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  • #31
Ich habe teilweise den Eindruck, dass beide zu vorsichtig und gebremst unterwegs sind, zu wenig unbeschwert und optimistisch.....grübel.....
Das ist nicht erst mit Ü50 so und eigentlich auch wenig überraschend. Je älter wir werden, desto stabiler haben sich vermutlich die meisten von uns in ihrem Leben eingerichtet. Mit der Lebenserfahrung und dem Wissen darum, was einem gut tut und was eher nicht schwindet vermutlich ganz automatisch die Lust sich in irgendwelche Beziehungsabenteuer zu stürzen, die die innere und äußere Stabilität die wir uns über Jahrzehnte aufgebaut haben gefährden könnten.
Sich das im richtigen Moment bewusst zu machen und eine gute Balance zwischen dieser für die meisten notwendigen Stabilität und ein wenig mehr Abenteuerlust zu finden ist schwierig, denke ich.
 
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  • #32
Meine Frage an euch:
Was hilft euch, zuversichtlich zu bleiben, solche Erlebnissen nicht zu verallgemeinern und auf jede neue Bekanntschaft so zuzugehen, als wäre sie die erste? Also mit Leichtigkeit, Offenheit und Zuversicht?
Kennst du den Begriff "Beziehungsrolltreppe". Die Beziehungsrolltreppe ist der Standardsatz an gesellschaftlichen Erwartungen für das angemessene Verhalten einer intimen Beziehung. Aufeinanderfolgende Stufen mit klar erkennbaren Merkmalen (...)
Die Beziehungsrolltreppe ist eine strenge Einbahnstraße. Partner dürfen nicht zurück (oder zur Seite) auf eine Stufe treten, die weniger oder eine andere Struktur hat. Die einzig gültigen Optionen sind, sich weiter vorwärts zu bewegen oder sich zu trennen und mit einem neuen Partner nochmal anzufangen. Beziehungen die zu lange in einer Übergangsphase bleiben ohne weiteren "Fortschritt", oder die sich hin-und-herbewegen, werden als "Sackgasse" betrachtet.
http://mehrplatzfuerdieliebe.blogspot.com/2013/12/fahrst-du-auf-der-beziehungsrolltreppe.html

Auch wenn der Begriff/das Konzept meist von nicht-monogamen Menschen verwendet wird, hat mir die Auseinandersetzung damit mehr Leichtigkeit und Offenheit gebracht.
Vielleicht hilft es dir ja auch?

Längere Pausen sind für mich auch immer wieder notwendig.
 
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  • #33
Also mir hat seinerzeit die Erkenntnis geholfen, dass es eben nur sehr wenige Menschen gibt, mit denen es funkt und dass es logischerweise fast immer drauf rausläuft, dass es eben nicht wirklich passt. Obendrein war mir immer bewusst, dass Aussagen wie "ich bin noch nicht bereit" oder "ich weiß eigentlich gar nicht so genau..." nur Subtext sind für "Ich bin zum Ergebnis gekommen, dass es mit uns nicht passt."
Wenn einem das klar ist, wüsste ich nicht, warum man nicht mit Leichtigkeit, Offenheit und Zuversicht in die nächste Begegnung gehen kann.
Das trifft doch den Nagel auf den Kopf, was unser geehrter @WolkeVier hier beschreibt, geehrter @Baudolino!
Wir passen zu den allerwenigsten Menschen und daraus erklären sich die Verhakungen und Probleme beim Online-Dating. Also, nach jedem missglückten Versuch sofort nüchtern und pragmatisch Reset und Neustart einleiten!

Es gehört sehr viel Glück und Arbeit dazu, die passende Partnerin zu finden.

Also, sei weiterhin sehr präsent, aber ökonomisiere Deine Kommunikation, geehrter @Baudolino!
Verfasse keine aufwendige Anschreiben und arbeite mit vorgefertigten Textbausteinen, die Du vorher konzipieren solltest und für die verschiedenen Damen-Typen einsetzen kannst. Du musst für jede Dame eine bestimmte Schublade ziehen und dann mit den passenden Bausteinen arbeiten.
Wünscht eine Dame, dass Du von Dir etwas erzählen sollst, dann setze dafür einen Text ein, den Du auch schon lange vorher konzipiert hast.

Ich denke, wenn man selbst nicht mehr den großen Kommunikationsaufwand betreibt und Zeit spart, wir man sich weniger darüber ärgern, wenn man beim nächsten mal wieder nicht die Herzensdame findet.
 
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  • #34
Geehrte @Datinglusche und Verfechter der Datingökonomie!

