, weshalb wir wie ticken. Also alle ein wenig anders, oder nicht?
Seine eigenen Gefühle wahrnehmen und darüber sprechen zu können, ist nun aber nicht eine Verhaltensweise im Sinne von einem unbewussten Versuch, ein Bedürfnis zu befriedigen. Dünkt es mich wenigstens. Im Gegenteil ist es etwas sehr Bewusstes und deswegen meines Erachtens durchaus mit einer Tätigkeit vergleichbar. Oder siehst du das tatsächlich anders?
 
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  • #98
AW: Versuch: Männer von Morgen sollen über Gefühle reden?

Zitat von vivi:
:))) ... mag ja sein, aber ihr wisst das doch nicht erst seit heute!? ... Und was ist mit Mann der denkt er sagt was er denkt und macht was ganz anderes als er sagt und / oder denkt und wundert sich dann, dass Frau o.b. agiert ... ;-)

Kenne ich aus meinem Umfeld kaum. Die Männer sagen häufig, was sie denken und handeln auch meist entsprechend. Kommt aber ebenfalls nicht so gut an. Derartige Interaktionen werden dann mit "egoistisch", "zu direkt" oder auch "rücksichtslos" tituliert.

Fängt man an das eigene Gedankengut salomonischer zu formulieren, ergeben sich die oben erwähnten "Verschwimmungsmomente", bei denen mitgeteiltes Denken und Handeln nicht mehr kongruent sind.
 
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  • #99
AW: Versuch: Männer von Morgen sollen über Gefühle reden?

Zitat von authentisch:
@venturu:

Der Wunsch nach Zugehörigkeit ist ein tiefes menschliches Bedürfnis. Dieses mag in den Genen verwurzelt sein, ja. (Aber weshalb man deshalb von der Steinzeit sprechen muss, verstehe ich nicht, das ist doch auch bei uns wichtig.) Wie wir versuchen, dieses Bedürfnis zu erfüllen, das mag eine Verhaltensweise sein, ja. Diese wird aber meines Erachtens nicht von den Genen vorgegeben, sondern von der Prägung in der frühen Kindheit. Es ist ja gerade interessant und oft schwierig nachvollziehbar, nicht zuletzt auch bei uns selbst, weshalb wir wie ticken. Also alle ein wenig anders, oder nicht?

Ich bin nicht sicher ob ich verstehe worauf du hier hinauswillst. Daher nur einige Anmerkungen:
Ich nicht von der Steinzeit gesprochen, sondern von einem Zeitraum von 20.000-40.000 Jahren. Genauer gesagt das Jungpaläolithikum.
Die Steinzeit hingegen liegt ca. 2 Millionen Jahre zurück und ist daher vergleichsweise uninteressant für unser Verhalten.

In der Verhaltensforschung geht man davon aus das grundlegende Verhaltensänderungen zwischen 500 und 1.000 Generationen benötigen um sich durchzusetzen. Das ist ein Zeitraum von 10.000 bis 20.000 Jahren. Unsere heutige, moderne Gesellschaft ist hingegen erst ein paar Generationen alt.

Manche Verhaltensweisen werden wie du schreibst erlernt. Andere hingegen sind in der Tat angeboren. Es gibt aber auch viele Mischformen. So kann z.B. ein Neugeborenes eher introvertiert sein. Diese Eigenschaft wird aber auch durch die Sozialisierung beeinflusst. Ob das Kind später als Erwachsener auch eher introvertiert ist hängt daher von beiden Dingen ab.

Zitat von authentisch:
Seine eigenen Gefühle wahrnehmen und darüber sprechen zu können, ist nun aber nicht eine Verhaltensweise im Sinne von einem unbewussten Versuch, ein Bedürfnis zu befriedigen. Dünkt es mich wenigstens. Im Gegenteil ist es etwas sehr Bewusstes und deswegen meines Erachtens durchaus mit einer Tätigkeit vergleichbar. Oder siehst du das tatsächlich anders?

Hier verstehe ich nicht was "Bedürfnis" mit der Sache zu tun hat. Eine Verhaltensweise muss nicht immer etwas mit der Befriedigung eines Bedürfnisses zu tun haben.