Wenn ich als Dame nun in solch einer Schublade sitze, meine schwarz bestrumpften Füßchens mit einer Flasche feinem Cognac spielen und ich nebenbei auf vorgefertigte Texte antworte - wie sollten diese Antworten denn aussehen?
 
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  • #36
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  • #37
@Baudolino Hier sind schon sehr viele schöne Antworten zu lesen. Eigentlich wollte ich schreiben, dass manchmal eine Pause gut tut, wenn man spürt, dass die Leichtigkeit verloren geht. Mir fehlt ohnehin das Spielerische bei der Partnersuche, ich nehme meine Gegenüber viel zu ernst. Und ich bin abonniert auf sowas wie "Du bist eine tolle Frau, aber Du hast was besseres verdient" ;):rolleyes: Da muss ich aufpassen, dass die Tür zum gemütlichen Schneckenhaus verrammelt bleibt. Bin ich da erstmal wieder drin ...

Doch beim Formulieren stelle ich fest, so ganz passt das nicht mehr. Je mehr Erfahrungen ich mache, umso mehr Leichtigkeit stellt sich ein. Vielleicht lerne ich gerade das Spielerische? Wie @Sine Nomine nehme ich letztlich aus jedem Kontakt (es sind ohnehin nicht so viele) etwas mit, eine Geschichte, neue Themen, Inspiration. Auch mal, wie @AnnaConda , eine böse Verletzung, die mir aber auch neue Seiten von mir aufzeigt. Sehr erstaunlich.

Resignation möchte ich nicht zulassen. Dann doch lieber Entspanntheit und weiter Neugierde auf neue Menschen und das, was sie so mitbringen. Wenn es dann irgendwann doch noch funkt (ja, ich glaube nicht mehr so daran wie früher) - umso besser. Aber zumindest blicke ich nicht zurück auf einen Berg von persönlichen Niederlagen (wie manche) und "vertane" Zeit, sondern auf alle möglichen Unternehmungen und Erfahrungen, die ich so gar nicht gemacht hätte.
Egal was man tut, es macht einen nicht dümmer ;)
 
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  • #39
Ich habe teilweise den Eindruck, dass beide zu vorsichtig und gebremst unterwegs sind, zu wenig unbeschwert und optimistisch.....grübel.....
Ich glaube, dass Menschen ab einem gewissen Alter einfach nicht mehr so sorg- und arglos in eine Beziehung starten. Zu meiner Jugendzeit habe ich mir keine Gedanken darüber gemacht, wie lange die Partnerschaft halten, oder es sich um die Frau fürs Leben handeln würde. Ich habe einfach gelebt.

Das viele Nachdenken und Grübeln resultiert meiner Meinung aus den Lebenserfahrungen ("jeder hat sein Päckchen zu tragen") und auch z.B. aus dem "Input" der Erfahrungsberichte hier im Forum, die in der Regel doch eher negativ behaftet sind. (Ja, es gibt auch Beiträge über gelungene Partnerfindungen, die jedoch eher selten sind. Das glaube ich daran festmachen zu können, dass das positive Feedback auf derartige Beiträge oft überschwänglich ausfällt).

Der Kopf wird angefüllt mit Ratschlägen und Tipps (auch wenn sie für jemand anders gedacht sind/waren), hallen im Kopf nach und sind im Unterbewusstsein vorhanden. Man kann beim Daten/Partnersuche zwar nicht alles "richtig" machen, jedoch versuchen wohl die meisten, so wenig wie möglich "falsch" zu machen. Daraus erkläre ich mir das von dir beschriebene "gebremste" Verhalten.

Und je mehr über das Thema "Partnersuche" geschrieben, gelesen und gesprochen wird, desto mehr "Unbeschwertheit" geht meiner Meinung nach verloren, sondern steigert eher noch die Erwartungshaltungen.
"Mann kann alles zerreden, bis nichts mehr da ist, über das es sich zu reden lohnt. Aber man kann auch einfach "machen"."
 
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Ursina60

  • #40
Liebe ForistInnen,
mir gehen die Leichtigkeit und die Zuversicht bei der Online-Partnersuche immer mehr verloren. Dass Verstummen und wortlose Verabschiedungen auf der Parship-Plattform übliche Umgangsformen sind, habe ich bald gelernt, und mache mir schon lange nichts mehr daraus. Aber auch die Fortsetzung im realen Leben frustriert mich.

Gerade habe ich nach einem wirklich netten ersten Date via Whatsapp die Mitteilung erhalten, dass zu dem zweiten schon vereinbarten Date nicht kommen soll. Auch sie hatte zuvor unser Treffen auch sehr schön beschrieben. Abends kam dann die Absage, dass es sich doch nicht so stimmig angefühlt habe; und am nächsten Tag die Begründung noch nicht bereit für eine Partnerschaft zu sein (schon wieder!; vgl. https://www.parship.at/forum/thema/nicht-bereit-fuer-eine-partnerschaft.11898/)

Nun ist dieser Einzelfall für sich genommen nicht so schlimm, aber derlei passiert mir immer wieder. Oft steht dann in der Verabschiedung, dass ich total nett sei und eine andere Frau sich freuen könne, mich als Partner zu bekommen. Warum immer eine andere?

Vielleicht wäre eine zusätzliche Angabe im Profil hilfreich: Ich suche hier (1.) gar nichts und will mich nur umsehen (2.) nette Chats, weil für persönlichen Treffen zu wenig Zeit habe (3.) nette Dates, weil ich für eine Partnerschaft noch nicht bereit bin (4.) eine offene unverbindliche Beziehung, weil mein Leben ohnehin so voll ist (5.) eine Partnerschaft [Sarkasmus off]

Worauf ich hinaus will ist Folgendes:
Ich merke, dass meine Bereitschaft in Bekanntschaften zu investieren durch solche Erfahrungen immer weniger wird. Das fängt bei der Formulierung des Anschreibens an (Sich mit dem Profil auseinandersetzen und darauf eingehen? Oder nur kurz und einfallslos schreiben (oder gar ein Kompliment?), weil man ohnehin meist ignoriert wird? ) und setzt sich bis zur Aufmerksamkeit beim Date fort (Präsent, interessiert und aufmerksam sein? Oder ganz unverbindlich mal sehen, was sie zu bieten hat, weil sie vielleicht eh nicht bereit für eine Partnerschaft ist).

Meine Frage an euch:
Was hilft euch, zuversichtlich zu bleiben, solche Erlebnissen nicht zu verallgemeinern und auf jede neue Bekanntschaft so zuzugehen, als wäre sie die erste? Also mit Leichtigkeit, Offenheit und Zuversicht?

Ich bin gespannt auf eure Antworten.
Baudolino (m/54)

P.S.: Bitte kein Männer/Frauen-Bashing. Meine Erfahrungen mache ich halt mit Frauen und ich weiß nur aus Erzählungen, dass es bei Männern auch nicht viel anders ist.
Wäre noch Punkt 6 zu ergänzen; solche, die Sex suchen aber keine Beziehung. Ich bin seit Jahren mal mehr mal weniger bei diversen PV angemeldet. Daraus ergaben sich zwei Kurzbeziehungen von einigen Monaten und viele Dates. Ich bin mit Dates sehr spontan; d.h. wenn es von der Distanz und zeitlich klappt, dann ist das erste Date schon innerhalb des selben Tages des Kennenlernen möglich.

Viele, sehr viele sind (noch) nicht bereit für eine neue Beziehung. Andere wollen nur Sex, sind am Menschen selber nicht interessiert, wieder andere haben nebst Beruf, Sport und Kinder gar keine Zeit für eine Partnerschaft usw. usw. Ich denke, das hält sich bei beiden Geschlechtern etwa die Waage.

Die Leichtigkeit und Offenheit ging bei mir verloren, weshalb ich im Moment (keine Ahnung für wie lange) nicht mehr aktiv suche. Wenn du ebenfalls bei dem Punkt bist würde ich dir zu einer Pause raten, den Sommer geniessen, ein neues Hobby, mit Freunden unterwegs sein. Die teils negativen Erlebnisse bei der Online-Partnersuche werden dann in den Hintergrund rücken und du kannst in einigen Monaten wieder bei "Null" starten. Mit neuem Elan, Unbeschwertheit und Zuversicht.
 
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Ich glaube, dass Menschen ab einem gewissen Alter einfach nicht mehr so sorg- und arglos in eine Beziehung starten. Zu meiner Jugendzeit habe ich mir keine Gedanken darüber gemacht, wie lange die Partnerschaft halten, oder es sich um die Frau fürs Leben handeln würde. Ich habe einfach gelebt.

Das viele Nachdenken und Grübeln resultiert meiner Meinung aus den Lebenserfahrungen ("jeder hat sein Päckchen zu tragen") und auch z.B. aus dem "Input" der Erfahrungsberichte hier im Forum, die in der Regel doch eher negativ behaftet sind. (Ja, es gibt auch Beiträge über gelungene Partnerfindungen, die jedoch eher selten sind. Das glaube ich daran festmachen zu können, dass das positive Feedback auf derartige Beiträge oft überschwänglich ausfällt).