Und nein, das Wahrnehmen von Gefühlen ist in erster Linie ein unterbewusster Prozess. In dein Bewusstsein gelangt es nur wenn dein Unterbewusstsein der Meinung ist das es wichtig sei.
Die Gehirnforschung lehrt das wir in jeder Sekunde durch unsere fünf Sinne viele Tausend Informationen unterbewusst wahrnehmen. Aber nur 3-7 gelangen in das Bewusstsein.

Siehst du deine Nase? Ja, in dem Moment wo du das gelesen hast konntest du sie sehen. Sie war aber immer da - jedoch hat dein Unterbewusstsein es nicht für notwendig gehalten dir das Bewusst zu machen.

Man kann sich aber trainieren die eigenen Gefühle bewusster wahrzunehmen. Solche Methoden werden auch in manchen Büchern zur Persöhnlichkeitsentwicklung beschrieben.
 
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  • #100
AW: Versuch: Männer von Morgen sollen über Gefühle reden?

Zitat von iceage:
Ich teile unser ich in vier Teile - introvertiert versus extrovertiert und sachlich versus Beziehungstype. Jetzt haben wir von allen vier Teilen etwas - mehr oder weniger. Bist du jetzt der schwergewichtig introvertiert, dann neigst du übermäßig der Kommunikation mit dir selbst. Bist du jetzt Extrovertiert, dann führst du die Kommunikation nach Außen. Passiert das jetzt authentisch und ehrlich, dann ist der extrovertierte Type tatsächlich "geöffnet". Ich glaube aber, du meinst aber extrov. Typen, die mehr Schein als Sein darstellen und da hast du natürlich recht. Übrig bleibt meiner Meinung nach aber trotzdem, dass sich extrovertierte Personen mit dem Öffnen leichter tun, weil sie nur das sich Öffnen lernen müssen und nicht dazu noch das Kommunizieren.

Ergänzend dazu - wir fühlen uns dann wohl, wenn unsere Selbstbetrachtung mit der Fremdbetrachtung übereinstimmt.

Ist alles nicht von mir, sondern nur versucht, diese Aussagen, die ich für sehr gut halte, halbwegs stimmig widerzugeben.

Lieber Iceage,
verstehe ich das richtig: Wir diskutieren immer noch um die Frage, ob der Grad der Introversion bzw. Extraversion ein Indikator für ein «sich öffnen» ist? Du sagt: Extraversion begünstigt ein «sich öffnen», ich sage: Das macht keinen Unterschied.

Worin wir uns wohl auch nicht einig sind, ist die Frage, was ein «sich öffnen» eigentlich beinhaltet. Ich schrieb vom Grad der Selbstreflexion, Du schreibst von «authentisch und ehrlich». Authentisch und ehrlich ist für mich die Art und Weise, WIE man ETWAS kundtut oder vermittelt. Da mag der Extrovertierte, geübt im Bereich der menschlichen Interaktion, vielleicht tatsächlich Vorteile haben. Die Frage bleibt jedoch: Was ist dieses «etwas», das er/sie kundtut?

Nun gehe ich davon aus, dass es sich in diesem Thread um Gefühle dreht. ME bedeutet ein «sich öffnen» in diesem Zusammenhang, seine wirklichen Gefühle vermitteln zu können. Es geht also nicht um eine authentische Vermittlung. Und seine Gefühle ehrlich wahr- und annehmen zu können, im Sinne von: «Ah, das ist jetzt Wut. Hmm, interessant. // Ich fühle mich gerade unglaublich hilflos und verletzlich. So ist es jetzt» – also eigentlich einer sehr neutralen Beobachtung des eigenen Zustands, ohne dass man in der Kommunikation irgendetwas beabsichtigt (Vorwürfe, Bedürftigkeit etc.), DAS ist mE die hohe Kunst des «sich Öffnens».

Und Dein Koordinatensystem «introvertiert versus extrovertiert und sachlich versus Beziehungstype» hilft dabei nicht.

Da reden wir von einer ganz anderen Ebene. Aber offenbar rede nur ich davon. Sorry!
 
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  • #101
AW: Versuch: Männer von Morgen sollen über Gefühle reden?

Zitat von Venturu:
...

Das kannst du natürlich so machen. Es ist sicher die effizienteste Lösung. Den Preis den du dafür bezahlst ist allerdings das dir so mancher, tolle und wertvolle Mensch durch dein Raster fällt.

Maybe - dafür bekomme ich aber auch keinen Stoff für Jammer + Entäuschungsthreads mehr zusammen. Dies waren Dates - die Spass gemacht haben - wo es menschlich gepasst hat. Fehlt nur noch, das man mal gemeinsam im Zentrum einer gewaltigen Hormonbomben Explosion sitzt und alles wird gut :)-
 
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  • #102
AW: Versuch: Männer von Morgen sollen über Gefühle reden?

Aber neigt jetzt nicht der introvertierte Typ dazu diese Aussage "ich fühle mich unglaublich hilflos unverletzlich" zu sich selbst zu sagen und der Extrovertierte dies als Offenbarung nach außen zu tragen?
 
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  • #103
AW: Versuch: Männer von Morgen sollen über Gefühle reden?

Oh nein, das möchte ich doch sehr bezweifeln!

Ich schätze, Du bist der extrovertierte Typ, ich bin der introvertierte. Damit wir das mal geklärt haben, aber das tut eigentlich nichts zur Sache.

Jedenfalls scheinst Du der Ansicht zu sein, dass der introvertierte Typ alles mit sich selbst abmacht. Dies ist jedoch nicht richtig. Der introvertierte Typ bereitet vieles mit sich selbst vor, jedoch abmachen kann er es nur in der menschlichen Interaktion. Der geeignete Personenkreis für solche Abmachungen ist bei introvertierten allerdings wesentlich kleiner als bei Extrovertierten. Ich kann mir auch vorstellen, dass Extrovertierte mehr Auswahl haben, was sie mit wem abmachen können. Und vielleicht setzen Extrovertierte mehr zur «langsamen Verfertigung des Gedankens beim Reden», sie müssen also mehr in die Interaktion mit anderen gehen, um den Gedanken überhaupt weiterzutreiben, während ein Introvertierter möglichst viel selbst gedanklich vorbereiten will. Aber auch der Introvertierte kann nur durch den sozialen Kontakt wachsen und lernen.
 
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  • #104
AW: Versuch: Männer von Morgen sollen über Gefühle reden?

Also, wenn du wirklich zur introvertierten Gruppe gehörst verneige ich mein Haupt vor der tollen Darstellung, der Treffsicherheit deiner Argumente und Beharrlichkeit und muss dir uneingeschränkt zustimmen - ich als extrovertierter Mann kann davon nur lernen ...
 
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  • #105
AW: Versuch: Männer von Morgen sollen über Gefühle reden?

Wie verhalten sich Intro- und Extraversion zur Impulsivität?
 
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  • #106
AW: Versuch: Männer von Morgen sollen über Gefühle reden?

@Iceage
Vielen Dank für die Blumen, aber so war es gar nicht gemeint. Hast Du denn noch nie ein introvertierte Partnerin gehabt? Das kann ich kaum glauben.

Manche kommen vom Norden, manche aus dem Süden, mache sprechen einen anderen Dialekt oder eine andere Sprache, haben eine andere Haut- oder Haarfarbe, aber so what?
 
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  • #107
AW: Versuch: Männer von Morgen sollen über Gefühle reden?

@Heike

Falls Du andeuten möchtest, das Impulsivität und Introversion sich widersprechen: Da bin ich anderer Meinung.

Ich habe aber (aus Gründen, die gerade Du verstehen wirst) keine Lust, diese Frage mit Dir zu erörtern. Vielleicht finden sich andere dafür.
 
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  • #108
AW: Versuch: Männer von Morgen sollen über Gefühle reden?

Zitat von suzanne:
@Heike

Falls Du andeuten möchtest, das Impulsivität und Introversion sich widersprechen: Da bin ich anderer Meinung.

Ich habe aber (aus Gründen, die gerade Du verstehen wirst) keine Lust, diese Frage mit Dir zu erörtern. Vielleicht finden sich andere dafür.