Der Kopf wird angefüllt mit Ratschlägen und Tipps (auch wenn sie für jemand anders gedacht sind/waren), hallen im Kopf nach und sind im Unterbewusstsein vorhanden. Man kann beim Daten/Partnersuche zwar nicht alles "richtig" machen, jedoch versuchen wohl die meisten, so wenig wie möglich "falsch" zu machen. Daraus erkläre ich mir das von dir beschriebene "gebremste" Verhalten.

Und je mehr über das Thema "Partnersuche" geschrieben, gelesen und gesprochen wird, desto mehr "Unbeschwertheit" geht meiner Meinung nach verloren, sondern steigert eher noch die Erwartungshaltungen.
"Mann kann alles zerreden, bis nichts mehr da ist, über das es sich zu reden lohnt. Aber man kann auch einfach "machen"."
Das kann ich nur bedingt bestätigen. Ich bin eine unerschütterliche Optimistin, die sich nicht ewig damit aufhält, auf Dinge zurückzugucken, die ich eh nicht mehr ändern kann. Ich trage auch keinen langen Kriterienkatalog mit mir rum oder stülpe mir die schlechten Erfahrungen über, die andere machen. Mich bremst und zermürbt etwas die Zeit, die es diesmal dauert, jemanden zu finden. Das kenne ich so nicht und verunsichert mich. Dass ich mich unbeschwert verlieben und schnell vertrauen kann, weiß ich von mir. Ich stoße aber diesmal kaum auf ein Echo...
 
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  • #43
Verfasse keine aufwendige Anschreiben und arbeite mit vorgefertigten Textbausteinen, die Du vorher konzipieren solltest und für die verschiedenen Damen-Typen einsetzen kannst. Du musst für jede Dame eine bestimmte Schublade ziehen und dann mit den passenden Bausteinen arbeiten.
Wünscht eine Dame, dass Du von Dir etwas erzählen sollst, dann setze dafür einen Text ein, den Du auch schon lange vorher konzipiert hast.
Glaubst du nicht, dass Menschen derartig vor-formulierte Textbausteine erkennen, wirken diese doch oft aufgesetzt, gestylt, ausformuliert, durchdacht - und spiegeln nicht wirklich die Lebendigkeit der jeweiligen Tagesform des Absenders?
Eines derartigen Vorgehens sollten sich doch höchstens nicht redegewandte oder "schreibfaule" Menschen bedienen, meinst du nicht?
Ich kann mir nicht vorstellen, dass das Schreiben von ca. 5-6 vollständigen Sätzen derartig viele Menschen überfordern würde. :eek:
 
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  • #44
Das ist nicht erst mit Ü50 so und eigentlich auch wenig überraschend. Je älter wir werden, desto stabiler haben sich vermutlich die meisten von uns in ihrem Leben eingerichtet. Mit der Lebenserfahrung und dem Wissen darum, was einem gut tut und was eher nicht schwindet vermutlich ganz automatisch die Lust sich in irgendwelche Beziehungsabenteuer zu stürzen, die die innere und äußere Stabilität die wir uns über Jahrzehnte aufgebaut haben gefährden könnten.
Sich das im richtigen Moment bewusst zu machen und eine gute Balance zwischen dieser für die meisten notwendigen Stabilität und ein wenig mehr Abenteuerlust zu finden ist schwierig, denke ich.
Das klingt mächtig alt - älter als du bist...;)
Ich glaube eher, dass man nach einer langen und am Ende in den 40ern gescheiterten Beziehung etwas naiv und euphorisch in den nächsten Lebensabschnitt torkelt , dann merkt, dass es doch nicht so fluppt und einem das den Wind aus den Segeln nimmt...Na ja, der Weisheit letzter Schluss wird das auch nicht sein...
Zumindest vermisse ich die Unbeschwertheit echt...aber so was von....:(
 
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  • #45
Mich bremst und zermürbt etwas die Zeit, die es diesmal dauert, jemanden zu finden. Das kenne ich so nicht und verunsichert mich.
Oder versetzt es dich sogar in eine "ängstliche" Stimmung, dass eben doch "der Richtige" unter Umständen nicht mehr in dein Leben tritt - und du dein weiteres Leben ohne Partner "bestreiten" musst?
Möglicherweise sorgt die von dir gefühlte Verunsicherung für einen von dir offensichtlich nicht empfundenen "Druck", den Außenstehende jedoch sehr wohl bemerken?
Oder sind deine bisherigen "Such-Areale" bereits "abgegrast" und die Range sollte erweitert werden?