Hallo Suzanne,
in gewissem Rahmen würde ich schon sagen, dass zumindest die innere Beschäftigung des introvertierten Menschen mit einem Thema eher verhindert, impulsiv zu handeln, als das sofortige Teilen, den Austausch mit anderen über ein Thema, wie es beim extrovertierten Menschen wohl eher der Fall sein dürfte. Beim Teilen kann es bereits unreflektiert und unkontrolliert zu Handlungen und Aussagen kommen, die z.B. verletzend oder sinnfrei sind.

Nettmann
 
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  • #109
AW: Versuch: Männer von Morgen sollen über Gefühle reden?

Ich wollte nur sichergehen, einigermaßen mitzukriegen, um was es geht. Schließlich heißts ja hier immer, jeder definiere seine Ausdrücke so, wie er gerade lustig ist. Könnte also sein, daß mit Intro- und Extraversion hier das Links- bzw. Rechtsgedrehtsein von Schlüpfern gemeint ist. Ist natürlich ok. Landläufig werden als Merkmale von INtroversion ja beispielsweise Merkmale wie Bedachtheit usw. genannt. Aber vermutlich gehts hier stattdessen mal wieder wissenschaftlich zu.
 
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  • #110
AW: Versuch: Männer von Morgen sollen über Gefühle reden?

Also ich bin extrovertiert und impulsiv. Wenn ich mir jetzt mein Umfeld so anschaue, beruflich wie privat, dann würde ich da schon einen gewissen Zusammenhang sehen - sehen ist hier ein wichtiges Merkmal ...
 
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  • #111
AW: Versuch: Männer von Morgen sollen über Gefühle reden?

Kann man sich als extrovertierter Typ, der impulsiv handelt nicht auch mal zum Introvertierten entwickeln oder es zeitweilig werden.?
Meine Erfahrung zeigt es jedenfalls-(-bin eine überzeugte Extrovertierte- dachte ich-)aber da auch der Extrovertierte an seine Grenzen stößt und ggf auf Menschen trifft , die sich nicht öffnen oder den Extrovertierten im dunkeln lassen, verunsichert das manchmal sehr.
Ich verwandele mich dann zum Rückzugsmenschlein und grübele meist lange.
Wären also alle Extro--gabe es sicherlich schnellere Klärungen, aber auch weniger Annäherungen und Versuche sich zu verstehen;-)
Um einmal ganz platt auf die Ursprungsfrage zu antworten: Ja, ich glaube Männer sollten über ihre Gefühle reden---aber vor allem auch über ihre positiven , konstruktiven, verträumten oder ggf erotischen;-)
 
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authentisch_gelöscht

  • #112
AW: Versuch: Männer von Morgen sollen über Gefühle reden?

@Venturu:
Danke für deine Ausführungen. Leider habe ich den Eindruck, dass wir völlig aneinander vorbeischreiben.
Was meinst du z.B. mit "Gefühle unterbewusst wahrnehmen"? Sprichst du von den eigenen Gefühlen oder von denen anderer?
Wenn ich davon spreche, meine eigenen Gefühle wahrzunehmen, dann meine ich genau die Bewusstwerdung davon. Und ich dachte, darum ginge es in diesen Kursen in den Schulen, über die der Zeitungsartikel herzog.
Und das, so habe ich verstanden, findest du, sei dem männlichen Wesen fremd und würde ihm ihn diesen Kursen aufgenötigt. Oder habe ich auch das falsch verstanden?

Ausserdem: Kannst du mir Beispiele von Verhaltensweisen geben, die nicht der Bedürfnisbefriedigung dienen? Und könntest du nochmals sagen, was du genau mit Verhaltensweise meinst? Du hattest ein Beispiel genannt, den Zugehörigkeitswunsch. Ich fand dies jedoch etwas unscharf ausgedrückt, denn der Zugehörigkeitswunsch ist doch eher ein Bedürfnis als ein Verhalten. Du hattest ausserdem gesagt, Tätigkeiten seien keine Verhaltensweisen. Worauf ich versucht hatte, zu klären, was ein Verhalten sein könnte, in Abgrenzung zu Bedürfnissen und zu Tätigkeiten. Aber diesen Abschnitt in meinem letzten Beitrag hast du vielleicht nicht verstanden.

Wikipedia sagt zu Verhalten (Psychologie): Verhalten sind alle von anderen unmittelbar beobachtbaren Handlungen, ist die Gesamtheit aller von außen beobachtbaren Äußerungen eines Menschen.
Und zu Verhalten (Biologie): alle Aktivitäten und körperlichen Reaktionen eines Menschen oder Tieres, die sich beobachten oder messen lassen.

Das verwirrt mich jedoch nur. Dann wären das, was du als Tätigkeiten bezeichnest doch auch Verhaltensweisen.
 
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  • #113
AW: Versuch: Männer von Morgen sollen über Gefühle reden?

Zitat von authentisch:
@Venturu:
Danke für deine Ausführungen. Leider habe ich den Eindruck, dass wir völlig aneinander vorbeischreiben.

Das habe ich auch, aber vielleicht kollidieren wir ja noch :)

Zitat von authentisch:
Was meinst du z.B. mit "Gefühle unterbewusst wahrnehmen"? Sprichst du von den eigenen Gefühlen oder von denen anderer?

In diesem Fall von den eigenen Gefühlen.

Zitat von authentisch:
Wenn ich davon spreche, meine eigenen Gefühle wahrzunehmen, dann meine ich genau die Bewusstwerdung davon.

Das ist so eine Stelle wo wir uns missverstehen. Man nimmt Ding sowohl bewusst als auch unterbewusst wahr. Wahrnemung hat daher erst einmal nichts mit >Bewusst< zu tun.

Ich nehme z.B. in einem Gespräch viele Dinge unterbewusst wahr. Wenn ich später über das Gespräch reflektiere werden mit einige Dinge davon bewusst die ich während des Gespräches nicht bewusst wahrgenommen habe.

Zitat von authentisch:
Und ich dachte, darum ginge es in diesen Kursen in den Schulen, über die der Zeitungsartikel herzog.
Und das, so habe ich verstanden, findest du, sei dem männlichen Wesen fremd und würde ihm ihn diesen Kursen aufgenötigt. Oder habe ich auch das falsch verstanden?

Jain. Ich finde es in Ordnung wenn man Menschen beibringt die eigenen Gefühle bewusster wahrzunehmen. Womit ich ein Problem habe ist die Vorgehensweise die im Artikel beschrieben wird.

Zitat von authentisch:
Ausserdem: Kannst du mir Beispiele von Verhaltensweisen geben, die nicht der Bedürfnisbefriedigung dienen?

Ich nehme ein Beispiel aus der Männerwelt - wie das bei den Damen abläuft weiß ich nicht:
Wenn auf einer Straße 2 sich fremde Männer begegnen so initieren sie fast immer in einem Abstand von 3-5 Metern einen kurzen Augenkontakt. Dieser dauer weniger als eine Sekunde. Dies ist eine Verhaltensweise die dazu dient festzustellen ob der andere eine Bedrohung ist. Sie stammt noch aus grauer Vorzeit und wird seitdem vererbt.
Heutzutage gibt es dafür i.d.R. überhaupt keinen Grund mehr. Man(n) kann durch die Stadt laufen ohne befürchten zu müssen das jemand einem was mit der Keule überzieht.
Schaut man dem anderen Mann länger in die Augen wird das als Bedrohung empfunden. Etwas stimmt nicht...es ist ein ungutes Gefühl.

Einige Männer, insbesondere die mit gerigem Selbstbewusstsein, unterdrücken dieses Verhalten bewusst. Sie möchten möglichst unbeachtet an dem anderen vorbeigehen. Die Unterdrückung erfordert aber die Konzentration darauf.

Zitat von authentisch:
Und könntest du nochmals sagen, was du genau mit Verhaltensweise meinst? Du hattest ein Beispiel genannt, den Zugehörigkeitswunsch. Ich fand dies jedoch etwas unscharf ausgedrückt, denn der Zugehörigkeitswunsch ist doch eher ein Bedürfnis als ein Verhalten.

Ein weiteres Beispiel siehe oben.
Der Zugehörigkeitswunsch ist ein Bedürfnis das automatisch in verschiedene Verhaltensmuster führt. Von daher hast du Recht. Einzeln betrachtet ist es kein Verhalten, sondern vielmehr die Ursache für die Aktivierung von Verhaltensweisen.

Zitat von authentisch:
Du hattest ausserdem gesagt, Tätigkeiten seien keine Verhaltensweisen. Worauf ich versucht hatte, zu klären, was ein Verhalten sein könnte, in Abgrenzung zu Bedürfnissen und zu Tätigkeiten. Aber diesen Abschnitt in meinem letzten Beitrag hast du vielleicht nicht verstanden.

Ich hoffe mit dem o.g. Beispiel wird das etwas klarer.

Zitat von authentisch:
Wikipedia sagt zu Verhalten (Psychologie): Verhalten sind alle von anderen unmittelbar beobachtbaren Handlungen, ist die Gesamtheit aller von außen beobachtbaren Äußerungen eines Menschen.
Und zu Verhalten (Biologie): alle Aktivitäten und körperlichen Reaktionen eines Menschen oder Tieres, die sich beobachten oder messen lassen.

Das verwirrt mich jedoch nur. Dann wären das, was du als Tätigkeiten bezeichnest doch auch Verhaltensweisen.

Manchmal kann auch Wikipedia verwirren :)
"Verhalten" hat mind. 2 Bedeutungen. In den von dir zitierten Artikeln wird das Verhalten beschrieben wie sich jemand verhält - also was er macht.

Das "Verhalten" im Sinne von "Verhaltensweise" in der Verhaltensforschung beschreibt mehr das was dahinter liegt. Mehr das "wie" als das "was".

Ein Beispiel:
Nach Wikipedia würde man sagen: "Der Hund pinkelt an den Hydranten." So verhält er sich in diesem Moment...Punkt.

Nach der Verhaltensforschung weiß mann: Der Hund markiert instinktiv sein Revier und pinkelt deshalb an den Hydranten.
Das beschreibt nicht nur die "Tätigkeit", sondern auch den Grund dafür - eine im Hund verankerte >Verhaltensweise
 
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  • #115
AW: Versuch: Männer von Morgen sollen über Gefühle reden?

Zitat von aschenputtel:
Kann man sich als extrovertierter Typ, der impulsiv handelt nicht auch mal zum Introvertierten entwickeln oder es zeitweilig werden.?
Meine Erfahrung zeigt es jedenfalls-(-bin eine überzeugte Extrovertierte- dachte ich-)aber da auch der Extrovertierte an seine Grenzen stößt und ggf auf Menschen trifft , die sich nicht öffnen oder den Extrovertierten im dunkeln lassen, verunsichert das manchmal sehr.
Ich verwandele mich dann zum Rückzugsmenschlein und grübele meist lange.
Wären also alle Extro--gabe es sicherlich schnellere Klärungen, aber auch weniger Annäherungen und Versuche sich zu verstehen;-)
Um einmal ganz platt auf die Ursprungsfrage zu antworten: Ja, ich glaube Männer sollten über ihre Gefühle reden---aber vor allem auch über ihre positiven , konstruktiven, verträumten oder ggf erotischen;-)

Das ist bei mir genau so, wahrscheinlich extremer. Fühle ich mich unverstanden, stoßen meine Worte nachhaltig auf Unverständnis, dann ziehe ich mich zur inneren Klausur zurück.

Nachdem ich einen sehr positiven Test (wie ausgeglichen, wie leistungsfähig und vor allen, biologisch 10 Jahre jünger) von meinem Personal-Coach meinem Umfeld scherzhaft, aber doch Stolz vor die Nasen hielt, ergänzte eine Exfreundin zu mir "und das du schnell beleidigt und nachtragend wie ein Elefant bist, hat er wohl vergessen".

Stimmt, bin ich! Ich hatte nicht bemerkt, was eigentlich nur für mich gedacht war, auf mein Umfeld wie ein Faustschlag gewirkt hat.

Was beim Wechsel einer introvertierten Person zum extrovertierten Menschen als positiv gesehen wird (schau an, sie kann ja aus sich herausgehen), ist im umgekehrten Fall für das Umfeld ein Wegstoßen...
 
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  • #116
AW: Versuch: Männer von Morgen sollen über Gefühle reden?

Zitat von iceage:
Oh, das kann ich auch! Aber das hängt im Grunde nur von einem einzigen Umstand ab: Wenn ich davon ausgehen muss, dass sich jemand mir gegenüber auch zukünftig wieder so verhalten wird, dann vergesse und verzeihe es nicht. Das hat was mit Selbstschutz zu tun. – Wenn ich aber nachvollziehen kann, dass etwas eine einmalige Sache war, für die eine ehrliche Lösung gefunden wurde, vergesse ich das irgendwann einfach.
 
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Clementine_geloescht

  • #117
AW: Versuch: Männer von Morgen sollen über Gefühle reden?

Zitat von Andre:
Oh, das kann ich auch! Aber das hängt im Grunde nur von einem einzigen Umstand ab: Wenn ich davon ausgehen muss, dass sich jemand mir gegenüber auch zukünftig wieder so verhalten wird, dann vergesse und verzeihe es nicht. Das hat was mit Selbstschutz zu tun. – Wenn ich aber nachvollziehen kann, dass etwas eine einmalige Sache war, für die eine ehrliche Lösung gefunden wurde, vergesse ich das irgendwann einfach.

Solche 'Umstände' können eine grosse Bandbreite haben. Falls es nicht zu persönlich ist, könntest du da mal ein Beispiel nennen? Etwas wo dein Elefanten-Gedächtnis zum Zuge kommt.
 
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  • #118
AW: Versuch: Männer von Morgen sollen über Gefühle reden?

Ein Beipiel aus meiner Kindheit: Ich frage meine Eltern, wo links und wo rechts ist, weil ich das verstehen will. Was antworten sie?
«Links ist da, wo der Daumen rechts ist. Rechts ist da, wo der Daumen links ist.»
Ich war vollkommen verwirrt und verstand das nicht, hielt das aber für eine vernünftige Erklärung und fragte weiter um es zu verstehen. Sie lachten sich sehr über mich aus.
Das bleibt mir unvergesslich.

Passt gerade auch in manch anderen Thread.
 
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  • #119
AW: Versuch: Männer von Morgen sollen über Gefühle reden?

Zitat von Clementine:
Solche 'Umstände' können eine grosse Bandbreite haben. Falls es nicht zu persönlich ist, könntest du da mal ein Beispiel nennen? Etwas wo dein Elefanten-Gedächtnis zum Zuge kommt.
Ein persönlich erlebtes und "veröffentlichungsfähiges" Beispiel fällt mir gerade nicht ein. Ich versuch's mal allgemeiner: Wenn jemand sich mir gegenüber "falsch" verhält, dann kann es sein, dass er unabsichtlich (aus Unwissenheit) in ein Fettnäpfchen getreten ist. Das kann man hinterher klären, und der andere kann sagen: "Okay, jetzt weiß ich Bescheid und sehe zu, dir nicht nochmals da reinzutreten". Es kann aber auch sein, dass der andere sein Verhalten korrekt findet. In diesem Falle muss man davon ausgehen, dass er sich auch zukünftig in dieser Sache so verhalten wird. Der Wiederholungsfall ist dann nicht mehr eine Frage der Unwissenheit, sondern des Charakters, der Überzeugung, der Haltung o.ä.
 
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Clementine_geloescht

  • #120
AW: Versuch: Männer von Morgen sollen über Gefühle reden?

Zitat von Andre:
Ein persönlich erlebtes und "veröffentlichungsfähiges" Beispiel fällt mir gerade nicht ein. Ich versuch's mal allgemeiner: Wenn jemand sich mir gegenüber "falsch" verhält, dann kann es sein, dass er unabsichtlich (aus Unwissenheit) in ein Fettnäpfchen getreten ist. Das kann man hinterher klären, und der andere kann sagen: "Okay, jetzt weiß ich Bescheid und sehe zu, dir nicht nochmals da reinzutreten". Es kann aber auch sein, dass der andere sein Verhalten korrekt findet. In diesem Falle muss man davon ausgehen, dass er sich auch zukünftig in dieser Sache so verhalten wird. Der Wiederholungsfall ist dann nicht mehr eine Frage der Unwissenheit, sondern des Charakters, der Überzeugung, der Haltung o.ä.

Dein Statement liest sich wie ein Manual 'wie will Andre behandelt werden, sonst wird er sauer'. Hast du 2013 viel verbrannte Erde hinter dir gelassen?